The Journal of Orgonomy (Elsworth F. Baker Commemorative Issue, February 1986)

Ich zitiere aus der vorher unveröffentlichten jährlichen Rede Elsworth F. Bakers als Präsident des American College of Orgonomy von 1972 (S. 65-69). In der Rede geht es um die sich damals formierende antiautoritäre Gesellschaft, die sich mittlerweile (2012) fest etabliert hat und alle Facetten unseres Lebens bestimmt. Baker beschreibt das gesellschaftliche Chaos und die antiautoritäre Erziehung und frägt:

Was erreicht der liberal mit diesem ganzen Aufruhr? Indem er daran teilhat, bekommt er durch all die Aufregung und Aktivität das Gefühl lebendig zu sein, obwohl er innerlich tot ist. Er setzt andere in Bewegung, weil er sich selbst nicht bewegen kann. Ihre Destruktivität verschafft ihm ein Ventil für den unterdrückten Haß, den er in seinem Inneren hegt. Er, der sich für den Retter der Menschheit ausgibt, ist das perfekte Beispiel für die Emotionelle Pest. Jeder, der nicht mit ihm übereinstimmt, wird als vorurteilsbeladen, als Rassist, Reaktionär und als Schwein hingestellt.

Damals waren es die radikalen Studenten, „Weather Men“, etc., heute sind es die Leute von der Occupy-Bewegung, die die Linksliberalen begeistern. Und da die Linksliberalen die Medien und die Wissenschaft und damit die sogenannte „öffentliche Meinung“ dominieren oder besser gesagt kontrollieren, schließt sich auch der konservativste Politiker diesem enthemmten Wahnsinn an. Es muß stets alles in Bewegung sein, es darf beim vermeintlichen „Fort-Schritt“ kein Innehalten geben. Man denke nur an das „Projekt Europa“! Auf jede Verzögerung wird mit hysterischen Ausbrüchen reagiert, so als wäre der „Reformstau“ buchstäblich der Stau sexueller Energie, die die Leute in den Wahnsinn treibt. „Reform“ wohin man schaut, von der Schule bis zur Bauordnung. Alles ist ständig in hektischer Aufregung – nur daß sich tatsächlich nichts ändert, außer daß alles nur noch verfahrener wird.

Die Linksliberalen sitzen in den Redaktionen, Universitätsinstituten und nicht zuletzt an Lehrerpulten, sind selbst innerlich wie tot, goutieren sich aber an der Unordnung, der chaotischen Bewegung, die sie um sich herum anstacheln mit ihren unverantwortlichen „Theorien“ und ihren Propagandalügen.

Für die deutsche Situation ist beispielsweise die Fernsehserie Lindenstraße typisch, wo es untergründig immer darum geht, die Bevölkerung, insbesondere aber Jugendliche, zu sozialem Aktivismus zu animieren. Neulich ging es beispielsweise darum, daß eine der Figuren, ein alter „68er“-Rentner, eine Heranwachsende im Film dazu animieren wollte, IRGEND ETWAS politisches zu machen, egal was, solange es „progressiv“ ist. Sie entschloß sich schließlich für das Thema „Klimaänderung“.

Menschen sollen sich „engagieren“, d.h. nicht etwa ihr eigenes Leben auf die Reihe kriegen, sondern sich in das Leben anderer einmischen. Andere terrorisieren! Sie sollen „Sand im Getriebe“ sein! Oder mit anderen Worten: die rationalen, arbeitsdemokratischen Kernfunktionen sollen durch irrationale, ideologische Aktivitäten ersetzt werden, die aus der Mitteleren Charakterschicht stammen. Der pseudoliberale Modju sitzt dann zuhause und genießt, wie um ihn herum die Gesellschaft kollabiert. Jeder, der sich gegen diesen organisierten Wahnsinn stemmt, wird als „Nazi“ niedergeschrien.

Das perfekte Beispiel für Emotionelle Pest, aber alles, was gemeinhin als „Emotionelle Pest“ angeprangert wird, ist dieses vermeintliche „Nazitum“…

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5 Antworten to “The Journal of Orgonomy (Elsworth F. Baker Commemorative Issue, February 1986)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Verblüffend, wie Baker die Zukunft vorausgesehen hat. Es ist exakt so eingetroffen.

  2. O. Says:

    Ich begreife erst beim zweiten Lesen, dass hier keine „linken Occupy-Kids“ gemeint sind für die ich noch Partei eingenommen hätte, sondern die alten Säcke die pseudolinken „Linksliberalen“, die in etablierten Positionen angekommen sind und die Occupy-Kids loben möchten … sich an alte Kifferzeiten zurückerinnern und wer mit wem … das waren noch „sex.-pol. Zeiten“. Das ist wie einem gewissen Versanddienst-Management beim Einauf auf dem Biomarkt zuhören.

    Aber wie kann man sich über diese zukünftigen Rentner Gedanken machen? Die sind doch keine geschriebene Zeile wert.

  3. Robert (Berlin) Says:

    USA hat mehr Gefangene als die UDSSR unter Stalin

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/03/usa-hat-mehr-gefangene-als-die-udssr.html

    Auch wenn der Vergleich nicht stimmt, ist es doch grausig, wie es in den USA zugeht.

    • Peter Nasselstein Says:

      Das ist eine direkte Folge der antiautoritären Gesellschaft: wenn die Menschen ihre sekundären Triebe nicht mehr selbst kontrollieren können (eine intakte Panzerung), muß das die Gesellschaft für sie tun (Gefängnis). Vor 1960 war Amerika ein Land, in dem Schlößer praktisch unbekannt waren. In manchen Gegenden hat niemand sein Haus je abgeschlossen.

  4. claus Says:

    Gutes Beispiel für Aktivismus, der Betroffenheit organisiert:
    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/medien-spontane-schweigeminute-fuer-fluechtlinge-bei-jauch_id_4625661.html

    Höppner lief auf die Bühne und wandte sich ans Publikum: „Ich möchte wirklich jetzt auch mal die Chance ergreifen, diesen Menschen ein Gedenken zu schenken; indem ich Sie bitte, eine Gedenkminute dafür einzulegen.“ Publikum und Talkgäste kamen der Aufforderung nach.

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