Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 6)

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 3. Der Orgon-Akkumulator

Die Versuche im mit Metall ausgekleideten Raum bestätigten die Möglichkeit, atmosphärische Orgonenergie zu akkumulieren. Dies eröffnete eine Reihe von Versuchen, in denen es schließlich gelang, Orgonenergie zu messen und eindeutig gegen andere bislang bekannte Energieformen abzugrenzen. Ausgehend von der Erkenntnis, daß organische Stoffe Orgonenergie aufsaugend festhalten, metallische Stoffe Orgon ebenfalls anziehen, es aber rasch wieder abstoßen, wurden sogenannte Orgon-Akkumulatoren konstruiert.1 Diese bestehen aus einem Gehäuse aus organischem Material (Holz), das innen mit Eisenblech ausgeschlagen ist. Da die organische Hülle Orgonenergie aufsaugt, das Metall im Innern die Energie abstrahlt, ergibt sich eine Akkumulation der Energie. Die Bewegung der Energie nach innen ist frei, sie kann innen ungehindert oszillieren, die Abstrahlung durch das Metall nach außen ist dagegen durch die äußere Schicht gehindert. Temperaturmessungen, die die Temperatur im Innern des Orgonakkumulators mit der Lufttemperatur außerhalb des Akkumulators verglichen, zeigten, daß die Temperatur im Akkumulator stets höher war als die Außentemperatur, ohne daß im Innern irgend eine bekannte Energiequelle eingeschaltet war. Die Temperaturdifferenz, die teilweise 2°C und mehr betrug, war abhängig von der Tageszeit und der Wetterlage. Bei schönem, sonnigem Wetter war sie größer als bei Regen oder Nebel.2 Einstein bestätigte die von Reich gemachten Beobachtungen zunächst, schloß sich dann jedoch der Theorie eines Assistenten, Leopold Infeld, an, der die Temperaturdifferenz durch Wärmekonvektion im Raum, in dem die Messungen vorgenommen wurden, erklärte. Reich widerlegte diesen Einwand, indem er Messungen sowohl im Freien als auch im Erdboden vornahm und auch Kontrollkästen verwendete, die keine innere Metallverkleidung besaßen. Auch im Erdboden, wo es keine Wärmekonvektion gibt, stellten sich konstant Temperaturdifferenzen zwischen Orgon-Akkumulator und einfacher Holzkiste ein. Einstein erwiderte Reichs Gegenbeweise nicht mehr. Die Gründe hierfür liegen sicherlich außerhalb wissenschaftlicher Beweisführung.3

Die Temperaturdifferenzen können nur durch das Vorhandensein der Orgonenergie erklärt werden. Elektrische oder elektromagnetische Felder kommen für eine Erklärung nicht in Betracht, da das Innere des Akkumulators einen Faraday-Käfig bildet, der alle von außen kommende Elektrizität ableitet. Radioaktive Strahlung, die von den Eisenblechen ausgehen sollte, dürfte keine von Wetter und Tageszeit bedingten Schwankungen der Temperaturdifferenz erzeugen. Außerdem war schon bei der SAPA Bionstrahlung sichergestellt worden, daß keine Radioaktivität vorlag. Die Annäherung einer Magnetnadel an die Mitten der 4 oberen und die Mitten der 4 unteren Kanten des Orgon-Akkumulators führte zu folgendem Ergebnis: „Es stellte sich regelmäßig zur Mitte der oberen Kanten der magnetische Nordpol, und zur Mitte der unteren, der magnetische Südpol senkrecht ein. Schluß: Die Reaktion des Energiefeldes des Orgon-Akkumulators ist orgonotischer und nicht magnetischer Natur.“4

Eine weitere Messung der Orgonenergie neben der Messung der Temperaturdifferenz gelang mit Hilfe eines statischen Elektroskops.5 Reich maß monatelang die Entladungsgeschwindigkeit eines Elektroskops im Innern eines Akkumulators, im Raum und im Freien und verglich die Ergebnisse miteinander. Dabei ging er von folgender Überlegung aus: „Geladene Blättchen-Elektroskope entladen in stark ionisierter Luft rascher als in schwacher oder gar nicht ionisierter Luft. Unter ‚ionisierter‘ Luft versteht man Luft, die negative elektrische Einheiten, ‚Elektronen‘ enthält.“6 Die Entladungszeit des Elektroskops war im Orgon-Akkumulator stets langsamer als außerhalb, auch hier zeigte sich eine Abhängigkeit vom Wetter. Reich kam zu dem Schluß, daß die Geschwindigkeit der elektroskopischen Entladung nur von der atmosphärischen Energiespannung abhängt. Diese Energiespannung ist nicht elektrischer Natur. Sie ist bedingt durch die Dichte der Orgonpartikel in der Raumeinheit der Luft. Je höher die Orgonenergiespannung, desto länger dauert die Entladungszeit eines Elektroskops. Dieser Fund bestätigt die Akkumulationswirkung des Orgon-Akkumulators. Eine Messung der Orgonenergiekonzentration ist also jetzt auch durch die Bestimmung der Entladungszeit eines Elektroskops möglich.

Schließlich konnte Reich noch eine dritte Meßmethode zur quantitativen Bestimmung der Orgonenergie entwickeln.7 Er überprüfte mit einem Geiger-Müller-Zähler, der spezifisch zur Bestimmung von Gamma Strahlen, Röntgenstrahlen und kosmischen Strahlen entworfen worden war, die Auswirkungen der Orgonenergie. Zunächst zeigte der Geiger-Müller-Zähler keine Reaktion, die auf die Existenz elektromagnetischer Strahlen hindeutete. Erst nach etwa drei Monaten stellte sich eine Reaktion des Geiger-Müller-Zählers ein. Die Reaktionen waren dafür sehr ungewöhnlich. Der Impulszähler drehte sich in 58 Sekunden 60 Mal im Kreis, was ungefähr 6000 Ticktönen entspricht. „Eine rohe Kontrolle dieser Erscheinung zeigte, daß in den Kopfhörern kein Ticken gehört werden konnte, … während der Impulszeiger in der Sekunde volle Umdrehungen beschrieb. Wenn die Verbindung mit der Zählröhre gelöst und der Impulszähler angeschlossen wurde, dann drehte sich der Zeiger überhaupt nicht.“8 Da sich die Zählröhre des Geiger-Müller-Apparates im Orgon-Akkumulator offenbar erst mit Orgonenergie vollsaugen mußte, konnten die Ergebnisse erst nach einiger Zeit festgestellt werden.

Die Möglichkeit zur quantitativen Bestimmung der Orgonenergie erlaubte es, stärkere Orgon-Akkumulatoren zu konstruieren und die Ergebnisse objektiv zu überprüfen. Die Anzahl der organischen und metallischen Schichten des Akkumulators wurde erhöht. Dabei wechseln sich organische und metallische Schichten alternierend ab. Eine organische und eine metallische Lage bilden zusammen eine Akkumulatorenschicht. Ein zweischichtiger Orgon-Akkumulator besteht demnach aus zwei Doppelschichten mit je einer organische und einer metallischen Schicht. Messungen mit dem Elektroskop ergaben, daß ein ein-schichtiger Orgon-Akkumulator eine dreimal so hohe Orgonkonzentration aufweist wie die Atmosphäre, ein drei-schichtiger Akkumulator weist die vierfache Konzentration auf, und ein zehn-schichtiger nur die sechsfache. Die Konzentration steigt also nicht linear mit Zunahme der Schichten.9

Die Wirkungen der im Orgon-Akkumulator konzentrierten Orgonenergie auf den menschlichen Organismus möchte ich an dieser Stelle noch ausklammern und sie erst weiter unten behandeln, da nachfolgende Entdeckungen die Erkenntnisse stets erweiterten. Da Ausarbeitungen einzelner Entdeckungen teilweise mehrerer Jahre in Anspruch nahmen und von neuen Erkenntnissen überlagert wurden, halte ich es für das Verständnis des Lesers besser, wenn ich auf eine chronologische Darstellung der weiteren Entwicklung der Erkenntnisse verzichte und stattdessen eine systematische Darstellung der einzelnen Bereiche vortrage.

 

Fußnoten

  1. Vgl. zu den folgenden Ausführungen: Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, Der Krebs, a.a.O. S. 131ff
  2. Diesen Sachverhalt fand ich selbst bestätigt.
  3. Vgl. auch: Laska, B., Die Begegnung W. Reich – A. Einstein, in: Wilhelm-Reich-Blätter 1/76 S. 7–9
  4. Reich, W. Die Entdeckung des Orgons, Der Krebs, a.a.O. S. 144
  5. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf: ebenda S. 145–149
  6. ebenda S. 145
  7. Vgl. hierzu: Reich, W.: Eine motorische Kraft in der Orgon Energie, in: Intern. Zeitschr. f. Orgonomie, Bd. 1 H. 1 1950, S. 4–9
  8. ebenda S. 5
  9. Vgl. Laska, B., Der Orgon-Akkumulator, in: Wilhelm-Reich-Blätter 4/76 S. 56

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Eine Antwort to “Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 6)”

  1. Peter Nasselstein Says:

    https://video.vice.com/en_us/video/mister-tachyon-can-orgone-energy-reduce-stress/5b743383be40774a8044f838

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