Archive for the ‘Psychotherapie’ Category

Reich in Davos

21. Oktober 2026

Ende 1926 bis Frühjahr 1927 kurierte Reich seine TBC-Erkrankung im berühmten Schweizer Luftkurort Davos aus. Wie ernst die Lage war, ist allein schon daraus ersichtlich, daß sein jüngerer Bruder Robert 1926 an TBC verstorben war!

Man wird kaum zeitgenössische Berichte über oder Erinnerungen an Reichs Aufenthalt finden, da Reich damals ein vollkommen unbedeutender Arzt war, welcher selbst von psychoanalytischen Insidern andauernd mit Theodor Reik verwechselt wurde. Wie es auf dem berühmten „Zauberberg“ allgemein zuging, kann man sich in Thomas Manns 1924 erschienenen gleichnamigen Roman erlesen. Reich ist damals in einem Massenbetrieb untergegangen, denn TBC war wirklich eine Massenkrankheit und „Davos“ die Standardkur.

Die einzige Spur, die man anführen könnte, ist ein Aufsatz von Anny Angel (1898-1992). Angel war Schülerin Reichs und begleitete ihn nach Davos. Hier das Abstract „Betrachtungen über das Leben in Davos“ (Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse XIV(4), 1928, S. 435-436 – Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Wiener Psychoanalytische Vereinigung I. Quartal 1928: 25. Januar 1928: 8. Kleine Mitteilungen und Referate: Schriftführer Dr. R.H. Jokl):

Versuch, den „Zauberberg“ Davos, d.h. die Beobachtung, daß leichte Fälle von Tuberkulose dort nicht gesund werden können und schon Gesundete jahrelang dort verweilen, aus unbewußten Lustquellen zu erklären. 6000 bis 8000 Kranke leben dort im selben Rhythmus; sie haben die orale Konstitution gemeinsam und bilden eine homogene Masse, die den gleichen psychologischen Gesetzen folgt. Sie führen das Leben von Säuglingen, liegen den ganzen Tag fest eingepackt, unterbrochen nur durch die reichlichen Mahlzeiten und das „Lutschen“ am Thermometer. Beschäftigungslos dösen sie vor sich hin, der Zeitsinn ist ihnen verloren gegangen. Das Leben entspricht einer Massenregression in das Säuglingsstadium, aus dem die Lustquellen stammen, die diese Menschen jahrelang am Orte festhalten.

Diskussion: Frau Dr. Deutsch, Federn, Dr. Perls (a.G.), Reich.

Der Artikel selbst erschien 1928 in: Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, Jg. 2, Heft 11/12, S. 407–411. Dort werden drei weibliche Fallbeispiele präsentiert. Nach Abraham stehe Optimismus mit einer glücklichen oralen Phase in der Kindheit zusammen. Dieser Optimismus müsse durch das Realitätsprinzip geformt werden, um wirklich wirksam zu sein. Bei Frauen gehöre dazu, daß sie das Fehlen eines eigenen Penis akzeptieren, während bei Männern Optimismus eher mit dem Gefühl einer Einheit mit der Mutter Erde verbunden ist. Und so weiter und so fort.

Das übliche obskurantistische Geschwurbel der Psychoanalytiker, die selbst offensichtlich den größten Dachschaden haben! Natürlich sind die Grundgedanken valide und fruchtbar, aber die Psychoanalytiker haben auf diesem soliden Fundament eine windschiefe Bruchbude errichtet, in deren morscher Ruine heute nur noch schwindsüchtige Gespenster hausen.

Die heutigen direkt auf Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia zurückgehenden Orgonomen sind die einzigen, DIE EINZIGEN, legitimen Vertreter der Libido- und Strukturtheorie Freuds! Es ist unausdenkbar wäre Reich damals an TBC gestorben…

Einige Gedanken zur Rolle der Diagnose in der Orgontherapie (Teil 3)

7. Oktober 2026

Man darf die Charakterdiagnose der Orgonomen nicht mit irgendeiner anderen Diagnose und Kategorisierung gleichsetzen, denn der Orgonom sieht die neurotische Struktur als Unterbrechung der natürlichen gesunden Bewegung, d.h. als Störung der genitalen Charakterstruktur an. Diese Einteilung ist also erstens nicht willkürlich (da sie auf der Untersuchung der Panzerungssegmente beruht) und führt zweitens schnurstraks zur genitalen Struktur. Wer behauptet, daß es z.B. keinen festumrissenen analen Charakter gibt, sagt damit, ob er will oder nicht, daß es auch keinen genitalen Charakter gibt, damit ist die Orgasmustheorie hinfällig, die Orgonenergie (wenn sie etwas anderes sein soll als irgendein mechano-mystisches Lebensenergiekonzept) und überhaupt alles!

Die Psychoanalyse war ein wildes Herumgedeute, das den Patienten nur noch kränker gemacht hat (etwa Freuds Wolfsmann und der Rattenmann). Dann ist Reich gekommen und hat aufgeräumt. Man lese nur mal auf S. 55 der Charakteranalyse (KiWi) über die vier Fehler, die Reich zufolge Psychoanalytiker vor ihm machten:

1. Zu frühe Deutung des Sinnes der Symptome und anderer Äußerungen des zutiefst Unbewußten, besonders der Symbole. Der Patient bemächtigte sich im Dienste seiner geheimgebliebenen Widerstände der Analyse, und zu spät bemerkt man, daß er sich, völlig unangetastet, im Kreis dreht.

2. Deutungen des Materials in der Reihenfolge, in der es sich klar geboten hat, ohne daß Rücksicht auf den Aufbau der Neurose und die Schichtung des Materials genommen wurde. Der Fehler beruht darin, daß man nur deshalb deutet, weil das Material klar zutage trat (unsystematische Sinndeutung).

3. Aber nicht nur, daß man überallhin deutend folgte, brachte die Analyse in Unordnung, sondern auch, daß dies geschah, ehe die kardinalen Widerstände bearbeitet wurden. Die Sinndeutung ging der Widerstandsdeutung voraus. Die Situation wurde noch mehr verwickelt dadurch, daß die Widerstände sich sehr bald mit der Beziehung zum Arzt verknüpften und die unsystematischen Widerstandsdeutungen auch die Übertragungssituation komplizierten.

4. Die Deutung der Übertragungswiderstände war nicht nur unsystematisch, sondern auch inkonsequent, das heißt, es wurde zu wenig darauf geachtet, daß der Patient die Tendenz hat, seine Widerstände wieder zu verbergen, bzw. durch unfruchtbare Leistungen oder akute Reaktionsbildungen zu maskieren. Die latenten Übertragungswiderstände wurden meist übersehen, oder man fürchtete, sie zur Entfaltung zu bringen und ihnen konsequent nachzugeben, wenn sie sich – in welcher Form immer – verbargen.

Mit einer leicht veränderten Begrifflichkeit trifft diese Kritik noch immer die angebliche „Orgontherapie“, wie sie „Reichianer“ betreiben. Es ist geradezu grotesk, daß wir heute mit den „Reichianern“ immer noch das gleiche Problem haben, aber das kann man kaum Reich selbst anlasten, da er einzig und allein Elsworth F. Baker und damit das American College of Orgonomy autorisiert hat, andere auszubilden. Außerhalb dieser Tradition gibt es keine Orgontherapie!

Das Grundproblem der Orgontherapie ist imgrunde ganz einfach. Nehmen wir mal eine fiktive Hysterikerin! Die fährt mit ihren Jahresersparnissen nach Amerika, um ihre Sehnsucht nach dem Vater in 20 Stunden aufzuarbeiten. Richtig wäre es gewesen, ganz trocken, ohne jeden unmittelbaren Effekt, 150 Stunden sachte und vollkommen uninvasiv das okulare Segment zu öffnen und dabei „nebenbei“ die hysterische Flucht zu thematisieren, wenn sich das Thema von allein ergibt. Nur das hätte ihr helfen können. Aber wie hätte sie reagiert? „Das bringt doch nichts! Ich fahre extra nach Amerika, aber das einzige, was ich da tat, war die Augen zu drehen und rumzuquatschen, wobei alles von mir ausging und der Orgonom nur im Telegrammstil redete! Das ist doch ein schlechter Witz!“ Stattdessen hatte die Hysterikerin mit dem Orgonomen eine bewegende Seelenaffäre, viel körpertherapeutische Zuwendung und alle Segmente wurden berücksichtigt. Sie war begeistert. Nur hatte das nichts mit Orgontherapie zu tun. Es war ein aufregender „bioenergetischer“ Abenteuerurlaub.

Meines Erachtens ist auch folgendes wichtig, was Dr. Schwartzman einem seiner Patienten gegenüber zum Ausdruck gebracht hat: „Glauben Sie ja nicht, daß ich auch nur einen Gedanken an sie verschwende, wenn ich wieder zuhause bin!“ Während die Psychoanalyse auf der infantilen Illusion aufbaut („Übertragung“), versucht die richtige Orgontherapie alles, den Patienten in der Wirklichkeit des Hier und Jetzt zu halten bzw. dorthin, d.h. ins Hier und Jetzt, zurückzubringen.

Und als dritter Punkt: dem Patienten niemals und unter keinen Umständen die eigene Sichtweise aufzwingen, wie es in der Psychoanalyse gang und gäbe ist. Wenn für ihn ein Flugzeug kein Phallussymbol ist, es ihm nicht einbleuen. Wenn er mit der falschen Frau verheiratet ist, ihn mit den eigenen Gefühlen in Kontakt bringen, aber doch nicht ihn gegen diese falsche Frau beeinflussen. Vielleicht hat der Patient ja auch recht!

Um die drei Punkte auf einen Nenner zu bringen: die falsche „Orgontherapie“ macht den Patienten immer infantiler (narzißtischer, „freakiger“, un-selbst-kontrollierter, unrealistischer, unselbständiger, etc.), während die richtige Orgontherapie ihn immer erwachsener macht.

Natürlich kann es auch bei einer richtigen, perfekten Orgontherapie zu Krisen kommen, aber die sind immer begrenzt und kontrolliert: der Arzt weiß, was in der Zukunft passieren wird. Es ist wie bei einer uralten dicken Furunkel am Bein. Der richtige Arzt schneidet sie auf, läßt sie auseitern und ausbluten, wobei sich zeitweise die Entzündung enorm verschlechtert, aber das ist schnell überwunden und das Bein heilt aus. Das Beispiel jetzt auf den Körpertherapeuten übertragen: der knibbelt, knubbzt, rubbelt und drückt an der Furunkel rum, der Eiter wird buchstäblich in den Knochen gedrückt, der sich entzündet – bis zur Beinamputation. Es ist ganz einfach: entweder weiß man, was man tut, oder man weiß es nicht.

Einige Gedanken zur Rolle der Diagnose in der Orgontherapie (Teil 2)

6. Oktober 2026

Eine der schlagendsten Einwände gegen die von Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle dargelegten psychiatrischen Nosologie betrifft die anale Schizophrenie. Baker zufolge würde der anale Zwangscharakter überproportional häufig eine katatone Schizophrenie entwickeln. Doch, so der Einwand, gäbe es weder epidemiologisch einen Hinweis darauf, daß Leute, die die Kriterien für die ICD-10-Diagnose „anankastische Persönlichkeitsstörung“ („Zwangspersönlichkeit“) erfüllen, häufiger eine Krankheit kriegen, die die ICD-10-Kriterien für „katatone Schizophrenie“ erfüllt, noch darauf, daß von den Leuten, die die Kriterien für die ICD-10-Diagnose „katatone Schizophrenie“ erfüllen, überproportional viele prämorbid die Kriterien für die ICD-10-Diagnose „anankastische Persönlichkeitsstörung“ erfüllt hätten. Eine zwanghafte Persönlichkeit zu haben, könne nicht als Vulnerabilitätsmarker für die Entwicklung einer katatonen Schizophrenie gelten. Bakers Annahme würde also von den epidemiologischen Fakten nicht gestützt und sei deshalb kaum mehr als eine vor-wissenschaftliche Spekulation aufgrund vorsintflutlicher psychoanalytischer Spekulationen.

Von orgonomischer Warte kann man anfügen, daß, während heutzutage von den Orgontherapeuten kaum je Zwangscharaktere diagnostiziert werden, die Diagnose katatoner schizophrener Charakter zu den häufigsten orgonomischen Diagnosen überhaupt gehört. Das stellt zweifellos einen gewissen Widerspruch dar! Umgekehrt werden von der mit den ICD-10-Kriterien arbeitenden Psychiatern häufig Zwangsstörungen und anankastische Persönlichkeitsstörungen („Zwangspersönlichkeiten“) diagnostiziert, aber eher selten Katatonien. Bemerkenswert ist auch, daß rein klinisch Orgontherapeuten (die durchweg auch als klassische Psychiater ausgebildet sind und einen entsprechenden Facharzttitel besitzen!) feststellen, daß katatone Schizophrene nach Auflösung der Augenpanzerung, wie von Baker vorhergesehen, automatisch zu Zwangscharakteren werden, die dann als solche weiterbehandelt werden können.

Irgendwas paßt hier offensichtlich ganz und gar nicht zusammen! Mit Sicherheit hat die „anankastische Persönlichkeitsstörung“ (also Persönlichkeitsstrukturen, die durch Kontrollzwang, Regeln, Geiz und Starrheit etc. geprägt sind) wenig bis nichts mit dem Zwangscharakter zu tun. Zwangscharaktere sind durch ihre Rigidität und „Maschinenhaftigkeit“ definiert, nicht durch eine Liste von Symptomen, die man, ja, „zwangsneurotisch“ abhaken könnte. Außerdem zeigen sie einen auffälligen Hang zu verstärkter okularer Panzerung, was manchmal die Abgrenzung zum katatonen schizophrenen Charakter problematisch macht.

Baker würde darauf hinweisen, daß Zwangshandlungen nicht sonderlich mit dem Zwangscharakter korreliert sind (die Bezeichnung ist mehr historisch als deskriptiv bestimmt!), sondern daß derartige Symptome bei allen möglichen Charaktertypen auftreten, besonders aber beim diametralen Gegenteil des Zwangscharakters, also dem hysterischen Charakter. Charakterdiagnosen beruhen auf der alles bestimmenden Hauptabwehr, nicht irgendwelchen Symptomen! Es geht um das Sein, nicht um das Verhalten!

Im übrigen finden sich auch in der gängigen Psychiatrie unter den Vulnerabilitätsmarkern für die Entwicklung einer katatonen Schizophrenie Trotz, Angst vor Kontrollverlust (Aktivitätshemmung), vor allem aber Zweifel und Ambivalenz: halt Zwangscharaktere.

Es ist unmöglich, eine Entität (etwa den Zwangscharakter) aus der orgonomischen Nosologie zu nehmen, die etwas beschreibt, was die gängige Psychiatrie gar nicht kennt, nämlich die Charakterstruktur – und diese Entität dann mit der mechanischen Entsprechung aus der ICD-10 (also die „anankastische Persönlichkeitsstörung“) zu vergleichen. Das geht nur, wenn man es mit der funktionellen Entsprechung macht.

Das ist genauso, als wenn ich behaupten würde, daß sich die Lungen der Säugetiere aus den entsprechenden Organen der Fische entwickelt hätten. Darauf antwortet dann der Skeptiker, daß sich aus den Kiemen der Fische irgendwelche inneren Ohrknochen der Säugetiere entwickelt haben, aber eben nicht die Lungen. Mit dieser „Widerlegung“ träfe man mich aber in keinster Weise, denn die Schwimmblase der Fische wurde im Rahmen eines für die Evolution typischen Funktionswechsels zur Lunge der Säugetiere. Man darf nur vergleichen, was wirklich zusammenpaßt.

Es ist die Frage, ob man die Charaktereinteilung mit der ICD-10 vermischt und dergestalt ein heilloses Durcheinander erzeugt oder ob man, wie der medizinische Orgonom Peter A. Crist es getan hat, die ICD-10 jener orgonotischen Funktion zuordnet, zu der sie funktionell gehört: die „symptomatische“ Persönlichkeits-Fassade gemäß dem orgonomischen Dreischichtenmodell aus Kern (Natur), mittlerer Schicht (Charakter) und Fassade (Persönlichkeit).

Ein analoges Problem aus der internistischen Medizin ist die Frage, ob man etwa Reichs orgonenergetische Erklärung der Immunabwehr („B-Reaktion vs. T-Reaktion“) angesichts der neuen mikrobiologischen Erkenntnisse als überholt verwirft oder ganz im Gegenteil, wie es der medizinische Orgonom Charles Konia getan hat, die Immunabwehr („Erkennen und Ausschalten des Fremden“) mit Hilfe der Orgonometrie auf primordiale Funktionen zurückführt und dazu die neusten mikrobiologischen Erkenntnisse heranzieht.

Zum Schluß möchte ich ein weiteres Problem mit der katatonen Schizophrenie anführen. Wenn ein Orgontherapeut von einem „katatonen schizophrenen Charakter“ spricht, meint er einen Menschen, der aufgrund einer frühen Entwicklungsstörung (Reich meinte die ersten 10 Tage) eine außergewöhnlich starke Augenpanzerung davongetragen hat und dann beispielsweise aufgrund einer strikten Reinlichkeitserziehung eine (okular überlagerte!) zwanghafte Charakterstruktur entwickelt hat. Resultat dieser Kombination ist der katatone schizophrene Charakter. Reich zufolge ist die frühe okulare Panzerung durch die Spaltung zwischen bioenergetischer Erregung und der psychischen Wahrnehmung geprägt. Konia hat diesen Ansatz weiterentwickelt, indem er zwischen einer „Erregungsschizophrenie“ und einer „Wahrnehmungsschizophrenie“ unterscheidet. Die letztere entspricht weitgehend dem, was Psychiater als „Psychosen“ behandeln. Schizophrene, die unter ersterem leiden, brauchen in ihrem gesamten Leben jedoch keine einzige psychotische Episode durchmachen, sind aber trotzdem schizophrene Charaktere. Im ICD-10-System fallen sie unter den Tisch, was für ihre Psychotherapie, insbesondere aber eine etwaige pseudo-orgonomische „Reichianische“ Therapie, absolut verheerende Folgen zeitigen kann!

Einige Gedanken zur Rolle der Diagnose in der Orgontherapie (Teil 1)

5. Oktober 2026

Beruht die orgonomische Charakterologie auf der Untersuchung der puritanischen Oberschicht in Wien, Berlin und London Anfang des letzten Jahrhunderts? Erstens haben Freud, Abraham und Jones nur Charakterzüge untersucht, doch nie eine systematische Charakterologie aufgestellt, das ist einzig und allein Reichs Leistung. Und zweitens hat Reich diese Charakterologie ganz im Gegenteil im großstädtischen Lumpenproletariat gewonnen, dessen Leben in psychischer Hinsicht verblüffend modern wirkt und deshalb Reich eine ich-psychologische Betrachtungsweise aufgezwungen hat. Die Charakteranalyse ist organisch aus der Schrift über den Triebhaften Charakter hervorgegangen.

Die „ich-psychologische“ Praxis der Orgontherapie verlangt, daß man von oben nach unten, vom Okularen zum Pelvikalen vorgeht – also vom Kopf („Ich“) aus. Ohne dieses Vorgehen, also im schlimmsten Fall vom Becken auszugehen, wie es viele „Reichianische“ quacksalberische Verbrecher tatsächlich tun, kann nur eine „chaotische Situation“ hervorrufen und den Patienten weiter in den neurotischen Sumpf stoßen.

Das bedeutet nicht, daß man schematisch vorgeht, sondern ganzheitlich. Konkret bedeutet dies eine korrekte charakteranalytische Diagnose, die dazu führt, das Schema („von oben nach unten“) den individuellen Gegengebenheit anzupassen. Wenn man den Patienten charakteranalytisch untersucht, dann wird man zwangsläufig zu einer Diagnose kommen – denn was sollte „Charakteranalyse“ sonst sein, als eben die Analyse des Charakters, wodurch die Diagnose von selbst gegeben ist. Das gleiche gilt für eine biophysische Untersuchung („Wie ist die Muskelpanzerung verteilt?“), die zwangsläufig zu einer Diagnose führt – denn was sonst sollte denn eine biopsychiatrische Untersuchung anderes sein, als eben die Analyse des Panzerungsmusters, wodurch die Diagnose von selbst gegeben ist. Ich habe da ganz konkret meine ersten Therapiestunden bei Dr. Schwartzman vor Augen, wie er sich zunächst mit mir Unterhalten hat und dann meinen ganzen Körper „angegrabscht“ hat. Ich kann mir nicht mal theoretisch vorstellen, wie denn das Handwerk des Orgonomen anders aussehen sollte!

Du hast fünf Patienten, Herrn Schmidt, Herrn Lehmann, Frau Martens, Herrn Müller und Frau Peters, die alle unter einem Zählzwang leiden und auch sonst einen ziemlich gleichen Eindruck vermitteln (alle sind depressiv, niedergeschlagen, antriebslos und klagen über eine innere Leere). Klassisch psychiatrisch fallen alle unter die gleiche Kategorie, entsprechend würden sie gleich behandelt werden. Der Orgonom jedoch würde diese Störung (den Zählzwang) an sich gar nicht groß beachten, sondern nur vor dem Hintergrund des Charakters sehen und entsprechend jeweils vollkommen anders behandeln: Herr Schmidt ist ein klassischer Zwangscharakter und deshalb sein Symptom integraler Bestandteil seines Charakters. Bei Herrn Lehmann jedoch ist der Zählzwang zwar ebenfalls ein Zwangssymptom, aber da Herr Lehmann ein katatoner Schizophrener, also kein analer, sondern ein okularer Charakter ist, muß die Behandlung weit mehr auf die okulare Kontaktlosigkeit eingehen, als bei Herrn Schmidt. Frau Martens, ein paranoid schizophrener Charakter, hingegen ist wohl auch ein okularer Charakter, aber bei ihr hat der Zählzwang eine ganze andere Funktion, d.h. es ist überhaupt keine (okular verzerrte) anale Symptomatik, sondern ein psychotisches Ritual, um böse Geister abzuhalten, obwohl sie ansonsten gar nicht psychotisch auffällig ist – sie wird aber psychotisch auffällig werden, wenn man den Zählzwang beseitigt, ohne den charakterlichen Hintergrund zu sehen. Herr Müller ist weder anal, noch okular belastet, sondern ein chronisch depressiver Charakter, der sich mit dem Zählen in Gang halten muß, sonst würde er vollends kollabieren. Und Frau Peters schließlich ist überhaupt nicht prägenital belastet, der Zählzwang ist einfach nur ein hysterisches Symptom, das die Funktion hat, die Männer von ihr fernzuhalten.

Eine Behandlung, die diese fünf vollkommen unterschiedlichen charakterologischen Reaktionsbasen des einen Symptoms nicht sieht, wird im besten Fall gar nichts erreichen, im allgemeinen aber desaströse Konsequenzen für den Patienten nach sich ziehen. Herr Schmidt mag seinen Zählzwang verlieren, aber als Konsequenz der Behandlung wird sein Zwangscharakter nur noch weiter verhärtet und Herr Schmidt vollends zu einer (dann wohlfunktionierenden) Maschine werden. Herr Lehmann wird wohl sein Symptom verlieren, aber dafür in einen nihilistischen Wahn verfallen und sich in sechs Jahren eine Kugel durch den Kopf jagen. Frau Martens wird nach der verhaltenstherapeutischen Beseitigung ihres Zählzwangs vom Psychiater auf Psychopharmaka gesetzt, weil sie zunehmend wunderlicher wird und Andeutungen macht, inkarnierte Dämonen müsse man erstechen. Herr Müller wird förmlich eingehen und schon bald an Krebs verstorben sein, nachdem sein Zählzwang erfolgreich behandelt worden war. Und Frau Peters wird nach erfolgreicher Behandlung einem Sexualmord zum Opfer fallen. – Und ihre Therapeuten werden jeweils wissenschaftlich nachweisen, daß ihre Therapien erfolgreich waren, denn der störende Zählzwang wurde ja jeweils beseitigt und entsprechend wäre es den Patienten auch besser gegangen.

Wenn man auf eine Diagnose verzichtet, könnte man sagen: orgonenergetisch ist Zwangszählen funktionell identisch mit einem vom restlichen Körper energetisch isolierten Gehirn, folglich muß das okulare und orale Segment aktiviert und ein energetischer Ausgleich hervorgerufen werden, indem der Hals, dann die Brust, das Zwerchfell usw. von Panzerung befreit bis die energetische Grundlage des Symptoms und der dem Symptom zugrundeliegenden soeben beschrieben Panzerungsstruktur durch die Herstellung der orgastischen Potenz beseitigt ist. Theoretisch mag, daß alles ja orgonomisch korrekt sein, doch praktisch wird der Pseudo-Orgonom Herrn Schmidt nicht im geringsten beeinflussen können (worauf er sagen wird, daß man einen krummgewachsenen Baum nicht mehr grade richten kann), aus Herrn Lehmann wird ein „orgonomischer“ Kultist werden, der jedem erzählt, er sei orgastisch potent (in Wirklichkeit bleibt er aber ein kontaktloser Katatoner), Frau Martens wird in die Anstalt eingeliefert und durch Psychopharmaka sich irreparable Gesundheitsschäden zuziehen (der Pseudo-Orgonom wird daraufhin den „Kleinen Mann“ anklagen, der die Größe und Klarsicht des Schizophrenen nicht ertragen könne und ihn deshalb kreuzige), bei Herrn Müller wird der Pseudo-Orgonom, der mal etwas charakteranalytisch arbeiten will, die dem Zählzwang angeblich zugrundeliegende Aggression hervorkitzeln wollen, woraufhin sich sein Patient suizidiert und Frau Peters wird nach zwei Sitzungen nicht mehr zum Pseudo-Orgonomen gehen und sich einen Rechtsanwalt suchen, weil sie sich sexuell attackiert fühlt.

Medizinische Laien in der Orgonomie

25. August 2026

Nur in der Hand eines Arztes ist ein Skalpell kein Mordinstrument. Genauso ist es mit der Orgontherapie! Reich zufolge ist Orgontherapie biophysische Chirurgie und darf deshalb ausschließlich von entsprechend fortgebildeten Ärzten durchgeführt werden. Selbst in der rein psychologisch vorgehenden Psychoanalyse war Reich in den 1920er Jahren ein strikter Gegner der „Laienanalyse“, d.h. von nichtärztlichen Psychoanalytikern. Eine Ausnahme in dieser kompromißlosen Haltung war der Psychologe Ola Raknes, den er nahtlos von der zunehmend „laientherapeuten-orientierten“ Psychoanalyse in die Ausbildung zum charakteranalystischen Vegetotherapeuten übernahm. Die anderen Vegetotherapeuten, wie Nic Waal, Tage Philipson und Odd Havrevold, waren jedoch durchweg Ärzte.

In den schwierigen Anfangsjahren in Amerika hatte Reich nur die Ärzte Theodore Wolfe und William Thorburn. Erst ab 1946 kamen Elsworth F. Baker und weitere hinzu. In den Kriegsjahren animierte Reich selbst A.S. Neill Vegetotherapie in Summerhill an Kindern auszuüben. Die Laientherapeuten Felicia Saxe und Alexander Lowen, ebenfalls nicht mal Psychologen, sind andere Beispiele. Aber dann, nach 1947, hat er die Tänzerin Saxe rausgeworfen, als sie nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene therapierte, und den Rechtsanwalt Lowen zwang er in fortgeschrittenem Alter Medizin zu studieren, wenn er mehr als „vegetotherapeutische Gymnastik“ betreiben wolle. (Lowen verließ die Orgonomie, als Reich ihn zwingen wollte, nach dem Medizinstudium auch noch Psychiater zu werden!)

1949 wurde die Association der Orgontherapeuten gegründet, bei denen, nach anfänglichem Zögern Reichs (der sich nicht von staatlichen Diplomen abhängig machen wollte), nicht nur ausschließlich Mediziner, sondern dazu zusätzlich auch nur psychiatrische oder internistische Fachärzte Mitglied werden konnten. In den 1950er Jahren war Reich in dieser Hinsicht genauso kompromißlos streng wie heute das American College of Orgonomy.

Der Grund dafür, daß darüber kaum Aussagen von Reich selbst zu finden sind, liegt darin, daß er Baker ins Orgone Institute aufnahm und zum Leiter der Ausbildung und zum Sprachrohr der Orgontherapie machte. Solche Statements waren demnach allein Bakers Sache (einfach weil Reich selbst nun vollkommen andere Prioritäten hatte), aber genauso bindend, als kämen sie von Reich selbst. Das gilt bis heute ungebrochen für das von Baker 1968 gegründete American College of Orgonomy!

Wenn schon Laien, will sagen Nicht-Mediziner Reichsche Therapie machen wollen, sollten sie zumindest Psychologen sein – die reine Charakteranalyse und „orgonomic counseling“ machen. Ich fand es schon von jeher sowas von unbeschreiblich grotesk, daß Psychologen Körpertherapie machen – und dann dabei noch weit „körperbetonter“ arbeiten als die medizinischen Orgonomen selbst. Ein diabolischer Witz! Heilpraktiker sind ein noch größerer Witz, einfach weil es bei der Heilpraktikerprüfung beim Gesundheitsamt vor allem um den Seuchenschutz geht. Sie bedeutet überhaupt nichts und ist imgrunde ein Skandal. Ursprünglich galt diese Prüfung für Handaufleger, Irisdiagnostiker, Homöopathen, Kräuterheiler, etc., also Leute, die ihre Patienten höchstens durch Unterlassungen und Fehldiagnosen gefährden können, während Körpertherapeuten aktiv „chirurgisch“ eingreifen. Ich möchte z.B. nicht wissen, was passieren kann, wenn man einen Asthmatiker „aktiviert“ oder einen akuten Bandscheibenvorfall als „Panzerungslösungsschmerz“ oder so interpretiert und weiter auf dem Rücken des Patienten rumtrampelt, verborgene Psychosen hervorkitzelt, das nicht erkennt und den Patienten, der voller Mordimpulse steckt, nach Hause schickt, damit er sich wieder fängt, etc.

Das gleiche gilt auch für den Orgonenergie-Akkumulator. Schließlich kommt auch niemand auf den Gedanken Heilpraktikern zu erlauben, klassische Strahlentherapie zu betreiben! Ich denk z.B. daran, was passiert, wenn man einen Hochdruck-Patienten oder einen Patienten mit Wucherungen im Schädel in einen starken Akkumulator steckt! Mit dem Medical DOR-Buster ist schon gar nicht zu spaßen!

Orgontherapie, ob nun psychiatrisch oder physikalisch, ist generell hochinvasiv, ja selbst die reine Charakteranalyse ist belastend für den Patienten: seine Psyche wird buchstäblich auseinandergenommen. Also Charakteranalyse ausschließlich für klinisch/psychotherapeutisch voll ausgebildete Psychologen und Orgontherapie ausschließlich für Fachärzte. Alles andere ist ein menschenverachtendes Verbrechen.

Ich weiß, es geht hier ans Eingemachte, bietet doch die „Orgonomie“ (man beachte die Anführungszeichen!) Leuten, die irgendein parasitäres Laberfach wie Politologie studiert haben, die Möglichkeit ein ebenso erfülltes wie profitables Berufsleben zu fristen. Werde Taxifahrer, Alter!

Reich in der Diskussion (Teil 4)

1. August 2026

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Leserkommentare zu:

Neo-Psychoanalyse

Zunächst mein eigener Sermon:

Manche Kritiker Reichs bemängeln, daß Reich in alter Freudscher Tradition dermaßen auf die Sexualität fixiert war, daß er das, frei nach Viktor Frankl, entscheidende Element seelischer Gesundheit ganz unter den Tisch fallen ließ: die Sinnhaftigkeit. Jemand, der keinen Sinn in seiner Existenz sieht und keine Motivation hat, muß psychisch kollabieren, während ein zölibatär lebender Mensch, der diese Voraussetzung erfüllt, wie etwa der Papst, bis zuletzt glücklich und zufrieden sein kann.

Gut. Schauen wir uns dazu folgende grundlegende Funktionsgleichung an:

Lustangstschmerz7

Reich ging es darum die chronische ängstliche Kontraktion des Neurotikers (Sympathikotonie) aufzubrechen und eine von lustvoller Expansion bestimmte Existenz herzustellen. Diese leichte Parasympathikotonie ist der Normalzustand jedes Tieres und sollte auch bei uns vorherrschen.

Die Frage ist, wie man dort hinkommt. Die Antwort ist denkbar naheliegend: indem man lernt, die Angst zu ertragen (sich dem Leben stellt) und so nach und nach die Kontraktion überwindet. Die entscheidende Voraussetzung dazu ist ebenfalls offensichtlich: Motivation. Und die Motivation beruht auf der Aussicht auf zukünftige Lust.

Mystiker und etwa auch Kommunisten, die sich für den Wahn einer abstrakten „besseren Zukunft“ aufopfern, leben von dieser Hoffnung zukünftiger Lust. Sie sind bereit, dafür buchstäblich Hunderte von Millionen Menschen zu opfern! Dabei schwätzen sie von „Moral“ und davon, daß die Sexualität „nicht so wichtig“ ist!

  1. sagte 2013: “Es handelte sich um den Beginn der Orgon-Theorie. Fenichel und ich wagten nicht, uns anzugucken, denn kalte Schauer liefen uns den Rücken hinab.“
    Ich mag mich ja irren, aber 1933 gab es noch keinen Beginn der Orgon-Theorie, weil es das Orgon noch nicht gab; dies enstand als Begriff 1939/40. Der Urgegensatz des Vegatativum war 1934 im enstehen, worüber sich die Herren unterhalten haben können und dies als „schizophrene Vorstellung“ betrachten.
    Irgendwas kam Fenichel hier spanisch vor, was er als „schizophren“ versteht, wenn Reich dies noch mit einem Nachsatz wie „Kinder, wenn ich meiner Sache nicht so sicher wäre, würde es mich anmuten wie eine schizophrene Phantasie“ (Reich) kommentiert haben soll, dann hat Reich den Begriff selbst ausgedrückt, der im Gedächtnis haften blieb. Was war denn die „schizophrene Phantasie“? Das „Orgon“ war es noch nicht, sondern das eine biologische/bioelektrische Energie nachzuweisen wäre. Oder?

Darauf Robert: Naja, Reich hat seine Sachen erst dann veröffentlicht, wenn er sich seiner Sache absolut sicher war, also oft Jahre später. Er hat dann (1933) also sicher schon Vegeto-Therapie betrieben und gemeint, Libido wäre eine eigenständige biophysikalische Energie, die man evtl. am Hautwiderstand messen kann.

O.: Es war der hier genannte „erste Schritt“, der erinnert wird, verbunden mit genau der „Orgonthese“ (die später kam), als Reichs Untergang. Genau genommen ist es die Beschreibung der Funktion des Orgasmus als nachweisbarer Prozess, was nicht ertragen werden konnte. Solange es eine Theorie darüber gab, war noch alles einigemaßen ok, außer bei Freud. – Freud hätte ihn so oder so „gekillt“.

Renate fragte: Warum hätte ihn Freud „so oder so ‚gekillt’“ ?
Hatte den Eindruck, Freud war der einzige, der WR gegen Attacken verteidigt hatte (vor 1930), wo war dann der Bruch?

Sebastian: https://www.lsr-projekt.de/wrfreud.html#fueberr

O.: Meine schöne Erklärung hat sich im Äther verflüchtet ggrrrrr ….
Da nichts so ätzend ist, wie sich zu wiederholen, fällt die bessere Erklärung für Renate aus. Sorry.
Kurz gesagt: Reich und Freud inhaltliche Differenzen sind so groß, dass beide nicht zusammenpassten, was Freud sehr wohl bemerkte und Reich aber nicht sehen wollte.
Freud schmeißt Reich elegant raus (über Jones) und schmeißt ihn den Nazis zum Frass vor.
Die Freudsche Psychoanalyse passte hervorragend in die „arische Psychologie“, Reichs bessere Charakteranalyse hingegegen entarnte den Faschismus und wandte sich gegen Freuds Konzept der Triebsublimierung, um gesellschaftlich „besser“ zu funktionieren.

O.: Einerseits ging er auf Nummer sicher und hat später veröffentlicht. Die bioelektrischen Untersuchungen kamen aber erst nach 1933 – nämlich 1934 in Oslo als er dort die Geräte hatte.
Andererseits:
Sein „Orgon“ hat er in Anmerkungen erst im Nachhinein noch eingearbeitet in der 2. oder 3. Auflage der Charakteranalyse, die Zwischenphase der Vegetotherapie wird dadurch geschmälert und ein theoretisches Chaos entsteht durch mangelnde Abgrenzung der Phasen zum Nachteil der Orgontherapie, wie ich finde.

Robert: Aber die Hinweise von Sterba und Gerö lassen das Indiz zu, dass er schon angefangen hatte, in diese Richtung zu forschen. Wir wissen nicht, wann er erste Hypothesen diesbezüglich aufstellte, z. B auf der Nässetheorie von Kraus, die er schon in den Zwanziger Jahren laß.

Klaus schrieb 2011: „Es hat sogar ‚Satanisten’ gegeben, die sich auf Adler beriefen!“
Mag sein – besagt aber nicht viel. Man kann so viel Schauriges für „…“ einsetzen in „Es hat sogar … gegeben, die sich auf Reich beriefen!“
„Der Witz bei der ganzen Angelegenheit ist, daß Reich selbst bei sich von Anfang an, konstatierte, er stünde ‚draußen vor’.“ Ja ja, das behaupten allerdings so viele notorische Einzelgänger von sich, die sich für etwas ganz Einzigartiges halten, und spricht nicht für irgendetwas Relevantes.
Warum sich so sehr mit dem Mann Reich befassen und nicht eher nur insofern mit ihm, als es Beobachtung und Deutung interessanter Phänomene formulieren hilft?
Klar, das eine schließt das andere nicht aus; der Kult um IHN ist aber schon nervig genug und Wasser auf die Mühlen der Turners usw.

O.: Leute, die über vermeintliche Persönlichkeitsmerkmale anderer – hier über Reich – reden, sind mir suspekt. An anderer Stelle geäußerte und auch nicht neue Meinung Reich habe viele Frauen um sich gehabt oder die Frauen seien fasziniert von ihm gewesen, nun das halte ich für völlig normal für einen normal entwickelten Menschen. Wer das betonen muss, dem fehlt offensichtlich selbiges und sollte sich diesen Mangel mal anschauen. Das geht jetzt nicht direkt an Turner, der dies als Argument brachte, weil mich seine „Frauengeschichten“ eh nicht interessieren und bei einer solch unqualifizierten Bemerkung, ich ihn bemitleiden müsste.
Reich hatte nicht außergewöhnlich viel Frauen und hatte, was viel auffälliger war, doch schon in der psychoanalytischen Phase, sehen wir vom Altherrenclub einmal ab, und wohl auch in Berlin und Norwegen deultich viel attraktive und intellektuelle Männer um sich. Hieraus ist auch kein besonderer Schluss zu ziehen, außer dass auch diese Männer für Frauen eine Faszination gehabt haben dürften.
Männer, die stets auch (!) von Frauen umgeben sind, die ihnen zugeneigte sind, interessieren sich am wenigsten für dieses Phänomen, um nicht zu sagen, bekommen das meist auch gar nicht mit. Darüber mögen so manche Männer sich dann wundern und eifersüchtig werden. Viel Hass und Kontaktabbruch zwischen Männern kann hieraus resultieren, möglicherweise ist dies auch eher Reichs Problem geworden, dass die „konkurrierenden“ Männer sich in übler Rede selbst post mortem noch rächen wollen. Möglicherweise geht es gar nicht um den ORAC oder das Orgon, welches für die meisten ien Abstraktum bleibt, sondern um ihre eigenen geringe Anerkennung, die sie in ihrem Leben erhalten haben, speziell von Frauen und sich selbst als nicht liebenswert betrachten. Adler hätte dies in seinen Großgruppen themaisieren können. Das dahinterliegende Problem wäre dann wieder auch das der Sexualität geworden, ein Thema, das vorraussetzt, dass man welchen haben kann. Doch ohne ein Selbstwertgefühl wird man sich dem eigenen Gefühl, keine Chance gegenüber dem anderen Geschlecht zu haben, nicht stellen können.
Das Problem homosexueller Psychoanalytiker, die sich dann in die „verschmähte Mädchenrolle“ einordnen und ihren Hass ausagieren, will ich hier nicht ansprechen, dies hat sicherlich zur Zuspitzung der Problematik geführt.
Betrachtet man die Rolle der Frau innerhalb der Orgonomie, so spielen (von der Museumsleiterin ein mal abgesehen), die Frauen eine unterstützende und sich unterordnende Rolle. Nun das wäre mal auch für Kritiker ein interessantes Thema gewesen, aber offensichtlich sind sie immer nur an der Abarbeitung ihres Minderwertigkeitsgefühls orientiert, ohne dies auflösen zu können. Turner könnte sich mal fragen, wie männlich kommt er in seinem Reichroman rüber? Welche Frau wird so etwas lesen wollen? Frauen würden wohl eher etwas über die Psychologie oder Körpertherapie erfahren wollen, jedoch nicht „Eh, seht her, der Mann war ein Frauenliebling und schizophren! Nur damit alle, die nichts über ihn wissen, das nun endlich mal wissen.“ – So bleibt ein Autor doch single und kann mit seinem „orgasmotron“ spielen oder auf einen „Spontanorgasmus“ warten, der irgendwann dann tatsächlich doch eintritt – ohne einen auslösenden Reiz oder erkennbaren Anlass. Das kann dann auch beim Anblick der BILD-Zeitung passieren.

Darauf Peter: Barbara Koopman, Louisa Lance, Conny Huthsteiner, Irmgard Bertelsen, etc.

Peter: Barbara Koopman (einst zweite Frau des ACO, heute unabhängig), Louisa Lance (erst ACO, dann IOS, heute unabhängig), Conny Huthsteiner (IOS), Irmgard Bertelsen (erst ACO, dann IOS), etc.

Jonas: Sind all diese Damen in den USA ansässig, oder auch in Europa? Meines Wissens gibt es zwei Orgonominnen in Griechenland, und ansonsten noch Frau Fuckert in Waldbrunn. Würde mich interessieren, ob es noch mehr in Europa/Deutschland gibt.

Peter: Alles Ami-Frauen. Ansonsten weiß ich von keinen weiteren Therapeutinnen, nur das welche in Ausbildung sind. Das weiß ich aber nichts genaueres. Vor dem Facharzttitel halten Ärzte ihr Reich-Interesse eh geheim!

O.: Nun mir fällt eine andere Frage ein: Wie alt sind die Damen? Ist eine noch unter 40? Ich denke mal, dass es zu wenig Nachwuchs gibt. Und als 30-Jähriger zu einer 60-Jährigen Therapeutin zu gehen, passt auch nur schlecht.

  1. weiter: Bitte keine Gerüchte in die Welt setzen: Fr. Dr. Buhl und Fr. Dr. Fuckert mögen Medizinerinnen sein, sie sind nicht vom ACO therapiert oder ausgebildet worden. Die Zertifikate möchte ich dann aber sehen. Eva Reich hat nie von einer Ausbildung bei ihrem Vater gesprochen, wir sind ja hier nicht in der Psychoanalyse bei den Freuds, wo der Vater die Tochter analysiert.
    Barbara Koopman gehörte zum ACO. (s. JO) spielt aber keine führende Rolle, sondern bleibt „brav“ untergeordnet. (Baker, Blasband)
    Eine „Schülerin“ von H. ist eben auch untergeordnete Schülerin will ich mal behaupten ohne zu wissen, wer sie ist. Von den anderen Damen habe ich auch noch nichts gehört, von daher scheinen sie in keinen führenden Positionen zu sein.
    Es gab auch andere Ärtzinnen, aber das Studium macht sie meiner Ansicht nach nicht zu „führenden“ Persönlichkeiten, sondern lassen sie auch nicht aus der untergeordneten Rolle gegenüber Männern hervorstechen, insbesondere gegenüber ihren eigenen Partnern.

Robert: „Das Problem homosexueller Psychoanalytiker, die sich dann in die „verschmähte Mädchenrolle“ einordnen und ihren Hass ausagieren, will ich hier nicht ansprechen, dies hat sicherlich zur Zuspitzung der Problematik geführt.“
Es ist sowieso ein Wahnsinn, Perverse als Therapeuten auszubilden.

O.: Wenn es damals schon eine Ausbildung gegeben hätte, da gab es die Lehranalyse und fertig war der Therapeut.

Robert zu Rattner: Ich habe in den Siebzigern eine Menge Rattneranhänger kennengelernt, meist waren es Dipl-Psychologen/Innen oder LehrerInnen. Es war eine ganz normale Strömung zu der Zeit und sicherlich noch keine Sekte oder Guru-Fangemeinde.
Rattner ist zu verdanken, dass er viele Menschen mit der Tiefenpsychologie bekannt machte, die zu der Zeit noch weit unbekannt war oder falsch dargestellt.
Heutzutage wird die Tiefenpsychologie als eine minderwertige oder veraltete Strömung in der Psychologie angesehen und durch Pharmaka oder Kognitive Psychologie ersetzt (alles läuft nur im Gehirn!).
Einer seiner Anhänger meinte zu mir, es gäbe kar keine Libido, worauf ich fragte, und was ist mit dem Sexualtrieb?

O.: Tiefenpsychologie scheint nach neuerer Rechtslage zum berufsrechtlichen Verbot für Diplom Psychologen, die Psychotherapie ausüben zu können, einseitig als „Psychoanalyse“ definiert zu sein.
Dies ist historisch völlig falsch. Tiefenpsychologie ist ein Oberbegriff unterschiedlichster psychologischer und philosophischer Theorien, zu denen später auch die Psychoanalyse von Freud zählte. DAmit nicht nur die Psychoanalyse (PA) als Richtlinienverfahren anerkannt wurde, sondern auch Adlers Indiviualpsychologie und Jungs Analytische Psychologie wird die „Tiefenpsychologie“ erlaubt, die von Eugen Bleuler wieder popularisiert wurde. Mesmer und Reich würden hier genauso reinpassen, weswegen diese Therapien auch von der Kasse zugelassen wären. Da die Lobby um Prof. Grawe aber definiert, was wissenschaftlich fundiert sei, gelten nur Verhaltenstherapie (VT) und nochmals VT und mit geschlossenen Augen und Schmerz verzerrtem Gesicht auch PA.
Tiefenpsychologie ist schon sehr alt über 200 Jahre. Man kann argumentieren, das die PA keine Wirkung besäße. Dann sollte man auch erwähnen dürfen, das VT keine Therapie ist, sondern eine Verhaltensmodulation.
Faktisch gibt es in der BRD keine Psychotherapie mehr und der Ausspruch eines Prof. Eysenk wird Realität: Psychotherapie wirkt nicht. Daher kann man getrost alle Kosten für Psychotherapie einsparen, da Deutsche im Gegensatz zum Ausland keine Psyche (oder auch Seele genannt) haben. Es ist eben alles irgendwie somatisch und gehirnphysiologisch erklärbar und mit Medikamenten zu behandeln.
Die dt. Psychotherapie besteht modern aus drei Phasen: Aufnahmegespräch – Placebo – Entlassungsgespräch.
Wobei ein Placebo wissenschaftlich erwiesen mindestens genauso, wenn nicht wirksamer als ein Medikament ist.
Demnach besteht die dt. Orgontherapie modern auch aus drei Phasen:
Aufnahmegespräch – ORAC – Entlassungsgespräch.
Die Therapiedauer würde dann ca. 2 Stunden betragen.
Nun, es gibt natürlich auch die klassische Variante der Orgontherapie, die noch mehrere Jahre für die Therapie benötigt, aber so etwas wäre in Deutschland ja nicht nötig, da man die Blackbox der Psyche nicht unnötig überschätzen sollte.
Selbst Reich redete ja gegen Ende seiner therapeutischen Entwicklung nicht mehr von „Psycho-„, sondern Biotherapie zur Behandlung der Biopathie, statt Psychopathie.
Nun sicher wird diese moderne Sicht der „Psychotherapie“ nicht jedem gleich gefallen, aber man wird sich an alles gewöhnen können. Das Diplom wurde auch an den meisten Universitäten abgeschafft und durch Bachelor und Master ersetzt.

O.: Zu mir ist nie etwas durchgedrungen, vielleicht habe ich auch erfolgreich nicht mehr zugehört. Und was über einen selbst geredet wird, soll man ja eigentlich nicht erfahren. Ich würde auch auf Gerüchte nichts geben, sondern eine Person selbst kennenlernen wollen. Respekt bekommt eine Person, wenn sie authentisch ist in meinen Augen, ohne sich mit falschen Titeln aufzublasen und mir ist der Status eines Menschen völlig egal.
Im Gegenteil kann ich diese „ich bin Orgonom“ Haltung, weil ich eine Ausbildung gemacht habe (was meist nicht stimmt), nicht leiden. Das ist klarer Etikettenschwindel, weil es diesen Titel überhaupt nicht gibt. Bei Reich kann man nachlesen, was ein Orgonom ist. Da könnte die auch sagen „ich bin ein Bion, ausgebildet unter dem Mikroskop“.
Ferner gibt es auch keinen, der sich rühmen könnte die Orgonomie zu vertreten, außer Herr Nasselstein, der seit vielen Jahren sich hierum bemüht und dies nur auf theoretischer und inhaltlicher Weise macht. Auch Herr Dr. Müschenich hat nicht den Ansrpuch erhoben, die Orgonomie zu vertreten. Die Wilhelm Reich Institutionen usw. in Deutschland sind esoterische Fakes! Sie sind inhaltlich eine Schande für Wilhelm Reich und von ihm nicht authorisiert worden. Sie folgen auch nicht den Grundsätzen von ihm. Jeder Mensch ungeachtet seines Berufes hat das gleiche Recht sich dieser Titel zu bedienen, nur haben diese mehr Anstand, dies nicht zu benutzen, als die, die es tun.

David: In dieser Gesellschaft kann man, Baker zufolge, eh nur mit Einschränkung ein genitaler Charakter sein, nur ein „funktioneller genitaler Charakter“, d.h. man würde nur unter denkbar guten Bedingungen wie ein mustergültiger genitaler Charakter funktionieren – wenn Schwierigkeiten auftreten, fiele man früher oder später in seine alten neurotischen Verhaltensmuster zurück.
Das mit dem Rückfall wird wohl tatsächlich so sein – ich muss auch daran denken, wie berichtet wurde, dass während des Oranur-Experiments Rückfälle körperlicher Erkrankungen – an der biologisch schwächsten Stelle – aufgetreten sind.

O.: Baker bleibt mir zu allgemein: Ich kann dann sagen, ja – er hat da Recht (Irgendwo und irgendwie).
1. Das Erreichen des Genitalen Charakters ist ein Abstraktum, ein Ideal, dass keiner erreichen kann.
2. „Unter denkbaren guten Bedingungen …“, Wo soll es so etwas geben? Wieder ein Abstraktum und Ideal.
3. Ein „fertig therapierter“ Mensch wird nicht in die alten neurotischen Muster zurückfallen, da er sich schon strukturell weiterentwickelt hat, sonst wäre die Therapie wirkungslos gewesen.
4. Der therapierte Mensch muss zurück in die Familie …(aber nicht unbedingt) und in die Gesellschaft und wird dieselben Bedingungen vorfinden, die ihn geprägt und krank gemacht haben. Günstigerweise hat er den Arbeitplatz gewechselt und sich einen besseren besorgt oder einen für ihn günstigeren Weg eingschlagen. Dennoch wird er sich wieder verhärten müssen und seine Panzerung aufbauen und auch als Erwachsener ist er nicht viel kompetenter als er es als kompetenter Säugling war. Eva Reich hat immer gewarnt vor einer Auflösung der Blockaden (Panzerung) bei Säuglingen und Kindern, da sie in die gleiche Umwelt zu ihren neurotischen Eltern zurückkehren und sich nur stärker panzern müssen, um zu überleben. Tendenziell trifft das auch jeden therapierten Klienten. Es muss also auch nach der Therapie eine jahrelange Nachsorge geben, darüber wurde noch nicht nachgedacht!
Das Oranurexperiment war ein Schock und traf unvorbereitet. Oranur auch im kleinen wird den Körper immer treffen – und die Therapie oder ein Erreichen des Genitalen Charakters würde nichts nutzen, wie es auch vor Gift nichts nützt. Es aktiviert alte Wunden und Schwächen, trifft an den schwächsten Stellen zuerst.
Diese Einflüsse haben wir heute dauerhaft. Die Frage wie wir uns davor schützen können, wird zu wenig gestellt und beachtet. Die überkommene Vorstellung, dass man durch Körpertherapie „härter“ wird und nicht mehr so sensibel gegen Oranureinflüsse, dürfte dem therapeutischen Ziel widersprechen.
Baker meinte wohl: Ein Mensch kann auch (Jahre) nach einer Therapie bei einer Krise – meist geht es um das Thema Liebe (Entzug und Zurückweisung) – wieder in dem für ihn typischen Muster reagieren. Er durchlebt dann, genau wie in der Therapie sein Drama neu und intensiv. Es ist zu hoffen, dass er hier wieder alleine rausfindet oder sich Hilfe holt. Dies ist ein normaler Vorgang, eine Therapie gibt nicht die Garantie, das man nicht mehr im Leben leiden muss. Der Mensch stellt sich wieder seinen Problemen neu und kann sie hoffentlich besser lösen.

Der unmöglich zu schreibende Blogeintrag über Orgontherapie

30. Juli 2026

Ich wollte diesen Blogeintrag schon des längeren schreiben, habe aber immer wieder gezögert, weil ich aus naheliegenden Gründe Namen weder nennen kann noch will. Das öffnet natürlich Fehlidentifikationen und Gerüchten Tür und Tor… Wie man’s macht, macht man es verkehrt! Es geht im folgenden um geschlechts- und nationslose Orgontherapeuten, alphabetisch aneinandergereiht. Dabei handelt es sich explizit nicht um irgendwelche „Reichianischen Therapeuten“ oder selbsternannte „Orgontherapeuten“, sondern tatsächlich um Ärzte, die von Reich oder seinen direkten Schülern ausgebildet und explizit als Orgontherapeuten autorisiert worden sind.

Da wäre erstmal A, der seine Patienten unterschiedslos nach dem Schema F behandelte: atmen und ausagieren lassen. Als nach As Tod B und C dessen Patienten übernahmen, waren sie einfach nur entsetzt. Von Charakteranalyse oder der naheliegenden Einsicht, daß das Ausagieren (wildes rumstrampeln) ein Weglaufen vor tieferen Gefühlen sein kann und deshalb in diesem Fall das diametrale Gegenteil einer Orgontherapie darstellt, konnte keine Rede sein. A war alles mögliche gewesen, aber definitiv kein Orgontherapeut!

Nach dem Tod von B übernahm D dessen Patienten und stellte mit einiger Verwunderung fest, daß B an sich das gleiche getan hatte wie zuvor A. Zwar auf einem weitaus höherem Niveau, aber der Effekt war derselbe: die Patienten wurden an die Therapie gebunden, weil sie sich besser fühlten, etwa so wie man sich nach irgendwelchen „fernöstlichen Praktiken“ besser fühlt. Sie kamen gerne zur Therapie, aber von einer charakterlichen Umstrukturierung („Entpanzerung“) konnte teilweise jahrzehntelang kaum die Rede sein. Bei C hatte E die Patienten übernommen und stellte bei manchen eine falsche Charakterdiagnose fest, so daß die Therapie bei C ihnen eher geschadet als geholfen hatte.

Schließlich wäre noch F zu nennen, der nach Jahrzehnten der Orgontherapie-Praxis etwas verwundert feststellte, daß er am Ende der jeweiligen Therapie, also beim Öffnen des Beckens, praktisch nie auf die dramatische „Endverschlechterung“ gestoßen war, von der Reich und Baker gesprochen hatten, und bei kaum einem seiner Patienten war der Orgasmusreflex aufgetreten. Da fragt man sich, ob er je wirklich Orgontherapeut gewesen war oder nicht einfach nur ein netter „bioenergetisch orientierter“ Psychiater, der seine Patienten „heilte“, indem er sowas wie ein „Ersatzelter“ war, bei dem sie die Patienten puddelwohl fühlten. Von Fs Schülern schweigen wir lieber und erst recht von G, der jeden zum „Orgontherapeuten“ ausbildete, der nicht rechtzeitig auf einen Baum klettern konnte…

Ich hätte beinahe geschrieben: Wenn ich das Wort „Orgontherapie“ höre, entsichere ich meine Pistole… Das wäre nicht mal übertrieben, denn ich könnte Horrorgeschichten erzählen bzw. besser nicht… Ich wurde immer wieder gefragt, warum ich so „fanatisch“ und absolut kompromißlos das American College of Orgonomy unterstütze. Die Antwort ist einfach: ohne Elsworth F. Baker und Charles Konia würde es auf diesem Planeten keine Orgontherapie mehr geben! Ja, die Voraussetzungen (Ausbildung zum Arzt, dann Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und danach noch zusätzlich Ausbildung zum medizinischen Orgonom) ist geradezu unmenschlich aufwendig, die lebenslange Supervision außergewöhnlich, aber leider absolut notwendig.

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre

16. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, d. Orgontherapie nach Reich und Baker

12. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, d. Orgontherapie nach Reich und Baker

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, c. Freud, Retter der Kultur

10. Juli 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, c. Freud, Retter der Kultur