Starchild vs. Doyle Wolfgang von Frankenstein: das Schicksal der Orgonomie

Paul Stanley („Starchild“) von Kiss und Doyle Wolfgang von Frankenstein, einst Misfits heute Doyle, vertreten zwei Theorien zwischen denen sich die Zukunft der Orgonomie aufspannt. Kaum ein Interview, in dem Starchild nicht von den Fans schwärmt, die das alles erst möglich gemacht haben und denen er ein wunderbares Leben verdankt. Kiss sei ein Produkt der Fans. Auf der anderen Seite verflucht Doyle Wolfgang von Frankenstein praktisch in jedem Interview seine Fans und behauptet, er habe die Fans gemacht, nicht umgekehrt die Fans ihn. Ist ja auch logisch: ohne Doyle Wolfgang von Frankenstein keine Doyle-Fans! Und wofür soll er sich auch schon groß bedanken, denn, während Starchild ein Vermögen von 150 000 000 Dollar sein eigen nennt und ein entsprechendes Leben führt, muß Doyle Wolfgang von Frankenstein mit Mitte 50 noch immer in einem Campingwagen von einem Gig zum anderen die Provinz abklappern, um am Ende kaum mehr zu haben als jeder Fabrikarbeiter. An jeder Tankstelle wird er von irgendwelchen „Fans“ angequatscht, die zutiefst empört sind, wenn er sagt, sie sollen sich gefälligst verpissen. Imgrunde verbindet Starchild und Doyle Wolfgang von Frankenstein nur eins: beide sind nach eigener Aussage sehr schüchterne Menschen und leiden unter pathologischer Sozialphobie. Ihre Bühnenpersönlichkeit hat ihnen buchstäblich das Leben gerettet:

Und was haben Starchild und Doyle Wolfgang von Frankenstein nun mit der Orgonomie zu tun? Die Frage ist, wie es die Orgonomie schafft, nicht sang- und klanglos unterzugehen. Sollen die Vertreter der Orgonomie sich den Menschen andienen, nach immer neuen Angeboten Ausschau halten, mit denen man das Interesse der Öffentlichkeit weckt? Oder sollen sie, wie es etwa Jerome Eden getan hat, stur ihr Ding durchziehen und schlichtweg warten, bis die Menschen kommen?

Beide Herangehensweisen sind m.E. sozial inkompetent, denn sowohl das Anbiedern, als auch der quasi autistische Rückzug entstammen ein und derselben Angst vor Expansion, d.h. sind Ausdruck von „Sozialangst“. Die Orgonomie wird erst wieder gedeihen, wenn sich dieser Krampf löst. Die sozialphobische Verkrampfung beruht auf der tiefsitzenden Angst sich zu exponieren, wenn man über Genitalität, die Lebensenergie und die Selbststeuerung spricht. Nichts ist tiefer in uns eingebrannt als die Sexualangst, die Angst uns „Gott“ wirklich zu nähern und die Angst davor, das Gesellschaftssystem grundlegend in Frage zu stellen. Das macht die Orgonomen wenn man so will „sozialphobischer“ als alle anderen Menschen.

Es ist wie die Sache mit den Frauen: wenn man frei und „unverfroren“ auftritt, fliegen einem die Herzen im Übermaß zu.

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2 Antworten to “Starchild vs. Doyle Wolfgang von Frankenstein: das Schicksal der Orgonomie”

  1. Robert (Berlin) Says:

    In diesem Zusammenhang möchte ich anführen, dass das mit den „wenn er mir helfen wollt“-Aufklebern absoluter quatsch ist. Weder wird die spezielle Zielgruppe anvisiert noch ist die Basis an Verteilern vorhanden.
    Wenn der Leser diesem Blog helfen will, muss er in sozialen Netzwerken unterwegs sein und in seinen Beiträgen einen Link hierin setzen. Das sind sogenannte Counter-Links, die den Blog in der Suchmaschine und in der potenziellen Leserschaft bekannter machen.
    Zweitens wären Anzeigen in Blättern, die eine Affinität zum Blog haben, sinnvoller. Z.B. „Sein“ ( https://www.sein.de/ ) oder ähnliche Publikationen. Hier fällt unter den Angeboten auch immer der Name W. Reich und dann könnte der/die eine hierher gelangen.

    Wir haben eine spezielle, sehr kleine Zielgruppe und keinen Werbe-Etat. Die wenigen Möglichkeiten sollten daher nicht sinnlos verpufft werden.

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