Genetik und die Kinder der Zukunft

Die Zwillingsforschung hat jenseits jedes vernünftigen Einwandes gezeigt, daß nicht etwa die Umwelt das Kind formt, sondern umgekehrt das Kind die Umwelt. Wenn etwa der eine musikalisch hochbegabte eineiige Zwilling in einem musikalischen Haushalt aufwächst, wo er von Anfang an aktiv gefördert wird und dergestalt etwa zu einem Konzertpianisten wird, ist es wahrscheinlich, daß sein Zwillingsbruder ebenfalls diese Laufbahn einschlägt, auch wenn er in einer vollkommen unmusikalischen Familie, meinetwegen Unterschicht und verwahrloste Alkoholiker, aufgewachsen ist. Der zweite Zwilling wird sich an Lehrer, Jugendeinrichtungen, etc. wenden, sich ein Stipendiat ergattern, etc. Die Gene sind so gut wie alles. Unser Genpool ist das wichtigste, was wir haben.

Das schlägt allem ins Gesicht woran Reich geglaubt hat. Man muß nur seine Ausfälle gegen die sich entwickelnde Genetik in den 1930er Jahren lesen! Es scheint auch sein Projekt „Kinder der Zukunft“ ad absurdum zu führen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn wenn man die Erkenntnisse der Genetik wirklich ernst nimmt, hat das drastische Folgen für die Erziehungspraxis, denn Erziehung („Einfluß der Umwelt“) wird vollkommen sinnlos. Abgesehen von der Befriedigung ihrer emotionalen (bioenergetischen) Bedürfnisse, die natürlich erfüllt sein müssen, haben wir rein gar nichts mit unseren Kindern zu schaffen. Sie wissen selbst am besten, was sie im Leben machen wollen und wie sie es machen. Sie folgen ihrer Natur und wir können nicht mehr tun, als die Rolle des guten Freundes einzunehmen, der sie dabei unterstützt.

Diesen Blogeintrag kann man mit zwei Namen zusammenfassen: Otto Mainzer (DU SOLLST NICHT UNBEFUGT DAS LEBEN GEBEN) und A.S. Neill (LASST DIE KINDER IN RUHE).

Zu Neills Summerhill siehe den sehr guten Radio-Beitrag hier (ab min 34:10), der kurz alles zusammenfaßt, was hier gemeint ist.

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2 Antworten to “Genetik und die Kinder der Zukunft”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Orgonotische Ladung der Gebärmutter und Zusammenspiel der Gene bei Umweltfaktoren spielen auch eine Rolle.

  2. Roman Schreiber Says:

    Es gibt ja auch die These, dass für eine Demokratie mit einigermaßen funktionierendem Rechtsstaat sowie relativ geringer Korruption ein Mindest-IQ von 90 notwendig ist. Ein arabischer Bekannter erklärte mir neulich unverblümt, dass die Araber einen starken Mann an der Spitze ihrer Staaten brauchten, anders funktioniere das nicht.
    Genauso wie im Erziehungsbereich die Augen verschlossen werden vor der Wichtigkeit der Begabung, so wird bei der Einwanderung behauptet, dass alle Menschen gleich seien, und jetzt Farid aus Afghanistan den nicht geborenen deutschen Nachwuchs ersetzen wird.
    Die Strategie im Erzeihungsbereich besteht darin, immer mehr Jugendlichen eine Hochschulberechtigung zu verschaffen, damit mehr Akademiker den gesellschaftlichen Fortschritt befördern. Das ist nur möglich durch massive Senkung der Anforderungen. An den Universitäten stehen dann die passenden Studiengänge bereit, doch deren Abschluss führt in die berufliche Sackgasse (Gender, Sozpäd, Geisteswissenschaften).
    Gleichzeitig fehlen Handwerker und Facharbeiter, die wir dann… aus Afghanistan etc. importieren.
    So passt alles wunderbar zusammen, und die völlige Bedeutungslosigkeit der Begabungsforschung ist ein weiteres Mal belegt und bewiesen. /Sarcasm

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