In traditionellen und autoritären Gesellschaften ist das soziale Leben durch Rituale geregelt. Früher wußte man, wie man eine Frau für sich gewinnen kann und wie man beispielsweise mit dem Tod umgeht.
Heute, in der antiautoritären Gesellschaft, vereinsamen die Menschen zusehends, da niemand mehr die Signale des anderen richtig deuten kann. Schon die harmlosesten Annäherungsversuche können dir als „sexuelle Belästigung“ ausgelegt werden.
Kein Mensch weiß mehr, wie er mit seiner Trauer umgehen soll, zumal es häufig eher ein Gefühl der Erleichterung ist oder der Schmerz ist derartig groß, daß er zum Selbstschutz von gegenteiligen Affekten überlagert wird. In traditionellen Gesellschaften wurde das durch festgelegte Trauerrituale aufgefangen. Heute müssen die Menschen „spontan“ reagieren und sind entsprechend von der Situation überfordert.
Insbesondere die 68er haben uns einen Terror der Spontanität, „Echtheit“ und „Eigentlichkeit“ eingebrockt, der die Menschen hilflos und todunglücklich macht.
Dort, wo Rituale ihren Platz haben, nämlich im Leben der Gesellschaft, wurden sie beseitigt und werden in ihren Restbeständen noch heute von den linken Zersetzern rigoros bekämpft. Auch die letzte Anstandsregel, auch der letzte Verhaltenscodex wird im Namen der „Authentizität“ infrage gestellt.
Bezeichnenderweise hält jedoch gleichzeitig in den Kernfunktionen Partnerschaft, Familie, Sexualität, Erziehung eine Regelwut Einzug, die alles spontan Lebendige erstickt. Die Menschen werden mit Ratgebern überflutet, wie man mit dem Partner und den eigenen Kindern umzugehen hat, sogar was genau man im Bett zu tun hat, um „Supersex“ zu haben. Hier obwaltet eine Ritualisierung, Standardisierung und Vergesellschaftung, die die bioenergetischen Kernfunktionen erstickt. Es ist Emotionelle Pest und nichts außerdem.
Ein typisches Beispiel sind „Reichianische Therapien“, wo wirklich alles vorgegeben wird: genaue Zeitabfolgen, Übungen, Körperstellungen, etc. Alles extrem mechanistisch und zwanghaft. Natürlich verwendet auch der genuine Orgontherapeut „Techniken“, aber diese nur in einem funktionellen Zusammenhang, d.h. schlicht und ergreifend er weiß, was er tut! Leute, die nach Schema F vorgehen, wissen dies offensichtlich nicht. Vielmehr werden Patienten in genau jene Rolle gedrängt, unter der sie schon als Babys und Kleinkinder litten: es wird ihnen eine bürokratische, stereotype, mechanische und gedankenlose Routine übergestülpt. Und das alles im Namen Wilhelm Reichs! Eine solche Form von „Therapie“ ist Emotionelle Pest und nichts außerdem: das diametrale Gegenteil von Orgontherapie.
Schlagwörter: Anstandsregeln, Beerdigen, Echtheit, Eigentlichkeit, Flirten, Gesellschaft, Körperpsychotherapie, Psychotherapie, Rituale, Ritualisierung, sexuelle Belästigung, Soziologie, Spontanität, Standardisierung, Therapieren, Trauer, Vergesellschaftung, Verhaltenscodex

22. November 2013 um 09:03 |
Auch hier die Verwunderung über das Ende der alten Werte
http://www.welt.de/vermischtes/article122092399/Wir-wollten-viel-Geld-um-uns-alles-zu-kaufen.html
22. November 2013 um 09:21 |
Selbst in der Justiz gilt nur noch das Gefühl nicht mehr die gesetzlichen Regelungen. Gleichzeitig ist bei den pseudoliberalen Juristen jedes wirkliche bioenergetische Gefühl aus dem Kern heraus erstorben. Das kann man nur mit Reich, Baker und Konia verstehen!
http://www.pi-news.net/2013/11/bushido-keine-anklage-macht-kunst/
22. November 2013 um 09:31 |
Ein anderes Beispiel ist das, was der derzeitige Star der Sexologie, Ann-Marlene Henning, im MDR präsentiert. Eine 5-teilige Dokumentation mit dem programmatischen Titel „Make Love“. Die Grundaussage ist, dass Sex wie Fahrradfahren sei und man ihn lernen könne. Das Genital sei ein Muskel unter anderen, der mittels Beckenbodengymnastik trainiert werden müsse. Es werden verschiedene Stoßtechniken gezeigt. Bei frühzeitigem Samenerguss helfe das Lösen von Rechenaufgaben, wenn die Erregung zu groß werde. Usw.
23. November 2013 um 09:55 |
Für den heutigen Zustand ist das schon ein großer Fortschritt. Man kann sicher nicht solche irrsinnig hochgestellten Kriterien wie Orgastische Potenz oder Genitaler Charakter als Parameter benutzen.
22. November 2013 um 22:18 |
Betreffend Ritual und rituelle Traditionen – in Griechenland war es bis vor kurzem üblich, nach einem Todesfall ein Jahr lang schwarze Kleidung zu tragen.
Heute gibt es für sehr langes Trauer tragen bzw. sehr lange trauern bereits eine psychiatrische Diagnose!! Schon gehört?