In the Skies

Scientology fasziniert mich. Erstens sind generell Sekten eine großartige Unterhaltung und Scientology ist der Prototyp einer Sekte. Es macht einfach Spaß, Irren zuzusehen, die sich selbst tödlich ernstnehmen. Eine bessere Komik als Roboter, die Menschen nachahmen, kann es kaum geben. Entsprechend zeigt Scientology wohin eine strikt „spirit-uelle“ Weltsicht in letzter Konsequenz führt.

Wer an die Autonomie des „Geistes“ glaubt (so als wäre der ein „Ding“), verkörpert das diametrale Gegenteil der Orgonomie. (Übrigens betrachtete L. Ron Hubbard, der Gründer und Messias der Scientology, die Sexualität als Teil der Verschwörung der Psychiater [sic!], mit der diese vor Milliarden von Jahren die Geistwesen versklaven wollten.)

Das Kerngeheimnis, das hinter der fanatischen Verbissenheit der Scientologen steht, stellt sich, soweit ich es verstanden habe, wie folgt dar: Als faktischer Nachfolger der „Großen Bestie 666“ Aleister Crowley (beispielsweise ist das Scientologen-Kreuz Crowleanity pur) galt das Hauptaugenmerk von Hubbard dem Kampf gegen Christus. Die Scientologen wollen ehrlich die Menschheit retten. Die „Wiederkunft Christi“ ist für sie die alptraumhafte Wiederkehr jener dämonischen Außerirdischen, die die Religionen in unser unsterbliches Bewußtsein „eingraviert“ haben, um uns zu versklaven. Die Wiederkehr Christi bedeutet demnach nichts anderes als die endgültige, d.h. auch physische Versklavung der Menschheit. Scientology ist unsere letzte und einzige Hoffnung!

Wie in jedem paranoiden Wahnsystem steckt ein Fünkchen Wahrheit auch in diesem Szenario des satanistischen Science-Fiction-Autors Hubbard. Die rationalistischen Antiscientologen, die kaum weniger engstirnig sind als die Scientologen selbst, haben für so etwas natürlich kein Gespür.

Blicken wir doch einmal auf das Christentum:

Ich liebe Peter Green. Er spielte dieses Lied ein, als er von Drogen und Aufenthalten in der Psychiatrie zerstört, am Tiefpunkt seines Lebens war. Trotzdem konnte er noch immer diese Magie um sich verbreiten. Seit ich In the Skies 1979 das erste Mal hörte, fasziniert es mich. Es ist einer dieser Ohrwürmer, der einen nie wieder loslassen. Gleichzeitig repräsentiert Green den schlimmsten Abgrund, der vorstellbar ist. In wirklich jeder Hinsicht gehen mir kalte Schauer über den Rücken, wenn ich das Stück höre.

Die weitaus meisten Amerikaner, und wohl mehr Europäer als wir denken, ganz abgesehen vom Rest der Menschheit, sind fest davon überzeugt, daß die „Erlösung“ kommen wird. Der „Menschensohn“ wird „aus den Himmeln“ herniederkommen und uns in eine unvorstellbare Herrlichkeit führen. Er wird unsere Seelen ernten und wir werden unsterblich durch herrliche Städte wandeln.

Wie in Außerirdische Seelenfänger angeschnitten, kann sich hinter diesem vermeintlichen „Seelenheil“ etwas ganz anderes verbergen. Demnach wären alle, die an den Jüngsten Tag glauben, Anhänger eines UFO-Kults. Peter Greens In the Skies faßt diesen Aspekt in Töne.

Dieser Vorstellungskreis ist den Christen, den wirklichen Christen, durchaus vertraut. Sie sind beispielsweise angesichts der anhaltenden Harry Potter-Manie, der Verbreitung von Spiritismus (insbesondere Channeling) und Okkultismus zutiefst beunruhigt, weil auf diese Weise den „unreinen Geistern“ ein Einfallstor in diese Welt geschaffen wird.

Es ist voll grausamer Ironie, daß sie selbst vielleicht das größte, das ultimative Einfallstor öffnen. Es ist auch gut möglich, daß derartige Überlegungen der UFO-Geheimhaltung zugrundeliegen. Es stellt sich die Frage, warum die Regierungen, insbesondere die der USA, diese Vorfälle geheim halten. Prinzipiell sind zwei „logische“ Antworten möglich:

  1. Aus Gründen der nationalen Sicherheit werden die Quellen für neue Militärtechnologien geschützt.
  2. UFOs dürfen aus Gründen der nationalen Sicherheit niemals ins allgemeine Bewußtsein treten, weil das Phänomen engstens mit dem menschlichen Bewußtsein verknüpft ist: wir könnten buchstäblich die „Pforten der Hölle“ öffnen, wenn wir („die Massen“) die Realität anerkennen.

Wenn das letztere der Grund ist, könnten dem quantentheoretische Überlegungen zugrundeliegen. Beispielsweise John von Neumann hätte die Geheimdienste der US-Luftwaffe und der US-Marine darlegen können, daß man es hier mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Phänomen zu tun hat, das vom Beobachter und seinem Bewußtsein nicht zu trennen ist.

In diesem Zusammenhang gibt es jede Menge Berichte darüber, daß „Okkultisten“, und zum Beispiels auch die katholische Kirche mit ihrem Marienkult, durch ihre Riten die „Manifestation“ von UFOs „in the skies“ provozieren.

Es lohnt sich auch, nochmals ganau zu erwägen, was Orgonon und Reich nach dem ORANUR-Experiment widerfahren ist. Vielleicht ist es mehr als eine bloße poetische Umschreibung, wenn man sagt, daß er damals ungewollt die Tore der Hölle geöffnet hat.

Siehe dazu meinen Aufsatz Ea und die Wellenfunktion.

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8 Antworten to “In the Skies”

  1. David Says:

    Die „Wiederkunft Christi“ ist für sie die alptraumhafte Wiederkehr jener dämonischen Außerirdischen, die die Religionen in unser unsterbliches Bewußtsein „eingraviert“ haben, um uns zu versklaven.

    Wenn man bedenkt, was Jerome Eden in „The Desert Makers“, Teil 3, „Cosmic Combat“ schreibt, ist diese Möglichkeit gar nicht weit weg.

  2. Renate Says:

    „… und zum Beispiels auch die katholische Kirche mit ihrem Marienkult, durch ihre Riten die „Manifestation“ von UFOs „in the skies“ provozieren.“

    Wie ist das zu verstehen, kannst du mir das bitte genauer erklären?

    An ein auf der Welt sichtbares Gericht glaube ich nicht, so hollywoodlike.

    Die Geschichten der Bibel sind auch sehr spannend, wenn man sie unter der Annahme liest, Jesus war der erste Orgontherapeut.

    • Peter Nasselstein Says:

      Man nehme etwa Fatima: http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenwunder

      Ein Gutteil des Geschehens um Moses und Jesus wirkt ähnlich.

      • Renate Says:

        Danke, das wusste ich gar nicht im Detail, Fatima sagt mir schon was, aber wusste nur, dass da irgendein Wunder war.

        Aus deinem Link:

        Es ist argumentiert worden, dass das Fátima-Phänomen und viele UFO-Sichtungen eine gemeinsame Ursache teilen,[8] oder sogar, dass das Phänomen ein Alien-Fahrzeug war.[9]

        Protestantische Kommentatoren nehmen im Allgemeinen keine wundersame Natur des Phänomens an; einige nehmen einen übernatürlichen Vorgang an, schreiben ihn aber Satan statt Gott zu.

  3. David Says:

    Die weitaus meisten Amerikaner, und wohl mehr Europäer als wir denken, ganz abgesehen vom Rest der Menschheit, sind fest davon überzeugt, daß die „Erlösung“ kommen wird. Der „Menschensohn“ wird „aus den Himmeln“ herniederkommen und uns in eine unvorstellbare Herrlichkeit führen. Er wird unsere Seelen ernten und wir werden unsterblich durch herrliche Städte wandeln. … Demnach wären alle, die an den Jüngsten Tag glauben, Anhänger eines UFO-Kults.

    Man muss auch bedenken, dass mit dem Glauben an den „Einen Gott“ und an das Jüngste Gericht Christentum, Judentum, und Islam letztlich drei Varianten derselben Religion sind.

    Der Islam akzeptiert aber auch die Realität von geisterhaften Wesen, die nicht Allah, sondern lediglich – wie die Menschen – Geschöpfe von Allah sind. Das sind die Djinn.

  4. O. Says:

    Satanskulte, wie Scientology, behaupten gegen die Religionen der Außerirdischen vorzugehen und öffnen in gleicher Weise das Tor zur Hölle oder bereiten die Hölle auf Erden vor.

    Ebenso zweifelhaft ist die geheime amerikanische Militärpolitik. Von Außeriridschen gelieferte Technologe wird gegen diese verwandt und gleichzeitig zur statanistischen Unterwerfung der Menschen genutzt. Die einzige klare Orientierung, die diese schizophrene Haltung zeigt, ist der Hass gegen Reich und die permanenten Vernichtung seines Wissens. – Good Guys sehen anders aus, Pestratten hingegen nicht.

    Reich hat auf das Tor zur Hölle im Oranur Experiment gezeigt, es meinetwegen auch geöffnet, um die kommenden Ea-Scharen energetisch zu „neutralisieren“. Wenn unser Geist dieses Tor öffnen kann, kann er es auch schließen oder es gar verbannen. – Dies ist die gute Nachricht.

    Jesus is not here. Und an eine Erlösung glaube ich nicht. All diese Konstrukte sind zu doppeldeutig und können in jede Richtung interpretiert werden.

  5. Peter Nasselstein Says:

    Wie zwei Scientologen den Planeten Erde gerettet haben:

  6. Kapitalismus und die Funktion des Orgasmus (Teil 7) | Nachrichtenbrief Says:

    […] der sekundären Schicht entspricht. „Der Mammon ist der Teufel“ – steht schon in der Bibel. Peter Green hat über den „The Green Manalishi“ gesungen. Der Sozialismus, in welcher Ausprägung auch […]

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