Von der Energiemedizin zur Orgontherapie

Von manchen „Reichianern“ wird gerne so getan, als sei die Reichsche Orgontherapie (psychiatrisch, medizinisch, mit dem Akkumulator und dem Medical DOR Buster) unspezifisch und es bedürfe eines Rückgriffs beispielsweise auf die chinesische Akupunktur, um zu einer wirklichen „Energiemedizin“ durchzudringen. Hat doch die Traditionelle Chinesische Medizin die „Meridiane“, die den Energiefluß im menschlichen Körper bis in die kleinsten Verästelungen beschreiben („Leitbahnen“).

Mich fasziniert dieses Thema, weil seit Mitte der 1970er Jahre ausgerechnet die Akupunktur als ein Beleg für die Existenz der Orgonenergie vorgebracht wurde. Die Meridiane sollten dazu dienen, den Fluß der Orgonenergie im Körper genauer zu beschreiben, als es Reich vermochte. Diese Leute sprachen sogar von „Himmelsakupunktur“, wenn es um Reichs Cloudbusting ging.

Dazu ist zu sagen, daß die Sache mit den Meridianen eine Mär ist. Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein Maoistisches und westliches Kunstprodukt. Tatsächlich hatte jede Provinz und jede Meisterschule ihr eigenes System. Zu glauben, daß ausgerechnet eines dieser zahllosen Systeme oder gar das heute „offizielle“ System irgendeine bioenergetische Bedeutung hat, zeugt von einer Naivität, die betroffen macht.

Seit einigen Jahren belegen wissenschaftliche Studien, daß erstens Akupunktur wirkt und das teilweise sogar besser als die westliche Medizin und das auch noch ohne Nebenwirkungen – und zweitens ist es vollkommen gleichgültig, wo die Nadel reingesteckt wird. Jahrelanges Pauken der Meridiane für die Katz! Oder vielleicht doch nicht, denn das ganze quasi schamanistische Brimborium, einschließlich der subjektiven Überzeugung des Akupunkteurs, daß es auf Millimeter ankommt, scheint ganz entscheidend für das Eintreten des Placeboeffekts zu sein.

Egal wo man die Nadeln auch reinsteckt, steht doch fest, daß die Akupunktur bei unterschiedlichen Arten von Kopfschmerzen wirkt. Nun hat der italienische Forscher Francesco Cerritelli von der Italienischen Ostheopathischen Akademie in Pescara zusammen mit seinen Kollegen nachweisen können, daß sich die Beschwerden von Migräne-Patienten auch mittels Osteopathie positiv beeinflussen lassen.

Dazu wurden 105 Migränepatienten in drei Gruppen aufgeteilt: die erste Gruppe erhielt die übliche schulmedizinische Behandlung mit Medikamenten, der zweiten wurden zusätzlich acht Sitzungen beim Osteopathen zuteil, mit einem speziell für Migräne entwickelten Programm, die dritte bekam zusätzliche eine unspezifische Art Massage.

Nach einem halben Jahr wurden die Behandlungsergebnisse mit Hilfe des Headache Impact Test (HIT-6) kontrolliert. In der schulmedizinischen Kontrollgruppe war der HIT-6-Wert um mehr als 2 Punkte angestiegen. In der Gruppe mit der Scheinbehandlung (unspezifische Massage) war er konstant geblieben und in der osteopathischen Gruppe um 6 Punkte gefallen. Die Unterschiede zu den beiden ersten Gruppen war jeweils statistisch signifikant (DBP- Der Neurologe & Psychiater, Juli/August 2013).

Osteopathie kommt der medizinischen Orgontherapie ziemlich nahe:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=mgP7ZrEH1W4%5D

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15 Antworten to “Von der Energiemedizin zur Orgontherapie”

  1. Herr Dr. Reich, wieder ein Geschenk für Sie! « Nachrichtenbrief Says:

    […] Kongresses auf Orgonon durch und trifft auf eine Wiener „medizinische Orgontherapeutin“ und Akupunkteurin, von der man noch nie zuvor gehört hatte. Wer hat sie ausgebildet und wo? Bereits als […]

  2. Akupunktur funktioniert! (nicht) « Nachrichtenbrief Says:

    […] Thema habe ich bereits in einem älteren Blogeintrag in Zusammenhang mit der Akupunktur angeschnitten. Dort verwies ich auf eine Studie, die gezeigt […]

  3. Dr. Reich, ein ganzer Korb voller Geschenke! « Nachrichtenbrief Says:

    […] reicht von „Craniosakral-Therapie“ über „Ayurveda“ bis hin zur „Geistheilung“, gar „Akupunktur“. Was sie mit diesen ellenlangen Listen zur Schau stellen, ist nicht etwa ihre […]

  4. Zeitgenosse Says:

    Hallo Peter.

    Dieses Thema fasziniert mich. Hast du von Fällen gehört bzw. gelesen, wo bei Anwendung diverser Manueller Therapien wie eben die Osteopathie und andere, emotionelle Reaktionen ausgelöst wurden, die für die Orgontherapie als typisch angesehen werden (ich selber mache keine Orgontherapie; habe also von den Phänomenen nur gelesen)?

    Der Zeitgenosse

    • Zeitgenosse Says:

      Ach und erlaube mir bitte noch eine Frage. Hinsichtlich der Krebsschrumpfungsbiophatie: Existiert absolut keine Möglichkeit mehr, den Prozess umzukehren? Eventuell wenn man den Patienten massiv auf einen „Expansionskurs“ zwingt. Ist jetzt sehr kurz gedacht, ich weiß. Eine bessere Formulierung meiner Frage ist mir nicht eingefallen.

      • David Says:

        Da gibt es die Geschichte von einem schulmedizinisch austherapierten, also nicht heilbaren Krebspatienten, der eine Rund-um-die-Welt Kreuzfahrt machte und gesund zurückkam.

        Offenbar hat er sein bisheriges Leben und auch die da vorhandene charakterliche Resignation losegelassen.

        Eine Quelle dazu kann ich leider im Moment nicht angeben.

      • O. Says:

        Wozu einen Menschen (mit oder ohne Krebs) massiv auf „Expansionskurs“ bringen? Weil es Reich so gesagt haben soll? Oder weil es dieser oder jener behauptet? Wir lesen etwas und glauben etwas verstanden zu haben (z. B. bei Reich). Wir haben eigentlich noch gar nichts verstanden und kaschieren unser Unwissen … Fühlen wir etwas? Wenn ja was? Auch hier entsteht selbiges Problem. Haben wir eine taugliche Theorie entwickelt (durch praktische Erfahrungen)? Nein. Also interpretieren wir aus Reichs Sätzen Glaubenssätze einer korrekten Technik, die wir ohne Mühe erlernen wollen. Unser Unvermögen (das wissen wir ja dann genau) wird mit „Wissen“ vom Chi oder Prana oder so gefüllt, dann wieder auf Orgon getuned und fertig ist die energetische Medizin – oder wie wir es immer auch nennen.
        Das offensichtliche Problem ist, das wir schon Reichs Worte und Denken nicht erfassen können auf grund unserer verkorksten Charakterstruktur. Wir können ihn auch nicht, wiedergeben, diskutieren oder kritisieren, weil wir nichts begreifen mit unserer Struktur.

        Reich meinte: Wie wäre es mal mit Therapie? Ok. Aber welche? Und bei wem? Gibt es Therapeuten, die eine entsprechende Therapie selbst gemacht haben? Vielleicht auch eine Ausbildung zum Therapeuten? Ohne Therapie werden wir nichts verändern.

        ___________________________

        Krebsschrumpfungsbiopathie beginnt vor dem Zellzerfall und bewegt sich erst auf der psychischen Ebene. Also bliebe vorher genug Zeit, sich dem entgegen zu stellen. Jede Reha sagt, was man da tun sollte. Auch psychologische Psychotherapeuten können weiterhelfen. Ernährungsumstellung und Oranur Beseitigung zu Hause und auf der Arbeit. Die Ursache erkennen und abschalten! Später kann es zur Reise ohne Umkehr werden. Patienten sagen oft „Ich will hier geheilt werden“; antworte mit „Dann heile Dich!“ (Suche einen Therapeuten, der Dir passt; baue Deinen ORAC selbst, werde aktiv, bewege Dich wieder …)

        • Zeitgenosse Says:

          A propos ORAC: Ich denke ohnehin schon darüber nach, einige dieser Produkte selber anzufertigen um Experimente zu machen. Ich habe irgendwo gelesen (weiß nicht mehr wo), dass Reich ab den 50ern empfohlen hat nur „geerdete“ Akkumulatoren zu bauen und zu verwenden – also ORACs die den latent vorhandenen Oranureffekten Paroli bieten können bzw. die genannten Effekte abzumildern. Hat jemand von euch eventuell einen Link/Quelle zu einen Bauplan für einen solchen „geerdeten“ ORAC?

          Zum Thema Therapie und Anwendung: Also wenn ich Patienten helfen kann mit den von Reich entwickelten Techniken, dann wäre es verwerflich sie nicht anzuwenden. Auch wenn man vielleicht Reich nicht begriffen hat oder eine Orgontherapie abgeschlossen hat. Im übrigen war Reich ein Forscher und Arzt – kein Messias, Prophet oder Halbgott.

          Mit „helfen“ meinte ich allerdings nur die Behandlung von körperlichen Krankheiten oder auch die Entwicklung tragfähiger Technologien aus der Orgonomischen Theorie heraus. Bei psychiatrischen Therapien aber ist es,meiner Meinung nach, ABSOLUT notwendig zuerst die Orgontherapie (zzgl. Ausbildung) gemacht zu haben, um sie auch bei Patienten anwenden zu dürfen. Ansonsten handelt man unverantwortlich.

        • O. Says:

          Es ist schon eine Herausforderung einen ordentlichen Reichschen Bauplan zu erhalten und beim Bau eines ORAC keinen „kleinen“ Fehler zu machen. Man sollte darauf vorbereitet sein, dass man Fehler macht und hoffentlich sie frühzeitig durch Erfahrung und Spüren der Energiequalität findet. Wer sich selbst für den „Schlausten“ (Superorgonomisten) hält, kann grandios scheitern und sich krank machen. Mit jeder wissendlichen Veränderung wie „Erdungen“ oder „Antennen“oder Pyramidenform oder Teslaspulen oder Kristallen etc. hat man die Wirkung des ORAC zerstört und baut einen „DORAC“ – (Meine neue Wortkreation!).
          OR-Akkus sind selten in Gebrauch und noch seltener gibt es Berichte hierüber. Von denen, die (auf den ersten Blick) nicht falsch gebaut sind, sind mehr als die Hälfte DOR-Akkus, die Ursache ist nicht leicht zu finden. Darüber wird nichts gesagt, weil Leute die einen DORAC benutzen erstens beleidigt sind, wenn man ihnen das sagt, zweitens eben nichts spüren (weil nichts zu spüren da war) oder sie das produzierte DOR für Orgon hielten. Andere gewöhnen sich an das produzierte ORANUR und wollen dies haben.
          Im Internet ist alles Schrott, auch was über den ORAC oder andere Geräte verbreitet wird.

          Sich selbst muss man fragen, wozu brauche ich den ORAC? Oder bin ich schon so überladen, dass er mir schaden könnte?

          • Zeitgenosse Says:

            Hmm. Naja, ein Superorgonom bin ich nicht; nicht mal ein Minimalorgonom. Derzeit bin ich überhaupt keiner. Ich beschäftige mich nur mit dem Thema. Aber lesen alleine reicht ja nicht; man muss auch mal experimentieren. Also eine seriöse Quelle gibt es keine? Schade. Ich versuche nur Fehler zu vermeiden – am besten von Anfang an.

            Ob ich überladen bin weiß ich nicht. Energie habe ich zumindest enorm viel. 🙂

            Hast du das Buch von Dr. Kavouras zufällig gelesen? Ich wäre an eine Bewertung von dir interessiert.

      • Peter Nasselstein Says:

        Nach „orthodoxer“ orgonomischer Einschätzung gibt es prinzipiell keinerlei Heilungsmöglichkeit, was den Schrumpfungsprozeß betrifft.

    • Peter Nasselstein Says:

      Zum Thema kann ich kaum mehr sagen, außer vielleicht, daß mir ein Orgontherapeut erklärt hat, daß die Craniosakraltherapie (etc.) aus orgonomischer Sicht nichts bringt, weil sie ausschließlich mit dem energetischen Orgonom arbeitet, nicht mit dem orginotischen System.

  5. Zeitgenosse Says:

    Salut.

    Herzlichen Dank für die Antworten auf meine Fragen. 🙂

    Euer Zeitgenosse

  6. Reichianischer Mystizismus (Teil 2) | Nachrichtenbrief Says:

    […] Thema habe ich bereits in einem älteren Blogeintrag in Zusammenhang mit der Akupunktur angeschnitten. Dort verwies ich auf eine Studie, die gezeigt […]

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