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Podcast: Wilhelm Reich und die Orgonomie
3. November 1957Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, h. Die Orgasmusformel
28. Juni 2026Der Überdegoutant
27. Juni 2026Reich hat den von den Nationalsozialisten so benannten „Untermenschen“ mit dem Begriff „Unterleibsmensch“ kenntlich gemacht. Das ganze „Übermenschen“-Getue ist demnach nichts weiter als Ausdruck von Sexualangst und Sexualverachtung. Ein „Übermensch“ ist einfach derjenige, der „sich im Griff hat“. Er ist schlicht und ergreifend die Verkörperung des Über-Ich! Ein impotentes Arschloch!
Ein solches, Nietzsches Renfield Peter Gast, schrieb 1899 in einem Brief an Nietzsches Freund Overbeck:
Von Hoheit (!) entdecke ich in Stirner äußerst wenig. Seine Denkweise wirkt bei der Niedrigkeit (!) der Interessensphäre, in der sich seine Selbstsucht bewegt, oft widerlich. Wie anders Nietzsches Betonung des Selbst! Sie gilt nur für Leute wie Beethoven, Rubens, Alexander – für andere nicht. Bei Stirner dagegen bewegen wir uns auf dem flachsten Terrain alltäglicher Interessen: Bürger, Ehegatte, Konkurrenz, tausend Taler, Bratengeruch, Präsident, Provinzialrechte usw.
Stirner, ein Unterleibsmensch. Die tragikomische Großmannssucht des Nietzscheaners kann uns gleichgültig lassen, was man nicht ignorieren sollte, ist die Bioenergetik hinter diesem Affekt weg vom Niedrigen zum Hohen. Wie der Stoiker steht der „Übermensch“ gottgleich weit über den Dingen und „beherrscht sich“ und andere. Er will alles sein, nur kein Tier, d.h. kein sexuelles Tier.
Ja, natürlich verleugnet er (man ist ja schließlich aufgeklärt!) nicht das Sexuelle oder „verdrängt“ es, sondern er nutzt es, „sublimiert“ es, verwendet es für „Höheres“, instrumentalisiert es, wie die Nutte ihre Genitalien instrumentalisiert. An die Stelle „bloßen Vergnügens“ tritt die Überwindung des Menschentiers. Es ist Freud mit seiner „Verurteilung“ dessen, was nicht der Kultur dient. Wobei der „Übermensch“ allen Ernstes meint, er sei nicht Produkt der Kultur, sondern deren Überwinder bzw. der souveräne Schöpfer einer neuen Kultur.
Wessen Geistes Kind er wirklich ist, sieht man daran, daß diesem „aristokratischen“ Volldegoutanten nicht aufgeht, daß jede Kultur, die von der Natur getrennt ist bzw. nicht organisch aus ihr gewachsen ist, gar keine Kultur ist, sondern deren pervertierte Travestie, impotente Unkultur.
Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, g. Libido und Orgasmus
26. Juni 2026Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, f. Der orgasmische Affe
24. Juni 2026Email (Der Fall Heisig) 2010
23. Juni 2026Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, e. Biologie jenseits der Biologie
22. Juni 2026Der orgonomische Psychiater
21. Juni 2026Wohin immer man schaut, in Gesprächen zwischen Männern und noch mehr in Gesprächen zwischen Frauen, in der Literatur, in Zeitschriften, im Fernsehen, in der Musik – überall geht es fast durchgehend nur um das eine, Sex. Dabei geht es eindeutig nicht um Fortpflanzung, auch wenn unsere Gene dem Trieb weitgehend eine entsprechende Form verleihen, sondern um etwas ganz anderes: die Regulierung unserer biologischen, „psychischen“ Energie. Aus keinem anderen Grund sind wir von diesem Thema derartig besessen.
Psychiater ist ein merkwürdiger Beruf. Alle anderen Ärzte haben es im Idealfall mit festumrissenen Problemen zu tun, etwa ein entzündeter Blinddarm, die man kausal angehen kann. Aber was bei schlechter Befindlichkeit tun? Natürlich beruhen nicht alle Befindlichkeitsstörungen auf einer Störung der Sexualfunktion, sondern beispielsweise auf hirnorganischen Problemen, aber doch der überwiegende Teil. Der Psychiater kann heutzutage nicht mehr tun, als Medikamente verschreiben, die den Erregungspegel senken. „Mehr Sex“ verschreiben zu wollen, wäre lächerlich, weil ja gerade die Befähigung zur Befriedigung gestört ist. Was tun?
Die Lösung liegt in der Bearbeitung der psychischen Hemmungen, die die Befriedigung unterbinden, insbesondere ödipale Verstrickungen, die mit dem Aufwachsen in der von inzestuösen Gefühlen gesättigten Atmosphäre der Kleinfamilie einhergehen. Da man das psychische Erleben nicht vom Körper trennen kann (Angst geht untrennbar mit muskulärer Kontraktion einher!), ist das direkte Angehen der muskulären Verkrampfungen der Weg, auf dem der Psychiater Symptome genauso kausal beseitigen kann, wie jeder andere Arzt auch.
Da sich alles um die Regulierung einer konkreten Energie handelt (die Funktion des Orgasmus, die durch Muskelverspannungen hintertrieben wird), kann der Psychiater erst effektiv helfen, wenn er diese Energie und ihre physikalischen Eigenschaften kennt: die von Reich entdeckte Orgonenergie. Er ist ein orgonomischer Psychiater.
Und noch etwas: Rainer Tölle in seinem klassischen Psychiatrie-Lehrbuch: „Wie jede Behandlung setzt auch die Verhaltenstherapie eine exakte Diagnostik voraus.“
Dazu muß man Möchtegern-„Orgontherapeuten“ erlebt haben, die mir ins Gesicht gesagt haben, daß in der Orgontherapie „eine Diagnose nicht so wichtig ist“. In jedem anderen medizinischen Fach wäre eine derartige Aussage lachhaft bis zum Entzug der Aprobation. Aber wenn es um die Orgonomie geht, maßen sich Nicht-Psychiater an derartige Aussagen zu treffen.
Was bedeutet Diagnostik im Bereich der orgonomischen Psychiatrie? Schlicht die Panzerstruktur, d.h. die Rolle der chronischen Muskelverspannungen im Gesamtorganismus. Es geht bei der „bio-psychiatrischen“ Diagnose also auch um die psychische Entwicklung und das aktuelle Verhalten. Die Diagnose bestimmt dann die Therapie.
Siehe dazu Vittorio Nicola und die Zeitschrift für Orgonomie.
Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, d. Die Evolution des Orgasmus
20. Juni 2026„Orgontherapie“ als perverse (sado-) masochistische Zwangshandlung
19. Juni 2026„Reichianische“ Therapie und ab und an sogar Orgontherapie (in diesem Fall „Orgontherapie“) ist kaum mehr als eine Kombination aus dem ständigen Aufsuchen des kindlichen Traumas, auf das das heutige Leid zurückgeht, plus dem Hervorrufen physiologischer Flashs, die das aktuelle Leiden so kaschieren, daß es akzeptabler wird. Man zittert, erbebt, schreit, hat „Anfälle“ etc. „Es passiert was.“ In Wirklichkeit passiert rein gar nichts bei dieser Kombination von schlechter Psychotherapie und sadistischer „Körperarbeit“!
Das Reaktivieren des kindlichen Ungemachs erfolgt im Sinne des Freudschen Wiederholungszwangs, weil man auf magische Weise einen anderen Ausgang erwartet, irgendeine Lösung im nachhinein, ein zufriedenstellendes Schließen der offenen Gestalt. Das wird natürlich niemals eintreten! Wie auch? Man wird die ausgedrückte Zahnpasta nicht zurück in die Tube kriegen und stattdessen immer wieder von neuem an der alten Wunde verbluten!
Eine entsprechende Illusion entsteht allenfalls, weil man die damaligen Affekte und Emotionen von neuem erlebt, wogegen sicherlich nichts einzuwenden ist und was fraglos tatsächlich einen therapeutischen Effekt haben kann, aber es kann auch schnell zu einem kontaktlosen Ausagieren um seiner selbst willen entarten und mit einem ständigen Retraumatisieren einhergehen, was dann wieder nach „Aufarbeitung“ verlangt. Ein Teufelskreis, der einen immer tiefer in den seelischen Sumpf treibt.
Man bleibt jedoch bei der Stange, weil die Entspannung und das hemmungslose(re) Ausatmen in der „Reichianischen“ „Körpertherapie“ einen energetisch expansiven Zustand hervorruft, dem man ebenso suchtartig verfallen kann, wie der besagten hoffnungsvollen psychologischen „Aufarbeitung“, und deshalb immer wieder in den Therapiestunden („Therapie“) erlangen muß wie etwa bei Alkohol- oder Drogen- oder irgendeiner anderen Sucht. Das ist nichts als ein billiger Ersatzkontakt, der den „Therapeuten“ ähnlich ihren Lebensunterhalt sichert, wie Junkies das luxuriöse Leben ihrer Dealer finanzieren. Auf diese Weise erhält die „Therapie“ die Neurose und die neurotisierenden gesellschaftlichen Verhältnisse aufrecht. Ein schlimmerer Verrat an Reichs Lebenswerk ist kaum denkbar!
Es ist wie bei der Frau, die sich immer und immer wieder erniedrigen und vergewaltigen läßt und darauf insistiert, nur so könne sie „kommen“. Ihr gesamtes Sexualleben gruppiert sich um ihr Kindheitstrauma, das sie zwanghaft reinszeniert, um es endlich zu bewältigen, was natürlich nie und nimmer geschehen wird. Das wird zur selbstzerstörerischen Sucht, zumal die erneute Vergewaltigung jedesmal für einen Kick und einen Flash sorgt, der sie vermeintlich „befriedigt“.
Orgontherapie ist etwas grundsätzlich anderes als das Aufsuchen der traumatischen Vergangenheit und das sinnlose Hervormanipulieren vermeintlich spontaner „bioenergetischer“ Ausbrüche in der Gegenwart, die tatsächlich kaum mehr sind als der Ausdruck von masochistischer Kontaktlosigkeit. Wirkliche Orgontherapie ist die Auflösung von Kontaktlosigkeit und die Vereinigung und Integration der in der kindlichen Entwicklung zersplitterten Teilpulsationen zum einheitlichen Orgasmusreflex und sonst nichts. Ohne diese beiden Elemente sind „Reichianische“ „Körperpsychotherapeuten“ perverser Verbrecherabschaum der schlimmsten Sorte!


















