War Hitler antiautoritär?

Die Frage scheint vollkommen absurd zu sein, gilt doch der Nationalsozialismus als die Inkarnation des autoritären Geistes schlechthin. Doch die Sache ist nicht so eindeutig. Erstens beruht Reichs Massenpsychologie des Faschismus zufolge der Nationalsozialismus ganz und gar nicht auf reiner Sexualunterdrückung, sondern gewann einen Großteil seiner Faszination aus der Überwindung des rigiden Kirchenglaubens und dessen, was die Nazis als „die Reaktion“ bezeichneten. Der Nationalsozialismus war in dieser Hinsicht nur eine der vielen Varianten der „lebensreformerischen“ Bewegung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.

Typisch antiautoritär am Nationalsozialismus war die Zentralisierung und Vereinheitlichung auf allen Ebenen. Im Rahmen des Modernisierungsschubs Hitler beispielsweise nicht nur die lateinische Schrift verpflichtend gemacht, sondern wollte auch die Mundarten abschaffen. Klingt nicht gerade „völkisch“! Dem Nationalsozialismus ging es ganz zentral, ähnlich den späteren „kulturrevolutionären“ Bemühungen Maos, um die Delegitimierung von lokalen Autoritäten. Das reichte bis in die Familie hinein: Hitler bot sich als Gegengewicht zu den autoritären Eltern an. Das machte auch einen Gutteil des Einflusses der „Hitlerjugend“ aus.

Entgegen dem Vorurteil, der das Dritte Reich gerne als „Monolith“ sieht, war wohl kein westlicher Staat jemals derartig desorganisiert wie Deutschland unter Hitler. Nirgends gab es eindeutige Zuständigkeitsbereiche und Willkür war gang und gäbe. Beispielsweise wurden im Krieg in einem Landesteil des besetzten Polens großzügig alle eingedeutscht, die sich zur deutschen Kultur bekannten, während in anderen strenge rassistische Kriterien (was immer das in diesem Zusammenhang auch bedeuten mag!) angelegt wurden. Daß der denkbar schlecht geplante Krieg fünf Jahre anhielt, verdankte Hitler ausschließlich der hochprofessionellen Generalität, die auch aus den dilettantischsten Befehlen noch etwas machte. Wie heute lebte die antiautoritäre Gesellschaft parasitär von dem, was die autoritäre sich über Jahrhunderte erarbeitet hatte. Das „Dritte Reich“ lebte in jeder Hinsicht von der Substanz, insbesondere aber der Expertise des deutschen Beamtenapparats.

Hitler selbst war das Gegenteil eines pflichtbewußten „Preußen“. Sein Tagesablauf war nicht der eines „obersten Beamten“, sondern der eines dekadenten Müßiggängers, der nie zu sprechen war und jede Entscheidung solange hinauszögerte, bis es zu spät war. Ich kriege „autoritäre“ Zustände, wenn ich die Literatur lese. Bei den Filmdokumenten über die Aufmärsche der Nazis, deren Design größtenteils auf den verhinderten Künstler und Architekten Hitler höchstpersönlich zurückgehen, werde ich unwillkürlich an die „Rocky Horror Picture Show“ oder an den Christopher Street Day erinnert. „Das soll doch wohl ein Scherz sein?!“ Und wenn man dann noch an Knallchargen wie Göring und Himmler denkt, die allen Ernstes mit Schminke im Gesicht herumliefen, macht es irgendwann „Knacks!“ im autoritären Gehirn! Stauffenberg war für dieses groteske Gesindel Ausdruck „der Reaktion“.

Den Vater hat Hitler gehaßt, die Lehrer waren ihm zuwider, er lehnte jeden Zwang ab und bevorzugte eine träge, ziellose Existenz. Wer drei Stunden dieser Existenz ertragen kann, bitte:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=9Ormz3U4VnE%5D

Die Adenauer-Periode war eine der Restoration, insbesondere was die Wiederherstellung lokaler Autoritäten betrifft, bis „1968“ der antiautoritäre Ungeist wieder hervorbrach. Daß die Verbindung zu „1933“ ganz und gar nicht so abwegig ist, zeigt die Geschichte von Horst Mahler oder insbesondere die von Reinhold Oberlercher, „Hamburgs Dutschke“.

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7 Antworten to “War Hitler antiautoritär?”

  1. O. Says:

    Dennoch baute Hitler auf charakterlich gehemmte Menschen, die authoritär erzogen wurden und die Obrigkeit für göttlich gegeben und zu bewundern glaubten. Wäre nur eine Minderheit richtig antiathoritär erzogen worden, hätte Hitler keine 33 Tage ab der Machtergreifung 1933 überlebt und auch nicht das andere Gesocks. Statt dessen hat jeder nur „mitgemacht“, angepasst mit zusammengekniffenen Arsch, wie heute.
    Die Adenauer-Periode war Hitlers Nachkriegsregierung, hatte man sich doch einen (oder einige) aufgehoben, die nicht in der NSDAP waren, um als unbescholten die neue Regierung unter amerikanischer Vorherrschaft zu führen. Die Wiederherstellung der „lokalen Authoritäten“ in Polizei, Geheimdienst, Rechtswesen, Medien, Schulen und Universitäten waren die alten Nazis mit Persilschein (Entnazifizierungsurkunde), die nicht so sehr im Vordergrund standen, waren die Obersten doch in Amerika gelandet als Wissenschaftler, OSS-Agenten oder ins südamerikanische „Exil“.

    Es war mehr als peinlich, dass die Studenten, die Söhne und Töchter der alten „christliche“ Elite, die Vergangenheit wieder ans Licht bringen wollten. Es gab eine strikte SPD und CDU Spaltung, je nach Schichtzugehörigkeit: Arbeiter und Unternehmer. Mittelständische Unternehmen hatten ihren Boom bis in die 70-er hinein. Amerika, seit dem 2. Weltkrieg militarisiert, brauchte immer neue Kriege im kalten Krieg bis heute.
    War man in Germanien doch zu sehr „demokratisch“ geworden in den Sechzigern?

    Hatte man nicht Reich endlich 1957 erfolgreich mundtot gemacht und aus der Medizin und Psychologie in den Universitäten ausgeschlossen, tauchte dieser tote Kerl doch wieder in den authoritär (mit kleineren, elterlichen Schlägen erzogenen) Studenten wieder auf. Und natürlich wurde seine „freie Sexualität“ in der antiauthoritären Phase völlig falsch verstanden: Sex, Drogs and Rock. Die charakterlich authoritären 68-er wünschten sich im bekifften Zustand die antiauthoritäre Hippie-Party. Der Überwachungsstaat wurde als Reaktion wieder ausgebaut bis hin zur totalen Überwachungs-EU im Nordatlantikbündnis. Hitler versprach uns 1000 Jahre, es wird das einzige Versprechen sein, das er und seine Nachfolger halten werden.

  2. O. Says:

    Es gibt Leute, die schreiben natürlich autoritär ohne „H“. 😉

  3. Peter Nasselstein Says:

    Endlich mal eine ernsthafte und anspruchsvolle Auseinandersetzung mit Hitler!

  4. Wider das liberale Pseudochristentum! | Nachrichtenbrief Says:

    […] der antiautoritären Gesellschaft (und der Nationalsozialismus war in vieler Hinsicht ein Vorläufer der antiautoritären Gesellschaft!) wird Religion politisiert und Politik wird zum sinnstiftenden […]

  5. Marcel Says:

    Jedenfalls war er Revolutionär:

    Über die Idee des National-Sozialismus:

    Es ist nicht das Ziel meines Vortrages, eine Gesamtdarstellung der Phänomene Sozialismus und Nationalismus zu versuchen. Es ist ausschließlich eine Darstellung der Verbindungen und des Gemeinsamen dieser Strömungen. Für uns steht fest, daß der Nationalsozialismus eine rechts-radikale Bewegung war. Das der Nationalsozialismus aber auch sehr sozialistische Elemente hatte und Hitler ganz linke Absichten hatte, ist den meisten von uns unbekannt. Darüber werde ich auch zu sprechen kommen.

    Hitler und die Räte-Republik

    Im April 1919, hatte eine Gruppe extremer Linker in Bayerns Hauptsstadt überraschend die Macht ergriffen. Die kurz zuvor gewählte SPD-Regierung von Johannes Hoffmann, wurde aus München verjagt und eine Räte-Republik nach sowjetischem Vorbild ausgerufen.

    Ein 23jähriger Matrose war Kommandant der Roten Armee geworden, ein ewiger Student war der erste Chef der Räte-Republik und ein entlassener Irrenhäusler Außenminister.

    Doch zuerst schien alles voran zu gehen.

    Die Rote-Armee der Räte-Republik schlug die Truppen der verjagten Regierung bei Dachau und besetzte in weiterer Folge Rosenheim, Schongau, Kochel und Starnberg.

    Da erst griff die Reichsregierung ein.

    Gemeinsam mit den Truppenkontingenten aus Preußen, Würtemberg und Bayern rückte auch die Freikorps (Freiwillige Kämpfer) auf München vor und konnten es in den ersten Maitagen erstürmen.

    In den Reihen der Streitkräfte die die Räte-Republik zerschlugen, waren auch spätere Größen der NSDAP (National-Sozialistischen-Deutschen-Arbeiterpartei) wie zum Beispiel

    Ernst Röhm, Rudolf Hess und Otto Strasser. Einer aber fehlte in ihren Reihen.

    Wo war Hitler an diesem Tag ? Adolf Hitler, stand damals auf der Gegenseite.

    Er trug die rote Armbinde der Kommunisten, war Soldat der Roten-Armee der Räte-Republik.

    Zu seinen Aufgaben zählte unter anderem die Kooperation mit der Propaganda-Abteilung des Arbeiter- und Soldatenrates und die Verteilung von marxistischem Propagandamaterial unter den Truppen.

    Sofort nach der Ausrufung der Räte-Republik wurde Hitler zum stellvertretendem Mitglied des Kasernenrates gewählt. Er nahm sogar an Debatten über die „Sozialisierung Bayerns“ und die „Existenz der Räte“ teil. Auch soll er angeblich versucht haben, sich der KPD (Kommunistischen Partei) anzuschließen und dort eine politische Rolle zu spielen.

    Bei dem Einmarsch der Reichswehr und der Freikorpseinheiten wurde aus Hitlers Kaserne auf die anrückenden Truppen gefeuert. Hitler kam deswegen als „kommunistischer Revolutionär“ in Haft und sollte vor dem Standgericht gestellt werden, was die sichere Erschießung bedeutet hätte. Hitler bei den Kommunisten ? Unvorstellbar! Und doch war es so.

    Hitler erinnerte sich später: „Ich habein meiner ersten Münchner Zeit nach dem Kriege die Berührung mit den Marxisten aller Schattierungen nicht gescheut. Ich war der Meinung, aus dem einen oder anderen sei doch noch etwas zu machen. Sie hatten doch, wahrhaftig, freie Bahn, sich zu entfalten. Aber es waren und blieben kleine Leute. Was Großes kam hier nicht hoch“

    Hitler musste also erkennen, daß er sich der schwächeren Seite angeschlossen hatte.

    Dieser politische „Makel“ konnte durch Übereinsatz wettgemacht werden.

    So bestätigen zum Beispiel zahlreiche Quellen, daß er in seiner Haftzeit seine eigenen Kameraden und andere Häftlinge als Kommunisten denunzierte und in jeder Hinsicht mit den Militärbehörden zusammenarbeitete. Nach seiner Haftzeit, ließ er sich von den Behörden als Spitzel in der ihm vertrauten, linken Szene verwenden. In dieser Funktion wurde Hitler am

    12.September 1919 zu einer Veranstaltung der D.A.P (Deutsche.Arbeiter.Partei) geschickt.

    Anfangs hielt sich Hitler noch im Hintergrunddoch als bei dieser sozialistischen Versammlung ein konservativ gesinnter Professor Baumann das Wort hob und die Bemerkung machte, Bayern vom Deutschen-Reich los zu lösen und mit Österreich einen katholischen Block zu bilden vergaß Hitler als Spitzel seine Zurückhaltung und kanzelte diesen „Reaktionär“ so vernichtend ab, daß Baumann vom Rednerpult fiel.

    Die begeisterte Parteiführung der D.A.P, engagierte Hitler praktisch vom Fleck weg als Parteiredner.

    2 Jahre darauf, wurde er zum Führer der Partei ernannt. Unter anderem wurden auch spätere Nazi-Größen wie Rudolf Hess und Ernst Roehm (der späterer Chef der SA, die brutale und undisziplinierte Schlägertruppe Hitlers) Mitglied dieser Partei. Übrigends vermerkte Ernst Röhm, in seinem Tagebuch, er habe mehr gemeinsam mit den Kommunisten, als mit der

    buergerlichen Gesellschaft. Als neuer Führer der Partei, hatte Hitler zuerst die Absicht,

    die D.A.P zusätzlich „sozial-revolutionär“ zu nennen.

    Doch Robert Jung überredete Hitler stattdessen das Wort „national-sozialistisch“ zu verwenden. So wurde die D.A.P zur N.S.D.A.P (National Sozialistische Arbeiter Partei).

    Übrigends wurde der Nationalsozialismus nicht von Hitler “erfunden”, sondern er entstand in Boehmen und zwar 1896, als tschechische Sozialdemokraten unter der Fuehrung von

    Klofac, Stribny und Franke, eine nationalsozialistische und vorallem fanatisch

    deutsch-feindliche Partei gruendeten, die NSSC (Nàrodne-Socialistickà-Strana-Ceskà).

    Die N.S.D.A.P hatte also nicht ohne Grund das Wort “sozialistisch” im Namen, genauso wie man sie auch sicher nicht ohne Grund “Arbeiterpartei” nannte.

    Das “25 Punkte Programm” der N.S.D.A.P war ein Sammelsurium von nationalistischen Schlagworten und anti-kapitalistischen Versprechungen.

    Einige Punkte :

    · Die Industrie unterliegt einer strengen zentralistischen, staatlichen Regulierung.

    · Die Nazis schreiben der Wirtschaft vor, was und wie zu produzieren (siehe Sowjetunion)

    · Loehne und Preise wurden von Hitlers Arbeiterpartei festgelegt.

    · Verstaatlichung bzw. Gewinnbeteiligung an Grossbetrieben

    · Schaffung eines staatlichen Volksbildungswesens

    Von Jaenner 1933 bis Jaenner 1935, stieg die Anzahl der Arbeiter in der N.S.D.A.P,

    von 233.479 auf 755.967, was ca. 30 Prozent der gesamten Partei ausmachten.

    Die linke Herkunft und Haltung Adolf Hitlers

    Studiert man die Biographien Hitlers und vergleicht sie mit dem Lebenslauf von Marx und Engels, so sticht ein Umstand sofort ins Auge: Im Gegensatz zu Karl-Marx und Friedrich Engels, war Hitler (sowie übrigens auch Mussolini) ein wirklicher Proletarier.

    Während Engels als Sohn und Erbe eines Textilfabrikanten aufwuchs und materielle Not nicht kannte, war Marx ein Nachkomme einer uralten Rabbinerdynastie, also eigentlich so was wie ein jüdischer Aristokrat. Marx verbrauchte als Student pro Jahr ca. 700 Taler, während nur 5 Prozent der Bevölkerung damals über ein Jahreseinkommen von 300 Talern verfügten !

    Für seine Töchter empfand Marx den Umgang mit Proletariern als „kaum geeignet.“

    Es ist bekannt, daß er oft an Fuchsjagden der upper-class zu Pferde teilnahm.

    Die wenigen, ihm persönlich bekannten Arbeiter verachtete er und beschimpfte sie in seinen Briefen als „Knoten“ und „Straubinger.“

    Hitler kam im Gegensatz dazu aus kleinsten Verhältnissen, brachte sich mit Gelegenheitsarbeit durch und schlief gelegentlich unter Brücken und in Obdachlosenheimen.

    Hitler und Mussolini hatten jedoch dadurch den Vorteil gegenüber Marx und Engels,

    daß sie aus eigener Erfahrung wussten, wie Proletarier wirklich dachten, wovon sie bewegt wurden und wie man sie begeistern und mitreißen konnte. So gelang es ihnen eben an die Spitze von Massenbewegungen zu kommen, was Marx zeitlebens vergeblich versucht hatte

    Hitlers, im Vaterhaus geweckter „kleine nationale Fanatismus“ wurde von seinem Geschichtslehrer in der Linzer Realschule „zu heller Glut begeistert“ und machte Hitler zum „jungen Revolutionär.“ Er begann das übernationale, alte Österreich und vor allem das Haus Habsburg als „Verräter am Deutschtum“ zu hassen und behielt diese intensive Abneigung sein Leben lang. Bezeichnender Weise, taufte er die Militäroperation zur Auslöschung Österreichs 1938 „Unternehmen Otto“ nach dem Thronfolger Otto von Habsburg.

    Das der Nationalismus des Hitler von Beginn an einen revolutionären, gegen die Autorität und das herrschende System gerichteten, ja sogar sozialistischen Zug bekam, war durch das österreichische Milieu seiner Jugend vorgegeben.

    Seine ganze Jugend blieb immer geprägt von der Abscheu, ein bürgerliches Leben zu beginnen und sich in die bürgerliche Welt zu integrieren.

    Als zum Beispiel Richard Breiting, der Chefredakteur der „Leipziger Nachrichten“, ihn im Mai 1931 zu einer Unterredung aufsuchte, begann Hitler das Gespräch mit der Bemerkung:

    „sie sind ein Repräsentant des Bürgertums, das wir bekämpfen“ und versicherte, er sei bestimmt nicht ausgezogen, um das sterbende Bürgertum zu retten. Er werde es im Gegenteil ausschalten und viel eher mit ihm fertig werden als mit dem Marxismus.

    Weitere Zitate von Hitler „Ich bin niemals unter dem Aspekt des Bürgerlichen zu verstehen.“

    Oder: „das Geheimnis des national-sozialistischen Erfolges ist die Erkenntnis vom unwiderruflichen Ende des Bürgertums und seiner bürgerlichen politischen Begriffswelt.“

    Ein letztes Beispiel, nach der Machtergreifung:

    „Die Rolle des Bürgertums ist ausgespieltAber auch dieser Kalender Adel, diese degenerierten Abkömmlinge alter Adelsgeschlechter haben nur noch eine Aufgabe, „in Schönheit zu sterben.“ Mit den lächerlichen Mitteln ihrer Clubs und ihrer Cliquen werden diese Herrenklubleute den Ablauf der Geschichte nicht aufzuhalten vermögen.“

    Haß auf die Welt des Bürgertums und dessen Wertvorstellung ?

    Wir haben uns angewöhnt in Hitler einen tollwütigen Kleinbürger zu sehen, der einfach der radikalste Vertreter der bürgerlich-konservativen Welt gegen die Linke gewesen sei.

    Dieses Bild, besonders von marxistischer Geschichtsschreibung und den davon beeinflussten Historikern, ist von Absicht getragen und schlicht und einfach falsch !!!! Schon seine Herkunft war nicht bürgerlich.

    Er selber bezeichnete sich später öffentlich wie privat als Proletarier und bekannte sich stolz zu seiner Herkunft.

    Aus der Realschule in Linz ging Hitler ohne Abschluß ab. Der Umstand schien ihm ja vorerst belanglos, denn er wollte ja Kunstmaler werden. Für die Kunstakademie reichte sein Talent jedoch nicht aus und er fiel zweimal durch die Aufnahmeprüfungtjadumm gelaufen.

    Im November musste Hitler sein Untermietzimmer aufgeben, schlief in Cafe-Häusern und auf Parbänken, bis ihn der erste Schnee dazu nötigte, sich in die Menschenschlange von Sandlern einzureihen, die sich Abend für Abend um einen Schlafplatz im Meidlinger

    Obdachlosen-Asyl anstellten. Tagsüber, fand Hitler zeitweise Beschäftigung als Hilfsarbeiter auf Baustellen.

    Der Sozialismus und Antisemitismus Hitlers:

    Es bei Hitlers Antisemitismus bemerkenswert, daß er immer jenen antikapitalistischen Zungenschlag beibehielt, der auch für weite Bereiche der Linken im 19. Jahrhundert kennzeichnend ist. Der Jude wurde gerne mit Zigarre und dicker Zigarre dargestellt.

    Joseph Goebbels stellte diese Ausrichtung des NS-Antisemitismus klar herraus, als er öffentlich sagte: „Der Nationalsozialist ist ein Semit, weil er ein Sozialist ist.“

    (Übrigens bekannte sich Goebbels noch 1926 als „deutscher Kommunist.“).

    Folgerichtig wird daher von Hitleer an den marxistisch geprägten Strömungen des Sozialismus vor allem der „jüdische Einfluß“ kritisiert, keineswegs aber der sozialistische Charakter. Denn Hitler selbst sah sich immer als Sozialist ! Das Bestätigt ein langes Zitat von ihm:

    „ Ich bin nicht bloß der Überwinder, ich bin auch der Vollstrecker des Marxismus, wenn man das was er wollte und was berechtigt an ihm ist, der jüdisch-talmudischen Dogmatik entkleidetIch habe vom Marxismus viel gelernt. Ich gestehe das ohne weiteres ein. Nicht etwa von dieser langweiligen Gesellschaftslehre und materialistischen Geschichtsauffassung.

    Aber von ihren Methoden habe ich gelernt. Nur, ich habe damit ernst gemacht, womit die kleinen Krämer-und Sekretärseelen zaghaft angefangen haben. Der ganze Nationalsozialismus steckt da drin. Sehen sie nur genauer zu. Arbeiterturnvereine, Betriebszellen, Massenaufmärsche, Propagandaschriften eigens für das Verständnis der Maße verfaßt; alle diese neuen Mittel des politischen Kampfes gehen ja im wesentlichen auf die Marxisten zurück. Ich brauche nur das konsequent fortzuführen, was bei den Sozialdemokraten zehnmal gebrochen war, nämlich infolge des Umstandes, daß sie ihr Revolution im Rahmen einer Demokratie verwirklichen wollten. Der Nationalsozialismus ist das, was der Marxismus hätte sein können, wenn er sich aus der absurden, künstlichen Bindung mit einer demokratischen Ordnung losgelöst hätte.“

    Folgerichtig, hatte Hitler große Sympathien für die revolutionäre, bolschewistische Richtung des Marxismus, lediglich der hohe Anteil an jüdischen Revolutionären war ihm suspekt.

    Weiter heißt es:

    „Übrigens gibt es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen uns und dem Bolschewismus. Vor allem die echte, revolutionäre Gesinnung, die auch in Russland überall dort lebt, wo keine jüdischen Marxisten ihr Wesen treiben. Ich habe diesem Umstand immer Rechnung getragen und Anweisung gegeben, daß man ehemalige Kommunisten sofort in die Partei aufnimmt.“

    Hitlers Antibolschewismus hatte also neben antisemitischen keine weiteren Motive, er war stattdessen bestimmt durch die Konkurrenzsituation beim Kampf um die Weltherrschaft..

    Aber auch wenn Hitler sich zeitlebends als Sozialist verstand, der D.A.P National-Sozialistisch angefügt hatte und noch vieles mehrso darf doch nicht übersehen werden, daß zwischen der marxistischen Variante des Sozialismus und Hitlers Auffassung von diesem Begriff, gravierende Unterschiede bestanden.

    Ein Beispiel: Karl Marx proklamiert in seinem Manifest, daß der Wesenskern des Marxismus die „Vergesellschaftung der Produktionsmittel“ ist.

    Hitler sagt dazu folgendes:

    „Warum soll ich mich mit all diesen halben Aushilfen noch abgeben, wenn ich viel wesentlicheres in den Händen habe: den Mensch selbst nämlichwas heißt schon Verstaatlichung, Sozialisierungals ob irgendetwas damit geändert istaber wenn der Herren Direktoren und hohen Angestellten einer allgemeingültigen Disziplin unterworfen sind, dann erst kommt es zu einer neuen Ordnung, für die alle bisherigen Begriffe unzureichend sind.“

    noch deutlicher sagt er:

    „Die Partei übernimmt die Funktion der bisherigen Gesellschaft, das ist es, was ich ihnen klar machen wollte. Die Partei ist allumfassend. Sie regelt das Dasein in seiner ganzen Breite und TiefeDas heißt Sozialismus, aber nicht solche Detailfragen, wie die nach der Möglichkeit des privaten Besitzes von ProduktionsmittelnMögen sie doch Grund und Boden oder Fabriken besitzen soviel sie wollen. Das entscheidende ist, daß der Staat durch die Partei über sie bestimmt, gleich ob sie Besitzer sind oder Arbeiter. Verstehen Sie, all das bedeutet nichts mehr. Unser Sozialismus greift viel tiefer. Er ändert nicht die äußere Ordnung der Dinge, sondern er ordnet allein das Verhältnis des Menschen zum Staat, zur Volksgemeinschaft.

    Er ordnet es mit Hilfe der einen Partei.“

    Quellen:

    Internet:

    http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/GERnazi.htm

    http://www.calvin.ed

    http://www.ns-archiv.de/nsdap

    http://www.konservativ.de/radikal/hitler.htm

  6. Peter Nasselstein Says:

    Zum Thema paßt auch folgender Film über den Schaumschläger Otto Skorzeny, der jeder soldatischen Haltung, Disziplin und Ehre Hohn gesprochen hat:

  7. Hitler im 21. Jahrhundert | Nachrichtenbrief Says:

    […] Um auf Hitler zurückzukommen: Vor diesem Hintergrund sollte es auch weniger absurd sein, den Nationalsozialismus als eine anti-autoritäre Bewegung zu betrachten. Siehe dazu meinen Blogeintrag War Hitler antiautoritär?. […]

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