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nachrichtenbrief123

7. November 2018

Theologie ist wichtig!

17. Oktober 2018

Zwei Dinge haben mich von jeher irritiert: die Achtung, die Religionen entgegengebracht wird, und die Verachtung für die Theologie. Ich soll eine Religion achten, die mich zur Hölle, also ewig anhaltender Folter verdammt, mich als untermenschliches Wesen, als unberührbares Stück Dreck betrachtet? Ich soll jedem hirnverbrannten Schwachsinn Achtung entgegenbringen? Vor allem soll ich akzeptieren, daß jede Religion gleich ist, so als gäbe es keine Theologie. Theologisch sind beispielsweise alle neo-christlichen Religionen, die aus Amerika kommen, etwa der Mormonismus, Christian Science und die Zeugen Jehovas von vornherein null und nichtig. Erst recht kann es keinen Dialog zwischen Juden, Christen und Mohammedanern geben. Es gibt nichts zu „diskutieren“! Man kann sich allenfalls darauf einigen, sich gegenseitig zu ignorieren. Ansonsten: Warum soll ich Leute auch nur eine Sekunde ernstnehmen und achten, die ihre eigene Religion nicht ernstnehmen und achten?!

Betrachtet man, wie Reich, die ganze Angelegenheit von außen und weiß, daß religiöse Gefühle eine rationale Grundlage haben, weil die Menschen die Orgonenergie und ihre kosmischen Gesetzmäßigkeiten durch ihre Panzerung hindurch gedämpft und verzerrt spüren, kann und muß man Partei ergreifen. Welches Charakteristikum der kosmischen Orgonenergie spiegelt eine gegebene Religion verzerrt wider? Wie und in welchem Ausmaß behindert sie die Sexualökonomie, die Arbeitsdemokratie und die Wissenschaft? Unterstützt oder bekämpft sie Frauenverachtung, Tribalismus und Aberglauben? Wie gut spiegeln ihre Mythen das Wesen der Orgonomie, der Wissenschaft von der kosmischen Lebensenergie, wider?

Man braucht nicht weiter ausführen, warum bei diesen Punkten das Christentum in allen Punkten am besten und das Muselmanentum am schlechtesten abschneidet, zumal das letztere zu allem Überfluß durch die Förderung der Inzucht auch noch eine verheerende Wirkung auf den Genpool der Menschheit hat. Von vorne bis hinten eine Katastrophe.

Interessanterweise sind, aus theologischer Sicht, die beiden verheerendsten Ideologien des 21. Jahrhunderts, der Islam und der Linksliberalismus, nichts anderes als ins Gegenteil verkehrte Versionen des Christentums. In der einen ist Jesus nicht mehr der Sohn Gottes, der mit seinem „Schwert aus dem Mund“ („dem Wort“) das Böse vom Guten scheidet, sondern ein bloßes menschliches Werkzeug Gottes, der mit seinem Schwert Köpfe und Finger abtrennt. In der anderen wird versucht mit Tugendterror (der zwangsläufig im realen Terror der Gulag münden muß) das Himmelreich auf Erden zu errichten. Es sind die beiden Evangelien des Antichrist (die aktuellen Ausformungen des schwarzen und roten Faschismus). Es würde mir schon reichen, wenn sich diese beiden verirrten Menschengruppen von Satan abwenden und zurück zum Sohn Gottes finden! Mehr können wir in einer gepanzerten Welt (und damit wahrscheinlich überhaupt) kaum erreichen. Auch ist dieser theologische Blick auf das Dasein des Menschen in einer gepanzerten Welt (und damit wahrscheinlich überhaupt) der tiefst mögliche. Die endgültige Wahrheit, die Orgonomie, kann voraussehbar nur von einer lächerlich kleinen Minderheit erfaßt und ertragen werden.

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 20)

16. Oktober 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VIII. Schlußbemerkung

Die Orgonomie ist, wie wir gesehen haben, frei von ideologischem und dogmatischem Ballast. Ihr geht es einzig und allein um das Verständnis von Naturphänomenen und um die Wiederherstellung der natürlichen Funktionsweisen für den Menschen und die menschliche Gesellschaft. Oberstes Prinzip ist die rationale Auseinandersetzung mit Tatsachen. Hierbei ist wichtig, daß die Funktionsfähigkeit des menschlichen Orgonenergiesystems, das für die Empfindung und Wahrnehmung der Natur und der in ihr wirkenden kosmischen Orgonenergie verantwortlich ist, nicht beeinträchtigt ist. Hierin unterscheidet sich die Wissenschaft der Orgonomie von der traditionellen Wissenschaft, der Objektivität alles, Subjektivität so gut wie nichts bedeutet. Für die Orgonomie ist ein gesunder bioenergetischer Organismus (orgastische Potenz) zur korrekten Naturerkenntnis unerläßlich. Diese Anforderung wird heute von kaum einem Wissenschaftler erfüllt, die ja selbst auch alle eine lebensfeindliche Erziehung durchlaufen und Panzerungen aufgebaut haben, um das Lebendige abzuwürgen. Wie sollen nun aber Wissenschaftler, die das Lebendige (Orgonenergie) in sich selbst bekämpfen, das Lebendige außerhalb ihrer selbst erkennen können? Ein gepanzerter Wissenschaftler, der die Natur und den Menschen erforscht, ist wie ein Farbenblinder, der eine wissenschaftliche Untersuchung über Farben betreibt. Eine intakte Funktionsfähigkeit aller Sinnes- und Wahrnehmungsorgane, die an das freie, ungepanzerte Pulsieren der körpereigenen Orgonenergie gebunden ist, bildet die Grundlage der orgonomischen Forschungsweise, der es darum geht, natürliche – und nicht künstlich hervorgerufene Vorgänge im Naturgeschehen zu begreifen. Eine ausführliche Darstellung der orgonomischen Forschungsmethode, die Reich ‚orgonomischen Funktionalismus‘ nannte, findet sich in seinem Werk Ether, God and Devil,1 in dem er seine eigene Vorgehensweise reflektiert und gegen Mystizismus und Mechanismus abgrenzt. Die Orgonomie unterscheidet sich vom Mystizismus, der auch Reichs Auffassung die Orgonenergie zwar wahrnimmt, sie aber infolge der Panzerung des Mystikers losgelöst von der realen Existenz des Menschen betrachtet und sie als Überirdische, göttliche Macht bezeichnet, gerade dadurch, daß sie die Lebensenergie rational erforscht und in Verbindung zum menschlichen Organismus betrachtet.

Die Diskussion des orgonomischen Grundsatzes des „common functioning principle“, dem gemeinsamen Funktionsprinzip der verschiedenen Naturphänomene, demzufolge die Entstehung der Materie, die Organisation von Einzellern, die Funktionen des menschlichen Organismus, die Bildung von Wolken, Stürmen, Sonnensystemen etc. alle ein und demselben kosmischen Funktionsgesetz folgen, und nach dessen Auffassung die spezifischen Besonderheiten der verschiedenen Naturerscheinungen als Variation dieses gemeinsamen Funktionsprinzips, das den Urgrund des Universums beherrscht, verstanden werden, würde den Rahmen dieser Arbeit, der es um Darstellung der Orgonomie ging, sprengen.

Die Orgonomie stellt sicherlich kein fertiges Rezeptbuch für ein glückliches Leben dar und möglicherweise müssen einige Anschauungen revidiert werden, aber an der grundsätzlichen Existenz einer spezifischen Lebensenergie, die im Kosmos ebenso funktioniert wie im menschlichen Organismus, gibt es meiner Ansicht kaum noch begründete Zweifel.

In der Gegenwart kommt es meiner Auffassung nach darauf an, grundlegende Experimente der Orgonomie nachzuvollziehen und zu überprüfen und in einer größeren Öffentlichkeit eine sachliche Diskussion über Orgonomie zu führen. Dieser Prozeß hat bereits begonnen. Die weitere Entwicklung der Orgonomie hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, eine Erziehung der Neugeborenen auf der Grundlage der Selbstregulierung durchzuführen.

 

Fußnoten

  1. Dieses Werk ist bislang nicht in der Bundesrepublik veröffentlicht worden. Mir war es in französischer Übersetzung zugänglich: Reich, W., L’éther, Dieu et le Diable, Paris 1975

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 12)

27. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

V. Kosmische Überlagerung1

Die Cloudbuster-Experimente liefern einen nachhaltigen Beweis für die Existenz einer der herrschenden Wissenschaft unbekannten kosmischen Energie und führen uns die funktionale Identität von scheinbar verschiedenartigsten Prozessen unseres Daseins vor Augen. Die Wolkenbildung unterliegt offenbar demselben Viertakt, der im Grunde nichts anderes als eine Beschreibung der Orgonenergiebewegung ist, und den damit verbundenen Gesetzmäßigkeiten wie der menschliche Organismus. Die Energie, die als biologische Lebensenergie unser menschliches Leben steuert und deren Pulsation durch die Spannungs-Ladungs-Formel treffend charakterisiert wird, scheint identisch mit der Energie, die Leben und Materie entstehen läßt.

Diese Identität von Funktionen im Naturgeschehen, deren Entdeckung mit der Entdeckung der Orgonenergie zusammenfällt, bildet die Grundlage für Reichs Hypothesen über den Kosmos, über die Entstehung von Galaxien, über die Entstehung der Naturgesetze. Die Überlagerung zweier Orgonenergiesysteme stellt einen biologischen Grundvorgang dar. Beim Menschen findet die Überlagerung von Orgonenergieströmen im Geschlechtsakt statt. Reich abstrahiert bewußt von den sozialen, kulturellen, ökonomischen, psychologischen und sonstigen Begleiterscheinungen, ebenso wie von den physiologischen Gegebenheiten der beiden einander überlagernden Organismen. Ihm kommt es im wesentlichen auf die Energiefunktionen im Fortpflanzungsgeschehen an. Die Funktion der Überlagerung zweier Orgonenergieströme reicht weit über die Biologie hinaus, sie beherrscht auch noch andere Naturbereiche in gleicher Weise. Sie wirkt im Urgund des Universums, im Mikrokosmos wie im Makrokosmos.

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Überlagerung zweier sich kreisewellig bewegender Orgonenergieströme, die im abgedunkelten Beobachtungsraum gesehen werden können.

„Beim Überlagerungsprozeß zweier massefreier, kreiselnder hocherregter Orgonenergie-Einheiten geht kinetische Energie verloren, die Kreiselwellen-Bewegung verlangsamt sich beträchtlich, die Bewegungsbahn wird stark gekrümmt, und aus der langgezogenen sich vorwärts bewegenden Kreiselwelle wird eine kreisförmige Bewegung auf der Stelle.“2 An diesem Punkt der Abbremsung entsteht träge Masse, wobei natürlich auch mehrere Orgonenergieströme beteiligt sein können.

gravi4

Entstehung eines Masseteilchens durch Überlagerung zweier Orgonenergieströme.3

Auf diese Weise erklärt Reich hypothetisch die Entstehung von Himmelskörpern durch die Überlagerung von Energieströmen des ursprünglichen masse-freien Orgonenergieozeans. Zwischen der trägen Masse und der masse-freien Orgonenergie entsteht eine funktionale Beziehung, die die Bewegungseigenarten von Planeten erklärt. „Der bewegte primordiale Orgonozean erscheint als die primordiale Kraft der Himmelskörper.“4

Nach dem Prinzip der Schwerkraft, d.h. des Gesetzes des orgonomischen Potentials, wächst das gegenüber den masse-freien Energieströmen energetisch stärkere Materieteilchen an, wobei Reich offenläßt, ob es sich um gasförmige oder feste Teilchen handelt. Der wachsende Materiekern hat ständig ein Orgonenergiefeld um sich, was aus dem Prinzip der Anziehung zu schließen ist. Der masse-freie Orgonenergiestrom, der den Kern umgibt, trennt sich zwangsläufig vom allgemeinen Strom des Orgonozeans, da er der Rotation „seines“ Kerns folgen muß. Die gasförmige Atmosphäre, die die Himmelskörper umgibt, muß durch Überlagerung masse-freier Orgonenergie des den Kern umgebenden Orgonenergiefeldes entstanden sein, und die schwereren Elemente müssen im Inneren des Kerns angesiedelt sein, während die leichteren mehr an die Peripherie zu treffend sind.

Reich vermutete, daß die Entstehung der Naturgesetze, also die wohlbekannten Sätze der Chemie und Physik, die im übrigen nicht ungültig werden durch die Entdeckung der Orgonenergie, in den Prozessen, die bei der Überlagerung von masse-freier Orgonenergie und bei der Entstehung von Materie ablaufen, begründet liegt.

 

Fußnoten

  1. Die von Reich veröffentlichte Schrift Cosmic Superimposition ist in Deutschland nur auszugsweise erschienen. Meine Ausführungen beziehen sich auf: Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.o. S. 329–338 und auf einige verstreute Hinweise von Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O.
  2. Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.o. S. 333
  3. Schema übernommen aus: ebenda S. 335
  4. ebenda S. 335

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 10)

24. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

III. Das Oranur-Experiment1

Langjährige Beobachtungen wiesen auf einen Antagonismus zwischen masse-freier, kosmischer Orgonenergie und Nuklearenergie, die durch Spaltung als Produkt von Materie entsteht, hin. Bion-Versuche hatten auf die Existenz von sogenannten T-Bazillen hingewiesen, die durch Degeneration und fauligen Zerfall aus lebenden und nichtlebenden Eiweißstoffen entstanden (T = Tod). Sie unterschieden sich unter anderem durch ihre längliche Form und ihre Zickzackbewegungen von den bereits besprochenen Orgonenergiebläschen, den Bionen. Die Bione zeigten nun die Eigenschaft, die T-Bazillen zu immobilisieren und zu töten.2 Bei der Erforschung der Krebskrankheit wurde deutlich, daß aber auch die im Körper des Krebskranken vorhandenen T-Bazillen, die aus fauligem Gewebezerfall entstehen, in der Lage sind, den menschlichen Organismus zu töten. Ebenso zeigt die Nuklearenergie eine tötende Wirkung auf den menschlichen Organismus, während die Orgonenergie niemals schädliche Wirkungen gehabt hat. Analog zur Wirkung der Bione auf T-Bazillen wollte Reich die Wirkung von Orgonenergie auf Kernenergie untersuchen. Er hoffte, so ein Mittel gegen die Gefährlichkeit radioaktiver Strahlen und gegen die Strahlenkrankheit zu finden.

Er besorgte folglich radioaktives Material, welches er in einen Orgon-Akkumulator setzte. Mit einem Geiger-Müller-Zähler untersuchte er die Veränderungen der Meßwerte. Es geschah jedoch etwas ganz anderes als erwartet: das radioaktive Material erregte die Orgonenergie so stark, daß die zuvor gemessenen Geiger-Müller-Zähler Werte sowie die Werte unbehandelten radioaktiven Materials, das zur Kontrolle diente, um ein Vielfaches überschritten wurden, Trotz Einhaltung der von der Atombehörde vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen wurde das ganze Gelände, auf dem das Oranur-Experiment stattfand, von der übererregten Orgonenergie verseucht. Mitarbeiter wurden von massiver Übelkeit befallen, einige hatten gar mit dem Tod zu kämpfen, andere machten einen Rückfall in alte Krankheiten durch. Das Gebäude, in dem die Experimente stattfanden, und die nähere Umgebung waren noch jahrelang verseucht, so daß es unmöglich war, dort zu leben. Offenbar hatte die Kernstrahlung nicht nur die orgonotische Ladung im und um den Orgon-Akkumulator herum erhöht, was sich in den Meßwerten am Geiger-Müller-Apparat zeigte, sondern auch die Orgonenergie irgendwie umgefomt. Diese umgeformte Orgonenergie nannte Reich DOR (von Deadly ORgone), weil sie eine „tödliche“ Wirkung auf die Atmosphäre hat, die drückend, fast erstickend wirkt, und von Stille und Öde beherrscht wird. Der Glanz und die Strahlen verschwinden aus der Natur (trotz Sonnenschein), Menschen reagieren mit heftigen Beschwerden, ohne oft genau angeben zu können, was mit ihnen los ist. Dieser Zustand der Atmosphäre wurde erst im Anschluß an das Oranur-Experiment entdeckt, konnte seitdem aber des öfteren beobachtet werden. Reich nahm an, daß auch die Entstehung von Wüsten auf die Einwirkung von DOR zurückzuführen ist.

Insgesamt gesehen stellt DOR einen der größten Probleme der Orgonomie dar. „Man kann nur schwer sagen, was es eigentlich ist und wie es wirkt, obwohl einige seiner Eigenschaften schon genauer bekannt sind. Seine Farbe ist schwarz, sensible Menschen empfinden es als drückend, während unsensible Menschen es erst bewußt wahrnehmen, wenn sie von massiver Übelkeit befallen werden. … Das DOR wurde auch als ‚abgestanden‘, tödlich und unbeweglich charakterisiert. Was abgestanden hier bedeutet, ist schwer zu definieren. Wir meinen damit, daß die frische, stimulierende und belebende Wirkung des ursprünglichen Orgon fehlt.“3 Wie Orgonenergie in DOR umgewandelt wird, ist bislang nur wenig bekannt. Raknes vermutet, daß die primordiale Orgonenergie, die sich in ständiger Bewegung befindet und die Eigenschaft hat, Materie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zu durchdringen, viel von ihrer Beweglichkeit verliert, wenn sie auf Materie trifft, die sie nur schwer durchdringen kann, und zum „schweren, trägen, drückenden und lebensfeindlichen“ DOR wird.4 In der Bewegungsform der toten Materie sieht Raknes eine Ähnlichkeit zur DOR Bewegung; er neigt zu der Annahme, daß DOR gesetzmäßig beim Übergang von lebender zu toter Materie auftritt.

 

Fußnoten

  1. Das Oranur-Experiment ist ausführlich beschrieben in: Reich, W., Ausgewählte Schriften, Köln 1976 S. 368-447 (Oranur = ORgone Anti NUclear Radiation)
  2. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 52ff
  3. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 80f
  4. Vgl. ebenda S. 81f

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 9)

23. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 5. Experiment XX1

Die Bionversuche haben gezeigt, daß die Bione ein Energiefeld besitzen, d.h. sie strahlen eine Energie aus, sie haben ein Orgonenergiefeld. Auch Menschen bilden ein Orgonenergiefeld um sich herum, das mit Hilfe des Orgonenergiefeld-Messers nachgewiesen werden kann. Dieser Orgonenergiefeld-Meßapparat beruht auf folgendem Prinzip: Die Sekundärspule eines Induktionsapparats entwickelt ein Orgonenergiefeld, das durch Erstrahlung eines Edelgases ohne direkten Kontakt durch einen Draht nachgewiesen werden kann. Wird nun ein Kontakt hergestellt zwischen menschlichem Energiefeld und Energiefeld der Sekundärspule, so wird das Glühen einer zwischengeschalteten Glühbirne verstärkt und ist mit Hilfe einer Photozelle meßbar.2

Das Experiment XX diente ursprünglich dazu, die Erstrahlung verschiedener Orgonenergie haltiger Flüssigkeiten zu messen. Reich verwendete für diesen Versuch Erdbion-Wasser, das aus gesiebter Gartenerde gewonnen wurde. Die Gartenerde wurde eine Stunde lang in Wasser gekocht. Anschließend wurde das Wasser kristallklar abgefiltert. Die Erstrahlung dieses so gewonnenen Bion-Wassers wurde mit einem Apparat zur quantitativen Bestimmung der Fluoreszenz von Flüssigkeiten gemessen. Reich wies ausdrücklich darauf hin, daß die elektrisch gemessenen Werte nichts über die eigentlichen Kräfte der Orgonenergie aussagen, da diese nicht elektrischer Natur seien. Das Bionwasser erstrahlte im Durchschnitt etwa 45 mal stärker als vor dem Kochen.

„Durch das Kochen hat sich die Materie der Erde in bewegte bionöse Materie verwandelt. Aus der Materie wurde Energie befreit. Das ist mikroskopisch an der inneren Bewegtheit, am langsamen Pulsieren und an der Kontraktilität der Orgonenergie-Bläschen (im Gegensatz zur Unbewegtheit derselben Partikel derselben Erde vor dem Kochen) eindeutig festzustellen. Es haben sich im Prozesse des Kochens nicht nur die Erdpartikel in Bione verwandelt, es ist nicht nur Energie in den Partikeln frei geworden, so daß sie innerlich bewegt wurden, sondern mehr: Diese Energie gelangt auch ins Wasser, denn Wasser zieht Orgon an sich wie auch umgekehrt So erhöht sich die orgonotische Potenz des Wassers von ihrem Eigenwert auf den biochemischer Flüssigkeiten von hohem orgonotischen Wert.3

Mit dem Bion-Wasser wurden verschiedene Versuche durchgeführt. Zu seiner eigenen Überraschung stellte Reich fest, daß sich in eingefrorenem, kristallklarem, partikelfreiem Bion-Wasser dichte Flocken bildeten, die sich mikroskopisch als außerordentlich stark strahlende, bionöse Materiepartikel erwiesen. Die steril aufbewahrten Präparate mit dem aufgetauten Bion-Wasser und den darin entstandenen Flocken zeigten nach einigen Tagen eine deutliche Vermehrung der Flocken durch Teilung sowie durch Substanzansatz. Im Verlauf mehrerer Wochen veränderten sich die Flocken, es bildeten sich stark blauschimmernde, kreisförmige Bione, die sich allmählich streckten und Bohnenform annahmen. Aus diesen „Bohnenformen“ entwickelten sich schließlich ruckend und zuckend fortbewegte Protozoen, die rein weiter gezüchtet werden können. Aus diesem Versuch zog Reich folgende Schlüsse:

  1. Erdhumus enthält Orgonenergie. Durch Verwandlung des Erdhumus in Erdbione steigert sich die orgonotische Potenz des Wassers…
  2. Orgonenergie in hoher Konzentration färbt Flüssigkeiten gelblich.
  3. Die bei Zimmertemperatur in der Flüssigkeit gleichmäßig verteilte Orgonenergie kontrahiert unter Kälteeinfluß zu einem gelben Kern im Eis.
  4. Protoplasmatische Flocken oder Materie entsteht aus konzentriertem masse-freiem Orgon.
  5. Hohe orgonotische Potenz von Flüssigkeiten führt zur Entwicklung von Protozoen über die Bildung von Orgonenergiebläschen.
  6. Die Bildung von plasmatischer Materie aus konzentrierter Orgonenergie deutet einen allgemeinen Prozeß an, durch den Materie aus Energie entstand, wenn man in der Orgonenergie die primordiale kosmische Energie erblickt.
  7. Nach unseren Ergebnissen in Experiment XX ging auf unserem Planeten die Entwicklung des lebenden Plasmas der Organisation von Kohlesubstanz und Kohlehydraten voraus. Kohle ist ein Produkt des Zerfalls lebender Materie. Biochemische Moleküle existierten nicht vor der Entwicklung plasmatischer Substanz, sondern traten als einer der mechanischen Bestandteile im Prozeß der plasmatischen Organisation auf.4

Nach übereinstimmender Auskunft von Raknes5 und Kelley6 wurde das Experiment XX von mehreren Wissenschaftlern in den USA wiederholt und die Ergebnisse bestätigt.7 Widerlegt wurden diese Untersuchungen, die ja den lebensspezifischen Charakter der Orgonenergie nachweisen, von niemandem.

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 80–93
  2. Vgl. ebenda S. 162–165
  3. ebenda S. 84f
  4. ebenda S. 92f
  5. Vgl. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 98
  6. Vgl. Kelley, What is orgone energy? a.a.O. S. 66
  7. Besonders genannt sei hier der Biochemiker Grad, der von Raknes und Kelley zitiert wird. Originalliteratur lag mir von ihm leider nicht vor.

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 8)

20. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 5. Der Orgonmotor

Die Experimente mit dem Geiger-Müller-Zähler ließen eine motorische Kraft der Orgonenergie erkennen. Der Geigerzähler registrierte Strahlungsdosen, die das damals (1947) aus der Kernphysik Bekannte um fast das Dreifache überstiegen.1 Da der Geigerzähler zur Registrierung der Strahlen einen Drehzeiger besaß, aus dessen Umdrehungsgeschwindigkeit die Strahlungsdosis berechnet wurde, lag die Idee nahe, den mittels der VACOR Röhre gesteigerten output des Geigerzähler-Verstärkers dazu zu benutzen, statt des Drehanzeigegerätes einen kleinen Elektromotor zu betreiben. Durch spezielle Anordnung von mehreren VACOR Röhren gelang es, die Energieproduktion auf rund 200.000 Impulse in der Minute zu steigern. Um die mit Hilfe des Geigerzählers registrierbare motorische Kraft der Orgonenergie auf den Orgonmotor (kleinen Elektromototor) zu übertragen, ist eine gewisse Funktion Y erforderlich, die aber von Reich bislang – wahrscheinlich aus politischen Überlegungen – nicht veröffentlicht worden ist. Schließlich gelang es vor Zeugen, einen kleinen Motor in Bewegung zu setzen.2 Die Geschwindigkeit der motorischen Aktion kann reguliert werden. Sie ist abhängig von: a) der Anzahl der angeschlossenen VACOR Röhren; b) Wetterbedingungen, die auf Grund der bisherigen Befunde sich mit den orgonotischen Funktionen in Übereinstimmung befinden, wie die Temperaturdifferenz To-T (Akkumulator zur Umgebung/K.H.), die Schnelligkeit der elektroskopischen Entladung usw.; c) Funktion Y.“3 Weitere Versuche zum Orgonenergiemotor sind mir nicht bekannt. Aber die Existenz einer motorischen Kraft scheint gesichert zu sein, die nach Reichs Auffassung eine Erklärung für die Fortbewegung lebender Organismen bildet.4

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Eine motorische Kraft in der Orgon Energie, a.a.O.
  2. So teilt z.B. Hoppe mit, die Demonstration des Orgonmotors erlebt zu haben. Vgl. Hoppe, W., Meine Erfahrungen mit dem Orgon-Akkumulator, in: Int. Zeitschrift für Orgonomie, Bd. I, Heft 1 1950
  3. Reich, W.: Eine motorische Kraft… a.a.O., S. 9
  4. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 165f

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 7)

18. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 4. VACOR Phänomene

Die Fähigkeit des Geiger-Müller-Zählrohres, konzentrierte Orgonenergie zu absorbieren, führte Reich zu Versuchen mit Vakuum Röhren.1 Diese Röhren stellte er längere Zeit in starke Orgon-Akkumulatoren und ließ sie sich mit Orgonenergie vollsaugen. Daher rührte auch der Name VACOR, zusammengesetzt aus VACuum und Orgon. Unter bestimmten Bedingungen gelang es, in diesen VACOR Röhren Leuchterscheinungen hervorzubringen, wenn sie durch Körperorgon, durch das Orgonfeld der Sekundärspule eines Induktionsapparates oder durch eine geringe elektrische Spannung erregt wurden. „Allein dieses Experiment erzwingt schon eine Revision der klassischen Lichttheorie, nach der es ja im Hochvakuum keine Leuchteffekte geben dürfte.“2

Ebenfalls üben VACOR Röhren eine starke Wirkung auf den Impulszeiger des Geiger-Müller-Apparates aus. Reich berichtet von bis zu 100.000 Impulsen in der Minute, die durch spezielle Versuchsanordnungen zu erzielen sind.3

 

Fußnoten

  1. Vgl. zu den folgenden Ausführungen: Reich, W., Eine motorische Kraft in der Orgon Energie, a.a.O.
  2. Vgl. Raknes, O., Wilhelm Reich und die Orgonomie, a.a.O., S. 78
  3. Siehe Reich, W., Eine motorische Kraft…, a.a.O., S. 6

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 6)

15. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 3. Der Orgon-Akkumulator

Die Versuche im mit Metall ausgekleideten Raum bestätigten die Möglichkeit, atmosphärische Orgonenergie zu akkumulieren. Dies eröffnete eine Reihe von Versuchen, in denen es schließlich gelang, Orgonenergie zu messen und eindeutig gegen andere bislang bekannte Energieformen abzugrenzen. Ausgehend von der Erkenntnis, daß organische Stoffe Orgonenergie aufsaugend festhalten, metallische Stoffe Orgon ebenfalls anziehen, es aber rasch wieder abstoßen, wurden sogenannte Orgon-Akkumulatoren konstruiert.1 Diese bestehen aus einem Gehäuse aus organischem Material (Holz), das innen mit Eisenblech ausgeschlagen ist. Da die organische Hülle Orgonenergie aufsaugt, das Metall im Innern die Energie abstrahlt, ergibt sich eine Akkumulation der Energie. Die Bewegung der Energie nach innen ist frei, sie kann innen ungehindert oszillieren, die Abstrahlung durch das Metall nach außen ist dagegen durch die äußere Schicht gehindert. Temperaturmessungen, die die Temperatur im Innern des Orgonakkumulators mit der Lufttemperatur außerhalb des Akkumulators verglichen, zeigten, daß die Temperatur im Akkumulator stets höher war als die Außentemperatur, ohne daß im Innern irgend eine bekannte Energiequelle eingeschaltet war. Die Temperaturdifferenz, die teilweise 2°C und mehr betrug, war abhängig von der Tageszeit und der Wetterlage. Bei schönem, sonnigem Wetter war sie größer als bei Regen oder Nebel.2 Einstein bestätigte die von Reich gemachten Beobachtungen zunächst, schloß sich dann jedoch der Theorie eines Assistenten, Leopold Infeld, an, der die Temperaturdifferenz durch Wärmekonvektion im Raum, in dem die Messungen vorgenommen wurden, erklärte. Reich widerlegte diesen Einwand, indem er Messungen sowohl im Freien als auch im Erdboden vornahm und auch Kontrollkästen verwendete, die keine innere Metallverkleidung besaßen. Auch im Erdboden, wo es keine Wärmekonvektion gibt, stellten sich konstant Temperaturdifferenzen zwischen Orgon-Akkumulator und einfacher Holzkiste ein. Einstein erwiderte Reichs Gegenbeweise nicht mehr. Die Gründe hierfür liegen sicherlich außerhalb wissenschaftlicher Beweisführung.3

Die Temperaturdifferenzen können nur durch das Vorhandensein der Orgonenergie erklärt werden. Elektrische oder elektromagnetische Felder kommen für eine Erklärung nicht in Betracht, da das Innere des Akkumulators einen Faraday-Käfig bildet, der alle von außen kommende Elektrizität ableitet. Radioaktive Strahlung, die von den Eisenblechen ausgehen sollte, dürfte keine von Wetter und Tageszeit bedingten Schwankungen der Temperaturdifferenz erzeugen. Außerdem war schon bei der SAPA Bionstrahlung sichergestellt worden, daß keine Radioaktivität vorlag. Die Annäherung einer Magnetnadel an die Mitten der 4 oberen und die Mitten der 4 unteren Kanten des Orgon-Akkumulators führte zu folgendem Ergebnis: „Es stellte sich regelmäßig zur Mitte der oberen Kanten der magnetische Nordpol, und zur Mitte der unteren, der magnetische Südpol senkrecht ein. Schluß: Die Reaktion des Energiefeldes des Orgon-Akkumulators ist orgonotischer und nicht magnetischer Natur.“4

Eine weitere Messung der Orgonenergie neben der Messung der Temperaturdifferenz gelang mit Hilfe eines statischen Elektroskops.5 Reich maß monatelang die Entladungsgeschwindigkeit eines Elektroskops im Innern eines Akkumulators, im Raum und im Freien und verglich die Ergebnisse miteinander. Dabei ging er von folgender Überlegung aus: „Geladene Blättchen-Elektroskope entladen in stark ionisierter Luft rascher als in schwacher oder gar nicht ionisierter Luft. Unter ‚ionisierter‘ Luft versteht man Luft, die negative elektrische Einheiten, ‚Elektronen‘ enthält.“6 Die Entladungszeit des Elektroskops war im Orgon-Akkumulator stets langsamer als außerhalb, auch hier zeigte sich eine Abhängigkeit vom Wetter. Reich kam zu dem Schluß, daß die Geschwindigkeit der elektroskopischen Entladung nur von der atmosphärischen Energiespannung abhängt. Diese Energiespannung ist nicht elektrischer Natur. Sie ist bedingt durch die Dichte der Orgonpartikel in der Raumeinheit der Luft. Je höher die Orgonenergiespannung, desto länger dauert die Entladungszeit eines Elektroskops. Dieser Fund bestätigt die Akkumulationswirkung des Orgon-Akkumulators. Eine Messung der Orgonenergiekonzentration ist also jetzt auch durch die Bestimmung der Entladungszeit eines Elektroskops möglich.

Schließlich konnte Reich noch eine dritte Meßmethode zur quantitativen Bestimmung der Orgonenergie entwickeln.7 Er überprüfte mit einem Geiger-Müller-Zähler, der spezifisch zur Bestimmung von Gamma Strahlen, Röntgenstrahlen und kosmischen Strahlen entworfen worden war, die Auswirkungen der Orgonenergie. Zunächst zeigte der Geiger-Müller-Zähler keine Reaktion, die auf die Existenz elektromagnetischer Strahlen hindeutete. Erst nach etwa drei Monaten stellte sich eine Reaktion des Geiger-Müller-Zählers ein. Die Reaktionen waren dafür sehr ungewöhnlich. Der Impulszähler drehte sich in 58 Sekunden 60 Mal im Kreis, was ungefähr 6000 Ticktönen entspricht. „Eine rohe Kontrolle dieser Erscheinung zeigte, daß in den Kopfhörern kein Ticken gehört werden konnte, … während der Impulszeiger in der Sekunde volle Umdrehungen beschrieb. Wenn die Verbindung mit der Zählröhre gelöst und der Impulszähler angeschlossen wurde, dann drehte sich der Zeiger überhaupt nicht.“8 Da sich die Zählröhre des Geiger-Müller-Apparates im Orgon-Akkumulator offenbar erst mit Orgonenergie vollsaugen mußte, konnten die Ergebnisse erst nach einiger Zeit festgestellt werden.

Die Möglichkeit zur quantitativen Bestimmung der Orgonenergie erlaubte es, stärkere Orgon-Akkumulatoren zu konstruieren und die Ergebnisse objektiv zu überprüfen. Die Anzahl der organischen und metallischen Schichten des Akkumulators wurde erhöht. Dabei wechseln sich organische und metallische Schichten alternierend ab. Eine organische und eine metallische Lage bilden zusammen eine Akkumulatorenschicht. Ein zweischichtiger Orgon-Akkumulator besteht demnach aus zwei Doppelschichten mit je einer organische und einer metallischen Schicht. Messungen mit dem Elektroskop ergaben, daß ein ein-schichtiger Orgon-Akkumulator eine dreimal so hohe Orgonkonzentration aufweist wie die Atmosphäre, ein drei-schichtiger Akkumulator weist die vierfache Konzentration auf, und ein zehn-schichtiger nur die sechsfache. Die Konzentration steigt also nicht linear mit Zunahme der Schichten.9

Die Wirkungen der im Orgon-Akkumulator konzentrierten Orgonenergie auf den menschlichen Organismus möchte ich an dieser Stelle noch ausklammern und sie erst weiter unten behandeln, da nachfolgende Entdeckungen die Erkenntnisse stets erweiterten. Da Ausarbeitungen einzelner Entdeckungen teilweise mehrerer Jahre in Anspruch nahmen und von neuen Erkenntnissen überlagert wurden, halte ich es für das Verständnis des Lesers besser, wenn ich auf eine chronologische Darstellung der weiteren Entwicklung der Erkenntnisse verzichte und stattdessen eine systematische Darstellung der einzelnen Bereiche vortrage.

 

Fußnoten

  1. Vgl. zu den folgenden Ausführungen: Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, Der Krebs, a.a.O. S. 131ff
  2. Diesen Sachverhalt fand ich selbst bestätigt.
  3. Vgl. auch: Laska, B., Die Begegnung W. Reich – A. Einstein, in: Wilhelm-Reich-Blätter 1/76 S. 7–9
  4. Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, Der Krebs, a.a.O. S. 144
  5. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf: ebenda S. 145–149
  6. ebenda S. 145
  7. Vgl. hierzu: Reich, W.: Eine motorische Kraft in der Orgon Energie, in: Intern. Zeitschr. f. Orgonomie, Bd. 1 H. 1 1950, S. 4–9
  8. ebenda S. 5
  9. Vgl. Laska, B., Der Orgon-Akkumulator, in: Wilhelm-Reich-Blätter 4/76 S. 56

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 5)

13. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 2. Die Entdeckung strahlender Bione

Ein Glühversuch mit Meeressand erbrachte eine neuartige Bion-Kultur.1 Sie bestand mikroskopisch aus großen, wenig beweglichen, stark blauschimmernden Paketen von Energiebläschen. Diese SAPA genannten Bione boten sehr interessante Eigenschaften. Krebszellen wurden schon aus der Entfernung von etwa 10 µ gelähmt oder getötet, sie drehten sich hilflos im Kreise und wurden schließlich unbeweglich. Es war, als strahlten die SAPA Bione eine Energie aus. Schließlich konnte auch die Auswirkung der angenommenen Strahlung auf den Menschen nachgewiesen werden. Die Betrachtung der SAPA Bione unter dem Mikroskop führte zu Augenschmerzen und zu Bindehautentzündung. Wurde die SAPA Kultur auf einem Objektglas auf die Haut gelegt, so bildete sich nach ca. 10 Minuten an der Stelle, wo die Kultur, getrennt von der Haut durch das Objektglas, auflag, ein anämischer Fleck mit hyperämischen Rand. Längerer Aufenthalt in dem Raum, wo die SAPA Kulturen standen, wurde als angenehm, ja sogar als anregend und belebend empfunden. Die physikalische Überprüfung, ob es sich bei der Strahlung um Radioaktivität handele, gab die Gewißheit, daß keine radioaktive Strahlung vorlag. In dem Raum, in dem etliche SAPA Kulturen aufbewahrt wurden, führte Reich weitere Versuche durch.

Er dunkelte den Raum ab und untersuchte die Wirkung der Strahlung auf Photoplatten. Es bildeten sich auf allen Platten graue Schleier, auch auf den Kontrollplatten. Die Strahlung schien überall vorhanden zu sein. Mehrstündiger Aufenthalt in demselben, abgedunkelten Raum führte zu von Reich folgendermaßen beschriebenen, subjektiven Eindrücken: „Ich sah nebelige Schwaden, bläuliche Lichtstriche und fliegende Punkte. Tief violette Lichteindrücke schienen wie aus den Wänden und von Gegenständen herzukommen. Diese Lichteindrücke, durchwegs blau oder blaugrau, wurden stärker, die einzelnen Striche oder Pünktchen wurden größer, wenn ich eine Lupe vor meine Augen hielt … Nach etwa 2 Stunden konnte ich deutlicher meine Handfläche leuchten sehen, ebenso meine Hemdärmel und (im Spiegel) auch mein Kopfhaar. Der blaue Schimmer lag wie ein unscharfer, langsam bewegter, graublau leuchtender Dunst um meine Gestalt und um Gegenstände im Raum.“2 Mehrere Personen bestätigten die Reichschen Eindrücke.

Es stellte sich bald heraus, daß organisches Material die von den SAPA Kulturen ausgehende Strahlung aufsaugt und festhält. Metallisches Material dagegen zieht die Energie an, stößt sie jedoch sofort wieder ab. Diese Erkenntnis ermöglichte es, die von den Bionen ausgehende Strahlung abzugrenzen und vor rascher Diffusion in die Umgebung zu schützen. Nur so glaubte Reich, zu objektiv meßbaren Ergebnissen kommen zu können. Er konstruierte folglich einen Apparat, der innen Metallwände zur Reflektion der Strahlung und außen Wände aus organischem Material hatte, die die Funktion hatten, die Abstrahlung der Metallwände nach außen zu verhindern. In diesen Apparat wurden mehrere SAPA Kulturplatten gestellt. Zur Beobachtung der Strahlen diente eine Lupe, wie man sie zum Betrachten von Filmen benützt. Die Strahlen sollten auf die matte Cellulosescheibe vorne aufschlagen und derart sichtbar werden. Der Versuch gelang. Mehrere Versuchspersonen bestätigten die Lichterscheinungen. Doch dann stellte Reich zu seiner großen Überraschung fest, daß die sichtbaren Erscheinungen auch feststellbar waren, wenn auch schwächer, wenn keine Kulturen in dem Apparat aufbewahrt wurden. Die Leuchterscheinungen traten auch in einem zweiten, neukonstruierten Apparat auf, der nie mit den SAPA Kulturen in Berührung gekommen war. Sie waren wochenlang ständig zu beobachten. Daraus schloß Reich, daß die von den Bionen ausgestrahlte Energie ebenso in der Atmosphäre vorhanden sein muß. Die Energie erhielt in Anlehnung an den Begriff „Orgasmusformel“ den Namen Orgon.

Aber war die Energie auch in der Atmosphäre sichtbar? Reich beobachtete den nächtlichen Himmel, ihm fiel das Sternenflimmern auf, das von den Astronomen mit der Theorie des diffus verstreuten Lichtes erklärt wird. Dem widersprach nach Reichs Ausfassung die Tatsache, daß das Flimmern bei Sternen am östlichen Horizont stärker war als bei Sternen, die im Zenit standen, und daß das Flimmern in der Nähe des Mondlichtes schwächer war. Am stärksten trat das Flimmern gerade an den dunkelsten Stellen auf. Reich entwickelte ein sogenannte Orgonoskop, mit dem er die Lichterscheinungen in der Atmosphäre sowie in dem Metallapparat besser sichtbar machen konnte. Ein Orgonoskop3 ist vereinfacht dargestellt, ein mattschwarzes Metallrohr mit eingebauten Vergrößerungslinien, vor das eine Cellulosescheibe gesetzt wird. Die Linsen sind auf die Cellulosescheibe scharf eingestellt. Das Orgonoskop gestattet die Vergrößerung der Lichteindrücke. Dadurch konnte der Einwand, es handele sich lediglich um subjektive Eindrücke, widerlegt werden. Das Blitzen einzelner Lichtstrahlen und fliegender Punkte, das von der SAPA Strahlung her bekannt war, zeigte sich auch in der Atmosphäre, war aber abhängig vom Wetter.

Da sich herausgestellt hatte, daß die Orgonstrahlung auch in einem Raum mit Metall verkleideten Wänden unabhängig vom Vorhandensein von SAPA Kulturen auftritt, konstruierte Reich einen solchen Raum und beobachtete die Lichtphänomene eingehend.4 Die Lichtpunkte schienen in rhythmischer Folge aus den Wänden auszutreten; sie bewegen sich in einer Form, die Reich Kreiselwelle nannte, etwa so:

Ferner schien sich jedes einzelne Pünktchen abwechselnd zu verbreitern und zu verengern, als ob es pulsierte. Nach 2–3 Stunden Aufenthalt im Metallraum waren, wiederum blaue oder blaugraue Schimmer um die Kleider und das Haar zu sehen. Ebenso verspürten Reich und seine Mitarbeiter eine anregende Wirkung auf den Organismus, wie es schon von der Orgonstrahlung der SAPA Kulturen bekannt war.

 

Fußnoten

  1. Die folgende Darstellung bezieht sich auf: Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, a.a.O. S. 65–80
  2. ebenda S. 70
  3. Vgl. hierzu: Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, Der Krebs, a.a.O. S. 118–122
  4. Vgl. ebenda S. 123–127