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Podcast Episode: Orgasmusfunktion und Panzerung
3. November 1957Orgonomische Spiritualität?
13. Juli 2026In entsprechenden Aufsätzen wird meistens zweierlei getan: erstens spreizen sich die Autoren narzißtisch, was für außergewöhnliche Seelen sie doch seien, und zweitens versuchen sie das „Geistige“ in die vermeintlich „orgonomische Weltanschauung“ zu integrieren. Uns interessiert nur der ins Auge springende bioenergetische Hintergrund: der Drang nach oben, zum Kopf hin, weg vom Genital, egal welche „großseelischen“ und „sexualpositiven“ Lippenbekenntnisse auch immer dargereicht werden.
Diese, wenn man so will, „Verhirnung“ zeigt sich allein schon in der Obsession mit „weltanschaulichen“ Fragen. Tatsächlich hat Reich keine „Weltanschauung“ vertreten (von denen gibt es wahrhaftig schon genug!), sondern schlicht geforscht, seine Ergebnisse präsentiert und miteinander in einen Zusammenhang gebracht. Es handelt sich definitiv nicht um eine „Philosophie“, die man annehmen, vertreten und verbreiten könnte. Zwar kann man insbesondere Äther, Gott und Teufel so lesen („ein Universum aus einer Art Energiesuppe, in der es zu Verdickungen kommt“ etc.), aber die zentrale Aussage des Buches ist, daß der gepanzerte, d.h. „mechano-mystische“ Mensch nach dem Absoluten sucht, an das er sich festklammern kann, weil er Angst vor Bewegung hat.
Genau hier entlarven sich die Vertreter einer „spirituellen Orgonomie“! Ihre gesamte „Spiritualität“ ist genau das und nichts außerdem: die verzweifelte Suche nach bzw. das ängstliche Festklammern am „Absoluten“ – dem „Geist“. Ihr durchweg anti-orgonomisches Streben ist, wie angedeutet, bioenergetisch schlicht und ergreifend Orgasmusangst und die „Phänomene“, auf die sie verweisen, sind bisher unverstandene Funktionen der Orgonenergie im allgemeinen und Phänomene die zum Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ gehören im besonderen. Daß es bei letzteren durchweg um Erscheinungen der orgonotischen Erregung und Anziehung geht, verdrängen sie systematisch, denn genauso wie alles Religiöse mit Hilfe der orgonotischen Pulsation und des energetischen Orgonoms SEXUALÖKONOMISCH erklärt und „genichtet“ werden kann, wird mittels der orgonotischen Erregung und Anziehung auch alles Spirituelle SEXUALÖKONOMISCH dekonstruiert.
Mystik und Spiritualität sind nichts anderes als verzehrte Wahrnehmungen der Bewegung (Pulsation und KRW) und des einheitlichen Funktionierens (Erstrahlung und Anziehung) der kosmischen Orgonenergie – und haben als solche genausowenig etwas in der Orgonomie zu suchen wie, sagen wir, Sadomasochismus, Nationalsozialismus, Tantrismus oder Transvestitentum.
Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, d. Orgontherapie nach Reich und Baker
12. Juli 2026Email (Hartmann) 2008
11. Juli 2026Die Bioenergetik der Kapitalinteressen
9. Juli 2026Heute morgen auf dem Weg zur Bahn ein Plakat mit dem Hinweis auf eine Veranstaltung über die Hamburger Hafencity und ihre historischen Verbindungen zur NS-Zeit und den Kolonialismus. Ständig wird versucht, irgendwie meine Schuldgefühle als hochgesinnter und kultivierter Deutscher zu aktivieren. Man wagt kaum frei zu atmen. Kaum entspannt man sich, kommt der nächste Schlag in die Magengrube. Ich bin schuldig, weil ich ein Deutscher bin, ein heterosexueller Mann, ein atmender Mensch (die Umwelt!). Es ist prinzipiell der gleiche Moralismus wie einst im Christentum, das jeden Lebensimpuls sofort mit der Induktion von Schuldgefühlen unterband. Jedenfalls mußte ich heute morgen angesichts des Plakats spontan an die repressive Sexualerziehung vergangener Zeiten denken, die von einer allgemeinen sexualnegativen Atmosphäre geprägt war, die ab und an mit Gewaltandrohungen verfestigt wurde.
Das Perfide ist, daß die heutigen Moralisten von der allesüberwiegenden Tendenz her eher ausgesprochen „sexualpositiv“ auftreten im Dreieck von Frühsexualisierung, trans und gender. Es ist tatsächlich so, daß der Katholizismus, in dem ein Hitler aufwuchs, praktisch nur die sexuelle Sünde kannte, während heute in der postchristlichen Welt der „Selbsterhaltungstrieb“ als einzige Sünde gilt. Das läßt sich besonders plastisch an der Masseninvasion seit 2015 zeigen, als die jungen Machos, man verzeihe mir das Bild, mit weit offenen Schenkeln freudig erregt begrüßt wurden, während gleichzeitig die genetischen und wirtschaftlichen Selbsterhaltungsinteressen des deutschen Volkskörpers mit Füßen getreten wurden. Man schaue sich den Fußball an! Mit immer abstruseren und denkbar unangebracht schwulen Kampagnen wird der deutsche Mann und wird der Nationalstolz kastriert.
Noch absurder ist, daß diese linke subversive Agenda (Selbsterhaltungstrieb gegen Sexualtrieb) perfekt mit den gegenwärtigen Verwertungsinteressen des Kapitals harmoniert, wird doch auf diese Weise der sofortigen Triebbefriedigung, d.h. dem Konsum das Wort geredet: Schimpanse, achte nicht auf den Leoparden, sondern verlustiere dich! Melanor („Blackrock“) lebt davon, daß der zum geilen Depp mutierte deutsche Mann resigniert, brav sich Morgenthauisieren läßt und dabei sein zartes Gesichtchen mit einer Feuchtigkeitscreme einreibt.

1) der einstige autoritäre Kapitalismus: der Selbsterhaltungstrieb (b) richtete sich gegen den Sexualtrieb (a)
2) der heutige antiautoritäre Kapitalismus: der Sexualtrieb (a) richtet sich gegen den Selbsterhaltungstrieb (b)
Vor 1960 lag der Fokus des Kapitals auf der Herstellung von Gütern, d.h. die Arbeiter mußten diszipliniert, ihre Sexualität unterdrückt werden: Realitätsprinzip gegen Lustprinzip. Nach 1960, d.h. mit dem langsamen Übergang von der autoritären zur antiautoritären Gesellschaft, verlagert sich der Fokus von der Produktion auf die Konsumtion. Im Rahmen der „sexuellen Revolution“ wird der Selbsterhaltungstrieb zum Hauptgegner, was beispielsweise das langfristige Ruinieren durch Kreditschulden beinhaltet. Hauptsache es wird JETZT gelebt! Die woken Linken sind bei der ganzen Sache die heutigen Sturmtruppen des Kapitals. Sie sind der ultimative Abschaum.
Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, b. Psychoanalyse contra Orgontherapie
8. Juli 2026Bion-Forschung 2026
7. Juli 2026Wissenschaftler der University of Minnesota haben unter Leitung von Kate Adamala und Aaron Engelhart die weltweit erste vollständig synthetische Zelle namens SpudCell erschaffen. Die Zelle besteht aus rund 150-200 rein chemischen Molekülen, d.h. nicht-biologischen Ausgangsstoffen, und kann sich selbst ernähren, wachsen und replizieren, durchläuft also einen kompletten Lebenszyklus. Es wurde zusammengesetzt aus Enzymen und einer künstlichen Lipidmembran, sowie einer synthetischen DNA.
Im Unterschied zu Reichs Bionen enthält SpudCell demnach ein Genom. Während etwa ein Darmbakterium über 4000 Gene besitzt, enthält SpudCell nur 36 Gene mit 90 000 Basenpaaren. SpudCell ist so primitiv, daß es kein Zytoskelett besitzt. Es teilt sich, weil Proteine an der Zellwand so dicht aneinanderdrängen, bis die Membran mechanisch gespalten wird – eine mechanische Beschreibung von Reichs Orgasmusformel!
Hier nochmal die mechanische (sado-masochistische!) Beschreibung im Wortlaut:
Natürliche Zellen teilen sich mit Hilfe eines inneren Gerüsts, das als Zytoskelett bezeichnet wird und bislang einen Engpaß in der Forschung an synthetischen Zellen darstellte. SpudCell umgeht die Notwendigkeit eines Zytoskeletts durch Proteine, die sich an der Membranoberfläche ansammeln, bis die Membran unter der mechanischen Belastung reißt.
Man denke an Reichs Beschreibung des Masochisten in Die Funktion des Orgasmus (1942): die mechanisch bis zum Bersten angespannte „Blase“ will zum Platzen gebracht bzw. „aufgerisse“ werden, da es wegen der extremen orgastischen Impotenz nicht zu einer natürlichen energetischen Teilung („orgasmischen Konvulsion“) kommen kann.
Eine weitere Verbindung zu Reichs Bionen ist, daß SpudCell nicht als vollständig lebendig gilt. Beispielsweise kann es sich nicht vollständig selbst ernähren, sondern benötigt „Feeder-Liposomen“, winzige Nährstoffbläschen, d.h. Bione, mit denen es verschmilzt. Es ist auf externe Nährstoffe und Ribosomen angewiesen, da es trotz Genom diese lebenswichtigen Bestandteile noch nicht selbst herstellen kann. Auch fehlen funktionierende Systeme zur Entsorgung von Stoffwechselabfällen. Nach etwa fünf bis zehn Generationen stirbt SpudCell deshalb ab.
Was Adamala sagt, entspricht dem, was Reich in den 1930er Jahren einen unglaublichen Haß einbrachte: ein konsequent „gottloser“ Materialismus:
Das ist wahrscheinlich das spannendste Projekt, an dem ich je gearbeitet habe. Wir haben in der Chemie nachgebildet, was bisher nur in der Biologie möglich war: das gesamte Verhaltensspektrum einer Zelle. Das beweist, daß die grundlegendsten Funktionen des Lebens, wie Wachstum und Vermehrung, keinen mysteriösen, magischen Funken benötigen.
Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, a. Die Definition von Gesundheit
6. Juli 2026Der Begriff „Funktion“
5. Juli 2026Funktionalismus liegt vor, wenn man das Teil vom Ganzen her betrachtet. „Welche Funktion hat das Herz?“ Energetischer Funktionalismus liegt vor, wenn die jeweilige Funktion insbesondere vom Energiehaushalt her betrachtet wird. „Die Funktion des Orgasmus.“ Der orgonomische Funktionalismus entstand mit der Entdeckung der Orgonenergie, deren Grundcharakteristik ein autonomes spontanes Funktionieren ist, das beispielsweise im orgonomischen Potential und in der kosmischen Überlagerung zum Ausdruck kommt. „Die kosmische Lebensenergie.“
„Dialektik“ ist ein schillernder Begriff, der am ehesten mit dem Diktum umrissen werden kann, daß Wahrheit nicht behauptet werden, sondern nur im Widerstreit offengelegt werden kann. Alles hat jeweils zwei Aspekte, die, obwohl es Gegensätze sind, auf etwas Drittes verweisen, das sie zwar umfaßt, aber gleichzeitig auch übersteigt; sie, um mit Hegel zu sprechen, in jeder Bedeutung des Wortes „aufhebt“. Hegel, Marx, Engels und Lenin haben gezeigt, daß nicht nur das Reden über die Wirklichkeit dergestalt dyadisch bzw. triadisch strukturiert ist, sondern diese Wirklichkeit selbst, denn ansonsten wäre jede Erkenntnis unmöglich. Im Verlauf der Entdeckung des Orgons, das Geist und Materie zugrundeliegt, hat Reich Hegels Dialektik („Geist“) bzw. den Dialektischen Materialismus („Materie“) entsprechend zum orgonomischen Funktionalismus umgeformt und schließlich in Gestalt der Orgonometrie in seine endgültige Form gebracht.
Den Begriff „Funktion“ kann man vielleicht am besten begreifen, wenn man ihn „räumlich“ und „zeitlich“ sieht:
Zunächst einmal bezieht sich „Funktion“ auf das Verhältnis des Teils zum Ganzen. Beispielsweise spielen Organe jeweils eine bestimmte Rolle im Gesamtorganismus, das gleiche gilt für den Staat in Bezug auf seine „Organe“, für Tiere und Pflanzen in Bezug auf das jeweilige Ökosystem, etc.
Eine „funktionelle“ Betrachtung ist auf die Zukunft ausgerichtet, d.h. beispielsweise, daß sich die Funktion der Leber sehr schnell erweist, wenn sie erkrankt ist oder gar ganz ausfällt. Was eine nicht auf die Zukunft, d.h. nicht auf die langfristigen Folgen ausgerichtete Betrachtungsweise anrichtet, sieht man beispielsweise an Demokratien.
Gleichzeitig ist eine „funktionelle“ Betrachtungsweise kausal, d.h. es geht stets um Prozesse und die Zukunft ergibt sich aus der Vergangenheit durch Bifurkation, was sowohl Regelhaftigkeit als auch Spontanität impliziert.
Gleichzeitig verweist die Funktion auf etwas, was jenseits von Raum und Zeit liegt, nämlich auf das einheitliche Funktionieren, so als gäbe es keinen trennenden Raum und als wäre die Zeit „räumlich“. Beides beschreibt die funktionelle Gleichung: die gleichzeitige Einheit des Gegensätzlichen; und der bloße Umstand, daß die Gleichung die bifurkative „Mechanik“ der Zeit zeigt, transzendiert eben diese.
Das kann man sich am besten anhand der orgonotischen Strömung vergegenwärtigen, die nicht einfach durch den Körper strömt, sondern ihn erst als solchen konstituiert. Ohne sie gäbe es weder Wahrnehmung noch Erregung und das heißt kein einheitliches Funktionieren, keine Bewegung und keine Form. Das verschwindet alles mit dem Tod, d.h. dem Versiegen der orgonotischen Strömung.
Die Menschen erahnen diese Zusammenhänge und fangen an spirituellen und mystischen Mumpitz zu glauben, dabei ist das alles denkbar profan. Man gehe in den Wald und betrachte oder vielmehr erlebe einen Baum. Er ist trotz seiner möglicherweise gewaltigen Ausdehnung ober- und unterhalb der Erde eine funktionelle Einheit und seine „bifurkative Gestalt“ ist die Gestalt gewordene Funktion. Oder wie Reich es in Die Bionexperimente ausführt: die „Dialektik der Natur“ und unser dialektisches (funktionelles) Denken sind ein und dasselbe.

Ein konkretes Beispiel füreinheitliches Funktionieren „jenseits von Raum und Zeit“ ist die Genetik. So, wie sie sich der „gebildete Laie“ vorstellt, ist sie tot! Es gibt nicht die Gene für Körpergröße, Schizophrenie, den IQ, etc., sondern ein unüberschaubares Gewebe von Genen, die alle ihren kleinen Beitrag leisten und dabei mit allen möglichen anderen zusammenwirken. Evan Boyle, Yang Li und Jonathan Pritchard von der Stanford University denken zwar auch, daß es „Kerngene“ geben muß, aber Gene funktionieren nicht isoliert, sondern machen nur in ihrem Zusammenspiel biologisch Sinn. Sie beeinflussen sich in großen Netzwerken, so daß, wenn ein beliebiges Gen verändert wird, sich das auf ganze Gen-Netzwerk auswirkt. Außerdem sind diese Netzwerke miteinander verbunden. Was bedeutet, daß Änderungen im Grunde jedes unbedeutenden Gens so fortwirken, daß das die Kerngene für ein bestimmtes Merkmal beeinflußt.
Das ist weit entfernt von der mechano-mystischen Genetik, die uns in den Medien vorgesetzt wird und von den Knock-Out-Mäusen, mit deren Hilfe unglaublicherweise manche einen Doktor-Titel in Biologie erhalten. Orgonomisch gehört die Genetik in den Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ und ist Ausdruck des Übergangs von Zeit (t) in Raum (Länge, L). Der genetische Code ist damit nicht einfach eine Ansammlung von Information, eine mechanische Anreihung von „Buchstaben“, wie sie eine mechanische „relative Bewegung“ hinterläßt, sondern gemäß der orgonotischen Funktion der „koexistierenden Wirkung“ eine unauflösliche Einheit ähnlich einem guten Film, in dem jede Szene, die Ganzheit widerspiegelt, ein Roman, eine Symphonie, ein indischer Raga, etc. Die Genetik den Knock-Out-Mäuse-Genetikern zu überlassen, ist ungefähr so, als würde man einen mit einer Kettensäge ausgestatteten Schlachter auf Speed als Tierarzt für Haustiere fungieren lassen.



















