Was ich an der Katholischen Kirche liebe und was ich an ihr hasse

Die widerliche Hetze gegen die Katholische Kirche setzt sich fort. Es geht beispielsweise darum, daß der Papst nicht glaubt, daß das Kondom die Lösung aller Probleme darstellt; es geht darum, daß er – katholisch ist. Oder wie der Wiener Standard vor einigen Jahren schrieb:

So spricht ein Geistlicher, der an das „heilige Sakrament“ der Ehe glaubt. Das ist weder reaktionär noch konservativ oder progressiv, sondern schlicht katholisch. Der Papst ist eben ein Romantiker. Er glaubt an die Einheit von Liebe und Sex. Soll er sagen: „Nehmt doch bitte ein Kondom, wenn ihr euren außerehelichen sexuellen Vergnügungen nachkommt“? Das ist nicht sein Job, und ein Papst ist kein liberaler Aufklärer – wie sollte er auch. Wer das glaubt, ist selig oder naiv.

Der Papst wollte mit seiner Äußerung darauf hinaus, daß kontaktlose Promiskuität (welche durch Kondome und andere Verhütungsmittel ja erst ermöglicht wurde) die Hauptursache von AIDS sei, und daß es keine AIDS-Epidemie gäbe, wenn man nur mit einem Partner schläft, für den man eine tiefe (= genitale) Liebe empfindet. (Mal vorausgesetzt, daß das mit dem HIV/AIDS in Afrika denn überhaupt stimmig wäre…)

Wäre die Partnerwahl nach sexualökonomischen Kriterien ausgerichtet, gäbe es das Problem sexuell übertragbarer Krankheiten nicht, bzw. wäre sie eine vernachlässigbare Größe.

Papst wettert gegen Hexen und böse Geister lautete eine herablassende Überschrift im Focus. Bezeichnend ist folgender Leserbrief:

Erst die Kritik am Islam, dann seine Aussage gegen das Judentum und nun sein Wettern gegen Hexen und böse Geister! Trotz anderslautender Worte werde ich das Gefühl nicht los, daß der Papst in Wahrheit an einem Dialog der Religionen gar nicht interessiert ist. Für ihn zählt einzig und allein der katholische Glaube!

Wie schockierend, daß der Papst katholisch ist! Im Ernst, solche aufgeblasenen Knilche, wie dieser Leserbriefschreiber. Die Dummheit der ach so Aufgeklärten ist fast so unermeßlich wie ihre Anmaßung!

Warum geht es Afrika ökonomisch so schlecht? Aufgrund seiner Feldforschnung kommt der Schweizer Ethnologe David Signer in seinem Buch Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt zu folgender Erklärung: Der afrikanische Geister- und Hexenglaube bedingt, daß die Erfolgreichen den Fluch der Neider fürchten. Deshalb wird in einer Art „spirituellem Sozialismus“ das erarbeitete Geld nicht investiert, sondern verteilt zur allgemeinen Beschwichtigung schwarzmagischer Machenschaften.

Wie anhand des „neo-heidnischen“ Nationalsozialismus evident wurde, sind einerseits Aberglaube, magisches Denken und Okkultismus und andererseits eine Neidkultur, in der sich alles um „ungerechten“ Reichtum, Ausbeutung, „geheime Drahtzieher“ und „Zinsknechtschaft“ dreht, durch tiefsitzende Sexualängste miteinander verknüpft. Siehe dazu Ökonomie und Sexualökonomie.

Und genau hier fängt auch meine Kritik an der Katholischen Kirche an, zumal der neue Papst geradezu sozialistische Töne anstimmt.

Der Ökonom Horst Feldmann von der britischen University of Bath hat in einer Studie festgestellt, daß, alle anderen Faktoren der 80 untersuchten Länder herausgerechnet, in überwiegend protestantisch geprägten Staaten die Beschäftigungsquote höher als in jenen liegt, in denen die katholische Konfession oder andere Religionen dominieren. Grund sei das in der protestantischen Bevölkerung weit verbreitete Arbeitsethos, diszipliniert und viel zu arbeiten. Im Mittel liegt die Beschäftigungsquote um 6% höher. Frauen sind in protestantischen Ländern sogar zu 11% höher beschäftigt.

Damit bestätigt sich von neuem die berühmte These des deutschen Soziologen Max Weber, das Aufblühen des Kapitalismus im 16. bis 18. Jahrhundert hänge mit der protestantischen Arbeitsethik zusammen.

Was bei der Diskussion vergessen wird, sind die sexualökonomischen Faktoren, d.h. die funktionelle Einheit von Arbeit und Sexualität. Man kann sagen, daß Gebiete nahe oder im Zentrum Saharasias stets jene Gebiete ausgeplündert und ausgebeutet haben, die am Rande oder ganz außerhalb Saharasias liegen. Saharasia versinkt in fauler Indolenz und lebt vom arbeitenden Teil der Weltbevölkerung. Mit der vermeintlichen „Arbeitsmigration“ von Nichtprotestanten in nördliche, protestantische Gefilde, wird die ökonomische Leistungsfähigkeit des Nordens abnehmen.

Feldmans Studie zeigt von neuem, daß bei allem, was die Marxisten und „Neo-Marxisten“ behaupten, das exakte Gegenteil wahr ist: ökonomische Probleme sind einzig und allein sexualökonomische Probleme!

Siehe dazu Ökonomie und Sexualökonomie.

arbeit

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5 Antworten to “Was ich an der Katholischen Kirche liebe und was ich an ihr hasse”

  1. O. Says:

    In meiner Fortbildung zur Orgontherapie stellte eine christliche Teilnehmerin, die in einer „päpstlich romantischen“ Einehe lebt, die interessante Frage zur Funktion des Orgasmus: „Wie sieht denn die Erregungskurve eines sexuell enthaltsamen Priesters aus?“
    Diese Frage kann ich natürlich als Abwehr interpretieren oder versuchen, sie inhaltlich zu beantworten. Geht man davon aus, dass er seinen Trieb nicht homosexuell oder pädophil auslebt, was beleibt dann noch als Antwort übrig? Die Fragestellerin glaubte an die „sexuelle Unschuld“ des Priesters ohne Selbstbefriedigung und eine sexuelles Leben und meinte, dass der Priester dabei auch gesund bliebe. Ein zweiter Einwand folgte, man könne auch mit Meditation [wie bei den (tibetanischen) Mönchen] frei von Sexualität werden, wie wäre dann die Erregungskurve in der Funktion des Orgasmus zu deuten. – Naheliegend wäre die Antwort in beiden Fällen, die Erregung müsse die Nulllinie sein.
    Zugegeben, bei diesen Fragen muss ich erst einmal passen.

    Es mag das Ideal der katholischen Kirche sein, dass Menschen frühzeitig in der Schulzeit sich kennenlernen, heiraten und für den Rest ihres Lebens eine (zwangs-) monogame Beziehung führen, wie es Religionen gerne fordern. Welches Elend hieraus erwächst, findet sich dann in der psychologischen Beratung wieder. Mit Romanitk hat das nichts zu tun. Berücksichtige ich dann noch Reichs Charakterlehre, die verdeutlicht, dass zwei neurotische Charaktere eine Partnerschaft eingehen, deren Motiv und Partnerwahl durch den Charakter bestimmt ist, sind wir von dem Thema Liebe und Orgasmus im Sinne eines genitalen Charakters weit weg.
    Romatische Vorstellungen um die ideale Einehe werden zum Religionsersatz und scheitern im Leben. Oft ist es die Frau, die als erstes aus sexueller Unbefriedigtheit aus der Beziehung ausbricht und die Männer stehen nach über 20 Jahren Ehe vor einem „Scherbenhaufen“ und dekompensieren psychisch in eine Depression.

    • Jean Says:

      „… Fortbildung zur Orgontherapie“
      Lieber O., darf ich fragen wo sie diese Fortbildung gemacht haben, oder war das metaphorisch gemeint?

  2. Peter Nasselstein Says:

    Wer gibt eigentlich Geld für diese lächerlichen Hetzblätter aus, deren Niveau sich irgendwo zwischen dem STÜRMER und dem VÖLKISCHEN BEOBACHTER bewegt? Was für ein degoutanter, niveauloser, sinnleerer und dazu auch noch stinklangweiliger Dreck!

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/tebartz-van-elst-mit-vollbart-heiliger-trend-1.2444032

  3. Robert (Berlin) Says:

    Hoffentlich bekommen wir einen afrikanischen Papst

    https://bundsanktmichael.org/kultur/denker/robert-sarah-geb-1945/

  4. Robert (Berlin) Says:

    Wie der ehemalige Papst genau wie Ch. Konia ab Anfang der Sechziger eine Auflösung der Moral attestiert

    https://www.corriere.it/english/19_aprile_11/benedikt-xvi-die-kirche-und-der-skandal-des-sexuellen-mibrauchs-9dbdfaba-5bbc-11e9-ba57-a3df5eacbd16.shtml#?refresh_ce-cp

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