InSekten

Sekten sind für die Orgonomie von besonderem Interesse, weil sie sozusagen „die gepanzerte Menschheit im Reagenzglas“ darstellen. Sekten wie Universelles Leben, die Zeugen Jehovas oder die Zwölf Stämme sind die Falle, die Reich in Christusmord beschrieben hat, im Kleinformat.

Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche Bayerns, sagt: „Die Sekte [Zwölf Stämme] bedient sich der Mittel geistiger Bevormundung, kollektiver Vereinnahmung, hierarchisch-autoritärer Unterwerfung, sozialer Isolation und disziplinarischer Repression.“

Die Disziplinierung beginnt bereits im Babyalter. Mit Hilfe von Sicherheitsnadeln, erzählen die Aussteiger unisono, werden Säuglinge so eng in Tücher gewickelt, daß sie sich nicht mehr bewegen können. „Irgendwann hört das Zappeln und Schreien dann auf – das Baby fügt sich“, erklärt Benaja, der vor wenigen Jahren noch eine Führungsposition bei den „Zwölf Stämmen“ bekleidete.

Das sogenannte „Restrain“ (deutsch: zurückhalten) kann aber auch bedeuten, daß die Eltern die Arme und Beine des Babys festhalten, bis es jegliche Gegenwehr erschöpft aufgibt.

Wenn man so etwas liest (und ich kann nur jedem anraten, sich intensiv mit dem Thema Sekten und Sektenaussteiger auseinandersetzen!), begreift man, daß die gepanzerte Menschheit kaum mehr ist als eine Art „Großsekte“. Trotzdem sollte man nicht alles über einen Kamm scheren. Beispielsweise wird evangelischen Sektenbeauftragten gerne entgegengehalten, daß ja auch das Christentum ein irrationaler Kult sei, der sich imgrunde kaum von zerstörerischen Sekten wie etwa Scientology unterscheide. Ein geübter Blick reicht jedoch, um sofort zu erkennen, daß das einfach nicht stimmt.

Das, was allgemeinhin als Unterscheidungskriterien angeführt wird, sind Funktionen der Schwere der okularen Panzerung. Kriterien wie blinder Führerkult, magische Allmachtphantasien, unrealistisches Elitebewußtsein, Aufgabe der eigenen Individualität und Identität, Abblocken jeder Kritik an irgendeinem Aspekt des Kults, etc. sind zwar richtig und wichtig, doch ohne Verständnis ihres biologischen Fundaments letztendlich willkürlich. Es ist ein gewichtiger Unterschied, ob Religion nur ein neurotisches Symptom ist oder einer manifesten Psychose entspricht. Im ersten Fall entspringt es der Wahrnehmung der Körperpanzerung, die ein „Jenseits des Körperpanzers“ konstituiert. Im zweiten Fall geht es, wie man so schön sagt, um einen „veritablen Dachschaden“. Im ersten Fall wird die Orgonenergie, die von der Panzerung blockiert wird, wahrgenommen. Das entspricht einem verzerrten Kontakt. Im zweiten Fall kommt es, da die okulare Panzerung dominiert, zu einer Trennung von bioenergetischer Erregung und Wahrnehmung. Das entspricht einer zunehmenden Kontaktlosigkeit, welche unmittelbar an den „glasigen Augen“ sichtbar wird, die für Kultanhänger so charakteristisch sind.

Für Religionen sind Rituale typisch, die sich von klassischen Konzerten oder Theateraufführungen kaum unterscheiden. Ohnehin sind beide Sphären, Religion und „höhere Kultur“, gemeinsam aus den griechischen Mysterienspielen hervorgegangen. Man denke nur an das Gesamtkunstwerk „katholische Messe“. Es werden unsere Emotionen (Sehnsucht, Hingabe) und Sensationen („mystischen Ahnungen“) angesprochen, letztendlich primäre genitale Strebungen („Spiritualität“). Man kommt in tieferen Kontakt mit sich selbst und der Umwelt.

Ganz anders ist es bei Kulten. Hier ist alles darauf ausgerichtet einen kontaktlosen Trancezustand herzustellen. Wie das gemacht wird, kann man in jedem NLP-Lehrbuch nachlesen. Beispielsweise wird ein permanenter Ausnahmezustand hergestellt: „Wir gegen alle anderen!“ Die Doktrinen sind nicht etwa einfach und volkstümlich, sondern bewußt wirr und widersprüchlich gehalten, was einen ständigen Zustand der Entfremdung aufrechterhält. Alles ist darauf abgestimmt, daß die Kultanhänger „in den Augen weggehen“.

Religiöse Menschen unterscheiden sich in ihrem Augenausdruck kaum vom Rest der Bevölkerung. Vielleicht sind ihre Augen sogar lebendiger! Was hingegen die Augen von Kultisten betrifft: siehe dazu meine Ausführungen in Beispiele für okulare Panzerung.

Verliert man seinen religiösen Glauben. Ist man ähnlich traurig und verunsichert wie bei einer schweren Enttäuschung in der Liebe. Löst man sich jedoch von einem Kult fühlt man sich befreit. Der Panzer bricht auf!

In diesem Zusammenhang ist es aufschlußreich die Zeugnisse von Leuten zu betrachten, die sich aus solchen Kulten befreit haben. Hier ein Beispiel:

Diese Ex-Mormonin beschreibt zwar nur, wie sich ihr Blickfeld im übertragenen Sinne geweitet hat, als sie sich aufgrund neuer Informationen vom Kult trennte, doch kann man diese Weitung des Blickfeldes sicherlich auch wörtlich nehmen. Sie hat sich vom doktrinären „Tunnelblick“ befreit:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=bup4ydQ7jFQ%5D

Menschen lösen sich aus Kulten genauso, wie sie sich auch sonst von Panzerung befreien: sie werden sich bewußt, daß sie gepanzert sind, d.h. sich in einem Kult (in einer „Falle“) befinden. Daß ist der erste Schritt im orgontherapeutischen Prozeß: sich des Panzers gewahr werden – spüren, daß man gepanzert ist. Dies ist im übrigen der Kern jedweder „Aufklärung“, soweit sie denn diesen Namen verdient.

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7 Antworten to “InSekten”

  1. O. Says:

    Und sowas passiert mitten in Bayern. Die pennenden Behörden – allen voran der Verfassungsschutz etc. sollten entlassen und aufgelöst werden. Die zuständigen Beamten sollten ihr Gehalt zurückzahlen müssen für die Zeit der Existenz der Sekte in der BRD.

  2. lovetar Says:

    Jehovas Zeugen falschen Lehren: http://www.jariiivanainen.net/jehovaswitnesses.html

  3. Tino Says:

    Was ist ASMR? http://www.youtube.com/watch?v=6XuM0P9EtYY
    und was die Hermetik? http://www.youtube.com/user/hermetikTV

    • O. Says:

      Das ist echt übelste Gehirnwäsche und kaum mehr als wenige Sekunden erträglich. Diese hypnotisierenden Sektierer wollen vor allem „seriös“ erscheinen, doch zeigen nichts eigenes, ihr Auftritt ist einstudiert bis ins Detail.

    • Renate Says:

      Ich hatte in der Kindheit das Prickeln im Gehirn, wenn ich die Weihnachtstorte meiner Oma gegessen habe, ich habe es den Erwachsenen auch gesagt, sie haben sich ein bisschen amüsiert darüber.
      Manchmal habe ich es auch beim Autofahren.

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