Mikroben, die vielleicht 10 000 bis 50 000 alt sind, wurden riesigen Kristallen aus einer mexikanischen Hölle, die normalerweise geflutet ist, entnommen und wiederbelebt. Im Inneren dieser viele Meter langen Selenitkristalle, die sich über Jahrtausende in heißem, mineralreichen Grundwasser gebildet haben, befinden sich kleine flüssigkeitsgefüllte Taschen, aus dem Penelope Boston et al. vom Astrobiology Institute der NASA Organismen auf speziellen Medien kultivierten. Organismen, die nie zuvor gesehen worden sind. Sie ähneln Organismen, wie man sie in extremen Umwelten überall findet.
2000 hatten Forscher 250 000 000 Jahre alte Bakterien aus einem Salzkristall, das in Carlsbad, New Mexico gefunden worden war, wiederbelebt. „Es hat auch Hinweise auf zehn bis hunderttausend Jahre altes Leben gegeben von Salz im Death Valley, Kalifornien und von unterhalb von Gletschern und Permafrost in der Arktis und der Antarktis.” Der neue Fund ist besonders, weil man mit einiger Sicherheit eine Kontamination ausschließen kann.
Bei seinen Bionversuchen in den späten 1930er Jahren mußte sich Reich mit dem gleichen Einwand auseinandersetzen. Seine Lösung war, daß er die Stoffe, aus denen er die Bione bildete, zum Glühen brachte und glühend in die sterilisierten Medien gab: praktisch instantan bildeten sich Bione. Entsprechend müßten diese im lebensfeindlichen Universum an sich allgegenwärtig sein.
Die frühesten bisher halbwegs als gesichert geltenden Mikrofossilien waren maximal 3,5 Milliarden Jahre alt. Forscher haben „in 3,7 Milliarden Jahre altem Gestein aus dem Südwesten Grönlands Graphitkörnchen entdeckt, die ungewöhnlich wenig von dem Isotop Kohlenstoff-13 enthalten – was als möglicher Hinweis auf eine biologische Aktivität gilt. Ähnliche Graphitkörnchen wurden in vier Milliarden Jahre alten Zirkonkristallen aus Westaustralien entdeckt. Doch ob es sich dabei wirklich um erste Lebensspuren handelt, ist umstritten. Denn unter bestimmten Bedingungen kann dieser Graphit auch abiotisch entstehen.”
Nun haben Matthew Dodd (University College London) et al. im Gestein des Nuvvuagittuq-Gürtels in Quebec, einem der ältesten Krustengesteine der Erde, Mikrofossilien entdeckt. „Es handelt sich um winzige Röhren und Fädchen aus Hämatit sowie Karbonat-Rosetten, wie sie heute von Bakterien an hydrothermalen Schloten produziert werden. Sollte es sich hier wirklich um Mikrofossilien handeln, wären dies die ältesten Nachweise für Leben auf unserem Planeten. (…) Folgt man dem maximalen Alter des Nuvvuagittuq-Gürtels, könnten diese Lebensspuren sogar mehr als vier Milliarden Jahre alt sein.“
Absurd alte Mikrobenleichname werden wiederbelebt, das Leben entstand praktisch sofort nach Kondensation des Planeten aus dem Urnebel… Allein schon von daher lohnt sich ein neuer Blick auf Reich, den Biologen.
Schlagwörter: Antarktis, Arktis, Astrobiologie, Bakterien, Death Valley, Gletscher, Hämatit, Höllen, Kristalle, Lebensspuren, Mikroben, Mikrofossilien, Permafrost, Salzkristalle, Selenitkristalle, Urerde, Zirkonkristalle
3. März 2017 um 10:08 |
„Absurd alte Mikrobenleichname werden wiederbelebt,…“
Ja, merkwürdig. WENN ich mich nicht irre, ist es furchtbar einfach: Bisschen Stahlwolle glühen (weil es damit am schnellsten geht, nicht will es Stahlwolle wie in ORACs sein müsste) und sofort in Wasser rein, dann sieht man mit dem einfachsten Mikroskop, wie sich Bläschen bilden und ablösen. Wenn man das mit einer ‚Nährlösung‘ macht (ich hatte mal einen Bio-Abflussreiniger, der Bakterien fördern sollte, damit ging es erstaunlich gut), fangen eben diese Bläschen an sich zu bewegen, zu vermehren, zu kullern, …
wie auch immer man das interpretieren will; DAS jedenfalls ist einfach zu machen.
24. Januar 2018 um 23:29 |
Uuuups, das habe ich eben zufällig entdeckt:
13. Februar 2019 um 10:00 |
James Strick on Wilhelm Reich
Podcast hier:
Download
https://api.soundcloud.com/tracks/574292103/download?client_id=Iy5e1Ri4GTNgrafaXe4mLpmJLXbXEfBR
19. März 2021 um 20:26 |
Aktuelle Spekulationen über die Biogenese
Urzeugung und Chemische Evolution
22. März 2026 um 21:05 |
Biochemiker verzweifelt, weil sie Lebensenergie bei der Biogenese ignorieren
Begann das Leben mit dem Stoffwechsel?
Indem Geochemie allmählich in Biochemie überging, entstanden auf der jungen Erde die ersten Lebensformen – zumindest nach heutigem Kenntnisstand. Manches spricht dafür, dass sie anfangs noch gar kein Erbmaterial wie RNA oder DNA besaßen.
Zitate:
„Vor vier Milliarden Jahren war unser Planet nur von Wasser, Fels und Geröll bedeckt. In dieser trostlosen Umgebung entwickelten sich irgendwann komplexe Netzwerke aus chemischen Reaktionen – möglicherweise in einem flachen Teich, an einer heißen Quelle auf dem Meeresgrund oder in einer tektonischen Spalte. Sie wurden in Lipidbläschen eingeschlossen, woraus schließlich zellähnliche Gebilde hervorgingen, die sich selbst vervielfältigten. An ihnen konnten die Mechanismen der Evolution ansetzen und ließen die Gebilde nach und nach immer komplexer werden: Das Leben war entstanden. So jedenfalls lautet die Kurzfassung des heutigen Kenntnisstands dazu.
(…)
Unklarer Start
Es sei schwer vorstellbar, dass sich ein System selbstreplizierender RNA-Moleküle ganz von allein organisiert haben soll, findet der Chemiker Robert Pascal, der an der Universität Aix-Marseille in Frankreich über die Entstehung des Lebens forscht. »Daran dürfte inzwischen niemand mehr so recht glauben, der sich mit dem Thema auskennt.«
Eine andere Möglichkeit lautet, dass der biochemische Stoffwechsel zuerst da war, hervorgegangen aus geochemischen Abläufen außerhalb biologischer Zellen, und die Erbmoleküle erst später auftauchten. In diesem Szenario liefen die beteiligten chemischen Reaktionen zunächst ganz ohne Enzyme und daher sehr langsam ab. Sie kamen nur deshalb überhaupt in Gang, weil sie thermodynamisch begünstigt waren und vermutlich durch Wärme und die Anwesenheit bestimmter Metalle beschleunigt wurden. Enzyme, die katalytisch deutlich wirksamer waren, entstanden erst später.
(…)
Wenn das so abgelaufen ist, dann wurden bestimmte geochemische Reaktionsnetzwerke auf der frühen Erde allmählich immer schneller und komplexer, bis sie sich irgendwann mit Lipidmembranen und einem molekularen Vererbungsapparat verbanden. Dabei wandelte sich die Geochemie nach und nach zur Biochemie.
(…)
Die Idee, dass die Geochemie der Biochemie vorausging, stütze sich mittlerweile auf viele Belege, betont Susan Lang, Geochemikerin an der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts, USA. Schon 1910 kam der russische Biologe Konstantin Sergejewitsch Mereschkowski zu dem Schluss, dass die frühesten biologischen Zellen ihre organischen Bestandteile aus anorganischen Substanzen hergestellt haben mussten.
(…)
Klar geworden ist jedoch, dass ein nichtenzymatischer Stoffwechsel realisierbar ist, der dem von Mikroben in heißen Tiefseequellen erstaunlich ähnlich sieht. Das ist ein starkes Indiz für eine jahrhundertealte Annahme zum Ursprung des Lebens: dass uns die biochemischen Reaktionen in heute lebenden Zellen mit einer Vergangenheit verbinden, die noch weit vor dem Auftreten erster, primitiver Lebensformen lag.“
https://www.spektrum.de/news/begann-das-leben-mit-dem-stoffwechsel/2263921
22. März 2026 um 21:55 |
Tja, bloß ist nicht klar, wie die Annahme einer ‚Lebensenergie‘ da etwas erklären sollte. Erst mal fragt sich, was mit der Metapher „Lebensenergie“ gemeint ist. Es ist eine Metapher. Dann kommt hinzu, dass man dergleichen nicht braucht, wenn man sozusagen in chemischen Kategorien bleibt. Es gibt nicht einmal eine Frage, die man damit beantworten könnte. Unter „Leben“ wird dann ja ohnehin nur ein Beisammen von einigen Eigenschaften verstanden.
Ich finde es viel interessanter, die mit der Entdeckung des Orgons verbundenen Beobachtungen so zu nehmen, wie man sie kennt (z.B. SAPA, Einfluss des ORAC’s auf Körpertemperatur, ….), und dann ihre beobachteten Zusammenhänge (‚Korrelationen‘) zu beschreiben. Inwiefern das eine ‚Lebensenergie‘ hergibt, ist dann so offen wie die Metapher vage.
23. März 2026 um 09:20 |
Die Annahme ist durch Reichs Versuche Fakt. Durch die Bion-Versuche entdeckte er die Lebensenergie, die er Orgon nannte. Die Biochemie des Lebens baut auf die Orgon-Energie auf. Da dies ignoriert oder nicht einbezogen wird, stümpern die Wissenschaftler herum, obwohl die Lösung so nahe liegt.
22. März 2026 um 22:54 |
Eine Metapher ist ein dichterisches Sprachbild, während „Lebensenergie“. Es handelt sich um ein Konstrukt, ein theoretisches Modell, das im Gegensatz zum Sprachbild operationalisierbar ist. Aber selbst das führt nicht weit genug, denn ein Modell kommt ohne spzifische Details aus, d.h. es ist mechanisch und abstrakt. Reich ging es stets im Funktionsschemata, d.h. um konkret Greifbares, Beobachtbares, Spürbares. Beispiel: Freud arbeitete als Mediziner und Neurologe zunächst mit Modellen, zog sich aber zunehmend auf bloße Methaphern zurück und behandelte etwa Todestrieb und Lebenstrieb wie gegnerische Götter. Reich ignorierte dies und blieb der Libido als Konstrukt treu, die er zunächst mit Kraus‘ „vegetativer Strömung“ gleichsetzte (wie dieser selbst!) und diese in der Vegetotherapie subjektiv erfahrbar machte, in den bioelektrischen Experimenten maß und in den Bionexperimenten unmittelbar beobachtete. Entsprechend beschrieb er sie in seinen Funktionsschemata und später orgonometrischen Gleichungen. Zentraler Punkt ist dabei die Herstellung des „Kontinuums der Funktion“. Beispielsweise reicht es nicht ein Modell aufzustellen, wonach sexuelle Frustration Krebs erzeugt, sondern man muß eine konkrete Linie von der Atemsperre, über die gestörte Zellatmung und den bionösen Zerfall bis hin zur bionösen Reorganisation des Zellmaterials zur Tumormasse führen. Schritte, die jeweils eperimentell verifizierbar sind.
23. März 2026 um 02:55 |
Das erscheint mir nicht sehr klärend. Natürlich ging es Reich um eine ‚empirisch begründete‘ Theorie. Aber das postulierte Orgon als „Lebensenergie“ zu beschreiben, ist metaphorisch, etwa so wie, wenn man sagt, Orgon sei die „Energie des Lebens“. Was dabei „Leben“ heißt, würde man wahrscheinlich wieder unter Bezugnahme auf Orgon klären wollen (Zirkel). Das eine beschreibt man in einer Beobachtungssprache, das andere als Deutung. In dieser Hinsicht ist auch Orgontheorie keine Ausnahme.
23. März 2026 um 09:46 |
Reich entdeckte die SAPA-Strahlung. Und er fand viel darüber hinaus, wie sie mit dem ORAC und mit allerlei physiologischen Werten in Verbindung steht. Die SAPA sind eine Art Bione. Bione wurden bei der Entstehung größerer Lebewesen beobachtet. Damit wird jedoch nicht ERKLÄRT, wie Lebewesen entstehen. Ich beobachte z.B. geglühte Eisenfeilspäne in Nährlösung und wie sich Bione aus ihr herauslösen, die sich bewegen und organisieren. Einige der Bione, die SAPAs, emittieren das, was Reich Orgon nannte. Was das Orgon nun mit Lebensentstehung zu tun hat, wird damit nicht klar. Ein Zusammenhang liegt irgendwie nahe. Irgendwie.
23. März 2026 um 11:08 |
Stimmt schon. Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als der Lebensenergie bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben.
Es ist leider der Fehler der Reich Gesellschaften, diese Forschungen mangels eigener Kompetenz fortgesetzt zu haben.
Nur mit den Stümpereien der mechanistischen Biochemiker, die bei Laborexperimenten oder Tiefseeproben im Wesentlichen den Versuchen von Reich entsprechen, kann man noch weniger Lösung erwarten.
„In den frühen 2000er Jahren äußerten der Mikrobiologe William Martin von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Geochemiker Michael Russell vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien die Vermutung, das Leben könnte an heißen Quellen in der Tiefsee entstanden sein. Dort laufen Reaktionen ab, die entsprechende Produkte erzeugen. In und um heiße Tiefseequellen reagiert eisenhaltiges Gestein mit Wasser, wobei Wasserstoff entsteht. Dieser kann anschließend mit CO₂ reagieren und dabei einfache organische Moleküle hervorbringen, die für biochemische Abläufe in Zellen von zentraler Bedeutung sind: beispielsweise Formiate (Abkömmlinge der Ameisensäure) mit einem Kohlenstoffatom, Acetate (Abkömmlinge der Essigsäure) mit zwei Kohlenstoffatomen und Pyruvate (Abkömmlinge der Brenztraubensäure) mit drei Kohlenstoffatomen.“
23. März 2026 um 11:31 |
Wie ich schon mal schrieb: Die Metapher „Energie des Lebens“ – kurz „Lebensenergie“ – ist schon nicht hilfreich. Dem , was SAPAs emittieren, einen Namen – „Orgon“ – zu geben, ist allerdings OK; ja , und dann weitere Eigenschaften damit in Verbindung zu bringen, wie diejenige, in der Nähe der SAPAs ähnliche Phänomene hervorzubringen wie im ORAC (nur EIN Beispiel).
24. März 2026 um 10:59 |
Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, das Postulat der Orgonenergie an konkrete Experimentalergebnisse zu koppeln.
Ich kann mich mangels eigener Kompetenz hier nur in Spekulationen ergehen und annehmen, dass die Biogenese durch Reichs Bionversuche wesentlich besser erklärt wird, als bisher alles, was ich in Büchern oder Artikeln dazu lesen konnte.
24. März 2026 um 11:59 |
Ich will darauf hinaus, dass man möglichst klar sagen muss, was man mit Ausdrücken meint, z.B. mit dem Ausdruck „Lebensenergie“. Man kann Beobachtungen möglichst wenig deutend beschreiben, z.B. „Ich sehe Bläschen sich aus der Eisenfeilspäne herausbewegen“. „Energie des Lebens“ beispielsweise ist demgegenüber sehr unklar und eignet sich nicht im Rahmen einer Beobachtungsbeschreibung. Das liegt schon daran, dass das zweifellos eine typische Genitivmetapher ist (wie z.B. „Haus des Glücks“), und da liegt schon Unklarheit darin, was der Genitiv zur Bedeutung des gesamten Ausdrucks beiträgt. Tatsächlich scheint mir das Auftreten der Bione in den üblichen Bionexperimenten selbst wieder wie ein Wunder zu sein. Es wird eigentlich nicht klar, warum die da entstehen. Und auch nicht: warum da Strahlung auftritt. Übrigens bin ich deswegen auch nicht glücklich mit dem Ausdruck „Energiebläschen“. Das ist eher nicht ein Vorwurf an Reich. Sicher sind da viele Entdeckungen im Spiel, ohne die mir im Leben etwas fehlen würde. Was bedeutet „erkennen“, und inwiefern beruht das auch auf der Sprache, die man benutzt? Ganz lesenswert: „Die Probleme der Philosophie in ihrem Zusammenhang“ von Moritz Schlick (1933/34), dem Professor, der in den Dreißigern von einem seiner Studenten auf der Wiener Universitätstreppe erschossen wurde – eine Begründung des Mörders war (in meinen Worten), dass Schlick dessen mit erbaulichen Formulierungen dargestellten Gedanken gewissermaßen zerstörte.