Ich war schon immer schrecklich vergeßlich. „Ach ja, stimmt, Tschuldigung!“ Um diesen ewigen Peinlichkeiten und dem sich selbst ein Bein Stellen zu entgehen, habe ich zu dem Trick gegriffen, den Satz, die Zahl, das Wort oder was auch immer aufzuschreiben, wobei es nicht etwa primär darum geht den Zettel aufzubewahren. Es reicht aus, es mit dem Finger in die Luft zu schreiben. Es ist nämlich ein Ammenmärchen, daß der losgelöste „Geist“ irgendetwas speichert. Vielmehr ist es der gesamte Organismus, der sich erinnert. Genau das rechtfertigte die Weiterentwicklung der Psychoanalyse zur „charakteranalytischen Vegetotherapie“!
Entsprechend gehen übrigens auch Erinnerungskünstler vor. Sie speichern nicht etwa willkürliche Zahlenfolgen ab, wie ein Computer es machen würde, sondern haben beispielsweise bestimmten Plätzen in ihrer Wohnung Zahlen zugewiesen und um sich an diese Zahlen zu erinnern, gehen sie in ihrer Vorstellung entsprechend die Wohnung ab. Aus einer willkürlichen wird eine sozusagen „organische“ Zahlenfolge! Auch wenn sie sich dabei nicht physisch bewegen, macht doch ihr Körper gewisserweise mit, ähnlich wie wir im Kinosessel ganz körperlich mit dem Helden leiden. Die Mnemotiker tun, wenn auch nur im Geiste, genau das, was der erinnerungsschwache Peter tut: sie bewegen ihren Körper. Zwar nur in der Imagination, aber, wie gesagt, der Körper geht automatisch mit.
Diese Zusammenhänge werden von der norwegische Hirnforscherin Audrey van der Meer (Norwegische Universität für Wissenschaft und Technik, NTNU) in Trondheim erforscht. Sie konnte nachweisen, daß das Schreiben mit der Hand, also genau das, was gerade den Kindern an den Schulen offiziell ausgetrieben wird, das Gehirn ganz anders, nämlich weitaus besser aktiviert als das stupide unterschiedslose Tippen auf irgendwelchen Tastaturen. Die EEG-Untersuchungen der Forscherin zeigten dramatische Unterschiede der beiden Schreibmodi, was das Ausmaß der Gehirnaktivität betrifft. Beispielsweise wurden den Probanden Wörter gezeigt, die sie schreiben sollten. Wenn sie mit der Hand schrieben, leuchtete das Gehirn überall gleichzeitig auf. Alle möglichen Hirnregionen feuerten gemeinsam in einem koordinierten Muster, das sich über die gesamte Großhirnrinde ausbreitete. Beim bloßen tippen des gleichen Wortes, brach dieses Muster fast vollständig zusammen, so als wäre eine Lobotomie vorgenommen worden.
Das diffizile, fast künstlerische formen der einzelnen Buchstaben, das synchron verlaufende feine Zusammenspiel von Sensorik und Motorik, aktiviert alle möglichen Hirnareale, insbesondere auch die, die für das Hören zuständig sind, und hinterläßt entsprechend einen bleibenden Eindruck. Entgegen hat das Tippen nicht annähernd diesen Effekt, stumpft ab und die Information verpufft ohne Erinnerung. Das erste ist eine wunderbare Symphonie, das letztere mechanisches Klicken. Das eine kurbelt unsere kreative Denkfähigkeit an, das andere lobotomisiert unsere Kinder.
Wir benötigen einen physischen Widerstand, den Widerstand der Materie, um wirklich energetische Wesen sein zu können und nicht sozusagen ins Nichts zu verpuffen. Letztendlich steht die Materie mit ihrem elastischen Gegendruck für das Orgonenergie-Substrat selbst. Die Welt ist nicht leer, sondern antwortet gemäß Actio und Reactio. Kontakt! Letztendlich hat das etwas mit der orgonotischen Pulsation zu tun: Druck (Kontraktion) und Gegendruck (Expansion). Ich habe das in Überlagerung und Teilung in galaktischen Systemen (9.d. Der funktionelle Raum) ausgeführt. Der zweite Aspekt betrifft die Kreiselwelle: in der Schreibschrift werden wir eins mit ihr. Schreiben mit der Hand ist nicht nur etwas Körperliches, sondern in zweifacher Hinsicht etwas zutiefst Bio-Kosmisches. Versuch das mal einem dieser lobotomisierten, leeren Volldeppen nahezubringen!
Schlagwörter: Computer, EEG, Erinnern, Erinnerungskünstler, Erziehung, Gehirnaktivität, Handschrift, Hirnforschung, Lobotomie, Memorieren, Mnemotiker, Motorik, Schreiben, Sensorik, Zahlenfolgen
7. Juni 2026 um 10:27 |
Der Pharmamodju:
7. Juni 2026 um 17:51 |
Gab es in der Untersuchung einen Unterschied, ob man Druckschrift oder Schreibschrift mit der Hand schrieb?
7. Juni 2026 um 18:12 |
Solange die Buchstaben präzise von Hand geformt werden, gibt es laut van der Meer keinen gedächtnisfördernden Unterschied zwischen Schreib- und Blockschrift. Aber vielleicht sollte man einen möglichen Unterschied noch genauer untersuchen?
7. Juni 2026 um 19:47 |
Und ich dachte kürzlich, nach der Bemerkung von Fantomas: „… „wandelnde Enzyklopädie auf zwei Beinen“, wie ein Alt-Reichianer mal unseren Peter Nasselstein genannt hat (denn seine universale Gelehrsamkeit geht ja weit über die bestenfalls rudimentären Kenntnisse von ChatGPT usw. hinaus…)“, Peter verfüge über ein fotographisches Gedächtnis …
14. Juni 2026 um 22:12 |
Auch bei seinen Videos merkt man nichts von Vergeßlichkeit.
Vielleicht könnte sein zu hoher Anspruch eine Erklärung für unsere unterschiedliche Wahrnehmung sein.
9. Juni 2026 um 07:57 |
Ach, lieber Frank, Du mit Deinen voreiligen Schlussfolgerungen… 🙂
Dass Peter eine wandelnde orgonomische „Enzyklopädie auf zwei Beinen“ ist, dabei bleibe ich. Das steht aber nur scheinbar in Widerspruch zu seinen zeitweiligen Konzentrations- und Gedächtnisproblemen im Alltagsleben, mit denen er sich hier „geoutet“ hat.
So ist der „schusselige Professor“ in Deutschland ja schon lange geradezu sprichwörtlich. Es gibt genügend Beispiele für Gelehrte, die z.B. ALLES über Quantenmechanik, die Epoche der deutschen Romantik oder Schopenhauer wissen, gleichzeitig aber permanent ihren Hauschlüssel verlegen oder nicht mehr wissen, in welcher Straße sie ihr Auto geparkt haben.
Auch kenne ich mehrere brillante Schachgroßmeister, die im Alltag fast schon lebensuntüchtig sind, bei Verabredungen permanent Termine durcheinander bringen usw.
Wie sich diese auffällige Diskrepanz psychologisch erklären lässt? Ich have no idea…
Übrigens war Elsworth Baker, der Gründer des American College of Orgonomy, ein wirklicher Eidetiker; hatte also das, was Du als „fotographisches Gedächtnis“ bezeichnest. Ich vermute, dass solchen Leuten das Studium viel leichter fallen muss als uns Normalsterblichen. Mann muss ihnen nur eine Seite eines komplizierten Lehrbuchs für 10 Sekunden unter die Nase halten und dann wieder wegnehmen, und sie können einem dann die ganze Seite auswendig vorlesen. Eine beneidenswerte Fähigkeit!
Was mich an Peters bislang schon über 4.000 (!) Leitartikeln alleine hier im Nachrichtenbrief gleichermaßen fasziniert wie auch irritiert und befremdet, ist sein ganz enormer Mitteilungsdrang!
Ich habe noch keinen anderen Menschen gekannt, dem es offenbar ein solch großes Bedürfnis ist, seit Jahrzehnten seine Gedanken zu allen möglichen Themen TÄGLICH unters Volk zu streuen. Man kann das auch nicht lerntheoretisch mit „Verstärkung“ usw. erklären, denn nur die aller wenigsten seiner Beiträge erfahren hier ja Lob und Bewunderung eines fachkundigen Publikums, sondern sind meist „Perlen vor die Säue“.
Ich möchte hier niemanden beleidigen, denn auch mich selbst zähle ich zu diesen „Säuen“ 🙂
Die Lösung dieses großen Rätsels kann ja nur sein, dass Peter „für sich selber“ schreibt bzw. uns täglich an seinen „Selbstgesprächen“ teilhaben lässt; mit seinem etwas schrägen hanseatischen Humor sagte er mir mal „Am liebsten lese ich Texte, die ich selber geschrieben habe“…
Aber nun gut, dies könnte er ja auch in Form eines privaten Tagebuchs tun. Sein geradezu obsessiver Mitteilungsdrang jedoch, „die Welt“ (schließlich wird laut Seitenaufrufen sein Nachrichtenbrief regelmäßig in weit über 100 Ländern dieser Erde gelesen – oder stellen solche Zahlen Internet-Artefakte dar?) an all seinen Gedanken und Gefühlen zu allen nur denkbaren Themen teilhaben lassen zu wollen, obwohl vielen seiner Darlegungen hier nur die wenigsten inhaltlich folgen können, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
Mir selbst ist dieser enorme Mitteilungsdrang fremd, dazu bin ich viel zu schüchtern 🙂
Und wenn ich dermaßen wenig Resonanz auf meine Artikel bekommen und mich als „a voice without an echo“ bzw. als „einsamer Rufer in der Wüste“ fühlen würde, würde mir das Ganze schnell langweilig werden.
Die „Psychologie des Peter Nasselstein“ muss wohl erst noch geschrieben werden…
14. Juni 2026 um 22:27 |
Der „schusselige Professor“:
Dann darf man aber nicht sagen, man sei „vergeßlich“ (an sich).
„hanseatischen Humor“:
Das geht wohl in Richtung „englischer Humor“. Wahrscheinlich sind Hamburg und Großbritannien geschichtlich sowieso enger verbunden, wie z.B. auch England und Norwegen.
Ich habe über Peters tägliche Mitteilungen noch nie „psychologisiert“:
Auf mich wirkt das eher „normal“ (natürlich eine enorme Arbeitsleistung!) – aber ich bin auch nicht schüchtern.
„obwohl vielen seiner Darlegungen hier nur die wenigsten inhaltlich folgen können“:
Das glaube ich nicht, Peter schreibt doch allgemeinverständlich.
Ich würde sagen, für die Themen an sich interessiert sich leider kaum jemand. Aber die, die lesen, verstehen es auch (mehr oder weniger).
Peter Töpfer scheint sich nach Peters Buchbesprechung hier ausgeklinkt zu haben.