Podcast Episode: Reichs Orgonomie und Wissenschaft
3. November 1957DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, c. Oh Shrek, „offensichtlicher Unsinn“!
11. August 2026Das JOURNAL OF ORGONOMY auf deutsch
10. August 2026Man findet 31 Artikel aus dem JOURNAL OF ORGONOMY (JofO) auf Orgonomie in Deutschland und auf Soziale Orgonomie. Es wurden aber auch bereits vor über 20 Jahren in dem Band Nach Reich, herausgegeben von James DeMeo und Bernd Senf, weitere 13 Artikel aus dem JofO auf deutsch veröffentlicht. Ich erwähne das, weil das Buch als pdf-Datei online einsehbar ist:
aus dem JofO 1/1&2, 1967: „Symptombefreiung mit orgonomischer Erster Hilfe“ von Morton Herskowitz (im Buch S. 163-171) [eine Alternativübersetzung zu http://roomforhappiness.de/herskowitz.html
aus dem JofO 2/1, 1968: „Eine Einführung in die Orgontherapie“ von Ola Raknes (im Buch S. 115-120)
aus dem JofO 12/2, 1978: „Erinnerungen an Wilhelm Reich“ von Morton Herskowitz (im Buch S. 286-305)
aus dem JofO 13/1, 1979: „Wilhelm Reichs frühe Arbeit über Charakteranalyse“ von Myron R. Sharaf (im Buch S. 95-114)
aus dem JofO 18/2, 1984: „Wirkungen des Orgonakkumulators (ORAKs) bei krebskranken Mäusen: drei Experimente“ von Richard A. Blasband (im Buch S. 673-684)
aus dem JofO 20/1, 1986: „Energiefelder und Bewußtsein“ von Barbara Koopman (im Buch S. 815-837)
aus dem JofO 20/2, 1986: „Orgonomische bei Heilung durch Berührung“ von Bernard R. Grad (im Buch S. 804-814)
aus dem JofO 22/2, 1988: „Transformationen in mikrobiologischen Organismen“ von Richard A. Blasband (im Buch S. 606-614)
aus dem JofO 23/1, 1989: „Wirkungen des Orgonakkumulators auf die Fingertemperatur“ von Neill R. Snyder (im Buch S. 664-672)
Vortrag vor dem American College of Orgonomy, 1989: „Orgonomische Hilfsmittel bei der Behandlung von Infektionen“ von Myron D. Brenner (im Buch S. 764-777)
aus dem JofO 24/1, 1990: „Béchamps Mikrozyme und Reichs Bione: Ähnlichkeiten und Unterschiede“ von Bernard R. Grad (im Buch S. 598-605)
aus dem JofO 24/1, 1990: „Die orgonenergetische Behandlung transplantierter Tumoren und die damit verbundenen immunologischen Funktionen“ von Ernano Eduardo Trotta und Eugénio Marer (im Buch S. 685-692)
aus dem JofO 25/2, 1991: „Bionöse Desintegration bei degenerativen Krankheiten“ von Alan Cantwell (im Buch S. 615-626)
aus dem JofO 25/2, 1991: „Forschungsnotiz: Reichscher Bluttest und Autofluoreszenz“ von Charles Frigola und Pilar Castro (im Buch S. 627f)
Weiteres JofO-kompatibles Material findet sich auf den deutschen Netzseiten von Jerome Eden, Charles Konia, Vittorio Nicola und David Holbrook.
Email (Reich und Laska) 2008
9. August 2026DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, b. Orgonenergie in steinzeitlichen Höhlen
7. August 2026Ironische und ernsthafte Wissenschaft
6. August 2026Der Begriff „ironische Wissenschaft“ stammt aus dem 1996 erschienenen Buch Das Ende der Wissenschaft des Wissenschaftsjournalisten John Horgan. Er vertrat die These, daß in der Wissenschaft nichts Neues mehr zu entdecken sei. Theorien würden mittlerweile so formuliert, daß sie empirisch nicht widerlegbar, also reine Spielerei seien, die aber Prestige und vor allem Fremdfinanzierung sichere. Das was Wissenschaftler heute tun, sei „postempirische“, nur noch spekulative „ironische Wissenschaft“ ohne wirklichen Wahrheitsanspruch. Zurecht prangte Horgan Figuren wie Hawkins an, die nur noch hochspekulatives Zeugs verfaßten, dessen Erkenntnisgewinn (geschweige denn ein sich abzeichnender praktischer Nutzen) gegen Null tendierte.
Ich frage mich aber, ob es früher viel anders war. Beispielsweise sind Mikrobiologen sicherlich ständig mit Abiogenesis und Pleomorphismus konfrontiert, aber das wird sofort ausgeblendet und Proben als „kontaminiert“ weggeschmissen. Ähnlich werden Chemiker ständig über das stolpern, was Reich als „präatomare Chemie“ bezeichnet hat. Und so überall, vom angeblichen Urknall (der von jedem neuen Blick ins All widerlegt wird) bis hin zu den Theorien über unser Sonnensystem. Nicht ein einziges Mal haben die Wissenschaftler einigermaßen richtige Voraussagen gemacht, immer haben die Satelliten sie vom Hocker gehauen.
Die Leute sagen, die Orgonomie wäre ein gigantisches Wahngebilde. Ich glaube, auf die gängige Wissenschaft trifft das tausendmal mehr zu. Die Universitäten sind dann sowas wie Ideologiefabriken.
Die Evolution selbst zeigt, wie „ironisch“ Fortschritt sein kann. Man sieht in einem Aquarium sofort welche Pflanzen primitiv sind und welche fortgeschritten sind. Das verblüffende dabei ist jedoch, daß gerade die primitiven Pflanzen, z.B. Fadenalgen, eine wahre Pest sind, sie wachsen immer und überall, während die fortgeschrittenen Pflanzen unglaublich empfindlich sind. Wo ist da der Fortschritt und welchen Sinn macht er überhaupt? Der Biologe wird einwenden, dies sei alles ganz einfach mit Spezialisierung erklärlich. In isolierten ökologischen Nischen wären die höherentwickelten Organismen tatsächlich besser angepaßt als die unverwüstlichen primitiven, so daß sich der Fortschritt dort durchsetzen könnte. Funktionell gesehen ist hier aber gar kein Widerspruch. Man denke in diesem Zusammenhang an Reichs sich nach rechts hin immer weiter verästelnde orgonometrische Gleichung: Entwicklung und „isolierende“ Verästelung sind funktionell identisch!
Was wir im Wissenschaftsbetrieb so als „Fortschritt“ vor uns haben, entspricht dieser natürlichen Evolution: zunehmende Spezialisierung mit immer unbedeutenderen Ergebnissen, also das was Horgan beklagt. Man frägt sich genauso wie bei manchen Wasserpflanzen, welch einen Sinn ein solcher Fortschritt überhaupt macht, doch richtet man das Augenmerk auf die jeweilige „ökologische Nische“, macht dieser Fortschritt doch Sinn – und man sieht, daß es unendlich (?) so weitergehen kann mit dem „Spezialisierungs-Fortschritt“, wobei dieser dabei immer „fragiler“ wird.
Das besondere der Orgonomie ist nun, daß für sie wissenschaftlicher Fortschritt nicht primär diese immer weitere Verästelung bedeutet, sondern ganz im Gegenteil das Auffinden „primitiverer“ gemeinsamer Funktionsprinzipien (CFP). Während z.B. Reichs psychoanalytische Kollegen immer feinere psychologische Mechanismen offengelegt hatten, ist Reich zum „segmentären Wurm im Menschen“ „vor“-gestoßen.
Kurz gesagt: es kann stets nur immer voran gehen, der Fortschritt ist garantiert, es stellt sich dabei nur die Frage, ob er in einer peripheren Sackgasse endet (wie die gegenwärtige Wissenschaft und Gesellschaft), oder ob er mit der „kosmischen“ Gesamtentwicklung in Harmonie steht: um das zu garantieren, muß man aber zurück zum CFP schauen und entsprechend die Entwicklungsprozesse vernünftig koordinieren.
„Natur“ und „Unnatur“
4. August 2026Man kann den menschlichen Organismus (die Biologie) unmöglich vom zivilisatorischen Umfeld trennen. Genausowenig wie man einen Einsiedlerkrebs von der Blechdose trennen kann, die seinen Hinterkörper schützt. Aus dieser Sicht ist es egal, ob z.B. ein Splitter, der in die Unterhaut eindringt, von Makrophagen aufgefressen oder von Chirurgen entfernt wird. Von der Funktion her gibt es nämlich keinen Unterschied zwischen der Instanz „Immunsystem“ mit dessen Angestellten (den Makrophagen) und der Instanz „Krankenhaus“ und dessen Angestellten. Die einzige Frage, die zählt, ist, ob die für den Organismus lebensnotwendige Funktion erfüllt wird oder nicht. So gesehen geht etwa die Frage, ob ein Tumor „natürlich“ abgebaut wird oder „unnatürlich“ chirurgisch beseitigt wird, vollkommen am Kern des Problems vorbei. Diese Trennung von Natur und Zivilisation ist selbst ein zivilisatorisches Kunstprodukt.
Das Lehren uns die beiden großen Funktionalisten Wilhelm Reich und Hans Hass: aus funktioneller Sicht sind Gegensätze wie biologische Selbstregulation vs. zivilisatorischer Eingriff, oder selbstherrliches Individuum vs. universalistischer Gruppenzwang vollkommen künstlich und lenken nur von der wirklichen Fragestellung ab. Und diese wirkliche Fragestellung lautet schlicht und ergreifend: Leben oder Tod?
Es geht darum die orgonotische Pulsation zu steigern. Dies kann sogar bedeuten gegen die „Natur“ zu arbeiten. Zum Beispiel gilt es die Sexualität endgültig von der Fortpflanzung zu trennen, d.h. durch bessere Verhütungsmittel von der „Biologie“ zu befreien. Etwas „Unnatürlicheres“ als Verhütung kann man sich wohl kaum vorstellen. Auch könnte ich mir Eingriffe in die Keimbahn vorstellen, um alle Erbkrankheiten endgültig auszumerzen. Auch sehe ich nicht ein, daß es fürderhin objektiv unattraktive Menschen geben sollte. Es ist dem Lebensprozeß inhärent, daß wir uns von den Evolutionsgesetzen befreien und eine neue Rasse züchten, über den Menschen hinaus. Seit dem letzten Jahrhundert ist die natürliche Auslese ohnehin außer Kraft gesetzt, so daß von „Natürlichkeit“ keine Rede mehr sein kann, und wenn wir nicht entarten wollen, muß etwas Neues an ihre Stelle treten. Solange der weiteren Entfaltung der Genitalität gedient wird, ist alles erlaubt, wobei, frei nach Reich, dabei der Weg identisch mit dem Ziel sein muß.
Um die Zukunft zu sichern, d.h. keine Frankensteins an die Keimbahn heranzulassen, ist es notwendig, daß es neben der Orgonomie keine andere „Weltsicht“ geben darf. Und das meine ich vollkommen ernst. Alles andere ist Verrat am Lebendigen. Es geht hier nicht um größenwahnsinnige Weltherrschaftspläne, sondern schlicht und ergreifend darum, daß anstelle der mechanistischen Wissenschaft der orgonomische Funktionalismus zu treten hat. Und das ist nicht so unrealistisch, wie es klingt. Man denke nur daran, wie in ihrem Bereich, d.h. auf atomarer Ebene, praktisch von heute auf morgen die Quantenmechanik die klassische Mechanik weltweit verdrängt hat. Das geht wahnsinnig schnell. Erinnert sei daran, wie vor nicht langer Zeit ganz real von einem Tag zum Tag anderen die gesamte etablierte Theorie über Magengeschwüre umgestoßen wurde. Täglich liest man, daß dank neuer Beobachtungen, Experimente, Erkenntnisse irgendwelche bisherigen Theorien hinfällig geworden sind.
Egal wie technologisch fortgeschritten und „unnatürlich“ wir sind, wir bleiben Teil der Natur. Die einzige Frage ist, um mit Reich zu reden, ob wir „charakterologisch und neurotisch krank (sind), deformiert und (nicht) funktionieren im Sinne der Naturgesetze“ (Reich über Freud, S. 86). Wir müssen von der individuellen (Genitalität) und gesellschaftlichen (Arbeitsdemokratie) Panzerstruktur wieder Teil der Natur werden (orgonomischer Funktionalismus).
Ein gutes Beispiel für fehlgeleitete „Natürlichkeit“ war das „Waldsterben“: ein bloßer Mythos. Er beruhte einfach darauf, daß es in Mitteleuropa seit über 1000 Jahren nicht mehr soviel Wald gab, daß dieser Wald hoffnungslos überaltert ist und daß ein Großteil der Bäume nicht dort stehen, wo sie eigentlich hingehören. Natürlich stirbt der Hochwald ab, wenn dort Bäume aus dem Flachland angepflanzt wurden, und natürlich sterben Nadelbäume dort ab, wo natürlicherweise Laubbäume wüchsen. Und was etwa Waldbrände in Amerika betrifft: sie sind ein Produkt der Feuerbekämpfung in den letzten Jahrzehnten! Als die ersten Weißen nach Amerika kamen, waren sie baß erstaunt, wie „aufgeräumt“ doch die Wälder waren, ohne viel Unterholz und sehr licht (das Gegenteil der wilden Urwälder im feuchten Mitteleuropa). Das war so, weil diese Wälder regelmäßig durch Blitzschlag Feuer fingen, was sie licht hielt. So konnte es mangels Brennholz am Boden nie richtige Feuerkatastrophen geben. Dann kamen in diesem Jahrhundert die weißen „Umweltschützer“ und haben diese sporadischen natürlichen Waldbrände jeweils gelöscht. D.h. die Wälder wurden dicht und voll Unterholz – und je mehr man die immer schlimmer werdenden Feuerkatastrophen eindämmt, desto verheerender werden sie. Und das Tragische ist, daß die heutigen Großfeuer die Wälder tatsächlich irreparabel schädigen. Es gibt also keine schlimmeren Verbrecher als Feuerlöscher. Das ist mein Credo: je mehr Waldsterben und Waldbrände (wenn es nicht eh schon zu spät für gesunde Feuer ist) desto besser.
Literatur zu Reichs Leben und Werk
3. August 2026Es gibt im Netz zwei Listen von Reichs Büchern, die sich hervorragend für das Selbststudium der Orgonomie eignen:
Auf Dr. Vittorio Nicolas Heimatseite sind Reichs auf Deutsch erschienenen Werke nach dem Erscheinen der Erstausgabe geordnet angeführt. Die meisten dieser Bücher lassen sich problemlos beschaffen und die Lektüre in dieser Reihenfolge sollte ein einigermaßen klares Bild des Reichschen Werk vermitteln.
Eine zweite etwas systematischere Anleitung zum Selbststudium findet sich am Ende meiner Einführung zu www.orgonomie.net.
Eine dritte Buchliste, diesmal zu Reichs Biographie, möchte ich hier präsentieren. Die folgenden sieben oder acht Bücher verschaffen ein lückenloses Bild vom Tag seiner Geburt 1897 bis zum Tag seines Todes 1957.
Zunächst wären da Reichs eigene selbstkritischen und schonungslosen Erinnerungen aus seiner Kindheit, Jugend, der Kriegszeit und der Nachkriegszeit: Leidenschaft der Jugend. Eine Autobiographie. 1897-1922.
Über diese Zeit kann nur Reich selbst sinnvoll berichten, was aber sein späteres Leben betrifft, sollte man sich weitgehend von seinen Selbstinszenierungen frei machen. Den Anfang macht ein Buch über Reich zwischen 1919 und 1930: Wilhelm Reich in Wien. Psychoanalyse und Politik (Geyer-Edition, 1988) von Karl Fallend.
Leider Gottes ist das Buch vergriffen, aber vielleicht über Bibliotheken beschaffbar. Ein kleiner Trost ist Fallends Beitrag in einem auch ansonsten lesenswerten Ausstellungskatalog, der von Birgit Johler herausgegeben wurde: Wilhelm Reich Revisited. Allein schon wegen der Bilder lohnt sich die Anschaffung!
Ein Buch, das sich auf Reichs Berliner Zeit zwischen 1930 und 1933 konzentriert (aber nicht beschränkt), stammt von Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft? Wilhelm Reich und die Psychoanalyse im Nationalsozialismus.
Genauso uneingeschränkt lobenswert ist ein Buch von Christine Rothländer: Karl Motesiczky 1904 – 1943. Eine biographische Rekonstruktion. Es handelt sich hier um die Biographie von Reichs „politischem Sprecher“ Karl Teschitz und bietet (u.a.!) einen hervorragenden Einblick in Reichs skandinavische Zeit zwischen 1933 und 1939. Eine Ergänzung zu dieser Untersuchung ist das Buch über Reichs Sekretarin in Oslo und anfangs auch in New York, Gertrud Gaasland: Gertrud Meyer 1914 – 2002. Ein politisches Leben im Schatten Willy Brandts (1914 – 2002).
Reichs anfängliche Zeit in Amerika zwischen 1939 und 1947 war nach außen hin ziemlich ereignislos. Wichtigste Augenzeugin dieser Zeit ist eine Frau, die Reich über ihre gute Freundin Gaasland kennen- und liebengelernt hatte: Ilse Ollendorff. Ihre Biographie Reichs, die erste überhaupt, ist noch immer lesenswert und wird es auch bleiben: Wilhelm Reich. Das Leben des großen Psychoanalytikers und Forschers Wilhelm Reich, aufgezeichnet von seiner Frau und Mitarbeiterin.
Die ereignisreiche Zeit vom Beginn der Verfolgung durch die FDA 1947 bis zu ihrem Enderfolg 1957 dokumentiert Jerome Greenfield sehr ausführlich und kompetent in seinem Buch: USA gegen Wilhelm Reich.
Keiner der Autoren beschönigt etwas, alle stehen Reich mit einer gesunden Distanz gegenüber, alle sind objektiv. Mit einigem Engagement sollten sich alle diese Bücher besorgen oder zumindest ausleihen lassen!
Schließlich sind in diesem Jahr Erst- bzw. Neuauflagen von zwei zentralen Werken Reichs zu verzeichnen.
Erstens Reichs Interview von 1952: Reich über Freud.
Zweitens die vom Übersetzer Bernd A. Laska überarbeitete und von Christian Fernandes redigierte Neuauflage des von Reich 1953 geschriebenen Christusmord.
In vieler Hinsicht sind diese beiden Bücher Reichs Vermächtnis.




















