Iggy Pop und das Orgon

Iggy Pop ist ein Phänomen, weil er stets die Spontanität zelebrierte (inspiriert vom Gottmenschen John Coltrane), keine Maske trug, sondern (im wahrsten Sinne des Wortes) stets nackt auftrat und weil er in seinen Songtexten und Statements immer unprätentiös war und außer Lebensfreude keine „Botschaft“ hatte. Ein durch und durch wunderbarer Mensch, der erfaßt hat, worum es im Leben geht: meide das DOR und suche das OR. „Wenn du Scheiße riechst, versuch wegzukommen, und wenn du etwas Schönes entdeckst, dann nichts wie hinterher.“ Das sei die einzige wichtige Lektion, die ihn das Leben gelehrt habe.

Als ich das Leben in vollen Zügen genoß, bin ich auf ein Interview mit ihm im Magazin mobil der Bundesbahn gestoßen. In den 1970er Jahren lebte er jahrelang auf der Insel Westberlin und konnte als Amerikaner problemlos Ostberlin besuchen. Hamburg und München seien „bunt“ gewesen, Berlin jedoch „schwarzweiß“, aber generell seien in Deutschland die Farben extrem „blaß“. Das kontrastiert er mit Kalifornien und Miami, wo er gegenwärtig lebt:

Deutschland ist ein blasses Stück Land, ein sehr blasses, mit einem ganz speziellen grauweißen 360-Grad-Licht, während man in Kalifornien ein heftiges Sonnenlicht sieht, das alles zu einem gelblichen Relief macht. Bei mir zu Hause in Miami haben wir hingegen eine Art rosafarbenes Streulicht, Es ist, als würde man alles durch ein Glas Champagner ansehen.

Das sind nicht nur Beschreibungen der Lichtverhältnisse auf verschiedenen Breiten- und Längengraden und in unterschiedlichen Klimazonen. Der Künstler Iggy Pop, der davon lebt, sich von der Welt „beeindrucken“ zu lassen und das dann komprimiert wieder „auszudrücken“, nimmt die unterschiedlichen Erregungszustände der atmosphärischen Orgonenergie wahr. Das DOR der „DDR“, wo die Lebendigkeit, „die Farbe“, aus der Atmosphäre verschwunden war, verglichen mit der „Buntheit“ des Westens. Die Farbe Orgonit (scheinbar schattenloses, von überall kommendes „weißes Tageslicht“) in Deutschland. Die generelle „Blässe“ und „Gedämpftheit“ Deutschlands, bedingt durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und der damit einhergehenden „atmosphärischen Anorgononie“. Im Vergleich dazu die hohe Orgonität der USA, die jedem Besucher sofort auffällt und die Atmosphäre in Gelb- und Rosatönen erstrahlen läßt. Hier anale Kontraktion („Scheiße!“), dort phallische Expansion („Fuck!“). Und dann die atmosphärischen Nuancen zwischen den beiden quasi mediterranen Provinzen der USA, Kalifornien und Florida. Es sei nur daran erinnert, wie van Gogh die atmosphärische Orgonenergie in seinen Bildern ausdrückt; der Kontrast zwischen den „deutschen“ Niederlanden und der Provence. Künstler sind wandelnde Orgonenergie-Meßapparate, die die quantitativen vor allem aber qualitativen Unterschiede der atmosphärischen Orgonenergie „messen“.

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