Die zwei grundlegenden Mißverständnisse bei Reichs Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz

Das, was diesem Video folgt, habe ich vor einiger Zeit geschrieben, doch jetzt angesichts der bevorstehenden gerichtlichen Auseinandersetzung um den Coronatest und Prof. Drosten in den USA: siehe das Video! Genau das gleiche strengte die FDA gegenüber Reich an: das Gericht wurde aufgefordert, die Tatsachen objektiv zu evaluieren. Anders machen die Gesetze und deren Anwendung ja auch keinen Sinn: jeder Laie, darunter eben auch die Staatsanwälte, Richter und Beisitzer, müssen (wissenschaftliche) Tatsachen bewerten können, die ihnen von Experten allgemeinverständlich auseinandergesetzt wurden. Sonst würde ja auch Wissenschaft wenig Sinn machen! Aus dieser Warte des Advocatus Diaboli nimmt sich das amerikanische Gerichtswesen im allgemeinen und der Prozeß gegen Reich durchaus rational aus:

Nachdem Reich sich Anfang 1954 geweigert hatte vor Gericht sich gegen die Verfügung der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Wehr zu setzen, die den Orgonenergie-Akkumulator sowie jede Werbung für ihn verbot und auf diese Weise die FDA, zu ihrer eigenen Überraschung, widerstandlos ihre Maximalforderungen durchsetzen konnte, war tatsächlich nichts wirklich Einschneidendes geschehen, da die USA im Gegensatz zur EU und der angeblichen „Bundesrepublik“ Deutschland seine föderale Ordnung ernstnimmt. Die FDA war eine Bundesbehörde und konnte in diesem Fall ausschließlich eingreifen, wenn Orgonenergie-Akkumulatoren zu kommerziellen Zwecken von einem US-Staat in den anderen transportiert wurden. In Maine selbst, wo Reich sein Forschungslabor „Orgonon“ hatte, konnten er und seine Kollegen in dieser Hinsicht tun und lassen, was sie wollten, desgleichen jeweils separat für jeden anderen US-Staat. Damit war auch praktisch ausgeschlossen, daß der Verkauf der Orgonliteratur eingeschränkt würde. Die Orgonomie hat also auch nach dem Erlaß der Verfügung praktisch störungslos weiterfunktioniert. Reichs Forschung ging ungehindert ihren Lauf und Fallgeschichten mit dem Orgonenergie-Akkumulator wurden weiter veröffentlicht. Das einzige Problem war, daß nun die nicht zu vernachlässigenden bundesweiten Einnahmen aus der Vermietung der Orgonenergie-Akkumulatoren wegfielen.

Hinzu kam, daß sich die Verfügung auf Reich persönlich bezog, d.h. irgendein „John Doe“ hätte mit dem Orgonenergie-Akkumulator tun und lassen dürfen, was er wollte, was den Verkehr über Staatsgrenzen betrifft . Und genau darauf bezog sich Reichs Mitarbeiter Dr. Michael Silvert, als er Anfang 1955 ohne vorherige Absprache mit Reich eine Lastwagenladung Orgonenergie-Akkumulatoren von Orgonon nach New York City transportierte, um sie in „DOR-Buster“ umzubauen, indem er ein entsprechendes Loch in sie bohrte, um sie mit einem BX-Kabel in Wasser „erden“ zu können. Durch diese Modifikation zum Absaugen von DOR in einer sich zunehmend verschlimmernden DOR-Atmosphäre, veränderte er die Geräte so, daß sie nach Silverts (und Reichs) Meinung gar nicht mehr unter die Verfügung fielen. Sie sollten vertrieben werden, um das Geld an Reich zu schicken, der dringend finanzielle Unterstützung für seine Forschung in Arizona brauchte. Diese juristisch halsbrecherische Aktion führte zum Gerichtsprozeß 1956 und zur schließlichen Inhaftierung von Reich und Silvert, zur Zerstörung der restlichen Akkumulatoren und zur Bücherverbrennung. Silvert hatte Reich ans Messer geliefert, spätestens als er einem FDA-Agenten, der sich als „Orgonkunde“ ausgab, einen dieser modifizierten Orgonenergie-Akkumulatoren zuschickte. Mit anderen Worten: ohne Silvert hätte sich die Orgonomie ziemlich problemlos weiterentwickeln können, zumal nach einigen Jahren die ursprüngliche FDA-Verfügung nicht mehr hätte durchgesetzt werden können wegen der Macht des Faktischen und dem Wandel des gesellschaftlichen Bewußtseins.

Dem zweiten grundlegenden Mißverständnis ist Reich selbst zum Opfer gefallen – und wieder spielt Silvert eine unrühmliche Rolle. Als Reich Anfang 1954 die FDA-Verfügung erhielt und aufgefordert wurde, sich vor einem Bundesgericht zu rechtfertigen, hatten Elsworth F. Baker und andere Orgonomen den schwankenden Reich soweit bearbeitet, daß er sich vor Gericht rechtfertigen wollte. Hätte er das getan, wäre die FDA-Verfügung, die wie angedeutet mit unrealistischen Maximalforderungen angefüllt war, wenn nicht abgewiesen, so doch entscheidend abgeschwächt worden, so daß sie noch bedeutungsloser gewesen wäre, als sie ohnehin schon war. Es hätte jedenfalls nach menschlichem Ermessen das spätere Szenario (Reich im Gefängnis etc.) kaum je eintreten können. Doch in der alles entscheidenden Diskussion, als Reich schon so gut wie in ein Erscheinen vor Gericht eingewilligt hatte, intervenierte Silvert mit dem Satz: „Und wo bleibt bei all dem die Wahrheit?!“ Reich wurde angesichts dieses „Weckrufs“ zornig und weigerte sich wissenschaftliche Fragen vor einer unwissenschaftlichen Instanz, dem Richter, zu verteidigen.

Es geht aber vor amerikanischen Gerichten prinzipiell nie um die Wahrheit, sondern nur darum, daß der Schwächere (der Angeklagte) gegen den Stärkeren (den Staat) überhaupt eine Chance hat. Es geht um die Einschränkung von Macht, nicht um Gerechtigkeit bzw. die Wahrheit! Der bekannte amerikanische Strafverteidiger Alan Dershowitz hat einmal gesagt:

Der Angeklagte will die Wahrheit verbergen, weil er gemeinhin schuldig ist. Die Aufgabe des Verteidigers ist es, dafür zu sorgen, daß die Geschworenen nicht zu dieser Wahrheit kommen.

Dies beschreibt das amerikanische (angelsächsische) Rechtssystem perfekt. Das deutsche und das österreichische Rechtssystem, das Reich vor seinem Medizinstudium zu studieren begann, und damit auch Reichs Denkweise, ist völlig andersgeartet und basiert auf einer völlig anderen Philosophie: alle Parteien im Prozeß sind verpflichtet, der objektiven Wahrheit, die quasi als dritte Instanz über den beiden Parteien schwebt, zu ihrem Recht zu verhelfen und auf diese Weise Recht zu sprechen und Gerechtigkeit herzustellen. Lesen Sie Dershowitz noch einmal! Es ist das genaue Gegenteil von Orgontherapie und allem, wofür Reich stand. In einem amerikanischen Gerichtssaal war er fremd und deplaziert wie ein Außerirdischer aus dem Weltraum. Im Wesentlichen sagte er im Gerichtssaal: „Wir sind hier, um die tiefere Wahrheit herauszufinden!“ Implizit wurde ihm zu verstehen gegeben: „Dafür ist hier nicht der Ort! Wir geben dir die Chance hier mit juristischen Spitzfindigkeiten und Lügen deinen Kopf aus der Schlinge zu heben. Nutze sie oder laß es bleiben.“ Der Modju Silvert hatte Reich in zwei Schritten in eine Falle manövriert, aus der es kein Entkommen gab!

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4 Antworten to “Die zwei grundlegenden Mißverständnisse bei Reichs Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz”

  1. Robert (Berlin) Says:

    @Peter
    Meintest du diesen Fall?
    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/sammelklage-corona-119.html

  2. Peter Nasselstein Says:

    Ein Kommentar zum Video. Falls das hier wieder gelöscht wird!

    Ich selbst bin Arzt, Intensivmediziner und Hygienebauftragter in einem großen akademischen Lehrkrankenhaus der Regelversorgung und teile uneingeschränkt die von Herrn Dr. Fuellmich vorgetragenen Beobachtungen und Feststellungen hinsichtlich der fehlenden Übersterblichkeit, seltenen schweren Verläufe aber auch der Diskrepanz zwischen der insbesondere durch das RKI, der Politik und Mainstreammedien verbreiteten Horrormeldungen und der erlebten Realität in Krankenhäusern.

    Kurzum, ich kann bis heute wirklich keinen signifikanten Unterschied zu den saisonalen Grippeverläufen der letzten Jahrzehnte während meiner beruflichen Tätigkeit feststellen. Lediglich das Thema rund um das nun wirklich nicht neue Corona-Virus wurde derart künstlich und fernab der Realität aufgeblasen, dass man nur noch staunen kann.

    Jeder Mediziner weiß, dass es sich bei dem aktuell weltweit angewendeten PCR-Test um einen sog. in vitro-Test, also einen für Reagenzglasversuchen vorgesehenen Labortest handelt, so dass keinerlei Aussagekraft, geschweige denn Diagnose hinsichtlich der Feststellung einer Infektionserkrankungen mit welchem Krankheitserreger auch immer abgeleitet werden kann. Der Test ist auch für diagnostische Zwecke dieser Art schlicht nicht zugelassen. Dies ist allseits bekannt. Die Feststellung einer Infektion ist und bleibt eine klinische Diagnose, die ein Arzt zu treffen hat und lässt sich insoweit auch niemals aus einem Laborergebnis einer „Drive-in Fieberambulanz“ ableiteten. Das sollte eigentlich jedem einleuchten.

    Allein vor diesem Hintergrund sind die täglich gemeldeten gestiegenen Zahlen der der Infektionserkrankungen mehr als fraglich.

    Herrn Dr. Fuellmich möchte ich mich für diese ausführliche und sachliche Auseinandersetzung bedanken. Eine ähnlich kritische Auseinandersetzung hätte ich mir vielmehr von der bislang größtenteils stummgebliebenen Ärzteschaft gewünscht.

    Ich bin davon überzeugt, dass die angestrebte „Sammelklage“ erfolgreich sein wird und dazu beiträgt dem Irrsinn ein baldiges Ende zu setzen.

  3. Peter Nasselstein Says:

    Die für diesen Artikel wichtigen rechtlichen Zusammenhänge werden im Video ab min 38:15 erläutert.

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