Der Hintergrund der deutschen Orgonomie

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Der Hintergrund der deutschen Orgonomie

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9 Antworten to “Der Hintergrund der deutschen Orgonomie”

  1. O. Says:

    zu: „1900er Jahre: Breuer wendet sich von Freud ab, da dieser auf der sexuellen Ätiologie der Neurosen beharrt.“

    BREUER hat sich meines Wissens nach nicht von FREUD abgewandt, er hat ihn finanziell und theoretisch stark unterstützt.
    FREUD – das übersehen viele Biographen – war unfähig die Suggestion, die Hypnose und die Karthasis, die er von seinen „Lehrern“ hätte lernen können, anzuwenden und entwickelte nicht aus Talent, sondern aus Unfähigkeit die „Psychoanalyse“ an einer hysterischen Patientin.
    Es war einmal mehr diese Patientin, die ihn die Psychoanalyse beibrachte: das freie Reden und Assozieren. Hieraus wurde eine „Reinigung“ angenommen, in dem sie eine psychische Entladung von Inhalten produzierte. Diese Inhalte, wie kann es bei der Hysterie auch anders sein, waren sexuellster Natur.

    Die Trennung von FREUD zum Psychiater BLEULER (niemals zu verwechseln mit seinem väterlichen Freund BREUER!!!) vollzog sich an FREUD Annahme, dass er die Neurosen (insbesondere die Hysterie) aufgrund eines realen sexuellen Mißbrauches und Traumas angenommen hatte. * (Das sollte noch mal überprüft werden.)

    Die Theorie vom Mißbrauch hatte FREUD dann auch schnell unter dem Druck fallengelassen und ist der ödipalen Theorie (die Umkehrung des Missbrauchs zum infantilen Wunsch nach Sex mit dem Vater) gefolgt.

    Auch dass war zu sexuell, dann erfand es das ES, ICH und ÜBERICH.

    Erst Reich brachte wieder Schritt für Schritt Ordnung in das Chaos der Psychoanalyse … und wurde – wen wundert´s – konsquent ausgeschlossen.

  2. O. Says:

    Welcher Fehler und welche Weiterentwicklung (von was?) ist gemeint? (Die Antwort muss nicht unbedingt im Blog geschrieben werden …, doch möchte ich zu einem Thesenpapier ermuntern, da dies zu weiteren Überlgegungen Anlass geben kann.)

    Wenn man Baker gelesen hat, sollte man auch Raphaels Entgegnung lesen! Baker hätte hierauf auch antworten können, doch tat es leider nicht … zumindest, ist dies meines Wissens nach nicht gedruckt worden. Vielleicht wäre der Standpunkt Bakers, dann detaillierter geworden …

    Ich halte die „Kunst“ – nicht den „Kult“ – von Rede und Gegenrede für ein wesentliches Instrument, um ins Detail zu gehen. Ist ein Standpunkt erst ausführlich erörtert, lohnt es sich Gedanken über eine gegenteilige Behauptung zu machen, um später beides gegeneinander abzuwägen oder gegenseitig zu ergänzen.

    Nehmen wir ein Beispiel, was ich bislang noch nicht vertreten habe: Mit Reichs Übergang zur Vegetotherapie läßt sich leicht argumentieren, warum alle verbale Therapie nichts bringen könne und eine Körpertherapie, die wahre Methode sei. Nun, wenn sich dieser Gedanke durchgesetzt hat und „festgefahren“, dann wird es Zeit zu behaupten, dass alle Körpertherapie nichts bringe und die Gesprächstherapie die einzig sinnvolle therapeutische Intervention werde. Ein Psychoanalytiker könnte hier wieder triumphieren und sagen, er hätte es schon immer gewußt. … Da er aber nichts über den Körper zu lernen bereit war, weiß er auch nichts über die neuste Wendung, warum die Sprachtherapie der Körpertherapie überlegen werden konnte.
    Setzt sich diese Sicht dann durch, ist zu hoffen, dass bald die Wende wieder eingeleutet wird, dass die Körpertherapie wesentlich effektiver sein kann, als die Gesprächstherapie. Die Kunst hierbei wäre, dass sich die Argumente weiterentwickeln können und zu einer verfeinerten Technik führen – obwohl oberflächlich betrachtet, es nach einer Entscheidungsunfähigkeit aussieht, wenn man glaubt nur eines könne richtig sein.

    Nachahmende „Schlaumeier“, an denen es nie fehlt, glauben einen überholt zu haben, in dem sie die kürzlich „neue“ Methode als ihr eigen (kopieren und) proklamieren. Schmerzlich dürfen sie dann erfahren, dass nun ihre alte Technik präferiert wird und sie selbst, sich zum zweiten Male auf dem Holzweg befinden. – Dies ist natürlich nur ein amüsanter Nebeneffekt, da es um eine inhaltliche aber nicht formale Auseinandersetzung geht.

    • Peter Nasselstein Says:

      Tatsächlich ist Baker auf Raphael kurz eingegangen. Zeitweilig gewann er (Baker) sogar selbst fast den Eindruck, daß sein ehemaliger enger Freund nicht so Unrecht hatte, bis er sich die Sache näher angeschaut hat, d.h. die beiden Bücher im Detail verglichen hat. Baker war auch der Meinung, daß Raphael sich jeder Wirkungsmöglichkeit selbst beraubt hatte, weil er (Raphael) wirklich nicht das allerkleinste Haar an Bakers Buch ließ: alles ohne Ausnahme Mist. So eine Kritik kann kein vernünftiger Mensch ernst nehmen, selbst wenn sie in Teilen etwas für sich hätte.

    • O. Says:

      Kritik an Büchern wird allgemein nicht gerne gesehen, vermutlich weil es irritiert und einen in einen Loyalitätskonflikt bringt.
      Wenn man den Mut findet, etwas zu kritisieren, beginnt man sich in das Thema richtig einzuarbeiten und findet immer mehr; man könnte sich die Mühe machen und als Entgegenung ein ganzes Buch verfassen. Gern gelesen wird so etwas nicht, aber es ist notwendig, wenn man inhaltich argumentieren will.
      Das die beiden befreundet waren und dies ein persönlich motivierter Angriff gewesen sein kann, ist doppelt traurig. Als Freund hätte er diese sachlich nicht uninteressante Kritik wohl nie geäußert. Dies zeigt die Feigheit in wissenschaftlichen Kreisen und mindert den Wert ihrer Theorien. Man schweigt, weil man dazugehört und bekämpft irrational jeden Außenstehenden, der kritisieren will.

  3. Robert (Berlin) Says:

    Etwa Anfang oder Mitte der Achtziger Jahre. Ich telefoniere mit jemanden von der WR AG in Berlin über Orgonomie und auch er sagte mir: die Orgonomen in den USA sind alle (reaktionäre) Schweine. Es irritierte mich sehr, da sie doch Reichs Nachfolger sein sollten. Später, als ich Bakers Buch las, verstand ich, was er meinte. Für Linke war der ACO ein reaktionärer Haufen, pro Nixon, Reagan und so weiter.

  4. O. Says:

    Die Orgontherapie hat druch Reich ein tiefes Verständnis von der Entstehung der Neurose etc. bekommen und eine Theorie über die Therapie im allgemeinen entwickelt.
    Dies lässt nicht automatisch den Schluss zu, dass Reich oder ein Nachfolger die einizg richtige oder überhaupt richtige Therapiepraxis anwendet.

    • Peter Nasselstein Says:

      Es gibt nur eine einzige Art und Weise, orgastische Potenz herzustellen. Das bedeutet aber nicht, daß die Orgontherapie ein Allheilmittel ist oder andere Therapieformen sinnlos wären.

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