Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Der NACHRICHTENBRIEF für bunte Vielfalt!

30. August 2026

1994 wies Hans Hass darauf hin, daß die Umweltproblematik zu einem entscheidenden Entwicklungsfaktor werden könnte: „Ein gemeinsamer Feind, eine alle betreffende Gefahr kann das Wunder zuwege bringen, daß sämtliche individuellen Interessen und Zwiste sich wie Rauch auflösen und so eine auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtete Einheit entsteht“ (Die Hyperzeller, S. 252).

Auch wenn Hass es selbst nicht ausspricht, kann man doch sagen, daß die Entwicklung der menschlichen Organisationen zwangsweise zu einem Weltstaat führen wird. Nichts anderes war die Funktion des Umweltgedöns seit Anfang der 1970er Jahre.

Meines Erachtens wäre das erst recht das definitive Ende des Lebens auf diesem Planeten, denn ein einzelner Fehler in der Zielsetzung dieses weltumspannenden Staates kann zum Untergang führen, ohne daß es auf diesem Planeten noch eine Alternative gäbe. Wie viele Zivilisationen, etwa in Mittel- und Südamerika, sind vor unserer Zeit spurlos verschwunden! Und trotzdem hat die Menschheit überlebt. Das wird nicht der Fall sein, wenn sich der Kantsche Traum vom „Weltfrieden“ jemals materialisierte.

Das Hauptproblem ist stets, daß man Probleme „global“ anpacken will, zu denen man den bioenergetischen Kontakt verloren hat. Die einzige gangbare Alternative ist die Arbeitsdemokratie: daß jeder einzelne so viel Verantwortung für sich und seine unmittelbare Umgebung übernimmt, wie nur irgend möglich, auf daß „höhere“ „Verantwortungsträger“ überflüssig werden. So funktioniert jeder Vogel- und Fischschwarm! Selbstregulation statt Fremdregulation. Überspitzt ausgedrückt: Das Problem ist nicht, daß es auf dieser Welt zu viel Bewaffnete gibt, sondern zu wenige! Alle, die irgendwelche abstrakten Platonischen Ideen, Kantschen Imperative vertreten und eine weltumspannende Ethik vertreten, die uns von einer Greta Thunfisch eingebleut werden soll, sind unsere Todfeinde.

Reich in der Diskussion (Teil 5)

23. August 2026

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Stimmen zu den Linksreichianern Fritz Erik Hoevels und Andreas Peglau:

Hoevels: Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (2001)

David schrieb 2014: Diese Charakterdeformation ist untrennbar mit Verachtung verbunden, die Folge davon ist,

… daß wir Energie vom Becken zum Gesicht hinaufziehen, so daß wir uns überlegen fühlen. Verachtung ist im Grunde eine Ablehnung des Genitale und wird gegenüber einem Objekt ausgedrückt, das wir für sexueller als uns selber halten, oder gegenüber jenen, die sich in sexueller Hinsicht von uns unterscheiden. Das gilt immer, ganz gleich, was oberflächlich der Grund für die Verachtung zu sein scheint.

Mir ist – betreffend Verachtung – auch sehr wohl das Gegenteil von dem oben Gesagten vertraut. Hiermit meine ich Menschen, die man als „muskel-orientiert“ oder „konservativ“ bezeichnen könnte.
Die verachten – zu Recht – den Sozialisten, den Intellektuellen. Sie verachten auch den Homosexuellen.
Anders ist es gar nicht erklärbar, dass viele Arbeiter sich zu den Rechtsradikalen hingezogen fühlen.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) hieß nicht nur so. Sie war es auch.
Gegenüber manchen Menschen in eher homophoben Kreisen geschieht es, wenn ich mich zu erkennen gebe, dass diese Menschen ihre Einstellung ändern. Es handelt sich um Menschen, die bisher einen Homosexuellen nie persönlich kannten.
Genau so wie Hamed Abdel-Samad als junger Mensch nie einen Juden persönlich kannte und deshalb glaubte, was ihm Gesellschaft und Schule in Ägypten über Juden erzählten.

Robert: Bei den Salonkommunisten im Westen fällt auf, dass sie immer nur die Redefreiheit der Demokratie ausnutzen, aber nie Anklagen, dass sie selbst in ihrem kommunistischen Paradiesen im Lager landen würden.

Robert 2016: Ich habe mich seit 1977 mit Hoevels beschäftigt, las zuerst seine Broschüre über den Ödipuskomplex, abonnierte später die Ketzerbriefe und System UBW, las viele Bücher aus dem Ahriman-Verlag etc. Ich habe viele gute Anregungen erhalten, mich z.B. mit der Evolutionsbiologie zu beschäftigen oder mit präkolumbischen Kulturen.
Ich war in den Achtzigern in einem Freud Lesekreis der MRI, kam an einem Nachdruck der Diplom-Arbeit (?) über das obige Buch (Reichs Beitrag) heran, was ich also schon Jahrzehnte früher lesen konnte.
Obwohl ich viele Ansichten Hoevels Teile (z. B. des Monoimperialismus), war für mich irgendwann eine Sackgasse erreicht, nämlich als mir klar wurde, dass die hoevelsche Utopie nichts weiter als eine Art trotzkistischer Diktatur auf mechano-biologischer Grundlage sein würde.
M. E. spricht Pirincci die Wahrheit inzwischen viel klarer aus, zumindest was Deutschland betrifft, obwohl man die Schnittstelle jetzt nicht gleich erkennt. Aber in den Ketzerbriefen gab es viele unterdrückte Nachrichten, z. B. über das Gesundheitswesen, allerdings war immer der US-Imperialismus daran Schuld (was tlws. stimmen mag, siehe TTIP). Jedoch die Aussaugung des deutschen Volkes durch Einwanderer östlicher und südlicher Herkunft wurde nicht thematisiert und das konnte ich persönlich manchmal erfahren genauso wie die linke masochistische Deutschenhasserei und Islamvergötterung.
Jede Wissenschaft oder jedes Gedankensystem wird durch die Panzerung des Interpreten gefiltert und geformt; so wird der Freudo-Marxismus zum hoevelschen und die Orgonomie zum nasselsteinschen Prokrustesbett.

Weiter mit:

Peglau: Unpolitische Wissenschaft? (2013)

2009 schrieb David: „Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche.“

… und besser als von den Kommunisten / Sozialisten, deren Bewegung wie ich glaube ebenfalls „abgebogen“ wurde. Nicht erst Stalin, schon Lenin verbreitete die Ansicht, die „Arbeiter“ seien dumm und sie selber, die Bolschewiki, seien ihnen intellektuell – „Kopf“ – weit überlegen, sie seien die Elite, sie müssten daher die Arbeiter führen, müssten ihnen das kommunistische Bewusstsein injizieren anstatt des gewerkschaftlichen „trade-unionistischen“ Bewusstseins, das sie von sich aus hätten.

Dazu Peter: Man muß noch weiter zurück bis zu den Quellen. Ich zitiere aus meinem Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie:

Nicht von ungefähr war „Zentralisation“ der Leitbegriff des Kommunistisches Manifests. Aus dem Wahn heraus der Geist, also ein Geist, könne alles überblicken, mußte sich logisch der Personenkult um das zentrale „Superhirn“ entwickeln (Marx, Lenin, Stalin, Mao, Castro, Abimael Guzman, etc.). Bereits in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie von 1844 sagt Marx in seinem typischen verquasten Stil, „der Kopf“ der „menschlichen Emanzipation“ sei „die Philosophie, ihr Herz das Proletariat“. „Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen (…) Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie“ (z.n. 26:93). Der „Masse“ fehle völlig, so Marx im Kommunistischen Manifest, die theoretische Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate ihrer Befreiung.

Das ist einer der Gründe, warum ich bei kommunistischer „Antifa“ säuerlich aufstoßen muß.

David: Theoretisch hatte z.B. Mao eine ganz gute Idee, nämlich die Sache mit den Dorf-Hochöfen. Eisen bzw. Stahl sollte dezentral hergestellt werden.
Tatsächlich ist dann etwas Unerwartetes geschehen. Es konnte nicht die gleiche Qualität hergestellt werden wie in den Stahl- und Hüttenwerken der Sowjetunion oder des Westens.
Hier kommen wir in ein Gebiet was möglicherweise allein mit der herkömmlichen Wissenschaft nicht so leicht erklärt werden kann. Gewisse Prozesse sind nur im Großen möglich, oder nur im Großen gelingen sie so gut wie wir sie kennen. So kann zum Beispiel Ammoniumnitrat im Labormaßstab nicht zur Explosion gebracht werden; es zerfällt bei Erhitzen LANGSAM zu Distickstoffoxyd (Lachgas). Dieselbe Reaktion aber trat in den zwanziger Jahren bei einem großen Chemieunfall bei der BASF explosionsartig ein.
Also muss jede / jeder, die / der die Welt verändern will, den Armen helfen will, usw., mit der Realität in Kontakt bleiben, wozu Kommunisten normalerweise nicht willens und vielleicht auch nicht fähig sind.
Eine Ausnahme mag vielleicht die Einführung der „Neuen Ökonomischen Politik“, das Wieder-Erlauben von privaten Kleinunternehmen durch Lenin sein. Offenbar begriff Lenin, dass mit einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung und anderen wichtigen Dingen nicht möglich ist.
Wie, wann und warum die NEP wieder abgeschafft wurde, ist mir nicht ganz klar, ich glaube aber es ist noch vor Übernahme der Macht durch Stalin, also noch unter Lenin gemacht worden. Offenbar ging Lenins Bereitschaft, sich nach der Realität zu richten, wieder verloren.

Peter: Mao hatte auch die gute Idee, alle Vögel in Peking von den Roten Garden töten zu lassen. Seine Überlegung war, daß sie zu viel Getreide aufpicken. Ergebnis war eine Insektenplage. Reich hat gegen derartigen Wahnsinn sein Konzept der Arbeitsdemokratie gesetzt: jene Leute bestimmen, die wirklich im Arbeitsprozeß drinstecken und deshalb abschätzen können, was passieren wird, wenn man eine Maßnahme ergreift. Lenin hat die NEP durchgesetzt, und die Maoisten haben später entsprechendes getan, weil das Land schlichtweg vor dem ökonomischen Kollaps stand. Man hat die Fachleute (die „Kapitalisten“) wieder gewähren lassen – und dann nach getaner Arbeit erschossen. Das wird in China und im modernen Rußland nicht mehr geschehen, vielmehr geht das ganze System in einem undurchdringlichen Gewirr von Wirtschaftskriminalität auf.

Robert 2013: Gustav Hans Graber war später einer der Pioniere der pränatalen Psychologie, er vertrat so etwas wie eine Misch-Typenpsychologie von Jung und Freud. Seine Bücher sind heute noch lesenswert.

O.: Das „Fremde“ muss hier wohl eher als „Nicht-Ich“ als identifiziertes Elternteil aufgefasst werden und das Selbst soll diesen Teil des Ich abspalten. Das wäre inhaltlich an der Charakteranalyse orientiert mit einem anderen Lösungsansatz als Reich es vorschlug. –
Das Selbst könnte den Kern „psychisch repräsentieren“. Das wäre natürlich alles nur Psycho-Gefasel, aber immer hin an Reich angelehnt.

David 2013: Kontaktlosigkeit – ist da auch folgendes gemeint:
Wenn beispielsweise ein Vater befürchtet, er könne vielleicht auf seine Tochter einen inzestuösen Übergriff begehen – oder falls er tief unbewusst soger wünscht, das zu tun, könnte es dazu kommen, dass er jede, auch jede anständige freundschaftliche Berührung der Tochter vermeidet.
Der Schweizer Arzt Samuel Widmer hat über diese Dinge geforscht und er hat das den „Ehrbaren Inzest“ genannt. Samuel Widmer ist auch als Halluzinogen-Forscher bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Widmer#Das_Inzest-Tabu [ist auf Wikipedia nicht mehr zu finden!]

O.: Welches Problem hinter einem „Inzestwunsch oder -gedanken“ steht, wird regelmäßig unbeachtet gelassen oder nicht erkannt.
Hier wird zumindest einmal Freuds (für mich) falsche These des Ödipuskonfliktes richtig gestellt. Nicht die Tochter begehrt den Vater, sondern umgekehrt.
__________________
Konia folgt dem Tenor der „modernen“ Körperpsychotherapeuten, die eine Zunahme der frühen Ströungen zu erkennen glauben. Letztere begründen dies mit ihrerer „Narzissmustheorie“, Konia mit „Kontaktlosigkeit“ (ouklare Blockierung).

Sebastian 2013: Helmut Dahmer wiederholt seit Jahrzehnten seine fruchtlose Kritik. Das Einzige, was er zu sagen hat, ist, dass Reich weder Freud noch Marx ist, was Reich aber selbst stets betonte. Worin liegt also der Erkenntnisgewinn seines Schreibens? Zudem stellt er die Theorie Reichs negativ dar, ohne sich auch nur die geringste Mühe zu geben, das sachlich zu begründen. Die Frage, die Dahmer unbeantwortet lässt, lautet: WAS für FAKTEN sprechen gegen diesen „naturalisierenden“, „technisierenden“ Ansatz?
Seine Botschaft ist, dass Reich weder Freud noch Marx verstanden hat und sein (Reichs) eigener Ansatz sich ideologisch im Technizismus und Naturalismus verrannt hat. Er will Reich restlos zerstören. Warum darf so jemand die Einleitung von Peglau’s Buch schreiben?

Peter: Dahmer ist halt Experte in Psychoanalysegeschichte und Peglau ist stolz darauf, mit Leuten fruchtbar („arbeitsdemokratisch“) zusammengearbeitet zu haben, die seiner Einschätzung Reichs teilweise diametral entgegengesetzt sind.

O.: Nun wenn Prof. Dr. H. Dahmer (bekannt geworden unter Mitscherlich) einen Herrn Peglau kennt, ist dies schon eine Ehre, folglich geht es um „Anerkennung“ (!), die Mutter aller falschen Motive. Damit ist er auch für die „Reichszene“ attraktiv und er kann sich mit ihnen schmücken und umgekehrt.
Außerdem verlegt er im Psychosozial Verlag Gießen, was nach Beziehungen aussieht, die er sich wohl erarbeitet haben wird.

Sebastian: Ich habe mir nochmal den Aufsatz des Soziologen Helmut Dahmer in Birgit Johlers „Wilhelm Reich Revisited“ durchgelesen und möchte den kurz besprechen.
Dahmer kritzelt seit 40 Jahren irrational über Reich herum. Eine gewisse Genugtuung scheint es ihm zu bereiten, dass die Faszination für Reich seit der Studenten- und Jugendbewegung erloschen ist und seine „skurrilen Züge deutlicher präsent“ sind, obwohl er sich wundert, dass immernoch Reich-Biografien und -Monographien erscheinen. Dahmer versucht Reich nicht durch Klatsch und Tratsch über sein Privatleben zu zerstören, wie zB Christopher Turner, sondern durch die Beurteilung seines Werkes, vor allem seiner „Metatheorie“ aus Psychoanalyse und Marxismus.
Dabei überschreitet Dahmer erstens immer wieder die Grenze seines soziologischen Fachgebietes, was ja nicht schlimm wäre, wenn er sachliche Argumente dafür hätte. Da man sich in der wissenschaftlichen Gemeinde etabliert hat, hat man es aber zweitens nicht nötig sich mit lästigen Fakten herumzuschlagen. So werden Fakten zu „glücklichen Einfällen“ und „vorschnellen Generalisierungen“ und technische Weiterentwicklungen und soziale Konsequenzen aufgrund neuer Faktenlage zu quasi aus der Luft gegriffenen „Erfindungen“ oder „faszinierend einfachen Lösungen“, die anschließend „dogmatisiert“ werden.
Diese unwissenschaftliche Vorgehensweise praktiziert Dahmer seit 40 Jahren, ohne den geringsten Skrupel. Wer nicht mit sachlichen Argumenten überzeugen kann, der muss mit Plakaten um sich schmeißen. Reich hätte zwar dies und jenes „versucht“, aber sei daran letztendlich „verzweifelt“. Was übrig bleibe, sei ein „revolutionärer Arzt“ und „wunderlicher Naturforscher“, auf theoretischem Feld ein „Pamphletist und Säbelfechter“, ein „Sexualutopist“ und „Naturromantiker“, der über die „kosmische Lebensenergie Orgon“ „spekulierte“ bzw. „quacksalberte“.
Sein ganzer Hass richtet sich ganz offen gegen die Orgasmustheorie. Reich „überhöhe“ bzw. „fetischisiere“ die genitale Sexualität zu einem „naturgegebenen Ziel“ und hätte damit die „gegenwärtige Sexualökonomie“ vorweggenommen. Die Realität hätte ihn widerlegt. Für Dahmer ist Genitalität unnatürlich bzw. „pseudonatürlich“, weil das, was vergesellschaftet ist, niemals Natur sein kann. Ein rotes Tuch beim Orgasmus ist für ihn die Bewusstseinsverdunkelung, die reflexionslose Ungehemmtheit, die vergleichbar mit dem Schlaf ist. Dagegen sieht er gerade in der Reflexion in Verbindung mit Arbeit und Klassenkampf die Lösung der Probleme unseres Zeitalters. Die gegenwärtige Sexualökonomie nennt er gemäß Herbert Marcuse „repressive Entsublimierung“, dh, dass sozusagen keine Energie mehr für Sublimierung bzw. Kultur bzw. Gegenkultur übrig ist, wenn man ständig Sex hat.
Wenn man sein bisheriges Wirken oberflächlich anguckt, ist sein gesamtes Werk ein Gegenan gegen alles und jeden. Abweichen („Divergieren“) um jeden Preis in seiner prägenitalen, emotionslosen, intellektuell hypertrophierten Welt.
Worin hat Dahmer recht? Er sieht genauso wie die ACO Orgonomen (und wie Reich es auch gesehen hätte), dass die gegenwärtige Sexualökonomie Mist ist. Er übersieht, dass es sich bei der gegenwärtigen um eine ungeordnete Sexualökonomie handelt und er hat vor 40 Jahren wie heute nicht den Unterschied zwischen Prägenitalität und Genitalität verstanden.
Außerdem kritisiert er an Reich, dass sich seine Theorie „wenig zur Analyse der Entwicklung sozialer Systeme“ eignet. Dabei hat er die 60er Jahre vor Augen, die Reich tatsächlich nicht vorschwebte. Allerdings finden sich genug Hinweise verstreut in seinem Werk, die eine solche Transformation erklärbar machen. Das haben seine Nachfolger vom ACO überzeugend getan.

Peter: Was will Dahmer eigentlich? Er “betont die Bedeutung der angestrebten »Freien Assoziation« bei Marx (der Individuen) und Freud (der Gedanken)“ https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/205225.soziale-leiden.html
Auf so etwas muß man erstmal kommen! Die freie Assoziation bei Marx und Freud!
Mein Gott, mit Kategorienfehlern fängt Wissenschaft vielleicht an („Inspiration“ durch Verknüpfung von Dingen, die zuvor niemand verknüpft hat), aber bei Dahmer endet sie so. „Die freie Assoziation bei Marx und Freud“! Lol.

Peter: Hier, so sieht die freie Assoziation nach Marx und Freud konkret aus:

Eines meiner Lieblingslieder. DAS waren noch Schlager!

O. 2013: Wie es allen bekannt sei müsste, die sich mit der Geschichte der Psychologie auseinandergesetzt haben, hat C. G. Jung sich schon 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers zum Führer schriftlich bekannt. Er unschied die arische (Psychologie) von der jüdischen Psychoanalyse und übernahm die führende Rolle (mit anderen) für die Psychologie im Nationalsozialismus. Freud und Reich wurden so verdrängt. Dennoch wurden gerade Freud und Reich bis ins Detail von den´Nationalsozialisten gelesen und verstanden! – Diese Haltung gilt ungebrochen bis in die Adenauerzeit und bis heute in der Psychologie, jedoch spricht man heute weder von Jung oder Reich, auch Freud wird mit Naserümpfen erwähnt. Der angebliche Positivismus und die „objektive, wissenschaftliche“ Haltung habe mit der Verhaltensmedizin (VT) eine „politische Psychologie“ (auch bezugnehmend auf Reich oder den Nationalsozialismus) überwunden und mit ihr quasi nichts mehr zu tun.
Das Bekenntnis zu Jung – und damit unweigerlich zum Nationalsozialismus – kommt in der psychologischen Literatur in Form von harmlosen Jungzitaten vor. Hiermit hisst man die NS-Fahne, ohne sich hierzu öffentlich bekennen zu müssen und kann Karriere machen. Die Verhaltenstherapie lehnt die (jüdische) Psychoanalyse kategorisch ab, trennt sich aber nicht und äußert sich nie kritisch gegenüber Jungs arischer Psychologie/ „Analyse“.
Die neuere Generation von Wissenschaftler weiß hierum selbstverständlich und versucht Jung nicht mehr die Bühne und Ehre zu geben, um eben nicht in denselben Verdacht zu geraten, aber ihre geistigen Väter sind natürlich dieser Tradition verbunden.
Es wundert also gar nicht das Deutschland gemäß dem 3. Reich in der Psychologie wieder einen eigenen Weg geht und alle anderen (jüdisch anmutenden) Methoden verdrängt, sagen wir es offen ausmerzt.
Dies müsste auch so bei Peglau stehen, wenn er nicht hierzu zu feige wäre.

David Holbrook, M.D.: Schuldgefühle, „Moralisieren“ und die „Emotionelle Pest“

8. August 2026

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Schuldgefühle, „Moralisieren“ und die „Emotionelle Pest“

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: Vorwort

2. August 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: Vorwort (S. 5)

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, d. Der moderne Sexterror

28. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, d. Der moderne Sexterror

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute

18. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, a. Sexpol heute

Die Bioenergetik der Kapitalinteressen

9. Juli 2026

Heute morgen auf dem Weg zur Bahn ein Plakat mit dem Hinweis auf eine Veranstaltung über die Hamburger Hafencity und ihre historischen Verbindungen zur NS-Zeit und den Kolonialismus. Ständig wird versucht, irgendwie meine Schuldgefühle als hochgesinnter und kultivierter Deutscher zu aktivieren. Man wagt kaum frei zu atmen. Kaum entspannt man sich, kommt der nächste Schlag in die Magengrube. Ich bin schuldig, weil ich ein Deutscher bin, ein heterosexueller Mann, ein atmender Mensch (die Umwelt!). Es ist prinzipiell der gleiche Moralismus wie einst im Christentum, das jeden Lebensimpuls sofort mit der Induktion von Schuldgefühlen unterband. Jedenfalls mußte ich heute morgen angesichts des Plakats spontan an die repressive Sexualerziehung vergangener Zeiten denken, die von einer allgemeinen sexualnegativen Atmosphäre geprägt war, die ab und an mit Gewaltandrohungen verfestigt wurde.

Das Perfide ist, daß die heutigen Moralisten von der allesüberwiegenden Tendenz her eher ausgesprochen „sexualpositiv“ auftreten im Dreieck von Frühsexualisierung, trans und gender. Es ist tatsächlich so, daß der Katholizismus, in dem ein Hitler aufwuchs, praktisch nur die sexuelle Sünde kannte, während heute in der postchristlichen Welt der „Selbsterhaltungstrieb“ als einzige Sünde gilt. Das läßt sich besonders plastisch an der Masseninvasion seit 2015 zeigen, als die jungen Machos, man verzeihe mir das Bild, mit weit offenen Schenkeln freudig erregt begrüßt wurden, während gleichzeitig die genetischen und wirtschaftlichen Selbsterhaltungsinteressen des deutschen Volkskörpers mit Füßen getreten wurden. Man schaue sich den Fußball an! Mit immer abstruseren und denkbar unangebracht schwulen Kampagnen wird der deutsche Mann und wird der Nationalstolz kastriert.

Noch absurder ist, daß diese linke subversive Agenda (Selbsterhaltungstrieb gegen Sexualtrieb) perfekt mit den gegenwärtigen Verwertungsinteressen des Kapitals harmoniert, wird doch auf diese Weise der sofortigen Triebbefriedigung, d.h. dem Konsum das Wort geredet: Schimpanse, achte nicht auf den Leoparden, sondern verlustiere dich! Melanor („Blackrock“) lebt davon, daß der zum geilen Depp mutierte deutsche Mann resigniert, brav sich Morgenthauisieren läßt und dabei sein zartes Gesichtchen mit einer Feuchtigkeitscreme einreibt.

1) der einstige autoritäre Kapitalismus: der Selbsterhaltungstrieb (b) richtete sich gegen den Sexualtrieb (a)

2) der heutige antiautoritäre Kapitalismus: der Sexualtrieb (a) richtet sich gegen den Selbsterhaltungstrieb (b)

Vor 1960 lag der Fokus des Kapitals auf der Herstellung von Gütern, d.h. die Arbeiter mußten diszipliniert, ihre Sexualität unterdrückt werden: Realitätsprinzip gegen Lustprinzip. Nach 1960, d.h. mit dem langsamen Übergang von der autoritären zur antiautoritären Gesellschaft, verlagert sich der Fokus von der Produktion auf die Konsumtion. Im Rahmen der „sexuellen Revolution“ wird der Selbsterhaltungstrieb zum Hauptgegner, was beispielsweise das langfristige Ruinieren durch Kreditschulden beinhaltet. Hauptsache es wird JETZT gelebt! Die woken Linken sind bei der ganzen Sache die heutigen Sturmtruppen des Kapitals. Sie sind der ultimative Abschaum.

Im Nietzscheanischen Fleischwolf

25. Juni 2026

Manche Menschen aalen sich in ihrer vermeintlichen „Biologie“: Männlichkeitskult, Lust am Töten, Negation des ausgelagerten Magens (d.h. des Kochens) durch blutiger, möglichst noch körperwarmer Rohkost, Rücksichtslosigkeit, Lust am „Bösen“. Man läßt die Sau raus! Sie glauben tatsächlich, daß sie sich als einer Karikatur von „Conan, dem Barbaren“ ihrer „primären Natur“ nähern. Tatsächlich sind es aber schlicht und ergreifend schwarze Faschisten, die entsprechend es kaum ertragen können, wenn man sie auf ihre verdrängte tatsächlich primäre Natur verweist, zu der Hingabefähigkeit gehört. Es treibt sie in Raserei, Zynismus und Verachtung. Phallische Abwehr gegen Analität.

Bei Linken ist es vollkommen anders. Sie zelebrieren ihre Analität und sehen auch so aus, als würden sie so riechen! Sie sind nur und ausschließlich Fassade bis hin zu toxischen Warnfarben wie etwa Blau in den Haaren, die signalisieren, daß hier eben keine „Biologie“ vorliegt, sondern Abwehr aller natürlichen Lebensäußerungen: Biohazard. Man denke nur an das garstige Auftreten von denkbar unweiblichen „Feministen“. Jede primäre Regung wird im Keim erstickt und das schon bei Kindern. Man denke nur mal an „Drag Queens“ in Kindergärten! Mit der Natur versöhnen sich diese nekrophilen „Naturschützer“ erst, wenn auch die letzte Naturlandschaft mittels Vogelschreddern in einen Industriepark verwandelt wurde.

Zusammen dominieren diese beiden Fraktionen des Antilebens, die schwarzen und roten Faschisten, den öffentlichen Diskurs abseits des grauen Schlaftablettenhauptstroms. Für die Orgonomie bleibt nicht mal ein schmaler Streifen zum Überleben. Die beiden Fraktionen der Lebensfeindlichkeit haben sogar den gleichen Helden: Nietzsche. Bei den Rechten brauche ich das nicht weiter auszuführen – und die Linken: allein schon der Bolschewismus wurde vollkommen zu recht als „Nietzscheanischer Marxismus“ gekennzeichnet. Als er noch radikaler Sozialist und Genosse Lenins war, äußerte Mussolini 1908 die Hoffnung, daß Nietzsche die Menschheit von der „Nächstenliebe erlösen“ werde.

Man darf auch nicht vergessen, daß Nietzsches Chaosgott Dionysos u.a. bei Herbert Marcuse als Heros der befreiten prägenitalen, vor allem analen Triebe und Gegenentwurf zur kapitalistischen Leistungsgesellschaft und deren „instrumenteller Vernunft“ galt. Die von Drogen und Alkohol geprägten Mysterienkulte dieses Gottes feierten die Sklaven und die anderen Außenseiter der antiken Gesellschaft gemeinsam, was ihn zu einem antiken Sinnbild für den Klassenkampf machte.

Für die Linken, Nietzscheaner im Kern, gibt es keine „ewigen Wahrheiten“, sondern die Moral wird „genealogisch“ zersetzt, d.h. nicht auf einen einheitlichen Ursprung zurückgeführt, sondern ihre zahllose Ursprünge verlieren sich im sich immer weiter aufspaltenden Wurzelgeflecht. In dieser Weltsicht ist alles Wille zur Macht, also Klassenkampf bzw. Kampf zwischen oben und unten mit der jeweiligen machtpolitischen Perspektive, die „die“ Wahrheit bzw. das definiert, was „gut“ und was „böse“ ist. Willkommen in der woken bunten Welt! Wir alle kennen das Zitat des Kinderfreundes: „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“ Später ergänzt von einer SPD-Türkin: „Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein.“ Das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden. Eine Einwanderungsgesellschaft zu sein heiße, „daß sich nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, integrieren müssen“. Willkommen in der Barbarei unter dem gemeinsamen Banner von Marx und Nietzsche!

Der Krieg gegen den Iran

17. Juni 2026

Vor einem Jahrhundert beherrschte der Westen den gesamten Planeten. Seitdem reibt er sich in nicht enden wollenden Selbstmordversuchen immer weiter auf. Fast immer geht es um unsinnige Garantien und lächerliche „Freundschaften“. Was hatte, beispielsweise, um alles in der Welt, Amerika im Ersten Weltkrieg verloren? Hat es sich für England wirklich gelohnt, wegen einem lächerlichen Regionalkonflikt (Wegerechte durch Westpreußen und der Status von Danzig, zwei Gebiete, die überwiegend von Deutschen besiedelt waren!), den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen?

Am Ende hatte wirklich jeder verloren. Das Perfideste ist vielleicht, daß im öffentlichen Bewußtsein die Vorstellung vorherrscht, daß gegen Hitler gekämpft werden mußte, um die Juden zu retten! Der Holocaust begann jedoch erst nachdem man in den Krieg hineingeschlittert war – und während des Krieges ging es von alliierter Seite dezidiert ganz und gar nicht um die Juden. Tatsächlich scherte man sich einen Dreck um sie! (Man nehme nur Reich in Amerika: er verbrachte seine Urlaube u.a. deshalb im Zelt, weil in weiten Teilen der USA neben den Hoteleingängen stand: „Nur für Christen!“) Und den deutschen Widerstand gegen Hitler haben sie geradezu sabotiert.

Heute (2016) haben wir fast ein identisches Szenario mit dem Iran, der seit nunmehr vier Jahrzehnten „eingekreist“, „eingedämmt“ und zum Hort alles Bösen stilisiert wird. Tatsächlich sind aber Saudiarabien und die anderen Golfmonarchien unsere wirklichen Todfeinde, wie einst die Sowjetunion der wirkliche Todfeind der freien Welt war. Die Ölscheichs finanzieren Al Kaida, ISIS und die schleichende Islamisierung des Westens; sie sind es, die uns unterwandern, nicht die Iraner! Die Schiiten sind eine kleine krypto-christliche Minderheit im Weltislam und müssen entsprechend radikal islamistisch (und extrem israelfeindlich) auftreten, doch in der Realität – oder sagen wir lieber perspektivisch – sind sie wegen ihres Status als bedrängte Minderheit, die nicht mal wirklich mohammedanisch ist, eher auf unserer Seite.

Moral oder gar „Gefühle“ haben in der Politik nichts zu suchen, sondern nur Interessen! Das hatte beispielsweise General Patton beherzigt, als er am Ende des Krieges meinte, daß die Deutschen die falschen Gegner gewesen waren und man nun zusammen mit den Resten der Wehrmacht doch bitte gegen den wahren Feind, die Sowjetunion ziehen sollte. Wenige Jahre später hat (bzw. natürlich hätte) man genau das ja auch tatsächlich getan! Nur, daß die Wehrmacht nun „Bundeswehr“ hieß und amerikanische Uniformen trug.

Genauso mag es heute vielleicht moralisch gut aussehen, gegen den „Islamo-Faschismus“ der Iraner anzugehen, aber tatsächlich ist es ein lächerlicher Nebenschauplatz, denn währenddessen breitet sich der saudische Wahabismus über den Planeten aus. Ja, die Bahais werden im Iran blutig verfolgt, aber währenddessen ist die arabische Halbinsel „juden- und christenrein“!

Es ist gut möglich, daß sich am Konflikt mit dem Iran ein neuer Weltkrieg entfacht – und wieder wird der Westen gegen den falschen Gegner antreten. So abgrundtief widerlich und hassenswert das Regime der Ayatollahs auch sein mag: sie sind es, die die Wahabiten in Schach halten.

Ich hatte mich in den 1980er Jahren tierisch über die vermeintliche „Idiotie“ von Rainer Zittelmann (übrigens ein Krypto-Reichianer) aufgeregt, der versucht hatte, den gordischen Knoten der linken Dominanz in Westdeutschland durch eine Neubewertung des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkrieges zu durchtrennen, d.h. die „Umerziehung“ frontal anzugreifen. Ich betrachtete Zittelmanns Ansatz als gemeingefährliche Idiotie, denn darauf warten ja die Linken: daß Konservative sich als klammheimliche „Nazis“ outen.

Doch erstens nehmen die Linken diese Gleichsetzung ohnehin vor und zweitens: bei mir hat Zittelmanns Taktik mit einer jahrzehntelangen Inkubationszeit gewirkt. Der Zweite Weltkrieg gilt als das Beispiel für einen „gerechten Krieg“ und mit dem Stichwort „Hitler“ läßt sich seitdem wirklich alles rechtfertigen: der Irak, das Kosovo, der Iran, die Überfremdungspolitik… Ich gönne Hitler, Saddam, Milosevic, Gaddafi, etc. ihr Schicksal von ganzem Herzen, aber… Aber, beispielsweise, ohne die durchweg idiotischen Interventionen der Engländer hätte die Wehrmacht Hitler weggeputscht und der Nazispuck wäre verpufft. Den Engländern ging es aber ohnehin nicht um Hitler und erst recht nicht um die Juden, sondern dezidiert um die Vernichtung des Deutschen Reiches von 1871! Saddam und sein unmittelbares Umfeld hätte man beseitigen können und durch ein „normales“ arabisches Regime ersetzten können, ohne Tausende GIs für die „Demokratie“ zu opfern, die in einer Stammesgesellschaft ohnehin nicht funktionieren kann. Das gleiche gilt für Afghanistan und überhaupt alle großartigen Projekte der Neokonservativen, die so auftreten, als wollten sie der Geschichte im Sinne von Marx Beine machen: orientalische Despotie → bürgerliche Demokratie → das Paradies auf Erden (Kommunismus). Genuine Konservative setzen einfach die Interessen ihres Landes durch und achten darauf, daß die Kosten nicht den Gewinn übersteigen: fertig.

Der Bad Apple Effect

9. Juni 2026

Reich hat die Wirkung Modjus (des emotionell pestkranken Charakters) auf Gruppen mit dem sprichwörtlichen Apfel verglichen: Legst du einen frischen Apfel in einen Korb mit verfaulten Äpfeln, wird dessen Gesundheit die kranken Äpfel nicht beeinflussen, sondern er wird ebenfalls schnell verfaulen. Legst du umgekehrt einen faulen Apfel zwischen frische Äpfel, breitet sich die Fäulnis des Einzelnen rasend schnell auf die Gruppe aus. Diese Parabel erklärt das Schicksal der Menschheit: warum sich die Panzerung und die Emotionelle Pest überhaupt ausbreiten konnte, warum weltweit das Kranke (DOR) über das Gesunde (OR) triumphierte.

Dazu paßt ein Phänomen aus dem alltäglichen Arbeitsleben, das die gängige Sozialpsychologie als „Bad Apple Effect“ beschreibt (William Felps, Terence R. Mitchell und Eliza Byington 2006). Bei einem Team kann eine einzige negativ agierende Person die Leistungsfähigkeit, Kreativität und Zusammenarbeit aller Gruppenmitglieder signifikant in Mitleidenschaft ziehen. Die Stimmung kippt, die Arbeitsatmosphäre wird unerträglich und die Zufriedenheit der Einzelnen sinkt.

Es kristallisierten sich drei toxische Verhaltensmuster heraus, die die Effektivität des Teams beeinträchtigten: Erstens sind da die „Verweigerer“, die ihre eigenen Arbeitspflichten vernachlässigen und auf andere abwälzen. Sodann die Nörgler, die für schlechte Stimmung sorgen, indem sie ständig destruktive Kritik an der Arbeit anderer anbringen. Und drittens schließlich die Störenfriede, die nichts besseres zu tun hat, als andere zu provozieren, herablassend zu behandeln und aggressiv aufzutreten. Generell wird eine drückende maligne Stimmung erzeugt: DOR, das alles Lebendige erstickt! Es ist, als wenn diese Leute Energievampire sind, die alle in ihrer Umgebung immobilisieren.

Teams mit einer Person in ihrer Mitte, die diese Charakterzüge zeigte, wiesen 50 Prozent mehr Konflikte auf. Sie hatten in Folge etwa 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitserfolge vorzuweisen. Die Qualität ihrer Arbeit sank um 25 Prozent. Was Kreativität und die Problemlösungskapazität betraf, lag der Einbruch sogar bei 50 Prozent.

Die moderne Sozialpsychologie empfiehlt das gleiche, was Reich im Umgang mit Modju vorschlug: die Sequestration des Störenfrieds. Man trennt sich einfach von solchen Mitarbeitern. Sie sind wie Träger einer hochansteckenden Seuche, die bei den restlichen Teammitgliedern zu diversen Störungen führt, wie „innere Immigration“, Abwendung der Aufmerksamkeit von der Arbeitsaufgabe und stattdessen Auseinandersetzung mit Modju und den Konflikten, die er ständig provoziert, wenn nicht selbst unmittelbar hervorruft.

Solche Leute sind die menschgewordene Pest! Sie stechen hervor, weil sie viel Energie und Talent haben, aber nichts damit anfangen können und deshalb chronisch unbefriedigt sind. Andere müssen das dann ausbaden.