Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 21)

Man schaue sich den modernen Haus- und Wohnungsbau an und vergleiche das mit früher? In Zeiten, wo doch alles um „Wärmedämmung“ geht, werden die Fenster mit jedem Neubau größer (d.h. der, von der ach so wichtigen Wärmedämmung her betrachtet, neuralgischste Punkt jeder Fassade), so daß die Menschen neuerdings in Schaufenstern leben. Wenn ich mich abends auf das Fahrrad schwinge, um noch schnell was einzukaufen: ein ungewollter Blick und ich habe die gesamte in diesem Jahr errichtete Neubauwohnung überblickt und die Dynamik des Familienlebens erfaßt… Ich könnte in einer solchen Wohnung keinen Abend überleben, aber diese Leute scheint es gar nicht zu stören, auf der Bühne zu leben!

Die Architektur ist direkter Ausfluß der biophysischen Struktur der Menschen aus oberflächlicher sozialer Fassade, der mittleren Schicht (die man weitgehend mit der Panzerung gleichsetzen kann – obwohl das Dreischichtenschema natürlich die „gepanzerte Struktur“ in ihrer Gesamtheit beschreibt) und dem bioenergetischen Kern. Der liberale („sozialistische“) Charakter steht sozusagen vor der Mauer der Panzerung, der konservative Charakter hinter ihr. Entsprechend ist die beschriebene neue Architektur Ausdruck der Tendenz zum Sozialismus: alles ist öffentlich, sozial, ohne jedwede Tiefe, „pseudo-expansiv“.

Ganz anders die konservative Ära, als sich die Menschen hinter auffällig kleinen und dicht verhangenen Fenstern verbargen (Kontraktion). Besonders deutlich wird das in der Welt des Nahen Ostens, wo die Fenster zum Innenhof gehen, während man draußen einer fensterlosen Fassade gegenübersteht. Siedeln dies Leute in unserem Kulturkreis, leben sie hinter heruntergelassenen Jalousien. Nicht nur die Frauen, auch die Häuser sind „verschleiert“.

Selbstredend ist der Konservative, in welcher Ausprägung auch immer, alles andere als „gesund“, trotz seinem Kernkontakt, der aber durch die Panzerung stark verzerrt, pervertiert ist. Und schon gar nicht ist es per se „krank“, offen und der Welt zugewandt zu sein. Es wird nur extrem krank, wenn es zur „Freiheitskrämerei“ wird, die die reale Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen nur verschleiert und an deren Ende die Selbstbezichtigung steht, um irgendwelche Roten Garden zu beschwichtigen: „Ich bin kein Rechtsabweichler!“ (Reichsbürger, Coronaleugner, etc. lese keine verbotenen Bücher und treffe mich nicht mit Feinden der Be-Völkerung).

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6 Antworten to “Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 21)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Es war ein Fortschritt des „Neuen Bauens“, große Fenster zu haben, um genug Licht in den Wohnungen zu erhalten. Als Gegensatz zu den fast lichtlosen Kellerwohnungen. Deine Psychologisierung ist m. E. hier fehl am Platz.

    • Peter Nasselstein Says:

      Ist was dran, aber ich möchte doch anfügen, daß das „Neue Bauen“ eindeutig einen „sozialreformerischen“ und damit „psychologischen“ Anspruch hatte: social engineering.

    • Frank Says:

      Nur sind die Fenster heute sinnlos viel zu groß. Für genügend Licht unnötig.
      ich glaube, auch früher waren die Fenster groß genug – außer in den Hinterhöfen und den Kellerwohnungen.
      Hohe Fenster/Türen machen Sinn in einer Naturlage (zum Kontakt mit der Natur, aber nicht für das Licht), aber nicht in einer Siedlung.

  2. Frank Says:

    Naher Osten: Die fensterlose Fassade hat sicher auch mit dem Klima, der starken Sonne zu tun.

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