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Frank-Reich (Teil 3)

11. September 2026

Boris Fraenkel gab zwei Ausgaben der Zeitschrift Partisans über Reich heraus („Sexualité et répression“, Nr. 32-33, 1966, und 66-67, 1972). Die letztere Ausgabe enthielt Übersetzungen mehrerer Aufsätze von Reich, Otto Fenichel und Karl Teschitz aus der Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie und des Reich-Bernfeld-Austauschs über „Der masochistische Charakter“ sowie Aufsätze verschiedener anderer Autoren. Beispielsweise Bertell Ollman und ein Johann Arnasson mit „Von Marcuse zu Marx“ und zwei Aufsätze über die Unterdrückung der Homosexualität von einem Pierre Hahn. Partisans wurde von François Maspero herausgegeben, einem kleinen linken Verleger, der durch die französische Ausgabe von Neills Summerhill bekannt wurde. Maspero veröffentlichte auch eine Übersetzung von Der sexuelle Kampf der Jugend.

Fraenkel stellte auch die Bibliographie für eine Ausgabe des Magazine littéraire (Nr. 74, 1973) zusammen, deren zentrales Dossier Reich gewidmet war. Die Ausgabe enthielt mehrere Beiträge von Personen, die sich für den Freudo-Marxismus interessieren: Constantin Sinelnikoff, Marc Kravetz, André Nicolas („Wilhelm Reich und die Arbeitsdemokratie“), François George („Reich, Freud et la psychanalyse“, kaum wohlwollend und in gewisser Weise ähnlich wie Guillebaud), sowie zwei Beiträge von Fraenkel selbst: „Repères biographiques“ (S. 12-13) und, wie erwähnt, eine Bibliographie (S. 14-18). In „Repères biographiques“ sagt Fraenkel fast nichts über Reichs orgonomische Forschung: „1934-1939: Aufenthalt in Oslo. WR wendet sich einer Art Bio-Energetik zu“ und „1954: Die FDA leitet ein Verfahren gegen ihn wegen illegaler Ausübung der Medizin ein“.

Fraenkel sagt auch, daß die französische Veröffentlichung von The Function of the Orgasm (1942) im Jahr 1952 völlig unbemerkt blieb, was bei La crise sexuelle (eine Übersetzung von 1934 des 1930 erschienenen Reich-Buches Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral, aus dem dann Die sexuelle Revolution wurde, gefolgt von einer Kritik durch den Kommunisten Sapir) nicht der Fall war. Ein Teil von The Function of the Orgasm war 1950 in der französischen psychoanalytischen Zeitschrift Psyché veröffentlicht worden. Die zweite Auflage von 1967 mit 3000 Exemplaren war jedoch schnell ausverkauft und Fraenkel lobt sich selbst dafür, daß er einer der ersten war, der sie verbreitete. Er merkt auch an, daß die französische Übersetzung von Die sexuelle Revolution (1968) besser ist als die in anderen Sprachen, weil der Übersetzer, der Freudo-Marxist Sinelnikoff, mit der Nachlaßverwalterin Higgins darum gerungen habe, dem Original so treu wie möglich zu bleiben.

Auf S. 17 des Magazine littéraire schreibt Fraenkel: „Von einem bestimmten Zeitpunkt an ebnete Reich alles immer mehr ein, politisch und persönlich.“ „[I]n diesem Zustand verstümmelte er seine frühere Arbeit und ging sogar so weit, sie in einigen Fällen schlicht und einfach zu fälschen.“ Mehrere Autoren haben Reich für seine ausgereiften gesellschaftspolitischen Ideen angegriffen, aber, soweit ich es überblicke, hat nur Fraenkel von Fälschung gesprochen. Über die 3. Auflage von Charakteranalyse schreibt er, sie sei ein „typisches Beispiel dafür, wie es Reich in der letzten Periode seines Lebens gelang, sich in den Augen einer ernsthaften und reifen Öffentlichkeit zu diskreditieren“ (S. 15). Und er äußert sich positiv über die Studie eines deutschen Trotzkisten, „der mir in seiner Kritik an Wilhelm Reich auf höchstem Niveau zu sein scheint“: Helmut Dahmer.

Einer der Autoren erwähnt einen Artikel von Claude Revault d’Allonnes aus dem Jahr 1971 (eine Psychologieprofessorin, damals bereits Dozentin – maître de conférences). Ich konnte ihn in der Rubrik „Die Jugend verstehen“ in der Zeitschrift Preuves, Nummer 8 der neuen Reihe, 1971, S. 81-92, lesen. Der Titel lautet „Pourquoi ils se passionnent pour Wilhelm Reich“ („Warum sie von Wilhelm Reich fasziniert sind“, gefolgt von „Lange Haare: mehr als eine Mode“). Der Aufsatz enthält einige gute Argumente, indem er beispielsweise die Entwicklung der sexuellen Normen, die in Richtung der sexuellen Revolution gehen, der Haltung der Behörden von 1968 gegenüberstellt, die die Forderung nach einem Miteinander der Geschlechter an der Universität von Nanterre nur für eine Laune hielten. Frankreich war damals ein Land mit einer sehr konservativen Moral, und der Mai 68 hatte auch gute Seiten. Aber selbst danach wurde ein Philosophielehrer mit festem Lehrauftrag entlassen, weil er im Unterricht Reichs Ideen diskutiert hatte.

Zu den Autoren derselben Ausgabe von Preuves gehörten François Mitterrand (der Reich in seinem 1978 erschienenen Buch L’Abeille et l’Architecte, dt. Titel: Die Biene und der Architekt, erwähnte), Chevènement (mehrfacher Minister in den sozialistischen Regierungen), Paul Stehlin, der damalige Pariser Abgeordnete, usw.

Revault d’Allonnes sagt, sie habe bemerkt, daß sich die Studenten viel häufiger auf Reich als auf Marcuse bezogen, „um ihre Kämpfe zu führen“. Sie luden sie auch ein, über Sexualität zu sprechen.

Frank-Reich (Teil 2)

10. September 2026

Praktisch alle französischen Reichianer waren entweder Trotzkisten oder Anarchisten (Gian Laurens, Gérard Guasch, Jacques Lesage de la Haye). Was speziell die Trotzkisten betrifft:

Der Einfluß des Trotzkismus war (…) immer größer als der seiner Organisationen. Sein Beitrag zu den Debatten über den Antikolonialismus sowie zur Analyse der UdSSR und des bürokratischen Phänomens ist unbestreitbar. Wir finden zahlreiche Trotzkisten oder ehemalige Trotzkisten in verschiedenen Bereichen wie Geschichte (Pierre Broué, Jean-Jacques Marie, Jacques Kergoat), Philosophie (Boris Fraenkel, Jean-Marie Vincent, Henri Malher, Daniel Bensaïd), Wirtschaft (Ernest Mandel, Isaac Johsua, Pierre Salama, François Chesnais), Soziologie (Pierre Naville, Claude Lefort, Pierre Fougeyrollas, Jean-Marie Brohm), Politikwissenschaft (Denis Berger, Philippe Corcuff, Enzo Traverso), Mathematik (Laurent Schwartz) und auch in den Medien. Ganz zu schweigen von der Politik, vor allem in der grünen und in der sozialistischen Partei.

Aus „La France, Trotski, les trotskismes“ von Jean-Guillaume Lanuque und Claude Pennetier, Le Monde, June 13, 2001. Michel Dreyfus, Lanuque und Pennetier sind die Co-Autoren von Maitron, dictionnaire biographique du mouvement ouvrier („Biographisches Wörterbuch der Arbeiterbewegung“).

Diesem Beitrag folgt ein kurzer Kommentar mit dem Titel „Qu’est-ce que l’entrisme?“ („Was ist der Eintritt?“) über die trotzkistische Taktik, eine Krise in einer linken Partei herbeizuführen und schließlich eine Abspaltung ihrer radikaleren Elemente zu bewirken. Beispielsweise in der französischen KP in den 1950er Jahren, in der britischen Labour Party und in jüngerer Zeit in der französischen Sozialistischen Partei und den Gewerkschaften. (Übrigens hat Reich mit seinen „Revolutionären Sozialdemokraten“ Ende der 1920er Jahre das gleiche in der SDAP probiert!)

Im Frankreich der 1990er Jahre waren die Trotzkistischen Parteien: Lutte ouvrière (Arbeiterkampf, eine Organisation, die aus den Maiunruhen von 1968 hervorging), die Ligue communiste révolutionnaire (Revolutionär-kommunistische Liga 1974 bis 2009) und die Parti des travailleurs (Arbeiterpartei, gegründet von Lambert, auf den ich gleich zurückkommen werde, 1991 bis 2008). Die beiden erstgenannten Parteien stellten bei den Präsidentschaftswahlen 1995 eine gemeinsame Kandidatin auf, Arlette Laguiller, die über 5 % der Stimmen erhielt.

Der oben angeführte Boris Fraenkel (1921-2006), ein Jude aus Danzig, behauptete, er sei derjenige, der 1968 „Herbert Marcuse und Wilhelm Reich in Frankreich eingeführt“ habe. Fraenkel hatte Reichs „Unterschiede zwischen liberalistischer Sexualreform und revolutionärer Sexualpolitik“ (Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie, 1935) bereits in den 1930er Jahren übersetzt (La Rentrée, Oktober 1938). Daher galt er als Autorität in Sachen Reich und wurde von den Studenten in Nanterre (Stichwort Daniel Cohn-Bendit) eingeladen, 1968 einen Vortrag zu halten.

Vielleicht erinnern sich einige an den Skandal um den vor kurzem verstorbenen Sozialisten Lionel Jospin im Jahr 2001: „Moi, Boris Fraenkel, professeur de trotskisme de Lionel Jospin“ von Claude Askolovitch, Le Nouvel Observateur, 7. Juni 2001. Er war von 1997 bis 2002 Premierminister.

Fraenkel war zunächst in einer zionistisch-kommunistischen Bewegung (Hachomer Atzair) aktiv. Als Staatenloser wurde er im Juni 1968 von den französischen Behörden ausgewiesen, doch seine französische Freundin und eine christliche Vereinigung sorgten dafür, daß er zurückkehren konnte. Er war einer der Gründer der OCI (Organisation communiste internationaliste), zusammen mit Pierre Boussel, alias „Lambert“. Der bereits erwähnte Lambert, ein alter Trotzkist, war einst ein Präsidentschaftskandidat, wenn auch ein sehr erfolgloser, aber er wurde immerhin von Chirac nach dessen Wahl 1995 empfangen. Ich weiß dies aus einem sehr interessanten Interview von Stéphane Courtois, Autor von Das Schwarzbuch des Kommunismus, das in Le Figaro erschienen ist, in dem Courtois die versteckten Taktiken der Trotzkisten und insbesondere von Jospin erörtert und darauf hinweist, daß wir immer noch nicht wissen, welche Beziehungen Premierminister Jospin derzeit (bzw. natürlich zur damaligen Zeit) zu den Trotzkisten hat. Die OCI, die Organisation, die Jospins Werdegang prägte, war offenbar die geheimste und rigideste trotzkistische Gruppe in Frankreich. Immerhin erinnert uns Jean-François Revel in La connaissance inutile („Die Flucht vor der Wahrheit“) daran, daß die offizielle Bibliographie der Sozialistischen Partei, die in den 1970er Jahren unter Jospin, dem damaligen Parteisekretär, veröffentlicht wurde, Titel von Marx und Lenin enthielt.

Aber zurück zu Fraenkel: Er wurde 1966 aus dem OCI ausgeschlossen und sagt, er habe keine weiteren Treffen mit Jospin gehabt. Interessanterweise ist 1966 das Datum, an dem Fraenkels Essay „Für Reich“ in Partisans veröffentlicht wurde. Soweit ich weiß, zirkulierte sein Essay über Reich um diese Zeit auch in deutscher Übersetzung als Mimeographie und war möglicherweise der erste Text, den viele in Deutschland über Reich lasen!

„Fraenkel war der große Priester des ‚Freudo-Marxismus‘, im Namen, wie er sagt, ‚der wissenschaftlichen und revolutionären Wahrheit‘“ (Askolovitch). Im Jahr 1963 übersetzte er Marcuses Eros und Zivilisation (mit Jean-Guy Nény, eine vom Autor überarbeitete Übersetzung). Er war auch für sein Interesse an Reich bekannt, da er der Lehrer von Jean-Marie Brohm war, der 1968 zur Veröffentlichung von Die sexuelle Revolution beitrug (es gibt eine Dankesnotiz für ihn und für Daniel Guérin). In Jean-François Revels Without Marx or Jesus (1970) findet sich sogar ein (Maurice Thorez kritisierendes) Zitat aus einem von Brohms Veröffentlichungen in Partisans: „Der Kampf gegen die sexuelle Repression“. Im Jahr 2000 hat Brohm den Artikel „Sur la psychologie de masse du fascisme“ in der linken antifaschistischen Zeitschrift Mauvais Temps (Schlechte Zeiten) veröffentlicht.

Email (immanente Kritik) 2010

3. September 2026

Email (immanente Kritik) 2010

Reich in der Diskussion (Teil 5)

23. August 2026

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Stimmen zu den Linksreichianern Fritz Erik Hoevels und Andreas Peglau:

Hoevels: Wilhelm Reichs Beitrag zur Psychoanalyse (2001)

David schrieb 2014: Diese Charakterdeformation ist untrennbar mit Verachtung verbunden, die Folge davon ist,

… daß wir Energie vom Becken zum Gesicht hinaufziehen, so daß wir uns überlegen fühlen. Verachtung ist im Grunde eine Ablehnung des Genitale und wird gegenüber einem Objekt ausgedrückt, das wir für sexueller als uns selber halten, oder gegenüber jenen, die sich in sexueller Hinsicht von uns unterscheiden. Das gilt immer, ganz gleich, was oberflächlich der Grund für die Verachtung zu sein scheint.

Mir ist – betreffend Verachtung – auch sehr wohl das Gegenteil von dem oben Gesagten vertraut. Hiermit meine ich Menschen, die man als „muskel-orientiert“ oder „konservativ“ bezeichnen könnte.
Die verachten – zu Recht – den Sozialisten, den Intellektuellen. Sie verachten auch den Homosexuellen.
Anders ist es gar nicht erklärbar, dass viele Arbeiter sich zu den Rechtsradikalen hingezogen fühlen.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) hieß nicht nur so. Sie war es auch.
Gegenüber manchen Menschen in eher homophoben Kreisen geschieht es, wenn ich mich zu erkennen gebe, dass diese Menschen ihre Einstellung ändern. Es handelt sich um Menschen, die bisher einen Homosexuellen nie persönlich kannten.
Genau so wie Hamed Abdel-Samad als junger Mensch nie einen Juden persönlich kannte und deshalb glaubte, was ihm Gesellschaft und Schule in Ägypten über Juden erzählten.

Robert: Bei den Salonkommunisten im Westen fällt auf, dass sie immer nur die Redefreiheit der Demokratie ausnutzen, aber nie Anklagen, dass sie selbst in ihrem kommunistischen Paradiesen im Lager landen würden.

Robert 2016: Ich habe mich seit 1977 mit Hoevels beschäftigt, las zuerst seine Broschüre über den Ödipuskomplex, abonnierte später die Ketzerbriefe und System UBW, las viele Bücher aus dem Ahriman-Verlag etc. Ich habe viele gute Anregungen erhalten, mich z.B. mit der Evolutionsbiologie zu beschäftigen oder mit präkolumbischen Kulturen.
Ich war in den Achtzigern in einem Freud Lesekreis der MRI, kam an einem Nachdruck der Diplom-Arbeit (?) über das obige Buch (Reichs Beitrag) heran, was ich also schon Jahrzehnte früher lesen konnte.
Obwohl ich viele Ansichten Hoevels Teile (z. B. des Monoimperialismus), war für mich irgendwann eine Sackgasse erreicht, nämlich als mir klar wurde, dass die hoevelsche Utopie nichts weiter als eine Art trotzkistischer Diktatur auf mechano-biologischer Grundlage sein würde.
M. E. spricht Pirincci die Wahrheit inzwischen viel klarer aus, zumindest was Deutschland betrifft, obwohl man die Schnittstelle jetzt nicht gleich erkennt. Aber in den Ketzerbriefen gab es viele unterdrückte Nachrichten, z. B. über das Gesundheitswesen, allerdings war immer der US-Imperialismus daran Schuld (was tlws. stimmen mag, siehe TTIP). Jedoch die Aussaugung des deutschen Volkes durch Einwanderer östlicher und südlicher Herkunft wurde nicht thematisiert und das konnte ich persönlich manchmal erfahren genauso wie die linke masochistische Deutschenhasserei und Islamvergötterung.
Jede Wissenschaft oder jedes Gedankensystem wird durch die Panzerung des Interpreten gefiltert und geformt; so wird der Freudo-Marxismus zum hoevelschen und die Orgonomie zum nasselsteinschen Prokrustesbett.

Weiter mit:

Peglau: Unpolitische Wissenschaft? (2013)

2009 schrieb David: „Im Neuheidentum des deutschen Nationalsozialismus brach sich das vegetative Leben abermals Bahn. Der vegetative Wellengang wurde von der faschistischen Ideologie besser erfaßt als von der Kirche.“

… und besser als von den Kommunisten / Sozialisten, deren Bewegung wie ich glaube ebenfalls „abgebogen“ wurde. Nicht erst Stalin, schon Lenin verbreitete die Ansicht, die „Arbeiter“ seien dumm und sie selber, die Bolschewiki, seien ihnen intellektuell – „Kopf“ – weit überlegen, sie seien die Elite, sie müssten daher die Arbeiter führen, müssten ihnen das kommunistische Bewusstsein injizieren anstatt des gewerkschaftlichen „trade-unionistischen“ Bewusstseins, das sie von sich aus hätten.

Dazu Peter: Man muß noch weiter zurück bis zu den Quellen. Ich zitiere aus meinem Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie:

Nicht von ungefähr war „Zentralisation“ der Leitbegriff des Kommunistisches Manifests. Aus dem Wahn heraus der Geist, also ein Geist, könne alles überblicken, mußte sich logisch der Personenkult um das zentrale „Superhirn“ entwickeln (Marx, Lenin, Stalin, Mao, Castro, Abimael Guzman, etc.). Bereits in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie von 1844 sagt Marx in seinem typischen verquasten Stil, „der Kopf“ der „menschlichen Emanzipation“ sei „die Philosophie, ihr Herz das Proletariat“. „Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen (…) Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht aufheben ohne die Verwirklichung der Philosophie“ (z.n. 26:93). Der „Masse“ fehle völlig, so Marx im Kommunistischen Manifest, die theoretische Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate ihrer Befreiung.

Das ist einer der Gründe, warum ich bei kommunistischer „Antifa“ säuerlich aufstoßen muß.

David: Theoretisch hatte z.B. Mao eine ganz gute Idee, nämlich die Sache mit den Dorf-Hochöfen. Eisen bzw. Stahl sollte dezentral hergestellt werden.
Tatsächlich ist dann etwas Unerwartetes geschehen. Es konnte nicht die gleiche Qualität hergestellt werden wie in den Stahl- und Hüttenwerken der Sowjetunion oder des Westens.
Hier kommen wir in ein Gebiet was möglicherweise allein mit der herkömmlichen Wissenschaft nicht so leicht erklärt werden kann. Gewisse Prozesse sind nur im Großen möglich, oder nur im Großen gelingen sie so gut wie wir sie kennen. So kann zum Beispiel Ammoniumnitrat im Labormaßstab nicht zur Explosion gebracht werden; es zerfällt bei Erhitzen LANGSAM zu Distickstoffoxyd (Lachgas). Dieselbe Reaktion aber trat in den zwanziger Jahren bei einem großen Chemieunfall bei der BASF explosionsartig ein.
Also muss jede / jeder, die / der die Welt verändern will, den Armen helfen will, usw., mit der Realität in Kontakt bleiben, wozu Kommunisten normalerweise nicht willens und vielleicht auch nicht fähig sind.
Eine Ausnahme mag vielleicht die Einführung der „Neuen Ökonomischen Politik“, das Wieder-Erlauben von privaten Kleinunternehmen durch Lenin sein. Offenbar begriff Lenin, dass mit einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung und anderen wichtigen Dingen nicht möglich ist.
Wie, wann und warum die NEP wieder abgeschafft wurde, ist mir nicht ganz klar, ich glaube aber es ist noch vor Übernahme der Macht durch Stalin, also noch unter Lenin gemacht worden. Offenbar ging Lenins Bereitschaft, sich nach der Realität zu richten, wieder verloren.

Peter: Mao hatte auch die gute Idee, alle Vögel in Peking von den Roten Garden töten zu lassen. Seine Überlegung war, daß sie zu viel Getreide aufpicken. Ergebnis war eine Insektenplage. Reich hat gegen derartigen Wahnsinn sein Konzept der Arbeitsdemokratie gesetzt: jene Leute bestimmen, die wirklich im Arbeitsprozeß drinstecken und deshalb abschätzen können, was passieren wird, wenn man eine Maßnahme ergreift. Lenin hat die NEP durchgesetzt, und die Maoisten haben später entsprechendes getan, weil das Land schlichtweg vor dem ökonomischen Kollaps stand. Man hat die Fachleute (die „Kapitalisten“) wieder gewähren lassen – und dann nach getaner Arbeit erschossen. Das wird in China und im modernen Rußland nicht mehr geschehen, vielmehr geht das ganze System in einem undurchdringlichen Gewirr von Wirtschaftskriminalität auf.

Robert 2013: Gustav Hans Graber war später einer der Pioniere der pränatalen Psychologie, er vertrat so etwas wie eine Misch-Typenpsychologie von Jung und Freud. Seine Bücher sind heute noch lesenswert.

O.: Das „Fremde“ muss hier wohl eher als „Nicht-Ich“ als identifiziertes Elternteil aufgefasst werden und das Selbst soll diesen Teil des Ich abspalten. Das wäre inhaltlich an der Charakteranalyse orientiert mit einem anderen Lösungsansatz als Reich es vorschlug. –
Das Selbst könnte den Kern „psychisch repräsentieren“. Das wäre natürlich alles nur Psycho-Gefasel, aber immer hin an Reich angelehnt.

David 2013: Kontaktlosigkeit – ist da auch folgendes gemeint:
Wenn beispielsweise ein Vater befürchtet, er könne vielleicht auf seine Tochter einen inzestuösen Übergriff begehen – oder falls er tief unbewusst soger wünscht, das zu tun, könnte es dazu kommen, dass er jede, auch jede anständige freundschaftliche Berührung der Tochter vermeidet.
Der Schweizer Arzt Samuel Widmer hat über diese Dinge geforscht und er hat das den „Ehrbaren Inzest“ genannt. Samuel Widmer ist auch als Halluzinogen-Forscher bekannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Widmer#Das_Inzest-Tabu [ist auf Wikipedia nicht mehr zu finden!]

O.: Welches Problem hinter einem „Inzestwunsch oder -gedanken“ steht, wird regelmäßig unbeachtet gelassen oder nicht erkannt.
Hier wird zumindest einmal Freuds (für mich) falsche These des Ödipuskonfliktes richtig gestellt. Nicht die Tochter begehrt den Vater, sondern umgekehrt.
__________________
Konia folgt dem Tenor der „modernen“ Körperpsychotherapeuten, die eine Zunahme der frühen Ströungen zu erkennen glauben. Letztere begründen dies mit ihrerer „Narzissmustheorie“, Konia mit „Kontaktlosigkeit“ (ouklare Blockierung).

Sebastian 2013: Helmut Dahmer wiederholt seit Jahrzehnten seine fruchtlose Kritik. Das Einzige, was er zu sagen hat, ist, dass Reich weder Freud noch Marx ist, was Reich aber selbst stets betonte. Worin liegt also der Erkenntnisgewinn seines Schreibens? Zudem stellt er die Theorie Reichs negativ dar, ohne sich auch nur die geringste Mühe zu geben, das sachlich zu begründen. Die Frage, die Dahmer unbeantwortet lässt, lautet: WAS für FAKTEN sprechen gegen diesen „naturalisierenden“, „technisierenden“ Ansatz?
Seine Botschaft ist, dass Reich weder Freud noch Marx verstanden hat und sein (Reichs) eigener Ansatz sich ideologisch im Technizismus und Naturalismus verrannt hat. Er will Reich restlos zerstören. Warum darf so jemand die Einleitung von Peglau’s Buch schreiben?

Peter: Dahmer ist halt Experte in Psychoanalysegeschichte und Peglau ist stolz darauf, mit Leuten fruchtbar („arbeitsdemokratisch“) zusammengearbeitet zu haben, die seiner Einschätzung Reichs teilweise diametral entgegengesetzt sind.

O.: Nun wenn Prof. Dr. H. Dahmer (bekannt geworden unter Mitscherlich) einen Herrn Peglau kennt, ist dies schon eine Ehre, folglich geht es um „Anerkennung“ (!), die Mutter aller falschen Motive. Damit ist er auch für die „Reichszene“ attraktiv und er kann sich mit ihnen schmücken und umgekehrt.
Außerdem verlegt er im Psychosozial Verlag Gießen, was nach Beziehungen aussieht, die er sich wohl erarbeitet haben wird.

Sebastian: Ich habe mir nochmal den Aufsatz des Soziologen Helmut Dahmer in Birgit Johlers „Wilhelm Reich Revisited“ durchgelesen und möchte den kurz besprechen.
Dahmer kritzelt seit 40 Jahren irrational über Reich herum. Eine gewisse Genugtuung scheint es ihm zu bereiten, dass die Faszination für Reich seit der Studenten- und Jugendbewegung erloschen ist und seine „skurrilen Züge deutlicher präsent“ sind, obwohl er sich wundert, dass immernoch Reich-Biografien und -Monographien erscheinen. Dahmer versucht Reich nicht durch Klatsch und Tratsch über sein Privatleben zu zerstören, wie zB Christopher Turner, sondern durch die Beurteilung seines Werkes, vor allem seiner „Metatheorie“ aus Psychoanalyse und Marxismus.
Dabei überschreitet Dahmer erstens immer wieder die Grenze seines soziologischen Fachgebietes, was ja nicht schlimm wäre, wenn er sachliche Argumente dafür hätte. Da man sich in der wissenschaftlichen Gemeinde etabliert hat, hat man es aber zweitens nicht nötig sich mit lästigen Fakten herumzuschlagen. So werden Fakten zu „glücklichen Einfällen“ und „vorschnellen Generalisierungen“ und technische Weiterentwicklungen und soziale Konsequenzen aufgrund neuer Faktenlage zu quasi aus der Luft gegriffenen „Erfindungen“ oder „faszinierend einfachen Lösungen“, die anschließend „dogmatisiert“ werden.
Diese unwissenschaftliche Vorgehensweise praktiziert Dahmer seit 40 Jahren, ohne den geringsten Skrupel. Wer nicht mit sachlichen Argumenten überzeugen kann, der muss mit Plakaten um sich schmeißen. Reich hätte zwar dies und jenes „versucht“, aber sei daran letztendlich „verzweifelt“. Was übrig bleibe, sei ein „revolutionärer Arzt“ und „wunderlicher Naturforscher“, auf theoretischem Feld ein „Pamphletist und Säbelfechter“, ein „Sexualutopist“ und „Naturromantiker“, der über die „kosmische Lebensenergie Orgon“ „spekulierte“ bzw. „quacksalberte“.
Sein ganzer Hass richtet sich ganz offen gegen die Orgasmustheorie. Reich „überhöhe“ bzw. „fetischisiere“ die genitale Sexualität zu einem „naturgegebenen Ziel“ und hätte damit die „gegenwärtige Sexualökonomie“ vorweggenommen. Die Realität hätte ihn widerlegt. Für Dahmer ist Genitalität unnatürlich bzw. „pseudonatürlich“, weil das, was vergesellschaftet ist, niemals Natur sein kann. Ein rotes Tuch beim Orgasmus ist für ihn die Bewusstseinsverdunkelung, die reflexionslose Ungehemmtheit, die vergleichbar mit dem Schlaf ist. Dagegen sieht er gerade in der Reflexion in Verbindung mit Arbeit und Klassenkampf die Lösung der Probleme unseres Zeitalters. Die gegenwärtige Sexualökonomie nennt er gemäß Herbert Marcuse „repressive Entsublimierung“, dh, dass sozusagen keine Energie mehr für Sublimierung bzw. Kultur bzw. Gegenkultur übrig ist, wenn man ständig Sex hat.
Wenn man sein bisheriges Wirken oberflächlich anguckt, ist sein gesamtes Werk ein Gegenan gegen alles und jeden. Abweichen („Divergieren“) um jeden Preis in seiner prägenitalen, emotionslosen, intellektuell hypertrophierten Welt.
Worin hat Dahmer recht? Er sieht genauso wie die ACO Orgonomen (und wie Reich es auch gesehen hätte), dass die gegenwärtige Sexualökonomie Mist ist. Er übersieht, dass es sich bei der gegenwärtigen um eine ungeordnete Sexualökonomie handelt und er hat vor 40 Jahren wie heute nicht den Unterschied zwischen Prägenitalität und Genitalität verstanden.
Außerdem kritisiert er an Reich, dass sich seine Theorie „wenig zur Analyse der Entwicklung sozialer Systeme“ eignet. Dabei hat er die 60er Jahre vor Augen, die Reich tatsächlich nicht vorschwebte. Allerdings finden sich genug Hinweise verstreut in seinem Werk, die eine solche Transformation erklärbar machen. Das haben seine Nachfolger vom ACO überzeugend getan.

Peter: Was will Dahmer eigentlich? Er “betont die Bedeutung der angestrebten »Freien Assoziation« bei Marx (der Individuen) und Freud (der Gedanken)“ https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/205225.soziale-leiden.html
Auf so etwas muß man erstmal kommen! Die freie Assoziation bei Marx und Freud!
Mein Gott, mit Kategorienfehlern fängt Wissenschaft vielleicht an („Inspiration“ durch Verknüpfung von Dingen, die zuvor niemand verknüpft hat), aber bei Dahmer endet sie so. „Die freie Assoziation bei Marx und Freud“! Lol.

Peter: Hier, so sieht die freie Assoziation nach Marx und Freud konkret aus:

Eines meiner Lieblingslieder. DAS waren noch Schlager!

O. 2013: Wie es allen bekannt sei müsste, die sich mit der Geschichte der Psychologie auseinandergesetzt haben, hat C. G. Jung sich schon 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers zum Führer schriftlich bekannt. Er unschied die arische (Psychologie) von der jüdischen Psychoanalyse und übernahm die führende Rolle (mit anderen) für die Psychologie im Nationalsozialismus. Freud und Reich wurden so verdrängt. Dennoch wurden gerade Freud und Reich bis ins Detail von den´Nationalsozialisten gelesen und verstanden! – Diese Haltung gilt ungebrochen bis in die Adenauerzeit und bis heute in der Psychologie, jedoch spricht man heute weder von Jung oder Reich, auch Freud wird mit Naserümpfen erwähnt. Der angebliche Positivismus und die „objektive, wissenschaftliche“ Haltung habe mit der Verhaltensmedizin (VT) eine „politische Psychologie“ (auch bezugnehmend auf Reich oder den Nationalsozialismus) überwunden und mit ihr quasi nichts mehr zu tun.
Das Bekenntnis zu Jung – und damit unweigerlich zum Nationalsozialismus – kommt in der psychologischen Literatur in Form von harmlosen Jungzitaten vor. Hiermit hisst man die NS-Fahne, ohne sich hierzu öffentlich bekennen zu müssen und kann Karriere machen. Die Verhaltenstherapie lehnt die (jüdische) Psychoanalyse kategorisch ab, trennt sich aber nicht und äußert sich nie kritisch gegenüber Jungs arischer Psychologie/ „Analyse“.
Die neuere Generation von Wissenschaftler weiß hierum selbstverständlich und versucht Jung nicht mehr die Bühne und Ehre zu geben, um eben nicht in denselben Verdacht zu geraten, aber ihre geistigen Väter sind natürlich dieser Tradition verbunden.
Es wundert also gar nicht das Deutschland gemäß dem 3. Reich in der Psychologie wieder einen eigenen Weg geht und alle anderen (jüdisch anmutenden) Methoden verdrängt, sagen wir es offen ausmerzt.
Dies müsste auch so bei Peglau stehen, wenn er nicht hierzu zu feige wäre.

Peter liest die Übersetzung REICH ÜBER FREUD (Teil 2)

26. Juli 2026

Hier ein weiteres Beispiel, dafür, wie die beiden Editionen voneinander abweichen: „It drove me into the world outside, into sociology. From now onward, the great question was: ‘Where does that misery come from?’ And, here, the trouble began. While Freud developed his death-instinct theory…” (Higgins/Raphael, S. 42). Deutsch: „…in die Welt hinaus, d.h. in die Soziologie. Dort fing es an. In der Welt da draußen. ‚Woher kommt dieses Leid?* Während Freud seine Todestheorie entwickelte…“ (Psychosozial, S. 60f). In der Fußnote heißt es: „* Hier ist im Orinaltext eine handschriftliche unleserliche Anmerkung [Anm. d. Übers.].“ Haben Raphael und Higgins sie entziffert? Warum haben die Übersetzer das nicht übernommen? Frust!

Beispielseise finden sich auf S. 61f der deutschen Übersetzung Sätze, die ich das erste Mal in meinem Leben lese, was nichts anderes bedeutet, als daß Higgins und Raphael eine zusammengestrichene Version des Interviews veröffentlich haben (Higgins/Raphael, S. 43f). Und zwar Passagen, die zentral sind, um die Auseinandersetzung zwischen Reich und Freud zu verstehen. Oder man nehme in Bezug auf C.G. Jung: „He really meant the energy in the universe, a universal libido“ (Higgins/Raphael, S. 88). In der deutschen Ausgabe lerne ich erst jetzt, daß Reich das deutsche Wort „All-Libido des Weltalls“ verwendete (Psychosozial, S. 95), etwas was Raphael und Higgins einfach unterschlugen. Das ist unterhalb jedes akademischen Niveaus! Oder Reich erwähnt in der deutschen Ausgabe, er habe sein Bild vom „Reh auf dem Feld“, während sich die Feinde des Lebens im Gebüsch verstecken, schon einmal gebrauch, vielleicht „irgendwann im Jahre 1930“ (Psychosozial, S. 105). Das ist wichtig, weil es über zwanzig Jahre beispielsweise in Christusmord wiederuftaucht. Davon kein Sterbenswort bei Higgins und Raphael (Higgins/Raphael, S. 101).

Ich muß bei sowas immer daran denken, was Higgins in ihrem Vorwort zu Reichs Ausgewählte Schriften (S. 10) aus dessen Testament ausdrücklich zitiert hat: „daß unter keinen Umständen und unter keinem Vorwand irgendein Dokument, Manuskript oder Tagebuch (…) geändert, gekürzt, zerstört, ergänzt oder sonstwie verfälscht wird“. Auf S. 111 der Higgins-Edition fehlt ein ganzer Absatz – ohne jedwede editorische Anmerkung (siehe Psychosozial, S. 114)! Und ich habe das ganze nur stichprobenmäßig geprüft. Es ist schlichtweg UNGLAUBLICH, was das Horrorteam Higgins/Raphael sich da geleistet haben. EINE ABSOLUTE FRECHHEIT!!

Und dann sind da Rätsel wie: „I wasn’t promiscuous. I did not do immoral things. In general, it was always clean and clear“ (Higgins/Raphael, S. 111). „Ich war nicht promiskuitiv. Ich tat nichts Unmoralisches. Natürlich geschahen Dinge, die nicht ganz so menschlich waren, aber im Allgemeinen war alles immer sehr sauber und klar“ (Psychosozial, S. 114). Man sieht: Higgins und Raphael haben den Text verstümmelt, gleichzeitig fragt man sich aber, ob man der deutschen Übersetzung trauen kann! Es geschahen Dinge, die „nicht ganz so menschlich waren“? Hä?!

Oder Higgins/Raphael, S. 113-115 – mit Ergänzungen aus der Psychosozial-Edition, S. 116-118 (hier fett gedruckt):

When I worked in the socialist and the communist groups in Vienna from 1927 to 1930, the analysts said that I was a communist. It was a handy tool for my enemies, you know. I wasn’t a communist. I wasn’t a Marxist. I understood Marx, but I saw that Marxism, as I proved in my writings, was insufficient to handle the problems. Das hat stark mit Freud zu tun. Ich habe dies sehr oft und tiefgehend mit Freud in den Jahren 1927 bis 1928 besprochen. Gleich nach dem Aufstand in Österreich, am 15. Und 16. Juli. Damals entschied ich, etwas in der sozialen Szene [„soziale Szene“?!, PN] zu tun. Zuerst gab es Freud und Federn. – haben [sic!] Sie die Papiere, die Dokumente, die Briefe von 1933 gesehen, in denen Federn mich bittet, in Österreich nicht mehr vorzutragen? Haben Sie sie gesehen?

Dr. E.: Ich erinnere mich an sie.

But the analysts were already afraid of the „social consequences.“ If I had known where it would lead, I would have been afraid, too. But I didn’t, you see. I was determined to go right after the problem. There was the marriage situation. Infantile genitality. The puberty, the adolescent situation. These are the crucial points of mental hygiene. I am still at it. But, this time, on a much deeper level, much deeper. I don’t work on the psychological level anymore. It is biology, today, die Biologie der Menschheit.

Now, about the communists: I was never a communist in the usual sense. I was never a political communist. I would like to have that fully on record. Never. Oh, yes, I worked in the organization. I worked with them. I believed that capitalism was bad, but I don’t believe, today, that the misery stems from capitalism. The misery is older than capitalism. Aber ich war niemals Kommunist – ich war niemals ein politischer Kommunist. I tried hard to get psychology, especially psychoanalytic psychology, into sociology. And I succeeded. I don’t say that I did it all, of course. Bernfeld began it about 1925, but he dropped it. I continued in 1927. Haben Sie Fragen?

Dr. E.: Nein.

Dr. R.: Und ich war niemals Mitglied der Kommunistischen Partei. In Austria, I worked with the communists, but I was in the Arbeiter Hilfe. Erinnern Sie sich?

Dr. E.: Ja.

In Germany, I belonged to the socialist physicians under Simmel. I worked with the communist faction because of the new laws in Russia—the sexual laws. Freud was all for it. Today, everybody is for it except the Russians, who dropped it long ago. Und wie es damals im sowjetischen Rußland war, ist es heute in den USA eine Tatsache. Ist das klar? Nicht alles wurde rückgängig gemacht, aber das meiste. Somehow, the world has split up. You see, there was this tendency in the late twenties to unite psychology and Marxism, or psychoanalysis and Marxism. Erinnern Sie sich daran? Das war Ende der 20er Jahre.

Email (Paraphilosophie) 2008

21. Juli 2026

Email (Paraphilosophie) 2008

Der Begriff „Funktion“

5. Juli 2026

Funktionalismus liegt vor, wenn man das Teil vom Ganzen her betrachtet. „Welche Funktion hat das Herz?“ Energetischer Funktionalismus liegt vor, wenn die jeweilige Funktion insbesondere vom Energiehaushalt her betrachtet wird. „Die Funktion des Orgasmus.“ Der orgonomische Funktionalismus entstand mit der Entdeckung der Orgonenergie, deren Grundcharakteristik ein autonomes spontanes Funktionieren ist, das beispielsweise im orgonomischen Potential und in der kosmischen Überlagerung zum Ausdruck kommt. „Die kosmische Lebensenergie.“

„Dialektik“ ist ein schillernder Begriff, der am ehesten mit dem Diktum umrissen werden kann, daß Wahrheit nicht behauptet werden, sondern nur im Widerstreit offengelegt werden kann. Alles hat jeweils zwei Aspekte, die, obwohl es Gegensätze sind, auf etwas Drittes verweisen, das sie zwar umfaßt, aber gleichzeitig auch übersteigt; sie, um mit Hegel zu sprechen, in jeder Bedeutung des Wortes „aufhebt“. Hegel, Marx, Engels und Lenin haben gezeigt, daß nicht nur das Reden über die Wirklichkeit dergestalt dyadisch bzw. triadisch strukturiert ist, sondern diese Wirklichkeit selbst, denn ansonsten wäre jede Erkenntnis unmöglich. Im Verlauf der Entdeckung des Orgons, das Geist und Materie zugrundeliegt, hat Reich Hegels Dialektik („Geist“) bzw. den Dialektischen Materialismus („Materie“) entsprechend zum orgonomischen Funktionalismus umgeformt und schließlich in Gestalt der Orgonometrie in seine endgültige Form gebracht.

Den Begriff „Funktion“ kann man vielleicht am besten begreifen, wenn man ihn „räumlich“ und „zeitlich“ sieht:

Zunächst einmal bezieht sich „Funktion“ auf das Verhältnis des Teils zum Ganzen. Beispielsweise spielen Organe jeweils eine bestimmte Rolle im Gesamtorganismus, das gleiche gilt für den Staat in Bezug auf seine „Organe“, für Tiere und Pflanzen in Bezug auf das jeweilige Ökosystem, etc.

Eine „funktionelle“ Betrachtung ist auf die Zukunft ausgerichtet, d.h. beispielsweise, daß sich die Funktion der Leber sehr schnell erweist, wenn sie erkrankt ist oder gar ganz ausfällt. Was eine nicht auf die Zukunft, d.h. nicht auf die langfristigen Folgen ausgerichtete Betrachtungsweise anrichtet, sieht man beispielsweise an Demokratien.

Gleichzeitig ist eine „funktionelle“ Betrachtungsweise kausal, d.h. es geht stets um Prozesse und die Zukunft ergibt sich aus der Vergangenheit durch Bifurkation, was sowohl Regelhaftigkeit als auch Spontanität impliziert.

Gleichzeitig verweist die Funktion auf etwas, was jenseits von Raum und Zeit liegt, nämlich auf das einheitliche Funktionieren, so als gäbe es keinen trennenden Raum und als wäre die Zeit „räumlich“. Beides beschreibt die funktionelle Gleichung: die gleichzeitige Einheit des Gegensätzlichen; und der bloße Umstand, daß die Gleichung die bifurkative „Mechanik“ der Zeit zeigt, transzendiert eben diese.

Das kann man sich am besten anhand der orgonotischen Strömung vergegenwärtigen, die nicht einfach durch den Körper strömt, sondern ihn erst als solchen konstituiert. Ohne sie gäbe es weder Wahrnehmung noch Erregung und das heißt kein einheitliches Funktionieren, keine Bewegung und keine Form. Das verschwindet alles mit dem Tod, d.h. dem Versiegen der orgonotischen Strömung.

Die Menschen erahnen diese Zusammenhänge und fangen an spirituellen und mystischen Mumpitz zu glauben, dabei ist das alles denkbar profan. Man gehe in den Wald und betrachte oder vielmehr erlebe einen Baum. Er ist trotz seiner möglicherweise gewaltigen Ausdehnung ober- und unterhalb der Erde eine funktionelle Einheit und seine „bifurkative Gestalt“ ist die Gestalt gewordene Funktion. Oder wie Reich es in Die Bionexperimente ausführt: die „Dialektik der Natur“ und unser dialektisches (funktionelles) Denken sind ein und dasselbe.

Ein konkretes Beispiel füreinheitliches Funktionieren „jenseits von Raum und Zeit“ ist die Genetik. So, wie sie sich der „gebildete Laie“ vorstellt, ist sie tot! Es gibt nicht die Gene für Körpergröße, Schizophrenie, den IQ, etc., sondern ein unüberschaubares Gewebe von Genen, die alle ihren kleinen Beitrag leisten und dabei mit allen möglichen anderen zusammenwirken. Evan Boyle, Yang Li und Jonathan Pritchard von der Stanford University denken zwar auch, daß es „Kerngene“ geben muß, aber Gene funktionieren nicht isoliert, sondern machen nur in ihrem Zusammenspiel biologisch Sinn. Sie beeinflussen sich in großen Netzwerken, so daß, wenn ein beliebiges Gen verändert wird, sich das auf ganze Gen-Netzwerk auswirkt. Außerdem sind diese Netzwerke miteinander verbunden. Was bedeutet, daß Änderungen im Grunde jedes unbedeutenden Gens so fortwirken, daß das die Kerngene für ein bestimmtes Merkmal beeinflußt.

Das ist weit entfernt von der mechano-mystischen Genetik, die uns in den Medien vorgesetzt wird und von den Knock-Out-Mäusen, mit deren Hilfe unglaublicherweise manche einen Doktor-Titel in Biologie erhalten. Orgonomisch gehört die Genetik in den Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ und ist Ausdruck des Übergangs von Zeit (t) in Raum (Länge, L). Der genetische Code ist damit nicht einfach eine Ansammlung von Information, eine mechanische Anreihung von „Buchstaben“, wie sie eine mechanische „relative Bewegung“ hinterläßt, sondern gemäß der orgonotischen Funktion der „koexistierenden Wirkung“ eine unauflösliche Einheit ähnlich einem guten Film, in dem jede Szene, die Ganzheit widerspiegelt, ein Roman, eine Symphonie, ein indischer Raga, etc. Die Genetik den Knock-Out-Mäuse-Genetikern zu überlassen, ist ungefähr so, als würde man einen mit einer Kettensäge ausgestatteten Schlachter auf Speed als Tierarzt für Haustiere fungieren lassen.

Im Nietzscheanischen Fleischwolf

25. Juni 2026

Manche Menschen aalen sich in ihrer vermeintlichen „Biologie“: Männlichkeitskult, Lust am Töten, Negation des ausgelagerten Magens (d.h. des Kochens) durch blutiger, möglichst noch körperwarmer Rohkost, Rücksichtslosigkeit, Lust am „Bösen“. Man läßt die Sau raus! Sie glauben tatsächlich, daß sie sich als einer Karikatur von „Conan, dem Barbaren“ ihrer „primären Natur“ nähern. Tatsächlich sind es aber schlicht und ergreifend schwarze Faschisten, die entsprechend es kaum ertragen können, wenn man sie auf ihre verdrängte tatsächlich primäre Natur verweist, zu der Hingabefähigkeit gehört. Es treibt sie in Raserei, Zynismus und Verachtung. Phallische Abwehr gegen Analität.

Bei Linken ist es vollkommen anders. Sie zelebrieren ihre Analität und sehen auch so aus, als würden sie so riechen! Sie sind nur und ausschließlich Fassade bis hin zu toxischen Warnfarben wie etwa Blau in den Haaren, die signalisieren, daß hier eben keine „Biologie“ vorliegt, sondern Abwehr aller natürlichen Lebensäußerungen: Biohazard. Man denke nur an das garstige Auftreten von denkbar unweiblichen „Feministen“. Jede primäre Regung wird im Keim erstickt und das schon bei Kindern. Man denke nur mal an „Drag Queens“ in Kindergärten! Mit der Natur versöhnen sich diese nekrophilen „Naturschützer“ erst, wenn auch die letzte Naturlandschaft mittels Vogelschreddern in einen Industriepark verwandelt wurde.

Zusammen dominieren diese beiden Fraktionen des Antilebens, die schwarzen und roten Faschisten, den öffentlichen Diskurs abseits des grauen Schlaftablettenhauptstroms. Für die Orgonomie bleibt nicht mal ein schmaler Streifen zum Überleben. Die beiden Fraktionen der Lebensfeindlichkeit haben sogar den gleichen Helden: Nietzsche. Bei den Rechten brauche ich das nicht weiter auszuführen – und die Linken: allein schon der Bolschewismus wurde vollkommen zu recht als „Nietzscheanischer Marxismus“ gekennzeichnet. Als er noch radikaler Sozialist und Genosse Lenins war, äußerte Mussolini 1908 die Hoffnung, daß Nietzsche die Menschheit von der „Nächstenliebe erlösen“ werde.

Man darf auch nicht vergessen, daß Nietzsches Chaosgott Dionysos u.a. bei Herbert Marcuse als Heros der befreiten prägenitalen, vor allem analen Triebe und Gegenentwurf zur kapitalistischen Leistungsgesellschaft und deren „instrumenteller Vernunft“ galt. Die von Drogen und Alkohol geprägten Mysterienkulte dieses Gottes feierten die Sklaven und die anderen Außenseiter der antiken Gesellschaft gemeinsam, was ihn zu einem antiken Sinnbild für den Klassenkampf machte.

Für die Linken, Nietzscheaner im Kern, gibt es keine „ewigen Wahrheiten“, sondern die Moral wird „genealogisch“ zersetzt, d.h. nicht auf einen einheitlichen Ursprung zurückgeführt, sondern ihre zahllose Ursprünge verlieren sich im sich immer weiter aufspaltenden Wurzelgeflecht. In dieser Weltsicht ist alles Wille zur Macht, also Klassenkampf bzw. Kampf zwischen oben und unten mit der jeweiligen machtpolitischen Perspektive, die „die“ Wahrheit bzw. das definiert, was „gut“ und was „böse“ ist. Willkommen in der woken bunten Welt! Wir alle kennen das Zitat des Kinderfreundes: „Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer; sie hat die Tendenz, in eine Vielfalt von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben und ihren Zusammenhalt sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.“ Später ergänzt von einer SPD-Türkin: „Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein.“ Das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden. Eine Einwanderungsgesellschaft zu sein heiße, „daß sich nicht nur die Menschen, die zu uns kommen, integrieren müssen“. Willkommen in der Barbarei unter dem gemeinsamen Banner von Marx und Nietzsche!

Der Krieg gegen den Iran

17. Juni 2026

Vor einem Jahrhundert beherrschte der Westen den gesamten Planeten. Seitdem reibt er sich in nicht enden wollenden Selbstmordversuchen immer weiter auf. Fast immer geht es um unsinnige Garantien und lächerliche „Freundschaften“. Was hatte, beispielsweise, um alles in der Welt, Amerika im Ersten Weltkrieg verloren? Hat es sich für England wirklich gelohnt, wegen einem lächerlichen Regionalkonflikt (Wegerechte durch Westpreußen und der Status von Danzig, zwei Gebiete, die überwiegend von Deutschen besiedelt waren!), den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen?

Am Ende hatte wirklich jeder verloren. Das Perfideste ist vielleicht, daß im öffentlichen Bewußtsein die Vorstellung vorherrscht, daß gegen Hitler gekämpft werden mußte, um die Juden zu retten! Der Holocaust begann jedoch erst nachdem man in den Krieg hineingeschlittert war – und während des Krieges ging es von alliierter Seite dezidiert ganz und gar nicht um die Juden. Tatsächlich scherte man sich einen Dreck um sie! (Man nehme nur Reich in Amerika: er verbrachte seine Urlaube u.a. deshalb im Zelt, weil in weiten Teilen der USA neben den Hoteleingängen stand: „Nur für Christen!“) Und den deutschen Widerstand gegen Hitler haben sie geradezu sabotiert.

Heute (2016) haben wir fast ein identisches Szenario mit dem Iran, der seit nunmehr vier Jahrzehnten „eingekreist“, „eingedämmt“ und zum Hort alles Bösen stilisiert wird. Tatsächlich sind aber Saudiarabien und die anderen Golfmonarchien unsere wirklichen Todfeinde, wie einst die Sowjetunion der wirkliche Todfeind der freien Welt war. Die Ölscheichs finanzieren Al Kaida, ISIS und die schleichende Islamisierung des Westens; sie sind es, die uns unterwandern, nicht die Iraner! Die Schiiten sind eine kleine krypto-christliche Minderheit im Weltislam und müssen entsprechend radikal islamistisch (und extrem israelfeindlich) auftreten, doch in der Realität – oder sagen wir lieber perspektivisch – sind sie wegen ihres Status als bedrängte Minderheit, die nicht mal wirklich mohammedanisch ist, eher auf unserer Seite.

Moral oder gar „Gefühle“ haben in der Politik nichts zu suchen, sondern nur Interessen! Das hatte beispielsweise General Patton beherzigt, als er am Ende des Krieges meinte, daß die Deutschen die falschen Gegner gewesen waren und man nun zusammen mit den Resten der Wehrmacht doch bitte gegen den wahren Feind, die Sowjetunion ziehen sollte. Wenige Jahre später hat (bzw. natürlich hätte) man genau das ja auch tatsächlich getan! Nur, daß die Wehrmacht nun „Bundeswehr“ hieß und amerikanische Uniformen trug.

Genauso mag es heute vielleicht moralisch gut aussehen, gegen den „Islamo-Faschismus“ der Iraner anzugehen, aber tatsächlich ist es ein lächerlicher Nebenschauplatz, denn währenddessen breitet sich der saudische Wahabismus über den Planeten aus. Ja, die Bahais werden im Iran blutig verfolgt, aber währenddessen ist die arabische Halbinsel „juden- und christenrein“!

Es ist gut möglich, daß sich am Konflikt mit dem Iran ein neuer Weltkrieg entfacht – und wieder wird der Westen gegen den falschen Gegner antreten. So abgrundtief widerlich und hassenswert das Regime der Ayatollahs auch sein mag: sie sind es, die die Wahabiten in Schach halten.

Ich hatte mich in den 1980er Jahren tierisch über die vermeintliche „Idiotie“ von Rainer Zittelmann (übrigens ein Krypto-Reichianer) aufgeregt, der versucht hatte, den gordischen Knoten der linken Dominanz in Westdeutschland durch eine Neubewertung des nationalsozialistischen Regimes und des Zweiten Weltkrieges zu durchtrennen, d.h. die „Umerziehung“ frontal anzugreifen. Ich betrachtete Zittelmanns Ansatz als gemeingefährliche Idiotie, denn darauf warten ja die Linken: daß Konservative sich als klammheimliche „Nazis“ outen.

Doch erstens nehmen die Linken diese Gleichsetzung ohnehin vor und zweitens: bei mir hat Zittelmanns Taktik mit einer jahrzehntelangen Inkubationszeit gewirkt. Der Zweite Weltkrieg gilt als das Beispiel für einen „gerechten Krieg“ und mit dem Stichwort „Hitler“ läßt sich seitdem wirklich alles rechtfertigen: der Irak, das Kosovo, der Iran, die Überfremdungspolitik… Ich gönne Hitler, Saddam, Milosevic, Gaddafi, etc. ihr Schicksal von ganzem Herzen, aber… Aber, beispielsweise, ohne die durchweg idiotischen Interventionen der Engländer hätte die Wehrmacht Hitler weggeputscht und der Nazispuck wäre verpufft. Den Engländern ging es aber ohnehin nicht um Hitler und erst recht nicht um die Juden, sondern dezidiert um die Vernichtung des Deutschen Reiches von 1871! Saddam und sein unmittelbares Umfeld hätte man beseitigen können und durch ein „normales“ arabisches Regime ersetzten können, ohne Tausende GIs für die „Demokratie“ zu opfern, die in einer Stammesgesellschaft ohnehin nicht funktionieren kann. Das gleiche gilt für Afghanistan und überhaupt alle großartigen Projekte der Neokonservativen, die so auftreten, als wollten sie der Geschichte im Sinne von Marx Beine machen: orientalische Despotie → bürgerliche Demokratie → das Paradies auf Erden (Kommunismus). Genuine Konservative setzen einfach die Interessen ihres Landes durch und achten darauf, daß die Kosten nicht den Gewinn übersteigen: fertig.

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009

5. Juni 2026

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009