Carolin Kebekus und die Orgonomie

Es ist ziemlich nichtssagend, geradezu idiotisch Menschen in „gesund“ und „krank“, „ungepanzert“ und „gepanzert“, „orgastisch potent“ und „orgastisch impotent“ einzuteilen. Wir sind alle miteinander ziemlich verkorkst, aber fast jeder hat Bereiche, in denen er ungepanzert und natürlich agieren kann.

Immerhin gibt es zumindest ein Maß, nach dem man seine Mitmenschen einschätzen kann: sind sie wandlungsfähig oder nicht? Es geht nicht darum, ein guter Schauspieler zu sein, denn viele der großen Schauspieler haben immer nur sich selbst gespielt, sondern darum gut „schauspielern“ zu können. Reich war beispielsweise bekannt dafür, daß er mit Leichtigkeit jede Art von Neurose und Psychose nachspielen konnte. Als guter Therapeut konnte er sich vollkommen in seine Patienten hineinversetzen.

Diese Art von Wandlungsfähigkeit bewundere ich maßlos an Carolin Kebekus. Man zeige mir eine andere 30jährige, die auf so überzeugende Weise eine 13jährige nachahmen kann:

Derartig wandlungsfähige Menschen können offensichtlich nicht stark gepanzert sein, insbesondere haben sie ein ziemlich offenes okulares Segment. Sie können unvermittelt und im freien Wechsel haßerfüllt, ängstlich, freudig erregt, sehnsüchtig und traurig aus den Augen gucken. Ihre Stimme ist ausdrucksstark und melodisch. Der ganze Körper ist frei beweglich. Es ist schlichtweg unvorstellbar, daß sie irgendeinem religiösen oder politischen Extremismus verfallen. Sie sind sozial kompetent, so daß ihr Sexual- und Arbeitsleben ohne größere Probleme verläuft.

Mit einem Satz: sie sollten sich von der Orgonomie angezogen fühlen und das Gesicht der Orgonomie prägen. Das Gegenteil ist der Fall!

Elsa Lindenberg, Tänzerin an der Berliner Staatsoper und Reichs Lebensgefährtin während der 30er Jahre, war so ein Mensch – und hatte stets Probleme mit den neurotischen Sonderlingen, die Reich umgaben (Er selbst hat diese Gestalten später in seiner Rede an den Kleinen Mann beschrieben) Tatsächlich kenne ich niemanden in der Geschichte der Orgonomie, der sich „biophysisch“ mit einer Carolin Kebekus messen könnte.

Spontan fallen mir der lebenslang schwer depressive Elsworth Baker ein; der zwanghafte Theodore Wolfe wurde von Reich in seinen Tagebüchern als charakterologischer „Nazi“ abgekanzelt, Morton Herskowitz mußte sich von Reich anhören lassen, er sei biophysisch tot. So war es mit allen und so ist es mit allen, die mit der Orgonomie verbunden sind.

Warum das so ist? Was für Menschen fühlen sich von Titeln wie Die Funktion des Orgasmus oder Die sexuelle Revolution angesprochen? Überhaupt: was muß man für ein verkorkster Sonderling sein, um sich mit Dingen wie „Orgonenergie“ zu beschäftigen? Was will man schon groß erwarten, wenn vor allem Psychologen, Psychiater (und gar deren Patienten) zur Orgonomie finden! Das sind Studiengänge, die Menschen anziehen, die starke „psychische“ (emotionale) Probleme haben.

Das erklärt auch, warum seit ungefähr 20 Jahren die Orgonomie so gut wie tot ist, nachdem sie sich in den 60er, 70er und 80er Jahren von ihrer Zerschlagung in den 50er Jahren zusehends zu erholen schien. Die neurotischen Sonderlinge („Suchende“), elende Spinner, haben dem Zeitgeist folgend die „Spiritualität“ für sich entdeckt – und da kann Wilhelm Reich nun wahrhaftig nicht mehr mithalten.

Ich glaube, das Problem ist kaum lösbar, da die Orgonomie außerhalb der mechano-mystischen Zivilisation steht und entsprechend traurige Außenseiter anzieht. Sie zieht die Opfer der gepanzerten Gesellschaft an. Jene, die, da sie (immer mit dem anfangs erwähnten Vorbehalt!) wenig gepanzert sind, an sich ganz gut in der gepanzerten Gesellschaft zurechtkommen, stehen der Orgonomie geradezu feindselig gegenüber!

So werden wohl in absehbarer Zukunft kaputte Typen wie Orson Bean das Gesicht der Orgonomie bleiben, statt (konventionell als auch orgonomisch gesehen) gesunde Menschen wie Carolin Kebekus.

Es paßt durchaus ins Bild, daß Kebekus feige ihr linksliberales Fähnchen nach dem Wind hängt, sich brav dem „gesellschaftlich fortschrittlichen Kräften“ anbiedert, auf das Mieseste über die Katholische Kirche herzieht (ach wie mutig!) und etwa immer wieder über „Nazis“ herzieht. Christoph Schlobies hat kurz und knapp das notwendige dazu gesagt:

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8 Antworten to “Carolin Kebekus und die Orgonomie”

  1. Manuel Says:

    Aber Vorsicht :

  2. Peter Nasselstein Says:

    Ein Scherz!!!

  3. O. Says:

    Über Geschmack lässt sich streiten oder auch nicht. Attraktive Frauen sollte man nicht für besonders „reichianisch gesund“ halten. Sie sind meist doch leicht „hysterisch“ und daher von ihrer Ausstrahlung attraktiv.
    Und hier scheint dann oft die okulare Panzerung der Hysterikerin auf den Mann überzuspringen. (vegetative Identifikation) Der Rest der Segmente gerät natürlich auch in Schwingung bei den typisch „hysterischen“ Bewegungen, die mehr Vitalität versprühen als dies bei anderen Charaktertypen üblich ist. (also nochmal Reichs Charakteranaylse zum hysterischen Charakter lesen, dann weiß Mann worauf Mann sich einlässt)

    Aber zum Anschauen und Träumen eben ganz nett, wenn man drauf steht. In Beziehung zu treten ist die Herausforderung und dann handelt Mann sich ein unterhaltsames Problem ein – was aus rein psychologischer Sicht evtl. als „Liebes-Wahn“ beschrieben werden kann.

    Auf jeden Fall ist das mal ein netter Grund, seinen Therapeuten wieder aufzusuchen, wenn Probleme auftauchen. Aber dann nicht zum Psychiater gehen, da halte ich einen Psychologen dann doch für ratsamer.

    ________________________

    Aber manchmal sollte man nicht analysieren, sondern es auch sich zukommen lassen … oder seine Schwärmerei genießen.

    Und wie gut, dass die Geschmäcker eben verschieden sind.

  4. O. Says:

    Und nun gebe ich noch eine Anekdote zum Besten, die Reichianische Therapie wiederspiegelt, wer den Reichianer kennt, weiß genau wer gemeint ist, weil sein Humor unverwechselbar ist.

    Thema der Therapiesitzung war die eigene Familie und zu dem Zweck sollte ich mal Fotos mitbringen.

    Ich lege (ob Stolz weiß ich nicht mehr, aber mit dem Wissen, dass meine Mutter doch eine attraktive Frau in ihren besten Jahren (ca. 25-26 J.) war und durchaus wie eine Dame repräsentieren kann sowie gelegentlich auch mal Modell stand. –
    Der Therapeut (Psychologe) wirft einen Blick auf meine Mutter und sagt trocken, sie sähe (vielleicht ganz nett, aber) ohne Ausstrahlung aus, sprich uninteressant als Frau! – Hups, ich glaube mir entgleiste zum ersten mal das Gesicht.
    War ich bisher doch der Meinung, dass ich eine attraktive Mutter hätte. Nun so löst man auch den Freudschen Ödipuskomplex (falls dieser überhaupt therapeutisch relevant ist) in 2 Minuten. Ein heilsamer Schock sozusagen, der das Thema Mutter schnell beleuchtet und erledigt.
    Übertragen auf das Leben und andere Frauenbeziehungen: Vielleicht sollte man weniger auf das Äußere achten, als mehr auf das Gefühl, dass bei einem selbst ausgelöst wird.
    Körpertherapeutische Interpretation: Die Mutter wirkt emotional sehr zurückhaltend, vielleicht auch unglücklich depressiv. Dies prägt natürlich den Kontakt zum heranwachsenden Sohn. Es wird natürlich einmal davon weggeschaut, ob die Frau „schön“ ist, sondern wie ihr (körperlich-emotionaler) Ausdruck ist. Es geht also um den energetischen Ladungs- Zustand des Körpers und dessen Entwicklung.
    Der „Schock“ als Intervention dient der Neustrukturierung alter Überzeugungen, die heute keinen Sinn mehr ergeben. (Abnabelung von der Mutter).

    Eine solche therapeutische Situation kann man unterschiedlich interpretieren – sie ist nur aus der Situtaion heraus sinnvoll. Dies soll nur ein Beispiel sein, dass man mit Reichs Wissen um Therapie ganz unorthodox umgehen kann, wenn man weiß, was man tut.

  5. David Says:

    Mir hat schon mal jemand – weil Orgontherapie und auch sonstige reichianische Therapie in meiner Gegend nicht zu haben sei und außerdem zu teuer sei, statt dessen empfohlen, Schauspiel-Unterricht zu nehmen!

  6. David Says:

    Relativ optimistisch, fröhlich, und ungepanzert wirkt auf mich auch – im unten angegebenen Spiegel-Video – Amy Chuan.

    Das ist die „Tigermutter“, jene wegen ihrer ultra-autoritären Erziehungsmethode umstrittene Amerikanerin chinesischer Abstammung:

    http://www.bild.de/BILD/ratgeber/kind-familie/2011/01/22/amy-chua-erziehungs-debatte/fuer-den-erfolg-musst-du-deine-kinder-quaelen-buch-chinesin.html

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.erziehung-in-den-usa-kann-es-die-chinesische-mutter-besser.1b946e27-48f3-4d86-a77a-3b903728ed4e.html

    Im Video:

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,741314,00.html

    wirkt diese Person entfernt ähnlich wie Carolin Kebekus, sie wirkt auf mich relativ ungepanzert, man hat das Gefühl, dass keine Kontaktlosigkeit vorherrscht sondern intensiver Kontakt zur Realität vorhanden ist, und zu dem Publikum, zu dem sie offenbar spricht.

    Realistisch erscheint auch ihre Frage, wie kann man sich entfalten, wenn man mangels „credentials“ nicht die Arbeitsstelle bekommt, die man will!

    Ich werde momentan mit dem Widerspruch zwischen ihrer positiven emotionalen Ausstrahlung und ihrer autoritären Erziehungsmethode nicht fertig.

  7. Klaus Says:

    Eben bei Google-News gelesen; wollte ich mir nicht verkneifen hier reinzustellen: Kebekus entpuppt sich hier als so dämlich wie alle linksliberalen Kirchenkritiker:

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