Hitler und Putin

Beim Lesen dieses Essays bitte eine Scheibe von Bob Marley auflegen!

Wie Reich sich in seinem Tagebuch notierte (Jenseits der Psychologie), hatte Hitler in seiner Rede vom 12. September 1938… Aber lassen wir Reich selbst zu Wort kommen: „Wie Recht der Mann im Rahmen der Schweinerei hat!! Kein vernünftiges Argument gegen ihn!“ Hitler hatte die Westmächte demaskiert, als er beispielsweise Englands heuchlerische Haltung zum Abessinien-Krieg Italiens anprangerte. (Vorgeschobener Kriegsgrund war der Sklavenhandel im äthiopischen Kaiserreich! Hier ein kleiner Hinweis aus dem Jahre 1955…) Aber die größten Imperialisten und Kolonialisten, die die Welt je gesehen hatte, England, Frankreich, Holland und Belgien, zogen über Hitlers Freund Mussolini her. Die moralische Entrüstung kannte keine Grenzen.

Heute, diejenigen, die für die völkerrechtswidrigen Angriffskriege auf Jugoslawien, Irak und Libyen verantwortlich waren und sich einen Dreck um etwa die Invasion der Türkei auf Zypern oder den Völkermord Saudiarabiens im Jemen scherten bzw. scheren…

Aber hören wir mal etwas in die Rede rein, der Reich sein Ohr schenkte:

Fünfzehn Jahre lang [also zwischen 1918 und 1933] haben sie [also die Westmächte] auf das grausamste gegen die natürlichsten Volksinteressen, ja gegen jede Menschenwürde gehandelt, Diktate verfaßt und mit vorgehaltener Pistole zur Annahme gezwungen, um nachher in heuchlerischer Entrüstung sich über die „einseitige“ Übertretung heiliger Gesetze und die Verletzung noch heiligerer Verträge [etwa der Vertrag von Versailles] zu beklagen.

Ohne sich jemals um die Meinung von Eingeborenen zu kümmern, haben sie Kontinente mit blutiger Gewalt unterworfen. Aber da Deutschland seine Kolonien zurückfordert, erklärt man, bestürzt um das Los der armen Eingeborenen, man könne sie einem solchen Schicksal unter keinen Umständen mehr ausliefern. Im selben Moment aber scheut man sich nicht, durch Flugzeuge und Bomben in den eigenen Kolonien die Eingeborenen zur Raison zu bringen, das heißt, die lieben farbigen Mitbürger zu zwingen, die ihnen verhaßte Fremdherrschaft weiter zu dulden. Dies sind dann allerdings zivilisatorische Bomben zum Unterschied der brutalen, im Abessinienkrieg von den Italienern verwendeten.

Man beklagt in diesen Demokratien die unermeßliche Grausamkeit, mit der sich Deutschland – und jetzt auch Italien – der jüdischen Elemente zu entledigen versuchen. Alle diese großen demokratischen Reiche haben insgesamt nur ein paar Menschen auf dem Quadratkilometer. In Italien und Deutschland sind es je über 140. Trotzdem hat Deutschland einst jahrzehntelang, ohne mit einer Wimper zu zucken, Hunderttausende um Hunderttausende dieser Juden aufgenommen. Jetzt aber, da endlich die Klagen übergroß wurden und die Nation nicht mehr gewillt ist, sich noch länger von diesen Parasiten aussaugen zu lassen, jammert man darüber. Aber nicht, um nun endlich in diesen demokratischen Ländern die heuchlerische Frage durch eine hilfreiche Tat zu ersetzen, sondern im Gegenteil, um eiskalt zu versichern, daß dort selbstverständlich kein Platz sei! Sie erwarten also, daß Deutschland mit 140 Menschen auf dem Quadratkilometer ohne weiteres das Judentum weiter erhalten könnte, aber die demokratischen Weltreiche mit nur ein paar Menschen auf dem Quadratkilometer eine solche Belastung unter keinen Umständen auf sich nehmen könnten. Hilfe also keine. Aber Moral!

Rechtfertige ich Hitler oder gar Putin? Ich sage ja nur, daß beide im Rahmen der Schweinerei Recht hatten bzw. haben! Beide haben imgrunde nur das gemacht, und zwar ohne „Moral“, für die sie beide als Faschisten nur abgrundtiefe Verachtung übrig haben, was die Moralapostel der westlichen Wertegemeinschaft von jeher taten und tun.

Ich erinnere nur an die Irrfahrt der St. Louis. Später haben die Westmächte die Transporte in die Vernichtungslager nicht blockiert (die Arbeiterviertel von Hamburg auszuradieren war wohl wichtiger!) – „aber Moral!“…. Wie gesagt, Hitler hat imgrunde nur das gemacht, was die Westmächte seit eh und je taten. Man vergleiche etwa die englischen Kolonialkriege mit dem Feldzug Hitlers gegen die SU. Churchill hat nicht mal mit der Wimper gezuckt, als während des Zweiten Weltkrieges Millionen von Bengalen verhungerten. Da, wo es um „Weiße“ ging, war mit einem mal die „Moral“ da! Genauso heute: Jemen interessiert kein Schwein, sind ja nur kackbraune Araber, aber kaum geht es um weiße Ukrainer, also fast schon Mitteleuropäer…

Übrigens, was die Juden betrifft: Manche sollten Herrn Hitler wirklich mal zuhören und ihn erstnehmen, dann wird ihnen nämlich ihre Holocaust-Leugnung im Halse steckenbleiben! Genauso sollten wir heute getrost mal Putin zuhören von wegen dem atomaren Holocaust… Schönes Restleben!

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22 Antworten to “Hitler und Putin”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Westliche Werte in der BRD:

    Somit hat auch die letzte Hoffnung in der CDU gezeigt, dass es keine Hoffnung gibt:

    „Das Leben der Menschen soll „transformiert“ werden in eine grüne Zukunft. Die große Transformation ist eine Chiffre für totale Umgestaltung von Politik, Wirtschaft und dem privaten Leben. Die Schranken zwischen Familie und Öffentlichkeit sollen fallen, jeder Einzelne umerzogen werden, damit er im neuen Kollektiv eingefügt werden kann. Wer von der ‚Transformation‘ vor zwei Jahren sprach, wurde als Verbreiter ‚rechtsextremer Verschwörungstheorie‘ beschimpft; so etwas gäbe es doch gar nicht und sei Teil eines antisemitischen Weltbildes. Heute ist der Begriff die zentrale Kategorie im Koalitionsvertrag der rot-grün-gelben Ampel und Regierungsrhetorik.“

    https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/wie-friedrich-merz-die-cdu-den-gruenen-zum-frass-vorwirft/

  2. Peter Nasselstein Says:

    Der Anfang des 3. Weltkrieges:

    https://www.bitchute.com/video/96uEbBPUCWdB/

  3. Robert (Berlin) Says:

    Tichys Ausblick: „Deutschland im Woke-Wahn?“

  4. Frank Says:

    „Genauso sollten wir heute getrost mal Putin zuhören von wegen dem atomaren Holocaust“: Verstehe nicht, analog zu Hitler müßte Putin einen Atomkrieg wollen – was ich bislang nicht so sehe …?

  5. Robert (Berlin) Says:

    Wirklich gute Arbeit, Reichs Bemerkung mit der dazu passenden Rede heraus zu finden.

  6. Peter Töpfer Says:

    Juden/Holocaust: Hitler-Reden haben null Beweiswert. Bitte sich mal kurz mit dem Einmaleins der Forensik beschäftigen.

    • Frank Says:

      Ja, ich stimme Ihnen zu, Herr Töpfer (in Ihrer grundsätzlichen Überlegung). Gerne glaubt man zu unkritisch die Dinge, die in sein System passen.

  7. Frank Says:

    Man sollte nie vergessen, dass die Holocaust-Leugnungs-Gesetze die Gesunddenkenden doch vermuten lassen müssen, dass da etwas faul sein muß.

    https://verfassungsblog.de/holocaust-meinungsfreiheit-und-sonderrechtsverbot-bverfg-erklaert-§-130-iii-stgb-fuer-verfassungsgemaess/

    „Der Beschluss stufte diese Vorschrift zunächst – konsequent – als standpunktdiskriminierendes Sonderrecht ein.

    In einer überraschenden Wendung scheute das Bundesverfassungsgericht dann aber vor der Konsequenz zurück, die Norm als verfassungswidrig zu verwerfen. Stattdessen „entdeckte“ es – erstmals – eine ungeschriebene Ausnahme vom Sonderrechtsverbot, die (kaum zufällig) dem Tatbestand des angegriffenen § 130 IV StGB verblüffend ähnlich sah.

    Mit den üblichen juristischen Methoden lassen sich dafür freilich keine überzeugenden Gründe auffinden. Das Schrifttum lehnt diese „unverständliche Ausnahme“ (Pieroth/Schlink und Poscher/Kingreen, zuletzt hier, Rn. 703) deshalb zu Recht weithin ab. Es nimmt sie nicht mehr als das Ergebnis einer lege artes vorgehenden Verfassungsauslegung wahr, sondern als ungerechtfertigte Verfassungsfortbildung, der „nach allem Anschein die Wirkung einer Verfassungsänderung“ zukommt …“

    „Unter Juristen sind die Gesetze zur Strafbarkeit der Holocaustleugnung umstritten. Der ehemalige Verfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem befand: „Ich würde als Gesetzgeber die Holocaust-Leugnung nicht unter Strafe stellen.“[11] Der Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilte die Äußerung Riems.[12] Winfried Hassemer, Strafrechtswissenschaftler und ehemaliger Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, stimmte ihm dagegen ausdrücklich zu.[13]

    Auch der Historiker Eberhard Jäckel sprach sich gegen Gesetze zur Holocaustleugnung aus mit der Begründung, dass ein Verbot eines bestimmten Geschichtsbildes „einer freien Gesellschaft nicht würdig“ sei.[14]“

    Auch sehr merkwürdig:
    „Der Menschengerichtshof in Straßburg entschied 2013, dass die Verurteilung eines Genozid-Leugners in der Schweiz die Meinungsäußerungsfreiheit verletzt habe.[15] Bei dem Fall ging es um den Völkermord an den Armeniern ab 1915. Die hier genannten Gesetze sind vom Urteil betroffen, sofern sie sich nicht ausdrücklich auf den Holocaust beziehen, sondern die Leugnung von Genoziden generell unter Strafe stellen.“

  8. Frank Says:

    https://www.voltairenet.org/article216722.html
    „Washington hofft, seine Hypermacht durch den Krieg in der Ukraine wiederherzustellen
    von Thierry Meyssan“
    Ein interessanter Artikel, wie mir scheint.
    Mir fehlt allerdings das Wissen, um die Dinge wirklich einordnen zu können.

  9. Robert (Berlin) Says:

    „Russland ist bestohlen worden“
    Wie tickt Wladimir Putin? Eine Reise in seine Denkwelt

    „In seiner Rede vom 24. Februar 2022 an das russländische Volk hat Putin Gift versprüht. Es wurde deutlich, dass er von einem pathologischen Hass auf die Ukraine beseelt ist. Der Schlüssel zur Gedankenwelt des russischen Präsidenten findet sich in seinem Essay vom 21. Juli 2021. Hier richtet er die These auf, dass Russen, Ukrainer und Weißrussen als Erben der alten Rus’ bis heute untrennbar miteinander verbunden seien.

    Staatsmänner, die das historische Argument instrumentieren, um die emotionale Unterstützung der Massen zu gewinnen, spielen mit dem Feuer. Jene unter ihnen, die entschlossen sind, die damit verbundenen Ideen in politische Realität umzusetzen, öffnen hingegen die Büchse der Pandora. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat es in Europa niemand gewagt, diesen fundamentalen politischen Grundsatz zu verletzen. Außer Wladimir Putin. Die in seinem Essay skizzierte Weltsicht vermittelt einen intimen Einblick in die geistige Pathologie eines Mannes, der keine Skrupel hat, jene zu vernichten, die sich seinem Willen nicht beugen wollen.“

    https://reitschuster.de/post/russland-ist-bestohlen-worden/

    • Frank Says:

      Danke. Muß man sehr vorsichtig sein. Siehe Kommentare unter dem Artikel. Z.B.:

      „Im Artikel werden viele Pappkameraden aufgestellt um Sie dann umzustoßen. Diese Strategie zeugt von fehlenden eigenen Argumenten in der Sache. Beispiel: „Wer Putin heute aus Deutschland zujubelt“. Was soll diese Unterstellung? Ich kenne niemanden der Putin ‚zujubelt‘, sowohl aber viele die gegen die Entsendung schwerer Waffen sind und/oder sich eine neutrale Haltzng Deutschlands wünschen. Aber bei Broder und Co sind bzgl des Ukraine-Konflikt alle Maßstäbe verrückt. Ich empfehle Roger Köppel“.

      „“ In dieser Optik erscheint der Westen als erbitterter Feind Russlands.“

      Dazu muss man sich nur mal die z.T. auch zwischendurch außerordentlich klaren eindeutigen Äußerungen von US-Strategen anhören, die dem gar nicht widersprechen. Sehr aufschlussreich hier z.B. Friedman, eng verflochten mit der US-Regierung, während der STRATFOR-Konferenz, in der er ganz offen konstatierte, bzgl. Russland 2015:

      „Wir errichten einen SIcherheitsgürtel rund um Russland (inklusive Waffenlieferungen – auch an die Ukraine, merkte er vorher an). Ich denke wir wollen die russische Föderation nicht töten oder zerschalgen, wir wollen ihnen nur ein bisschen wehtun. Wir sind wieder beim alten Spiel“
      youtube.
      com/watch?v=vln_ApfoFgw&t=6s

      Nun, das klingt nach einer deutlichen, nicht freundlichen Strategie, die gezielt darauf abzielt, Russland zu schaden – und das schon weit vor dem Ukraine Krieg jetzt.
      Erstaunlich in dem ganze Infowar rund um Russland ist, dass die Rolle und Strategie der US-Administration gerne total ignoriert werden. Aber die müssen hier deutlich mit berücksichtig werden, wenn man die gesamten Zusammehänge verstehen will.“

      Interessannt, wie schwer schon bei solchem einfachen und aktuellem Thema eine „Objektivität“ herauszuarbeiten!

      • Robert (Berlin) Says:

        Da hast du vollkommen recht. Objektivität kann sicherlich nur entfernt erreicht werden.
        Aus meiner Sicht muss man immer die Interessen beachten, die der jeweilige Schreiber hat. Bei Reitschuster vermute ich eine Anbiederung, nachdem ihm so über mitgespielt wurde.

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