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DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, o. Die Kraft der Jedi-Ritter / p. Bioenergetik und Tod

17. September 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, o. Die Kraft der Jedi-Ritter / p. Bioenergetik und Tod

Frank-Reich (Teil 4)

12. September 2026

Das „Institut Wilhelm Reich“ war eine 1977 von dem Arzt und „Psychosomatiker“ Gérard Guasch gegründete Organisation in Paris, wo man einigen echten Kommunisten begegnen konnte. In Frankreich sind die meisten Reichianer überhaupt nicht an Orgonomie interessiert, sondern nur an Therapie und Politik. Immerhin gründete eine Gruppe das „Laboratoire d’Orgonomie Générale“ (LOG), aber ich glaube nicht, daß sie wissenschaftlich viel erreicht haben. Der eine oder andere wird den Artikel „The Appropriation and Distortion of Orgonomy“ (Teil 2 und 3) des verstorbenen Dr. Robert Dew aus The Journal of Orgonomy von 1980 kennen. Wenn Sie sich den Brief des bereits erwähnten Anarchisten Gian Laurens an das College genau ansehen, werden Sie feststellen, daß aus seinem LOG ein „Laboratoire d’Ortho-Génétique“ (!) wurde. Nach eigener Aussage wolle er sich von der „orthodoxen“ Orgonomie distanzieren und diesen Begriff nicht mehr verwenden, sondern lieber „diese Pseudowissenschaft namens Genetik“ angreifen. Wobei Laurens Ingenieur ist, kein Biologe. Er hegte offensichtlich eine große Verachtung für das American College of Orgonomy.

Roger Dadoun (1928-2022), ein Psychologieprofessor, verfaßte 1975 ein freundliches und nicht allzu schlechtes Buch über Reich, Cent fleurs pour Wilhelm Reich (100 Blumen für Wilhelm Reich), das ins Italienische und Spanische übersetzt und 1999 auf französisch neu aufgelegt wurde. Es diente den Franzosen als eine Art Nachschlagewerk, und das ist auch gut so, denn es gab weitaus destruktivere Bücher. Eine sorgfältige Lektüre seines Buches zeigt, daß er Reich bereits 1975 „sanft“ für dessen angeblich moralistischen Ansichten über Homosexualität und prägenitalen Sex angegriffen hat.

Interessanterweise wurde in der Berliner Zeitschrift emotion Nr. 3, 1981, aus Dadouns Cent fleurs pour Wilhelm Reich genau dieses Kapitel über Homosexualität übersetzt. Dort wird Dadouns Opposition zur Orgonomie besonders deutlich. Hier und im Kapitel über Genitalität greift er Reich offen für dessen „konformistisches“ Ideal der sexuellen Normalität an. Reich wurde schon 1975 als engstirniger Cisgender entlarvt!

2007 veröffentlichte Dadoun das Buch Utopies sodomitiques: diagonales de l’anal, dessen Thema bereits im in der emotion veröffentlichen Kapitel anklang und das wie folgt beworben wurde:

Was kann dieses „schändliche Vergnügen“, dieses „schändliche Laster“, „dieses abscheulichste Verbrechen unter allen Verbrechen“ sein, das nur durch Enthauptung, Galgen oder Scheiterhaufen bestraft werden kann, wobei zuvor Feuerfolter, Auspeitschen und andere Mißhandlungen erforderlich sind – ein Verbrechen, das R.-P. Sinistrari von Ameno in seiner 1754 in Rom veröffentlichten Abhandlung De Sodomia mit so viel heiligem Zorn anprangert? Der Name stammt aus dem biblischen Text und lautet Sodomie, oder besser gesagt Sodomien, da die Frau und das Aneinanderreiben der Geschlechtsteile mit Klitoris, Dildos und vielen peniblen Details im Vordergrund stehen. Der Prälat beleuchtet damit nolens volens die Rolle der Sexualität, genauer gesagt der analen Sexualität, genauer gesagt des Anus, in einer theologischen und religiösen Sicht des Menschen, über der der Schatten Satans liegt. Diese Verbindung zwischen Satan und analer Libido untersucht Roger Dadoun methodisch – um eine entscheidende Antwort darauf zu geben – in seinen Sodomitischen Utopien, einem gelehrten Essay, in dem sich die rosa und schwarzen Diagonalen des Analen kreuzen: ein Luther, der auf der Latrine des Klosters Wittenberg hockt und die kommende Reformation halluziniert, ein Hieronymus Bosch, der ein Tausendjähriges Reich schmiedet, in dem der Teufel die Menschen verschluckt, um sie wie Kothaufen auszuscheißen, ein Dante, ein Sade, die Nazihorden, die Auschwitz zum „Anus der Welt“ machten, aber auch die exquisiten lustvollen Sonette des Aretino, Fourier und seine Neue Welt der Liebe, die Erzählungen eines Artaud oder Bataille, die entscheidenden Fortschritte der Psychoanalyse und die höchsten ästhetischen Schöpfungen, die dem Analen seine herausragende Funktion im lebendigen Energiekreislauf der menschlichen Realität zurückgeben.

Wirklich: angesichts des hier hervorgehobenen letzten Satzes sollte man nochmals Dadoun in emotion lesen!

Dadoun näherte sich im Laufe der Zeit immer mehr der Linken und den Anarchisten an und begann zu sagen, daß das Orgon „eher ein Zufallskonzept“ sei und ähnliches. „Qui a peur de Wilhelm Reich?“ (deutsch: „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“) ist ein Essay, der 1999 als langes Vorwort bzw. Begleittext zur Neuauflage von Cent fleurs pour Wilhelm Reich erschienen ist. Hier geht es u.a. um Umweltverschmutzung bis hin zur Pädophilie, er präsentiert aber nie eine solide, gute Darstellung der orgonomischen Sichtweise.

Der Journalist Gerard Ponthieu, ein enger Freund Dadouns, hat zahlreiche Reportagen und Artikel in französischsprachigen Medien veröffentlicht. Ponthieu und Dadoun haben 1999 ein Buch über die Sexualität älterer Menschen mit dem Titel Vieillir et jouir (Altern und Genießen) veröffentlicht. Ponthieu ist Autor mehrerer Bücher und leitete von 1975 bis 1980 die monatlich erscheinende Zeitschrift Sexpol. U.a. schrieb er dort „Reich – limites et contradictions“ (Reich – Grenzen und Widersprüche). Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Geschichte mit den Schwulen und greift Dadouns Argumente auf. Man erinnere sich an Dadouns verschiedene „Ebenen“ der Betrachtung des Problems, wie Dadoun es in emotion ausführt: Die tiefste war die, das Leben in jedem sexuellen Verhalten zu sehen. Das klingt kaum nach Orgonomie. Unter dem Artikel von Ponthieu ist ein Foto eines FKK-Camps zu sehen, in dem sich viele junge Leute um ein Schwimmbad drängen…

Sexpol war eine Zeitschrift für „Sexualität, Politik, Feminismus, neue soziale Bewegungen“. Herausgeber war „Grif“, ein Verbund politisch engagierter Frauen. Im Netz heißt es weiter: „In den 70er Jahren war Sexpol bekannt dafür, radikale Positionen zu Sexualität und Politik zu vertreten und eine Plattform für neue Stimmen zu sein. Das Magazin war ein wichtiger Akteur in der feministischen und linken Szene.“

1935: der Triumphzug des Mechano-Mystizismus gegen den Funktionalismus beginnt (Teil 2)

2. September 2026

Bis etwa Mitte der 1930er Jahre stand Reich in kompletter Harmonie mit der damals gängigen Naturwissenschaft. Dann ereigneten sich zwei Dinge, die mehr miteinander zu tun haben, als es auf den ersten Blick der Fall zu sein scheint: das Zeitalter der Genetik und das „Atomzeitalter“ nahmen Form an und beherrschten schließlich den Diskurs. Dazu paßt Erwin Chargaffs bekanntes Diktum: „Die zwei größten Taten, und wahrscheinlich Missetaten, der Naturwissenschaft der Gegenwart waren die Atomspaltung und die Entdeckung von Eingriffsmöglichkeiten in die Vererbungsmechanismen“ (Chargaff: Unbegreifliches Geheimnis, Stuttgart 1981). Gleichzeitig mit diesem extremen Mechanizismus trat eine auf den ersten Blick gegenteilige „mystische“ Geistesrichtung in Erscheinung: das Lebendige wurde zur „Information“ und die Atome verflüchtigten sich in Symmetrien und – Information („Ideen“). Kein Platz mehr für so etwas wie eine „kosmische Lebensenergie“!

Reichs Auseinandersetzung mit „dem Atom“ spannt sich zwischen seinem Treffen mit Einstein Anfang der 1940er Jahre und seinem ORANUR-Experiment Anfang der 1950er Jahre. Er sah die Atom-Lobby in die Verschwörung gegen ihn bzw. das Lebendige involviert. Und was die Genetik betrifft, schrieb er in Christusmord: „Die Pharisäer (…) sind weder besser noch schlechter als die Genetiker (…), was ihre Haltung dem Leben gegenüber betrifft. Sie werden Christus töten, weil er den Leuten gesagt hat, wo sie das Leben finden können.“

Bis Mitte der 1930er Jahre hatten die Lebenswissenschaften, insbesondere die Medizin, der Physik den Weg gewiesen. In seinem Buch Die großen Physiker und ihre Entdeckungen (München 1984) zitiert Emilio Segrè aus der bedeutsamen Rede über „Die neuen Ziele der Experimentalphysik“ die Professor Orso Mario Corbino 1929 hielt:

Besser als eine einfache Überlagerung der Techniken wäre eine Verschmelzung der Mentalität eines Biologen mit der durch die neue Physik geschaffenen Denkweise in ein und demselben Hirn. Hermann von Helmholtz (…) gab (…) seinen Lehrstuhl für Physiologie auf, um (…) Physik zu lehren. Es war zum größten Nutzen der Wissenschaft. Heute liegen die Dinge genau umgekehrt. Die experimentelle Physik (…) hat (…) alle Werkzeuge an der Hand, anderen, weniger fortgeschrittenen Wissenschaften weiterzuhelfen.

Segré führt aus, daß in der Tat nicht wenige der führenden Gestalten in der neuen Disziplin Molekularbiologie in der Physik ausgebildet waren und ihre Laufbahn als Physiker begannen. Es konnte nicht ausbleiben, daß sie eine extrem mechanistische Denkungsart in die Lebensforschung trugen.

In dieser Hinsicht federführend war Max Delbrück, ein Schüler des Quantentheoretikers Max Born. Carl Friedrich von Weizsäcker zufolge wandte sich Delbrück der Biologie zu, von der Problemstellung der „Quantentheorie des Subjekts“ geleitet (Aufbau der Physik, München 1985). In seinem Buch Wahrheit und Wirklichkeit (Hamburg 1986) stellt Delbrück das Ergebnis seiner Bemühungen dar, indem er den Realismus und die kartesische Trennung von Geist und Materie kritisiert und meint, wissenschaftliche Aussagen seien letztlich sprachlich Konstruktionen.

Der Widerstand, der der Idee entgegengebracht wird, daß Bewußtsein und physikalische Phänomene als gleichberechtigt zu betrachten sind, entspricht der Sorge, die Wissenschaft könnte dann auch auf die menschliche Person übergreifen. (…) Vor allem diejenigen sprechen sich gegen eine derartige Entwicklung der Wissenschaft vom Menschen aus, die fürchten, es könnte offenbar werden, daß der Geist nichts anderes als eine Maschine sei. Doch haben wir schon gesehen, daß die Antithese von externer und interner Wirklichkeit nur eine Illusion ist. Es gibt nur eine Wirklichkeit.

Hier sieht man sehr schön wie subtil doch die Aufweichung des alten mechanistischen Weltbildes nur dazu führte, das Lebendige vollends zu mechanisieren, wo es früher zumindest noch eine separate Schutzstellung als „Geist“ (und damit, wie erwähnt, „Entelechie“, „Prana“ etc.) einnahm! Gleichzeitig wird der maschinenhafte Mechanizismus unangreifbar, weil man ja die Spaltung zwischen Geist und Materie überwunden habe.

Dazu muß man wissen, daß der Hauptbeitrag von Delbrücks Lehrer, Born in der Quantenmechanik in der Wahrscheinlichkeitsdeutung der Schrödingerschen Wellenfunktion bestand, „eine Deutung, die der Wahrscheinlichkeit eine primäre Rolle in der Physik zuschrieb und damit das Verhalten einzelner Teilchen weitgehend unbestimmt ließ, so daß sich eine akausale Beschreibung ergab“ (Franco Selleri: Die Debatte um die Quantentheorie, Braunschweig 1983). Born selber beschrieb diese Wendung vom statisch Toten zum fließenden Lebendigen in der Physik, als die Abwendung vom alten mechanistischen Weltbild, wie folgt: „Erkenntnis der Wahrheit ist das Ziel des Forschers. Aber nirgendwo findet er etwas Ruhendes, Dauerndes. Nicht alles läßt sich erforschen, noch weniger vorhersagen“ (Born: Physik im Wandel meiner Zeit, Braunschweig 1957). Nirgendwo findet sich Sicherheit und das Statische, – so daß Reichs Kritik am Absoluten in Äther, Gott und Teufel ins Leere läuft.

Der extremste Mechanizismus, der durch die Genetik das Leben selbst vernichtete – und durch „das Atom“ sogar den ganzen Planeten bedroht, schlägt in sein scheinbares Gegenteil um. So sagte in einem Bild der Wissenschaft-Interview Herwig Schopper, damals Generaldirektor von CERN, im September 1984:

Es sieht so aus, als ob die „First Principles“, die wir benutzen, um die Natur zu erklären, um zu verstehen, warum es in der Natur überhaupt eine Ordnung gibt, warum in der Natur kein Chaos herrscht, nicht letzte unzerstörbare Materieklötzchen wären, sondern Symmetrien. Wir entfernen uns damit von Demokrit, der den Begriff des Atoms für das letzte unteilbare Teilchen eingeführt hat. Wir bewegen uns auf Platon zu, der lehrte, das letzte Fundament der Realität seien abstrakte Dinge, „Ideen“.

Der Witz dabei ist, daß diese „abstrakten Dinge“, die Ideen, eben auch nur – Bauklötze sind… Die materiellen Bauklötze sind nur – Ideen… Die Wirklichkeit verflüchtigt sich, einfach weil man nicht in der Lage ist, funktionell zu denken.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, h. Orgonotaxis

24. August 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, h. Orgonotaxis

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, a. Die Lebensenergie

5. August 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1, Orgonbiophysik, a. Die Lebensenergie

Der Begriff „Funktion“

5. Juli 2026

Funktionalismus liegt vor, wenn man das Teil vom Ganzen her betrachtet. „Welche Funktion hat das Herz?“ Energetischer Funktionalismus liegt vor, wenn die jeweilige Funktion insbesondere vom Energiehaushalt her betrachtet wird. „Die Funktion des Orgasmus.“ Der orgonomische Funktionalismus entstand mit der Entdeckung der Orgonenergie, deren Grundcharakteristik ein autonomes spontanes Funktionieren ist, das beispielsweise im orgonomischen Potential und in der kosmischen Überlagerung zum Ausdruck kommt. „Die kosmische Lebensenergie.“

„Dialektik“ ist ein schillernder Begriff, der am ehesten mit dem Diktum umrissen werden kann, daß Wahrheit nicht behauptet werden, sondern nur im Widerstreit offengelegt werden kann. Alles hat jeweils zwei Aspekte, die, obwohl es Gegensätze sind, auf etwas Drittes verweisen, das sie zwar umfaßt, aber gleichzeitig auch übersteigt; sie, um mit Hegel zu sprechen, in jeder Bedeutung des Wortes „aufhebt“. Hegel, Marx, Engels und Lenin haben gezeigt, daß nicht nur das Reden über die Wirklichkeit dergestalt dyadisch bzw. triadisch strukturiert ist, sondern diese Wirklichkeit selbst, denn ansonsten wäre jede Erkenntnis unmöglich. Im Verlauf der Entdeckung des Orgons, das Geist und Materie zugrundeliegt, hat Reich Hegels Dialektik („Geist“) bzw. den Dialektischen Materialismus („Materie“) entsprechend zum orgonomischen Funktionalismus umgeformt und schließlich in Gestalt der Orgonometrie in seine endgültige Form gebracht.

Den Begriff „Funktion“ kann man vielleicht am besten begreifen, wenn man ihn „räumlich“ und „zeitlich“ sieht:

Zunächst einmal bezieht sich „Funktion“ auf das Verhältnis des Teils zum Ganzen. Beispielsweise spielen Organe jeweils eine bestimmte Rolle im Gesamtorganismus, das gleiche gilt für den Staat in Bezug auf seine „Organe“, für Tiere und Pflanzen in Bezug auf das jeweilige Ökosystem, etc.

Eine „funktionelle“ Betrachtung ist auf die Zukunft ausgerichtet, d.h. beispielsweise, daß sich die Funktion der Leber sehr schnell erweist, wenn sie erkrankt ist oder gar ganz ausfällt. Was eine nicht auf die Zukunft, d.h. nicht auf die langfristigen Folgen ausgerichtete Betrachtungsweise anrichtet, sieht man beispielsweise an Demokratien.

Gleichzeitig ist eine „funktionelle“ Betrachtungsweise kausal, d.h. es geht stets um Prozesse und die Zukunft ergibt sich aus der Vergangenheit durch Bifurkation, was sowohl Regelhaftigkeit als auch Spontanität impliziert.

Gleichzeitig verweist die Funktion auf etwas, was jenseits von Raum und Zeit liegt, nämlich auf das einheitliche Funktionieren, so als gäbe es keinen trennenden Raum und als wäre die Zeit „räumlich“. Beides beschreibt die funktionelle Gleichung: die gleichzeitige Einheit des Gegensätzlichen; und der bloße Umstand, daß die Gleichung die bifurkative „Mechanik“ der Zeit zeigt, transzendiert eben diese.

Das kann man sich am besten anhand der orgonotischen Strömung vergegenwärtigen, die nicht einfach durch den Körper strömt, sondern ihn erst als solchen konstituiert. Ohne sie gäbe es weder Wahrnehmung noch Erregung und das heißt kein einheitliches Funktionieren, keine Bewegung und keine Form. Das verschwindet alles mit dem Tod, d.h. dem Versiegen der orgonotischen Strömung.

Die Menschen erahnen diese Zusammenhänge und fangen an spirituellen und mystischen Mumpitz zu glauben, dabei ist das alles denkbar profan. Man gehe in den Wald und betrachte oder vielmehr erlebe einen Baum. Er ist trotz seiner möglicherweise gewaltigen Ausdehnung ober- und unterhalb der Erde eine funktionelle Einheit und seine „bifurkative Gestalt“ ist die Gestalt gewordene Funktion. Oder wie Reich es in Die Bionexperimente ausführt: die „Dialektik der Natur“ und unser dialektisches (funktionelles) Denken sind ein und dasselbe.

Ein konkretes Beispiel füreinheitliches Funktionieren „jenseits von Raum und Zeit“ ist die Genetik. So, wie sie sich der „gebildete Laie“ vorstellt, ist sie tot! Es gibt nicht die Gene für Körpergröße, Schizophrenie, den IQ, etc., sondern ein unüberschaubares Gewebe von Genen, die alle ihren kleinen Beitrag leisten und dabei mit allen möglichen anderen zusammenwirken. Evan Boyle, Yang Li und Jonathan Pritchard von der Stanford University denken zwar auch, daß es „Kerngene“ geben muß, aber Gene funktionieren nicht isoliert, sondern machen nur in ihrem Zusammenspiel biologisch Sinn. Sie beeinflussen sich in großen Netzwerken, so daß, wenn ein beliebiges Gen verändert wird, sich das auf ganze Gen-Netzwerk auswirkt. Außerdem sind diese Netzwerke miteinander verbunden. Was bedeutet, daß Änderungen im Grunde jedes unbedeutenden Gens so fortwirken, daß das die Kerngene für ein bestimmtes Merkmal beeinflußt.

Das ist weit entfernt von der mechano-mystischen Genetik, die uns in den Medien vorgesetzt wird und von den Knock-Out-Mäusen, mit deren Hilfe unglaublicherweise manche einen Doktor-Titel in Biologie erhalten. Orgonomisch gehört die Genetik in den Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ und ist Ausdruck des Übergangs von Zeit (t) in Raum (Länge, L). Der genetische Code ist damit nicht einfach eine Ansammlung von Information, eine mechanische Anreihung von „Buchstaben“, wie sie eine mechanische „relative Bewegung“ hinterläßt, sondern gemäß der orgonotischen Funktion der „koexistierenden Wirkung“ eine unauflösliche Einheit ähnlich einem guten Film, in dem jede Szene, die Ganzheit widerspiegelt, ein Roman, eine Symphonie, ein indischer Raga, etc. Die Genetik den Knock-Out-Mäuse-Genetikern zu überlassen, ist ungefähr so, als würde man einen mit einer Kettensäge ausgestatteten Schlachter auf Speed als Tierarzt für Haustiere fungieren lassen.

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, c. Die Genetik des Orgasmus

18. Juni 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, c. Die Genetik des Orgasmus

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, b. Sex wozu?

16. Juni 2026

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 2. Die Funktion des Orgasmus, b. Sex wozu?

Die Orgonomie jenseits von linkem Ökonomismus und rechtem Biologismus

24. Mai 2026

Anfang der 1930er Jahre geriet Reich sowohl in Konflikt mit den Kommunisten als auch gleichzeitig mit den Nationalsozialisten und zwar aus funktionell identischen Gründen. Diese grundsätzliche Gegenposition der Orgonomie zu den beiden äußeren Flügeln der Gesellschaft, die durch extreme Pestilenz und extreme okulare Panzerung gekennzeichnet sind, hält bis heute an.

Die Marxisten sahen ausschließlich „rationale“ ökonomische Beziehungen: die Kapitalistenklasse focht aus ihrer Sicht vollkommen rational für ihre Interessen, umgekehrt die Arbeiterklasse für die ihren. In seiner vermeintlich „Marxistischen“ Schrift Massenpsychologie des Faschismus deckte Reich hingegen die durch und durch irrationalen (neurotischen) Beweggründe zumindest der Masse der Arbeiter auf, die gegen ihre eigenen Interessen den Faschisten und Sozialdemokraten („Sozialfaschisten“) den Boden ebneten – heute sind es die Grünen und die Sozialdemoratten. Der ökonomische Bereich erwies sich auf eine grundlegende Art und Weise vom Irrationalismus bestimmt – und damit war der Marxismus hinfällig. Daß gleichzeitig die Kapitalisten auf die National-SOZIALISTEN hereinfielen, vervollständigt das Bild! – Heute haben wir das gleiche Bild: die einzige rationale Option, nämlich die AfD, wird von allen dämonisiert. Sie rennen allesamt lieber in den sicheren Untergang! Die Massenpsychologie des Merz-Faschismus!

Auf der Seite der rechtsextremen Pestilenz propagierten die Hitleristen und Freudisten ein biologistisches Weltbild, das von einem Pseudo-Darwinismus geprägt war. Alles, jede neurotische und perverse Abweichung, war von biologischen Trieben vorgegeben und der Mensch war nicht mehr als ein „sadomasochistisches Tier“, das es, je nachdem, zu zügeln galt oder das man gemäß dem alles bestimmenden Willen zur Macht zum Triumph bringen mußte. Alles war „unveränderliche Natur“ und damit „rational“. Für Reich hingegen war diese „innere Natur“, d.h. Freuds „Unbewußtes“ oder der „unerbittliche Kampf um Dominanz“ der Nazis, ganz und gar nicht „natürlich“, sondern Kunstprodukt einer repressiven Erziehung, die das Menschentier seit unzähligen Generationen hat grotesk entarten lassen. Man denke heute an den universell gelehrten „biologischen Zynismus“, den Triumph der mechano-mystischen Genetik, die nach wie vor in der Tradition Josef Mengeles steht! Inklusive Massenmord, wenn man an die C-Zeit denkt!

Die orgonomische Alternative zum naiven Ökonomismus der Linken ist die Gedankenwelt der Arbeitsdemokratie, die Reich am Ende von Massenpsychologie des Faschismus ausgebreitet hat. Die Antwort auf die rechten Sadomaso-Eugeniker ist die von Reich gegen Josef Mengele und Konsorten initiierte antifaschistische „sexualökonomische Lebensforschung“, aus der sich die Orgonbiophysik entwickelte.

Biologie als Emotionelle Pest am Beispiel Schwangerschaft

6. April 2026

In der autoritären Gesellschaft ging es noch darum, daß sich die gebildeten und weißen Menschen als allen anderen überlegen fühlten und sich dabei durchaus wohl in ihrer eigenen Haut fühlten. In der anti-autoritären Gesellschaft trägt diese „Wissenschaft“ dazu bei, daß sich alle gleichermaßen scheiße fühlen. Etwa Schwangere:

Invasion der kindlichen Zellen: Für das Immunsystem der Mutter ist das Kind der Parasit, und die Plazenta ähnelt einem Tumor. Diese Erkenntnisse wollen Forscher im Kampf gegen Krebs und Unfruchtbarkeit nutzen.

So, im typisch schnoddrigen Spiegel-Stil, wird ein Artikel über eine der neusten Großtaten der mechanistischen Wissenschaft eingeleitet. Der Anfang des menschlichen Lebens wird mit dem Krebs gleichgesetzt (Hackenbroch 2009).

Reich zufolge ist Krebs „verfaulen bei lebendigem Leibe“, der Krebstumor ein verzweifelter Versuch des Organismus sich auf niedrigerem energetischem Niveau neu zu organisieren (siehe Reich 1948). Dabei entstehen genauso groteske wie giftige Gebilde, die Tumoren. Mit denen setzt man nun Embryos gleich!

Das Problem ist nicht nur die Wissenschaft, sondern wie die Ergebnisse vermittelt werden. Obwohl: der Zynismus ist unmittelbarer Ausfluß der mechanistischen Weltanschauung! Wie muß eine werdende Mutter empfinden, wenn sie so etwas liest, in einem zynischen Schreibstil, dem jeder Respekt für das Lebendige abgeht?

Ich habe mich schon immer schlecht gefühlt, wenn ich in dieses ekelhafte Schmierantenblatt gelesen habe, das wie kein anderes den lebensfeindlichen Geist unserer „Eliten“ verkörpert. Man betrachte etwa das Titelbild des oben verlinkten Spiegel, das das Lebensgefühl der Macher widerspiegelt. Der Autor berichtet über „Das Geheimnis der Gestalt“, beschreibt die wunderbare Einheitlichkeit der Formen des Lebendigen – und endet in einem Horrorszenario der Genmanipulation.

Natürlich ist die Genforschung wichtig, sie macht aber nur Sinn, wenn sie in ein umfassendes bioenergetisches Verständnis eingepaßt ist. Das ist so, weil das Mechanische etwas Sekundäres ist, das Bioenergetische das Primäre. Und was soll das sein, „das Bioenergetische“? Genau das, was der Spiegel unterdrückt, wenn er keine authentischen Gefühle zuläßt, wenn er alles ins Lächerliche, Groteske und Abstoßende zieht. Mechanistische Wissenschaft kann nur jemand betreiben, der sein natürliches Empfinden gewaltsam unterdrückt. (Übrigens kommt es infolge der Schwangerschaft zu „Mikrochimärismus“, bei dem fötale Zellen in die Mutter übergehen,aber auch umgekehrt.)

Wichtiger ist, daß viele Frauen während der Schwangerschaft das Embryo, das sie in sich tragen, als eine Art „Parasit“ empfinden, das ihnen ihre Nährstoffe entzieht, sie förmlich aussaugt und sich schlecht fühlen läßt. Die moderne Biologie unterstützt dieses Empfinden, handelt es sich doch bei dem Embryo um zur Hälfte fremdes genetisches Material mit entsprechender Immunabwehr etc. Das Problem ist, daß sich andere Frauen gerade während der Schwangerschaft „puddelwohl“ fühlen, wie sonst kaum in ihrem Leben, einfach weil sich die beiden Organismen bioenergetisch hochschaukeln, ähnlich wie es jemand erfährt, der in einem Orgonenergie-Akkumulator sitzt. Das Leiden mancher Frauen und deren Gefühl ein böser Fremdkörper sei in ihnen, ist eindeutig eine neurotische Reaktion auf dieses bioenergetische Aufblühen, das sie nicht ertragen können und deshalb ersticken müssen. Bereits im Mutterleib wird dem Baby signalisiert, daß es auf diesem lustfeindlichen Planeten nicht willkommen ist!

Verschärft wird die Problematik durch einen anderen Aspekt, für den die moderne Biologie jeden Zugang verbaut hat. Viele Schwangere erleben die heftigen Fötusbewegungen (Entwicklungszuckungen die nichts anderes sind als Orgasmusreflexe des Fötus) als seltsam, fremd, als „alien-artig“ unheimlich, beunruhigend und bedrohlich. Daß sie das Lebendige selbst verteufeln und dergestalt der Christusmord anfängt… Die Biologie hat nichts, rein gar nichts begriffen, schon gar nicht, wie sie unmittelbar in die Soziologie übergeht. Die moderne Wissenschaft ist ein grausamer Witz. In den 1930er Jahren bot Reichs „sexualökonomische Lebensforschung“ die Möglichkeit richtig abzubiegen, aber stattdessen… Wir haben es bei den modernen Wissenschaftlern mit gemeingefährlichen Halbirren zu tun, die dir mit ihrem grenzdebilen Grinsen irgendwas von „Wissenschaftstheorie“ erklären wollen – und nicht sehen, daß sie selbst die allerprimitivsten Dinge nicht begreifen. Die mechanistische Wissenschaft ist eine Ausprägung der mörderischen Emotionellen Pest!