The Journal of Orgonomy (Vol. 22, No. 2, November 1988)

Reich führt aus, daß psychische bzw. unbewußte Wünsche und Haltungen keine somatischen Folgen zeitigen, sondern vielmehr die psychischen und somatischen Komponenten Ausdruck der zugrundeliegenden Panzerung sind („Orgonomic Thinking in Medicine”, Orgone Energy Bulletin, 4(1), Januar 1952, S. 3).

Sind Epilepsie und Schizophrenie psychische oder somatische Biopathien? Um diese Frage zu behandeln, müssen wir einen Blick auf die Panzersegmente werfen:

Wie Charles Konia in „Orgone Therapy: Part VII. The Application of Functional Thinking in Medical Practice“ (S. 256-267) ausführt, entstehen psychische Biopathien durch die Panzerung der drei Segmente (Augen-, Mund- und Becken-Segment), in denen sich die erogenen Zonen befinden (okular, oral, anal und phallisch), während somatische Biopathien durch die Panzerung aller sieben Segmente entstehen können. Dadurch wird natürlich beim okularen, oralen und beim Beckensegment die Grenze zwischen psychischen und somatischen Biopathien fließend.

Ohnehin sei, so Konia, der Begriff „psychosomatische Krankheiten“ denkbar ungeeignet („Somatic Biopathies (Part 1)”, Journal of Orgonomy, 23(2), November 1989, S. 224):

  1. werden die Krankheitsprozesse nicht richtig definiert;
  2. gibt es somatische Biopathien wie Parkinson und Multiples Sklerose, die nach schulmedizinischer Einschätzung gar keinen „psychischen“ Hintergrund haben; während andererseits
  3. ausnahmslos alle psychischen und somatischen Biopathien ganz offensichtlich sowohl psychische als auch somatische Komponenten aufweisen.

Reich hat dargelegt, daß, als der Organismus in Gestalt der Philosophen, Naturforscher und Ärzte sich selbst erforschte, er gar nicht umhin konnte Teilaspekte der Wirklichkeit jeweils korrekt wahrzunehmen. Der Fehler lag nur in der Panzerung der Beobachter der Natur begründet, die ihre Wahrnehmung zerstückelte und es verhinderte, daß sie das einheitliche Bild sahen. Dies hat erst Reich geleistet, als er die verschiedenen Anschauungen der mechanistischen und der vitalistischen Weltsicht, des psycho-physischen Parallelismus und der mystisch-theologischen und monistisch-naturphilosophischen Philosophien in einem System zusammengefaßt hat: den orgonomischen Funktionalismus („Orgonotic Pulsation“, International Journal of Sex-Economy and Orgone-Research, 3(2,3), Oktober 1944, S. 104f).

Ein Vorläufer Reichs hinsichtlich des Leib-Seele-Problems war der von Goethe beeinflußte romantische Arzt, Naturforscher, Philosoph und Maler Carl Gustav Carus (1789-1869). Diesem zufolge sei es falsch, wenn gesagt werde, „die Trauer wirke einen langsamen Herzschlag, ein Bleichen der Haut…, ein schluchzendes Atmen…, sondern es soll heißen: die Trauer ist eben teilweise alles dieses selbst“ (z.n. Hans Prinzhorn: Nietzsche und das XX. Jahrhundert, Heidelberg 1928, S. 20f). Carus geht dabei von Forschungen, nicht von philosophischen Spekulationen aus und bildete so eine Art von Proto-Orgonomie aus.

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Eine Antwort to “The Journal of Orgonomy (Vol. 22, No. 2, November 1988)”

  1. The Journal of Orgonomy (Vol. 23, No. 2, November 1989) « Nachrichtenbrief Says:

    […] geht es letztendlich nicht, wie in den diversen psychischen und somatischen Biopathien, um das Wechselspiel von Panzerung (gebundener Energie) und ungebundener Energie, sondern um die Pulsation und Nicht-Pulsation des Gesamtenergiesystems selbst (Der Krebs, S. […]

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