Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 1. Wilhelm Reich, c. Reich, der Unzeitgemäße

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 1. Wilhelm Reich, c. Reich, der Unzeigemäße

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9 Antworten to “Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 1. Wilhelm Reich, c. Reich, der Unzeitgemäße”

  1. Avatar von O. O. Says:

    Völlig unzeitgemäß zu sein und sich damit ausgegrenzt zu fühlen, ist keine einfache Übung. Aber erst dann fällt es auf, wie abhängig wir vom „Zeitgeist“ und den gemachten Moden sind. Wir sind wie gesteuerte Roboter und glauben hipp und frei zu sein. Wir kaufen und tragen was „in“ zu sein scheint, wir wählen unsere Partner nach dem „gemachten“ Schönheitsideal, ohne zu fragen, was für eine Lusche wir da an der Hand haben. Hauptsache wir sind schick und in.
    Uns einzugestehen, dass wir völlig verblödet sind, würde uns aber nie in den Sinn kommen. Wir doch nicht.

    „Ich bin anders als die anderen, einzigartig like a Star …“ so heißt das alte Motto noch heute.

  2. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    „daß ausgerechnet Reich auch nur einen Funken Sympathie für die Hippies, Woodstock, das Swinging London oder ähnlichen Dreck gehegt hätte.“

    Die dunkle Seite der Hippie-Bewegung: MK Ultra, Satanismus & LSD

    https://www.oliverjanich.de/die-dunkle-seite-der-hippie-bewegung-mk-ultra-satanismus-lsd

  3. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    „Die von der Libidotheorie abgehobene, for lack of a better term, „Kulturpsychoanalyse“ haßte er genauso wie den Kulturmarxismus, der sich von der Arbeitswertlehre gelöst hatte.“

    Dazu Benjamin Kaiser (KULTURMARXISMUS, EINE IDEE VERGIFTET DIE WELT, Macht-steuert-Wissen Verlag, Mühlenbecker Land, 2019):
    „Vom Klassenkampf zur sexuellen Revolution
    Die »sexuelle Revolution« gilt in der offiziellen Geschichtserzählung als Glanzstück der 68er-Revolte. Dabei reichen ihre Wurzeln zurück bis weit in das Fin de Siede. Sie lassen sich in der Freiturner-Bewegung genauso auf spüren wie im nationalsozialistischen Körperkult. Das erste Mal im eigentlichen Sinne ausgerufen wurde sie 1936 durch den Psychoanalytiker Wilhelm Reich.
    Wilhelm Reich war zwischen 1922 und 1928 Schüler Sigmund Freuds. Im Gegensatz zu Freud, der wie schon gesagt dem Kommunismus äußerst kritisch gegenüberstand, arbeitete Wilhelm Reich daran, die (anfänglich) ausschließlich auf die Sexualität fokussierte Trieblehre Freuds in das marxistische Gedankengebäude zu integrieren. Sie sollte so als »Freudomarxismus« dem Klassenkampf dienstbar gemacht werden. Wie viele Marxisten zeigte sich auch Wilhelm Reich darüber frustriert, dass die kommunistische Revolution in Deutschland und Westeuropa nach dem Ersten Weltkrieg gescheitert war. Seine Ursachenanalyse fiel jedoch originell aus: Für das Scheitern der kommunistischen Revolution war die angebliche Unterdrückung des Sexualtriebes verantwortlich:
    »Was die Masse unfähig zur Freiheit macht, ist die Unterdrückung des genitalen Liebeslebens in Kindern, Heranwachsenden und Erwachsenen […] Sexuelle Unterdrückung ändert die Struktur des […] Individuums so, dass es gegen seine Interessen handelt.«
    Die sexuelle Befreiung des Einzelnen wurde demnach als Voraussetzung für eine kommunistische Gesellschaft verstanden. Erst mit der »sexuellen Befreiung« wäre der Mensch reif für die kommunistische Revolution. Den »herrschenden Klassen« unterstellte er, mithilfe der Moral die Arbeiter sexuell zu unterdrücken und damit in einer Art Unmündigkeit zu halten. Hiergegen galt es aufzubegehren. Das Konzept der »sexuellen Befreiung« wurde somit erstmalig zum Teil eines revolutionären Programms, während die sexuelle Unterdrückung laut Reich zwangsläufig zum Faschismus führe. Wilhelm Reich galt unter den 68er-Studenten als Geheimtipp. Insbesondere für die neue antiautoritäre Pädagogik mit Programm punkten wie Gender Mainstreaming und sexuelle Vielfalt bildete Reichs »Freudomarxismus« die Grundlage. Da das Programm der sexuellen Revolution bei der älteren Generation auf Widerstand stieß, musste die Umsetzung bei den Kindern und Jugendlichen beginnen. Nur hier war laut Wilhelm Reich noch eine entsprechende Formbarkeit vorhanden.“ (S.57/58)

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