Wie sich alles ändert, ohne das sich irgendetwas ändert, und wie sich nichts ändert und trotzdem alles ändert

Man kann nicht oft genug wiederholen, daß wirklich alles, ausnahmslos alles, was man an pathologischem menschlichem Verhalten beobachten kann, eine bloße Übertreibung vollkommen natürlicher Triebregungen ist. Diese eine Erkenntnis hat weitreichende Folgen für die Psychotherapie und gesellschaftliche Projekte, denn offensichtlich folgt daraus, daß es einen „neuen Menschen“ nicht geben kann. Es ist alles gut so wie es ist. Jeder Versuch es besser zu machen, als es jetzt ist, wird nur alles schlimmer machen!

Das fängt beim Individuum an und endet bei der Gesellschaft. So, wie du jetzt bist, bist du absolut perfekt. Du bist du! Und genauso ist die Gesellschaft, so wie sie ist, absolut perfekt. Wie sollte das anders sein? Beweise? Wer „sich selbst sucht“, ist geisteskrank und wird bei der Suche immer geisteskränker (okular gepanzerter). Schau dir doch die Psycho-Szene an! Versuche die Gesellschaft zu verändern – alles wird schlechter werden als zuvor!

Man kann die menschliche Natur nicht verändern. Alles, was man tun kann, ist den Panzer zu beseitigen, der die natürlichen Regungen so entstellt, wie man das Abbild der eigenen Person in einem Zerrspiegel abgebildet findet. Die einen Strebungen werden grotesk hervorgehoben, während die anderen kaum sichtbar sind. Das hat Reich als „Charakter“ bezeichnet, etwa den „passiv-femininen Charakter“ oder dessen Gegenteil den „phallisch-narzißtischen Charakter“.

Das kann man auf alle Bereiche des menschlichen Lebens übertragen. Ein radikaler Umsturz oder eine weniger radikale Reform des Wirtschaftssystems, Bildungssystems oder irgendeines anderen …systems bringt rein gar nichts, wie wir immer und immer wieder erleben durften. Einziges Ergebnis sind jeweils Verschlechterungen, wenn überhaupt irgendetwas Entscheidendes geschieht. So wie es sich in den Jahrhunderten eingespielt hat, hat es seine Richtigkeit.

Die Menschen schauen stets in die falsche Richtung. Beispielsweise können sie angesichts der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise das Zinssystem abschaffen – Ergebnis wird ein wirtschaftlicher Niedergang sein. Wirklich alles, ausnahmslos alles, was uns in welchem Bereich auch immer an Reformen, gar Revolutionen angeboten wird, wird in einem mehr oder weniger totalen Desaster enden. Das liegt daran, daß der wirklich entscheidende Faktor von niemandem gesehen und angegangen wird: die Panzerung.

Der Kleine Mann stellt sich in seiner mechano-mystischen Verwirrung vor, daß eine ungepanzerte Welt etwas ganz anderes wäre als die heutige Welt. Daß es etwa keine Eifersucht mehr gäbe, keine Familien, keine Hierarchien; daß alle gleich wären, es keine Gewalt mehr gäbe, etc.pp. Ein Paradies auf Erden! Tatsächlich sind das infantile und imgrunde lebensfeindliche Träume, aus denen nicht etwa der bioenergetische Kern spricht, sondern Lebensangst und das Ressentiment. Nietzsche hat sich lang und breit darüber ausgelassen.

Was tun? Zunächst einmal müßten sämtliche bisherigen „Reformen“, die aus der Ignoranz hinsichtlich der Panzerung erwachsen sind, ersatzlos gestrichen werden. Die „Geisteswissenschaften“, die diesen ganzen Unsinn verzapft haben, sind Horte der Emotionellen Pest. Sie haben etwa das Gender Mainstreaming, den Feminismus und Multikulturalismus ausgebrütet. Alles Träume von einer „besseren Welt“, die in einer rationalen Gesellschaft keinen Platz hätten. Ich paraphrasiere den bekannten Ausspruch: wer Visionen hat, gehört in die Psychiatrie, nicht an eine Universität! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie diese Geisteskranken nach dem Untergang des Kommunismus „das Ende der Utopien“ beweinten.

Durch all das zieht sich ein roter Faden: die Kontaktlosigkeit. Sie sorgt dafür, daß der Einzelne und die ganze Gesellschaft gepanzert bleiben. Sie sorgt dafür, daß nicht etwa trotz, sondern wegen aller Reformen und Revolutionen sich in der Gesellschaft nicht wirklich etwas ändert. Unser naturgegebenes Wesen und die naturgegeben Arbeitsdemokratie wird durch die angeblichen Umbrüche nur auf andere Weise verzerrt, während der „Verzerrer“ (die Panzerung), dessen Existenz vorher zumindest erahnt wurde, vollständig aus dem Blickfeld gerät. Und, wie gesagt (Vorsicht Dialektik!), es wird sich auch glücklicherweise niemals etwas ändern: die Verzerrung durch die Panzerung läßt sich beseitigen, aber unser naturgegebenes Wesen und die naturgegebene Arbeitsdemokratie niemals.

Leute, die Menschen oder Gesellschaften „umkrempeln“ wollen, sind ausnahmslos (!) von der Emotionellen Pest befallen oder gar pestilente Charaktere. „Gurus“ und Sozialreformer welcher Art und Ausrichtung auch immer sind nichts weiter als Schweine. Jeden, der dir weismachen will, daß mit dir oder der Gesellschaft, in der du lebst, etwas nicht in Ordnung ist, solltest du stehen lassen oder aggressiv in seine Schranken weisen. Oder bist du wirklich so naiv, daß irgendeiner dieser Menschheitsbeglücker auch nur den blassesten Schimmer von deinen wirklichen Problemen und den wirklichen Problemen der Gesellschaft hat? Diese Leute sind der letzte Abschaum dieses Planeten und genauso solltest du sie behandeln!

zerrspiegel

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4 Antworten to “Wie sich alles ändert, ohne das sich irgendetwas ändert, und wie sich nichts ändert und trotzdem alles ändert”

  1. Gassenreh, Jakob Says:

    Die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie begeht den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können.
    [Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Frau sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013 nachzulesen]

  2. O. Says:

    Nachdem die „Psychologie“ von Freud die Charakterpanzerung von Reich über Bord warf und sich der arischen Psychologie anschloss, die auf die Erhaltung der Panzerung peinlichts geachtet hat – und bis heute darauf achtet, ist die Psychotherapie den wirtschaftlichen Interessen der Ausbeutung unterworfen: Es geht um die Wiederherstellung für Fronteinsätze oder Arbeitseinsätze, wer dafür nichts taugt, wird (demnächst) als Organersatzteillager für die noch „psychisch Funktionsfähigen“ enden. Aus dem ICD wird dann das ICF (WHO 2001 eingeführt).
    Ziel wird es sein: „Gesundheit und Krankheit sind allein aus der Funktion und Funktionsfähigkeit einer Person oder eines Organismus herzuleiten.“
    In der Rehabiliation nach somatischen oder psychischen Erkrankungen wird das System der Rehabilitation und Teilhabe (am Arbeitsleben) bereits eingeführt. Es wird keine Psychotherapie danach angeboten, sondern man wird auf den Arbeitseinsatz mit arbeitsplatzidentischen Bedingungen antrainiert. Frei nach dem Motto: Reden kannst du auch mit dir selbst, in der Kneipe, beim Friseur oder mit dem Nachbarn.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben eine arische Psychologie seit dem Verschwinden Reichs aus der Psychotherapie und so wird es bleiben.
    Jeder Veränderung der Panzerung zu einer charakterlichen Auflösung derselben wird bewußt vermieden und damit bleibt die soziale Grundvoraussetzung zum Faschismus charakterlich (international) erhalten: „Wie sich alles ändert, ohne das sich irgendetwas ändert, und wie sich nichts ändert und trotzdem alles ändert.“ (PN)

  3. O. Says:

    Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis: Schüler in Berlin (Hauptstadt!) sollen in der Schule auch mal etwas über Demokratie lernen und dass sie selber sich daran beteiligen könnten. – So der Reformansatz.

    [Kommentar: Welcher Depp kam darauf, das Schüler mal Demokratie als Beteiligung der Menschen verstehen soll? Wo leben wir hier? – Es war natürlich wohl eine Politikerin, die Farbe spielt keine Rolle.]

    Um dieses Reformprojekt umzusetzen, wurde ein Ausschreiben des Senates gemacht und jeder Träger der freien Erziehungshilfe konnte sich hieran beteiligen. Die finanzielle Ausstattung des Projektes belief sich ungefähr (ich sage einfach mal einen Beitrag, der realistisch ist) auf 10.000 € (vielleicht auch nur 3.000, das ist aber egal) für ein Jahr mit der Forderung nach einer entsprechenden schriftlichen und mündlichen Abschlusdokumentation des Projektes. Alle Schüler Berlins oder eines Bezirkes (jeder weiß wie groß Berliner Doppelbezirke jetzt sind) sollten daran teilnehmen können und vom Projekt profitieren, gewünscht waren mindestens zwei Mitarbeiter (deren Stundeneinsatz und Gehalt jeder sich leicht ausrechnen kann). Verschiedene Bewerber wurden gehört. Es wurde festgestellt, dass der Ausschreiber die falsche Zielgruppe angegeben hatte (Jugendliche statt Grundschüler) und irgendjemand bekam den Zuschlag, was meist unter der Hand schon vorher feststeht.
    Wer jetzt hier sozialpädagogisch wirklich etwas erreichen will für die Kinder – nach Vorgabe des Themas – scheidet ohnehin aus.

    Nach einem Jahr hat die Zielgruppe über das Projekt nicht je ein Wort darüber erfahren. Vermutlich wurde versucht eine Internetseite zu erstellen.
    Wenn so „Reformen“ umgesetzt werden, ohne adequate Mittel (nur weil man im Topf noch Geld hat, was dieses Jahr noch ausgeschüttet werden soll), bleibt alles wie es war, nur täglich wird es schlimmer.

  4. O. Says:

    Praktizieren ich mal die Dialektik mit der Gegenthese im zweiten Schritt:

    Schritt 1: „Die Verzerrung durch die Panzerung läßt sich beseitigen, aber unser naturgegebenes Wesen und die naturgegebene Arbeitsdemokratie niemals.“

    Schritt 2: Die naturgegebene Arbeitsdemokratie und das naturgebene Wesen wurde zerstört und die verzerrende Panzerung läßt sich nie wieder beseitigen, da wir nicht mal ansatzweise die therapeutischen Mittel dazu in der Hand haben und diese auch nicht gefördert werden, sondern bekämpft.

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