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Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, c. Kritik an der Sexualökonomie
22. Juli 2026Bion-Forschung 2026
7. Juli 2026Wissenschaftler der University of Minnesota haben unter Leitung von Kate Adamala und Aaron Engelhart die weltweit erste vollständig synthetische Zelle namens SpudCell erschaffen. Die Zelle besteht aus rund 150-200 rein chemischen Molekülen, d.h. nicht-biologischen Ausgangsstoffen, und kann sich selbst ernähren, wachsen und replizieren, durchläuft also einen kompletten Lebenszyklus. Es wurde zusammengesetzt aus Enzymen und einer künstlichen Lipidmembran, sowie einer synthetischen DNA.
Im Unterschied zu Reichs Bionen enthält SpudCell demnach ein Genom. Während etwa ein Darmbakterium über 4000 Gene besitzt, enthält SpudCell nur 36 Gene mit 90 000 Basenpaaren. SpudCell ist so primitiv, daß es kein Zytoskelett besitzt. Es teilt sich, weil Proteine an der Zellwand so dicht aneinanderdrängen, bis die Membran mechanisch gespalten wird – eine mechanische Beschreibung von Reichs Orgasmusformel!
Hier nochmal die mechanische (sado-masochistische!) Beschreibung im Wortlaut:
Natürliche Zellen teilen sich mit Hilfe eines inneren Gerüsts, das als Zytoskelett bezeichnet wird und bislang einen Engpaß in der Forschung an synthetischen Zellen darstellte. SpudCell umgeht die Notwendigkeit eines Zytoskeletts durch Proteine, die sich an der Membranoberfläche ansammeln, bis die Membran unter der mechanischen Belastung reißt.
Man denke an Reichs Beschreibung des Masochisten in Die Funktion des Orgasmus (1942): die mechanisch bis zum Bersten angespannte „Blase“ will zum Platzen gebracht bzw. „aufgerisse“ werden, da es wegen der extremen orgastischen Impotenz nicht zu einer natürlichen energetischen Teilung („orgasmischen Konvulsion“) kommen kann.
Eine weitere Verbindung zu Reichs Bionen ist, daß SpudCell nicht als vollständig lebendig gilt. Beispielsweise kann es sich nicht vollständig selbst ernähren, sondern benötigt „Feeder-Liposomen“, winzige Nährstoffbläschen, d.h. Bione, mit denen es verschmilzt. Es ist auf externe Nährstoffe und Ribosomen angewiesen, da es trotz Genom diese lebenswichtigen Bestandteile noch nicht selbst herstellen kann. Auch fehlen funktionierende Systeme zur Entsorgung von Stoffwechselabfällen. Nach etwa fünf bis zehn Generationen stirbt SpudCell deshalb ab.
Was Adamala sagt, entspricht dem, was Reich in den 1930er Jahren einen unglaublichen Haß einbrachte: ein konsequent „gottloser“ Materialismus:
Das ist wahrscheinlich das spannendste Projekt, an dem ich je gearbeitet habe. Wir haben in der Chemie nachgebildet, was bisher nur in der Biologie möglich war: das gesamte Verhaltensspektrum einer Zelle. Das beweist, daß die grundlegendsten Funktionen des Lebens, wie Wachstum und Vermehrung, keinen mysteriösen, magischen Funken benötigen.
Der Begriff „Funktion“
5. Juli 2026Funktionalismus liegt vor, wenn man das Teil vom Ganzen her betrachtet. „Welche Funktion hat das Herz?“ Energetischer Funktionalismus liegt vor, wenn die jeweilige Funktion insbesondere vom Energiehaushalt her betrachtet wird. „Die Funktion des Orgasmus.“ Der orgonomische Funktionalismus entstand mit der Entdeckung der Orgonenergie, deren Grundcharakteristik ein autonomes spontanes Funktionieren ist, das beispielsweise im orgonomischen Potential und in der kosmischen Überlagerung zum Ausdruck kommt. „Die kosmische Lebensenergie.“
„Dialektik“ ist ein schillernder Begriff, der am ehesten mit dem Diktum umrissen werden kann, daß Wahrheit nicht behauptet werden, sondern nur im Widerstreit offengelegt werden kann. Alles hat jeweils zwei Aspekte, die, obwohl es Gegensätze sind, auf etwas Drittes verweisen, das sie zwar umfaßt, aber gleichzeitig auch übersteigt; sie, um mit Hegel zu sprechen, in jeder Bedeutung des Wortes „aufhebt“. Hegel, Marx, Engels und Lenin haben gezeigt, daß nicht nur das Reden über die Wirklichkeit dergestalt dyadisch bzw. triadisch strukturiert ist, sondern diese Wirklichkeit selbst, denn ansonsten wäre jede Erkenntnis unmöglich. Im Verlauf der Entdeckung des Orgons, das Geist und Materie zugrundeliegt, hat Reich Hegels Dialektik („Geist“) bzw. den Dialektischen Materialismus („Materie“) entsprechend zum orgonomischen Funktionalismus umgeformt und schließlich in Gestalt der Orgonometrie in seine endgültige Form gebracht.
Den Begriff „Funktion“ kann man vielleicht am besten begreifen, wenn man ihn „räumlich“ und „zeitlich“ sieht:
Zunächst einmal bezieht sich „Funktion“ auf das Verhältnis des Teils zum Ganzen. Beispielsweise spielen Organe jeweils eine bestimmte Rolle im Gesamtorganismus, das gleiche gilt für den Staat in Bezug auf seine „Organe“, für Tiere und Pflanzen in Bezug auf das jeweilige Ökosystem, etc.
Eine „funktionelle“ Betrachtung ist auf die Zukunft ausgerichtet, d.h. beispielsweise, daß sich die Funktion der Leber sehr schnell erweist, wenn sie erkrankt ist oder gar ganz ausfällt. Was eine nicht auf die Zukunft, d.h. nicht auf die langfristigen Folgen ausgerichtete Betrachtungsweise anrichtet, sieht man beispielsweise an Demokratien.
Gleichzeitig ist eine „funktionelle“ Betrachtungsweise kausal, d.h. es geht stets um Prozesse und die Zukunft ergibt sich aus der Vergangenheit durch Bifurkation, was sowohl Regelhaftigkeit als auch Spontanität impliziert.
Gleichzeitig verweist die Funktion auf etwas, was jenseits von Raum und Zeit liegt, nämlich auf das einheitliche Funktionieren, so als gäbe es keinen trennenden Raum und als wäre die Zeit „räumlich“. Beides beschreibt die funktionelle Gleichung: die gleichzeitige Einheit des Gegensätzlichen; und der bloße Umstand, daß die Gleichung die bifurkative „Mechanik“ der Zeit zeigt, transzendiert eben diese.
Das kann man sich am besten anhand der orgonotischen Strömung vergegenwärtigen, die nicht einfach durch den Körper strömt, sondern ihn erst als solchen konstituiert. Ohne sie gäbe es weder Wahrnehmung noch Erregung und das heißt kein einheitliches Funktionieren, keine Bewegung und keine Form. Das verschwindet alles mit dem Tod, d.h. dem Versiegen der orgonotischen Strömung.
Die Menschen erahnen diese Zusammenhänge und fangen an spirituellen und mystischen Mumpitz zu glauben, dabei ist das alles denkbar profan. Man gehe in den Wald und betrachte oder vielmehr erlebe einen Baum. Er ist trotz seiner möglicherweise gewaltigen Ausdehnung ober- und unterhalb der Erde eine funktionelle Einheit und seine „bifurkative Gestalt“ ist die Gestalt gewordene Funktion. Oder wie Reich es in Die Bionexperimente ausführt: die „Dialektik der Natur“ und unser dialektisches (funktionelles) Denken sind ein und dasselbe.

Ein konkretes Beispiel füreinheitliches Funktionieren „jenseits von Raum und Zeit“ ist die Genetik. So, wie sie sich der „gebildete Laie“ vorstellt, ist sie tot! Es gibt nicht die Gene für Körpergröße, Schizophrenie, den IQ, etc., sondern ein unüberschaubares Gewebe von Genen, die alle ihren kleinen Beitrag leisten und dabei mit allen möglichen anderen zusammenwirken. Evan Boyle, Yang Li und Jonathan Pritchard von der Stanford University denken zwar auch, daß es „Kerngene“ geben muß, aber Gene funktionieren nicht isoliert, sondern machen nur in ihrem Zusammenspiel biologisch Sinn. Sie beeinflussen sich in großen Netzwerken, so daß, wenn ein beliebiges Gen verändert wird, sich das auf ganze Gen-Netzwerk auswirkt. Außerdem sind diese Netzwerke miteinander verbunden. Was bedeutet, daß Änderungen im Grunde jedes unbedeutenden Gens so fortwirken, daß das die Kerngene für ein bestimmtes Merkmal beeinflußt.
Das ist weit entfernt von der mechano-mystischen Genetik, die uns in den Medien vorgesetzt wird und von den Knock-Out-Mäusen, mit deren Hilfe unglaublicherweise manche einen Doktor-Titel in Biologie erhalten. Orgonomisch gehört die Genetik in den Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ und ist Ausdruck des Übergangs von Zeit (t) in Raum (Länge, L). Der genetische Code ist damit nicht einfach eine Ansammlung von Information, eine mechanische Anreihung von „Buchstaben“, wie sie eine mechanische „relative Bewegung“ hinterläßt, sondern gemäß der orgonotischen Funktion der „koexistierenden Wirkung“ eine unauflösliche Einheit ähnlich einem guten Film, in dem jede Szene, die Ganzheit widerspiegelt, ein Roman, eine Symphonie, ein indischer Raga, etc. Die Genetik den Knock-Out-Mäuse-Genetikern zu überlassen, ist ungefähr so, als würde man einen mit einer Kettensäge ausgestatteten Schlachter auf Speed als Tierarzt für Haustiere fungieren lassen.

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, f. Der orgasmische Affe
24. Juni 2026Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, d. Die Evolution des Orgasmus
20. Juni 2026Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, c. Die Genetik des Orgasmus
18. Juni 2026Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, a. Die Mär vom „natürlichen Gleichgewicht“
14. Juni 2026Die kosmische Überlagerung und die Weltformel
1. Juni 2026In Die kosmische Überlagerung hat Reich versucht, die Formen der Natur über die Kreiselwelle zu beschreiben, die spezifische Bewegungsform der Orgonenergie (Reich 1953a). Mathematisch betrachtet ist sie eine „verlängerte Zykloide“. Mechanisch entspricht sie der Bahn eines Punktes außerhalb eines abrollenden Kreises.

Johan Gielis (Universität Nijmegen) hat eine mathematische Formel entwickelt, die der Beschreibung eines Kreises gleicht, modifiziert durch einen Parameter, mit dem sich das Seitenverhältnis des geometrischen Objekts steuern läßt, und einen zweiten, der die Symmetrie verändert. Gielis glaubt, daß diese Formel die Formen in der Natur erklären kann (Forscher: Formenvielfalt der Natur ist in einer „Superformel“ fassbar).

r: Abstand vom Mittelpunkt
Φ: Winkel zur x-Achse
m: Symmetrie
n1, n2, n3: Form
a, b: Ausdehnung (Halbachsen)
Nicht geklärt sei, welche Art von physikalischer Dynamik hinter der Formel steckt. Allerdings habe die mathematische Beschreibung einer biologischen Struktur schon oft Hinweise auf den zugrundeliegenden Mechanismus offenbart.
Zu Gielis „Superformel“ siehe den entsprechenden Wikipedia-Eintrag, wo diverse Abbildungen zeigen, daß wirklich alle Formen in der Natur von der Formel beschrieben werden: von Blüten, Insekten, Mikroorganismen, Spiralen, Kreiselwellen bis hin zu Rechtecken.
Was unterscheidet Natur von Unnatur?
30. Mai 2026Wie kann es in der Natur, also schlichtweg in allem, so etwas wie „Unnatur“ geben, also etwas, was „nicht zu allem gehört“? Wie ist „Panzerung gegen die Natur“ überhaupt konzeptionell zu fassen?
Das sind philosophische, also sinnlose, da rein abstrakte Fragen, d.h. das Haften an der Pseudologik der menschengemachten Sprache! (Bzw. einer mechano-mystischen Sprache, die auf funktionelle Zusammenhänge angewendet wird, für die sie nicht geeignet ist.) Konkret zeigt sich die Unnatur an sieben Charakteristika:
1. Statt vom orgonomischen Potential wird der betreffende Vorgang vom mechanischen Potential bestimmt. Man denke etwa an die Krebserkrankung und den Reich-Bluttest: je länger sich der Organismus gemäß dem orgonomischen Potential dem bionösen Zerfall entgegenstemmt, desto gesünder ist er.

2. Es herrscht, wie etwa in der UV-Bestrahlung, eine einseitige Kausalkette vor, d.h. eine Quelle bestrahlt ein Objekt. Ganz anders im Orgonenergie-Akkumulator, dessen Arbeitsweise auf Erstrahlung, d.h. wechselseitiger Anregung beruht.

3. Statt orgonotischer Pulsation herrscht Erstarrung vor.

4. Das Mechanisch-Tote ist „rechteckig“ und „gradlinig“, während das Lebendige von der Kreiselwelle bestimmt ist und typischerweise eine Orgonomform bzw. „Bohnenform“ zeigt.

5. Das sekundäre, „tote Leben“ ist stachelig und „verpanzert“ wie Wüstenpflanzen und Wüstentiere, so wie Reich es in seinem Aufsatz „Die emotionale Wüste“ beschrieben hat (Ausgewählte Schriften).

6. Künstlich Erzeugtes ist durch einfache geometrische Figuren gekennzeichnet, während alles Natürliche, egal ob es sich um lebendige oder tote Materie handelt, typischerweise fraktal organisiert ist, d.h. auf allen Größenebenen wiederholen sich die gleichen Figuren wie idealtypisch beim Blumenkohl: wenn man ihn zerpflückt, sehen jeweils kleinere Stücke wie der ganze Blumenkohl aus.

7. Dem Toten entspricht, wie zu Anfang angeschnitten, eine abstrakte Logik, die die Grundlage unserer gesamten mechano-mystischen Philosophie ist, während das Lebendige nur durch eine funktionelle Denkmethode erfaßt werden kann, d.h. eine Denkmethode die ungebrochen das natürliche Funktionieren widerspiegelt. Das wirklichkeitsferne Denken hat stets mörderische Konsequenzen, was sich sofort zeigt, wenn man mit gepanzerten Menschen das sinnloseste macht, was überhaupt getan werden kann: mit ihnen diskutieren.

















