Sarah Palin, Barack Obama und die urbane Fuchsplage im Dritten Reich

Den Anlaß für das Forschungsprojekt halte ich für lächerlich und ideologisch verpeilt, das Ergebnis ist aber sehr interessant. Es geht um den Mordanschlag vor einem Jahr auf die demokratische Politikerin Gabrielle Giffords, für den allen Ernstes Sarah Palin, offensichtlich die Inkarnation des Teufel in einem Weiberkörper, verantwortlich gewesen sei. Palin hatte auf ihrer Facebook-Seite eine Landkarte mit den Wahlkreisen veröffentlicht und überall dort, wo die Wahlkreise von Republikanern (zurück-) erobert werden sollten, ein Fadenkreuz plaziert. Dies habe der Attentäter offenbar wörtlich genommen.

Kurz darauf haben niederländische und deutsche Wissenschaftler der Technischen Universität Delft und der Universität Bamberg versucht, einen Zusammenhang zwischen gewalttätigen Metaphern und tatsächlicher Gewalt nachzuweisen.

Den Probanden wurde von einer angeblichen Fuchsplage in Ballungszentren berichtet. Sie sollten sich zwischen zwei Lösungsmöglichkeiten entscheiden: die Füchse einfach abknallen oder sie einfangen, sterilisieren und der freien Wildbahn zurückgeben. Die Versuchsteilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und jeder eine eigene Karte vorgelegt. Auf der einen waren die Fuchs-Problemgebiete mit Palinschen Fadenkreuzen gekennzeichnet, auf der anderen neutral mit Kreisen. Und tatsächlich zeigte sich die erste Gruppe in der Bekämpfung der Fuchsplage weitaus rabiater als die zweite Gruppe.

Wir können mit diesem Analogie-Experiment zeigen, daß selbst kleinste, subtile, unter Umständen versteckte Signale Auswirkungen auf Einstellungen haben. Diese Einstellungen können wichtige Entscheidungen oder gar Verhaltensmuster beeinflussen – wir sollten daher sorgfältig bedenken, welche Symbole wir wie einsetzen und was wir mit ihnen auslösen können.

In Die Massenpsychologie des Faschismus hat Reich die Wirkung des Hakenkreuzes sexualökonomisch zu erklären versucht. Es sei

die Darstellung zweier ineinander geschlungener menschlicher Gestalten, schematisiert, aber deutlich als solche zu erkennen. (…) Es ist also anzunehmen, daß dieses Symbol [des Geschlechtsaktes] auf tiefe Schichten des Organismus einen Reiz ausübt, der um so stärker ausfallen muß, je unbefriedigter, sexuell sehnsüchtiger der Betreffende ist. Wird das Symbol noch dazu als Sinnbild von Ehrenhaftigkeit und Treue präsentiert, so trägt es auch den abwehrenden Strebungen des moralistischen Ichs Rechnung und kann um so leichter akzeptiert werden.

Eine offensichtliche Entsprechung des Hakenkreuzes ist das Peace-Symbol, mit dem man ebenfalls Massen beeinflussen kann. Ich habe mich damit an anderer Stelle beschäftigt.

Am schockierendsten war aber wohl die Symbolik der Obama-Kampagne. Es war das erste Mal überhaupt, daß sich ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat eines eigenen Symbols bediente. Vorher war so etwas nur Roten und Schwarzen Faschisten vorbehalten gewesen!

Die aufgehende Sonne hinter einem (Venus-) Hügel ist eine aufdringlich phallische Symbolik. Es ist einfach nur obszön und spricht unmittelbar unser Unterbewußtsein an – unsere Sehnsucht nach einem starken Führer. Das ganze natürlich eingebettet in „Frieden“ und „Antifaschismus“.

Daß die Verbindung zwischen Hitlers Hakenkreuz und dem Obama-Symbol alles andere als weit hergeholt ist, zeigt die frappante, geradezu erschreckend Nähe des daraus abgeleiteten „Obama Health Care logozur entsprechenden Symbolik im Dritten Reich.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=Xph3lqEuPJQ%5D

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10 Antworten to “Sarah Palin, Barack Obama und die urbane Fuchsplage im Dritten Reich”

  1. O. Says:

    Nun ein Fadenkreuz ist ein Fadenkreuz und es dient nicht zum streicheln von Hasen. Die Message ist eindeutig: Zielen, schießen.

    Der psychologische Versuchsaufbaumag für den außenstehenden lächerlich wirken, er ist wie ich finde gelungen und die unterschiedliche Wirkung legt Nahe, dass die suggestive Wirkung erfolgreich ist. Somit dürfte das Ergebnis zeigen, dass ein solches Symbol einen Aufruf darstellt.

    Obamas Symbolik folgt den amerikanischen Symbolen, die allesamt doch eher freimaurerisch oder geheimbündlerisch anmuten, zu denen auch Hitlers Symbole wohl gehörten.
    Adler oder Phönix, Sonne und Schlange sind die klassischen Alien-Bruderschaftssymbole seit den Sumerern, da braucht man dann keine Worte mehr.

  2. Robert (Berlin) Says:

    Ich würde in dem Kreis frei nach Freud eine Vagina sehen, die drei roten Streifen könnten Blutspuren sein. Die Farben Rot, Weiß, Blau symbolisieren die USA.
    Es ist nach meiner Ansicht die Defloration und Vergewaltigung des Staates USA. Er nimmt der USA die Unschuld und vergewaltigt das Land für sein Programm.

    • Peter Nasselstein Says:

      Deine und meine Interpretation fließen in eins, wenn man sich eine bestimmte obszöne Geste vergegenwärtigt, die das Obama-Symbol ziemlich genau widergebiet: der Daumen, der zwischen Mittel- und Zeigefinger hervorlugt.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Die Super Bowl Show war ein santanistisches Spektakel

    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2012/02/die-super-bowl-show-war-ein.html

  4. Peter Nasselstein Says:

    Heil Obama!

  5. Peter Nasselstein Says:

    Es geht hier nur um die Symbolik, den folgenden Blog habe ich gar nicht gelesem:

    http://thecaptiansquarters.blogspot.com/2012/02/nazi-tactics.html

  6. Aus dem Führerhauptquartier der Antiorgon-Naziliga: Die drei Grundlagen des Nationalsozialismus (Teil 2) « Nachrichtenbrief Says:

    […] öffnet Chakren, praktiziert „Quantenheilung“, etc. Obama wird als neuer Heiland präsentiert. Er hat sogar seine eigene Hakenkreuzfahne. Das ist Nationalsozialismus heute, nicht der Mummenschanz einer Handvoll geisteskranker Neonazis. […]

  7. Adolf Hitlers Intimfrisur « Nachrichtenbrief Says:

    […] Hitler sprach in Anlehnung an Gustave Le Bon ganz offen davon, daß bei seinen Reden „die Masse“ in die Position „des Weibes“ versetzt werden müsse, das in Verzückung gerät, wenn man ihm bestimmt sagt, daß es folgsam sein soll, während man selbst „alle Verantwortung übernimmt“. Hinzu kommen die „schneidigen Uniformen“, das demonstrative Verschränken der Hände vor den Genitalien und nicht zuletzt die zutiefst obszöne Symbolik, auf deren sexuellen Gehalt Reich als erster hingewiesen hat. (Siehe dazu Sarah Palin, Barack Obama und die urbane Fuchsplage im Dritten Reich.) […]

  8. Peter Nasselstein Says:

    Sexualsymbolik und zwar denkbar krass in der deutschen Politik (die Alternative für Deutschland hat eine Erektion):

    http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Euro-kritische-Alternative-fuer-Deutschland-hat-24-Prozent-Waehlerpotenzial-id24725351.html

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