The Journal of Orgonomy (Vol. 41, No. 1, Spring/Summer 2007)

In „The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 1)“ (S. 7-49), als auch in „The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 2)“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 42, No. 2, Fall 2008/Winter 2009, S. 8-28), befaßt sich Robert A. Harman im Zusammenhang mit dem Schlaf ausführlich mit dem Autonomen Nervensystem.

Studien zum Schlafentzug, die die Funktion des Schlafes evident machen sollten, litten an der Vorstellung, Tiere würden Dinge ausschließlich tun, um zu überleben, d.h. bei Schlafentzug würde ihnen ganz Schlimmes widerfahren, sie könnten sogar sterben. Tatsächlich sind die Ergebnisse uneinheitlich und widersprüchlich und negative Effekte des Schlafentzugs gehen zu einem Gutteil auf die Methoden der Schlafverhinderung zurück.

Es ist ganz ähnlich wie mit der Funktion des Orgasmus, d.h. der Entladung überschüssiger Energie. Niemand, kein Tier, stirbt am Zölibat, trotzdem es sich um die zentrale Funktion des Lebendigen handelt.

Der Schlaf und das Autonome Nervensystem sind eng mit der Funktion der Aufrechterhaltung einer hohen orgonotischen Ladung verbunden und haben sich entsprechend erst recht spät in der Evolution entwickelt. Erst mit der Entwicklung von Warmblütlern, die beispielsweise nicht mehr in die Sonne kriechen müssen, um warm zu werden, entfaltet sich das Autonome Nervensystem.

Zusammen mit einer verbesserten Motorik taucht der Nicht-REM-Schlaf bei Reptilien auf. Zusammen mit der Thermoregulation tritt der REM-Schlaf bei Vögeln und Säugetieren hinzu. Gleichzeitig wird die Vorherrschaft der Emotion über die Sensation hergestellt.

Entsprechend fördert beim Menschen der Nicht-REM-Schlaf die motorischen Funktionen, der REM-Schlaf die „höheren“ kognitiven Funktionen. Evolution ist jedoch nicht immer weitere Entwicklung der Kontrolle des Gehirns über den Körper, sondern wachsende Autonomie des Vegetativen Nervensystems gegenüber dem Zentralen Nervensystem. Beim REM-Schlaf steht das Gehirn praktisch ganz im Dienste des Autonomen Nervensystems.

Ein Hinweis auf die enge Verflechtung von REM-Schlaf und einer hohen orgonotischen Ladung ist, daß Landtiere, die ins Wasser zurückgekehrt sind, wie Wale und Delphine, keinen REM-Schlaf kennen. Robben nur, wenn sie an Land übernachten.

Während des Schlafs überwiegt die Funktion der Pulsation die Homöostase, die drastisch zusammenbricht. Harman:

Vom Autonomen Nervensystem ist bekannt, daß es die orgonotische Ladung durch Ansteigen der Körpertemperatur bei Warmblütlern über die Temperatur der äußeren Umgebung hinaus erhöht, in erster Linie durch sympathische Aktivität. Im REM-Schlaf geschieht das Gegenteil und das Autonomen Nervensystem erhöht die orgonotische Ladung durch Absenkung der Körpertemperatur.

Harman merkt dazu an:

Eine Reihe von Dingen treten während dieser zyklischen Veränderung der Körpertemperatur auf, die die orgonotische Ladung fördern: Das nichtreziproke Funktionieren der sympathischen und parasympathischen Systeme erhöht die Kapazität des Organismus für intensives Pulsieren. Die Körpertemperatur während des Wachens zu erhöhen, erleichtert motorische Aktivität und Stoffwechsel. Sinkende Körpertemperatur im REM-Schlaf baut Glykogen-Reserven wieder auf.

Er fährt fort:

Das bietet einen konkreten Beweis dafür, daß eine primäre Funktion des Autonomen Nervensystems die Erhöhung der Kapazität für orgonotische Ladung ist, während die Homöostase zweitrangig ist. Außerdem erwächst die Zunahme der orgonotischen Ladung nicht aus der Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur, sondern aus spontanen, selbstorganisierten Temperaturänderungen innerhalb eines physiologischen Bereichs. (Journal of Orgonomy, 42/2, S. 20)

Im Verlauf des Schlafes wird das parasympathische Nervensystem immer bedeutsamer. Ohnehin spielt es im Schlaf eine weit größere Rolle als im Wachen. Entsprechend bricht in der Nacht der Panzer weitgehend weg und die schlaflosen Stunden vor dem Klingeln des Weckers („Durchschlafstörung“), wenn „alles hochkommt“, können deshalb durchaus als die „gesündesten Stunden“ des Tages betrachtet werden. Es können dabei aber auch irrationale Ängste, Schuldgefühle, etc. auftauchen.

Im Schlaf treten wir in eine andere Welt, die genauso wichtig für unser Menschsein ist wie das Wachen, wenn nicht sogar wichtiger. Während des Wachens steht die Funktion der „relativen Bewegung“ im Vordergrund, während des Schlafes die der „koexistierenden Wirkung“. Erst hier funktioniert der Organismus wirklich als Einheit, entfaltet sich seine Autonomie. Dies kommt insbesondere in der Welt der Träume zum Ausdruck, in der wir ganz wir selbst sind.

harmanträume

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2 Antworten to “The Journal of Orgonomy (Vol. 41, No. 1, Spring/Summer 2007)”

  1. O. Says:

    Es ist erstaunlich wie wenig über den Schlaf bekannt ist, Neurophysiologen, Neurologen, Psychiater, Freudianer und Orgonomen wissen so wenig über die Funktion des Schlafes, dass es ihnen nebensächlich erscheint. Es sei an dieser Stelle an die Bedeutung des „kritischen Schlafes“ von Mesmer erinnert. Verwechslungen mit Hypnose und Suggestion haben diese Funktion verschleiert.

  2. Der Gesundheitsbegriff im Werk des Arztes Wilhelm Reich | Nachrichtenbrief Says:

    […] an anderer Stelle angedeutet, stellen die medizinischen Orgonomen Robert A. Harman, Charles Konia und andere den […]

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