Posts Tagged ‘Spiritualität’

Die trans Pest (Teil 2)

21. August 2026

Primäre Triebe kommen stets da heraus, wo sie nach der gegebenen Natur der Dinge sollen, bei a, b und c, sie werden zu sekundären Trieben, wenn sie unnatürlicherweise bei d, e, f, g, h, i, j …. u, v, w, x, y, z herauskommen, da die Panzerung a, b und c verstopft. Da dieser falsche, krankhafte Abfluß immer noch eine gewisse Erleichterung und damit Energieökonomie garantiert, kann man sekundäre Triebe als sozusagen „queere“ Selbstheilungsversuche des Organismus betrachten. Deshalb fühlen sich trans Leute während und nach der Transition jedenfalls zunächst so erleichtert. Das Fatale ist nun, daß diese Perversionen keine tiefgreifende Befriedigung schenken, immer ein Rest an nagender Unruhe bleibt und sie deshalb immer weiter ausufern. Deshalb hält bei trans Leuten die Erleichterung nicht lange an und es geht ihnen meist schlechter und schlechter, egal wie sie das zu überspielen versuchen. Die Gesellschaft sei schuld und deshalb müsse man immer radikaler für trans Rechte eintreten. Der krankhafte Spieler, der erst aufhört, wenn er ruiniert ist, ist ein weiteres Beispiel, obwohl der selten die Gesellschaft für seinen Abstieg in die Hölle verantwortlich macht.

Sekundäre Triebe vermitteln nur die Illusion kurativ zu sein, sind es aber nicht – im Gegenteil. Es muß darum gehen, sie einzuschränken und den Patienten beizubringen, die Angst auszuhalten, die der daraus resultierende Energiestau erzeugt. Je mehr der Patient lernt, die Angst zu ertragen, desto mehr findet er auch den Mut durch die Barriere durchzubrechen, die „a, b und c“ blockiert.

Das, woran der Therapeut im Patienten als heimlichen Verbündeten im Kampf gegen die Neurose appelliert, sind niemals die sekundären Triebe, sondern immer die untergründig noch vorhandenen, sozusagen „okkult“ gewordenen primären Triebe. Sie drücken sich als Traum von einem besseren Leben, Idealismus, Kulturbeflissenheit, Religiosität, „Spiritualität“, Sentimentalität, etc. aus. Diese erhebenden Gefühle sind ein verzerrter Kontakt zum Kern, während sekundäre Triebe ganz zur sekundären Schicht oder gar zur Fassade gehören. Dies erklärt übrigens auch, warum die orgonomische Sozialpsychiatrie den Konservativen so wohlgesonnen ist. Im gesellschaftlichen Organismus vertreten die Konservativen nämlich diesen verzerrten Kernkontakt, an den man appellieren muß, wenn man die Gesellschaft gesund machen will. Die orgonomische Sozialpsychiatrie ist demgegenüber so unerbittlich gegen alles Liberale und Linke eingestellt, weil die Liberalen und Linken als Vertreter der Fassade tendenziell dazu neigen, den sekundären Trieben, dem DOR, freien Lauf zu lassen und dies sogar als therapeutisch erachten. Pride! Damit zerstören sie die Gesellschaft. Und wenn konservative Politiker dies beklagen und gegen Rock, Rap, Porno, queer und trans und Gewalt wettern – werden sie von den pseudoliberalen Medien lächerlich gemacht, gar als „Nazis“ beschimpft.

Ein Patient hat queere oder trans Impulse. Ist deren Ausleben stets zu unterbinden? Wie gesagt bieten solche sekundären Triebäußerungen langfristig keine Befriedigung und bilden eine Spirale nach unten (totale Abpanzerung, Zusammenbruch oder Krebs), aber natürlich sind es partielle Energieentladungen, die zumindest kurzfristig eine gewisse Energieökonomie sichern. Es ist wohl ein Kunstfehler, den Patienten in seiner sekundären Triebäußerung zu unterstützen, aber es wäre auch verantwortungslos sie mir nichts dir nichts einzuschränken und so vielleicht einen psychotischen Zusammenbruch, einen Selbstmord oder so zu provozieren.

Das wichtigste ist, den Betroffenen niemals, unter keinen Umständen moralisch und menschlich zu verurteilen. Nur die Liebe kann heilen. Es ist nur die Frage, was man „liebt“. Reich hat das Mitte der 1950er Jahre sehr gut in bezug auf seine Wüstenforschung ausgedrückt. Er hat die Wüste liebengelernt, weil sie in Gestalt von stacheligen Kakteen und Getier immer noch heroisch gegen den Tod ankämpft. Genauso kann man auch etwa einen einfach nur ekligen masochistischen passiven psychotischen Homosexuellen lieben, weil tief drinnen, entgegen einem Horror-Leben, doch noch irgendwie das Lebendige gegen den Tod ankämpft. Man liebt also nicht á la relativistischen Multi-Kulti-Liberalismus den Homosexuellen und sein „alternatives“ Leben oder sieht darin den ersten Schub der Befreiung, sondern man liebt seine Kernfunktion und bewundert ihn, weil er weiterkämpft, da wo ich oder du bereits Selbstmord begangen hätten. Ein liebenswerter, empfindsamer und auf seine Weise starker und Achtung verdienender Mensch! Therapie bedeutet, diesen Kern zu sehen und ihn zu unterstützen und soweit wie möglich ins Leben zurückzurufen, indem man von außen durch all den Dreck ihm charakteranalytisch entgegenkommt. Die Kakteen (die masochistischen und homosexuellen Perversionen) müssen dem frischen Gras weichen. Und um eine Wüste zu begrünen, begießt man nicht die Kakteen, aber man haut sie auch nicht einfach um, sondern man beschneidet sie nach und nach, um in deren Schatten Platz für das grüne Gras zu machen, das man hegt und pflegt und vorsichtig begießt, bis es schließlich triumphieren und selbst die Macht übernehmen kann.

Der biologische Rechenfehler der „Spiritualität“

16. August 2026

Spiritualität bedeutet, wie der Name schon sagt, schlichtweg, daß der „Geist“ unabhängig vom Körper existieren kann und über dem Körper steht. Das wird generell mit einer „ethischen“ Weltsicht verbunden. Da Menschen eine „unsterbliche Seele“ haben, behandeln wir den Körper entsprechend als den Träger von etwas unendlich Kostbarem und nicht nur als rein materiellen Fleischhaufen. Der Körper als heiliger Tempel der Seele! Materialisten seien entsprechend die geborenen Unmenschen.

Mutter Theresa ist der perfekte Gegenbeweis. Sie leitete den reichsten Orden der Weltgeschichte mit Einnahmen von vielleicht jährlich 50 Millionen Dollar Spendengeldern, doch ihre indischen Sterbehospize und ihre Waisenhäuser hatten praktisch null Fachpersonal und medizinische Einrichtungen. Trotzdem überlebten 50% der Patienten das Sterbehospiz. Ein Arzt, der dort arbeitete, um dann angewidert eine eigene Hilfsorganisation aufzubauen, meinte, daß bei richtiger Behandlung mindestens 75% überlebt hätten. Aber Mutter Theresa ging es explizit gar nicht um die Armen, sondern um den „spirituellen Dienst“ an Jesus, der sich in den Armen offenbare. Warum da Geld für Schmerzmittel, Medikamente, Ärzte und andere schnöde materielle Dinge verschwenden? Diese sadistische Kreatur hat natürlich selbst die moderne Medizin genutzt, um möglichst schmerzfrei ihre elende Existenz zu verlängern. Auch in den vom Orden betriebenen Waisenhäusern vegetierten die Opfer christlicher „Liebe“, da für die Ordensschwestern die Seele schon fertig da ist und man sich deshalb nur um das körperliche Überleben der Kinder kümmern muß. Daß dabei emotional und geistig gestörte Menschen heranwachsen, interessierte nicht.

Wirkliche Liebe kann nur etwas Bioenergetisches sein. Wirkliche Mitmenschlichkeit, Fürsorge und Mitleid ist eine unmittelbare Funktion der kosmischen Orgonenergie – oder eine sadistische Lüge. Ohne die Orgonomie haben wir nur unmenschliche Barbarei.

Wilhelm Reich, Bernd A. Laska und das Erahnenmachen des Kasus Knaxus

19. Juli 2026

Ich fand es immer schreiend komisch, daß sich die „letzten Wahrheiten“ der unterschiedlichen Religionen untereinander kraß widersprechen. „Wahrheiten“, für die sich Menschen selbst opfern und andere töten. Keine Gottesvorstellung und keine Seelenvorstellung stimmt mit der anderen überein. Man spürt und kann intellektuell nachvollziehen, daß sie sämtlich einer der zahllosen durch die Panzerung verzerrten Wahrnehmungen der kosmischen und organismischen Orgonenergie entsprechen, also durchaus einen Wahrheitskern haben, aber es ist halt genau das: ein Panoptikum absurdester sexueller Perversionen. Die Welt der Religionen ist eine bunte divers-perverse Regenbogenwelt! Von ihr etwas über die Orgonenergie erfahren zu wollen, ist etwa so sinnvoll wie in einem BDSM-Klub die Genitalität erforschen zu wollen! Aber, und dieses „aber“ ist entscheidend: die mystischen Religiösen haben wenigstens eine vage Ahnung von der Orgonenergie, während die mechanistischen Atheisten lebende Leichname sind. Seelenlos und innerlich tot, abgetrennt von der inneren und äußeren Natur. Wie in dem besagten Klub: es ist zwar eine widerliche Karikatur, aber immerhin annäherungsweise „Sex“ und ansatzweise sogar „Liebe“!

Das Ahnen der Orgonenergie bedeutet auch, daß das Instrument, das uns die Religion zur Verfügung stellt, nämlich die „Mythologisierung“, ein Potential hat, das der mechanistische Wissenschaft vollständig verschlossen bleibt. Man nehme Reichs Bücher Äther, Gott und Teufel über Gottvater, Die kosmische Überlagerung über den Heiligen Geist und Christusmord über den Sohn. Manche Dinge kann man gar nicht in „rein wissenschaftlicher“ Sprache ausdrücken. Die quasi religiöse Sprache muß auf den unvorbereiteten Leser befremdend, wenn nicht vollkommen bizarr wirken, aber es ist nun mal Fakt, daß es eine „Seele“ und „Gott“ wirklich gibt – nur vollkommen anders, als man es sich bisher vorstellte.

Das letztere ist auch einer der Gründe, warum ich so brutal abwehrend reagiere, wenn Leute mir mit Prana, Chi, Jakob Böhme, Anthroposophie und ähnlichem Dreck, gar einer „orgonomischen Spiritualität“ kommen. Sie haben nichts, aber auch rein gar nichts verstanden!

Man könnte natürlich einwenden, warum denn nicht schlicht Klartext gesprochen wird. Genau DAS ist ja aber das Problem: daß für manche Dinge die Sprache an ihre Grenze stößt. Von manchen Dingen kann man nur „raunen“, weil das Gegenüber sie selbst erfassen muß. Das fing schon mit Reichs Sexualökonomie an: „Ach Willi, Du meinst also das Ficken?!“ „Nein….“ „Also romantische reine Liebe?!“ „Äh, nein…“

Zuletzt hat Bernd A. Laska in seinem LSR-Projekt damit gerungen, wie er den Kasus Knaxus von „LSR“ eigentlich vermitteln soll. Und hat sich schließlich ganz auf die „Re(pulsions- und De)zeptionsgeschichte“ der Werke von LaMettrie, Stirner und Reich zurückgezogen, die den Kasus Knaxus erahnen lassen soll. Die ganze Problematik läßt sich vielleicht anhand des Wirkens von Hitlers Krohnjurist Carl Schmitt, der ein Krypto-Stirnerianer war, ja, erahnen. Ich verweise auf Laskas Schrift „Katechon“ und „Anarch“.

Als Schmitt im Zuchthaus der alliierten Kriegsverbrecher saß, also den absoluten Tiefpunkt seiner Existenz erreicht hatte, fand er Trost und Kraft bei „Max“. Seine gesamte Privatmythologie zielte auf diesen letzten Ausläufer des Späthegelianismus: Max Stirner. Mit ihm rang er privatmythologisch ein Leben lang: „Der Feind ist unsere eigene Frage als Gestalt.“

05In der Jugend von Nicolaus Sombart, Sohn des berühmten Soziologen und Wirtschaftswissenschaftlers Werner Sombart, war Schmitt einer von Nikolaus väterlichen Freunden in der Reichshauptstadt Berlin. Er erinnert sich an etwas, was man nur vor dem Hintergrund von Laskas LSR-Projekts wirklich würdigen kann. Das letzte Geheimnis, das keiner anspricht… Nicolaus Sombart:

Carl Schmitt testete an mir seine Formulierungen. Er brauchte solche Testpersonen, um ihre Wirkung zu erproben. Aber so machte Geschichte Spaß. (…) Offenbar gab es, soviel hatte ich schon begriffen, zwei Arten von Wissen und zwei Arten der Erkenntnis. Beide hatten sie ihre Regeln, ihre Methode, ihre Evidenz. Die eine kannte ich durch meinen Vater; die andere, von der mein Vater nichts hielt, war mir durch meine Freunde Robakidse und Bruno Goetz, aber auch durch meinen Mentor Celibidache vertraut. Es handelte sich offensichtlich um zwei völlig verschiedene Mentalitäten, zwei ganz unterschiedliche Denkstrukturen. Die eine operierte mit Begriffen und Fakten, die andere mit Symbolen und Bildern.

Der entscheidende Unterschied lag wohl in ihrem Begriff von Wahrheit. Für meinen Vater ging der Weg der Erkenntnis über ein Wissen, das allen allgemein und jederzeit zugänglich war. Jeder Mensch guten Willens konnte es sich aneignen und damit den Weg zur Wahrheit betreten. Die Wahrheit war die Summe dessen, was man wissen konnte, natürlich immer nur ein Annäherungswert gegenüber einem absoluten Wissen, aber soweit allgemein verständlich, verifizierbar, übertragbar. Jedem zugänglich, der das Wissensniveau seiner Zeit erreicht hatte, immer einsehbar und aussprechbar. Für den anderen Denktypus lag nun alles genau umgekehrt.

Die Wahrheit ist das, was man nie aussprechen kann und darf. Sie ist ihrer Natur nach „geheim“. Das Wissen, das mit ihr verbunden ist, kann nicht ohne weiteres vermittelt werden. Was öffentlich ausgesprochen und gewußt werden kann, ist nicht wert, gewußt zu werden. Man erschließt sich die Wahrheit nicht durch logisch-diskursives Denken, sondern „erschaut“ sie, wenn man den nötigen Reifegrad erreicht hat. Darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen ist ein Sakrileg. Sie ist das streng gehütete Geheimnis-Monopol einer kleinen Zahl von „Eingeweihten“, der Zugang zu ihr „Initiation“, die nicht jedem gewährt wird. Man muß dazu berufen. „auserwählt“ sein. Das Medium der Verständigung darüber (der Vermittlung des Unaussprechbaren) ist das mythische Bild.

So weit, so gut. Das hatte ich ungefähr kapiert. Hie ein System positiven Wissens, die Grundlage dessen, was wir „Wissenschaft“ nennen – dort ein okkulter Traditionszusammenhang mystischer Gewißheiten und Sinndeutungen, der offenbar so lange zurückgeht, wie man menschliches Denken zurückverfolgen kann. Der Name dafür ist Gnosis.

In Carl Schmitt war mir nun eine sonderbare Mischform dieser beiden so konträren, wie man denken sollte, völlig inkompatiblen Denktypen begegnet. Er war ein Mann der Wissenschaft, des begrifflichen Denkens – ein Professor wie mein Vater, dem rationalen, diskursiven Denken verpflichtet, ein Meister des Syllogismus, der logischen Deduktion. Gleichzeitig aber war er auch der schauende Myste, der Epopt, der seine Einsichten nicht in Begriffen faßt und vermittelt, sondern in Symbolen und Bildern. Er beherrschte beide Register.

Er machte perfekte Wissenschaft – Staatstheorie, Verfassungslehre, Völkerrecht, immer mit einem leichten Vorbehalt, was die Positivität betrifft, aber mit einer emphatischen Betonung der „Wissenschaftlichkeit“. Dahinter stand seine Privat-Mythologie. Er maskierte seine Mythologeme mit einem Anschein von Theoriebildung. Seine Begriffe sind immer bildhaft, suggerieren Symbolisches, evozieren Archetypen. Er spielt mit dem Doppelsinn der Worte, die er als Zeichen benutzt, mit denen er aber Emotionen mobilisiert, die aus der Tiefe aufsteigen. Seine berühmten Formulierungen sind nie einfache „Sätze“, sondern Beschwörungsformeln. Wenn er auch nicht gerade von „Dämonen“ und „Wesenheiten“ sprach, so war doch so etwas im Spiel, wenn er die Mächte beschwor, die die Geschichte bewegen. Mit der griechischen und asiatischen Mythologie hatte er nichts im Sinn. Er bevorzugte die Gedankenfiguren der christlichen Theologie und Gnosis bis hin zu ihren hegelianischen Spätformen. Mit ihrer Hilfe mythologisierte er das ganze 19. Jahrhundert. (Nicolaus Sombart: Jugend in Berlin 1933-1943. Ein Bericht. München: Carl Hanser Verlag, 1984, S. 257-259)

Schmitt rang mit Stirner, weil dieser einerseits faszinierender „Versucher“ war, gleichzeitig aber auch die zu bekämpfende Negation der Kultur, also Satan höchstpersönlich. Er konnte ihn deshalb nicht „akademisch sachlich“ verarbeiten, sondern allenfalls im Rahmen einer Privatmythologie. Eine offene Auseinandersetzung hätte nur Werbung für „das Böse“ gemacht und Schmitts Anliegen gleichzeitig profanisiert und mit einer „demokratischen Zivilisation“ kompatibel gemacht, die er zutiefst verachtete. Tatsächlich hat er Stirner natürlich wie alle anderen intellektuell umgangen und emotional verdrängt. Laska seinerseits will den Kern von Stirners Anliegen durch das Kenntlichmachen dieses Umgehens und Verdrängens in den alleinigen Fokus rücken – und so unser eigenes Umgehen und Verdrängen unterlaufen.

Orgonomische Spiritualität?

13. Juli 2026

In entsprechenden Aufsätzen wird meistens zweierlei getan: erstens spreizen sich die Autoren narzißtisch, was für außergewöhnliche Seelen sie doch seien, und zweitens versuchen sie das „Geistige“ in die vermeintlich „orgonomische Weltanschauung“ zu integrieren. Uns interessiert nur der ins Auge springende bioenergetische Hintergrund: der Drang nach oben, zum Kopf hin, weg vom Genital, egal welche „großseelischen“ und „sexualpositiven“ Lippenbekenntnisse auch immer dargereicht werden.

Diese, wenn man so will, „Verhirnung“ zeigt sich allein schon in der Obsession mit „weltanschaulichen“ Fragen. Tatsächlich hat Reich keine „Weltanschauung“ vertreten (von denen gibt es wahrhaftig schon genug!), sondern schlicht geforscht, seine Ergebnisse präsentiert und miteinander in einen Zusammenhang gebracht. Es handelt sich definitiv nicht um eine „Philosophie“, die man annehmen, vertreten und verbreiten könnte. Zwar kann man insbesondere Äther, Gott und Teufel so lesen („ein Universum aus einer Art Energiesuppe, in der es zu Verdickungen kommt“ etc.), aber die zentrale Aussage des Buches ist, daß der gepanzerte, d.h. „mechano-mystische“ Mensch nach dem Absoluten sucht, an das er sich festklammern kann, weil er Angst vor Bewegung hat.

Genau hier entlarven sich die Vertreter einer „spirituellen Orgonomie“! Ihre gesamte „Spiritualität“ ist genau das und nichts außerdem: die verzweifelte Suche nach bzw. das ängstliche Festklammern am „Absoluten“ – dem „Geist“. Ihr durchweg anti-orgonomisches Streben ist, wie angedeutet, bioenergetisch schlicht und ergreifend Orgasmusangst und die „Phänomene“, auf die sie verweisen, sind bisher unverstandene Funktionen der Orgonenergie im allgemeinen und Phänomene die zum Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ gehören im besonderen. Daß es bei letzteren durchweg um Erscheinungen der orgonotischen Erregung und Anziehung geht, verdrängen sie systematisch, denn genauso wie alles Religiöse mit Hilfe der orgonotischen Pulsation und des energetischen Orgonoms SEXUALÖKONOMISCH erklärt und „genichtet“ werden kann, wird mittels der orgonotischen Erregung und Anziehung auch alles Spirituelle SEXUALÖKONOMISCH dekonstruiert.

Mystik und Spiritualität sind nichts anderes als verzehrte Wahrnehmungen der Bewegung (Pulsation und KRW) und des einheitlichen Funktionierens (Erstrahlung und Anziehung) der kosmischen Orgonenergie – und haben als solche genausowenig etwas in der Orgonomie zu suchen wie, sagen wir, Sadomasochismus, Nationalsozialismus, Tantrismus oder Transvestitentum.

Die Krokodile der Orgonomie: Das Verschwinden der Orgonomie

15. Juni 2026

Wie in Die Massenpsychologie des Buddhismus dargelegt, beruht unsere gegenwärtige Kultur auf zwei funktionellen Transformationen: die von Emotion in Sensation und die von Erregung in Wahrnehmung. Oder mit anderen Worten Sensationen treten an die Stelle von Emotionen und beginnen entsprechend die kulturelle Atmosphäre zu prägen. Das gleiche gilt für Wahrnehmung und Erregung. Da die Massen unfähig sind funktionell zu denken, wird dieses bioenergetische Geschehen als zunehmende „Spiritualität“ mißinterpretiert. Die „kontemplative Stille“ und die „geistigen Welten“, die sich neu erschließen, gehen auf eine grundlegende Störung der bioenergetischen Struktur zurück: das im Zentralen Nervensystem Struktur gewordene energetische Orgonom dominiert vollständig das im Autonomen Nervensystem Struktur gewordene und im Solar Plexus zentrierte orgonotische System. Entsprechend verlagert sich die Energie vom Bauch auf den Kopf. Das bedingt gleichzeitig, daß diese „neue Spiritualität“ im krassen Gegensatz zur „alten Spiritualität“ (insbesondere die des Christentums) politisch eher links orientiert ist.

Problem ist, daß die Orgonomie in einer solchen Kultur nicht überleben kann. In der Orgontherapie geht es nicht um die „Psyche“, sondern um die Emotionen, es geht nicht um „Beurteilung“ (die, im Sinne der alten Psychoanalyse, kaum mehr ist als Verurteilung), sondern um die Befreiung blockierter Erregung. Heute hingegen tendieren die Menschen eher dazu, alles Bioenergetische kurzschlüssig in haltlose Phantasiewelten umzusetzen. Man braucht nur den Fernseher anzumachen, ins Kino zu gehen oder in einem Buchladen stöbern: „Fantasy“ wohin man schaut. Von Computerspielen will ich gar nicht erst anfangen!

Die Orgontherapeutin und Leiterin eines „Wilhelm Reich Instituts“ Dorothea Fuckert hat diesen grundlegenden Wandel seit Reichs Zeiten erfaßt – und setzt sich an die Speerspitze dieser „bioenergetischen Entwicklung“. 2014 zog ich folgendes aus dem Netz:

Wir haben die meisten Projekte eingestellt, sowohl die physikalische Forschungsarbeit als auch die Herausgabe unserer Zeitschrift [für Orgonomie]. Die Orgontherapie kommt nur noch selten zum Einsatz. (…) Wir bieten weiterhin Seminare an, nicht zu Themen der Orgonomie im engeren Sinne, sondern im weiteren Sinne zu Themen eines funktionellen Gesundheitsverständnisses, energetisch-spiritueller Therapiekonzepte, einer kosmischen Weltsicht und einer gemeinsamen, geistig-energetischen Schöpfungsquelle.

(…) Was die Orgontherapie anbelangt, so ist festzustellen, daß sich die innere Struktur des Menschen heute im Vergleich zu Reichs Zeiten ziemlich verändert hat. Die spezielle bioenergetische, neurotische Dreischichten-Struktur taucht kaum mehr in der Psychotherapiepraxis auf. Vielmehr haben wir es vorwiegend mit dissoziativen Strukturen und vielen Persönlichkeitsanteilen zu tun. Dies erfordert ganz andere Techniken. Hinzu kommt die Tatsache, daß sich viele Menschen in einer tiefgreifenden spirituellen Suche und Entwicklung befinden. Wir selbst haben uns bewußtseinsmäßig verändert. Unsere Behandlungsangebote entwickelten sich mit unserer eigenen Entwicklung. (…)

Einen weiteren Aspekt dieser Entwicklung finden wir beim „Wissensmanager“ Bernhard Harrer. Bei ihm fand sich 2014 folgendes:

[Harrer] dachte, wenn Reich Recht hatte und es wirklich eine Lebensenergie gab, die geschädigt und wieder geheilt werden konnte, dann müßte dieses Wissen doch einen Einfluß auf das Denken der Menschen haben. Es galt also, die Experimente von Reich nachzuvollziehen, und so nahm er zu allen Menschen Kontakt auf, die über Reich forschten. (…) Während seinem Meteorologiestudium saß Harrer stundenlang vor dem Lesegerät und vertiefte sich in das Reichsche Werk. Als ordentlicher Reichianer absolvierte er zudem eine körperorientierte Psychotherapie. 1989 (…) konnte Bernhard Harrer eine Projektgruppe zum Thema „Orgonbiophysik – kritische Evaluation der biophysikalischen Arbeiten von Wilhelm Reich“ aufbauen. (…) Je genauer seine Experimentaldaten wurden, je mehr Störgrößen ausgeschaltet werden konnten, desto weniger konnten die Erscheinungen auf solche Vorgänge zurückgeführt werden. Eine physikalische Lebensenergie schien auf diese Weise nicht nachweisbar.

Bernhard Harrer ging nun mit der Hartnäckigkeit eines Naturwissenschaftlers an die Texte Reichs heran und unterzog die gesamte Literatur einer nochmaligen kritischen Analyse. Es wurde immer deutlicher: Reich hatte zum Beispiel Temperaturunterschiede auf seinen experimentellen Anordnungen nur deshalb messen können, weil die Sonne auf unterschiedliche Oberflächen fiel. Selbst Elektrosmog wurde von Reich als Lebensenergie interpretiert. Auch der Besuch im Reichmuseum in den USA brachte nur noch die letzte Bestätigung: Die Versuchsanordnungen Reichs waren zu simpel. Die Geräte waren nicht stabilisiert, und einfache Spannungsschwankungen im Stromnetz erklärten das von Reich als Pulsieren von Lebensenergie bezeichnete Flackern in Vakuumröhren. Reich war es nicht gelungen, Lebensenergie physikalisch nachzuweisen.

In der Folge war es die Beschäftigung mit den Theorien von Burkhard Heim und John Eccles, die Harrer halfen, zu verstehen, daß Lebensenergie nicht physikalisch in Erscheinung tritt. „Damals begann ich zu erahnen, daß Lebensenergie aus anderen Bereichen der Wirklichkeit kommt – Bewußtsein steuert das Leben.“ Anhand der Psychosomatik machte er sich deutlich: Das biologische Funktionieren wird von bewußten oder unbewußten seelischen Entscheidungen beeinflußt. So stand für ihn bald fest, daß sich die Arbeit mit dem Cloudbuster von Wilhelm Reich nicht von der eines traditionellen Schamanen unterscheidet.

Wie mit dieser Entwicklung umgehen? Das ganze ist alles andere als neu für die Orgonomie. Sie ist aus der Erforschung und der Therapie von „triebhaften Charakteren“ hervorgegangen, bzw. wurde so von Reich die Charakteranalyse entwickelt (und entscheidende Impulse für die Formulierung der Orgasmustheorie gewonnen). Kurz gesagt ging es um Menschen, die praktisch in jeder Hinsicht das Gegenteil des damaligen triebgehemmten und angepaßten Homo normalis waren. In der Therapie mußte man sie eingrenzen, d.h. davon abhalten „Blödsinn zu machen“; man mußte Kontakt herstellen, also psychoanalytische Deutungen unterlassen, sondern charakteranalytisch vorgehen: mit dem arbeiten, was die Patienten tatsächlich (und unbewußt) im Hier und Jetzt kommunizieren. Auf diese Weise wurde Ordnung ins Chaos gebracht und die Charakterschichten nach und nach aufgedeckt. Durch dieses geordnete Vorgehen („Funktionalismus“) gelang schließlich der „Einbruch ins biologische Fundament“, die Entdeckung der Orgonenergie und ihre praktische Nutzung.

Die oben kurz angedeuteten „alternativen Ansätze“, um mit ähnlichen Phänomenen heute umzugehen, bedeuten das diametrale Gegenteil: das Chaos wird ausgeweitet, der Zugang zur Orgonenergie systematisch verbaut und es geschieht in mancher Hinsicht genau dasselbe wie in der damaligen Psychoanalyse, in der sich zunehmend alles „vergeistigte“ und mit dem „Dritten Ohr“ gehört wurde.

Die Krokodile der Orgonomie

11. Juni 2026

Es sind unreine Geister, Dämonen aus der Hölle, die Reich und die Genitalität nicht ertragen können, aber sich auf perverse Weise doch unwiderstehlich zu Reich hingezogen fühlen. Ihre Kompromißbildung besteht darin, Reich mit sich in die Schlammfluten des Okkultismus zu reißen. Belassen wir die Beschreibung bei fünf Gruppen – es gibt mehr:

1. Spiritisten, die selbst Medien sind, Medien folgen oder gar, etwa durch Rückführung in „Vorleben“, gar „Zwischenleben“ (sic!), ihre „Patienten“ selbst zu Medien machen. Was diese „spirituellen“ Menschen ausgerechnet zu Reich brachte, gehört sicherlich zu den absurdesten Kapiteln in den Annalen der Psychopathologie. Reich hat am Ende der Charakteranalyse ein ganzes Kapitel über diese schizophrenen Geisterseher geschrieben, die das Orgon durch ein ganz bestimmtes Prisma wahrnehmen: die Spaltung von Erregung und Wahrnehmung.

2. Magier im Sinne von Aleister Crowley, die weniger spirituell-ätherisch sind wie die erste Gruppe, d.h. mehr in der pervertierten Sexualität verankert sind. Es sind moderne Alchimisten und Tantriker, die als typische emotionell pestkranke Charaktere, die „Sexualenergien“ zu Machtzwecken kanalisieren wollen. In diese Gruppe fallen auch alle „Satanisten“.

3. Eine erstaunlich große Gruppe bilden die Anhänger von Gurdjieff, einem typischen Okkultbetrüger, auf den nur imgrunde schwache Menschen hereinfallen können. Je wirrer das Gestammel ist, desto mehr Tiefe sehen sie, je absurder die Lügengeschichten, desto faszinierter sind sie, je größer der Gruppenzwang, desto freier fühlen sie sich. Die Massenpsychologie des Faschismus!

4. Noch absurdere Menschen sind jene, die Reich ausgerechnet mit Rudolf Steiner und der Anthroposophie verbinden wollen. Steiner verbindet alle Charakteristika der ersten drei Absurditäten: schizophrener Geisterseher, gemeingefährlicher Okkultist und kompletter Wirrkopf, dem komplette Idioten hinterherlaufen.

5. Apropos Wirrköpfe: Man lese C.G. Jung! Dieser Mann hat kaum einen geraden Satz schreiben können, bei dem man sich nicht fragt, was dieser unsägliche Quatsch eigentlich zu bedeuten hat. Es ist die induzierte Verblödung! Wer Reich und Jung irgendwie miteinander verbinden will… Es macht mich sprachlos! Wie blööööde kann man eigentlich sein?

Ich kann hier unmöglich Beispiele für diese fünf Perversionen des „Reichianismus“ präsentieren, von wegen persönlicher Herabsetzung, übler Nachrede. Man lese doch bitte meine Ausführungen in „Reichianische“ Bücher. Immerhin sind hier wirtschaftliche Interessen betroffen und natürlich das unwiderruflich verlorene Investment einer Lebenszeit, in der sich diese Schweine im Dreck suhlten und sich nun vollkommen mit der okkulten Jauche identifizieren, die ihre Seele bedeckt. Es sind schlichtweg ekelhafte Kreaturen, echte Emotionelle Pest-Charaktere. Krokodile, die im okkulten Schlamm darauf lauern, die Orgonomie mit sich in den stinkenden Dreck zu ziehen.

Wilhelm Reich, Physiker: 6. „Paraphysik“, a. Der Funktionsbereich „koexistierende Wirkung“

20. April 2026

Wilhelm Reich, Physiker: 6. „Paraphysik“, a. Der Funktionsbereich „koexistierende Wirkung“

Die Strategie der linken Verschwörer

5. März 2026

In der Marxistischen Ideologie geht es darum, daß sozio-ökonomische Veränderungen früher oder später eine Neuorganisation der Gesellschaft erzwingen. Dieser Determinismus kontrastiert bereits bei Marx selbst mit einem Voluntarismus: die Revolution müsse forciert werden, denn der politische Umsturz ermöglicht sozio-ökonomische Veränderungen. Die Linke mußte schließlich einsehen, daß sowohl der deterministische Ansatz von Kautsky, als auch der voluntaristische Ansatz von Lenin hoffnungslos sind. Die Produktivkräfte können sich entwickeln, wie sie wollen, es kommt einfach nicht zu einer grundlegenden Veränderung der Produktionsverhältnisse. Und die Erlangung von politischer Macht ist ausweglos, zumal „der Weg durch die Institutionen“ die Revolutionäre korrumpiert und die von ihnen eingeleiteten Reformen die bestehenden Produktionsverhältnisse nur festigen.

Was tun? Der bürgerlichen Politik die Grundlagen entziehen, indem erstens das Bildungssystem und die Kultur (d.h. der Bezug auf die Vergangenheit) zerstört wird, so daß nichts mehr organisch nachwachsen kann, was die „alten Verhältnisse“ stützt, und indem zweitens die bereits bestehenden organisch gewachsenen (sozusagen „räumlichen“) Verhältnisse zerstört werden, insbesondere durch einen Bevölkerungsaustausch. Konkret bedeutet das, daß sich die Menschen nicht mehr als Deutsche fühlen und das Deutschtum in ihrer Umgebung zunehmend „ausdünnt“.

Bioenergetisch betrachtet geht es darum, die Menschen so weit wie möglich von ihrem bioenergetischen Kern zu trennen. Praktisch sieht das so aus, daß Emotionen in Sensationen überführt werden. Beispielsweise geht verbindliche Religiosität in unverbindliche „Spiritualität“ auf, Vaterlandsliebe in „Verfassungspatriotismus“, Nachdenken (d.h. das Durchdringen der oberflächlichen Realität) in „kritisches Denken“ (d.h. das Abgleichen der Realität mit ideologischen Denkschablonen), eine absolute Moral, die Sicherheit und Gewißheit vermittelt, in die relative Moral der Political Correctness, die für ständige Verunsicherung sorgt, etc.

Wilhelm Reich, Physiker: 1. Biophilosophie, d. Kant, Swedenborg, Newton und LaMettrie

16. Dezember 2025

Wilhelm Reich, Physiker: 1. Biophilosophie, d. Kant, Swedenborg, Newton und LaMettrie

Du bist nicht Wilhelm Reich! (Teil 2)

20. Oktober 2025

Reich hat die „göttliche“ Dimension durchaus nicht ausgelassen. Die Frage ist nur, was für einen Gott Reich vertreten hat. Es fing alles damit an, daß er Freuds Atheismus überwunden hatte. Stichwort „ozeanische Gefühle“ gegen Freuds allmächtigen „Geist“, Körper (Reich) gegen Gehirn (Freud), Materie (Reich) gegen Geist (Freud), Natur (Reich) gegen Kultur (Freud), der bioenergetische Kern (Reich) gegen die „bürgerliche Fassade“ (Freud).

Genau hier beginnt die „Reichianische“ Mystik: die Spiritualität dieser Leute ist verkopft, verschroben und kompliziert, ist inspiriert von fernen Kulturen und lange zurückliegenden Zeiten und sie hat so gut wie nichts mit einem unmittelbaren Ausdruck des bioenergetischen Kerns zu tun.

Das ganze ist ein einziges Angebot, dem bioenergetischen Kontakt, dem „ozeanischen Gefühl“, „nach oben“ zu entkommen. In den Augen wegzugehen. Jedenfalls finde ich diesen Augenausdruck bei fast allen „Reichianern“. Er entspricht exakt dem, den man auch findet, wenn man nachts über die Reeperbahn geht und die Augenpartie der Sehmänner betrachtet, die die Sexshops, Pornokinos und Liveshows verlassen.

Die Entsprechung geht sehr weit. Man stelle sich vor, man sitze auf einer Parkbank und erlebt einen grandiosen Sonnenuntergang. Reicht dieses Erleben nicht vollkommen aus? Wäre es nicht eine ekelerregende Perversion, dabei anthroposophisch über den „Sonnengeist“ Christus und seine Blutspende für die Erde zu sinnieren oder an Ra, den ägyptischen Sonnengott, zu denken oder sich auf das Sonnen-Chakra zu konzentrieren und dabei die entsprechenden Mantras zu murmeln. Das wäre das Gegenteil von echter Spiritualität. Hingabe vs. Mind-Fucking.

Charakteristisch für solche Menschen ist auch, daß sie wirkliche Spannung nicht ertragen können, wie sie um Leute wie Reich und Jerome Eden herrschte. Das läuft ungefähr so ab: sie sehnen sich nach „action“ und Kontakt, dann kommt tatsächlich „action“ und Kontakt und sie flüchten „nach oben“ und träumen weiter von „action“ und Kontakt. Eine „spirituelle“ Stufenleiter, die zu immer mehr „Vergeistigung“ führt.

Ich kann an all dem, was uns an „Reichianischer“ angeblicher „Esoterik“ geboten wird, beim besten Willen nichts erkennen, was das orgonomische (for lack of a better term) Paradigma sprengen würde. Ganz im Gegenteil zeigt es nur mal wieder, wie vollkommen überflüssig die „spirituelle“ Ebene ist; daß sie nur eine einzige Funktion hat: vor den ozeanischen Gefühlen, vor der Überflutung des Ich zu bewahren. Es ist ein verzweifeltes Festklammern von Leuten, die ohne diesen Anker, in ihrer Psychose ertrinken würden.

Flucht! Dazu paßt auch das manische Ansammeln diverser Therapietechniken. Wie mal ein südindischer Ayurveda-Arzt gesagt hat: Ich habe 30 Jahre gebraucht, um mich in dieses System auch nur ansatzweise einzuarbeiten – während europäische Ärzte einen dreiwöchigen Kursus machen und dann als „Ayurveda-Spezialisten“ firmieren. Dieses wirre Kraut-und-Rüben-Herumtherapieren kann nur kontraproduktiv sein.

Da reiht sich dann die „Körpertherapie“ ein. Allein schon der Begriff „Körpertherapie“! Entweder weiß man, was man tut, oder man weiß es nicht! Entweder kann man 50 Meter weit schwimmen oder man ertrinkt auf dieser Strecke. Entweder ist man Orgontherapeut oder man ist es nicht. Entweder man ist Chirurg oder man ist es nicht – und Orgontherapie ist nichts anderes als (biophysische) Chirurgie!

Und dann immer dieses Halbwissen. Da ist dann beispielsweise von „Tao-Yoga“ die Rede, das irgendwie mit der „Orgontherapie“ gleichgeschaltet wird. Erst mal werden hier zwei Kulturkreise zusammengemanscht, die wenig miteinander verbindet. Yoga dient der Meisterung des Körpers, damit er der Meditation nicht im Wege steht: der Körper wird wie ein Esel gezüchtigt und unter das Joch (= Yoga) gespannt; die Seele soll hier auf Erden schon genauso frei und unabhängig vom Körper sein, wie später im Tode. Taoistische Übungen andererseits dienen nun weniger der Vergeistigung, sondern ganz im Gegenteil dem Drang nach einem ewigen körperlichen Leben (da der Taoismus ursprünglich kein Leben nach dem Tode kannte), indem die Lebenssäfte nicht sinnlos verausgabt werden: insbesondere durch Coitus reservatus und die Unterdrückung aller Emotionen und Affekte. Beide Traditionen sind im Zen in eins geflossen: die Apotheose des Sitzens und der Unterdrückung aller Gefühle.

Zerschlag das einheitliche Orgon mit deiner blockierten Wahrnehmung und deiner von „Reichianischen“ „Therapien“ irreversibel zerstörten biophysischen Struktur und du hast ein Trümmerfeld vor dir aus abgespaltenen Kräften: Engel-Geistern aus der spirituellen Welt vs. den Dämonen aus der materiellen Welt. Und dein ganzes späteres Leben dreht sich darum, diesen kosmischen Kampf mit Hilfe von „Energiearbeit“ auszufechten.

Ich bin mir sicher, daß ein Mensch, der spürt, wie sein Gehirn sich peristaltisch bewegt (das eigentliche Zeichen eines befreiten okularen Segments), anstatt in einem ständigen „Krampf der reinen meditativen Anschauung“ unbeweglich im Schädel zu ruhen – daß solch ein Mensch gar nicht in der Lage ist, die existierenden östlichen Meditationspraktiken auszuüben. Das ist wie mit der Verdauung: warum sollte ein in dieser Hinsicht gesunder Mensch, sich hinsetzen und „Verstopfung“ üben, um sich der Verdauung bewußt zu werden?! Und das täglich!

Was bedeutet eigentlich „Spiritualität“? Spiritualität ist die Kunst der Unterscheidung. Die Fähigkeit z.B. wahre Kunst von Mist zu unterscheiden. Angesichts dessen, was heute als „moderne Kunst“ gilt, kann man den spirituellen Verfall ablesen. Von dem degoutanten MÜLL, der uns als Esoterik verkauft wird, will ich gar nicht erst reden! Echte Spiritualität ist das Vermögen, wirkliche Tiefe von oberflächlichem Dreck, wie er zu 99,9 Prozent in „Esoterikläden“ angeboten wird, zu unterscheiden.