Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 2)

Hinter dem Krach der Gedanken und dem Gewirr der Gefühle, die unser Inneres beherrschen, findet sich unser wahres Wesen, das mit dem wahren Wesen des Universums eins ist: die Stille. – Das beschreibt in etwa den Kerngehalt der „Weisheiten“, mit denen uns Osho, Sai Baba, Da Free John, Eckhart Tolle, der Dalai Lama, Zen-Meister, die Gurus der Hare Krishna-Bewegung, etc. pp. beglücken. Es besteht kein Anlaß, diese „Lehre“ per se in Frage zu stellen. Offensichtlich macht sie Menschen glücklich, die ansonsten kaum Glück finden könnten.

Wir alle kennen das befreiende Gefühl, wenn wir uns voller Sorgen wegen einer Nichtigkeit abhetzen, plötzlich inne werden und uns selbst sagen: „Was mache ich hier eigentlich!“ Die „Weisheitslehren“ sind dasselbe sozusagen „im Großen“ und auf das gesamte Leben bezogen.

Das Problem bei der Sache ist nur, daß, was im Kleinen gesund und wahr ist, zu einer gewaltigen Lüge entartet, wenn es zur Lebensmaxime wird. Das Leben geht weiter, egal wie sehr wir uns bemühen, „Ruhe“ herzustellen. Die vermeintlichen „Dämonen“, d.h. Gedanken und Gefühle, insbesondere sexueller Natur, überfluten ein System, in dem alles eingeebnet wurde. Es ist kein Zufall, daß so gut wie jeder „Meister“ schließlich als Monster enttarnt wird, das kleine Jungs vergewaltigt und andere Scheußlichkeiten begeht.

Geisteskranke erkennt man u.a. daran, daß sie mit sich selbst reden. Sie sind nie im Hier und Jetzt, sondern in einer ständigen Reflexion gefangen. Genauso geht es uns: ständig reden wir mit uns selbst, „sind in unserem Kopf“. Es ist geradezu ein Wunder, daß wir bei diesem ständigen Abwägen und „Krach in unserem Kopf“ überhaupt etwas zuwege bringen. Die gesamte „östliche Weisheitslehre“ dreht sich darum, „innere Stille“ herzustellen. Das wird dadurch erreicht, indem dem Ersatzkontakt „innerer Dialog“ durch – vollendete Kontaktlosigkeit ein Ende gesetzt wird.

Warum dem „inneren Dialog“ nicht ein Ende setzen, indem er durch einen wirklichen Dialog ersetzt wird, d.h. durch Hinwendung zum Mitmenschen? Wie auch das Christentum lehrt: der Mitmensch ist die eine und einzige Weg der Erlösung. Die Liebe ist die Antwort auf alle Fragen, die Erlösung aus aller Bedrängnis. Das ist der Kern des Christentums: Gott ist Mensch geworden. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=8glsUZjEld0%5D

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6 Antworten to “Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 2)”

  1. Klaus Says:

    Ja.
    Neulich schrieb jemand in einem Philosophie-Forum (‚Lebenshilfe‘-Thread), er habe 14 Stunden lang meditiert.

  2. Jean Says:

    Hinwendung zu den Mitmenschen. Da bin ich mittlerweile leider sehr zurückhaltend geworden. Die Gründe: die meisten Menschen, die ich treffe, haben unangenehme Charakterzüge, bei vielen Aussagen muss ich tief Luft holen und würde sie am liebsten mit ihren Grobheiten konfrontieren. Aber dann denke ich, bringt ja doch nichts, außer Konflikten. Davon habe ich auch so schon genügend, in Situationen, wo ich mich ihnen stellen muß.
    Also bleibe ich bei den paar Leuten, mit denen ich gut klarkomme, und mit denen ich über Gefühle reden kann.

    • O. Says:

      Vielleicht Hinwendung zum psychotherapeutischen Gespräch, wenn im Kopf das Grübeln zu viel wird oder in „Ausnahmesituationen“ einer Klinik, wo Patienten unter sich reden können und sich mitteilen und gegenseitig unterstüzen.
      Ansonsten, wenn es nicht klinisch schon auffällig ist (wie bei einer Depression) hilft das Gespräch mit einem guten Freund. Die Freundschaften sollten nicht aufegeben werden und gelegentlich auch mal wieder erneuert werden.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich glaube, fast jeder empfindet so. Auch ich natürlich. Aber ich meine etwas anderes. Wie oft denke ich mir, etwa im Fernverkehr: „Was für Arschgesichter!“ Wenn ich dann aber durch die Umstände gezwungen mit dem einen oder anderen in Kontakt komme, bin ich immer wieder überrascht, wie ich an ganzen Welten, ganzen Universen, achtlos vorbeigehe, wie schön die meisten Menschen (nicht alle!) innerlich doch sind, wie sympathisch und – mein Gott, wir sind alle Menschen, haben alle das gleiche durchgemacht, sind zusammen aufgewachsen, die Ängste und Bedrängnisse und Unsicherheiten sind identisch. Doch wir verpanzern uns in unseren Schalen. Und dann dieser schreckliche Rückzug in den Tribalismus, wo jeder seine „Freunde“ hat…

    • O. Says:

      Das hinter die Kulisse des Menschen schauen, gelingt oft erst in sozialen und therapeutischen Berufen, oder wenn man in ein interessiertes Gespräch kommt. Der Ekel eines Massenmenschen verschwindet dann.
      Schön gesagt: Wir sind alle Menschen. – Wir haben zu wenig Begegnungsmöglichkeiten und isolieren uns zu sehr mit unseren „best friends“. Auf Konzerten von „Gleichgesinnten“ beispielsweise verschwindet die Scheu vor der Masse. Genauso kapseln wir uns ab in unserem Denken über Rassen, Parteien, Religionen usw. bis wir einzelne Menschen „von der anderen Seite“ kennen lernen und ihn sympathisch finden können.
      Nur im Denken über unterschiedliche politische Systeme, Religionen oder ethnische Abstammungen können wir Krieg anzetteln. Stellt euch vor, dass vor wenigen Jahren noch NVA und Bundeswehr sich drohend gegenüber standen bereit sich gegenseitig umzubringen. Die Religionen hießen „Sozialismus“ und „freie Marktwirtschaft“.

  3. O. Says:

    “ … Die Liebe ist die Antwort auf alle Fragen, die Erlösung aus aller Bedrängnis. Das ist der Kern des Christentums: Gott ist Mensch geworden. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott.“ (PN, s.o.)

    Die Liebe, abgetrennt von leiblicher Lust, transformiert zur Liebe zur Gott ist nichts anderes, als das, was Osho (und Konsorten) lehrt: emotionales Nirwana. „Es gibt keinen anderen Weg zu Gott“? Herr Gott, was will ich da?
    Beten in der Kirche ist Meditation. Ein mystisches Zwangsruitual im besten Fall ohne Wirkung.
    Christliches Denken: Liebe ist Gott, d. h. er nimmt die Leibe weg vom Menschen. Und gibt sie dem Mensch, wenn er zu uns durch Jesus kommt? Verkehrte Welt. Mensch behalte deine Liebe, müsste es heißen. Und so hat es der Mensch Jesus wohl auch gemeint.

    Nach Reich würde Jesus dem gepanzerten Menschen vom Orgon, der Lust un der Liebe erzählen, wenn die Energie im Körper wieder lustvoll fließen könnte.

    – Doch die Kirche machte daraus eine Religion für gepanzerte Menschen, die nichts spüren sollen und ihre Lust und Liebe gegen sich wenden müssen, um GOTT zu erreichen und ihm zu gefallen (inbesondere schenke man den Kirchen sein Geld). Sexualität ist Schmutz und nur züchtig, wenn es zur Zeugung von Nachwuchs, zwecks der „Züchtung“ also, dient. Die Ehe als staats- und religionserhaltende Institution. Konia (verstehe ich ihn richtig) sieht in dem republikanischen Staate und der Moral des Christentum die Orgonomie des ACO. Dem Thema der politischen „emotionellen Pest“ wird das Konzept der Orgonenergie (für mich) stillschweigend geopfert. Statt „Sexpol“ gibt es „Pol.Orgonomica“, die sich nicht aus der Orgonforschung entwickelt, sondern diese leitet und vorgibt, was sie sein soll.

    Was sagt Wilhelm Reich dazu in „Massenspychologie des Faschismus“, in „Christusmord“, in „Einbruch in die eheliche Zwangsmoral“ …?
    Konia, why you go so far away from Reich? Reich hat seine frühen Schriften nicht revidiert, lediglich sein politisches Engagement in Frage gestellt. Am Thema der Sexualität und die Wiederherstellung einer solchen muss gearbeitet werden, nicht an einer Modju-Wahl von HIGS. Konia – fast möchte ich sagen – „schuldet uns“ ein aktuelles Buch über Orgontherapie, über seine Sicht und Erfahrung im Umgang damit, oder sollen Herskowitz und Bakers Worte das letzte sein zu diesem Thema? Sollen weiterhin Bioenergetik und Core-Energetik das Bild der Orgontherapie prägen?

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