Der Kampf der Götter

Vor einigen Jahren machten Gerüchte Moslems nervös, daß die Matriarchin Rahel israelischen Soldaten in Gaza erschienen sei und ihnen im Gefecht den Weg gewiesen habe. Israels ehemaliger Hauptrabbiner Mordechai Eliyahu hat bekanntgegeben, daß er selbst es gewesen sei, der sie gesandt habe. Gewöhnlich sind es Moslems, die sich durch Gottes Hand geführt fühlen, während die Juden als ungläubig und verweltlicht verteufelt werden. Die Juden hätten sich von ihren Geboten abgewandt und hätten ihre Propheten verfolgt und seien deshalb von Gott verflucht. Auf der Website the elder of ziyon heißt es abschließend:

Die Terroristen, die beten, daß ihre Kassam-Raketen jüdische Kinder töten, scheint ein wenig unbehaglich zu werden, daß die Juden zur gleichen Zeit um Hilfe beten, die Terroristen zu töten. Es ist fast so, als würden sie im Innersten begreifen, daß Gott tatsächlich eher auf Seite der Juden steht, wie Er es offenbar schon bei anderen Kriegen zwischen Juden und Arabern getan hat.

Leute wie Peter Scholl-Latour haben immer wieder darauf hingewiesen, daß atheistisch-rationalistische Intellektuelle, insbesondere sogenannte „Islam-Experten“, den Nahost-Konflikt strukturell, d.h. von ihrer Charakterstruktur her, niemals werden verstehen können. Ihre „Expertise“ etwa über die „Road Map“ ist von vornherein nichtig. Ob wir es akzeptieren können oder nicht: es geht um den Kampf zwischen Göttern und die einzige Hoffnung auf Frieden ist der Untergang des einen Gottes. Schließlich sind auch die germanischen und die hellenistischen Götter sang- und klanglos verschwunden, nachdem sie sich als impotent erwiesen hatten.

Die Atheisten glauben, daß im Lichtglanze der Aufklärung sich schließlich auch der christliche Gott in nichts aufgelöst hat, wie zuvor Wotan, als die christlichen Priester die heiligen Eichen fällten, ohne vom Blitz erschlagen zu werden. „Der Himmel ist leer!“ Das ist jedoch eine grausame Illusion: es kann kein Vakuum geben. Ihr habt Gott getötet – und dadurch zwangsläufig seinem Widersacher den Weg geebnet.

Das Böse wird zunehmend zu einem Faszinosum, mit dem man sich identifizieren und dem man nacheifern kann. Es ist cool, böse und ohne Gefühl zu sein. Je sinnloser und nihilistischer die Tat ist, um so besser. Der Aufbau, der Erhalt und die Verteidigung des Lebens ist langwierig, mühsam und mit einem langen Spannungsbogen verbunden. Die Zerstörung des Lebens ist leicht, schnell und mit einem lustigen Knalleffekt verbunden. Das Böse ist marktgängiger als das Gute. Und da man gelernt hat, daß diese Gesellschaft im Kern böse ist („strukturelle Gewalt“), ist es gewissermaßen sogar gut und progressiv das Böse zu propagieren.

Ihr lacht über die Unvernunft der Moslems, Juden und Christen und glaubt doch tatsächlich allen ernstes ihr wäret „Atheisten“ und „aufgeklärt“ und ihr bringet das Licht, wenn ihr euch von Gott abwendet. In Wirklichkeit seid ihr verflucht, seid Sklaven Satans.

Aber zurück zum Nahen Osten: auch in Syrien geht es nicht wirklich um Geostrategie, nicht um Öl, nicht mal um Israel. Es geht um Gott. Genauer gesagt geht es spätestens seit 1979 nur um eins: den Endkampf zwischen den Sunniten und den Schiiten. Die ersteren unter dem Banner des Hauses Saud, die letzteren unter dem Banner Khomeinis.

Es ist so wie einst im Bolschewismus: mit allen anderen Gruppen, ob bürgerlich oder sozialdemokratisch, konnte man gegebenenfalls zusammenarbeiten, aber unter keinen wie auch immer gearteten Umständen mit den Trotzkisten bzw. umgekehrt mit den Stalinisten! Man war sich zu nahe (der Stalinismus ist kaum mehr als plagiierter Trotzkismus!), um koexistieren zu können. Ganz ähnlich sieht es bei Sunniten und Schiiten aus. Es gibt keine substantiellen Unterschiede, aber trotzdem ist der Graben unüberbrückbar, denn es geht um die Frage, wer das Werkzeug des Weltgerichts ist.

Die Schiiten waren von Anfang an die Underdogs der islamischen Welt und vertraten entsprechend ein apokalyptisches Weltbild. Eine Befreiungstheologie, die den triumphalistischen Sunniten fremd ist. Die Schiiten sind die islamischen „Trotzkisten“. Über Jahrhunderte wurden sie von den diversen Kalifen unterdrückt und wie Ungläubige behandelt. Die Schiiten, die sich stets bedrängt sahen, wollen Rache und Legitimität durch Aktionismus.

Das Problem ist, daß, wenn die akute pestilente Gefahr (die Schiiten) erst einmal niedergerungen ist, und sie ist tatsächlich nicht tolerabel, der sunnitische Machtanspruch um so absoluter sein wird. Man kann aber auch nicht zynisch zuschauen, wie sich die beiden Parteien gegenseitig abschlachten. Das hat man während des ersten Golfkrieges getan, als der Irak und der Iran ausbluteten. Für so etwas ist die Welt mittlerweile zu klein, auch ohne Öl! Und wie im ersten Irakkrieg wird der Ausgang ohnehin nichts richten.

Was bleibt ist die Stillegung der energetischen Quelle des Gottesglaubens. Was wir erleben, ist Sexualpathologie und nichts sonst! Oder wie Reich schrieb:

Biologisch ist [der religiöse Mensch] den sexuellen Spannungszuständen genauso unterworfen wie alle anderen Menschen und Lebewesen. Doch er hat durch die Aufnahme der sexualverneinenden religiösen Vorstellungen und im besonderen durch die Strafangst, die er erwarb, jede Fähigkeit natürlicher sexueller Spannung und Befriedigung verloren. Er leidet daher an einem chronisch überspannten körperlichen Erregungszustand, den er unausgesetzt zu meistern gezwungen ist. Das Glück auf Erden ist ihm nicht nur unerreichbar sondern erscheint ihm vielmehr gar nicht als wünschenswert. Da er die Begnadung im Jenseits erwartet, unterliegt er einem Gefühl der Glücksunfähigkeit in weltlichen Dingen. (…)

Der religiöse Mensch ist in Wirklichkeit völlig hilflos geworden, da ihm die Glücksfähigkeit und die Aggressivität Schwierigkeiten des Lebens gegenüber durch Unterdrückung seiner Sexualenergie verlorengingen. In Wirklichkeit hilflos, muß er um so mehr an übernatürliche Kräfte glauben, die ihn stützen und beschirmen. Wir verstehen daher, daß er in manchen Situationen auch eine unglaubliche Kraft der Überzeugung, ja des passiven Todesmuts entwickeln kann. Er schöpft diese Kraft aus der Liebe zu der eigenen religiösen Überzeugung, die ja von sehr lustbetonten Körpererregungen getragen ist. Er glaubt freilich, die Kraft stamme von „Gott“. Seine Sehnsucht nach Gott und zu Gott ist also in Wirklichkeit die Sehnsucht, die seiner sexuellen Vorlusterregung entstammt und nach Auslösung ruft. Die Erlösung ist und kann nicht anderes sein als die Erlösung von den untragbaren körperlichen Spannungen, die nur so lange lustvoll sein können, als sie sich mit einer phantasierten Vereinigung mit Gott, d.h. mit der Befriedigung und Entspannung vermengen können. Die Neigung fanatisch religiöser Menschen zu Selbstbeschädigungen, zu masochistischen Handlungen usw. bestätigt das Gesagte. (…) (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB. S. 142f)

Es kann nur eine sexualökonomische Lösung geben oder die Menschheit ist dem Untergang geweiht!

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13 Antworten to “Der Kampf der Götter”

  1. Parsismus, Jainismus und DOR « Nachrichtenbrief Says:

    […] fast gleichstarker böser „Zwilling“ zur Seite gestellt wird, Ahriman. (Zum Thema siehe auch Der Kampf der Götter.) Zarathustra verlegt den Gegensatz des Guten und Üblen in die metaphysische Grundstruktur der […]

  2. Die erzwungene Kommunion mit Satan « Nachrichtenbrief Says:

    […] pseudo-rationalistischen Idiotie spielt ihr mit Kräften, von denen ihr keine Ahnung habt. Wie in Der Kampf der Götter dargelegt, gibt es kein […]

  3. Peter Nasselstein Says:

    Die Macher solcher Filme, sollten…

    http://nachrichten.t-online.de/batman-premiere-in-denver-14-tote-bei-schiesserei-in-kino/id_58081814/index

  4. Denis Roller Says:

    Ach Herr Nasselstein… ich liebe Sie. Ich fühle mich wirklich manchmal seelenverwandt mit Ihren Gedankengängen.

  5. Robert (Berlin) Says:

  6. Peter Nasselstein Says:

    Hier ein weiteres Beispiel für den Wahnsinn im Nahen Osten: es ist wirklich der Kampf der Götter!

    http://koptisch.wordpress.com/2013/12/19/israel-uberflutet-den-gazastreifen-moslem-glaubt-an-die-macht-judischer-gebete/

  7. Die Orgonverschwörung (Teil 1) | Nachrichtenbrief Says:

    […] in der der „Christus-Impuls“, der bioenergetische Kern, sich nicht entfalten kann. Da es aber kein Vakuum geben kann, treten an seine Stelle „Dämonen“, d.h. die isolierten Bestrebungen („sekundären Triebe“) […]

  8. Peter Nasselstein Says:

    Im Nahen Osten wütet ein Kampf der Magier!

    http://www.jihadwatch.org/2014/07/iran-muslim-cleric-and-university-professor-says-jews-use-spirit-beings-to-undermine-the-islamic-republic#

  9. Peter Nasselstein Says:

    Eine aktuelle Illustration des Kampfes der Götter:

    http://www.wnd.com/2014/07/their-god-changes-path-of-rockets-in-mid-air/

  10. PEGIDA: Zeige Respekt für den Islam, indem Du ihn studierst | Nachrichtenbrief Says:

    […] macht man das? Indem man Allah erniedrigt und als impotenten Götzen entlarvt etwa durch Rückeroberung einst freier Gebiete, die Errichtung des dritten Tempels in Jerusalem, […]

  11. Peter Nasselstein Says:

    Israel ist Tropfen OR in einem Meer von DOR. Israel ist unsere letzte Hoffnung, in einer Welt, die der Dunkelheit anheimfällt.

    There is something almost miraculous about a nation who comes back to life after thousands of years of exile and suffering and devotes itself to bringing life and hope to the world. Israel is a nation with a mission. The challenges it faces as an island of peace and hope in a violent and tumulous region have only spurred its people on to formulate and develop new innovations and answers to the obstacles in its path.

    http://www.israelvideonetwork.com/those-who-bless-israel-will-be-blessed-and-here-is-proof/

  12. Anarchismus in unseren Städten | Nachrichtenbrief Says:

    […] Es ist genauso wie bei den Missionaren, die den Germanen die Augen öffneten, als sie die heiligen Eichen fällten – und keine Blitze vom Himmel zuckten, um sie ob ihres Frevels zu strafen. Ohne diese mutigen Männer wären wir noch immer umnachtet vom Geister- und Dämonenglauben. (Deshalb ist es auch so wichtig, daß Israel sich durchsetzt.) […]

  13. Der Kapitalismus als Ausdruck des bioenergetischen Kerns | Nachrichtenbrief Says:

    […] Sie zeichnen sich, ähnlich dem vielleicht noch älteren Judaismus, durch ihre „unphilosophische“ Archaik aus. Beispielsweise löst der Parsismus das Problem der Rechtfertigung Gottes („Wie kann ein gerechter Gott Leid zulassen?“) einfach, indem ihm, Ahura Mazda, ein fast gleichstarker böser „Zwilling“ zur Seite gestellt wird, Ahriman. (Zum Thema siehe auch Der Kampf der Götter.) […]

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