Die sekundäre Rolle der Ökonomie in der Ökonomie

Orgonomen haben von jeher die These vertreten, daß ökonomische Zwänge und angeblich „eherne Gesetzmäßigkeiten“ zwar zweifellos bestehen (wie sollte es auch anders sein!), aber in der Ökonomie nur eine sekundäre Rolle spielen. Sie werden von emotionellen Zwängen bei weitem in den Schatten gestellt.

Reich mußte in den 1930er Jahren konstatieren, daß die arbeitenden Massen gegen ihre eigenen ökonomischen Interessen handelten und mit Begeisterung ihrem eigenen Ruin zustrebten. In den USA mußte er feststellen, daß sie nicht das geringste Interesse zeigten, etwa über Aktienbeteiligung selbst die Herrschaft über die Produktionsmittel zu erlangen, sondern sich in einer Art, wenn man das so bezeichnen kann, „gewerkschaftlichem Betriebsfaschismus“ verschanzten („closed shop), der beispielsweise „Schwarze“ ausschloß – und der schließlich etwa General Motors zerstörte. Der verantwortungslose, kurzsichtige, kleingeistige Kleine Mann triumphierte über alle Träume von einer wirklich genuin „sozialdemokratischen“ Zukunft.

Parallel dazu handelte die Gegenseite, handelte „Rockefeller“, ebenfalls alles andere als rational. Darauf hat beispielsweise Edward Pell in seiner Besprechung von Antony Suttons Wall Street and the Bolshevik Revolution hingewiesen. In dem Buch hat Sutton nachzuweisen versucht, daß die amerikanische Großfinanz den Weltkommunismus aktiv befördert hat, um sich Märkte und Monopolstellungen zu sichern. Schaue man, so Pell, jedoch genauer hin, und vor allem darauf, wohin das ganze geführt hat, reichte die ökonomische Erklärung kaum aus:

Diese Erklärung des Verhaltens der Wall-Street-Banker führt zu kurz. Sie ist mechanistisch und alle mechanistischen Erklärungen lassen das Irrationale im Verhalten des gepanzerten Mannes außen vor. Menschen folgen zweifellos dem rationalen wirtschaftlichen Kalkül, der auf Eigeninteresse beruht, aber sie handeln auch aus vernunftwidrigen Motiven heraus, die nur von einem funktionellen, charakterologischen Standpunkt her erklärt werden können. (The Journal of Orgonomy, Vol. 11, No. 2, November 1977, S. 271-276)

Als aktuelles Beispiel ließe sich anfügen, daß die Occupy-Wall-Street-Bewegung tatsächlich von Wall Street finanziert und durch die von Wall Street finanzierten Massenmedien hofiert wird. Medien, die man als geradezu linksextrem bezeichnen könnte.

In was für einem gewaltigen Ausmaß die sozio-politische Ausrichtung, d.h. die biophysische Charakterstruktur, grundlegende ökonomische Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setzt, zeigt Hollywood. In einem noch immer weitgehend konservativ und christlich geprägten Land werden reihenweise Filme auf den Markt geworfen, die das amerikanische Nationalgefühl, das konservative Sittlichkeitsgefühl und vor allem die religiösen Gefühle der Amerikaner bis weit über die Schmerzgrenze hinaus verletzen. Oder kennt etwa jemand einen Film, der den Krieg gegen den Terror heroisiert hat? Das geht soweit, daß die vermeintlich „amerikanische“ Filmindustrie, d.h. Hollywood, zu einem einzigen großen Medium zur Verbreitung des Antiamerikanismus in der Welt geworden ist.

Wenn das ganze wenigstens ökonomischen Sinn machen würde! Es macht definitiv keinen, zumindest nicht auf dem alles entscheidenden heimischen US-Markt.

The Hollywood Reporter stellt eine Studie vor, die gezeigt hat, daß „konservative“ Filme mehr Geld machen als „liberale“ (linke) Filme. Um in Hollywood Geld zu verdienen, müsse man patriotische Filme produzieren, die konservative Werte verbreiten und nicht das Christentum herabsetzen. Doch Hollywood macht seit Ende der 1960er Jahre konsequent das Gegenteil – gegen jedwede ökonomische Vernunft oder „Gesetzmäßigkeit“.

Die Filme wurden daraufhin unterschieden, ob sie den Kapitalismus oder den Sozialismus propagieren, biblische Prinzipien hochhalten oder herabsetzen; wie sie mit den Themen Gewalt, Sex, Political Correctness, revisionistische Geschichtsauffassungen, Umweltpolitik, Feminismus, Homosexualität, etc. umgehen. Dabei zeigte sich, daß 7 der 10 ökonomisch erfolgreichsten Filme einen hohen konservativen Index hatten. 2011 erbrachten 91 überwiegend konservativ geprägte Filme im Durchschnitt jeweils Einnahmen von 59 Millionen Dollar, während es bei 105 liberalen Filmen entsprechend gerade mal 11 Millionen Dollar waren.

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22 Antworten to “Die sekundäre Rolle der Ökonomie in der Ökonomie”

  1. David Says:

    Als aktuelles Beispiel ließe sich anfügen, daß die Occupy-Wall-Street-Bewegung tatsächlich von Wall Street finanziert …

    Gibt es für diese Behauptung irgendwelche Beweise???

  2. David Says:

    … der beispielsweise „Schwarze“ ausschloß – und der schließlich etwa General Motors zerstörte.

    Welche Quellen gibt es dafür?

  3. Peter Nasselstein Says:

    Übrigens ist auch das Weltnetz geschäftsschädigend links verseucht, beispielsweise Google. Die dadurch verursachten wirtschaftlichen Verluste (Werbeeinnahmen!) gehen, kann ich mir jedenfalls gut vorstellen, in die Hunderte Millionen!

    http://www.pi-news.net/2012/02/studie-bestatigt-wikipedia-ideologisch-gefarbt/

    • Peter Nasselstein Says:

      Dazu auch dieser, wie ich finde, sehr bemerkenswerte Kommentar zum Internet als politökonomisches Phänomen:

    • Tino Says:

      Werben müssen nur die Unternehmen, deren Produkt nicht für sich selbst wirbt. Google hat das dies verstanden und lässt die eigenen Produkte für sich selbst werben, der Rest, die Eroberung des Werbemarkts durch sie, ist bekannt.

  4. David Says:

    Übrigens ist auch das Weltnetz geschäftsschädigend links verseucht, beispielsweise Google.

    Auch Wikipedia – hier ist jedoch die englische nicht so schlimm betroffen wie die deutsche.

    Ich habe einige Dinge geschrieben in beidem, was im deutschen bald gelöscht wurde und im englischen noch da ist.

    Die dadurch verursachten wirtschaftlichen Verluste (Werbeeinnahmen!) gehen, kann ich mir jedenfalls gut vorstellen, in die Hunderte Millionen!

    Verluste? Brave Schüler lernen immer dass Werbeeinnahmen Gewinne seien und nicht Verluste??

  5. Dolphin Says:

    Warum wohl werden diese Hollywood-Filme produziert?
    Um die amerikanische Kultur „zu verbessern“ (zu zerstören)!
    Geld spielt da nicht die Rolle.
    Und wer kennt die letzten Ziele der Wall Street?
    Diese Leute werden sich freuen und lachen über die „funktionellen, charakterologischen“ Analysen.
    Oft mögen diese ja sehr aufklärend sein – gelobt aber sei der Geist, der die dem jeweiligen Bereich angepaßte Analyse findet.

  6. Peter Nasselstein Says:

    Rockefeller finanziert mit Unsummen die linke Umweltbewegung:

    http://dailycaller.com/2012/02/20/campaign-against-canadian-keystone-xl-pipeline-driven-by-us-foundation-millions/

  7. Peter Nasselstein Says:

    Nicht nur Hollywood, sondern auch die Zeitschriften und Zeitungen:

    http://www.breitbart.com/Big-Journalism/2012/03/23/Tina-Brown-Newsweek

  8. Hollywood, die Quelle der Emotionellen Pest « Nachrichtenbrief Says:

    […] Dieser abgrundtiefe durch und durch pornographische Haß auf den weiblichen Körper und die Sexualität ist nur ein Aspekt von Hollywoods Kulturimperialismus, der die Seelen von Milliarden vergiftet und ganze Generationen ins Unglück stürzt. Und man komme mir nicht mit „Kapitalismus“ und wie schrecklich doch „Amerika“ sei, denn das dekadente Pack in Hollywood hat denkbar wenig mit „Amerika“ zu tun (obwohl es es immer mehr nach seinem Bilde umformt) und was „kapitalistische Ideologie“ betrifft – siehe Die sekundäre Rolle der Ökonomie in der Ökonomie. […]

  9. Demokratie kann ohne Grundkenntnisse der orgonomischen soziopolitischen Charakterologie nicht funktionieren | Nachrichtenbrief Says:

    […] es beinharte Kommunisten, die die Strategie des Roten Terrors durchsetzen. Gegen jede Vernunft, sogar gegen die wirtschaftlichen Interessen der Kapitalisten, die diese Presseorgane finanzieren, und vollkommen unabhängig von der tatsächlichen […]

  10. Peter Nasselstein Says:

    Die sekundäre Rolle der Ökonomie in der Ökonomie – es ist alles gesellschaftliche Ideologie und Charakter:

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/fluechtlinge–deutsche-firma-liefert-keinen-stacheldraht-nach-ungarn-6462748.html

  11. Peter Nasselstein Says:

    Die BILD schreibt konsequent gegen ihre eigenen ökonomischen Interessen!

    http://www.statusquo-news.de/krokodilstraenen-um-bild-65-prozent-auflagebeinbruch-weihnachtsfeier-abgesagt

    Die soziopolitische Charakterologie Elsworth F. Bakers erklärt so etwas!

  12. Claus Says:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/venezuela-vor-kollaps-manchmal-essen-wir-huehnerfutter-a-1100762.html

    Der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, einst von Venezuelas charismatischem Präsidenten Hugo Chávez für das Erdölland erfunden, ist 17 Jahre nach Beginn des Experiments am Ende. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt: ein internationaler Sozialfall.

    Die Regierung sucht trotzdem die Schuld für die Misere bei anderen. Die bürgerliche Opposition und die USA führten einen Wirtschaftskrieg gegen das südamerikanische Land, so die ständige Rechtfertigung.

  13. David Says:

    … der beispielsweise „Schwarze“ ausschloß – und der schließlich etwa General Motors zerstörte. Der verantwortungslose, kurzsichtige, kleingeistige Kleine Mann triumphierte über alle Träume von einer wirklich genuin „sozialdemokratischen“ Zukunft.

    Nicht anders als damals in Deutschland.

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