Posts Tagged ‘Schauspieler’

David Holbrook, M.D.: DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE

29. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Der Weg eines Orgonomen zur Orgonomie

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 8)

11. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 7)

9. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Orson Welles

18. November 2018

Orson Welles war zweifellos ein sehr großer Schauspieler. Bemerkenswert ist seine Theorie von der Kunst des Schauspielerns. Welles‘ zufolge setzt man nicht etwas auf, keine Charaktermaske, sondern man nimmt ganz im Gegenteil Masken ab und offenbart Aspekte seiner selbst, die sonst verborgen bleiben. In diesem Sinne ist gute Schauspielerei keine Lüge! Hier ein Beispiel seiner Schauspielkunst aus der Dean Martin Show in den 1960er Jahren – als so etwas noch möglich war, da die Kultur des Westens noch nicht vom linken Gesindel zerstört worden war:

Hier stellt Welles Falstaff dar, eine der wenigen durch und durch guten Figuren der Weltliteratur, ein ungepanzerter Mensch – etwas, was ich weitgehend auch Welles selbst zugestehe! (Ich verweise auf seine Darstellung von Falstaff in seinem gleichnamigen Film.)

Welles‘ selbst bewunderte die Schauspielkunst von James Cagney, den er für den besten Filmschauspieler aller Zeiten hielt. Das bemerkenswerte an Cagneys Leinwandpräsenz war, daß er sich nicht eine Sekunde „wie ein normaler Mensch“ vor der Kamera verhielt. Es war alles gespielt und hoch stilisiert. Es war schlichtweg Kunst. Es war in jeder Sekunde stimmig und genau das, was notwendig war, um die Essenz des Dargestellten zu vermitteln. Es ist sinnlos den Alltag abzufilmen, es ist sogar in bestimmter Hinsicht eine Lüge, denn er gewinnt nur Bedeutung durch den Subtext, das LEBEN, das wir leben. Der Schauspieler muß einen Weg finden, diese Bedeutungstiefe durch seine „künstliche“ Mimik und Gestik zu vermitteln. Wenn Cagney etwa einen Kellner spielt, ist seine Darstellung wahrhaftiger, als das, was man erhält, wenn man einen echten Kellner mit versteckter Kamera filmt. (Was „echt“ und „unecht“ betrifft verweise ich auf Welles‘ Film F – For Fake!)

Welles hätte seine Seele gegeben, hätte er etwa den „Paten“ spielen dürfen. Gemeinhin wird Marlon Brando für seine Leistung in diesem Film angebetet. Ich frage mich aber, ob seine Schauspielkunst, bei der er ganz in seine Rolle aufging, wirklich das Optimum war. Er spielte schließlich einen MÖRDER, der eine Autoritätsperson für Dutzende andere Mörder darstellen mußte, die nur überleben konnte, wenn sie Angst bei Leuten hervorrief, die sich ansonsten vor nichts fürchten. Bei Brando ist „Don Corleone“ nur ein guter Onkel, während bei Welles‘ hypothetischer Darstellung das BÖSE und der schiere Terror durchgeschienen hätte, also das, worum es überhaupt geht. (Ich verweise auf Welles‘ schier unerträglich bedrückende Verkörperung des Bösen in Hauch des Bösen.)

Welles war ein Wunderkind gewesen. Er hat oft den Witz gemacht, daß es seit seinem 25. Lebensjahr für ihn abwärts ging, was den Ruhm betraf. In einem absurd frühen Alter war er ein persönlicher Freund von Präsident Roosevelt gewesen und im Nachkriegseuropa hatte er engen persönlichen Umgang mit Politikern, beispielsweise Churchill. Vor diesem Hintergrund verwahrte er sich gegen die billige, wohlfeile Rede von den Politkern als Schurken. Es seien keine Schurken, sondern SCHAUSPIELER, die auf ihre Weise das Leben und Streben einer Nation verkörpern. Ihr Auftreten in der Öffentlichkeit ist genausowenig „unecht“, wie das von James Cagney vor der Kamera.

Aber auch zweifellose Bösewichter wie Hitler und Merkel konnten ihre Länder nur deshalb ins Unglück stürzen, weil ihre Charakterstruktur perfekt mit der durchschnittlichen Charakterstruktur der Massen harmonierte. Siehe dazu Reichs Die Massenpsychologie des Faschismus.

Was Welles und Reich betrifft, gibt es m.W. nur eine einzige Verbindung und zwar, absurderweise, über Ernest Bornemann: https://books.google.de/books?id=RYzVCgAAQBAJ&pg=PT31&dq=orson+welles+reich+borneman&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjR5Mrkr87eAhXswIsKHTZFD9gQ6AEILzAB (vgl. hier).

Carolin Kebekus und die Orgonomie

6. Dezember 2015

Es ist ziemlich nichtssagend, geradezu idiotisch Menschen in „gesund“ und „krank“, „ungepanzert“ und „gepanzert“, „orgastisch potent“ und „orgastisch impotent“ einzuteilen. Wir sind alle miteinander ziemlich verkorkst, aber fast jeder hat Bereiche, in denen er ungepanzert und natürlich agieren kann.

Immerhin gibt es zumindest ein Maß, nach dem man seine Mitmenschen einschätzen kann: sind sie wandlungsfähig oder nicht? Es geht nicht darum, ein guter Schauspieler zu sein, denn viele der großen Schauspieler haben immer nur sich selbst gespielt, sondern darum gut „schauspielern“ zu können. Reich war beispielsweise bekannt dafür, daß er mit Leichtigkeit jede Art von Neurose und Psychose nachspielen konnte. Als guter Therapeut konnte er sich vollkommen in seine Patienten hineinversetzen.

Diese Art von Wandlungsfähigkeit bewundere ich maßlos an Carolin Kebekus. Man zeige mir eine andere 30jährige, die auf so überzeugende Weise eine 13jährige nachahmen kann:

Derartig wandlungsfähige Menschen können offensichtlich nicht stark gepanzert sein, insbesondere haben sie ein ziemlich offenes okulares Segment. Sie können unvermittelt und im freien Wechsel haßerfüllt, ängstlich, freudig erregt, sehnsüchtig und traurig aus den Augen gucken. Ihre Stimme ist ausdrucksstark und melodisch. Der ganze Körper ist frei beweglich. Es ist schlichtweg unvorstellbar, daß sie irgendeinem religiösen oder politischen Extremismus verfallen. Sie sind sozial kompetent, so daß ihr Sexual- und Arbeitsleben ohne größere Probleme verläuft.

Mit einem Satz: sie sollten sich von der Orgonomie angezogen fühlen und das Gesicht der Orgonomie prägen. Das Gegenteil ist der Fall!

Elsa Lindenberg, Tänzerin an der Berliner Staatsoper und Reichs Lebensgefährtin während der 30er Jahre, war so ein Mensch – und hatte stets Probleme mit den neurotischen Sonderlingen, die Reich umgaben (Er selbst hat diese Gestalten später in seiner Rede an den Kleinen Mann beschrieben) Tatsächlich kenne ich niemanden in der Geschichte der Orgonomie, der sich „biophysisch“ mit einer Carolin Kebekus messen könnte.

Spontan fallen mir der lebenslang schwer depressive Elsworth Baker ein; der zwanghafte Theodore Wolfe wurde von Reich in seinen Tagebüchern als charakterologischer „Nazi“ abgekanzelt, Morton Herskowitz mußte sich von Reich anhören lassen, er sei biophysisch tot. So war es mit allen und so ist es mit allen, die mit der Orgonomie verbunden sind.

Warum das so ist? Was für Menschen fühlen sich von Titeln wie Die Funktion des Orgasmus oder Die sexuelle Revolution angesprochen? Überhaupt: was muß man für ein verkorkster Sonderling sein, um sich mit Dingen wie „Orgonenergie“ zu beschäftigen? Was will man schon groß erwarten, wenn vor allem Psychologen, Psychiater (und gar deren Patienten) zur Orgonomie finden! Das sind Studiengänge, die Menschen anziehen, die starke „psychische“ (emotionale) Probleme haben.

Das erklärt auch, warum seit ungefähr 20 Jahren die Orgonomie so gut wie tot ist, nachdem sie sich in den 60er, 70er und 80er Jahren von ihrer Zerschlagung in den 50er Jahren zusehends zu erholen schien. Die neurotischen Sonderlinge („Suchende“), elende Spinner, haben dem Zeitgeist folgend die „Spiritualität“ für sich entdeckt – und da kann Wilhelm Reich nun wahrhaftig nicht mehr mithalten.

Ich glaube, das Problem ist kaum lösbar, da die Orgonomie außerhalb der mechano-mystischen Zivilisation steht und entsprechend traurige Außenseiter anzieht. Sie zieht die Opfer der gepanzerten Gesellschaft an. Jene, die, da sie (immer mit dem anfangs erwähnten Vorbehalt!) wenig gepanzert sind, an sich ganz gut in der gepanzerten Gesellschaft zurechtkommen, stehen der Orgonomie geradezu feindselig gegenüber!

So werden wohl in absehbarer Zukunft kaputte Typen wie Orson Bean das Gesicht der Orgonomie bleiben, statt (konventionell als auch orgonomisch gesehen) gesunde Menschen wie Carolin Kebekus.

Es paßt durchaus ins Bild, daß Kebekus feige ihr linksliberales Fähnchen nach dem Wind hängt, sich brav dem „gesellschaftlich fortschrittlichen Kräften“ anbiedert, auf das Mieseste über die Katholische Kirche herzieht (ach wie mutig!) und etwa immer wieder über „Nazis“ herzieht. Christoph Schlobies hat kurz und knapp das notwendige dazu gesagt: