Grasinfusion

Gastbeitrag von Oliver Gerlach

Hallo Herr Nasselstein, ich wende mich mit einigen äußerst interessanten Beobachtungen an Sie, die ich im Verlauf meiner Versuche mit Grasinfusionen gemacht habe.

Seit September 2012 konzentriere ich mich in meinem Labor auf die Beobachtung von Heu- und Moosinfusionen. Wie ich Ihnen bei unserem Treffen in Hamburg erzählt habe, möchte ich eine Dokumentation der Prozesse in den Infusionen mittels Zeitraffer anfertigen. Ich ringe hier immer noch mit einigen technischen und methodischen Schwierigkeiten, mit denen ich Sie heute aber nicht langweilen will. Es geht um Beobachtungen in den Infusionen, die unübersehbar orgonomische Relevanz besitzen und bisher anscheinend noch niemandem aufgefallen sind.

Ich fertigte eine Infusion aus Heu (frisch vom Zoohandel) mit Volvic-Wasser an. Die Halme werden „handverlesen“; nicht zu gelb, nicht zu grün, nicht zu dick usw. Ein großes Einmachglas wird mit kleingeschnittenem Heu und ca. 1 L Volvic gefüllt. Nach 5 – 6 Tagen zeigen sich mikroskopisch die wohlbekannten Bläschen- und Zystenformen an den Rändern der Halme, Pantoffeltierchen, Amöben usw. Aber das kennen wir ja alles schon. Um die Proben aus den Infusionsgläsern zu beobachten, legte ich einige Halme zusammen mit Flüssigkeit aus der Infusion in eine Petrischale. Mein Mikroskop kann auf dem Objekttisch eine Petrischale aufnehmen und führen. So kann ich dieses isolierte „Stück“ aus dem großen Infusionsglas über Wochen beobachten, ohne dass es austrocknet. In dieser Probe machte ich folgende Beobachtung (siehe Plasma 1-Video unten): Es scheint, als ob sich hier die feinen Bläschen geschlossen vom Grashalm lösen und davonkriechen!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=PJtrbjQ3du0%5D

Etwas später fand ich in der selben Probe dieses seltsame Gebilde (siehe Plasma 2-Video unten). Es handelt sich hierbei um ein amöboides Gebilde von gigantischen Ausmaßen. Der Bildausschnitt überdeckt mehr als 1 mm in der Diagonalen. Es verzweigt sich blumenkohlartig von einem „Uroid“ und zeigt nur an den äußersten peripheren Stellen ektoplasmatische Vorwölbungen (siehe Amöbe). An den „Stengeln“ gibt es kein Ektoplasma, dafür aber feine Bläschen, die hier wild umherschwirren und den Anschein erwecken, als wären sie eine Vorstufe von Ektoplasma. Die Strömungsbewegungen innerhalb dieses Gebildes zeigen äußerst eindrucksvolle Spannungs-Ladungs-Vorgänge.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=_jcYf52pLq4%5D

Was ist nun das besondere an diesem Gebilde?

Meiner Erfahrung nach ist es zu groß für eine Amöbe, die verzweigte Gestalt und die fehlende ektoplasmatische Umhüllung ist ebenfalls merkwürdig. Es gibt einige Amöbenarten, die äußerst groß werden (z.B. Chaos bis zu 5 mm) aber dieses Ding sieht anders aus. Bei dem Film Plasma 2 sehen Sie etwa bei 00:37 oben links am Rand ein durchscheinendes Gebilde neben dem riesigen Blumenkohl. Das ist eine „normale“ Amöbe, die schon richtig groß ist. Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier Plasma aus den abgestorbenen Pflanzenzellen zusammenfließt und umherwandert.

Gestern schaute ich mir das große Kulturglas, in dem sich die Heuinfusion befindet, genauer an. Mir fielen weißliche, geschwungene Streifen auf, die an der Glasinnenseite wachsen. Es sieht aus wie eine Art schleimiger Pilz, der großflächig am Glas bis hinauf zum Rand wächst. Sofort hatte ich den Eindruck, dass es sich hier um das selbe Gebilde handeln könnte, nur noch viel, viel gigantischer, mit Ausmaßen von mehreren QUDRATZENTIMETERN! Also merkte ich mir eine markante Stelle der Struktur. Heute morgen konnte ich feststellen, daß eben dieses Stück der Struktur verschwunden war: ES BEWEGT SICH! Ich entnahm eine Probe aus dem Aufwuchs und untersuchte sie mikroskopisch: Plasmaströmungen wie in Plasma 2, schwächer aber eindeutig.

Ich fertigte eine Zeitrafferaufnahme dieses Gebildes am Glas an (siehe Plasma 3-Video unten). Der Film zeigt das Gebilde im Verlauf von etwa 4,5 Stunden ohne jegliche Vergrößerung. Da ich heute morgen einige Proben entnahm und den Deckel öffnete, entkam anscheinend einige Luftfeuchtigkeit und die Glasinnenseite trocknet im Verlauf des Films ab und das Gebilde trocknet ein. Trotzdem kann man sehr eindrucksvoll Pulsation in den blutgefäßartigen Verzweigungen des Gebildes beobachten. Als ich den fertigen Film dieses plasmatischen „Monsters“ sah, musste ich mich erstmal hinsetzen. Gut dass es nicht im Trockenen „überleben“ kann, sonst würde es aus dem Glas rauskriechen…

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=h54dP7eVf2M%5D

Was bedeuten diese Beobachtungen meiner Meinung nach?

Ich interpretiere die Beobachtungen im ersten Eindruck so, dass aus zerfallendem Gewebe neben einzelligen Protisten auch „Plasma-Ansammlungen“ entstehen, die zusammenfließen und ein „System“ bilden. Bei der Beobachtung „normaler“ Amöben hatte ich schon immer den Eindruck eines „Tröpfchen Lebendes“ – ohne Form und trotzdem reizbar, stoffwechselnd usw. Anscheinend ist die kritische Masse eines solchen „Tröpfchens“ weitaus größer als ich dachte. Überaus eindrucksvoll ist auch der Eindruck der Plasmaströmungen: pulsierend, ein-und ausströmend, spontan. Das bultgefäßartige Mäandern der „Pseudopodien“ am Kulturglas scheint eine Fließ- und Bewegungsfunktion der Orgonenergie im Plasma zu zeigen, die sich auch im Körper und in den Geweben niederschlägt: Adern in tierischen oder pflanzlichen Geweben, Nervenbahnen.

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36 Antworten to “Grasinfusion”

  1. Sebastian Says:

    Gute Arbeit, Oliver! Was ist der Unterschied zu einem Schleimpilz?

    Es sieht aus wie eine Art schleimiger Pilz, der großflächig am Glas bis hinauf zum Rand wächst.

    Ja, hat mich auch gleich an Videos von Schleimpilzen erinnert:

  2. Oliver Gerlach Says:

    Danke, Sebastian. Deine Frage trifft einerseits den Nagel auf den Kopf und andererseits ist sie falsch gestellt. Was ist der Unterschied von Bionen und Brownscher Bewegung? Was ist der Unterschied von elektrostatischer Ladung und Orgonenergie? Das eine ist eine mechanistische Pseudoerklärung, das andere ein Ergebnis funktioneller Naturbetrachtung, tiefgehend, zusammenfassend, gründlich.

    Die Frage ist doch: Was sind denn Schleimpilze eigentlich? Meine Antwort: Riesenhafte Ansammlungen von Zytoplasma, pures Leben ohne viel Schnickschnack, Leben auf niedrigster Organisationsstufe – und trotzdem komplex ohne Ende:

    • Sebastian Says:

      Was sind denn Schleimpilze eigentlich?

      Meine Antwort: Orgoliva!

      Also der dritte Teil der Doku ab 6:36 hat mich ja sowas von umgehauen. Auch wieder aus soziologischer Perspektive… Wie HEFTIG ist denn bitte das „Zentrum“ bei 8:20?? Ist das die kosmische Überlagerung im Mikroskop??? Unfassbar… Ich möchte auch ein Mikroskop haben. 😦

    • Renate Says:

      Wenn es schon eine Kränkung der Menschheit war, dass sie von „den Affen abstammt“, wie „beleidigend“ muss erst dann das hier sein??

      Extrem, wie sich dieser Schleimpilz verwandelt, extrem, wie er wie eine Schnecke oder Wurm davonkriecht!!

  3. O. Says:

    Faszinierende Bilder und tolle Arbeit.

    Ein anderer Gedanke kam mir: Wenn man als Neuer mit einer guten Arbeit kommt, wird man leicht vereinnahmt und schließt sich einer Gruppe an, die einen benutzt, als neues Zugpferd … es ist schwer unabhängig zu bleiben.

    • Oliver Gerlach Says:

      „Ein anderer Gedanke kam mir:…“

      Wie meinst Du das? Soweit ich weiß, gibt es in der deutschen Orgonomie keine Gruppen (außer vielleicht die WRG). Ansonsten sind ja alle eigentlich „Eigenbrödler“ – wenn nicht sogar „orgonomophob“. Ich begrüße jeden Austausch. Man muss ja nicht gleich jemanden benutzen oder sich benutzen lassen. Ich hab mehr als fünf Jahre ohne jeden Austausch orgonomisch gearbeitet. Das frustet irgendwann…

    • O. Says:

      Mit Reich kann man schon sehr alleine und gefrustet sein, seine Bücher schenken wohl etwas Trost, weil sie Einsichten spenden, die man so schnell nicht gehabt hätte. Das Umfeld verweigert meist aber das Verständnis für seine Inhalte (instinktiv) und man wird zum Eigenbrödler und auf der Ebene von Gelehrten zu einem „Sonderling“. Die Schublade „Reichianer“ sollte man vemeiden, da man hier dann nicht mehr rauskommt. Die Anfeindungen gegen Reich werden schnell auf einen selbst übertragen.

      Reich selbst gibt so viele Rätzel im Detail auf, dass es schwer fällt, ihn nachzuvollziehen, daher ist etwas Kommunikation von Nöten, um auf einen sinnvollen Pfad zu kommen.

      Vielleicht findet man ein paar Gleichgesinnte, die ohne großes Aufsehen, sich mit einem austauschen.
      Oder man gestaltet einen eigenen Aushang für eine Arbeitsgruppe an einer Uni und findet hier ein paar nette Menschen, die mit einem diskutieren können.
      (Gerne kannst Du auch meine email bei PN erfragen).

      Ein Kontakt mit „Reichianern“ hing vielen Personen, die sich hiervon abgewendet haben, noch extrem nach. Hieraus entwickelt sich die besagte „Orgonomophobie“ (eine rezidivierende Sonderform der F40.1), deren Hauptsymptom ein dauerhafter Brechreiz ist.

  4. Klaus Says:

    Hmm, verstehe ich das richtig, dass das, was in Plasma 3-Video ein bisschen wie ‚Pulsation‘ aussieht, erst bei gerafften 4,5 Stunden sichtbar wird?
    (Vielleicht wird Ähnliches auch bei manchen Pflanzen erst mit ähnlichen Mitteln des Zeitraffens sichtbar)

    • Oliver Gerlach Says:

      „Hmm, verstehe ich das richtig…“

      Ja genau. So wie es aussieht pulsiert es ca. alle 3 min. Ohne Zeitraffung ist es nahezu unmöglich, das zu sehen.

      „…bei manchen Pflanzen…“

      Hast Du da bestimmte Pflanzen im Sinn?

      • Klaus Says:

        Nein, keine bestimmten. Hier kam nur schon einmal die Frage nach einer Art ‚Orgasmus‘ bei Pflanzen auf – für Reichs Idee von „Leben“ ja nicht ganz irrelevant.

        • Oliver Gerlach Says:

          Ich denke, bei Pflanzen ist die Funktion des Orgasmus an die Zellteilung an sich gebunden. Die Planze wächst (= ausgleich der akkumulierten Spannung) einfach weiter, bis sie irgendwann stirbt. Tiere können nicht immer weiter wachsen und entladen die Spannung in orgasmischen Zuckungen (bestenfalls…).

          • O. Says:

            „Ich denke, bei Pflanzen ist die Funktion des Orgasmus an die Zellteilung an sich gebunden“ – Was zeigen Deine Bilder deutlich? Sich bewegende Kügelchen (in Plasmavideo 1 und 2) in die eine oder auch andere Richtung, auch in einer selbst gebildeten Membran wird das fortgesetzt. Der „Orgasmus“ ist eine Sonderfunktion der Akkumulation, pulsatorische Vorgänge sind mit Tag und Nacht zu beobachten oder in den Bewegungen und Ausrichtung nach der Sonne (im Zeitraffer).
            Ein sehr schöner methodischer Gedanke, dass eine bestimmte Zeitraffertechnik erst ein Phänomen zeigen kann. Bei falscher Beobachtungsmethode würde man gar nichts erkennen. Viele orgonomische Experimente scheitern genau daran, dass der falsche Zeitpunkt aufgenommen wurde und der richtige durch zu wenig Geduld nicht gefunden wurde.
            Dies erklärt für mich, warum Reich seine Ergebnisse immer sofort fand (zu finden schien), weil er eine Ahnung vom Beobachtungszeitpunkt hatte und andere gar nichts finden und frustriert wieder ihren Aufbau einpacken.

        • Oliver Gerlach Says:

          Oder vielleicht liegt es daran, dass Pflanzen einen vollkommen anderen Energiehaushalt haben. Sie stecken ja die ganze Zeit mit ihren Wurzeln im Boden und sind so ständig „geerdet“ im elektrostatischen Sinn. Tiere – da mehr oder weniger frei beweglich, also ohne Wurzeln und permanente Erdung – müssen Spannungen durch Klonismen entladen.

  5. Peter Nasselstein Says:

    Pulsation:

    • Klaus Says:

      Schlau sind die auch noch:
      „Japanische Wissenschaftler in Nagoya haben folgenden Versuch unternommen:
      Durch ein entsprechend gestaltetes Labyrinth führten vier verschieden lange Wege, an deren Ein- und Ausgänge sie Haferflocken plazierten, um zu sehen, welchen Weg die Schleimpilze nehmen würden, um an die Haferflocken zu kommen.
      Es zeigte sich, daß die Pilze den kürzest-möglichen Weg nahmen und dabei das Plasmodium noch seine Form veränderte, um sich effektiv im Labyrinth zu bewegen.
      Fazit der Wissenschaftler:
      „Dieser bemerkenswerte Prozeß von zellularer Berechnungstätigkeit impliziert, dass zellulares Material eine gewisse primitive Intelligenz aufweisen kann.“
      (nachzulesen: http:/www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/8813/1.html)“

      • Peter Nasselstein Says:

        Schlau? Sie sind intelligenter als wir!

        „Slime moulds are better at planning major infrastructure projects than engineers say boffins!“

        • Oliver Gerlach Says:

          Meines Erachtens zeigen die Experimente mit dem Labyrinth und den Haferflocken, die wie bestimmte große Städte verteilt sind, dass die Plasmodien der „Schleimpilze“ auf dem Weg des geringsten Widerstandes verlaufen. Diese Funktion als „Intelligenz“ zu interpretieren empfinde ich als klaren Mechano-Mystizismus. Die Plasmodien verbinden alle wichtigen Stellen auf einfachstem und kürzestem Weg. Sie FUNKTIONIEREN, sonst nichts. Der „Schleimpilz“ plant nicht, er fließt einfach. Vielleicht habe ich hier eine Abwehr, vielleicht kommt es darauf an, wie man Intelligenz definiert. Mir kommt es so vor, als würde der Beobachter in diesem Fall in das beobachtete Objekt sehnsüchtig sensationelle Eigenschaften (strategische Planung) hineininterpretieren und der fundamentalen Einfachheit orgonotischer Funktionen ausweichen. Kann „Intelligenz“ im anthropomorphen Sinn eine primäre Naturfunktion sein?

          • Klaus Says:

            „kommt es darauf an, wie man Intelligenz definiert“
            Das betrifft nicht nur „Intelligenz“, sondern auch „funktionieren“, „fließen“, „Einfachheit“, „primär“, „Naturfunktion“. Leider versteht sich in wissenschaftlicher Beschreibung nichts ‚von selbst’, auch wenn einem das ‚gesünder’ vorkäme. Vgl. zum Beispiel
            http://www.gleichsatz.de/b-u-t/trad/carn1.html

          • Sebastian Says:

            Würde ich auch sagen. Der „Schleimpilz“ plant nicht. Jeder hier weiß, was es bedeutet, wenn man das Ergebnis einer Bewegung (kürzester Weg) als Ziel einsetzt. Intellektuelle Voraussicht (Intelligenz ist mir zu schwammig) ist eine sekundäre Naturfunktion.

      • Peter Nasselstein Says:

        Wenn man die Entfaltung der Pseudopodien des Schleimpilzes genauer betrachtet: es ist nichts weiter als Orgonometrie, eine ständige Bifurkation.

      • Oliver Gerlach Says:

        Was die Intelligenz der Schleimpilze z. B. im Labyrinth betrifft habe ich folgendes Verständnisproblem: Schaut man sich den Versuch genau an (z. B. in Teil drei von „Als wären nicht von dieser Welt ab 2:57 bid 6:13 – Link siehe unten) kann man folgendes beobachten:

        – Das Labyrinth wird mit Schleimpilzfragmenten beimpft
        – Die Fragmente wachsen wieder zusammen und füllen das gesamte Labyrinth lückenlos auf. Somit „ist“ der Schleimpilz das Labyrinth.
        – Haferflocken werden am Ein- und Ausgang platziert.
        -Schleimpilz fängt an beiden Enden zu fressen an und wächst über die Haferflocken.
        -Schleimpilz zieht sich aus Sackgassen und Umwegen zurück und kontrahiert in einer „Hauptschlagader“, die auf kürzestem Weg beide Enden miteinander verbindet.

        Eine Ratte z. B. wird in ein Labyrinth gesetzt, schaut sich alle Gänge genau an und merkt sich bzw. lernt, wo das Futter steht. Wird sie später wieder ins selbe Labyrinth gesetzt, kennt sie den Weg und schlägt ihn sofort ein.

        Wo ist nun der Unterschied? Die Ratte merkt sich den Weg, der Schleimpilz findet den kürzesten Weg innerhalb seines Organismus, denn er füllt ja vorher das ganze Labyrinth aus. Ich finde im Fall der Ratte kann man schon von Intelligenz sprechen. Aber beim Schleimpilz meiner Meinung nach nicht, er findet „einfach“ die kürzeste Verbindung innerhalb seines Körpers. Außerdem merkt sich die Ratte, wohin sie laufen muss, der Schleimpilz wird wahrscheinlich immer gleich reagieren: erstmal das ganze Labyrinth einnehmen und dann die kürzeste Verbingung im eigenen Organismus herstellen, auch wenn er nochmals ins selbe Labyrinth gesetzt wird.

        Wenn man nun im Falle des Schleimpilzes von Intelligenz sprechen will, könnte man auch sagen, dass elektrischer Strom ebenfalls intelligent ist: Auch er wählt stets den Weg des geringsten Widerstandes.

        Trotz allem gibt es aber interessante Gemeinsamkeiten beim Verhalten von Ratte und Schleimpilz im Labyrinth: Auch die Ratte „expandiert“ im Labyrinth, wenn sie es zu ersten Mal betritt und die Wege auskundschaftet. Im Grunde verteilt sie sich auch erstmal komplett im Labyrinth, wie der Schleimpilz. Wenn die Ratte den kürzesten Weg gefunden hat, „kontrahiert“ sie ihre Erfahrungen in der schnellsten Verbindung von Eingang zum Fressplatz. Dasselbe macht der Schleimpilz auch: Er kontrahiert in einer Verbindungsader auf dem kürzesten Weg von einer
        Haferflocke zur anderen.

        Vielleicht läßt sich eine tiefe, orgonomische Interpretation von Intelligenz in dieser pulsatorischen Bewegung finden: z. B. Expansion – Suchen – Kontraktion – Finden.

        • Peter Nasselstein Says:

          Mmmhhh, also ich finde schon, daß das folgende an das entsprechende Verhalten der Ratten erinnert:

          Obwohl Schleimpilze weder Gehirn noch Nerven besitzen, navigieren sie erfolgreich sogar durch Labyrinthe. Der aus einfachen Einzellern bestehende Verband nutzt den von ihm hinterlassenen Schleim als Wegmarkierung. Das zeigen Experimente eines internationalen Forscherteams mit dem Schleimpilz Physarum polycephalum. Die Einzeller erkannten am Schleim, wo sie bereits waren und mieden diese Bereiche. Dadurch konnten sie effektiver neue Wege erkunden. Dies sei ein einzigartiges Beispiel für ein primitives räumliches Gedächtnis bei einem nervenlosen Organismus, berichten die Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Der Schleimpilz nutze die chemische Information des Schleims um sich selbst in einer komplexen Umwelt zu orientieren.

          http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-15203-2012-10-09.html

          OK, an dieser Darstellung der Qualitätspresse ist etwas grundlegend falsch (der Schleimpilz ist ein Einzeller), aber ansonsten…: „ein einzigartiges Beispiel für ein primitives räumliches Gedächtnis“.

          • Klaus Says:

            „Auch die Ratte ‚expandiert‘ im Labyrinth, wenn sie es zu ersten Mal betritt und die Wege auskundschaftet. Im Grunde verteilt sie sich auch erstmal komplett im Labyrinth, wie der Schleimpilz.“
            Mit Bezug auf die Ratte wäre „expandieren“ hier eben eine Metapher. Ihr Auskundschaften ist nicht so wörtlich eine Ausdehnung wie das Verschleimen durch den Schleimpilz. Ob das Auskundschaften trotzdem irgendwie in Zusammenhang mit Expansion und Kontraktion verständlicher wird, sei dahingestellt.
            Interessant ist in der Tat, das Schleim-Hinterlassen als eine Art Gedächtnis zu aufzufassen. Dabei muss allerdings auch die Begegnung mit der eigenen Hinterlassenschaft von dem Organismus noch interpretiert werden.

            • Oliver Gerlach Says:

              „Mit Bezug auf die Ratte wäre „expandieren“ hier eben eine Metapher.“

              Oder funktionelle Identität: Beide erfassen bei dieser Expansion das Labyrinth, die Ratte mit ihren Sinnen, die Amöbe mit Ihrem Körper.

        • Oliver Gerlach Says:

          Hier gibts einen einstündigen Vortrag von Soichiro Tsuda, einem der japanischen Schleimpilz Experten:

          Die haben sogar einen Hybridroboter gebaut, der durch die Pulsation der Schleimpilze gesteuert wird.

    • Peter Nasselstein Says:

      1. Ich finde, wir sollten uns bemühen, die Intelligenz so tief wie irgend möglich in der Natur zu verankern, denn ansonst stellt sich schließlich die Frage, woher der Mensch seinen „Geist“ hat – Mystizismus.

      2. Labyrinthe werden benutzt, um etwa die Intelligenz von Ratten zu testen. Und was die Rekonstruktion von Infrastrukturen durch Schimmelpilze betrifft: sie sind definitiv intelligenter als Großcomputer und die Expertise von Dutzenden von Stadtplanern.

      3. Ich spekuliere, daß Schimmelpilze „nichts anderes sind“ als sozusagen „lebendige Orgonometrie“ und daß dies die Grundlage der beschriebenen Intelligenz ist.

      • Klaus Says:

        „[…] mbemühen, die Intelligenz so tief wie irgend möglich in der Natur zu verankern, denn ansonst stellt sich schließlich die Frage, woher der Mensch seinen ‚Geist’ hat – Mystizismus.“

        Nur eben als weitere Literaturanregung:
        Dass „Natur“ – „Geist“ manchmal als Gegensatz erscheint, ist nicht abwegig auch dann, wenn man eine ‚physikalistische’ Ausgangsposition für sich in Anspruch nimmt. Dazu:
        http://instruct.westvalley.edu/lafave/epiphenomenal_qualia.html

      • Klaus Says:

        Leider wird die Diskussion um das Auftauchen von Leben in der Natur oft vermengt mit der Diskussion über das Enstehen von ‚Geist’. Für beides wurden oft Supervenienz und Emergenz in Anspruch genommen. Einen Überblick bietet eine Zusammenfassung von Ansgar Beckermann in „Supervenience, Emergence, and Reduction“. Leider ist das zu viel, um es hier abzutippen.
        Zur Diskussion über Vitalismus: Erkläre ich bestimmte Eigenschaften einer Sache mit Hilfe seiner Strukturen oder mit Hilfe einer bestimmten Komponente?
        Was die Natur-Geist-Fragen betrifft, geht es um etwas anderes: Wie kommt es, dass es sich z. B. so-und-so anfühlt, blau zu sehen, obwohl dieses Sich-so-und-so-Anfühlen für kausale Erklärungen gar keine Rolle spielen dürfte? Hierzu passt der erwähnte Link zu Frank Cameron Jackson „Epiphenomal Qualia“.
        Anders als oft angenommen wird, liefert Reich zu beidem kaum Relevantes. Es ging ihm sicher auch nicht darum. Wie ich in Bezug auf Bione schon einmal sagte: Viele seiner Experimente legen eher Zusammenhänge nahe und werfen Fragen auf, als dass alte Fragen beantwortet werden. Man könnte die Bione etwa zu erklären versuchen, ohne auf Lebensentstehung Bezug zu nehmen, sofern man eben keine Kriterien für Leben hat.

        In einem ganz anderen Zusammenhang stehen die Bione erst, wenn man z. B. berücksichtigt, dass
        – der ORAC psychophysiologische Wirkungen auf Tiere hat
        – SAPA’s strahlen, und zwar mit ähnlicher Wirkung wie im ORAC ohne SAPA’s
        – best. Bione T-Bazillen ähnlich immobilisieren wie ORAC-Behandlungen (war es so?)
        und so weiter.
        Ich meine daher immer wieder, dass der Schwerpunkt auf diesen Zusammenhängen liegen sollte. (Das scheint mir der ‚wahre Kern’ der Rede von funktioneller Identität zu sein. Dass überhaupt nicht klar ist, was „Funktion“ bedeutet, hatten wir ja an anderer Stelle schon einmal.)

    • Peter Nasselstein Says:

      Physarum beherrscht aber nicht nur den Raum, sondern auch die Zeit, es hat ein Gedächtnis und Voraussicht

      http://diepresse.com/home/science/1304309/Amoebe_Kein-Hirn-aber-Intelligenz

      Der Punkt ist, daß unsere Intelligenz nichts anderes ist als „amöboides Verhalten“!

  6. Peter Nasselstein Says:

    So, jetzt trau ich mich einfach, was zu Herrn Gerlachs Versuch zu sagen, was ich „von Anfang an“ sagen wollte, mich aber nicht getraut habe, weil es ziemlich leere Spekulation ist. Anyway: Mich erinnern Schleimpilze sehr an Orene (Orin), also die „materielle Form von Orgon“. In Reichs Labor ist das Zeugs ganz ähnlich gewuchert und zeigte ähnliche Eigenschaften: es muß feucht gehalten werden und es bewegt sich wie eine gigantische Amöbe. Schleimpilze könnten (Spekulation!) so etwas wie „emanzipiertes Orene“ sein. Also Orene, das sich zu einem Lebewesen entwickelt hat, das in vieler Hinsicht auch mechanische Eigenschaften hat, etwa Gene, einen biochemischen Metabolismus und eine gewisse Unabhängigkeit von der sie umgebenden Orgonenergie. Wenn Orene einmal ausgetrocknet ist, ist es unwiderruflich tot, während Schleimpilze wieder zum Leben erweckt werden können.

    Mag sein, daß das nur Blablabla ist…

    • Oliver Gerlach Says:

      „Mag sein, daß das nur Blablabla ist…“

      Ich hatte bei der Beobachtung dieses „Plasmoiden“ (wie ich es nennen möchte, denn „Schleimpilz ist ein absolut unpassender und verwirrender Name: das ist kein Pilz) schon sehr bald den Eindruck, hier fundamentale Orgonenergiefunktionen zu sehen: Strömungen, Spannungs-Ladungs-Vorgänge, Pulsation, die langsame, aber stetige Art der Bewegung, das hin und her der Strömungen.

      Um zu verdeutlichen, was ich meine, habe ich mich entschlossen, einen weiteren Film, der kurz nach Plasma 2 aufgenommen wurde, hochzuladen:

      Hier sieht man den selben Plasmoiden wie bei Plasma 2 bei ca. 400 facher Vergrößerung im Hellfeld. Schade, dass die Qualität der Videos nach dem hochladen so sehr nachlässt. Trotzdem kann man hier im Detail äußerst interessante Vorgänge beobachten. Durchgängig sieht man die Strömungen des Plasmas mal vor und zurück, mal schneller oder langsamer ziehen. Auffällig ist, dass die Begrenzung des Plasmoiden größtenteils von kleinen Bläschen gebildet wird. Nur an einigen Stellen (z. B. bei 03:28 – 06:20) ist auch das klare, strukturlose Ektoplasma zu sehen. Ganz am Anfang sieht man zwei „normale Amöben“ neben dem Plasmariesen. Interessant ist auch die Beobachtung der Plasmaströme an einer „Kreuzung“ (06:45 – 08:41). Eine andere Amöbe mit pulsierender Vakuole am Hinterende kriecht bei 09:27 – 12:53 über den Plasmoiden hinweg. 14:52 zeigt schließlich das Hinterende – das „Uroid“ – des Plasmoiden, umringt von bewegten Bläschen.

      Ich denke, man sieht hier reine, organismische Orgonenergie die sich aus dem Zellverband des quellenden Heus gelöst hat.

  7. Orgonotaxis | Nachrichtenbrief Says:

    […] Zusätzlich wurde vom Forscherteam Dictyostelium discoideum untersucht, eine Amöbe (bzw. „Schleimpilz“), die sich bei Nahrungsmangel zu einem vielzelligen Verband zusammenfindet und einen […]

  8. Peter Nasselstein Says:

    DeMeos OBRL-News:

    Protoplasm

    Recently I learned of several interesting YouTube videos on the issue of protoplasm, as expressed in the structure and motions of slime-molds. For those who don’t know, slime molds are large basic single-cell ameboid type creatures which are found mostly in wild nature, forests for example, oozing up from the ground, or inhabiting tree stumps or other rotting material. They appear as if millions of ameba had suddenly decided to join together into one amorphous mass, with a break-down in their individual cell walls. They have multi cellular nuclei, but no cell boundaries as such, constituting one large single-cell organism which can flow and pulsate, and move and grow, divide and then, return together again in one large mass.

    One of these YouTubes was made by the Scottish scientist William Seifritz, recovered by the Alexander Lowen institute, as shown in the front part of the video. It is here:

    Another interesting YouTube on slime molds was made on the work of scientist John Bonner, here:

    Here is an entire list of similar videos:

    One must ask, what is the central organizing organ within these slime molds? What makes them move, without muscles, nor any brain or nerves by which to organize their structure. And they exhibit highly organized behaviors and movements, not just existing as a puddle of goo.

    By viewing these videos, one gets clues related to the work of Wilhelm Reich on the existence of an organizing life-energy factor, which creates the pulsations, the stretching and bending, elongating movements as found within living nature, due to its own inherent motions and properties. Recall how Reich sought out the ameba as a model organism to test out his theories on vegetative life functions, that the „reaching out“ into the world towards nutrition, pleasure, contact, love, light or warmth, or „contracting away“ from the world in anxiety, pain and fear, were governed not fundamentally by nerve-induced muscular actions, but instead by a singular life-energy with bioelectrical characteristics, which could flow in the two directions — expansion and contraction.

    Pulsation.

    Reich’s ideas along these lines began with his work on the Bioelectrical Investigation of Sexuality and Anxiety, a remarkable book that is still available today. The estute reader will make the connections between Reich’s remarkable work, and these moving expressions of life in the slime molds.
    http://www.amazon.com/Bioelectrical-Investigation-Sexuality-Anxiety/dp/0374517282

    One sees this principle of pulsation very clearly at work in the slime molds, giant organized blobs of protoplasm, lacking in brains or nerves or muscles by which it could, or should by conventional thinking, possess those properties. They have them, nevertheless, and it remains a riddle in biology to this very day.

    As Bonner concluded after 70 years of study, there is still much to be learned about these „lowly“ creatures, which in turn impinges upon the motions and functions of all living creatures.

    Thanks to Thanassis Mandafounis for sharing the video by Siefritz.

    J.D.

    • Oliver Gerlach Says:

      Vielen Dank für den interessanten Link auf DeMeos Mailgroup.

      Der Eindruck orgonotischer Plasmaströmungen ist offensichtlich bei der Life-Beobachtung am Mikroskop. Man hat viel unmittelbarer Kontakt mit den beobachteten Phänomenen als in einem Video. So ist der Eindruck grundlegender Naturfunktionen schwer zu übersehen, ob man nun Schleimpilze beobachtet oder etwas anderes.

      Die Frage, was den Schleimpilz nun steuert, da er ja kein Gehirn oder Muskeln hat, führt zu nichts als mystischer Vermuterei. Der Pilz ist, wie er ist. Er ist Ausdruck fundamentaler Naturfunktionen während sich diese Funktionen zugleich durch den Schleimpilz generieren. Im „Hintergrund“ passiert nichts, er existiert nicht.

  9. Robert (Berlin) Says:

    Verbesserte Technik: Supermikroskop späht mit unerreichter Detailschärfe

    Ein neues Mikroskop liefert Livebilder mit einer bislang unerreichten Auflösung. Forscher um Nobelpreisträger Eric Betzig haben eine bereits existierende Technik verbessert. Sie können damit Proteinen in einer Zelle beim Aufbau zusehen.

    Zitat:
    Wer ganz genau hinsehen will, braucht gute Ideen. Denn bei normalen optischen Mikroskopen gibt es eigentlich eine universelle Grenze für die Detailschärfe: Nach den Gesetzen der klassischen Optik lassen sich keine Strukturen mehr erkennen, die kleiner sind als die halbe Wellenlänge des verwendeten Lichts. So ergibt sich eine klassische Auflösungsgrenze von etwa 200 Nanometern für optische Mikroskope (ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter).

    Mit verschiedenen Tricks ist es Forschern jedoch bereits gelungen, diese Grenze zu durchbrechen. „Palm“ („Photoactivated Localization Microscopy“) und „Sted“ („Stimulated Emission Depletion“) heißen zwei der verwendeten Technologien. Und dann gibt es noch die sogenannte SIM-Technik („Structured Illumination Microscopy“). Diese Supermikroskope nutzen durch geschickte Beleuchtung und Fluoreszenztechniken optische Überlagerungseffekte, sogenannte Interferenzen, um daraus feinere Details rechnerisch zu rekonstruieren.

    Im Fachblatt „Science“ berichten die Wissenschaftler, wie es ihnen gelungen ist, das bisherige Auflösungslimit von 100 auf 84 und zum Teil sogar 62 Nanometer zu senken.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/supermikroskop-spaeht-mit-unerreichter-detailschaerfe-a-1050104.html

  10. Peter Nasselstein Says:

    https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_86643708/pariser-zoo-mysterioeses-wesen-blob-hat-720-geschlechter-aber-kein-gehirn.html

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