Eine Hommage an Elsworth F. Baker, M.D. (Teil 2)

von Paul Mathews, M.A.

 

Reich erkannte schon früh das Kaliber von Dr. Baker und ernannte ihn unter anderem zum Präsidenten der Wilhelm Reich Foundation, zum Leiter der diagnostischen Klinik des Orgone Institute in Forest Hills, New York, und zum Herausgeber von Orgonomic Medicine. Seine Fähigkeiten als Kliniker waren so groß, dass Reich ihm die Verantwortung für die Ausbildung der Ärzte übertrug und ihn zum persönlichen Psychiater von Mitgliedern von Reichs Familie machte. Gegenüber dem Begründer der Orgonomie war Baker nie ein „Ja-Sager“, sondern sprach immer ehrlich seine Meinung aus – manchmal beschwor er Zorn herauf, aber immer erweckte er Respekt. Ilse Ollendorff hat in ihrer Reich-Biographie kommentiert, dass Reich Elsworth Baker als einen der „wenigen Arbeiter betrachtete, die verstanden, was er [Reich] tat“.

Nach Reichs Tod, während andere in Panik gerieten, erstarrten oder flohen, ging Elsworth Baker geduldig und ruhig seiner Arbeit des Behandelns, des Ausbildens und des Aufbaus der Orgonomie nach. Seine ruhige Stärke und Autorität zogen viele auf seine Seite und allmählich – im Laufe der Jahre – blühte und entwickelte sich die Orgonomie. Er schwankte nie in dem Vertrauen, das Reich in ihn gesetzt hatte. Er baute die Orgonomie mit einer ständig wachsenden Zahl hochqualifizierter Ärzte und Wissenschaftler wieder auf.

Während der ganzen Zeit hatte er es – wie Reich ihn gewarnt hatte – mit denjenigen in der Orgonomie zu tun, die aus Eifersucht oder aus ihrer eigenen Unfähigkeit zum Handeln versuchten, sein Werk zu zerstören. Es gab diejenigen, die nörgelten und sich beschwerten – entweder tat er zu wenig oder er tat zu viel – entweder hielt er die Orgonomie zu rein oder er kam vom wahren Weg ab. Sie alle gingen, während Dr. Baker beharrlich blieb.

Seine Leistungen waren unglaublich, auch ohne die Tatsache zu berücksichtigen, dass er von morgens bis abends Patienten behandelte und sieben Tage in der Woche arbeitete. Er gründete und redigierte The Journal of Orgonomy. Ein Labor wurde organisiert – das Oranur Research Laboratory. Dr. Bakers heute berühmtes und klassisches Buch Man in the Trap wurde veröffentlicht. Zahlreiche Artikel über klinische Fallstudien, wissenschaftlicher und sozialer Forschung und Kinderbetreuung und -entwicklung wurden veröffentlicht. Kurse und Vorlesungen sowie Konferenzen florierten – an der New York University sowie anderen Hochschulen überall in den Vereinigten Staaten, in Europa und im Nahen Osten. Die Zahl der Schulungen und Seminare nahm zu, um einen kontinuierlichen Strom gut ausgebildeter Therapeuten zu gewährleisten und der Öffentlichkeit die sozialen Erkenntnisse der neuen funktionellen Wissenschaft zu vermitteln. Er gründete die Orgonomic Research Foundation, die wissenschaftliche Forschung und Publikationen unterstützte und finanzierte. Dann, 1968, gründete er das American College of Orgonomy – eine Dachorganisation der verschiedenen medizinischen, wissenschaftlichen und sozialen Disziplinen der Orgonomie – die die höchsten Standards für Leistungen auf diesem Gebiet setzt. Um sicherzustellen, dass nur die bestqualifizierten Ärzte für die Ausübung der medizinischen Orgonomie zertifiziert werden, gründete er das American Board of Medical Orgonomy.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 19 (1985), Nr. 2, S. 165-168.
Übersetzt von Robert (Berlin)

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5 Antworten to “Eine Hommage an Elsworth F. Baker, M.D. (Teil 2)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „Nach Reichs Tod, während andere in Panik gerieten, erstarrten oder flohen,…“ oder ihre eigene Version einer angepassten, fragmentierten und orgonenergetischen verminderten Therapie entwarfen.
    Wäre zu ergänzen, aber das ist ja auch eine Flucht.

  2. Robert (Berlin) Says:

    „Ein Labor wurde organisiert – das Oranur Research Laboratory.“

    Das gibt es noch heute und heißt jetzt
    Elsworth F. Baker Oranur Research Laboratory

  3. Robert (Berlin) Says:

    Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es ohne E. F. Baker keine Orgonomie geben würde – auch nicht die linksextreme Abspaltung der Raubkopie-Orgonomen. Denn diese fand ja erst Jahrzehnte nach Gründung des ACO statt.
    Vielleicht wären irgendwelche Neo-Reichianischen Ableger der letzte Rest gewesen, was von Reich übrig geblieben wäre.

  4. O. Says:

    Nach Reichs Tod? Nach Reichs gezielter Vernichtung („killing in the prison without leaving evidence“) war es rational und emotional richtig in Panik zu geraten. Baker und nur wenige haben isoliert weiter gemacht – im Rahmen der Möglichkeiten.

  5. Peter Nasselstein Says:

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