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Die zwei grundlegenden Mißverständnisse bei Reichs Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz

8. Oktober 2020

Das, was diesem Video folgt, habe ich vor einiger Zeit geschrieben, doch jetzt angesichts der bevorstehenden gerichtlichen Auseinandersetzung um den Coronatest und Prof. Drosten in den USA: siehe das Video! Genau das gleiche strengte die FDA gegenüber Reich an: das Gericht wurde aufgefordert, die Tatsachen objektiv zu evaluieren. Anders machen die Gesetze und deren Anwendung ja auch keinen Sinn: jeder Laie, darunter eben auch die Staatsanwälte, Richter und Beisitzer, müssen (wissenschaftliche) Tatsachen bewerten können, die ihnen von Experten allgemeinverständlich auseinandergesetzt wurden. Sonst würde ja auch Wissenschaft wenig Sinn machen! Aus dieser Warte des Advocatus Diaboli nimmt sich das amerikanische Gerichtswesen im allgemeinen und der Prozeß gegen Reich durchaus rational aus:

Nachdem Reich sich Anfang 1954 geweigert hatte vor Gericht sich gegen die Verfügung der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Wehr zu setzen, die den Orgonenergie-Akkumulator sowie jede Werbung für ihn verbot und auf diese Weise die FDA, zu ihrer eigenen Überraschung, widerstandlos ihre Maximalforderungen durchsetzen konnte, war tatsächlich nichts wirklich Einschneidendes geschehen, da die USA im Gegensatz zur EU und der angeblichen „Bundesrepublik“ Deutschland seine föderale Ordnung ernstnimmt. Die FDA war eine Bundesbehörde und konnte in diesem Fall ausschließlich eingreifen, wenn Orgonenergie-Akkumulatoren zu kommerziellen Zwecken von einem US-Staat in den anderen transportiert wurden. In Maine selbst, wo Reich sein Forschungslabor „Orgonon“ hatte, konnten er und seine Kollegen in dieser Hinsicht tun und lassen, was sie wollten, desgleichen jeweils separat für jeden anderen US-Staat. Damit war auch praktisch ausgeschlossen, daß der Verkauf der Orgonliteratur eingeschränkt würde. Die Orgonomie hat also auch nach dem Erlaß der Verfügung praktisch störungslos weiterfunktioniert. Reichs Forschung ging ungehindert ihren Lauf und Fallgeschichten mit dem Orgonenergie-Akkumulator wurden weiter veröffentlicht. Das einzige Problem war, daß nun die nicht zu vernachlässigenden bundesweiten Einnahmen aus der Vermietung der Orgonenergie-Akkumulatoren wegfielen.

Hinzu kam, daß sich die Verfügung auf Reich persönlich bezog, d.h. irgendein „John Doe“ hätte mit dem Orgonenergie-Akkumulator tun und lassen dürfen, was er wollte, was den Verkehr über Staatsgrenzen betrifft . Und genau darauf bezog sich Reichs Mitarbeiter Dr. Michael Silvert, als er Anfang 1955 ohne vorherige Absprache mit Reich eine Lastwagenladung Orgonenergie-Akkumulatoren von Orgonon nach New York City transportierte, um sie in „DOR-Buster“ umzubauen, indem er ein entsprechendes Loch in sie bohrte, um sie mit einem BX-Kabel in Wasser „erden“ zu können. Durch diese Modifikation zum Absaugen von DOR in einer sich zunehmend verschlimmernden DOR-Atmosphäre, veränderte er die Geräte so, daß sie nach Silverts (und Reichs) Meinung gar nicht mehr unter die Verfügung fielen. Sie sollten vertrieben werden, um das Geld an Reich zu schicken, der dringend finanzielle Unterstützung für seine Forschung in Arizona brauchte. Diese juristisch halsbrecherische Aktion führte zum Gerichtsprozeß 1956 und zur schließlichen Inhaftierung von Reich und Silvert, zur Zerstörung der restlichen Akkumulatoren und zur Bücherverbrennung. Silvert hatte Reich ans Messer geliefert, spätestens als er einem FDA-Agenten, der sich als „Orgonkunde“ ausgab, einen dieser modifizierten Orgonenergie-Akkumulatoren zuschickte. Mit anderen Worten: ohne Silvert hätte sich die Orgonomie ziemlich problemlos weiterentwickeln können, zumal nach einigen Jahren die ursprüngliche FDA-Verfügung nicht mehr hätte durchgesetzt werden können wegen der Macht des Faktischen und dem Wandel des gesellschaftlichen Bewußtseins.

Dem zweiten grundlegenden Mißverständnis ist Reich selbst zum Opfer gefallen – und wieder spielt Silvert eine unrühmliche Rolle. Als Reich Anfang 1954 die FDA-Verfügung erhielt und aufgefordert wurde, sich vor einem Bundesgericht zu rechtfertigen, hatten Elsworth F. Baker und andere Orgonomen den schwankenden Reich soweit bearbeitet, daß er sich vor Gericht rechtfertigen wollte. Hätte er das getan, wäre die FDA-Verfügung, die wie angedeutet mit unrealistischen Maximalforderungen angefüllt war, wenn nicht abgewiesen, so doch entscheidend abgeschwächt worden, so daß sie noch bedeutungsloser gewesen wäre, als sie ohnehin schon war. Es hätte jedenfalls nach menschlichem Ermessen das spätere Szenario (Reich im Gefängnis etc.) kaum je eintreten können. Doch in der alles entscheidenden Diskussion, als Reich schon so gut wie in ein Erscheinen vor Gericht eingewilligt hatte, intervenierte Silvert mit dem Satz: „Und wo bleibt bei all dem die Wahrheit?!“ Reich wurde angesichts dieses „Weckrufs“ zornig und weigerte sich wissenschaftliche Fragen vor einer unwissenschaftlichen Instanz, dem Richter, zu verteidigen.

Es geht aber vor amerikanischen Gerichten prinzipiell nie um die Wahrheit, sondern nur darum, daß der Schwächere (der Angeklagte) gegen den Stärkeren (den Staat) überhaupt eine Chance hat. Es geht um die Einschränkung von Macht, nicht um Gerechtigkeit bzw. die Wahrheit! Der bekannte amerikanische Strafverteidiger Alan Dershowitz hat einmal gesagt:

Der Angeklagte will die Wahrheit verbergen, weil er gemeinhin schuldig ist. Die Aufgabe des Verteidigers ist es, dafür zu sorgen, daß die Geschworenen nicht zu dieser Wahrheit kommen.

Dies beschreibt das amerikanische (angelsächsische) Rechtssystem perfekt. Das deutsche und das österreichische Rechtssystem, das Reich vor seinem Medizinstudium zu studieren begann, und damit auch Reichs Denkweise, ist völlig andersgeartet und basiert auf einer völlig anderen Philosophie: alle Parteien im Prozeß sind verpflichtet, der objektiven Wahrheit, die quasi als dritte Instanz über den beiden Parteien schwebt, zu ihrem Recht zu verhelfen und auf diese Weise Recht zu sprechen und Gerechtigkeit herzustellen. Lesen Sie Dershowitz noch einmal! Es ist das genaue Gegenteil von Orgontherapie und allem, wofür Reich stand. In einem amerikanischen Gerichtssaal war er fremd und deplaziert wie ein Außerirdischer aus dem Weltraum. Im Wesentlichen sagte er im Gerichtssaal: „Wir sind hier, um die tiefere Wahrheit herauszufinden!“ Implizit wurde ihm zu verstehen gegeben: „Dafür ist hier nicht der Ort! Wir geben dir die Chance hier mit juristischen Spitzfindigkeiten und Lügen deinen Kopf aus der Schlinge zu heben. Nutze sie oder laß es bleiben.“ Der Modju Silvert hatte Reich in zwei Schritten in eine Falle manövriert, aus der es kein Entkommen gab!

nachrichtenbrief149

17. April 2020

Paul Mathews: Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

28. Dezember 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Peter ist Euer Erlöser! (Das Nasselsteinistische Manifest) (Teil 4)

13. Juni 2019

Das Internet, insbesondere in Gestalt der zahllosen Meinungsforen, ist eine einzige Dokumentation der hilflosen Kindlichkeit der Massen. Rechtlich bestehe das Deutsche Reich fort, die Bundesrepublik als Ganzes und beispielsweise die GEZ-Gebühren seien Unrecht und damit null und nichtig. Ja, du Reichsbürger-Dödel, der Gerichtsvollzieher kommt, die Polizei und, wenn es hart auf hart kommt, schließlich die GSG9! Aber muß man deshalb dieses (vermeintliche) Unrecht einfach so hinnehmen?

Zunächst einmal gibt es das Recht des Stärkeren. Wenn zwei Leute irgendwo in der Wüste stranden, wird der stärkere der beiden das knappe Wasser an sich nehmen und auf Hilfe warten, so kann vielleicht zumindest einer überleben. Es muß ja nicht unbedingt der körperlich Stärkere sein, sondern der „moralisch“ Stärkere, der den anderen überzeugt, ihm das Wasser zu überlassen. Da überall die Ressourcen knapp sind… – „Recht“ wird durch Macht gesetzt!

Bedeutet das, daß es kein Unrecht gibt und daß man als Unterlegener alles so hinnehmen muß? Nun, wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus schrieb: „Macht, welcher Art immer, ohne Wahrheitsgrundlage ist Diktatur (…)“ (Fischer TB, S. 290). Und Wahrheit ist, wiederum Reich zufolge, nichts anderes als Kontakt mit der Wirklichkeit. Kontakt ist… oder sagen wir besser: die Qualität des Kontakts wird dadurch bestimmt, wie ungestört Erregung und Wahrnehmung zusammengehen:

Damit wird der Kontakt und infolge die „Wahrheitsgrundlage“ des Rechts durch die CHARAKTERSTRUKTUR der Massen bestimmt.

Jetzt macht es Sinn, den obigen Satz vollständig zu zitieren: „Macht, welcher Art immer, ohne Wahrheitsgrundlage ist Diktatur, mehr oder weniger, so oder so, denn sie beruht immer auf der Angst der Menschen vor der gesellschaftlichen Verantwortung und vor der persönlichen Last, die ‚Freiheit‘ bedeutet“ (Hervorhebungen im Original). Des weiteren schreibt Reich, daß Macht und Wahrheit sich gegenseitig ausschließen. „‘Macht‘ bedeutet immer Unterwerfung anderer. [Ich erinnere an das Stichwort „Hypnose“ im ersten Teil, PN] Wahrheitstatsachen aber lassen sich nie durch Unterwerfung, sondern immer nur durch Überzeugung durchsetzen“ (ebd., Hervorhebungen im Original).

Es geht also um Aufklärung und zwar im CHARAKTERANALYTISCHEN Sinne, d.h. es geht nicht darum, die Menschen über das (vermeintliche) Unrecht aufzuklären und sie gegen es zu „mobilisieren“ („Freiheitskrämerei“), sondern darüber „daß sie selbst (…) am gesellschaftlichen Unglück schuld sind, daß sie selbst (…) die Verantwortung für ihr Schicksal tragen, daß sie ganz allein für alles verantwortlich sind, was in dieser Welt geschieht (…)“ (ebd., S. 291).

Erst dann werden die Menschenmassen nicht mehr hilflose Opfer des Geschichtsprozesses sein, d.h. DES CHARAKTERSTRUKTURELLEN ZWANGS, sondern die Geschichte und ihren weiteren Verlauf selbst in die Hand nehmen. Die dazu notwenige Überzeugungsarbeit leisten Menschen wie David Holbrook. Unsere Aufgabe ist es, die Orgonomie unverfälscht, d.h. beispielsweise Dr. Holbrook, zu verbreiten.

Peter ist ein Arschloch!

21. September 2018

Meinem ersten „Reichsbürger“ begegnete ich im Gymnasium, als ein Mitschüler, bestärkt durch unseren durchaus linksgestrickten Lehrer, ausführte, daß völkerrechtlich die Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße noch immer Teil Deutschlands seien. Das war mitten im Kalten Krieg und jedes Bewußtsein der schwarzfaschistischen Natur des polnischen Nationalismus im allgemeinen und der viehischen Greueltaten an Deutschen von polnischer Seite vor und nach dem Krieg im besonderen war noch in weiter Ferne. Entsprechend reagierte ich geradezu wütend auf diesen vermeintlichen „Quatsch“. Von Natur aus bin ich Hegelianer und (sic!) Nietzscheianer: alles was ist, ist durch seine bloße Existenz gerechtfertigt. Oder um Hitler zu paraphrasieren: die Ostvölker haben sich als stärker erwiesen, Punkt.

Das läuft natürlich auf kaum weniger hinaus, als auf eine Rechtfertigung der Emotionellen Pest. Reichsbürgern (der Begriff hier denkbar weit gefaßt!) muß man zumindest zugutehalten, daß sie hinter das bloße Machtspiel (die sekundären Triebe!) auf einen „Kern“ (den bioenergetischen Kern!) rekurrieren. Erstens berufen sie sich auf das Naturrecht, wenn sie auf Kaiser Wilhelm, den Norddeutschen Bund, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und schließlich auf das germanisch und (was die Wenden betrifft) das slawische Recht zurückgehen. Das römische Recht führte nicht nur die Folter und die Entrechtung der Frauen ein, sondern führte auch zu einer sukzessiven Trennung des Volkes von seinen unveräußerlichen Grund- und Bodenrechten: wir wurden kolonisiert und dieser Prozeß hält bis heute an.

Auf das englische (und damit amerikanische), also letztendlich germanische Naturrecht berief sich auch Reich, in seiner Antwort auf die Anklageschrift der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Hier spielen auch (zweitens) seine Überlegungen zur Arbeitsdemokratie hinein, die implizieren, daß das Recht eine Funktion der natürlichen Arbeitsbeziehungen ist, entsprechend organisch wächst und nicht durch staatliche Gewaltakte einfach aufoktroyiert werden kann – denn dann ist es Unrecht: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens und sollten es deshalb beherrschen.“

Drittens ist die besagte „Kolonisierung“ nichts anderes als der Übergriff Saharasias auf Deutschland. Die „Reichsbürger-Bewegung“ ist in vieler Hinsicht eine Neuausprägung des romantischen Germanenkultes des 19. Jahrhunderts, der etwa auch Karl May beseelt hat. „Winnetou“, der „edle Wilde“ schlechthin, sollte zeigen, wie der ursprüngliche Germane war: edel, gut und in seiner Menschlichkeit der „römischen“ Zivilisation weit überlegen.

Den Vertriebenen hätte ich gesagt: „Pech gehabt!“ Reich hätte ich gesagt: „Das ist das Gesetz und wir können eh nichts tun!“ Den Unterdrückten und Enteigneten dieser Welt: „Das ist halt das Recht des Stärkeren!“ – Ein opportunistisches, gefühlskaltes Arschloch!