Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 3)

Schon zu Zeiten der autoritären Gesellschaft war die in Teil 2 beschriebene kontaktlose Abgehoben- und Verpeiltheit das dominierende Merkmal von Diktatoren wie Stalin, Hitler und Mao. Sie waren völlig losgelöst von jeglicher Rationalität. Man denke etwa an den Nationalsozialismus mit seiner zentralisierten „Führer“-Macht und seinen „revolutionären“ Methoden zur Erreichung „reaktionärer“ Ziele. In diesem Sinne war nicht nur der Kommunismus, sondern auch der Nationalsozialismus antiautoritär. Es sei nur an Hitlers vollkommen dilettantische und verantwortungslose Kriegsführung erinnert.

Reich bezeichnete ihn denn auch als den „Generalpsychopathen“. Leider war die Generalität (und generell das deutsche Volk) von ihrer extrem autoritären Struktur her darauf gepolt der Autorität auf Gedeih und Verderb zu folgen, auch wenn es in diesem Fall nur eine substanzlose Pseudoautorität war.

Bereits vorher gab es immer wieder Einbrüche des Antiautoritären in die Welt. Man denke etwa an die Französische Revolution, wo der abgehobene Intellektualismus (die „Aufklärung“) dazu führte, daß jedwede lokale und das heißt im Leben verankerte Autorität durch eine brutale Zentralisierung aufgehoben wurde. Dieser Kult des „Zentralgehirns“ war unmittelbarer Ausdruck der Loslösung vom bioenergetischen Kern. Oder man blicke ins antike Griechenland auf Sokrates und seinen Schüler Platon. Der jede gewachsene Autorität zersetzende „kritische Geist“, gefolgt von der Vision einer Zentralisierung der Macht in den Händen des Philosophenkönigs, der seine „Ideale“ bzw. „Ideen“ verwirklicht.

Wenn die WirtschaftsWoche süffisant unsere neuen Führer beschreibt – gefriert mir vor Schrecken das Blut in den Adern:

Der Beobachter sollte sich von der libertären Haarfarbe Claudia Roths oder den ordnungspolitisch klarkantigen Koteletten Cem Özdemirs nicht täuschen lassen: Unter der individuellen Kopftracht der Grünen verbirgt sich eine Denke, in der oft und gern von der Gesellschaft als Ganzem die Rede ist. So, als könne ein grüner Philosophenkönig noch immer das Gute für alle und von oben dekretieren, anstatt den Individualismus einfach mal ein Fest feiern zu lassen. Die grüne Vernunft kippt zügig ins Dogmatische.

Wir Bürger können dann nicht nur, wir müssen: das Klima retten und nachhaltig einkaufen, gesund essen und besonnen wirtschaften, uns CO2-frei fortbewegen und so weiter und so öde. Niemand hat diesen Ökocalvinismus und die Selbstkasteiung präziser auf den grünen Punkt gebracht als der amtierende schwäbische Philosophenkönig Winfried Kretschmann. Er prägte das Wort von der „Innovationspeitsche“. Auch er hat, das nur nebenbei, die Haare schön.

Man muß sich nur vergegenwärtigen, wie diese dummdreisten Psychopathen, Leute wie Annalena Baerbock oder der „Philosophenkönig“ Robert Habeck uns gegenwärtig mit ihrem saublöden, von keinerlei Arbeitswissen getrübtem Gestammel wohlgemut in den Dritten Weltkrieg peitschen.

Die heutige antiautoritäre und angeblich „antifaschistische“ Gesellschaft ist in dreierlei Hinsicht funktionell identisch mit dem Nationalsozialismus:

  1. Im Vergleich zur „bürgerlichen“ Gesellschaft steht die Rebellion im Vordergrund, wobei gleichzeitig der „Untertanengeist“ ausgenutzt wird. Es hängt alles vom Willen ab.
  2. Entsprechend tritt an die Stelle der Unterwerfung unter den Vatergott eine diffuse, „biologistisch“ geprägte „grüne“ Naturmystik. (Die „Deutsche Glaubensbewegung“ hatte sogar eine „matriarchalistische“ Schlagseite.) In diesem Zusammenhang denke man an die anhaltende „Esoterik“-Welle oder die wirklich einfach nur als grotesk zu bezeichnende Popularität von C.G. Jung. Es herrscht heute der gleiche Geist, der die „nationalsozialistische Bewegung“ animiert hat.
  3. „Der Sohn“, der vom „Gesetz“, das durch das Judentum verkörpert wird, befreit, tritt in den Mittelpunkt. Man denke an den penetranten Jugendkult der Nazis – die tatsächlich zu einem Gutteil eine Jugendbewegung war.

Dabei geht es jeweils um Elemente, die bereits in der bürgerlichen, autoritären Gesellschaft angelegt waren. Es ändert sich nur die Gewichtung. Beispielsweise entsteht, Reich zufolge, durch die Sexualunterdrückung im Patriarchat „die Struktur des Untertanen, der gleichzeitig sklavisch gehorcht und rebelliert“ (Die sexuelle Revolution, Fischer TB, S. 19).

Je nachdem was im Vordergrund steht, die Unterwerfung oder die Rebellion, hat man es mit einer autoritären oder antiautoritären Gesellschaft zu tun. Wobei natürlich stets beide Elemente vorhanden sind. Es handelt sich also nicht um einen absoluten, sondern um einen funktionellen Gegensatz.

Mit dieser Gegenüberstellung spielte Reich 1935 natürlich auf den sich damals europaweit ausbreitenden Faschismus an mit seiner unverkennbar revolutionären Rhetorik. In der NSDAP hat es stets einen gewichtigen „antibürgerlichen“ Flügel gegeben, zu dem nicht zuletzt Hitler selbst gehörte. Dieser Zug ist derartig prominent, daß immer wieder von neuem die Frage aufgeworfen wird, ob es sich, wie eingangs angedeutet, beim Nationalsozialismus überhaupt um eine rechtsextreme oder nicht vielmehr um eine linke Erscheinung handelt, die gleichberechtigt neben Sozialdemokratie und Bolschewismus zu verorten ist.

3 Antworten to “Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 3)”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Auch in diesem Staatsgebilde wäre ein Holocaust jederzeit möglich. Kritiker in der Beamtenschaft würden sofort kaltgestellt werden:

    https://www.achgut.com/artikel/stephan_kohn_und_die_brd_shooting_the_messenger

  2. Peter Nasselstein Says:

    Die abgehobenen faschistischen Politiker:

  3. Peter Nasselstein Says:

    Originalton Baerbock: „Ukraine braucht weitere Waffen und deswegen unterstützen wir das auch ….finanziell noch mal verstärkt, darüber werden wir nicht in aller Öffentlichkeit reden.“ DAS HAT DIE HEUTE WIRKLICH GESAGT!

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