James DeMeos Saharasia-Theorie (Teil 3)

David Zhang (University of Hong Kong) et al. haben bei der Analyse von Klimadaten und historischen Aufzeichnungen entdeckt, daß es im Osten des chinesischen Kaiserreichs im vergangenen Jahrtausend immer dann gehäuft zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen ist, wenn in diesem Zeitraum das Klima besonders kalt war. Im ganzen traten sechs große Kältephasen auf, die mit Perioden zusammenfielen, in denen es gehäuft zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam. Die Wissenschaftler führen das auf die verringerten landwirtschaftlichen Erträge zurück. Die Kriege brachen meist etwa zehn bis dreißig Jahre nach Beginn der jeweiligen Klimaperiode aus. Die Forscher weisen auch darauf hin, daß der Dreißigjährige Krieg und andere Krisen in Europa und Asien mit dem Höhepunkt der „kleinen Eiszeit“ zusammenfallen.

Das ist eine weitere Bestätigung für einen zentralen Aspekt von James DeMeos Saharasiatheorie: lebenswidrige Umwelteinflüsse führen zu lebenswidrigem Verhalten. (Übrigens stehen wir, wie im Blogeintrag Der Öl-Planet erwähnt gegenwärtig am Beginn einer neuen kleinen Eiszeit!)

Einer Studie von Richard Neugebauer von der Columbia Universität in New York zufolge erhöht eine mangelhafte Nährstoffversorgung im Mutterleib das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, deutlich. Beim Vergleich von klinischen Daten zwischen 1971 und 2001 von Patienten die vor, während und nach einer extremen Hungersnot Mitte des 20. Jahrhunderts in China zur Welt gekommen waren, wurde festgestellt, daß sich bei jenen, die während der Hungerperiode geboren wurden, das Risiko für Schizophrenie verdoppelt hatte.

Die Forscher fragen sich, ob der generelle Nährstoffmangel oder das Fehlen eines bestimmten Stoffes während der Schwangerschaft das auslösende Moment ist. Bezeichnenderweise wird nicht gefragt, ob auch der Umgang mit den Kindern unter dieser extremen Streßsituation eine Rolle spielt. Jedenfalls bestätigt diese Studie aufs neue James DeMeos Saharasia-These: daß Panzerung ursächlich auf Wüstenbildung (oder in diesem speziellen Fall auf die soziale Ver-Wüstung durch den Kommunismus) zurückgeht.

Der Spiegel berichtete über eine Verbindung von Gesellschaftsstruktur und Geographie in Ozeanien, die in mancher Hinsicht an das erinnert, was in der Saharasiatheorie für die großen Festlandsmassen beschrieben wird. Während die einen Polynesier in Frieden lebten, bekriegten sich die anderen, beispielsweise die Bewohner der Osterinseln, auf das Grausamste.

Der Anthropologe Barry Rolett (University of Hawaii) und der Geograph Jared Diamond (University of California) untersuchten für ihre in Nature (431: 443-446) vorgestellte Studie 69 Inseln. Dort, wo das Innenland zerklüftet und schwer zugänglich war und deshalb das Ökosystem weitgehend intakt blieb, entwickelten sich friedliebende Gesellschaften, die weitgehend dem Südseeklischee entsprachen. Auf jenen Inseln jedoch, wo es leicht war, die Wälder zu roden, kam es schnell zu Hungersnöten und den entsprechenden Konflikten: saharasia-artige Gesellschaften entstanden.

Um was es bei Saharasia geht, sah man vor einigen Jahren am Geschehen im Westsudan und heute im Norden Nigerias, wo eine kleine Minderheit arabischer (bzw. arabisierter) Nomaden die seßhafte schwarz-afrikanische Urbevölkerung systematisch tyrannisiert und vertreibt. Seit Jahrhunderten setzt sich dieses Muster von Norden nach Süden über den afrikanischen Kontinent fort:

Unter Ausschluß einer ohnehin desinteressierten Weltöffentlichkeit, die sich lieber über den verzweifelten Überlebenskampf Israels aufregt und sich für die „Menschenrechte“ islamischer „Widerstandskämpfer“ einsetzt, werden von den „Befreiungsbewegungen“ im Kongo die letzten Reste der Pygmäen ausgerottet. Dazu gehört das Abschlachten ganzer Familienverbände, Massenvergewaltigungen und Versklavung.

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10 Antworten to “James DeMeos Saharasia-Theorie (Teil 3)”

  1. David Says:

    … während und nach einer extremen Hungersnot Mitte des 20. Jahrhunderts in China …

    Vermutlich handelt es sich um die absichtlich „gemachte“ Hungersnot während des „Großen Sprungs nach vorn“, ähnlich wie es auch während der Zeit der Zwangskollektivierung unter Stalin war.

    Auch heute werden Hungersnöte „gemacht“, und zwar durch den von G.Soros so genannten „Marktfundamentalismus“. Es werden die Verantwortlichen in den Entwicklungsländern dazu verführt, auf Kredit Nahrungsmittel etwa aus USA zu importieren, das sei billiger als selbst welche herzustellen.

    Später bewirkt der „Marktfundamentalismus“, vielleicht nicht absichtlich sondern nur weil man wegschaut, dass der weltweite Handel an Mais, Reis, Weizen und anderem Getreide von nur noch drei Multinationalen Konzernen kontrolliert wird, die dann – Oligopol – letztes Jahr drastisch die Preise erhöht haben.

    Während dies in den unterentwickelten Ländern zu Millionen Hungertoten geführt hat, wird in den so genannten reichen Ländern ein Normalverdiener das nicht spüren und ein Empfänger von „Stütze“ der jeden Pfennig umdrehen muss, immerhin ein wenig.

    Insgesamt ist das alles genauso effizient wie die Methoden Maos und Stalins zur Erzeugung von Hungersnöten.

    • Peter Nasselstein Says:

      Wenn es irgendwo eine Hungerkatastrophe gibt, dann im sozialistischen Zimbabwe. Die Landwirtschaft im übrigen Afrika wurde durch die „Entwicklungshilfe“ zerstört. Ansonsten, wo hat es denn konkret „Millionen Hungertote“ gegeben?

  2. Robert (Berlin) Says:

    (Übrigens stehen wir, wie im Blogeintrag Der Öl-Planet (Teil 3) erwähnt gegenwärtig am Beginn einer neuen kleinen Eiszeit!)

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661308,00.html
    „Die Erderwärmung ist ins Stocken geraten: Seit zehn Jahren steigt die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an. Die Klimatologen rätseln darüber, wie sich dieser Trend erklären lässt. Liegt es an den fehlenden Sonnenflecken? Oder an ungewöhnlichen Meeresströmungen?“

  3. David Says:

    Wenn es irgendwo eine Hungerkatastrophe gibt, dann im sozialistischen Zimbabwe

    … und vielleicht noch in Nordkorea?

  4. Pierre Says:

    Zum Thema Hungersnot sagt
    Fritz-Erik Hoevels, auch eine Art Reichianer übrigens:

    [Fünf Milliarden sind vier zu viel]
    wobei die Zahlen in ca. 2 Jahrzehnten in einem Maße
    veraltet sind, dass er dies nicht als Gegenargument auffassen wird.

  5. Der DOR-Notstand und El Niño « Nachrichtenbrief Says:

    […] An anderer Stelle habe ich auf den statistisch gesicherten Zusammenhang zwischen Kälteperioden in gemäßigten Breiten und Kriegen hingewiesen, etwa in China und in Europa. Nun haben Salomon Hsiang (Columbia University, New York) et al. statistisch nachgewiesen, daß das Wetterphänomen El Niño, das von trockener Hitze geprägt wird, das Konfliktrisiko in den betroffenen tropischen Regionen erhöht. Es kommt nicht nur zu extremen Regenfällen in vormaligen Dürregebieten und Dürren, die zu verheerenden Bränden in Regenwäldern führen können, die betroffenen Länder haben auch ein doppelt so hohes Risiko für gesellschaftspolitische Unruhen und Bürgerkriege. [Die Forscher verglichen] 93 Länder, die von Auswirkungen des Phänomens betroffen sind, mit 82 Ländern, deren Wetter aufgrund ihrer geographischen Lage nicht von El Niño beeinflußt wird. Anhand von Daten aus den Jahren 1950 bis 2004 ermittelten sie zunächst ein weltweites Konfliktrisiko. Laut den Forschern liegt die Wahrscheinlichkeit für gewaltauslösende Konflikte in kühleren La-Niña-Jahren bei etwa drei Prozent. In El-Niño-Jahren war das Risiko für solche Konflikte doppelt so hoch, es lag bei sechs Prozent. In nicht von den Wetterphänomenen betroffenen Ländern blieb die Zahl der Konflikte in etwa gleich. Würden diese Länder ständig unter Bedingungen leben, wie sie La Niña mit sich bringt, könnte die Zahl der Konflikte um etwa 21 Prozent reduziert werden, errechneten die Forscher – im ausgewerteten Zeitraum entspräche das 48 Konflikten und Kriegen. […]

  6. David Says:

    Auch heute werden Hungersnöte “gemacht”, und zwar durch den von G.Soros so genannten “Marktfundamentalismus”. Es werden die Verantwortlichen in den Entwicklungsländern dazu verführt, auf Kredit Nahrungsmittel etwa aus USA zu importieren, das sei billiger als selbst welche herzustellen.

    Die Verantwortlichen in der „Dritten Welt“ werden dazu verführt, ganz gezielt sich unverantwortlich zu verhalten.

    Aber auch in der „Ersten Welt“, und hier nicht nur „die Verantwortlichen“ im Sinne von „die Regierenden“, sondern wir alle.

    Aufgewachsen im Nachkriegs-Amerika oder Nachkriegs-Wohlstands-Westdeutschland, wo infolge des – durch den Wiederaufbau ausgelösten und durch die Zeit des billigen Erdöls ermöglichten – Booms der Fünfziger und Sechziger Jahre für alles gesorgt war.

    Und wo, wie Peter Nasselstein einmal behauptet hat, der Lohn eines Facharbeiters oder gar eines Hilfsarbeiters zum Ernähren einer fünfköpfigen Familie ausgereicht habe.

    Und was, wenn nun auch noch die „russische“ Erdöl-Theorie – nämlich dass das Öl – und damit auch das Gas – ständig nachgebildet werde, falsch ist??

    Gar nicht OffTopic: Neue „Kleine Eiszeit“?

    Und wir außerdem in fünfzig Jahren schon in einer Kleinen Eiszeit sind, wo wir am Bodensee und in Freiburg Wintertemperaturen haben werden wie heute beispielsweise in Warschau?

    Tags -5 und nachts -15 Grad? Würde wenn man keine Brennstoffe mehr hat, Zimmertemperaturen von vielleicht minus acht Grad ergeben?

    Jedenfalls eine Welt eines außerordentlich harten Überlebenskampfs, für welche die im Nachkriegs-Wohlstands-Westdeutschland gewachsenen Charakterstrukturen denkbar ungeeignet sind.

    Empfehlenswert ist es hier, dass die Menschheit die Fähigkeit zur Verantwortung, zum klaren Denken wiedererlangt.

    Eine solche „Revolution des Denkens“ fordert auch der – inzwischen durch Selbstmord gestorbene – Politikwissenschaftler Michael Ruppert. Polizist. Vermutlich konservativ.

    In dessen Gesicht und Augen mir im Dokumentationsfilm eine außerordentliche Lebendigkeit auffiel – ein genitaler Charakter vielleicht?

    Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Ruppert

    http://www.amazon.de/Collapse-Warnung-bereits-Finanzkrise-vorausgesagt/dp/B004FJIDJW/ref=sr_1_1

  7. David Says:

    OffTopic: Nordkorea und Kuba

    Ruppert behauptet, zwei Länder seien mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 plötzlich vom Öl abgeschnitten gewesen, Nordkorea und Kuba, und hätten entgegensetzt reagiert.

    Nordkorea wie immer mit Repression.

    In Kuba hat die Regierung die Leute aufgefordert, überall Nahrungsmittel anzubauen. Auch in der Stadt. Auf dem Land solle Land das ungenutzt ist, besetzt werden und sofort mit dem Anbau begonnen werden.

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