Archive for the ‘Sozialpsychologie’ Category

Orgonkapitalismus

9. Oktober 2026

Ich mähe eine Stunde lang deinen Rasen. Wie willst du diese Schuld mir gegenüber begleichen? Eine Stunde für mich arbeiten? Oder mir irgendeinen Gegenstand als Gegenwert geben? Was ist, wenn ich weder deine Arbeitskraft noch den Gegenstand benötige? Deshalb begleichst du deine Schuldverpflichtung mir gegenüber mit einem bestimmten Geldbetrag. Ich, der Gläubiger, verzichte daraufhin auf meine Forderung, wenn du mir an sich wertlose Papier- und Metallstücke aushändigst, mit denen ich meine ursprüngliche Forderung an dich in eine fungiblere (d.h. „übertragbarere“) Forderung gegenüber beliebigen Dritten umwandeln kann. Aus einer privaten „Zweierbeziehung“ zwischen Schuldner und Gläubiger, die an sich ein Nullsummenspiel sein sollte („ich mähe deinen Rasen, die tust etwas exakt entsprechendes“), wird unversehens ein unübersehbares gesellschaftliches Geflecht, das immer mehr auffächert und dabei eine ungemeine Dynamik entwickelt, d.h. weitere wirtschaftliche Tätigkeiten generiert – mehr Energie! Was wir hier vor uns haben, ist Ausdruck der primordialen Schöpfungsfunktion, die den Kapitalismus zu einer wahrhaftigen negentropischen Orgonmaschine macht:

Sozialisten, d.h. die organisierte Emotionelle Pest, tun alles, um das zu unterbinden. Sie hassen Arbeit und Liebe und Wissen. Deshalb geht auch der gegenwärtige Antikapitalismus stets mit der LGBTQAI+ Kackscheiße einher. Es ist der Todestrieb in der Geschichte, reines DOR!

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, h. Wir haben uns verändert

8. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, h. Wir haben uns verändert

Martin Walsers Unbehagen in der Erinnerungskultur

3. Oktober 2026

Bedenkenswert ist der Brief eines gewissen Jochen Weber an Martin Walser über dessen Rede am 11. Oktober 1998 in der Paulskirche. Im Verlauf der eigenen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit sei ihm, Weber, aufgefallen,

wie im deutschen Fernsehen gewissenlos und gefühlskalt in zunehmendem Maße immer wieder Bildmaterial über die NS-Greuel eingesetzt wurde, um irgendein politisches Anliegen zu untermauern. Die Würde der präsentierten Toten hatte keinerlei Bedeutung. Gewisse Fernsehbeiträge ähnelten immer mehr, in Aufbau und Stil, der Goebbelschen Propaganda. Die vielen Leidenden und die massenhaften Toten wurden als Manövriermasse mißbraucht. Inzwischen entlarvt allein schon der Hinweis auf Auschwitz das unredliche Argument. (Frank Schirrmacher (Hrsg.): Die Walser-Bubis-Debatte, Frankfurt 1999, S. 171).

Die damalige Debatte ist wichtig, weil es um Schuld, Schuldgefühle, schlichtweg das „Über-Ich“ d.h. um PANZERUNG ging. Sie ist der eine Wendepunkt in der Auseinandersetzung Deutschlands mit seiner „historischen Schuld“, denn es war der erste „Befreiungsschlag“ gegen einen alles beherrschenden Alpdruck, d.h. der von Walser erwähnten „Moralkeule Auschwitz“. Einer Moralisierei, die sich prinzipiell der gleichen hysterischen, jede rationale Abwägung hintertreibenden Rhethorik befleißigte, wie es vorher Goebbels getan hatte. Linke behaupten charakteristischerweise, Walsers sei der „Dammbruch“ gewesen, der den Weg zum „Schlußstrich“ geöffnet hätte, also das Ende der emotionalen Erpressung des deutschen Volkes. Resultat: unsere Unterdrücker zogen die Schrauben der Folterbank weiter an.

In seiner Verteidigung griff Walser auf die durch Bernd A. Laska zugänglich gemachten Thesen LaMettries über die verheerende Rolle des Schuldgefühls bei der Unterdrückung des lebendigen Lebens zurück. 2004 wurde LaMettrie (und gewisserweise auch Laska) zum Helden von Walsers Roman Der Augenblick der Liebe. Schuldgefühle, die erwähnte „Moralkeule“, seien ein korosives Gift für Seele und Körper. Das aufoktroyierte schlechte Gewissen erzeuge innere Blockaden, Wut und Haß und entsprechend genau jene Gefühlskälte, die es doch bekämpfen soll. Was erwartet man eigentlich, wenn man Menschen Jahrzehnte in einer schuldbeladenen „Erinnerungskultur“ emotional erstickt? Was soll das Ergebnis dieser schwarzen (wohl eher roten) Pädagogik sein?

Es paßt ins Bild, daß Walsers Kritiker nicht etwa angesichts des durch Walser vermittelten aufklärerischen Impulses innehielten, sondern sie ganz im Gegenteil reflexhaft den Schuldkult weiterforcierten und „hysterisierten“. Niemals wurde so heftig gegen Hitler gekämpft wie in den letzten zwei Jahrzehnten, nie waren die Hetzreden schriller, nie wurde der erwähnte „Damm“ (!) höher aufgeschüttet!

Und das alles auf eine Art, die wirklich immer mehr an Goebbels erinnert. Man merkt, daß den wie Priester eines Kults auftretenden Propagandisten der „Erinnerungskultur“ die tatsächliche Erinnerung an die jüdischen Opfer der Emotionellen Pest egal ist – daß ihnen die Opfer gleichgültig sind. Sie sind vielmehr willkommenes Material, um auf pestilente Weise jede Regung von Gesundheit, Lebensfreude, „Identitätsfreude“ im deutschen Volkskörper zu ersticken, indem eine Art Dauerstreß unter der „Moralkeule“ erzeugt wird. Unter diesem Schirm und auf dem Rücken von sechs Millionen grausam ermordeter Juden machen die Blockparteien der Emotionellen Pest ihre Politik! Das Verrecken der Juden hatte einen Sinn: ihr Opfer verhindert die AfD – und erhält den Funktionären der Altparteien ihre gepanzerten Dienstlimousinen nebst Fahrern, fürstlichen Pensionen, Zugang zu… Sie mußten sogar für die ideologische Unterfütterung des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der SPD und der Grünen auf Serbien herhalten. Wie moralisch verkommen und schlichtweg bösartig kann man eigentlich sein?

100 Jahre Orgonomie und Kommunismus

1. Oktober 2026

Die orgonomische Theorie, wie Reich sie 1933 formulierte, besagt, daß der Nationalsozialismus eine sekundäre Reaktion auf den Bolschewismus war: „das Aufbäumen einer sexuell ebenso wie wirtschaftlich todkranken Gesellschaft gegen die schmerzhaften, aber entschiedenen Tendenzen des Bolschewismus zur sexuellen, ebenso wie ökonomischen Freiheit“ (Massenpsychologie des Faschismus, 1933, S. 94). Das würde heute jeder Linke unterschreiben und im Kampf gegen die AfD entsprechend anpassen, was LGBTQAI+ betrifft und unsere sozialen Sicherungssysteme – für den Nahen Osten, Afrika und die Kokaine.

Später, nachdem Reich den wahren Charakter des Kommunismus durchschaut hatte, hat die Orgonomie dies um den Punkt ergänzt, daß der Nationalsozialismus ein ebenso verzweifelter wie pestilenter Versuch war, mit der zerstörerischen Rebellion der linken Freiheitskrämer fertigzuwerden (Charles Konia: „Cancer and Communism (Part II)“, The Journal of Orgonomy, Nov. 1996). Daß also primär die Linke schuldig geworden ist, weil sie unverantwortlich und kontaktlos, wie es ihrem Wesen entspricht, eine „Reaktion“ angestoßen hat (für deren Eigendynamik sie natürlich nicht mehr verantwortlich gemacht werden kann).

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Nutzen wir den etwas kurzgeratenen Blogeintrag für Kunst im Netz: Bild 22

Orgonomische Gesellschaftspolitik

21. September 2026

Am Ende von Reichs soziopolitischer Entwicklung stehen drei Einsichten:

1. Der heilsame Realismus des Konservativen steht auf einem „metaphysischen“ Fundament, das einen fatalen Irrtum verkörpert: dem Glaube an die grundsätzliche Verworfenheit des Menschen, die „Erbsünde“. Deshalb kann man ihnen die „Kinder der Zukunft“ nicht anvertrauen: sie wollen ihnen „das Böse“ austreiben.

2. Sozialismus ist naturwidrig und „krank“; eine psychische und soziale Krankheit, die die Massen immobilisiert. Er macht sie sowohl zu parasitären Tätern (sie sitzen nur da und warten darauf, daß „die Gesellschaft“ sie aus Schuldbewußtsein bedient) als auch zu Opfern von pestilenten Parasiten:

3. Die linken Mundwerker schwadronieren von „Klasseninteressen“, vertreten aber in der Tat nur ihre eigenen „rationalen“ parasitären Interessen (die Ausbeutung der Arbeitsdemokratie), gehen überwiegend jedoch ihren irrationalen Charakterzielen nach (die Zerstörung der Arbeitsdemokratie).

Den Linken kann man erstrecht nicht die „Kinder der Zukunft“ anvertrauen! Heutzutage soll den Kindern „Werte“ vermittelt werden, wobei ihnen jedoch gleichzeitig die Grundlage aller Werte, die Tugenden ausgetrieben werden. Zum Beispiel wird ihnen über die Darstellung der nationalsozialistischen KZs „Toleranz“ nahegebracht – und dabei gleichzeitig alle bürgerlichen Tugenden (z.B. Redlichkeit, Gehorsam, Mut, etc.) als üble „Sekundärtugenden“ denunziert, die die KZs erst ermöglicht hätten. Aus den Kindern werden lebensuntüchtige hohle Schwätzer, dümmliche Besserwisser und anmaßende Steinewerfer gemacht! Es fehlen die biologischen Grundlagen, es fehlt buchstäblich der Kern und die Substanz, also das, was der Konservative „Charakter“ nennt.

Ein anderes Beispiel für den Umgang mit primären und sekundären Trieben ist die Bekämpfung der Kriminalität. Linke argumentieren gegen „autoritäre“ Maßnahmen. Dadurch werde die Kriminalität nur verlagert und anderswo „entladen“. Während der Konservative mit seinem Moralismus dazu tendiert, primäre Triebe wie sekundäre Triebe zu behandeln, ist die mechanistische Sichtweise des Linken genau umgekehrt: er behandelt die sekundären Triebe (in diesem Fall die alltägliche Kleinkriminalität) so, als handele es sich um einen primären Trieb, der in jedem Fall entladen werden müsse. Natürlich ist das Gegenteil der Fall: sekundäre Triebe kann man nicht befriedigen (orgastische Impotenz), vielmehr verstärken sie sich, wenn man sie auslebt („Sucht“). Für derartige bioenergetische Einsichten fehlt dem Linken jedes Organ. Deshalb ist er gesellschaftspolitisch unzurechnungsfähig.

Die desaströsen Folgen dieser Kontaktlosigkeit zeigt beispielhaft die Entwicklungspolitik, welche genau jene mafiösen Regime in der „Dritten Welt“ am Leben erhält, die ihre Länder im Elend halten. Je mehr sie ihre Völker ausplündern, desto mehr Entwicklungshilfe bekommen sie. Verantwortungslosigkeit wird belohnt und auf diese Weise gefördert. Stereotyp fordern die Linken für die Länder der Dritten Welt „Bodenreform“, um den Hunger zu besiegen. Doch die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat gezeigt, daß Bodenreform typischerweise (angefangen beim Russischen Reich – einst die Kornkammer Europas, neuerdings in Zimbabwe – einst die Kornkammer Afrikas) zu Hungerkatastrophen und chronischem Mangel führt. Ständig wird nach staatlichen Eingriffen verlangt, um die „Auswüchse des Kapitalismus in der Dritten Welt“ einzuschränken. Schaut man sich das Leben in diesen Ländern aber genauer an, sieht man, daß der Staat durch Mißwirtschaft und Korruption die Gesellschaft systematisch zerstört; eine Gesellschaft, die nur durch die „informelle Wirtschaft“ zusammengehalten wird, also durch einen organisch gewachsenen arbeitsdemokratischen „Ur-Kapitalismus“.

Ausgerechnet die, welche die hirnrissige These vertreten, daß „wir auf Kosten der Dritten Welt leben“, haben nichts als Häme für jene übrig, die befürchten, daß ihnen das weggenommen wird, was die Armutsflüchtlinge an Unterstützung erhalten und an allgemeinen Integrationskosten verursachen. Hilfe für die Dritte Welt soll u.a. darin bestehen, daß wir selbst im Namen der „Solidarität“ so verarmen und durch Massenzuwanderung unser eigenes Boot zum Sinken bringen – auf daß wir selbst Hilfe benötigen. Deutschland hat fast 7 mal so viele Einwohner pro Quadratkilometer als die USA und mit fast 15 Prozent einen absurd hohen Ausländeranteil (die eingebürgerten Paß-„Deutschen“ nicht mitgerechnet!), so daß in den Großstädten die Deutschen in den nächsten Jahren zu einer Minderheit im eigenen Land werden und bis 2050 die Hälfte der deutschen Gesamtbevölkerung „ausgetauscht“ sein wird. Ja, eine rechtradikale Verschwörungstheorie, denn das werden natürlich alles „Deutsche“ sein! Da nur Armutsflüchtlinge ins Land kommen, ist die Arbeitslosenquote bei ihnen doppelt so hoch wie bei den (Paß-) Deutschen. Vollkommen absurd! Glaubt irgendjemand, der auch nur etwas Verstand hat, daß Spitzenkräfte ausgerechnet in die bürokratisierte Steuerhölle Deutschland einwandern wollen?! Ein sozialistisches Land, aus dem Spezialisten reihenweise auswandern! Mal abgesehen davon, was wir den Ursprungsländern antun, wenn wir ihnen die Elite nehmen.

Man betrachte nur die rot-grün regierten Städte: ein Blick in die sozialistische Zukunft! Mit jedem Stadtteil, der umkippt, wird die rot-grüne Dominanz sicherer. Nicht zuletzt durch den Stimmenzuwachs für rechtsradikale Parteien – der den Anlaß für neue „antifaschistische“ Volksfronten liefert. Im rot-grünen Kriminellen-Paradiesen sieht es fast so aus, als wären nicht etwa die Kriminellen das Hauptproblem der Politik, sondern die Polizei, die die „Bürgerrechte“ von Drogendealern gefährdet. Sie werden 30mal gefaßt und immer noch nicht in Haft genommen. Ihnen Brechmittel zu verabreichen, um an die verschluckten Beweise zu gelangen: undenkbar! Schließlich geht es um Bürgerrechte – sagt die Fassade aus „Toleranz, Entspannung und Deeskalation“. Das wirkliche Motiv ist „Emanzipation“, d.h. die Zerstörung der Gesellschaft.

Woher dieser Todestrieb? Ähnlich wie der Schizophrene (okulare Panzerug) im Verlauf der Orgontherapie zu einem stinknormalen Neurotiker (Körperpanzerung) wird, weil die Schizophrenie ein Ergebnis der neurotischen gepanzerten Gesellschaft ist, ist die linke Struktur (okulare Panzerung) aus der konservativen (Körperpanzerung) hervorgegangen – und verwirklicht deren eingangs erwähnten Fluch auf das Leben.

Frank-Reich (Teil 7)

15. September 2026

Im Journal of Orgonomy haben Ellsworth F. Baker, und andere nicht weniger qualifizierte orgonomische Ärzte, die quacksalberische und gemeingefährliche Art angeprangert, mit der verschiedene „Reichianische Therapeuten“, „Bioenergetiker“, Urschrei-Provozierer etc. die Medizinische Orgonomie mißbraucht haben. In der typisch arroganten Art und Weise des „kleinen Mannes“ (siehe Reichs Rede an den Kleinen Mann), verschlimmern sie den Zustand ihrer meist Reich-gläubigen Opfer, wenn ihre Anstrengungen überhaupt irgendein Resultat zeitigen.

Ich muß gestehen, daß intern der inzwischen verstorbene italienische „Orgontherapeut“ Federico Navarro immer wieder für Erheiterung bei uns sorgt. Insbesondere seine Behauptung, Glatzenbildung bei Männern hätte etwas mit „okularer Panzerung“ zu tun!

Mir persönlich gefällt besonders seine urkomische Erklärung des Faschismus: er sei, soweit ich das im Navarroschen Wortdschungel ergründen kann, Ausdruck der Blockierung des Halses!

Und noch mehr Hals: Die drei Instinkte Schlaf, Hunger und Sex seien „Ausdruck des Selbsterhaltungstriebes (…), den wir gerade im Hals lokalisieren“!

Genauso wie Gerda Boysen („Biodynamik“) war Navarro „Schüler“ des Orgontherapeuten und Psychologen Ola Raknes. Raknes war der älteste und treuste Schüler Reichs und einer der wenigen, mit denen Reich auch eine engere persönliche Beziehung eingegangen ist. Später war Raknes Fellow des American College of Orgonomy.

Wie konnte solche ein unglaublich verdienstvoller und kompetenter Mann Monster wie Frankenstein schaffen?

Lois Wyvell schrieb 1982 in ihrer Zeitschrift Offshoots of Orgonomy (V), daß Raknes

im Übermaß verständnisvoll und tolerant war, was ihn dazu brachte, mit einigen der trügerischen Neo-Reichianer zusammenzuarbeiten, im besonderen den Marxistisch orientierten italienischen „Reichianern“. Er verursachte dadurch einigen Schaden in seinen letzten Jahren, in denen er Anerkennung suchte, was verständlich aber nicht entschuldbar ist; unerfüllte Bedürfnisse des Ego dominieren oft das Verhalten greiser Menschen. Ola war nicht fähig auf irgendetwas zu bestehen. Sogar bei seinen Schülern bestand er nicht auf die Existenz der Orgonenergie, sondern brachte sie soweit in Reichs Arbeit hinein, wie sie bequem gehen konnten.

Hier sieht man besonders klar, daß der Reichianismus der Krebs der Orgonomie ist, der sich nur dort festsetzen kann, wo das „Gewebe“ sich in einem energetischen Verfallsprozeß befindet. Genauso wie Modju sich nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise in Rußland und danach in Deutschland festsetzen konnte.

Ein Beispiel war Reichs Tochter Dr. Eva Reich. Ihr Bruder Peter Reich schrieb 1973 dazu in Der Traumvater (München 1975): „Das Auf und Ab in der Diskussion um das Werk Reichs und seine Problematik veranlaßte Eva zu einer Haltung, die sie als „übernatürliche Abkehr“ von den Machtkämpfen bezeichnete.“

1974 erhielt sie eine Einladung zu einem „Reichianischen“ Kongreß in Esalen, an dem auch Raknes teilnahm. Über diese Veranstaltung schrieb der Orgonom Michael Glass (Journal of Orgonomy, Nov 1975):

Was am wenigsten zum Ausdruck kam, war Bescheidenheit. Du bekommst den Eindruck, daß mit wenigen Ausnahmen es eine Sache persönlicher Ambitionen der Vortragenden war, die sie nach Esalen führte. Da gab es wenig „Reich sagte…“ oder „Reich hat entdeckt…“, sondern sehr viel „Für mich bedeutet Reichs Idee…“, „Nach meiner Meinung…“ oder „Ich habe besonders Reichs Konzept über … brauchbar gefunden…“. Wenige waren Willens über den eigentlichen Reich zu sprechen; die meisten wollten für sich selber Werbung machen.

In einer kurzen Lebensbeschreibung von Eva Reich in emotion Nr. 8 wird ausgeführt, daß sich an diese Konferenz weitere Einladungen anschlossen.

Seitdem reist Eva Reich um die ganze Welt, um Vorträge zu halten mit dem Schwerpunkt Neurosenprophylaxe und Selbststeuerung von Geburt an. Außerdem leitet sie Selbsterfahrungsgruppen, in denen sie Techniken der „emotionalen ersten Hilfe“ lehrt. Ende 1986 besucht sie auf Einladung des „Ströme Zentrum für Reichianische Körperarbeit“ West-Berlin zum zweiten Mal, diesmal für einen ganzen Monat.

Weiter schreibt der leitende Kopf der Ströme über sie:

„I’m a social reformer, not a therapist“, ist ein Satz, den ich oft von ihr vernahm. Sie zeigt und deutet auf das, was in einfachen Schritten zu tun ist, vermeidet Universalrezepturen und großspurige Theorien, sie lehrt radikal, d.h. an die Wurzel gehend, und die „Wurzel für den Menschen ist der Mensch selbst.“ (Karl Marx)

Im Band I der Marx-Engels-Werke (herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED) heißt es auf Seite 385: „Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für die Menschen ist aber der Mensch selbst.“ Folglich gelte der „kategorische Imperativ alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“.

Ist wirklich der Mensch der Urgrund des Menschen? So etwas kann nur der von seinem Kern abgetrennte pseudoliberale Charakter von sich geben. Nach Reich ist „die soziale Existenz des Lebewesen Mensch (…) bioenergetisch betrachtet an sich nur ein kleiner Gipfel auf dem gigantischen Berg seines biologischen Daseins“ (Ausgewählte Schriften).

Dies haben die sogenannten „Reichianer“ nie verstanden; daß Reich mit der Entdeckung des Orgons (erst als Strömungsempfindung, dann als „Bioelektrizität“, in den Bionen und schließlich in der Atmosphäre) so „radikal“ wurde, daß Marx‘ Ansichten im Vergleich dazu absolut irrelevant sind! (Wenn sie es nicht ohnehin schon wären…) So gilt auch, was das „Umwerfen der Verhältnisse“ betrifft, für die Orgonomie einzig die Reproduktion dieser Verhältnisse in unseren Kindern zu verhindern. Wofür Eva Reich ja auch weltweit eingetreten ist! Nur daß sie dabei den Feinden ihrer und ihres Vaters Arbeit in die Hände gefallen ist – wie sich spätestens Mitte der 1990er Jahre herausstellte, als die Berliner „Wilhelm-Reich-Gesellschaft“ per Abstimmung beschloß, daß es die Orgonenergie nicht gibt.

Betrachten wir die „ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ von 1844, die Marx kurz nach der oben zitierten „Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ geschrieben hat. Als Bernd Senf diesen frühen Marx via Erich Fromm kennenlernte,

konnte ich die Begeisterung allmählich nachvollziehen. Die Sprache bei Marx war zwar unheimlich schwierig, aber die Gedanken, die er in seiner Entfremdungstheorie formuliert hatte, drückten für mich eine tiefe Menschlichkeit aus – ganz anders als in meinen Vorurteilen, wo ich Marx und Marxismus lange Zeit eher mit Unmenschlichkeit gleichgesetzt hatte und davor zurückgeschreckt war (nach dem Motto: Marx-Marxismus-Kommunismus-Stalinismus-Massenmord). (emotion 5:125)

In seinen Schriften über Entfremdung schrieb Marx z.B. über den „rohen Kommunismus“, den er später „Diktatur des Proletariats“ nannte und der nach dem Umwerfen aller Verhältnisse, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, wie folgt auftritt: Der „rohe Kommunismus“ wolle

alles vernichten (…), was nicht fähig ist, als Privateigentum von allen besessen zu werden; er will auf gewaltsame (Hervorhebung von Marx!) Weise von Talent etc. abstrahieren. (…) [Man denke an Marx‘ spätere Arbeitswerttheorie!] die Bestimmung des Arbeiters wird nicht aufgehoben, sondern auf alle Menschen ausgedehnt; (…) Wie das Weib aus der Ehe in die allgemeine Prostitution, so tritt die ganze Welt des Reichtums (…) in das Verhältnis der universellen Prostitution mit der Gemeinschaft (…) indem [der rohe Kommunismus] die Persönlichkeit des Menschen überall negiert (…).

Marx war dergestalt Prophet des Roten Terrors. Die Trotzkistische „romantische“ Phase beschrieb 1927 Prof. Paul Miljukow, einst Führer der „Kadetten“ (die konstitutionellen Demokraten der Russischen Revolution), wie folgt:

Jede Abteilung der Tscheka in der Provinz hatte ihre eigenen, von ihr bevorzugten Foltermethoden. In Charkov wurden die Leute skalpiert und von den Handknochen „Handschuhe“ abgezogen. In Voronez setzte man die Gefolterten nackt in Fässer, die innen mit Nägeln ausgeschlagen waren und brachte die Fässer ins Rollen; man brannte den Opfern einen fünfzackigen Stern in die Stirn, und den Priestern setzte man einen Kranz aus Stacheldraht auf. In Caricyn und Kamysin zersägte man die Knochen mit einer Säge. In Poltava und Kremencug setzte man die Opfer auf einen Pfahl. In Ekaterinoslav kreuzigte und steinigte man sie. In Odessa briet man die Offiziere im Ofen und zerriß sie in Stücke. In Kiew legte man sie in einen Sarg mit einem sich bereits zersetzenden Leichnam, begrub sie lebendig und grub sie nach einer halben Stunde wieder aus. (z.n. Michael S. Voslensky: Sterbliche Götter, Erlangen 1989)

Der NACHRICHTENBRIEF für bunte Vielfalt!

30. August 2026

1994 wies Hans Hass darauf hin, daß die Umweltproblematik zu einem entscheidenden Entwicklungsfaktor werden könnte: „Ein gemeinsamer Feind, eine alle betreffende Gefahr kann das Wunder zuwege bringen, daß sämtliche individuellen Interessen und Zwiste sich wie Rauch auflösen und so eine auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtete Einheit entsteht“ (Die Hyperzeller, S. 252).

Auch wenn Hass es selbst nicht ausspricht, kann man doch sagen, daß die Entwicklung der menschlichen Organisationen zwangsweise zu einem Weltstaat führen wird. Nichts anderes war die Funktion des Umweltgedöns seit Anfang der 1970er Jahre.

Meines Erachtens wäre das erst recht das definitive Ende des Lebens auf diesem Planeten, denn ein einzelner Fehler in der Zielsetzung dieses weltumspannenden Staates kann zum Untergang führen, ohne daß es auf diesem Planeten noch eine Alternative gäbe. Wie viele Zivilisationen, etwa in Mittel- und Südamerika, sind vor unserer Zeit spurlos verschwunden! Und trotzdem hat die Menschheit überlebt. Das wird nicht der Fall sein, wenn sich der Kantsche Traum vom „Weltfrieden“ jemals materialisierte.

Das Hauptproblem ist stets, daß man Probleme „global“ anpacken will, zu denen man den bioenergetischen Kontakt verloren hat. Die einzige gangbare Alternative ist die Arbeitsdemokratie: daß jeder einzelne so viel Verantwortung für sich und seine unmittelbare Umgebung übernimmt, wie nur irgend möglich, auf daß „höhere“ „Verantwortungsträger“ überflüssig werden. So funktioniert jeder Vogel- und Fischschwarm! Selbstregulation statt Fremdregulation. Überspitzt ausgedrückt: Das Problem ist nicht, daß es auf dieser Welt zu viel Bewaffnete gibt, sondern zu wenige! Alle, die irgendwelche abstrakten Platonischen Ideen, Kantschen Imperative vertreten und eine weltumspannende Ethik vertreten, die uns von einer Greta Thunfisch eingebleut werden soll, sind unsere Todfeinde.

Reich in der Diskussion (Teil 5)

23. August 2026

Bücherlogo

 

Stimmen zu den Linksreichianern Fritz Erik Hoevels und Andreas Peglau:

Hoevels: Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (2001)

David schrieb 2014: Diese Charakterdeformation ist untrennbar mit Verachtung verbunden, die Folge davon ist,

… daß wir Energie vom Becken zum Gesicht hinaufziehen, so daß wir uns überlegen fühlen. Verachtung ist im Grunde eine Ablehnung des Genitale und wird gegenüber einem Objekt ausgedrückt, das wir für sexueller als uns selber halten, oder gegenüber jenen, die sich in sexueller Hinsicht von uns unterscheiden. Das gilt immer, ganz gleich, was oberflächlich der Grund für die Verachtung zu sein scheint.

Mir ist – betreffend Verachtung – auch sehr wohl das Gegenteil von dem oben Gesagten vertraut. Hiermit meine ich Menschen, die man als „muskel-orientiert“ oder „konservativ“ bezeichnen könnte.
Die verachten – zu Recht – den Sozialisten, den Intellektuellen. Sie verachten auch den Homosexuellen.
Anders ist es gar nicht erklärbar, dass viele Arbeiter sich zu den Rechtsradikalen hingezogen fühlen.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) hieß nicht nur so. Sie war es auch.
Gegenüber manchen Menschen in eher homophoben Kreisen geschieht es, wenn ich mich zu erkennen gebe, dass diese Menschen ihre Einstellung ändern. Es handelt sich um Menschen, die bisher einen Homosexuellen nie persönlich kannten.
Genau so wie Hamed Abdel-Samad als junger Mensch nie einen Juden persönlich kannte und deshalb glaubte, was ihm Gesellschaft und Schule in Ägypten über Juden erzählten.

Robert: Bei den Salonkommunisten im Westen fällt auf, dass sie immer nur die Redefreiheit der Demokratie ausnutzen, aber nie Anklagen, dass sie selbst in ihrem kommunistischen Paradiesen im Lager landen würden.

Robert 2016: Ich habe mich seit 1977 mit Hoevels beschäftigt, las zuerst seine Broschüre über den Ödipuskomplex, abonnierte später die Ketzerbriefe und System UBW, las viele Bücher aus dem Ahriman-Verlag etc. Ich habe viele gute Anregungen erhalten, mich z.B. mit der Evolutionsbiologie zu beschäftigen oder mit präkolumbischen Kulturen.
Ich war in den Achtzigern in einem Freud Lesekreis der MRI, kam an einem Nachdruck der Diplom-Arbeit (?) über das obige Buch (Reichs Beitrag) heran, was ich also schon Jahrzehnte früher lesen konnte.
Obwohl ich viele Ansichten Hoevels Teile (z. B. des Monoimperialismus), war für mich irgendwann eine Sackgasse erreicht, nämlich als mir klar wurde, dass die hoevelsche Utopie nichts weiter als eine Art trotzkistischer Diktatur auf mechano-biologischer Grundlage sein würde.
M. E. spricht Pirincci die Wahrheit inzwischen viel klarer aus, zumindest was Deutschland betrifft, obwohl man die Schnittstelle jetzt nicht gleich erkennt. Aber in den Ketzerbriefen gab es viele unterdrückte Nachrichten, z. B. über das Gesundheitswesen, allerdings war immer der US-Imperialismus daran Schuld (was tlws. stimmen mag, siehe TTIP). Jedoch die Aussaugung des deutschen Volkes durch Einwanderer östlicher und südlicher Herkunft wurde nicht thematisiert und das konnte ich persönlich manchmal erfahren genauso wie die linke masochistische Deutschenhasserei und Islamvergötterung.
Jede Wissenschaft oder jedes Gedankensystem wird durch die Panzerung des Interpreten gefiltert und geformt; so wird der Freudo-Marxismus zum hoevelschen und die Orgonomie zum nasselsteinschen Prokrustesbett.

Weiter mit:

Peglau: Unpolitische Wissenschaft? (2013)

2009 schrieb David: „Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche.“

… und besser als von den Kommunisten / Sozialisten, deren Bewegung wie ich glaube ebenfalls „abgebogen“ wurde. Nicht erst Stalin, schon Lenin verbreitete die Ansicht, die „Arbeiter“ seien dumm und sie selber, die Bolschewiki, seien ihnen intellektuell – „Kopf“ – weit überlegen, sie seien die Elite, sie müssten daher die Arbeiter führen, müssten ihnen das kommunistische Bewusstsein injizieren anstatt des gewerkschaftlichen „trade-unionistischen“ Bewusstseins, das sie von sich aus hätten.

Dazu Peter: Man muß noch weiter zurück bis zu den Quellen. Ich zitiere aus meinem Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie:

Nicht von ungefähr war „Zentralisation“ der Leitbegriff des Kommunistisches Manifests. Aus dem Wahn heraus der Geist, also ein Geist, könne alles überblicken, mußte sich logisch der Personenkult um das zentrale „Superhirn“ entwickeln (Marx, Lenin, Stalin, Mao, Castro, Abimael Guzman, etc.). Bereits in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie von 1844 sagt Marx in seinem typischen verquasten Stil, „der Kopf“ der „menschlichen Emanzipation“ sei „die Philosophie, ihr Herz das Proletariat“. „Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen (…) Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie“ (z.n. 26:93). Der „Masse“ fehle völlig, so Marx im Kommunistischen Manifest, die theoretische Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate ihrer Befreiung.

Das ist einer der Gründe, warum ich bei kommunistischer „Antifa“ säuerlich aufstoßen muß.

David: Theoretisch hatte z.B. Mao eine ganz gute Idee, nämlich die Sache mit den Dorf-Hochöfen. Eisen bzw. Stahl sollte dezentral hergestellt werden.
Tatsächlich ist dann etwas Unerwartetes geschehen. Es konnte nicht die gleiche Qualität hergestellt werden wie in den Stahl- und Hüttenwerken der Sowjetunion oder des Westens.
Hier kommen wir in ein Gebiet was möglicherweise allein mit der herkömmlichen Wissenschaft nicht so leicht erklärt werden kann. Gewisse Prozesse sind nur im Großen möglich, oder nur im Großen gelingen sie so gut wie wir sie kennen. So kann zum Beispiel Ammoniumnitrat im Labormaßstab nicht zur Explosion gebracht werden; es zerfällt bei Erhitzen LANGSAM zu Distickstoffoxyd (Lachgas). Dieselbe Reaktion aber trat in den zwanziger Jahren bei einem großen Chemieunfall bei der BASF explosionsartig ein.
Also muss jede / jeder, die / der die Welt verändern will, den Armen helfen will, usw., mit der Realität in Kontakt bleiben, wozu Kommunisten normalerweise nicht willens und vielleicht auch nicht fähig sind.
Eine Ausnahme mag vielleicht die Einführung der „Neuen Ökonomischen Politik“, das Wieder-Erlauben von privaten Kleinunternehmen durch Lenin sein. Offenbar begriff Lenin, dass mit einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung und anderen wichtigen Dingen nicht möglich ist.
Wie, wann und warum die NEP wieder abgeschafft wurde, ist mir nicht ganz klar, ich glaube aber es ist noch vor Übernahme der Macht durch Stalin, also noch unter Lenin gemacht worden. Offenbar ging Lenins Bereitschaft, sich nach der Realität zu richten, wieder verloren.

Peter: Mao hatte auch die gute Idee, alle Vögel in Peking von den Roten Garden töten zu lassen. Seine Überlegung war, daß sie zu viel Getreide aufpicken. Ergebnis war eine Insektenplage. Reich hat gegen derartigen Wahnsinn sein Konzept der Arbeitsdemokratie gesetzt: jene Leute bestimmen, die wirklich im Arbeitsprozeß drinstecken und deshalb abschätzen können, was passieren wird, wenn man eine Maßnahme ergreift. Lenin hat die NEP durchgesetzt, und die Maoisten haben später entsprechendes getan, weil das Land schlichtweg vor dem ökonomischen Kollaps stand. Man hat die Fachleute (die „Kapitalisten“) wieder gewähren lassen – und dann nach getaner Arbeit erschossen. Das wird in China und im modernen Rußland nicht mehr geschehen, vielmehr geht das ganze System in einem undurchdringlichen Gewirr von Wirtschaftskriminalität auf.

Robert 2013: Gustav Hans Graber war später einer der Pioniere der pränatalen Psychologie, er vertrat so etwas wie eine Misch-Typenpsychologie von Jung und Freud. Seine Bücher sind heute noch lesenswert.

O.: Das „Fremde“ muss hier wohl eher als „Nicht-Ich“ als identifiziertes Elternteil aufgefasst werden und das Selbst soll diesen Teil des Ich abspalten. Das wäre inhaltlich an der Charakteranalyse orientiert mit einem anderen Lösungsansatz als Reich es vorschlug. –
Das Selbst könnte den Kern „psychisch repräsentieren“. Das wäre natürlich alles nur Psycho-Gefasel, aber immer hin an Reich angelehnt.

David 2013: Kontaktlosigkeit – ist da auch folgendes gemeint:
Wenn beispielsweise ein Vater befürchtet, er könne vielleicht auf seine Tochter einen inzestuösen Übergriff begehen – oder falls er tief unbewusst soger wünscht, das zu tun, könnte es dazu kommen, dass er jede, auch jede anständige freundschaftliche Berührung der Tochter vermeidet.
Der Schweizer Arzt Samuel Widmer hat über diese Dinge geforscht und er hat das den „Ehrbaren Inzest“ genannt. Samuel Widmer ist auch als Halluzinogen-Forscher bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Widmer#Das_Inzest-Tabu [ist auf Wikipedia nicht mehr zu finden!]

O.: Welches Problem hinter einem „Inzestwunsch oder -gedanken“ steht, wird regelmäßig unbeachtet gelassen oder nicht erkannt.
Hier wird zumindest einmal Freuds (für mich) falsche These des Ödipuskonfliktes richtig gestellt. Nicht die Tochter begehrt den Vater, sondern umgekehrt.
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Konia folgt dem Tenor der „modernen“ Körperpsychotherapeuten, die eine Zunahme der frühen Ströungen zu erkennen glauben. Letztere begründen dies mit ihrerer „Narzissmustheorie“, Konia mit „Kontaktlosigkeit“ (ouklare Blockierung).

Sebastian 2013: Helmut Dahmer wiederholt seit Jahrzehnten seine fruchtlose Kritik. Das Einzige, was er zu sagen hat, ist, dass Reich weder Freud noch Marx ist, was Reich aber selbst stets betonte. Worin liegt also der Erkenntnisgewinn seines Schreibens? Zudem stellt er die Theorie Reichs negativ dar, ohne sich auch nur die geringste Mühe zu geben, das sachlich zu begründen. Die Frage, die Dahmer unbeantwortet lässt, lautet: WAS für FAKTEN sprechen gegen diesen „naturalisierenden“, „technisierenden“ Ansatz?
Seine Botschaft ist, dass Reich weder Freud noch Marx verstanden hat und sein (Reichs) eigener Ansatz sich ideologisch im Technizismus und Naturalismus verrannt hat. Er will Reich restlos zerstören. Warum darf so jemand die Einleitung von Peglau’s Buch schreiben?

Peter: Dahmer ist halt Experte in Psychoanalysegeschichte und Peglau ist stolz darauf, mit Leuten fruchtbar („arbeitsdemokratisch“) zusammengearbeitet zu haben, die seiner Einschätzung Reichs teilweise diametral entgegengesetzt sind.

O.: Nun wenn Prof. Dr. H. Dahmer (bekannt geworden unter Mitscherlich) einen Herrn Peglau kennt, ist dies schon eine Ehre, folglich geht es um „Anerkennung“ (!), die Mutter aller falschen Motive. Damit ist er auch für die „Reichszene“ attraktiv und er kann sich mit ihnen schmücken und umgekehrt.
Außerdem verlegt er im Psychosozial Verlag Gießen, was nach Beziehungen aussieht, die er sich wohl erarbeitet haben wird.

Sebastian: Ich habe mir nochmal den Aufsatz des Soziologen Helmut Dahmer in Birgit Johlers „Wilhelm Reich Revisited“ durchgelesen und möchte den kurz besprechen.
Dahmer kritzelt seit 40 Jahren irrational über Reich herum. Eine gewisse Genugtuung scheint es ihm zu bereiten, dass die Faszination für Reich seit der Studenten- und Jugendbewegung erloschen ist und seine „skurrilen Züge deutlicher präsent“ sind, obwohl er sich wundert, dass immernoch Reich-Biografien und -Monographien erscheinen. Dahmer versucht Reich nicht durch Klatsch und Tratsch über sein Privatleben zu zerstören, wie zB Christopher Turner, sondern durch die Beurteilung seines Werkes, vor allem seiner „Metatheorie“ aus Psychoanalyse und Marxismus.
Dabei überschreitet Dahmer erstens immer wieder die Grenze seines soziologischen Fachgebietes, was ja nicht schlimm wäre, wenn er sachliche Argumente dafür hätte. Da man sich in der wissenschaftlichen Gemeinde etabliert hat, hat man es aber zweitens nicht nötig sich mit lästigen Fakten herumzuschlagen. So werden Fakten zu „glücklichen Einfällen“ und „vorschnellen Generalisierungen“ und technische Weiterentwicklungen und soziale Konsequenzen aufgrund neuer Faktenlage zu quasi aus der Luft gegriffenen „Erfindungen“ oder „faszinierend einfachen Lösungen“, die anschließend „dogmatisiert“ werden.
Diese unwissenschaftliche Vorgehensweise praktiziert Dahmer seit 40 Jahren, ohne den geringsten Skrupel. Wer nicht mit sachlichen Argumenten überzeugen kann, der muss mit Plakaten um sich schmeißen. Reich hätte zwar dies und jenes „versucht“, aber sei daran letztendlich „verzweifelt“. Was übrig bleibe, sei ein „revolutionärer Arzt“ und „wunderlicher Naturforscher“, auf theoretischem Feld ein „Pamphletist und Säbelfechter“, ein „Sexualutopist“ und „Naturromantiker“, der über die „kosmische Lebensenergie Orgon“ „spekulierte“ bzw. „quacksalberte“.
Sein ganzer Hass richtet sich ganz offen gegen die Orgasmustheorie. Reich „überhöhe“ bzw. „fetischisiere“ die genitale Sexualität zu einem „naturgegebenen Ziel“ und hätte damit die „gegenwärtige Sexualökonomie“ vorweggenommen. Die Realität hätte ihn widerlegt. Für Dahmer ist Genitalität unnatürlich bzw. „pseudonatürlich“, weil das, was vergesellschaftet ist, niemals Natur sein kann. Ein rotes Tuch beim Orgasmus ist für ihn die Bewusstseinsverdunkelung, die reflexionslose Ungehemmtheit, die vergleichbar mit dem Schlaf ist. Dagegen sieht er gerade in der Reflexion in Verbindung mit Arbeit und Klassenkampf die Lösung der Probleme unseres Zeitalters. Die gegenwärtige Sexualökonomie nennt er gemäß Herbert Marcuse „repressive Entsublimierung“, dh, dass sozusagen keine Energie mehr für Sublimierung bzw. Kultur bzw. Gegenkultur übrig ist, wenn man ständig Sex hat.
Wenn man sein bisheriges Wirken oberflächlich anguckt, ist sein gesamtes Werk ein Gegenan gegen alles und jeden. Abweichen („Divergieren“) um jeden Preis in seiner prägenitalen, emotionslosen, intellektuell hypertrophierten Welt.
Worin hat Dahmer recht? Er sieht genauso wie die ACO Orgonomen (und wie Reich es auch gesehen hätte), dass die gegenwärtige Sexualökonomie Mist ist. Er übersieht, dass es sich bei der gegenwärtigen um eine ungeordnete Sexualökonomie handelt und er hat vor 40 Jahren wie heute nicht den Unterschied zwischen Prägenitalität und Genitalität verstanden.
Außerdem kritisiert er an Reich, dass sich seine Theorie „wenig zur Analyse der Entwicklung sozialer Systeme“ eignet. Dabei hat er die 60er Jahre vor Augen, die Reich tatsächlich nicht vorschwebte. Allerdings finden sich genug Hinweise verstreut in seinem Werk, die eine solche Transformation erklärbar machen. Das haben seine Nachfolger vom ACO überzeugend getan.

Peter: Was will Dahmer eigentlich? Er “betont die Bedeutung der angestrebten »Freien Assoziation« bei Marx (der Individuen) und Freud (der Gedanken)“ https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/205225.soziale-leiden.html
Auf so etwas muß man erstmal kommen! Die freie Assoziation bei Marx und Freud!
Mein Gott, mit Kategorienfehlern fängt Wissenschaft vielleicht an („Inspiration“ durch Verknüpfung von Dingen, die zuvor niemand verknüpft hat), aber bei Dahmer endet sie so. „Die freie Assoziation bei Marx und Freud“! Lol.

Peter: Hier, so sieht die freie Assoziation nach Marx und Freud konkret aus:

Eines meiner Lieblingslieder. DAS waren noch Schlager!

O. 2013: Wie es allen bekannt sei müsste, die sich mit der Geschichte der Psychologie auseinandergesetzt haben, hat C. G. Jung sich schon 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers zum Führer schriftlich bekannt. Er unschied die arische (Psychologie) von der jüdischen Psychoanalyse und übernahm die führende Rolle (mit anderen) für die Psychologie im Nationalsozialismus. Freud und Reich wurden so verdrängt. Dennoch wurden gerade Freud und Reich bis ins Detail von den´Nationalsozialisten gelesen und verstanden! – Diese Haltung gilt ungebrochen bis in die Adenauerzeit und bis heute in der Psychologie, jedoch spricht man heute weder von Jung oder Reich, auch Freud wird mit Naserümpfen erwähnt. Der angebliche Positivismus und die „objektive, wissenschaftliche“ Haltung habe mit der Verhaltensmedizin (VT) eine „politische Psychologie“ (auch bezugnehmend auf Reich oder den Nationalsozialismus) überwunden und mit ihr quasi nichts mehr zu tun.
Das Bekenntnis zu Jung – und damit unweigerlich zum Nationalsozialismus – kommt in der psychologischen Literatur in Form von harmlosen Jungzitaten vor. Hiermit hisst man die NS-Fahne, ohne sich hierzu öffentlich bekennen zu müssen und kann Karriere machen. Die Verhaltenstherapie lehnt die (jüdische) Psychoanalyse kategorisch ab, trennt sich aber nicht und äußert sich nie kritisch gegenüber Jungs arischer Psychologie/ „Analyse“.
Die neuere Generation von Wissenschaftler weiß hierum selbstverständlich und versucht Jung nicht mehr die Bühne und Ehre zu geben, um eben nicht in denselben Verdacht zu geraten, aber ihre geistigen Väter sind natürlich dieser Tradition verbunden.
Es wundert also gar nicht das Deutschland gemäß dem 3. Reich in der Psychologie wieder einen eigenen Weg geht und alle anderen (jüdisch anmutenden) Methoden verdrängt, sagen wir es offen ausmerzt.
Dies müsste auch so bei Peglau stehen, wenn er nicht hierzu zu feige wäre.

David Holbrook, M.D.: Schuldgefühle, „Moralisieren“ und die „Emotionelle Pest“

8. August 2026

DAVID HOLBROOK, M.D.:

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DAS BLAUE BUCH 2012-2016: Vorwort

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