Posts Tagged ‘Hitler’

Peter ist Euer Erlöser! (Das Nasselsteinistische Manifest) (Teil 3)

12. Juni 2019

Stichwort „Hitler-Deutschland, das sich kaum von der Bundesrepublik 1975 unterscheidet“:

Das sollte den ketzerischen Gedanken verbannen, daß unsere Väter bzw. Großväter an der Westfront sich mit letzter Kraft gegen den „westlichen Verfall“ gestemmt hätten. Erstens war der Nationalsozialismus selbst eine antiautoritäre (sic!) Verfallserscheinung, d.h. lokale, traditionelle Autoritäten wurden durch eine zentrale Autorität ersetzt und es ist kein Zufall, daß die Sperrspitze der antiautoritären Gesellschaft, die Fetischszene (sei es die sexuelle oder die gutmenschliche!), gar nicht genug haben kann von Holocaust, Hitler, Naziemblemen und –Uniformen. Wenn das Hitler-Regime irgendwas war, dann Hollywood und „Rockkonzert“.

Nicht nur die Arbeitsdemokratie wirkt fort, unabhängig von jedwedem ideologischen Überbau, auch die geschichtliche Entwicklung läuft weitgehend autonom weiter, egal wie man sich auch immer gegen sie stemmen mag. Nehmen wir das klerikalfaschistische Regime in Spanien, das mit 200 000 in Massengräbern verscharrten Ermordeten zumindest anfangs weitaus blutrünstiger war, als Hitler-Deutschland vor (!) dem Krieg. Trotzdem hat sich Spanien kontinuierlich in einen antiautoritären Alptraum verwandelt. Das gleiche gilt für die klerikalfaschistischen Regime im drogenverseuchten Iran, in der Türkei und in der arabischen Welt. Der „Islamische Staat“ war genauso eine antiautoritäre Verfallserscheinung wie der Nationalsozialismus zuvor, auch wenn die autoritäre Ideologie jeweils das diametrale Gegenteil aussagte.

Man kann die Geschichte nicht aufhalten, denn die ist nichts anderes als die Entfaltung der biologischen Orgonenergie. Weltweit löst sich die rigide Panzerung der Massen auf und die zuvor in Schach gehaltenen sekundären Triebe veranstalten eine blutige Walpurgisnacht, die alles mit sich in den Abgrund reißt. Die Menschen wissen ja heute nicht mal mehr, ob sie Männlein oder Weiblein sind!

Was geschieht und was zu tun ist, erfährt man ausschließlich aus der Lektüre von Reich, Elsworth F. Baker/Paul Mathews und insbesondere Charles Konia.

Peter ist Euer Erlöser! (Das Nasselsteinistische Manifest) (Teil 2)

11. Juni 2019

Was wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte? Die Frage läßt sich ziemlich leicht beantworten, wenn man zu seinen beiden Geistesverwandten Stalin und Mao blickt, die tatsächlich „den Krieg“ gewonnen haben! Millionen sind elendig verreckt, aber Rußland sähe heute kaum anders aus, wenn es die UdSSR nie gegeben hätte. Das gleiche gilt für das heutige China. Und Hitler-Deutschland! 1975 zeigte der WDR ein interessantes Fernsehspiel, das bezeichnenderweise nie wieder die Archive verlassen hat (wenn es denn überhaupt noch existiert!): Zahnschmerzen. Hier wurde dargestellt, daß Hitler-Deutschland sich im Jahre 1975 in kaum etwas von der Bundesrepublik unterscheidet. Die Ideologie ist vielleicht anders, aber das tägliche Leben der Menschen unterscheidet sich kaum. (Siehe auch das weithin bekannte Buch bzw. den Film Vaterland!)

Oder man nehme die sogenannte „DDR“: Die Herrschenden der SED haben sich leidlich bemüht ein wahrhaft sozialistisches Land aufzubauen und die mittleren und unteren Ebenen hatten gar keine andere Wahl als mitzuspielen, aber abseits von „sozialistischen Bekundungen und Gesten“ blühte vollkommen losgelöst von illusionären „Planvorgaben“ ein reger Tauschhandel zwischen Kombinaten und Fabriken, die Menschen haben sich eng vernetzt, um die ständige Mangelwirtschaft zu umgehen, und auf ihren Datschen ein Leben geführt, das dezidiert NICHTS mit der „DDR“ zu tun hatte. Oder wie der Ost-CDU-Politiker Peter-Michael Diestel nach der Wende auf die Wessie-Kritik, warum er sich in/mit der „DDR“ widerstandlos arrangiert hatte, sinngemäß sagte: „Ich habe mir doch von diesen roten Clowns mein Leben nicht kaputtmachen lassen!“

Was immer in der Politik geschieht, was immer für großartige „Visionen“ doch der Gesellschaft aufgezwungen werden, die Arbeitsdemokratie läuft weiter bzw. reorganisiert sich stets von selbst. Das ist so, weil sie keine „Idee“ ist, sondern sie ist die Gesellschaft selbst. Solange es Menschen gibt, die arbeiten, wird es auch die Arbeitsdemokratie geben. Lenin und Stalin haben alle „Kulaken“ umgebracht, d.h. alle, die auf dem Land mehr waren als bloße Kulis und die Roten Khmer haben sogar jeden umgebracht, der auch nur ansatzweise einen eigenen Kopf hatte, aber kein Terror ist in der Lage, den Lebensfunken zum Erlöschen zu bringen. Das sieht man ja auch bei den individuellen Biopathien: selbst wenn die lebensfeindliche Erziehung, der „elterliche Terror“, beispielsweise eine Krebsschrumpfungs-Biopathie induziert hat, pulsiert der Organismus eben auf einer tieferen Ebene weiter und sei es in Gestalt eines Tumors. Das gleiche gilt für alle denkbaren individuellen Neurosen und Krankheiten. Im trotzigen „Das Leben geht weiter!“ ist eine tiefe Wahrheit enthalten.

Auch von daher kann man alle „Erlöser“ und „Heilsbringer“, auch die vermeintlich „orgonomischen“, in die Tonne treten!

Besprechung: Marx, Engels, Lenin, Trotsky – GENOCIDE Quotes (The Hidden History of Communism’s Founding Tyrants, in their Own Words) von James DeMeo

13. Mai 2019

In der Einleitung zu dieser Zitatensammlung ist ständig von „königlichen Despoten“ die Rede, so als wäre die beiden Kaiser Despoten gewesen. Wenn man das mit dem mörderischen Wüten der „Demokratien“ England, Frankreich und insbesondere Belgien in deren Kolonien vergleicht… Nicht vergessen sei auch, daß diese Demokratien Verbündete des despotischen Rußland gegen das „despotische“ Deutschland waren. Im Ersten Weltkrieg einen Kampf zwischen Gut und Böse sehen zu wollen, ist mystisches, d.h. irrationales Denken, das sich in seiner Struktur beispielsweise kaum vom Antisemitismus unterscheidet.

Ein zweites Leitmotiv, das das Büchlein durchzieht, ist die Linie, die von den deutschtümelnden, antisemitischen, „antislawischen“ und antidemokratischen Marx und Engels zu Hitler gezogen wird. Beispielsweise zeigt ein Zitat, daß Marx 1870 auf der Seite Preußens stand und daß seiner Meinung ein deutscher Sieg im sich abzeichnenden Krieg den Interessen der Arbeiterbewegung im allgemeinen und des Marxismus im besonderen diene (S. 26). Ja, und?! Bindeglied zwischen „Marx“ und „Hitler“ ist die Unterstützung und Finanzierung Lenins durch das deutsche Oberkommando, das Friedensdiktat von Brest-Litowsk (wo Rußland übrigens nur nichtrussische Gebiete abgeben mußte!) und nach dem Krieg die strenggeheime enge Kooperation der Reichswehr mit der Roten Armee. Das ganze schließlich gekrönt vom Hitler-Stalin-Pakt.

Neben Marx wird auch Lenin zitiert, der 1920 erklärte:

Ich bin kein Freund der Deutschen, aber im gegenwärtigen Augenblick erscheint es mir besser, sie zu nützen, als sie herauszufordern. Ein unabhängiges Polen ist eine große Gefahr für Sowjetrußland; aber es ist ein Übel, das auch sein Gutes hat, denn solange es besteht, können wir auf Deutschland rechnen. Die Deutschen hassen die Polen genauso wie wir und werden sich jederzeit mit uns verbünden, um dieses Land zu vernichten. … Deutschland will Rache, und wir wollen die Revolution. Im Augenblick haben wir die gleichen Ziele. Wenn sich unsere Wege einmal trennen werden, werden die Deutschen unsere größten und erbittertsten Feinde sein. Aber die Zeit wird erweisen, ob aus den Trümmern Europas eine deutsche Hegemonie oder der kommunistische Zusammenschluß erwachsen wird. (S. 48)

Wieder: Ja, und?! Formal ist hier Lenin, ein offenbar sehr kluger Mann, nicht „böser“ oder zynischer als jeder andere Politiker dieser Zeit. Ich denke dabei insbesondere an England und Frankreich. Diese Zitatenauswahl empfinde ich als tendenziös, als wolle DeMeo sagen, daß Deutschland schlechthin böse war und daß Marx und Engels böse gewesen seien, weil sie deutsche Nationalisten waren, während Lenin und Trotzki böse gewesen seien, weil sie auf die deutsche Karte setzten. Es geht um nicht weniger als die Eroberung der Welt! DeMeo:

Lenin, Trotzki und Stalin hatten sich alle an Geheimplänen deutscher Techniker und Ingenieure beteiligt, neue Munitionsfabriken tief im sowjetischen Territorium zu errichten, geschützt vor den neugierigen Blicken der Versailler Inspektoren, mit Aufteilung der produzierten Waffen. In diesen neuen Fabriken wurden nach gemeinsamen Plänen der Sowjets und des deutschen Oberkommandos neue Generationen von Jagd- und Bomberflugzeugen, Panzern und Artillerie, Giftgas und anderen Waffen für einen späteren offenen Eroberungskrieg gegen den Rest der Welt heimlich hergestellt und getestet. Diese Täuschung blieb auch nach 1933, als Hitler an die Macht kam, geheim, und in Deutschland erschienen „wie durch Zauberei“ riesige Mengen neuer und erschreckender Waffen. Der bekanntere „Hitler-Stalin-Pakt“ von 1939, kurz vor der gemeinsamen Invasion Polens durch Deutschland und die Sowjetunion, war die erste öffentliche Ankündigung einer tödlichen Verschwörung für die Welteroberung, die zwischen den deutschen Militaristen und den bolschewistischen Sowjets zwei Jahrzehnte zuvor ausgebrütet worden war. (S. 60)

Man weiß gar nicht, wo anzufangen! Es kann keine Rede davon sein, daß da großartig Rüstungsgüter für die deutsche Armee hergestellt und nach Deutschland, gar nach Hitlers Machtergeifung, gebracht wurden. Hitler hat seinen Generälen nach der besagten Machtergreifung strengstens verboten, die alten Kontakte in die Sowjetunion zu aktivieren. Der Hitler-Stalin-Pakt war von beiden Seiten Machiavellistische Diplomatie, nicht Ausfluß der angeblichen „Welteroberungspläne der deutschen Militarkaste“. (Ebenso hätte Deutschland Polen als Partner und etwa das faschistische Italien als Gegner haben können!) Beim Polenfeldzug drohte der Wehrmacht, die angeblich die Welt erobern wollte, die Munition auszugehen, etc.pp. Auf diesen ganzen Komplex werde ich in den nächsten Tagen näher eingehen. Aber zunächst zum eigentlichen Inhalt der Broschüre: die Sammlung von Zitaten von Marx, Engels, Lenin und Trotzki, die von Linken (einschließlich Reich!) gerne als Lichtgestalten gegen den mörderischen Stalinismus abgehoben werden. Doch deren eigene Worte verdammen sie, „die Klassiker“. Diese zeichnen nämlich den Roten Terror vor, wenn sie ihn nicht direkt anordnen. Erschreckend ist die Menschenverachtung, mit der „Klassen“ und ganze Völker der Ausmerzung überantwortet werden. Das ganze mutet wie eine mörderische Mischung aus (Pseudo-) Hegelianismus und (Pseudo-) Darwinismus an. Für Marx, Engels & Co. gehen die „Gesetze“ der Geschichte gefühllos wie ein Erdbeben über Individuen und ganze Nationen hinweg und es gilt das eherne Gesetz der „Auslese“. Menschen werden zu „Ungeziefer“.

DeMeo bietet ein Zitat Maos (das einzige eines Stalinisten im Buch) über den Laogai, den chinesischen GULAG, das mir vollkommen neu war und das denkbar plastisch den Unterschied zwischen der „Stalinistischen“ und der Reichschen Marx-Interpretation verdeutlicht:

Unsere Wirtschaftstheorie besagt, daß der Mensch die grundlegendste Produktivkraft ist. Mit Ausnahme derer, die aus politischen Erwägungen physisch ausgerottet werden müssen, müssen Menschen als Produktivkraft eingesetzt werden vorausgesetzt sie sind unterwürfig. Laogai-Einheiten zwingen Gefangene zur Arbeit. Die grundlegende Politik des Laogai lautet: „Zwangsarbeit ist das Mittel, während Gedankenreform das grundlegende Ziel ist.“ (S. 13)

Man vergleiche das mit dem „Marx-Kapitel“ in Menschen im Staat und den Ausführungen über die „natürliche Organisation der Arbeit“ in Die Massenpsychologie des Faschismus! „Gebt Veratwortung der lebensnotwedigen Arbeit!“ DeMeo zeigt mit seiner Zitatensammlung, daß Reich einem Mythos anhing, der nichts mit dem lebensfeindlichen und despotischen Grundwesen des Marxismus zu tun hat. Die Tragik ist, daß dieser rosarote Mythos der amerikanischen Jugend flächendeckend eingetrichtert wird (mit aktiver Hilfe rotverstrahlter pestilenter „Reichianer“!) – und daß DeMeos Buch niemals zum „Kleinen Roten Buch“ dieser Generation werden wird.

Wie der Marx-Mythos geschaffen wurde und was Marx und Engels wirklich an mörderischem Schrott verzapft haben (hunderte Seiten wörtlicher Zitate!) findet sich in den beiden Werken von Konrad Löw:

Der Mythos Marx und seine Macher, München 1996

und

Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie, München 1999

Nicht Menschen gehören ausgerottet, sondern menschenverachtende Ideologien wie der Marxismus.

People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest (Teil 2)

6. Mai 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Faschismus und die Emotionelle Pest sind untrennbar miteinander verbunden. Beide entspringen biologischer Krankheit und dem Panzer (wobei es gerade die Emotionelle Pest ist, die diesen Panzer aufrechterhält und verewigt) und im schlimmsten Fall dienen sie dazu ein brutales totalitäres System organisierter Unterdrückung und Aggression aufrechtzuerhalten und zu unterstützen, das jeden Aspekt des Lebens erfaßt, um es zu zerschmettern. Beide sind Manifestationen der sekundären Schicht des Menschen und sind symbiotisch mit jedem erdenklichen Ausdruck dieser Schicht verbunden – ob offen oder verdeckt. Sie pflegen eine biologische „Volksfront“ mit Verhaltensweisen, die der sekundären Schicht entstammen, sowohl als verzerrtes Mittel zur Entladung aufgestauter Energie als auch als Abwehr gegen den Kern und die Genitalität. Sie funktionieren also unter einem „strukturellen Zwang“ (4, S. 341).

Faschistische Regierungen wie das nationalsozialistische Deutschland, das faschistische Italien, das Peronistische Argentinien, das kommunistische Rußland, China, Kuba, Vietnam, Kambodscha usw. sind in Wirklichkeit vergrößerte, schwerbewaffnete und organisierte Sekten der Emotionellen Pest. Es ist daher nicht schwer zu verstehen, warum Nazideutschland und Sowjetrußland einen Nichtangriffspakt unterzeichnen konnten, beiderseits in Polen einmarschierten und den Weg für den Zweiten Weltkrieg ebneten. Es ist auch nicht schwer zu begreifen, daß sie sich, ausgerichtet an Macht und Pest, danach gegeneinander wenden konnten. Jüngste derartige Manifestationen sind Rußland gegen China, China gegen Vietnam und Vietnam gegen Kambodscha. Ihr gemeinsames Funktionsprinzip ist die Zerstörung der freien Welt, insbesondere der USA. Sie sind, abgesehen von ihren unterschiedlichen Kulturen und Geschichten, wegen der Frage uneins, wem die oberste Kontrolle und Entscheidungsrolle bei der Erreichung ihrer pestilenten Ziele zukommen soll.

Die Makro-Kulte werden von einem oder mehreren mächtigen und oft charismatischen Anführern geleitet. Als Elite, die der Menschheit Weisheit und Führung angedeihen läßt, beanspruchen sie einen unfehlbaren Corpus von Lehren und Wissen. Mittels eines hochentwickelten Systems des Schreckens und der Einschüchterung (Gestapo, KGB, Castros CDR usw.) missionieren sie, unterwandern sie und erzwingen sie blinden Gehorsam gegenüber ihrer Sache (5, S. 50-52). Ihre mystischen Anhänger und Lobhudler sind ihre Verfechter und Unterstützer, die durch Identifikation mit dem Anführer, „der Sache“ und der Herde eine illusorische Potenz erreichen. Diese Anhänger geben jede persönliche Verantwortung für ihr eigenes Leben und für ihre Familien ab, im Gegenzug für das Versprechen von Erlösung, das die Führer-Gottheit hier oder im Jenseits bietet. Die Anführer sind erfüllt mit Angst und Haß, ob der Reaktion der Anhänger auf Zweifel, Opposition und Meinungsverschiedenheiten. Diese werden als tödliche Bedrohung für die Anführer empfunden, d.h. Todesangst aufgrund der Furcht vor dem Zusammenbruch ihrer Struktur. Sie existieren in einem Morast sadomasochistischer Ausdrucksformen, in dem sie zwischen mörderischem und selbstmörderischem Verhalten schwanken, das häufig durch humanitäre oder nationalistische Heuchelei maskiert wird. Nur über das Begreifen der biologischen Grundlagen dieser Massenneurosen und -psychosen können wir verstehen, wie es möglich war, daß Hitler, Mussolini und der Tojo so viele Millionen ihrer Bürger in die Irre führen konnten, die sie mit mystischer Verehrung anbeteten2 und wie es immer noch möglich ist, daß so viele Millionen und Milliarden ihre eigene Versklavung in den heutigen rot-faschistischen Gesellschaften unterstützen.

Es kommt auch häufig vor, daß diese großen Makro-Kulte die Mikro-Kulte entwickeln, fördern und für den Ausbau ihrer eigenen Macht einsetzen. Hitler hatte seine „fünfte Kolonne“, und die Kommunisten haben ihre „Front-“ und „Volksfront“-Organisationen. Diese „Fronten“ stellen sich als unpolitische oder politisch unabhängige Gruppen dar. Sie können vorübergehend eingerichtet werden, wie die „Dringlichkeitskomitees“ für irgendeine „Sache“, die manipuliert wird, um kommunistischen Interessen zu dienen, oder dauerhaft eingerichtet, wie die „Freundschafts“-Organisationen, die behaupten, nur ein rein unpolitisches Interesse an Amerikas Feinden zu haben. Es gibt auch die kleineren kommunistischen Nationen, die sich zuerst als Nationalisten oder „Agrarreformer“ (zum Beispiel Kuba) formierten, um an die Macht zu kommen. Kuba wurde bekanntlich von der UdSSR für Stellvertreterkriege in Afrika, zur Subversion in Lateinamerika eingesetzt und als Bereitstellungsraum für Tausende sowjetischer Truppen, wie kürzlich bekannt wurde. In verschiedenen Teilen der Welt fördern die kommunistischen Makro-Sekten Rebellionen und terroristische Aktivitäten – dazu gehören die Ausbildung und Ausrüstung der PLO, der IRA und der FALN. Afghanistan, Panama und Nicaragua sowie viele Länder der sogenannten Dritten Welt sind unter kommunistischem Einfluß geraten. Die iranische Revolution wurde von den Sowjets unterstützt in der Hoffnung, daß der Übergang vom religiösen Fanatismus zum Roten Faschismus leichter sei als der vom Schah-Regime. Beim Verfassen dieses Aufsatzes steht noch nicht fest, ob sie Erfolg haben werden. Jim Jones‘ Kult stand unter dem Einfluß des Roten Faschismus Rußlands.

 

Anmerkungen

(2) Vgl. den Film von Leni Riefenstahl, „Triumph des Willens“, der deutlich die Verehrung Hitlers und der Nazi-Führer durch die deutschen Massen zeigt. In der kommunistischen Welt gibt es heute viele Parallelen.

 

Literatur

4. Reich, W.: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
5. Ward, F.: „Cuba Today“, Book Digest Magazine, May 1979

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 13 (1979), Nr. 2, S. 249-260.

Chronik der Orgonomie (Teil 1)

7. Januar 2019

ChronikderOrgonomie

Ich habe den ersten Teil meiner 414seitigen Reich-Biographie überarbeitet:

CHRONIK DER ORGONOMIE 1897-1939

Blogeinträge August-Oktober 2014

9. Oktober 2018

Charles Konia über den roten und shwarzen Faschismus:

August-Oktober 2014

  • Es reicht nicht Obama zur Rede zu stellen
  • Die Funktion von Terroristen und Terrorismus verstehen
  • Die Organisation des schwarz-faschistischen Staates
  • Ein College-Kurs über sozio-politische Orgonomie
  • Die Entwicklung des okularen Panzers bei Säuglingen
  • Ebola und ISIS

Wilhelm Reich, Antifaschist

2. September 2018

Reich 1936: Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche und ins Irdische herabgeholt. Die nationalsozialistische Mystik der „Blutwallung“ und der „Verbundenheit mit Blut und Boden“ bedeutet somit gegenüber der altchristlichen Anschauung von der Erbsünde einen Fortschritt; er erstickt jedoch in neuerlicher Mystifizierung und in reaktionärer Wirtschaftspolitik. Die Lebensbejahung biegt neuerdings in Lebensverneinung um, wird zur Bremsung der Lebensentfaltung in der Ideologie der Askese, des Untertanentums, der Pflicht und der Volksgemeinschaft mit den Kapitalisten. Trotzdem kann man nicht die Sündenlehre gegen die Lehre von der „Blutwallung“ verteidigen; man muß die „Blutwallung“ vorwärtstreiben, sie zurechtbiegen. (Die Sexualität im Kulturkampf, Fischer TB, S. 267)

Reich 1938: Heute hörte ich die Rede Hitlers – Wie recht der Mann im Rahmen der Schweinerei hat!! Kein vernünftiges Argument gegen ihn!
Der Geist des Denkens und der Wahrheit ist heute dem der Masse konträr – morgen und später sind sie dieselben. Heute läuft die Menschheit wie eine Herde erkrankter Schafe jedem Hitler nach. (Jenseits der Psychologie, S. 258f)

Reich 1939: Nehmen wir an, daß der hitlersche Imperialismus den englischen besiegt, dann wäre auch nicht ein einziges menschliches Problem wirklich gelöst. Ebensowenig umgekehrt. Ob die Völker von diesem oder jenem unterdrückt werden, ist egal. Problem der Zeit ist nicht Wechsel der Herrschaft, sondern praktische Lösung menschlicher und sozialer Fragen. („Abschied von meinen europäischen Freunden“, Rundbrief z.n. Orgonomic Functionalism VII/5, Sept. 1961)

Reich 1942: Man kann den faschistischen Amokläufer nicht unschädlich machen, wenn man ihn, je nach politischer Konjunktur, nur im Deutschen oder Italiener und nicht auch im Amerikaner und Chinesen sucht; wenn man ihn nicht in sich selbst aufspürt; wenn man nicht die sozialen Institutionen kennt, die ihn täglich ausbrüten. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 15)

Reich 1953: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß all das große Aufsehen, daß um Christus gemacht wurde, nur dem einen Zwecke diente, den begangenen Mord zu vertuschen und jede Spur auch nur des geringsten Verdachts auf einen solchen Mord zu verwischen. Vor allem sollte damit die Weiterführung des Mordens gesichert werden, von der Zeit direkt nach der Kreuzigung über das Mittelalter hin bis zu den brennenden Kreuzen und dem Mord an sanftsinnlichen Negern im Süden der Vereinigten Staaten und der Ermordung von sechs Millionen hilfloser Juden, Franzosen und anderer in Hitlerdeutschland.
Der lange Zeitraum von der tatsächlichen Ermordung Christi und dem, was dazu geführt hat, bis zu der Ermordung von Negern in Cicero, USA, von Pazifisten in der UdSSR und von Juden in Hitlerdeutschland ist voller Ereignisse ersten Ranges. Keine noch so detaillierte Erforschung all dieser einzelnen Ereignisse wird jedoch jemals auch nur ein bißchen vom wahren Wesen des Christusmordes enthüllen, denn es ist ja gerade das Hauptkennzeichen der Pest, den Mord und die Motive dafür zu verschleiern. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 100f)

Die Wahrheit deines Feindes ist die Gegenwahrheit zu deiner eigenen Wahrheit. Wenn der Feind deiner Wahrheit die Wahrheit spricht, dann ist bei deiner eigenen Wahrfielt etwas falsch, unausgereift oder unvollständig. Bevor die Morde Hitlers voll verstanden werden konnten, mußte die Wahrheit, die er über Marxisten, Juden, Liberale und die Weimarer Republik gesagt hatte, erkannt werden. Das Erkennen seiner Wahrheit, d.h. der eigenen Gegenwahrheit, war entscheidend, um den nächsten Schritt machen zu können, zu fragen: „Wie ist es möglich, daß ein Hitler überhaupt so weit aufsteigen konnte? Wie können siebzig Millionen Deutsche, relativ gut unterrichtete und hart arbeitende Menschen, sich von einem eindeutigen Psychopathen in einen solchen Alptraum führen lassen?“ Ohne eine solche Fragestellung konnte man auch keine Antwort erhalten. Hitler vertrat ganz klar eine Gegenwahrheit.
Die Antwort auf Hitler wurde in der Charakterstruktur der breiten Masse gefunden, die seine Morde möglich machte. Es war das Volk, das Hitler hochbrachte, und nicht Hitler, der das Volk unterdrückte. (ebd., 357)

Zur Illustration des Faschismus HEUTE:

Das Tor zur Hölle öffnet sich (Teil 3)

19. Juli 2018

Bei allem Wilhelminischen Bombast und seiner unfreiwilligen Komik: die Statuen, etwa das Armenius-Denkmal haben einen normalen Muskelaufbau und eine normale Ausstrahlung. Im Dritten Reich hingegen wirken die dargestellten Menschen durchweg wie Sektenmitglieder und die grotesk überbetonte und angespannte Muskulatur wirkt wie ein – Panzer. Interessant wird es, wenn man sich das plastisch gewordene Leitbild der Nachkriegszeit anschaut. Etwa diese Figur, deren Art man in Hamburg in öffentlichen Parks, vor Polizeistationen, etc. antrifft:

Wir haben die Abfolge vom normalen Menschen, zur „blonden Bestie“ und schließlich zum „Opfa“ mit häßlichen Glubschaugen vor uns. Aus Hypertonus wird Hypotonus, Anorgonie.

Die bildende Kunst gibt unmittelbar die biophysische Struktur (die „Panzerung“) einer Gesellschaft wider. Das findet sich schon bei den Felszeichnungen in der Sahara. Je weiter sich die geographische und vor allem die emotionale Wüste konsolidierte, desto abstrakter und entarteter wurde die Darstellung des menschlichen Körpers (siehe James DeMeos Saharasia. Man braucht nur ein Museum für moderne „Kunst“ besuchen, um zu sehen, daß der Mensch nunmehr an seinem Endpunkt angelangt ist: ein zerfetztes Etwas. An den Wänden hängen photorealistische Bilder unserer Seelen! Währenddessen hören sich die Kinder Slipknot an:

Diese „Musik“ ist die Melodie der Herzen jener, die als Kinder gemobbt, geschlagen, sexuell mißbraucht wurden. Sie spendet ihnen Trost und Kraft. Vordergründig natürlich, weil sie in ihrem Leid nicht mehr alleine sind und weil Wut und Aggression zumindest etwas „Expansion“ bedeuten. Worum es aber wirklich geht… Ich verweise zurück auf Hellraiser:

Der diamantenförmige Leviathan im Mittelpunkt der Hölle sendet seine Dämonen aus, weil er wie Mephisto in Goethes Faust die ANORGANISCHE Ordnung liebt und die Lebewesen, ihr Fleisch und ihr Seelen, stehen für Unordnung. Sie müssen ZERRISSEN werden – damit Ruhe ist. Wie Reich in seinen Ausführungen über den Masochismus erläutert hat: die „Blase“ will zum Platzen gebracht werden – damit Ruhe ist… Siehe auch Reichs Ausführungen über die Rehabilitation von Freuds „Todestrieb“ in Gestalt von DOR: das schwarze „Licht“, das der Leviathan aussendet. Das ist der tiefste Grund, warum Menschen Buddhisten werden, bzw. Sufis, Sozialdemokraten, Anarchisten, Satanisten, etc., oder was es mit der Linie der Buddhisten Schopenhauer, Wagner, Hitler, Himmler auf sich hat: es soll Ruhe sein! Dafür wurden Menschen buchstäblich durch den Fleischwolf gedreht. Und es geht weiter, aber niemand hat ein Auge dafür.

Die Rechtschreibreform im Lichte des orgonomischen Funktionalismus

7. Juli 2018

Alexander Solschenizyn hat dargelegt, wie die sehr reiche russische Sprache, die Sprache Tolstois und Dostojewskis, nach dem Roten Oktober immer ärmer und undifferenzierter wurde. Außerdem wurde sie systematisch „brutalisiert“, d.h. im Rahmen des „sich verschärfenden Klassenkampfes“ wurde der sprachliche Ausdruck von Mitleid, Rücksicht und Anteilnahme richtiggehend tabuisiert. Entsprechende Wörter erhielten eine negative Konnotation oder verschwanden praktisch ganz. Man muß unwillkürlich an die „Sprache des Unmenschen“ in Hitlers, Streichers und Goebbels‘ Deutschland denken. Die Menschen sollten nicht mehr ungepanzert („weit“) fühlen, sondern nur noch auf eine gepanzerte („enge“) Weise.

Heute beobachtet man zunächst einmal das Gegenteil, d.h. im Zuge der politischen Korrektheit, werden eindeutige Aussagen zunehmend tabuisiert, da sie zu „brutal“ sind. Man ist vorsichtig im Ausdruck, will sich, so als sei man „Wissenschaftler“, nicht „voreilig festlegen“ und seit Jahrzehnten triumphiert das Konjunktiv: „Ich würde sagen…“. Wobei man sogleich anfügen muß, daß im Rahmen der allgemeinen Verblödung durch die Rechtschreibreform, Ausdrucksweisen wie der Konjunktiv ähnlich wie im Englischen wohl bald verschwunden sein werden oder zumindest an Eindeutigkeit verlieren.

Ohnehin können heutige Schüler kaum noch den tiefgehenden Unterschied zwischen dem so gar nicht gemeinten „Das ganze funktioniert nicht!“ und dem grundsätzlichen „Das Ganze funktioniert nicht!“erfassen oder etwa zwischen „Er hat recht!“ und „Er hat (das) Recht (auf seiner Seite)!“ Mit anderen Worten können sie nicht mehr funktionell denken, d.h. in Begriffen des Verhältnisses des Teils zum Ganzen. Die sozialistischen Sozialingenieure und die mit ihnen verbündeten Großkapitalisten („Bertelsmann-Stiftung“) können keine Eigendenker gebrauchen. Wer so einen SCHWACHSINN eingetrichtert bekommt wie „Es tut mir sehr Leid!“ (statt „Es tut mir sehr leid!“) muß jedes Gefühl für funktionelle Zusammenhänge verlieren.

Über die obigen Beispiele kann man diskutieren, zumal ich selbst den Überblick darüber verloren habe, was denn nun nach den aktuell geltenden Regeln richtig oder falsch ist oder ob es offiziell eh egal ist. Aber genau das verweist auf das eigentliche Problem: dieser Staat ist zutiefst „verwirrt“ und handlungsunfähig. Aus tiefenpsychologischer Sicht repräsentiert er die Eltern und die versetzen in dieser antiautoritären Ära ihre Kinder in tiefe Verunsicherung, da keine klaren Botschaften und Grenzen gesetzt werden; in den Kindern ein diffuses Gefühl von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit verankert wird, zumal es zu unvorhersehbaren und manchmal brutalen und denkbar ungerechten Sanktionen kommt, wenn die Eltern den Kontrollverlust unvermittelt eindämmen müssen.

Mussolinis Faschismus, Hitlers Nationalsozialismus und Die Massenpsychologie des Faschismus

9. März 2018

„Faschismus“ war Ende der Zwanziger Jahre zunächst einmal ein Stalinistischer Kampfbegriff, der unterschiedslos für alle nichtkommunistischen Massenbewegungen gebraucht wurde, sei dies der eigentliche Faschismus in Italien, die Sozialdemokratie („Sozialfaschismus“), die klerikal geprägten Heimwehren in Österreich, die antiklerikalen Nationalsozialisten in Österreich, die Nationalsozialisten in Deutschland, der Stahlhelm, etc. Die innere und wechselseitige Widersprüchlichkeit dieser Phänomene würden sich aus den inneren Widersprüchen des in chaotischer Auflösung befindlichen Spätkapitalismus erklären. Reich hat als Mitglied der KPÖ bzw. KPD den Begriff „Faschismus“ übernommen und nie wieder aufgegeben.

Von Anfang an, war für Reich „Faschismus“ aber weniger die terroristische Speerspitze des untergehenden und deshalb wild um sich schlagenden Kapitalismus, als vielmehr Ausfluß der mechanistischen und gleichzeitig mystischen Charakterstruktur der Menschen in der heutigen von Maschinen geprägten Massengesellschaft. Unterschiede zwischen den diversen Faschismen erklären sich aus diesem mechano-mystischen Grundwiderspruch. Bei Mussolini richtete sich alles auf die Durchsetzung einer totalitären Staatsidee, für die der Mystizismus (der Appell an den „Mythus“) nur Instrument war. Bei Hitler war es genau umgekehrt: der totalitäre Staat war ein bloßes Instrument zur Vernichtung des als „jüdischer Idee“ verachteten Staatsgedankens („David“) und dessen Ersetzung durch ein ständiges anarchisches Ringen um Macht, das stets dafür sorgt, daß das biologisch Starke sich durchsetzt („Goliath“). Eine verquere, sadistische Naturmystik.

Der „Mussolinismus“ und der Hitlerismus sind unvereinbare Gegensätze und gleichzeitig funktionell identisch: