Was ist Geld? Geld kann man gegen fast alle gängigen Güter und Dienstleistungen tauschen. Natürlich nicht in alle, denn manches wird an bestimmte Personen oder generell nicht gegen Geld getauscht. Nicht alles ist käuflich! Es gibt entsprechend eine Sphäre jenseits des Geldes. Etwas, was man bei derartigen Erörterungen gerne unter den Tisch fallen läßt.
Also, Geld ist ein universelles Tauschmedium. Entsprechend kann man es mittels dreier „Universalien“ erklären:
- Materiell, d.h. mit einem Gut, das in alle anderen Güter umgetauscht wird. Gemeinhin ist das Gold oder ein anderes Edelmetall. Nach dem Krieg waren es zeitweise und in beschränktem Rahmen Zigaretten. Jedenfalls werden diese Zahlungsmittel mit ungeheuren Emotionen aufgeladen. Sie senden für den Menschen einen universellen Schlüsselreiz aus, der alle anderen Schlüsselreize in sich vereinigt und jeden einzelnen von ihnen in den Schatten stellt. (ORGONOTISCHE LADUNG)
- Ein gesellschaftliches Verhältnis: die Schuld. Man geht eine Verpflichtung ein und diese kann prinzipiell an andere abgetreten werden. Das unendlich sich ausbreitende Geflecht gegenseitiger Verpflichtungen, die den ganzen Planeten und beliebig lange Zeiträume umspannen kann, macht den Kern der Arbeitsdemokratie aus. (ORGONOTISCHE SPANNUNG)
- Abstrakte, d.h. vergleichbare Arbeit. Wenn man nicht gerade am Fließband arbeitet und dort etwas tut, bei dem man nicht viel falsch machen kann, lassen sich Arbeiten kaum miteinander vergleichen. Dieses Problem läßt sich umgehen, indem man einfach die Zeit mißt, in der gearbeitet wird. Eine Geldeinheit entspricht dann einer bestimmten Arbeitszeit und repräsentiert die biologische Energie, die während dieser Zeit entladen wurde. Es gab und gibt Versuche, das Geldsystem zu umgehen, indem einfach Arbeitsstunden gegen Arbeitsstunden getauscht werden. (ORGONENERGIE)
Nochmals, was ist Geld? Der bloße Tausch von Gütern konstituiert noch lange keine Ökonomie. Diese tritt erst mit dem Schuldverhältnis in Erscheinung, das die Menschen auf Gedeih und Verderb aneinander bindet. Um dieses Schuldverhältnis aber irgendwie darstellen zu können, benötigt man universell tauschfähige Güter wie etwa das Gold, aus dem dann buchstäblich durch „Falschmünzerei“ das Papiergeld geworden ist, wie wir es heute kennen. Aber selbst mit diesem zweiten Schritt ist noch keine funktionsfähige Ökonomie gegeben, denn es fehlt ein universeller Wertmaßstab, d.h. genau das, was das Geld überhaupt ausmacht. Das, womit das Geld letztendlich gedeckt wird, ist die Arbeitskraft der Bevölkerung: damit ist das Geld ein bioenergetisches Problem. (Siehe dazu Reichs Ausführungen über Marx in Menschen im Staat.)
Dies ist es letztendlich auch auf den beiden vorangegangenen Ebenen, denn das Eingehen eines Schuldverhältnisses ist nur in einer Gesellschaft möglich, in dem Menschen „versprechen können“, d.h. letztendlich in der Lage sind, eine bioenergetische Spannung aufrechtzuerhalten. Gemeinhin spricht man in diesem Zusammenhang davon, daß jemand „Charakter hat“. Und auch was die materielle Substanz des Geldes betrifft, also letztendlich das Gold: die gesamte Ökonomie beruht auf dem Vertrauen, daß die „Zertifikate“, die ausgestellt werden, tatsächlich den nicht überprüfbaren Lagerbestand an realem Gold entsprechen. (Heute gibt es diese Golddeckung natürlich überhaupt nicht mehr.) Früher mußte man darauf vertrauen, daß das Papiergeld nicht gefälscht ist, d.h. nicht einfach gedruckt wurde, und heute geht es vor allem um die Frage, ob das Geld, das nur noch mittels Nullen und Einsen bei irgendwelchen Servern gespeichert ist, tatsächlich mehr ist als „Nullen und Einsen“.
Genau um diese in letzter Instanz charakter-strukturellen Fragen geht es bei der Euro-Krise, d.h. dem Konflikt zwischen dem protestantisch geprägten Nordeuropa und dem katholisch-„charakterlosen“ Südeuropa. Oder man betrachte die eigene Gesellschaft: die „charakterlosen“ jungen Leute von heute sind zu einem Gutteil nicht mehr „geschäftsfähig“, Vereinbarungen werden nicht eingehalten, es gibt nur das Hier und Jetzt. Die orgonotische Spannung, die etwa in der Natur dafür sorgt, daß sich die Biosphäre gegen die Gravitation wehrt, kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Das geht bis in die Körpersprache der Jugendlichen hinein!
Hier, bei der Frage nach der Charakterstruktur, gewinnt auch das Bedeutung, was nicht käuflich, nicht mit Geld aufgewogen werden kann, aber trotzdem die ganze „Geldwirtschaft“ trägt: die eigene Integrität. Sie ist die letzte Instanz, die das ganze Gebäude trägt. Ohne sie, ohne „den ehrlichen Kaufmann“, ohne intakte Familienstrukturen, ohne Werte, die alle bloß monetären Werte übersteigen, kann keine Wirtschaft langfristig funktionieren. Oder mit anderen Worten: das wahre Gold liegt im Herzen!
Schlagwörter: Arbeit, Arbeitskraft, Arbeitsstunden, Ökonomie, Dienstleistungen, Falschmünzerei, Güter, Geld, Geldwirtschaft, Gold, Golddeckung, Kredite, Marx, Marxismus, Papiergeld, Reich, Schlüsselreize, Schulden, Waren, Zahlungsmittel

4. Juli 2013 um 10:30 |
„aus dem dann buchstäblich durch „Falschmünzerei“ das Papiergeld geworden ist“
Aber stimmt das wirklich? Der Geld-Schein ist ein Wertpapier, welches durch physisches Geld ja durchaus gedeckt sein kann. Erst durch Fiat-Money, also reines Buchgeld, ändert sich die Lage. Aktien sind z. B. durch den Wert der Firma gedeckt. Papiergeld hat ja durchaus Vorteile, wer möchte schon mit 2 Kilo Gold ein Auto kaufen!?
4. Juli 2013 um 17:53 |
Ursprünglich entsprach Geld („Gold“!) nur eine Gewichtseinheit, die natürlich auch durch Papierbescheinigungen vertreten sein kann. „Mit diesem Beleg können sie sich im Lager 2 kg Kirschen abholen.“ Im Laufe der Zeit wurde aus dieser Bescheinigung „mehr“, d.h. die Bescheinigungen gewannen ein Eigenleben, „Goldmünzen“ hatten einen Bleikern, etc.pp. Daraus, d.h. nach einer langen Geschichte der Falschmünzerei (sozusagen „Substanzverlust“), wurde dann schließlich daraus das vollständig „substanzlose“ Papiergeld, wie wir es kennen. Die Mächtigen haben es von Anfang an geliebt, weil sie immer selbstherrlicher werden konnten, d.h. nicht mehr an wirkliches Gold und Silber gebunden waren. (Die Vertreter des Goldstandards verdrängen natürlich, daß es NIE eine 100%ige Golddeckung gab und auch nie geben wird, denn wer will die Deckung in jedem Einzelfall überprüfen? Trotzdem sind Edelmetalle als Wermaßstab unverzichtbar.)
20. Juli 2013 um 10:00 |
Gold steht nicht für Geld. Gold stammt von indogermanisch ghel: glänzend, gelb.
Anders beim Silber. Im Italienischen, Französischen und Spanischen können die Worte für Geld und Silber ausgetauscht werden. Das hebräische Wort kesepph steht für Silber als auch für Geld.
20. Juli 2013 um 12:00 |
http://kunstpädagogik.net/Gold_Geld_und_Gulden.html