Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 10)

von Dr. med. Dr. phil. Barbara G. Koopman

Der Ghetto-Triebhafte

Obwohl Reichs Fälle extrem und grotesk sind, hilft uns seine Formulierung des Triebhaften, die strukturellen Veränderungen zu verstehen, die sich in unseren jungen Menschen von heute abspielen. Wie oben erwähnt, glaube ich, dass der Trend zur Psychopathie weitgehend auf die urbane Studentenschaft und das Ghetto beschränkt ist. Es ist hauptsächlich die erste Gruppe, die ihre ätiologischen Wurzeln in der fehlgeleiteten sexuellen Revolution hat. Die letztere (Ghetto-)Gruppe ist entwicklungsgeschichtlich an die sozioökonomischen Bedingungen gebunden (wie auch Reichs Triebhaften), plus einige ethnische Faktoren, die einzigartig für ihre zeitgenössische Kultur sind. Die folgende Beschreibung ist größtenteils der Studie von Minuchinc (4) und meinen eigenen Beobachtungen in einer psychiatrischen Klinik im Stadtteil Brownsvilled in Brooklyn, New York, entnommen, an der ich einige Jahre lang tätig war.

Wie wird ein Ghettokind zu einem triebhaften Kind? Ein wesentlicher Faktor ist ein extrem instabiles häusliches Umfeld. Das Kind lebt in einem „Kaleidoskop von sich bewegenden und wechselnden Reizen“. Es darf nicht zweimal im selben Bett schlafen. Die Mahlzeiten sind selten zu einer bestimmten Stunde und können an einem Tag ein Festmahl und am nächsten ein Hungermahl sein. Es gibt mehrere, unberechenbare Bezugspersonen, die ihm ebenfalls ein Fest- oder Hungermahl an Anregungen geben – an einem Tag wird es mit Aufmerksamkeit überschüttet, am folgendem ist es völlig vernachlässigt und unbeaufsichtigt. Ein ständiger Strom von Geliebten der Mutter lässt kaum ein geeignetes Modell zur Identifikation übrig. Die Objektbeständigkeit fehlt folglich fast völlig. In einem solchen wechselnden Bezugsrahmen entwickelt das Kind nie eine Fähigkeit zu sinnvollen Objektbeziehungen. Wir sehen diesen Mangel ständig bei den Triebhaften.

Ein weiteres hervorstechendes Merkmal der Kindererziehung ist die Inkonsistenz der Eltern. Die Elternfiguren fungieren als eine Art „Verkehrspolizei“ und ihre Anweisungen an das Kind richten sich nach ihrer momentanen Stimmung. Sind sie gut gelaunt, lautet das Signal „Los!“, bei schlechter Laune „Stopp!“ – Reaktionen, die in keinen Bezug zum Thema oder zu richtig und falsch stehen. Es bedeutet auch, dass die dirigierende Macht für das Kind immer extern ist; er hat nie eine Chance, seine Triebkontrolle zu verinnerlichen oder zu beherrschen. Die Triebentladung gestaltet sich motorisch und umfassend und geht Hand in Hand mit einer schlechten Aufmerksamkeitsspanne einher. In der Schule können diese Kinder nicht aufmerksam bleiben oder zwei Minuten lang still auf ihrem Stuhl sitzen. Die Ich-Struktur ist zu primitiv, um Introspektion, Selbstkritik oder die Fähigkeit zur Empathie mit anderen Menschen zu ermöglichen. Sie sind sehr narzisstisch und leben hauptsächlich in ihren sekundären Trieben.

Auch das Selbstwertgefühl ist minimal, da ihre Individualität nie gewürdigt wurde. Ein Kind wird mit dem Namen eines anderen Kindes gerufen oder alle Kinder werden von der Mutter mit einem abwertenden Begriff in einen Topf geworfen. Eine Privatsphäre im Schlafzimmer und im Bad ist nicht vorhanden. Kulturelle Muster begünstigen eine strafende Frauenherrschaft, wo die Mutterfigur die Hauptverantwortung für das Überleben der Familie trägt. Der Mann, der von einer strengen Matriarchin, die seiner Frau gleicht, aufgezogen wurde, rächt sich üblicherweise durch böswilliges Verlassen. Die männlichen Kinder erfahren in der Regel eine strenge und kastrierende Erziehung, die wenig dazu beiträgt, sie für die Vaterschaft, die Verantwortung als Erwachsener oder das Selbstwertgefühl als Mann zu qualifizieren. Die Mädchen neigen dazu, der Härte der Mutter nachzueifern und können Hausdrachen für ihre eigenen Partner werden.

Anmerkungen des Übersetzers

c https://de.wikipedia.org/wiki/Salvador_Minuchin

d Eines der ärmsten Stadtbezirke von New York

Literatur

4. Minuchin, S., et al.: Families of the Slums. New York and London: Basic Books, 1967

[Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 40-58.
Übersetzt von Robert Hase]

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5 Antworten to “Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 10)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „Wie oben erwähnt, glaube ich, dass der Trend zur Psychopathie weitgehend auf die urbane Studentenschaft und das Ghetto beschränkt ist. Es ist hauptsächlich die erste Gruppe, die ihre ätiologischen Wurzeln in der fehlgeleiteten sexuellen Revolution hat.“

    Später beschreibt Koopmann den urbanen Typ.

    „an der ich einige Jahre lang tätig war.“
    Daher wohl Koopmans Interesse am triebhaften Charakter. War es nur Zufall, dass Koopman dort gearbeitet hat oder wollte sie Reichs Biographie, die Arbeit mit Mittellosen, nachahmen?

  2. Robert (Berlin) Says:

    Der kastrierte Mann

    Something Scary Is Happening To Men

  3. Peter Nasselstein Says:

    Maske und Atemhemmung (= Beginn der Panzerung):

    https://reitschuster.de/post/gericht-droht-massiv-um-besorgte-lehrerin-zum-schweigen-zu-bringen/

  4. Christian Says:

    So funktioniert die emotionale Pest! Außerdem hat das natürlich einen doppelten Boden, denn als (fast schon verständliche) Gegenreaktion wird so das Ressentiment geweckt: der rote Faschismus weckt den schwarzen Faschismus und so immer weiter…

    Das Leben unseres Ex-Nationaltohüters Jens Lehmanns ist erledigt.

    Nur weil er in einem privaten Chat auf Social Media (und dann auch noch durch falschen Mausklick irrtümlich an einen falschen Adressaten geschickt) den Satz „Ist das Euer qoten-Schwarzer?“ (jawohl, ohne das „u“ hinter dem „q“…) geschrieben und das auch noch selbstironisch mit einem Zwinker-Smiley versehen hatte (und der Empfänger seine Entschuldigung sofort angenommen hat), ist bislang Folgendes passiert:

    Er wird mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat von Hertha BSC rausgeschmissen,

    Er darf nie wieder auf SKY oder in irgendeiner anderen Sportsendung im TV auftreten,

    Sein Heimatverein hat ihm wegen dieses RASSISMUS-„EKLATs“ lebenslanges Hausverbot erteilt.

    https://www.t-online.de/sport/fussball/id_89982354/jens-lehmann-sein-jugendklub-erteilt-ihm-nach-aogo-eklat-hausverbot.html

    https://www.t-online.de/sport/fussball/id_89977298/jens-lehmann-sky-sagt-ex-nationaltorwart-nach-aogo-eklat-ab.html

    https://www.t-online.de/sport/fussball/id_89976112/hertha-bsc-schmeisst-jens-lehmann-nach-quotenschwarzen-eklat-raus.html

    https://www.kicker.de/dardai-und-schwolow-begruessen-trennung-von-lehmann-804029/artikel

    https://www.kicker.de/aogo-nach-telefonaten-mit-lehmann-ich-habe-ihm-das-abgenommen-dass-es-ihm-leid-tut-804064/artikel

    • Christian Says:

      Die gnadenlose Entnazifizierung des FUSSBALLS reicht noch lange nicht aus, postwendend hat man auch beim EISHOCKEY (!) xenophobe Faschisten gefunden.

      Dieses Nazischwein hat die liebe Hillary Clinton mit „18“ verglichen!

      https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/eishockey-nationaltorwart-instagram/

      https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/eishockey-nationaltorwart-instagram/

      Politische Korrektheit im Sport

      Eishockey-Nationaltorwart fliegt wegen rechter Instagram-Posts aus Kader

      MÜNCHEN. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat Nationaltorwart Thomas Greiss wegen angeblich rechtspopulistischer Beiträge in den sozialen Medien aus dem Kader für die Weltmeisterschaft geworfen. Auch in Zukunft werde der Torhüter nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen, betonte DEB-Sportdirektor Christian Künast gegenüber Eishockey News.

      Im Deutschlandfunk verwies Künast auf die Richtlinien des Verbandes, wonach Weltoffenheit, Toleranz und Integration durch Sport vermittelt werden sollten. „Das ist einfach ein Kodex, dem sich jeder Spieler, jeder Betreuer und jeder Verantwortliche verschreibt, der für den DEB arbeitet.“ Er sei überzeugt, daß man sich bei Greiss diesbezüglich nicht sicher sein könne. „Von daher ist für uns die Nominierung im Moment kein Thema.“

      Zugleich verwahrte sich der Sportfunktionär gegen Zensurvorwürfe. „Wir beschneiden und zensieren niemanden. Absolut nicht. Und jeder darf seine Meinung frei äußern. Aber ob wir jemanden einladen oder nicht, das ist dann unsere Sache.“
      Greiss gerät wegen Hitler-Vergleich unter Druck

      Greiss, der in der US-amerikanischen Profiliga NHL bei den Detroit Red Wings spielt, hatte im Februar zum Tod des Radio-Talkmasters Rush Limbaugh via Instagram kondoliert. Limbaugh war bekennender Anhänger des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, vertrat rechtskonservative Positionen und äußerte regelmäßig scharfe Kritik an Liberalen, dem Feminismus und Umweltschützern. Mit seiner Sendung erreichte er wöchentlich 15 Millionen Zuhörer.

      Bereits 2017 war Greiss wegen seiner Social-Media-Aktivitäten unter Druck geraten. Damals likte er einen Post, in dem die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler verglichen wurde. Auf Druck des DEB und des Deutschen Olympischen Sportbundes entschuldigte er sich dafür.
      Ex-Fußballprofis attackieren Lehmann wegen „Quotenschwarzer“-Äußerung

      Unterdessen lobte der Cheftrainer des abstiegsbedrohten Fußballbundesligisten Hertha BSC Berlin, Pal Dardai, das schnelle Vorgehen des Klubs im Fall von Jens Lehmann. Der frühere Torwart der deutschen Fußballnationalmannschaft und Aufsichtsrat von Hertha BSC hatte zuvor in einer Chatnachricht den schwarzen Ex-Profi und TV-Experten Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet. „Der Verein hat schnell und konsequent gehandelt, das finde ich sehr gut“, sagte Dardai während der Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.

      Für seinen Tweet, in dem Lehmann am Mittwoch mitteilte, daß er sich bei Aogo entschuldigt habe, mußte er wiederum Kritik einstecken. Sein ehemaliger Mannschaftskollege bei Borussia Dortmund, Karsten Baumann, schrieb: „Du warst schon damals ein Vollidiot.“

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