Podcast Episode: Orgonomie, Diagnose und Gesellschaft

3. November 1957

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, l. Der Gegensatz von Alzheimer und Krebs

18. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, l. Der Gegensatz von Alzheimer und Krebs

Orgonomische Ethik?

17. Oktober 2026

Moral bedeutet den primären, genitalen Antrieben den Vorzug zu geben vor etwaigen prägenitalen und sadistischen Antrieben, die durch Frustrationen hervorgerufen wurden. Nicht zu verwechseln mit der Zwangsmoral: die Befolgung von aufoktroyierten Regeln, die den genitalen Antrieben entgegenstehen.

Ich habe also erst einmal gar nichts gegen Moral, aber alles gegen Zwangsmoral, die letztendlich die Grundlagen jeder wirklichen Moral untergräbt.

Zweitens würde ich Reichs Begriff „Zwangsmoral“ glatt mit „Ethik“ gleichsetzen, weil Reich in Die sexuelle Revolution gesagt hat, daß jede Ethik prinzipiell antisexuell und damit verdammenswert sei.

Ethik bedeutet zweierlei: 1. Wertlehre und 2. Morallehre.

Daß die „Lehre von den sittlichen Werten“ primär gegen die „unsittliche“ Sexualität gerichtet ist, sollte wohl klar sein, d.h. aber natürlich nicht, daß „Werte“ per se verdammenswert sind. Orgonomisch betrachtet sind Werte nichts anderes als die „Fassadenrepräsentanz“ (Peripherie) von Kernbestrebungen. Wahre Werte sind eine unverfälschte Widergabe des Kerns, neurotische Werte sind beim Durchgang durch die sekundäre Schicht verzerrt worden (wie beim sentimentalen oder moralistischen „Wertkonservativen“). Und dann gibt es noch „falsche Werte“, d.h. Werte, die mit dem Kern nichts zu tun haben, sondern einfach nur der sekundären Schicht dienen: das sind die „Werte“ der Linken (des pseudoliberalen [modern liberal] Charakters und Roten Faschisten). Dem absolut Bösen schlechthin!

Ähnliches läßt sich zur „Lehre von den sittlichen Forderungen“ sagen, nur daß es da bioenergetisch weniger um die Fassade als vielmehr um die mittlere Schicht geht. Nach dem Motto: „Mensch, Junge, reiß Dich zusammen und zeig Charakter!“ Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden, doch hier zeigt sich dann doch wieder der innere Widerspruch jeder Moral. Gerade die zwangsmoralische Charakterformation verhindert, daß man wirklichen Charakter zeigt. Man funktioniert vielmehr wie ein Automat (also z.B. immer zwangsneurotisch oder immer chronisch-depressiv) – und ist deshalb imgrunde ziemlich „charakterlos“ im umgangssprachlichen Sinne. Es geht darum, die Kernbestrebungen möglichst effektiv und fachgerecht durchzusetzen: Charakter zu zeigen. Das kann nur der genitale Charakter, nicht jedoch der neurotische Charakter.

In einer neurotischen Welt ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man einem Kind immer wieder die Kernrepräsentanz in der Fassade, also Werte vor Augen führt und es so mit seinem Kern in Kontakt hält. Man bringt ihm also Werte bei, etwa immer wahrhaftig, also „kernrepräsentativ“ zu sein. Das hat Reich bei seinem Sohn Peter getan, um ihn gegen die ansteckende Krankheit Emotionelle Pest zu immunisieren. Leider ist es aber so, daß den Kindern heutzutage irgendwelche „Werte“ aufoktroyiert werden, die das Kind nicht mit dem Kern in Kontakt halten, sondern nur noch weiter vom Kern trennen. Man denke nur an die ganze pestilente Regenbogen-Agenda.

Wir helfen den Kindern nicht, wenn wir ihnen alle Wiederstände aus dem Weg räumen, sie z.B. unwidersprochen Lügen lassen, weil die Lüge für sie viel bequemer ist. Nein, genauso wie sie durch Überwindung von materiellen Hindernissen eine Muskulatur ausbilden, sollen sie durch Überwindung von „moralischen“ Widerständen auch eine Charakterstärke ausbilden – und z.B. lernen, damit umzugehen, wenn man Scheiße gebaut hat. In unserer antiautoritären Gesellschaft ist es aber so, daß man sowas durchgehen läßt, weil die Eltern selbst viel zu bequem und kontaktlos sind. Andererseits werden Kinder nach wie vor mit Forderungen konfrontiert, die nichts mit dem aktuellen bioenergetischen Funktioniere des Kindes zu tun haben. Etwa: „Ich habe Dich beim Akkordeonkurs angemeldet! Und Du gehst hin. Keine Widerrede. Als Kind wollte ich immer Akkordeon lernen, konnte das aber nicht! Und jetzt gebe ich Dir die Chance, Du undankbarer Balg!“ So wird durch moralische Forderungen der Charakter nicht etwa gestärkt, sondern kaputtgemacht.

Kann es also eine orgonomische Ethik geben? Diese Frage ist abstrakt und sinnlos, wenn man nicht die obigen Überlegungen einbezieht und das dann vom individual-bioenergetischen auf den gesellschaftlichen arbeitsdemokratischen Bereich überträgt. Die Frage muß in diesem Fall lauten, ob die Arbeitsdemokratie eine Ethik für ihr funktionieren braucht.

Was die aktuelle real existierende Arbeitsdemokratie braucht, sind klare Leitlinien, die die Mitarbeiter immer wieder an den Kern der ganzen Sache erinnern, so daß sie mit ihm in Kontakt bleiben („Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens!“), und Forderungen, die die Mitarbeiter davon abhalten sitzenzubleiben und sie dazu ermahnen, diese Leitlinien auch durchzusetzen („Liebe, Arbeit und Wissen sollten das Leben auch regieren!“). Reichs Labor war mit derartigen Sprüchen gepflastert: „It can be done!“ Ethik im Sinne einer bioenergetischen Funktion, statt eines Über-Ichs, das gegen die Bioenergetik kämpft.

Das ist eben das grundsätzliche Problem mit dem Begriff „Ethik“. In der griechischen Philosophie ist sie etwas, das aus der überweltlichen Ideenwelt herabkommend der niederen, bösen, chaotischen Materie ihren göttlichen Stempel aufdrückt; und in der jüdischen Religion ist sie eine überweltliche, unbegreifliche und logisch nicht rechtfertigbare göttliche Offenbarung, die aus dem bösen Tier einen guten, „beschnittenen“ Menschen macht. Auf dem Prokustesbett des Ideals sadistisch verstümmelte Körper, verstümmelte Genitalien! Mit dieser Ethik will ich nichts zu tun haben, Du dumme Sau!

Orgonomie, LSR, Charakteranalyse und „sexualökonomisches Marketing“

16. Oktober 2026

Wer in den letzten Jahren den Inhalt des Journal of Orgonomy verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, daß es zunehmend sozusagen „oberflächlicher“ geworden ist. Keine Artikel mehr über Orgonbiophysik, und selbst die über die medizinische Orgonomie enthalten sich weitgehend eines „orgonomischen Jargons“ und könnten in einer entsprechenden nicht-orgonomischen Zeitschrift erscheinen, ohne groß aufzufallen. Das gleiche gilt für Artikel über die soziale Orgonomie, die immer mehr den Inhalt dominiert. Teilweise kann man ganze Nummern durchlesen, ohne großartig auf spezifisch Orgonomisches zu treffen.

Ganz ähnlich ist es mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt bestellt. Es ist praktisch unmöglich mit Rückgriff auf Laska selbst einem Außenstehenden zu erklären, worum es eigentlich geht; was denn der Kern, die Essenz, dessen sein soll, für das die Namen LaMettrie, Stirner und Reich stehen! Im Laufe der Jahre, also seit der „Reichianer“ Laska Ende der 1970er Jahr Stirner für sich entdeckte, reduzierte sich sein damals langsam Gestalt annehmendes Projekt immer mehr auf Rezeptionsgeschichte bzw. „Repulsionsgeschichte“. Wie in der Charakteranalyse ging es zunehmend nicht mehr um die Deutung des Inhalts, sondern um die Analyse des Widerstands eben dieses Inhalts, bis von dem überhaupt nicht mehr die Rede war. Laska wollte nicht das vollends „zerreden“, was eh abgewehrt wird!

Beim American College of Orgonomy ist es ähnlich: da alles Tiefergehende, d.h. der eigentliche Inhalt der Orgonomie durch die gepanzerte Menschheit von vornherein abgeblockt und „bestenfalls“ (was hier gleichbedeutend mit schlimmstenfalls ist) heillos mystifiziert wird, ist es besser, das Publikum da abzuholen wo es ist, also wie in einer Orgontherapie vorzugehen: mit der Oberfläche anfangen.

So sehr ich diese Herangehensweise zu würdigen weiß, halte ich sie doch für problematisch. Erstens ist es eindeutig Selbstsabotage durch „Selbstzensur“. Auf diese Weise erscheinen jeweils das LSR-Projekt und die Orgonomie als geradezu langweilig. Das Faszinosum geht flöten, das erst mal das Publikum auf einen aufmerksam macht.

Es ist wie bei einer jungen Frau, die durch ihr Outfit und Gehabe auf den ersten Blick weitaus mehr verspricht, nämlich Sex, als sie zumindest anfangs zu geben bereit ist. Was soll der Augenaufschlag, die rotbemalten Lippen, das Dekolleté und die Nuancierung aller sonstigen weiblichen Körpersignale denn anderes bedeuten als eine Aufforderung zum Koitus?! Erst danach fängt das mühsame Geschäft des langsamen Überwindens der Widerstände an, bis es dann endlich wirklich zur Sache kommt. Sie würde als alte Jungfer sterben, wenn sie von Anfang an so deeskalierend auf dem Markt des Flirtens erscheinen würde, nämlich trocken, zugeknöpft und weit entfernt von jedwedem Sexappeal!

Wenn das so weitergeht, wird das LSR-Projekt und die Orgonomie genauso enden…

Verkomplizierend kommt die gottverfluchte lebensfeindliche Pornographie hinzu, die alles vergiftet, Konfusion erzeugt und Signale wertlos macht. Genau das ist ja auch ihre pestilente Funktion! Bei der Orgonomie ist es all das „Orgonit“ und der ganze restliche „energetische“, „spirituelle“, „esoterische“ Firlefanz, so daß man das Wort „Orgon“ kaum noch aussprechen mag. Bei LSR ist es all der pseudoaufklärerische Dreck, der, wie insbesondere von Nietzsche vorexerziert, alles „LSRische“ in einer Kakophonie erstickt, die irgendwo im Niemandsland zwischen LaMettrie und DeSade, Stirner und Marx, Reich und Freud/Marcuse/Foucault wie eine Giftwolke aus Schwefelwasserstoff wabert.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, k. Die Stimulierung des Vagusnervs

15. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, k. Die Stimulierung des Vagusnervs

MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS aktuell Oktober 2026

14. Oktober 2026

In der Erstausgabe von Reichs Massenpsychologie des Faschismus, mit dem er gegen die Grundfesten des „Dritten Reiches“ losschlug, kaum daß sich diese blutige Kackscheiße aus der reaktionären Gülle erhob, galt sein Hauptaugenmerk der erzreaktionären Kirche der Weimarer Republik, die sich nie mit der Demokratie abgefunden hatte und, um nicht Schwarzrotgold hissen zu müssen, deshalb gleich nach dem Krieg die bekannte evangelische Kirchenfahne (violettes Kreuz auf weißem Grund) eingeführt hat, die heute noch das alte Grauen verbreitet. Für Reich waren die Kirchen nichts anderes als sozusagen „Charakterfabriken“, die direkt, vor allem aber indirekt über ihren verheerenden Einfluß auf das Familienleben, den charakterstrukturellen Boden für den Nationalsozialismus bereitet hatten. Ihre lebensfeindliche (= sexualfeindliche) Ideologie hat jenes Ressentiment gegen das Leben selbst erzeugt, das sich in den Todesorgien der KZs und des Krieges austobte. Die sex-, geld-, lebensgeilen „jüdischen“ Dämonen des Untermenschentums (d.h. des Unterleibsmenschentums!) mußten erschlagen werden.

Man glaube nicht, daß sich der organisierte Mystizismus, also die Kirche, auch nur einen Deut gebessert hätte. Der Kampf gegen die AfD, die einzige ernstzunehmende demokratische Oppositionskraft gegen die „zivilgesellschaftliche“ Gleichschaltung, die „Unsere Demokratie“ genannt wird, ist ein Kampf der „Edelmenschen“ gegen uns Menschentiere Der Kampf des Kopfes gegen die Schlangenbrut der Triebe. Darüber bin ich gerade bei einem abendlichen Spaziergang durch das nach Katholizismus stinkendem Münster gestolpert:

Reich zitiert Alfred Rosenberg: „Nicht überall aber tötete der nordische Theseus die Untiere Vorderasiens; bei der ersten Erschlaffung des arischen Blutes entstanden immer wieder von neuem die fremden Ungeheuer, das heißt vorderasiatisches Mischlingstum und physische Robustheit der ostischen Menschen.“ Es sei klar, was mit „physicher Robustheit“ gemeint ist: sexuelle Naturwüchsigkeit. „Psychologisch bedeutet die Schlange (…) als Phallus symbolisierte genitale Sinnlichkeit. Sie ist niedergedrückt, unterirdisch geworden (…) aber sie ist nicht vernichtet.“ Die gutmenschliche Reaktion schwingt die Keule zum Endkampf gegen „das Böse“, das in seiner Tierhaftigkeit kein Unrechtsbewußtsein und keine Scham kennt und deshalb immer wieder von neuem frech sein Haupt erhebt…

Die drei Filter durch die die wirklichen Erschaffer der Gegenwart auf stark entstellte Weise wirkten und durch die ihr Lebenswerk gleichzeitig ins Gegenteil verkehrt wurde

13. Oktober 2026

Rousseau, Nietzsche und beispielsweise Foucault waren wie Filter, die den jeweils ursprünglichen Impuls (LaMettrie, Stirner und Reich) so modulierten, daß die ursprüngliche lebenspositive Botschaft so entkernt wurde, daß sie einerseits immer noch auf geradezu „magische“ Weise Widerhall fand, ein Faszinosum, andererseits aber das lebensfeindliche System nicht wirklich gefährdete, sondern eher noch stabilisierte. Mit anderen Worten wurden die erstgenannten zu einem anerkennten Kulturgut und gleichzeitig die kontrollierte „Opposition“ gegen eben diese Kultur. In diesem Zusammenhang möchte ich an Myron Sharafs Wortspiel „Fury on Earth“ erinnern. Das System fängt den wütenden Angriff ab, siebt das wirklich revolutionäre fein säuberlich heraus und verwandelt ihn dergestalt zu einer „revolutionären“ Stütze des Systems. Ein profanes Beispiel ist die Popmusik: aus Johnny Rotten wurde – Campino!

Das 18. und 19. Jahrhunderts stand unter dem Bann Rousseaus. Kant (menschliche Freiheit und moralisches Gefühl), Marx (Entfremdung), die gesamte romantische Bewegung (das Primat des Gefühls über den Verstand) standen unter seinem Stern, selbst Nietzsche. Dieser wiederum war davon überzeugt, daß sich in seiner, Nietzsches Person das Schicksal der nächsten zwei Jahrhunderte vorzeichne. Und tatsächlich gehört das 20. und 21. Jahrhundert Nietzsche: alle Philosophen, Psychologen und Kulturkritiker nach ihm waren und sind durch die Bank nur ein schwacher Abklatsch von ihm. Der Existentialismus, Heidegger, alle Schulen der Psychoanalyse, alle Kulturheinis, ob nun Gottfried Benn oder Thomas Mann oder wer auch immer – alle standen sie unter seinem Bann. Nicht zuletzt Reich war stark von Nietzsche beeinflußt. Ein Portrait Rousseaus war der einzige Wandschmuck in Kants Arbeitszimmer. In Reichs Arbeitszimmer der 1920er Jahre hing Nietzsches berühmte Totenmaske. Ohne Reich selbst wäre die gesamte heutige woke Kultur aus Frankfurter Schule, Fromm, Marcuse, Foucault, Deleuze, Derrida etc. undenkbar. Genauso wie vorher Nietzsche nur ein verzerrender „Filter“ war, durch den Stirner wirkte. Bei Rousseau war es LaMettrie, wie Bernd A. Laska und Christian Fernandes (LSR-Projekt) nachgewiesen haben.

Zwei Notizzettel zur Antipädagogik (undatiert)

12. Oktober 2026

Zwei Notizzettel zur Antipädagogik (undatiert)

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, i. Der sexuelle Kampf der heutigen Jugend / j. Depressive Kinder und eine hoffnungverheißende neue Psychiatrie

11. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, i. Der sexuelle Kampf der heutigen Jugend / j. Depressive Kinder und eine hoffnungverheißende neue Psychiatrie

Meine letzte Begegnung mit Bernd Senf

10. Oktober 2026

Es gab zwei Bernds in der Reich-Szene. Der eine, Bernd Laska, verlor nach einer Zeit das dezidierte Interesse an Reich und erkor zwei Philosophen zu seinem Interesse, die er als Vorläufer des frühen Reich hielt. Der andere, Bernd Senf, hielt jahrzehntelang Vorträge über Reichs Forschungen und sorgte dafür, dass Reichs Spätwerke ins Deutsche übersetzt wurden.

Als ich mit meiner damaligen Freundin am Spandauer Havelufer in Berlin spazieren ging, traf ich zufällig Bernd Senf am 22.08.2022. Es war ein schöner Spätsommertag. Zufällig hatten wir vorher noch einen Bekannten meiner Freundin getroffen, so dass diese sich mit diesem unterhalten konnte.

Ich erkannte Bernd Senf sofort. Ich sprach ihn auch direkt an und sagte, ich kenne ihn schon seit 1980. Ich lobte ihn, dass er sehr viel für das Interesse an und die Bekanntmachung von Wilhelm Reich getan hat.

Ich bedankte mich bei ihm dafür, und er fragte mich, ob ich damals dabei gewesen bin, als der Therapeut Navarro ihn vor allen Augen bei einen seiner Vortrags-Abende angegangen war. Bernd Senf schien noch immer sehr betroffen über diese therapeutische Intervention gewesen zu sein.

Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit, miteinander zu reden, da ich auf meine Freundin Rücksicht nehmen musste. Ich verabschiedete mich deswegen bald wieder von ihm, und damit war die letzte Begegnung mit Bernd Senf geschehen. Immerhin konnte ich noch dieses Abschiedsfoto machen.

Orgonkapitalismus

9. Oktober 2026

Ich mähe eine Stunde lang deinen Rasen. Wie willst du diese Schuld mir gegenüber begleichen? Eine Stunde für mich arbeiten? Oder mir irgendeinen Gegenstand als Gegenwert geben? Was ist, wenn ich weder deine Arbeitskraft noch den Gegenstand benötige? Deshalb begleichst du deine Schuldverpflichtung mir gegenüber mit einem bestimmten Geldbetrag. Ich, der Gläubiger, verzichte daraufhin auf meine Forderung, wenn du mir an sich wertlose Papier- und Metallstücke aushändigst, mit denen ich meine ursprüngliche Forderung an dich in eine fungiblere (d.h. „übertragbarere“) Forderung gegenüber beliebigen Dritten umwandeln kann. Aus einer privaten „Zweierbeziehung“ zwischen Schuldner und Gläubiger, die an sich ein Nullsummenspiel sein sollte („ich mähe deinen Rasen, die tust etwas exakt entsprechendes“), wird unversehens ein unübersehbares gesellschaftliches Geflecht, das immer mehr auffächert und dabei eine ungemeine Dynamik entwickelt, d.h. weitere wirtschaftliche Tätigkeiten generiert – mehr Energie! Was wir hier vor uns haben, ist Ausdruck der primordialen Schöpfungsfunktion, die den Kapitalismus zu einer wahrhaftigen negentropischen Orgonmaschine macht:

Sozialisten, d.h. die organisierte Emotionelle Pest, tun alles, um das zu unterbinden. Sie hassen Arbeit und Liebe und Wissen. Deshalb geht auch der gegenwärtige Antikapitalismus stets mit der LGBTQAI+ Kackscheiße einher. Es ist der Todestrieb in der Geschichte, reines DOR!