Archive for the ‘Die Kinder der Zukunft’ Category

Der Generalfeldzug gegen die Genitalität

6. März 2019

Münster ist der roteste Flecken in Deutschland. Der einzige Wahlkreis, wo die AfD bei den letzten Bundestagswahlen unter 5% geblieben ist. DER EINZIGE! Das ist so bemerkenswert, weil, wenn man hier als Hamburger hinkommt, einem der Mief der letzten tausend Jahre entgegenschlägt. Über der Stadt liegt eine Wolke des Konservatismus. Nicht nur mir, sondern auch einem Orgonomen ist aufgefallen, wie im Vergleich zu Hamburg, die Leute gedrückt durch die Straßen schleichen. Für mich ein echter Kulturschock! Überall Pinguine, das passende Glockengeläut aus bedrohlichen papistischen Tempeln und stets hat man das Gefühl, Prof. Boerne würde einem über den Weg laufen, ganz zu schweigen von den Westfälischen Bollerköppen überall, als kämen sie gerade von ihrem Bauernhof. Psychiatrieprofessoren sagen einem gerne, hier gäbe es noch richtige Neurotiker, nicht nur frühgestörte Freaks wie in Köln, Frankfurt, Berlin und Hamburg. In Münster ist die Welt noch in Ordnung!

Daß gerade eine solche Stadt vollständig, wirklich zu 100% in rotgrüner Hand ist, eine Hochburg des „Antifaschismus“ und die Hölle auf Erden für jeden aufrechten Deutschen macht die Lage so dramatisch. „Der Russe“ steht nicht etwa an der Oder – er steht bei dir mitten in der Küche!

Um was es geht, zeigen zwei Ereignisse dieser Tage. Heute in Münster, das eine Hochburg der CDU und der Normalität sein sollte, saß ich zur Mittagspause im Imbiß, am Nachbartisch zwei junge Frauen, eine hochschwanger:

Wie soll denn dein Kind heißen?
Das ist wirklich ein Problem, denn wir wollen es nicht von Anfang an auf ein Geschlecht festlegen. Es soll selbst die Wahl haben.
Ja, aber der Standesbeamte wird doch ein Geschlecht eintragen.
Nein, man hat heute das Recht das offenzulassen, „unentschieden“. Unser Kind soll frei heranwachsen und später dann selbst die Entscheidung treffen.

Im Namen der „Freiheit“ und der „Wahrheit“ (schließlich sagt „die Wissenschaft“, daß es Frauen mit einem Penis und Männer mit einer Vagina gibt) wird hier ein Kind in einer emotionalen Wüste ausgesetzt. Noch vor wenigen Jahren hätte man dieser Psychopathin angesichts ihrer schweren Geisteserkrankung direkt nach der Geburt das Sorgerecht entzogen! Jetzt ist diese Geisteshaltung das Normalste der Welt. Kein CDUler würde sich trauen, auch nur eine Augenbraue zu heben.

Oder man schaue zur Schwesterpartei im Süden, zur ÖVP:

Der schiere Wahnsinn greift um sich. Der festliche Tanz, diese öffentliche Feier der Genitalität, die es weltweit in keiner anderen Kultur gibt, demonstrativ entwertet – von den angeblichen „Konservativen“. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt sich schon daran, daß niemand aufschreit. Die Emotionelle Pest radiert die allerletzten Refugien der Genitalität im Namen von Freiheit und Wahrheit aus. Die Kinder der Zukunft, die Liebe zwischen Mann und Frau verlieren auch noch den letzten Halt in der Gesellschaft und die Emotionelle Pest schließt ihren Generalfeldzug gegen das Lebendige mit einem Triumphzug ab.

P.S. Im obigen Video setzt Martin Sellner die heutige Dekadenz mit der Dekadenz in der Antike gleich. Das gemahnt an Reichs entsprechende Ausführungen in Christusmord!

Gott schütze Deutschland, Gott schütze Österreich!

Ein dritter Blick auf Reichs Triebtheorie (Teil 5)

22. Februar 2019

Die orgonomische Psychologin Virginia Whitener hat die Erziehungspraxis in Zeiten des gesellschaftlichen Zerfalls wie folgt zusammengefaßt:

Ohne Konsequenz und das Setzen von Grenzen fürchtet und mißtraut ein Kind seinen eigenen Gefühlen. Bei ihm steigt die Angst, wenn die Erwachsenen nicht die Kontrolle haben. Werden Kinder zu sehr verwöhnt, nehmen sie einen Mangel an Kraft bei ihren Eltern wahr. Das ängstliche Gefühl durchdringt alles, das Kind fühlt sich unsicher. Wenn die Eltern Grenzen setzen und sich daran halten, ist es frei, seine eigenen Gefühle, Angst oder Wut, auszudrücken und hat dabei den Trost, daß die Eltern seine Gefühle tolerieren können. Das Kind läßt Wut und Schmerz aus sich heraus, findet Erleichterung und lernt, Gefühle zu tolerieren und nicht zu fürchten, einschließlich der Wut über seine Eltern. Wenn Mama und Papa eine unparteiische Haltung gegenüber unangenehmen Gefühlen zeigen, d.h. sie als Teil des Lebens betrachten, mit dem sie umgehen können, ist den Kindern auf zweifache Weise geholfen. Wenn die Eltern den irrationalen Forderungen ihrer Kinder nicht nachgeben, um Gefühlsausbrüche zu vermeiden, nicht die emotionalen Eruptionen ihrer Kinder fördern bzw. sich nicht über die Maßen an diesen beteiligen und die Kinder nicht zu Gefühlsäußerungen drängen oder diese bestrafen, helfen sie ihnen, den Kontakt zu deren eigenen Gefühlen aufrechtzuerhalten. Die Kinder können dann, abhängig von ihrem Alter, in Streßsituationen die zunehmende Fähigkeit für Gefühlsausdruck und rationales Denken entwickeln. Natürlich muß im Sinne der Sicherheit des Kindes und anderer Personen destruktives Verhalten gestoppt werden, damit das Kind Respekt vor sich selbst und anderen lernen kann und es sich sicher fühlen kann, wenn es darum geht Gefühle auszudrücken. Die Kontrolle, die Weitsicht und der Reifegrad des Kindes sind noch nicht vollständig entwickelt und werden mit fortschreitender Entwicklung im Laufe der Jahre zunehmen. Widersprüchliche Emotionen und Impulse bei den Eltern fördern Verwirrung und das Ausagieren. („Changes in Parenting with Progress in Therapy“, The Journal of Orgonomy, Vol. 50,1)

Läßt man Kindern alles durchgehen, erhält man keine selbstbewußten Nachkommen, sondern welche, die ständig zwischen substanzloser Anmaßung und Unsicherheit changieren, zwischen Rebellion und rückgratloser Anpassung. Ein schönes Beispiel sind Muttis Sturmtruppen, die „Anti“fa.

Erstaunlicherweise sieht es in türkischen und arabischen Familien nicht viel anders aus und auch das Produkt der Erziehung ist zwar nicht identisch, aber doch erstaunlich ähnlich. Jungendlich Straftäter mit Migrationshintergrund „werden speziell von ihren Müttern extrem verwöhnt und erfahren keinerlei Grenzsetzung. Die Lehrerinnen, Lehrer und Jugendamtsmitarbeiter, die als Erste mit den Familien zu tun haben, wenn sich bereits in der Grundschule erste Verhaltensauffälligkeiten zeigen, berichten von Gewaltbereitschaft und Respektlosigkeit. Wenn die Mütter – und höchst gelegentlich auch die Väter – darauf angesprochen werden, suchen die Eltern das Verschulden grundsätzlich beim ‚System‘.“ Zuhause sind sie der Pascha und draußen fordern sie, unsicher und schwach wie sie sind, „Respekt“. So die geselbstmordete Jugendrichterin Kerstin Heisig vor einem Jahrzehnt in ihrem Buch Das Ende der Geduld.

Ein dritter Blick auf Reichs Triebtheorie (Teil 4)

21. Februar 2019

Woher kommt die Wut, wenn ein Kind neurotische Impulse ausleben darf? Die Ironie liegt darin, daß, wenn man dem Kind alles durchgehen läßt, die tieferen Bedürfnisse des Kindes bei dieser Annäherungsweise übersehen werden. Nachgeben gegenüber den sekundären neurotischen Impulsen des Kindes verschafft nur oberflächliche Befriedigung und verhindert tatsächlich die spontane Entwicklung und den Ausdruck der tieferen, gesunden, primären Impulse. Die letzteren werden also in hohem Maße frustriert, von daher die Wut.

Oft haben die Eltern den Instinkt, „Nein“ zu sagen, setzen sich aber über ihn hinweg, weil sie sich schuldig fühlen. Dies ist bei permissiver Elternschaft üblich. Eine der immer wiederkehrenden Verzerrungen des Konzepts der Selbstregulierung ist die Vorstellung, daß ein Kind nicht behindert werden sollte, indem man „Nein“ sagt. (Peter Crist: “Problems of Childhood Self-Regulation in an Age of Permissiveness”, The Journal of Orgonomy 50(1))

Ein dritter Blick auf Reichs Triebtheorie (Teil 3)

20. Februar 2019

Es gibt (…) zweierlei „Moral“, aber nur eine Art moralischer Regulierung. Diejenige „Moral“, die alle Menschen mit Selbstverständlichkeit bejahen (nicht vergewaltigen, nicht morden usw.), ist nur aufgrund vollster Befriedigung der natürlichen Bedürfnisse herzustellen. Doch die andere „Moral“, die wir verneinen (Askese für Kinder und Jugendliche, absolute ewige Treue, Zwangsehe, usw.), ist selbst krankhaft und erzeugt das Chaos, zu dessen Bewältigung sie sich berufen glaubt. Ihr gilt unser unerbittlicher Kampf. (Wilhelm Reich: Die sexuelle Revolution, Fischer TB, S. 50)

Reich führt aus, daß durch die Stärkung der letzteren „Moral“ Perversionen und Brutalität nur zunehmen. Versucht man aber die Moral einfach in einem rebellischen Akt wegzufegen, wird durch das entstehende Chaos zwangsläufig eine noch stärkere und strengere Moral letztendliches Resultat sein. So gesehen sind Gott und Teufel nur zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Ein dritter Blick auf Reichs Triebtheorie (Teil 2)

19. Februar 2019

Zurückhaltung, also das Zurückhalten von Impulsen, wird gemeinhin mit Moral und Zivilisiertheit gleichgesetzt. Ursprünglich dient Zurückhaltung jedoch der Herstellung einer höheren Ladung und stärkeren Spannung, deren Entladung mit einer dem höheren Gefälle entsprechenden größeren Befriedigung einhergeht. Die natürliche Moral beruht auf dieser funktionellen Identität von Zurückhaltung und Lust. An ihre Stelle tritt die Zwangsmoral, wenn der Mensch aufgrund orgastischer Impotenz zwischen Triebhemmung und Triebhaftigkeit hin und her schwankt.

Dem gepanzerten Menschen ist es fremd, daß Kinder von sich aus auf die unmittelbare Befriedigung ihrer Impulse („Spaß“) verzichten, um Grammatik, Mathematik, Chemie, etc. zu lernen. Durch den temporären Verzicht erhöht sich die Spannung und damit der Lustgewinn. Kinder und Jugendliche sind zu den unglaublichsten „Kulturleistungen“ fähig, wenn es um etwas geht, was sie wirklich wollen. Hier in der Nähe gibt es beispielsweise einen schwer zugänglichen seit Jahrzenten verwilderten Schuttberg, der von Jugendlichen in einer kaum glaublichen bautechnischen Leistung mit mehreren sehr anspruchsvollen „Parcour-Trails“ (?) für Mountainbikes mit diversen Sprungschanzen ausgestattet wurde. Ich könnte das beim besten Willen nicht nachbauen!

nachrichtenbrief126

16. Februar 2019

Genetik und die Kinder der Zukunft

30. Dezember 2018

Die Zwillingsforschung hat jenseits jedes vernünftigen Einwandes gezeigt, daß nicht etwa die Umwelt das Kind formt, sondern umgekehrt das Kind die Umwelt. Wenn etwa der eine musikalisch hochbegabte eineiige Zwilling in einem musikalischen Haushalt aufwächst, wo er von Anfang an aktiv gefördert wird und dergestalt etwa zu einem Konzertpianisten wird, ist es wahrscheinlich, daß sein Zwillingsbruder ebenfalls diese Laufbahn einschlägt, auch wenn er in einer vollkommen unmusikalischen Familie, meinetwegen Unterschicht und verwahrloste Alkoholiker, aufgewachsen ist. Der zweite Zwilling wird sich an Lehrer, Jugendeinrichtungen, etc. wenden, sich ein Stipendiat ergattern, etc. Die Gene sind so gut wie alles. Unser Genpool ist das wichtigste, was wir haben.

Das schlägt allem ins Gesicht woran Reich geglaubt hat. Man muß nur seine Ausfälle gegen die sich entwickelnde Genetik in den 1930er Jahren lesen! Es scheint auch sein Projekt „Kinder der Zukunft“ ad absurdum zu führen. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn wenn man die Erkenntnisse der Genetik wirklich ernst nimmt, hat das drastische Folgen für die Erziehungspraxis, denn Erziehung („Einfluß der Umwelt“) wird vollkommen sinnlos. Abgesehen von der Befriedigung ihrer emotionalen (bioenergetischen) Bedürfnisse, die natürlich erfüllt sein müssen, haben wir rein gar nichts mit unseren Kindern zu schaffen. Sie wissen selbst am besten, was sie im Leben machen wollen und wie sie es machen. Sie folgen ihrer Natur und wir können nicht mehr tun, als die Rolle des guten Freundes einzunehmen, der sie dabei unterstützt.

Diesen Blogeintrag kann man mit zwei Namen zusammenfassen: Otto Mainzer (DU SOLLST NICHT UNBEFUGT DAS LEBEN GEBEN) und A.S. Neill (LASST DIE KINDER IN RUHE).

Zu Neills Summerhill siehe den sehr guten Radio-Beitrag hier (ab min 34:10), der kurz alles zusammenfaßt, was hier gemeint ist.

Das Projekt „Children of the Future” des „Orgonomic Infant Research Center” (O.I.R.C.) (Teil 2)

24. Dezember 2018

von Bernd Laska

Das Orgonomische Säuglingsforschungszentrum (nach OEB II/4) (Fortsetzung)

Alle bisherigen Ansichten über Erziehung hatten Anpassung an die speziellen nationalen, religiösen, rassischen oder sonstwelchen Ideale zur Grundlage und zum Ziel … Gesundheit und Normalitat wurden gleichgesetzt … ein Katholik hat da andere Vorstellungen als ein Hindu, ein Moslem andere als ein Liberaler, und im heutigen Rußland soll das Kind „wie Stalin“ werden… … Alle diese Ansichten haben eines gemein: DIE VÖLLIGE AUSSERACHTLASSUNG DER NATUR DES KINDES. Gesundheit, Normalitat sind nach Interessen definiert, die außerhalb des Bereichs der Entwicklung von Kindern liegen. Diese Ansichten beginnen damit, was ein Kind sein SOLL, und nicht mit der Frage, was ein Neugeborenes IST …

… Das Neugeborene ist nicht, wie irrtümlicherweise oft angenommen wird, ein leerer Sack oder eine chemische Maschine, in die jeder seine Ideen, was ein Mensch zu sein hat, hineinschütten kann. Es bringt ein enorm produktives und adaptives Energiesystem mit auf die Welt, das aus eigenem Antrieb Kontakt mit seiner Umgebung herstellt und anfängt, diese nach seinen Bedürfnissen zu gestalten. Die grundlegende und wichtigste Aufgabe jeder Erziehung, die vom Interesse am Kind geleitet ist und nicht im Dienst von Parteiprogrammen, Profit, Kirche o.ä. steht, besteht darin, jedes Hindernis zu entfernen, das dieser naturgegebenen Produktivität und Gestaltungsfähigkeit der biologischen Energie im Wege steht … Diese Kinder werden ihre eigenen Wege zu wählen haben und ihre eigenen Ziele bestimmen. Wir müssen von ihnen lernen statt ihnen unsere verqueren Ideen und bösartigen Praktiken aufzuzwingen, die sich in jeder neuen Generation immer wieder als äußert schädlich erwiesen haben …

… LASSEN WIR DIE KINDER SELBST UBER IHRE ZUKUNFT ENTSCHEIDEN! Unsere Aufgabe besteht darin, sie dazu zu befähigen und ihre natürliche Fähigkeit dazu nicht zu zerstören … Wir haben kein Recht, unseren Kindern zu sagen, wie sie ihre Zukunft bauen sollen; wir können unseren Kindern nur so genau wie möglich sagen, wo und wie wir gescheitert sind …

Die Arbeit des OIRC bestand aus vier Teilbereichen:

  1. Pränatale Fürsorge für gesunde, schwangere Frauen: Sexualökonomische Beratung beider Eltern; Routineuntersuchungen; Vermeidung von Dingen, die schädigend auf den Embryo wirken können, wie zu enge Gürtel, mangelnde orgastische Entladung usw.
    Benutzung des Orgonakkumulators während der Schwangerschaft. Regelmäßige sorgfältige Untersuchung des bioenergetischen Verhaltens des Organismus, insbesondere des Beckens. Untersucht werden sollte, welchen Einfluß Depressionen, gestauter Haß usw. auf den Embryo haben, worüber so gut wie nichts bekannt ist.
  2. Sorgfältige Überwachung der Geburt und der ersten Lebenstage des Neugeborenen: Diese Zeit ist sehr entscheidend in der Entwicklung; die meisten chronischen oder melancholischen Depressionen entwickeln sich aus so früher Frustration. Die fehlerhafte Entwicklung der Wahrnehmungsfunktion während der ersten sechs Wochen sind die Ursachen für die Entwicklung der schizophrenen Spaltung oder eines schizoiden Charakters. Die größte Schwierigkeit ist hier unsere geringe Kenntnis der bioenergetischen Ausdrucksweise des Neugeborenen.
  3. Verhinderung der Bildung eines Charakterpanzers in den ersten fünf bis sechs Jahren: Auch hierüber war klinisch wenig bekannt. Wir konnten erwarten, daß es ein Unterschied war, ob wir bereits stark gepanzerte Kinder zu behandeln hatten, oder ob wir das Beginnen der Panzerbildung in einem anderweitig sich natürlich entwickelnden Kind erkennen sollten. Es war nichts bekannt, welche Charakterzüge im Säuglingsalter infolge früher Panzerung und welche infolge natürlichen Lebensausdruckes auftreten. In den letzten Jahren hatten wir einige Kinder nach dem Prinzip der Selbstregulation aufwachsen sehen. Diese Kinder waren in ihrem Wachstum und in ihrer Entwicklung so wenig wie möglich durch Einflüsse von Kultur, Kirche, Staat o.a. behindert worden. Sie waren für uns die besten Lehrer; wir lernten mehr über Biologie und Selbstregulation als in dreißig Jahren Arbeit als Psychiater und Ärzte. Es war, im Ganzen gesehen, wie ein Blick in das „gelobte Land“. Es war außerdem eine Lektion darüber, was die emotionale Pest des Menschen am Menschen anrichtet. Diese Kinder entwickelten unterschiedliche charakterliche Reaktionen. Es war uns nicht bekannt, inwieweit dies gesetzmäßige, biologische Entwicklungen waren. Von der etablierten Wissenschaft konnten wir keine Hilfe erwarten; wir mußten ganz von vorn anfangen.
  4. Studium und Aufzeichnung der weiteren Entwicklung dieser Kinder bis zum Abschluß der Pubertät.

Aus diesem Plan ist leicht ersichtlich, daß dies ein sehr langfristiges Programm war. Die ersten entscheidenden Ergebnisse waren wahrscheinlich erst in zehn bis fünfzehn Jahren zu erwarten.

Was aus dem Projekt „Kinder der Zukunft“ geworden ist, ist mir nicht bekannt. Wahrscheinlich ist es infolge der bald einsetzenden Verfolgung Reichs, des Prozesses und schließlich seines Todes abgebrochen worden. Jedenfalls ist meines Wissens nichts mehr darüber publiziert worden (B.L.).

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 1/76N.

Das Projekt „Children of the Future” des „Orgonomic Infant Research Center” (O.I.R.C.) (Teil 1)

23. Dezember 2018

von Bernd Laska

Die patriarchalisch-autoritäre Ära der Menschheitsgeschichte hat versucht, die sekundären asozialen Triebe durch zwangsmoralische Verbote in Schach zu halten. So kam der fragwürdige Kulturmensch dazu, ein strukturell dreifach geschichtetes Lebewesen zu werden. An der Oberfläche trägt er die künstliche Maske der Selbstbeherrschung, der zwanghaft unechten Höflichkeit und der gemachten Sozialität. Damit verdeckt er die zweite Schicht darunter, das Freudsche „Unbewußte“, in dem Sadismus, Habgier, Lüsternheit, Neid, Perversionen aller Art etc. in Schach gehalten sind, ohne jedoch das geringste an Kraft einzubüßen. Diese zweite Schicht ist das Kunstprodukt der sexualverneinenden Kultur und wird bewußt meist nur als gähnende innere Leere und Öde empfunden. Hinter ihr, in der Tiefe, leben und wirken die natürliche Sozialität und Sexualität, die spontane Arbeitsfreude, die Liebesfähigkeit. Die letzte und dritte Schicht, die den biologischen Kern der menschlichen Struktur darstellt, ist unbewußt und gefürchtet. Sie widerspricht jedem Zug autoritärer Erziehung und Herrschaft. Sie ist gleichzeitig die einzige reale Hoffnung, die der Mensch hat, das gesellschaftliche Elend einmal zu bewältigen.

Wilhelm Reich

 

Was Reich hier geschrieben hat, hielt er sicher nicht für seine „Meinung“ zu dem angesprochenen Problem, sondern für objektive Wahrheit (jetzt bitte nicht zu philosophieren anfangen!). Man kann Reichs Arbeit ab Mitte der dreißiger Jahre durchaus unter dem Aspekt sehen, daß er es ablehnte, weiterhin diese Wahrheit wie eine Meinung zu propagieren („unpolitisch“ wurde) und seine Arbeitskraft statt diesem hoffnungslosen Unterfangen der Aufgabe widmete, diese Wahrheit nach allen Richtungen hin auszubauen und experimentell zu fundieren. In diesen Zusammenhang läßt sich auch das 1950 begonnene Projekt „Kinder der Zukunft“ einordnen. Es hatte zur Aufgabe, empirisch zu erforschen, was eigentlich ein „gesundes Kind“ vom bioenergetischen Standpunkt aus ist. Bis dahin wußte man darüber gar nichts. Man hatte lediglich die klinischen Erfahrungen aus der vegetotherapeutischen und charakteranalytischen Behandlung bereits gepanzerter Menschen.

Auf der Zweiten Internationalen Orgonomischen Konferenz am 25.8.1950 gab Reich einen Bericht über das Orgonomische Säuglingsforschungszentrum (Orgonomic Infant Research Center OIRC), das zu diesem Zweck gegründet worden war. Dieser Bericht erschien 1951 im Orgone Energy Bulletin II/4, als Protokoll einer anscheinend ohne Manuskript gehaltenen Rede. Da er mir ziemlich unsystematisch erscheint, habe ich bei der Übersetzung einige Umstellungen und Zusammenfassungen vorgenommen.

Das Orgonomische Säuglingsforschungszentrum (nach OEB II/4)

Am 16.12.1940 trafen sich 40 Fachleute – Ärzte, Kinderschwestern und Sozialarbeiter – im Orgon-Institut in Forest Hills, New York, um eine der schwierigsten Aufgaben auf dem Erziehungssektor zu diskutieren: DAS STUDIUM DES GESUNDEN KINDES. Es waren diejenigen unter etwa 100 Arbeitern auf dem Gebiet der orgonomischen Medizin und Erziehung, die am besten für die Aufgabe geeignet zu sein schienen. Die Neuheit der Aufgabe lag darin, daß einerseits Gesundheit bei Kindern ein Hauptproblem der Erziehung wurde und andererseits die Bezeichnung „gesundes Kind“ noch nie zuvor klar erläutert wurde; es hatte auch noch niemand versucht, Krankheit und Gesundheit in Säuglingen zu unterscheiden.

… Der Plan lag fast 10 Jahre, bis die ersten praktischen Maßnahmen zur Organisation der Lösung der Aufgabe im Jahre 1949 getroffen wurden. Die Aufgaben des OIRC wurden abgegrenzt, indem folgende Bereiche ausgeschlossen wurden:

Das OIRC bietet keine üblichen sozialen Dienste an; diese werden bereits von anderen, bestehenden Einrichtungen geleistet.

Das OIRC nimmt in der Regel keine kranken Kinder in Behandlung, außer in Fällen, wo erwartet werden kann, daß durch die Behandlung wichtige Einsichten für das Studium des Gesundheitsprozesses im Neugeborenen gewonnen werden können … Die Hoffnung, über das Studium der biopathischen Funktionen zu klaren Aussagen über gesunde Entwicklung zu kommen, hat sich nicht erfüllt.

Das OIRC gibt keine Ehe- oder Sexualberatung, außer den Eltern, deren Neugeborene unter seiner Beobachtung stehen …

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors. Aus: Wilhelm Reich Blätter 1/76N.

Sexpol 2018: Selbstregulation von Geburt an!

16. November 2018

Wir leben nicht mehr, wie zu Reichs Zeiten, im triebgehemmten autoritären, sondern im triebhaften anti-autoritären Zeitalter. Um so erstaunlicher ist es, daß seine erste größere Schrift vom „triebhaften Charakter“ handelte (1925), wo er dessen zerrissene Libido- und Ich-Struktur beschrieb. Sie entspricht weitgehend dem des Psychopathen, der innerlich tot ist, nach außen hin jedoch für wirres Chaos sorgt. Später, in der erweiterten Neuauflage von Die Massenpsychologie des Faschismus (1945) war Hitler der „Generalpsychopath“. Er war der Prototyp für das, was Reich nach dem ORANUR-Experiment als „emotionale Wüste“ beschreiben sollte. Heute wird diese flächendeckend in den „Kinderkrippen“ erzeugt. Das wird in einer Verwüstung münden, für die der Zweite Weltkrieg nur ein Vorgeschmack war.

Was Not tut ist eine revolutionäre Umgestaltung der Wirtschaftspolitik, auf daß Familien wieder auf eine ökonomisch sichere Grundlage gestellt werden und Frauen nicht (unter dem irrwitzigen ideologischen Versatzstück „Selbstverwirklichung“) in die Lohnsklaverei gepreßt werden. Es muß ein Ende gemacht werden mit einer Politik, in der die letzten noch funktionierenden Familien durch eine nur als verbrecherisch zu bezeichnende Steuer- und Abgabenlast bis in den Ruin hinein ausgepreßt werden. Produktive Arbeit wird systematisch bestraft, damit der Staat die menschliche Verfügungsmasse der Großkonzerne, das Gesindel, finanzieren kann.

TOD DER REAKTION!