Podcast Episode: Orgonomie zwischen Medizin und Geist

3. November 1957

Franz Alexander: Our Age of Unreason (1942) Philadelphia and New York, 2. Auflage 1951

31. Oktober 2026

Franz Alexander: Our Age of Unreason (1942) Philadelphia and New York, 2. Auflage 1951

Schopenhauer, Nietzsche, Heidegger und die orgastische Impotenz

30. Oktober 2026

Die gesamte „Willensphilosophie“ bei Schopenhauer (Lebenswille), Nietzsche (Machtwille), Heidegger („Willenwille“) ist nichts anderes als der pseudophilosophische Ausdruck des Energiestaus aufgrund von orgastischer Impotenz. Bei Schopenhauer lebt das Leben nicht einfach, sondern beruht auf einem unheilvollen Zwang, eben „dem Wollen“. Bei Nietzsche will sich dieser Wille ständig steigern und „übersteigern“. Die Blase ist bis zum Platzen gespannt, von daher die ganze Exaltiertheit, der Sadomasochismus und der ganze Krampf um den „Übermenschen“.

„Der Wille, der sich selbst will“, Heideggers „Wille zum Willen“, ist Ausdruck einer permanenten Unbefriedigung und des damit einhergehenden „existentiellen“ Drucks. Die Libidostauung bringt mit sich, daß „der Wille“ zwanghaft um sich selbst kreist, weil es keine Entladung gibt. Auf diese Weise wird der Wille zum Selbstzweck. Heidegger bringt das unverhohlen in seiner Nietzsche-Vorlesung zum Ausdruck:

Wie und auf Grund wovon gehören im Wollen zum Wollen das Gewollte und der Wollende? Antwort: Auf Grund des Wollens und durch das Wollen. Das Wollen will den Wollenden als einen solchen, und das Wollen setzt das Gewollte als ein solches. Wollen ist Entschlossenheit zu sich, aber zu sich als zu dem, was das im Wollen als Gewolltes Gesetzte will. (Gesamtausgabe 6.1, S. 37f)

Das Wollen reproduziert sich selbst, indem es den Wollenden in einem Zustand des Begehrens erhält. Der Wille erschafft seinen eigenen Grund, d.h. erst durch den Akt des Wollens existiert das begehrte Objekt überhaupt als „Gegenstand der Begierde“, um das Subjekt hungrig zu erhalten, d.h. den Willen als Überwindung eines Mangels zu erhalten. Befriedigung wird dergestalt eine uneinholbare Illusion.

Diese gesamte schwule Afterphilosophie Schopenhauers, Nietzsches und Heideggers ist neurotische Pathologie und nichts außerdem. Die orgastische Impotenz der Massen garantiert ihr Fortbestehen. Das undurchdringliche schlechte „Deutsch“, das selbst selbstbezügliche Wortgeklingel, das mehr verbirgt als zu offenbaren, soll nur verbergen, worum es wirklich geht: den perversen, neurotische Sumpf aus unbefriedigbarer, kranker Sexualität, die Unfähigkeit zur Hingabe.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, d. Folter, e. Ekstase, sexuelle Zwangsmoral und Gott

29. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, d. Folter, e. Ekstase, sexuelle Zwangsmoral und Gott

Drei Eckpunkte der kosmischen (orgonomischen) Perspektive des Christentums

28. Oktober 2026

1. Die alttestamentarischen Juden betrachteten die Sünde bzw. die „Schuld“ als eine Art belastender „Substanz“, die auf magische Weise auf ein davon vollkommen freies, d.h. unschuldiges „Opferlamm“ übertragen wird, das dann stellvertretend durch die Opferung bestraft wird, so daß die Schuld aus der Welt verschwindet. Christus ist das endgültige, überzeitliche Opferlamm, das die gesamte Welt von der Schuld befreit. Auf magische Weise versucht die Emotionelle Pest DAS Weltproblem zu lösen: das Über-Ich bzw. die Panzerung zu beseitigen – die „Erlösung“.

2. Das Christus ganz, d.h. zu 100%, Gott und gleichzeitig ganz, d.h. zu 100%, Mensch ist, bedeutet, daß der genitale Charakter ganz und gar die Funktionsgesetze der kosmischen Orgonenergie verkörpert und gleichzeitig genau deshalb ganz und gar eigen ist, unverwechselbar, unwiederholbar.

3. Die Dreieinigkeit bedeutet, daß Gott durch Christus die Welt im Heiligen Geist erschaffen hat. Entsprechend erschafft der Mensch in der Arbeit etwas im Geiste: im Geiste der Liebe, der Freundschaft, der Nation, des Rechts, der Wissenschaft etc. Tut er das nicht, ist es kein Arbeiten, kein menschliches Handeln, sondern nur tierisches Verhalten. Alles, was wir erschaffen, ist vom „Geist“ durchdrungen.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, b. Mechanismus, Mystizismus, Funktionalismus: Intersubjektivität und objektive Meßbarkeit, c. Ethische Dilemmata

27. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, b. Mechanismus, Mystizismus, Funktionalismus: Intersubjektivität und objektive Meßbarkeit, c. Ethische Dilemmata

Besprechung von James DeMeo: Der Orgonakkumulator – Ein Handbuch (1994)

26. Oktober 2026

Am Anfang in der Darstellung der Entwicklung der Orgonomie wirkt das Buch etwas nachlässig geschrieben. Es wäre kleinlich, Beispiele anzuführen, z.B. reiht DeMeo Jung in die Psychoanalytiker der 1930er Jahre ein (S. 16) und seine Darstellung der bioelektrischen Experimente bringt den Leser in chronologische Konfusion (S. 30f). Überhaupt scheint die gegebene Information teilweise mehr dem Redefluß zu dienen als umgekehrt. So ist das Buch wohl sehr lesbar, aber für den aufmerksamen Leser auch sehr irreführend. Zumal die leider politisch korrekte Übersetzung und Druckfehler noch mehr zur Konfusion beitragen, wenn z.B. „the Reversed Orgonotic Potential“ mit „die umgekehrte orgonomische Spannung“ (S. 43) übersetzt wird.

In dem Teil, wo DeMeo über seine eigene orgonomische Arbeit berichten kann, wird das Buch zu einer aufregenden Lektüre. Hier liegt wirklich ein unentbehrliches Handbuch vor, dem man nur die weiteste Verbreitung wünschen kann. Zu diesem meinen inständigen Wunsch tragen auch die Beiträge von Stefan Müschenich, über seine Doppelblindstudie der physiologischen Wirkungen des ORAC, und von Heiko Lassek bei, über seine Arbeit mit dem ORAC in der ärztlichen Praxis. Gleichzeitig sorgt Lassek aber auch für einen Wermutstropfen der mir das Buch gründlichst vergällt hat:

Lassek kann den Leser nur verwirren, da er die Grundlage der Orgonomie, die Erforschung der Orgasmusfunktion mit keiner Silbe erwähnt, die organismische Pulsation in Begriffen der Informationsverarbeitung beschreibt und schließlich die Biopathie mit Hilfe der klassischen Psychosomatik darstellt. Der Sympathikothonie stellt er zur diagnostischen Systematik eine „Parasympathikotonie“ gegenüber, während Reich alle Biopathien auf Sympathikotonie zurückgeführt hat und parasympathische Reaktionen nur als reaktive auffaßte. Dies ist auch bei Lassek so, aber seine Terminologie führt doch sehr in die Irre, z.B. setzt Lassek Parasympathikotonie mit Unterladung gleich, während nach Reich bei der durch Unterladung gekennzeichneten Krebsbiopathie der Orgonakkumulator parasympathikoton gegen die sympathikotone Schrumpfung wirkt.

Wirklich schlimm ist aber erst Lasseks Beschreibung dessen, was er irrwitzigerweise als  „psychosomatische Orgontherapie (Vegetotherapie)“ bezeichnet. Durch Atemübungen (!!!) kommt es infolge der Hyperventilation zu Krämpfen. „Nachdem in mehreren Behandlungsstunden das vom Organismus des Behandelten tolerierbare Ladungs-/Entladungsniveau diagnostiziert werden kann, wird der Patient aufgefordert, die Arme vor den Körper parallel zu strecken, die Finger beider Hände vollständig zu strecken und zu spreizen und die auf diese Weise geöffneten Handinnenflächen während der vertieften Atmung in Abstand von ca. 10 cm zu halten. Weiterhin sollte das Becken aus der Ausgangsposition heraus leicht (!) angehoben werden, die Belastung des Fußes sollte an den Fußballen stärker als an der Ferse sein. Ist eine ausreichende Ladung des Körpers erreicht worden, setzen Vibrationen in der gesamten Oberschenkelmuskulatur ein, die zunächst im Adduktorenbereich am ausgeprägtesten erscheinen“ (S. 207, das Ausrufungszeichen stammt von Lassek). Danach breiten sich dann die Vibrationen vom Becken ausgehend nach oben über den ganzen Körper aus, bis schließlich der Orgasmusreflex einsetzt. Von einer systematischen Auflösung der Panzerung (oder gar von einer Charakteranalyse) kann hier keine Rede sein, vielmehr ist alles auf den schnellen Effekt ausgerichtet.

Andererseits ist Lasseks abschließende Beschreibung seiner ORAC-Behandlung von Krebskranken im Terminalstadium ein extrem wichtiger Beitrag, anhand dessen man ermessen kann, was die amerikanische Gesundheitsbehörde auf dem Gewissen hat. Hier kehrt bei mir das Gefühl wieder, das mich bereits beim Lesen von DeMeos eigenen Ausführungen plagte: bodenlose Empörung, angesichts eines menschenverachtenden kriminellen Wissenschafts- und Medizinbetriebes dem bequeme Autoritätsstellung, bequemes Dogma und bequeme Profite wichtiger sind als die wissenschaftliche Wahrheit und das Leben von Menschen. Mörder!

Bemerkenswert ist Lasseks Warnung vor einer ideologischen Ablehnung schulmedizinischer Methoden in der Krebsbehandlung. Viele sogenannte „Reichianer“, die man hätte retten können, haben sich mit ihrer ORAC-Selbstbehandlung, die bei bestimmten Krebsformen zu einer Förderung der Tumorbildung führen kann, selbst das Grab geschaufelt. Die Ausführungen Lasseks sind auch deshalb von besonderem Gewicht, da vorher im Buch durch DeMeo selbst die besagte Do-It-Yourself-Ideologie gefördert wurde.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, a. Max Stirner und die Orgonbiophysik

25. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, a. Max Stirner und die Orgonbiophysik

Die Rückkehr des Proletariats

24. Oktober 2026

Daß sich mittlerweile vieles geändert hat, zeigt Reichs folgende Aussage aus dem Jahre 1942:

Die Worte „Proletarier“ und „proletarisch“ wurden vor mehr als hundert Jahren zur Kennzeichnung einer völlig rechtlosen, in der Masse verelendeten Schichte der Gesellschaft geprägt. Zwar gibt es noch heute solche Menschengruppen, aber die Urenkelkinder der Proletarier des 19. Jahrhunderts sind zu spezialisierten, technisch hochentwickelten, unentbehrlichen, verantwortlichen und fachbewußten Industriearbeitern geworden. (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 23)

Vielleicht galt dies noch bis in die 1970er Jahre, aber seitdem findet beständig eine Re-Proletarisierung statt.

In 19. Jahrhundert z.B. war der Hafenarbeiter ein stupider Träger von Säcken und Kisten. Später entwickelte er sich mit der wachsenden Automatisierung zu einem hochspezialisierten Facharbeiter. Heute ist er entweder Teil des winzig kleinen unteren Managements, der Knöpfe drückt oder – hat einen denkbar stupiden Job im Container-Terminal bar jedweder Hafenromantik. Wie lange wird es dank KI noch geben? Wie lange noch Fernfahrer oder hochspezialisierte Piloten etc.pp.? Die „fachbewußten Industriearbeiter“ sterben im Gefolge der Computerisierung aus, was bleibt, sind, wie in den USA, unterbezahlte McDonald-Jobs und austauschbare Dienstleister. Tendenziell wird so der Arbeitsdemokratie die Grundlage entzogen. Das gilt sogar für hochspezialisierte Angestellte, die dank der KI erst recht überflüssig werden! Selbst Steuerberater und Rechtsanwälte: im Grund schon heute weitgehend überflüssig! Sogar Graphiker und Illustratoren!

Und hier schließt sich der Kreis, denn im Umgang mit privaten und staatlichen Bürokratien, hatte man es noch vor 10 Jahren mit Sachbearbeitern zu tun, die einen teilweise sogar „persönlich“ kannten, weil man schon öfter telefonischen und brieflichen Kontakt hatte. Heute spricht man mit der künstlichen Intelligenz „Paul“ oder bestenfalls irgendeinem Callcenter-Mitarbeiter, der das für dich auf dem Computerbildschirm macht, wozu du selbst zu blöd bist. Bald wird auch dieser Service wegfallen! Man hat es nicht mehr mit „Facharbeitern“ zu tun, sondern mit „der Maschine“. Und die wird gegen jeden oberflächlichen Anschein jedenfalls perspektivisch ständig dümmer, wenn nur noch Maschinen Maschinen mit „Information“ füttern. Ausschließlich der Mensch kann kreativ sein und in Zusammenhängen denken. Ausschließlich durch ihn kann die kosmische Orgonenergie mit ihren Formgesetzen wirken! Ausschließlich der Arbeiter kann Werte im eigentlichen Sinne schaffen.

Entweder macht er die KI zu seinem Werkzeug oder es wird nichts bleiben als Verfall und Elend wie einst im „proletarischen“ Realsozialismus. Der ging unter, als er die Ressourcen, die vom Kapitalismus übriggeblieben waren, aufgebraucht hatte. In der „DDR“ konnte man das unmittelbar sehen! Genauso wird es der Maschinenwelt gehen, wenn das von den „fachbewußten Industriearbeitern“ erwirtschaftete Kapital aufgebraucht sein wird.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, n. Marihuana

23. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, n. Marihuana

Brief [über Stirner und Nietzsche] 2002

22. Oktober 2026

Brief [über Stirner und Nietzsche] 2002