Ich werde häufig (gut, ab und an) gefragt, wie es denn angehen könne, daß sich die Orgonomie gesellschaftspolitisch um 180° hat drehen können, von KPDlern damals zu AfDlern heute.
Zu Reichs Zeiten, also Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre, galt in der Linken: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ Die Reichen, die Kapitalisten, die von ihrer „Rente“ lebten, d.h. von den Arbeitserträgen anderer, wurden als Parasiten betrachtet und entsprechend behandelt. Ilse Ollendorff berichtet:
[Reichs] Einstellung hinsichtlich finanzieller Unterstützungen war in den späten zwanziger Jahren stark von seinem militanten Sozialismus beeinflußt. Jeder mußte arbeiten, um sich selbst zu erhalten. Bürgerliches Parasitentum war für ihn verächtlich. Nach der großen finanziellen Krise im Jahre 1929 wurde er von Verwandten ersucht, eine ziemlich bescheidene Summe monatlich zur Unterstützung seiner Großmutter beizusteuern. Sie hatte ihr gesamtes Einkommen aus Dividenden, von denen sie bis dahin hatte gut leben können, verloren. Man berichtete mir, daß er jede Hilfe mit der Rechtfertigung verweigerte, daß Großmutter ihr ganzes Leben nie gearbeitet und nur von der Arbeit anderer gelebt hätte, so daß es nur gerecht sei, wenn sie jetzt ins Armenhaus gehen müsse. Er wäre andererseits gern bereit, die alte Köchin Sascha zu unterstützen, sollte sie einmal Hilfe benötigen. (Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 34f)
Diametral entgegengesetzt sieht es heute aus. Das Nichtarbeiten und „Rentieren“ ist zu dem linken Ideal geworden. Jene Linken, die „arbeiten“, „arbeiten“ beim Staat. Die Beamtenschaft ist heute fast durchgehend rot-grün. Überspitzt gesagt, kann man sagen, daß die Schwarzen für die Roten arbeiten: die Beschäftigten in der freien Wirtschaft für die Staatsbediensteten und andere Blutsauger.
Damals glaubten Reich und seine Genossen, daß, wenn man die unproduktiven reichen Parasiten beseitigen würde, es zu einem ungeheuerlichen Produktivitätsschub käme, der die soziale Frage gegenstandslos mache. Das war natürlich Unsinn, da der Unternehmer selbst Mehrwert erwirtschaftet und in seiner Funktion schlichtweg unersetzbar ist. Siehe dazu Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre.
Ganz anders sieht es heute aus: die heutigen Parasiten sind wirklich Parasiten. Entsprechend vermehren sie sich auch wie die Pest, indem sie so viele weitere Parasiten ins Land holen, wie nur irgend möglich. Die Leittragenden sind die Arbeiter, die wirklich politisch Verfolgten und jene, die aufgrund von Behinderungen wirklich vom Sozialstaat abhängig sind.
Die Orgonomie hat stets die Interessen der produktiv Arbeitenden vertreten. Sie war stets Feind derer, die nicht arbeiten wollen und auf Kosten der Arbeitenden und jener leben, die aufgrund von Behinderungen nicht arbeiten können.
Hinzu kommen die Lügen und die Manipulation, die früher Domäne der Rechten waren, etwa die Dolchstoßlegende und die skandalöse „Klassenjustiz“. Heute ist das fast ausschließlich eine Domäne der Linken. Man denke etwa an die dreiste Behauptung, Deutschland sei ein Einwanderungsland. Was ist das für ein „Einwanderungsland“, in dem die angeblichen „Einwanderer“ überdurchschnittlich arbeitslos sind und von Sozialtransfers leben?! Was ist das für ein Einwanderungsland, das überwiegend Leute ohne Sprachkenntnisse, ohne dringend benötigte Spezialkenntnisse und gar Analphabeten und Kranke ins Land läßt? Dazu noch Leute, die dieses Land offensichtlich hassen.
Das ganze ist an Absurdität nicht zu überbieten. Aus dieser Politik spricht ein abgrundtiefer Haß und eine abgrundtiefe Verachtung für jene, die den Wohlstand in diesem Land erarbeitet haben. Woher kommt dieser Haß?
Es ist der Haß jener, die im Wohlstand aufgewachsen sind, denen ständig Puderzucker in den Arsch geblasen wurde, und die entsprechend entsetzt sind, wenn die Zumutungen des Lebens vor sie treten. Sie reagieren wie Parasiten, die aus ihrem Wirtsorganismus herausgerissen werden. Sie rebellieren gegen ihn, d.h. gegen die eigenen Eltern, den Staat, das „kapitalistische Schweinesystem“, und sie solidarisieren sich mit „allen anderen Zukurzgekommenen“, fühlen sie sich doch selbst wie die „Enterbten dieser Erde“ und fordern allen Ernstes das „bedingungslose Grundeinkommen“. Sie wollen für ihre bloße Existenz bezahlt werden!
Das einzige Erwerbsleben, das ihnen lebenswert erscheint, ist das des rundumversorgten Staatsdieners. Und wenn sie nicht selbst an die Mutterbrust zurück können, dann tun sie zumindest alles, um die „Sache des Sozialismus“ zu fördern.
Im Prinzip sind es die gleichen Leute wie einst Reichs Oma Roninger! Arbeitsscheue Parasiten, denen es nie an irgendetwas gemangelt hat und die wirklich alles tun, um ihre parasitäre Existenz ad infinitum fortzuführen: „Arbeit ist Scheiße!“ Das sagt schon ihr Gehabe, – die vollständige Diskrepanz zwischen der rebellischen Attitüde und den gesellschaftlichen Verhältnissen. Je permissiver die Gesellschaft wird (sogar die Rechtsschreibung wurde auf Idiotenniveau abgesenkt!), desto stärker wird der anti-autoritäre Impuls.
Hier ein beliebiger Schnappschuß vom Aufstand der Parasiten gegen das arbeitende Volk (die „Spießer“ und „Faschos“), das schüchtern seine Meinung zu sagen wagt:
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=tl-xleXb68g%5DSchlagwörter: AfD, die Reichen, Dolchstoßlegende, Kapitalisten, Klassenjustiz, KPD, Mehrwertlehre, Parasiten, Sozialismus, Sozialstaat
9. September 2013 um 07:48 |
Selbstverständlich gibt es die „reichen Parasiten“ heute mehr denn je.
Von mir nicht gemeint sind die kleinen und mittleren Unternehmer, welche – oft mehr noch als die bei ihnen Beschäftigten – bis zum Umfallen arbeiten.
Bücher wie „Die Asozialen“ von Walter Wüllenweber oder „Der Mythos vom Geld“ von Stephen Zarlenga behaupten, neben der parasitär lebenden „Neuen Unterschicht“ existiere die Schicht der Superreichen und der Hochfinanz, durch welche eben die kleineren, „produktiven“ Kapitalisten ebenso ausgebeutet würden wie die Arbeiter.
Zarlenga geschieht dies durch Wucher. Und der Wucher wird von Zarlenga auf besondere, sehr präzise Art definiert: es ist der Missbrauch der Kredit-Funktionen, also des Zinses, und noch mehr der Geldschöpfungs-Funktion, zugunsten dieser sehr kleinen, sehr reichen Elite und somit zu Ungunsten der arbeitenden Unternehmer, Angestellten und Arbeiter.
9. September 2013 um 08:23 |
Journalisten zur Bundestagswahl – heute: Gerhard Wisnewski
Soll man wirklich etwas über die bevorstehenden Wahlen schreiben (Bayern 15.9./Hessen, Bund 22.9.)? Ich meine: Lohnt es sich überhaupt, über die etablierten Parteien noch irgendein Wort zu verlieren? Oder muss einem klar denkenden Menschen nicht der Verstand gefrieren und die Hand verdorren, wenn er an die deutschen Abwicklungsparteien auch nur denkt? Eigentlich schon. Trotzdem werde ich versuchen, noch einmal aufzuzählen, was wir den etablierten Parteien schon jetzt verdanken und noch zu verdanken haben werden. Hier ein kleines ABC des politischen Irrsinns. Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben….
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/journalisten-zur-bundestagswahl-heute-gerhard-wisnewski.html
9. September 2013 um 10:46 |
Nein, nein, nein, nein, nein:
Es ist nach streng Marxschen wissenschaftlichen Prinzipien falsch, den Kapitalisten für die Ausbeutung der Menschen, die diese Werte schaffen, verantwortlich zu machen. ist nicht der einzelne Kapitalist oder die Kapitalistenklasse, wie der bornierte Sozialist glaubt. [,,,] Der wirtschaftliche Betrug liegt in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen und nicht in menschlichen Absichten.
Da die Produktionsverhältnisse nicht angetasten werden, wenn man die unproduktiven Parasiten beseitigt, würde ein Produktivitätsschub rein gar nichts an der sozialen Frage ändern.
Natürlich wetterte Reich gegen den Parasiten, aber er konnte unterscheiden:
Wie ich schon zig mal gesagt habe, ist der stillschweigende Wunsch, dass sich Reich nur auf subjektive Faktoren konzentriert, ganz eindeutig illusionär. Ich habe kein Problem damit, wenn man sich wünscht, dass die Ökonomie nur mit dem subjektiven Faktor, der menschlichen Arbeit erklärt werden kann. Nur sollte man dann auch zugeben, dass das von Reichs Analyse ABWEICHT. Reich hat die objektiven Faktoren (sozialökonomische Verhältnisse und Prozesse) nicht aus seiner Analyse ausgeschlossen.
9. September 2013 um 10:49 |
„Reich gegen den Parasiten, aber er konnte unterscheiden“
Bitte immer auch die Quelle angeben
9. September 2013 um 12:18 |
Sorry, alle drei Zitate aus Menschen im Staat. Beim ersten ging die Formatierung flöten und findet sich auf S. 69, das zweite auf S. 70 und das dritte auf S. 71.
9. September 2013 um 18:01 |
Bis heute dauert die Marxistische Hetze gegen „Kapitalisten“ an. Roland Baader, ein Schüler von F.A. von Hayek und selbst Unternehmer, bringt einen ganz ähnlichen Gedanken zum Ausdruck: „Die Uralt-Platte von der Profitgier der Unternehmer, auf der bestimmte Parteien und (wirklich profitträchtige!) Syndikate seit einem runden Jahrhundert ihr ebenso giftiges wie erbärmliches Indoktrinations-Süppchen kochen, ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Primitivst-Rassismus. (…) Den Menschen einzureden, Unternehmer seien eine spezielle, besonders profitgierige Menschensorte, ist derselbe infame Schwachsinn wie ihnen weiszumachen, Katholiken, Juden und Pfeifenraucher seien bösartiger oder schnupfenanfälliger als Protestanten, Schwerhörige oder Hühnerzüchter“ (Baader: Kreide für den Wolf, Böblingen 1991, S. 260).
Im Zusammenhang einer Auseinandersetzung mit „anti-faschistischen“ und feministischen Gewaltphantasien schreibt der Publizist Klaus Rainer Röhl: „Insgesamt galt den orthodoxen wie den neo-utopistischen Lehren der Kapitalismus als das Alte, Absterbende, das manchmal auch das ‘Verfaulende’ genannt wurde. Man beachte den im Grunde darwinistischen, rassistischen Sprachgebrauch! Eine Welt, die negativ zu bewerten ist und bekämpft werden muß, auch mit Gewalt. Dagegen stand (und steht) das Neue, die Arbeiterbewegung und ihre Vordenker, die von einer besseren Welt, einem neuen Menschen träumen (Auch hier haben wir wieder die biologisch gesündere! Schöne Neue Welt)“ (Röhl: Linke Lebenslügen, Frankfurt 1994, S. 168f).
Anfang der 1850er Jahre schrieb Marx: „In der Gesellschaft vollzieht sich eine lautlose Revolution, vor der es kein Entrinnen gibt und die sich um die menschlichen Existenzen, die sie zerbricht, ebensowenig kümmert wie ein Erdbeben um die Häuser, die es zerstört. Unterliegen müssen jene Klassen und Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern“ (z.n. Konrad Löw: Marx und Marxismus, München 2001, S. 322).
Dieser pestilente Haß gründet in der schwachsinnigen Theorie von Marx, daß Werte geronnene Arbeitszeit ist und deshalb nichts mit dem Markt zu tun hat, auf dem sich die Preise bilden. Preise und Löhne kann man aushandeln – doch Marx‘ zufolge erhält der Arbeiter objektiv das, was ihm zusteht. Er erhält den gerechten Lohn insoweit sein Lohn die Kosten für die Reproduktion seiner Arbeitskraft deckt. Die Ausbeutung ist im System enthalten, d.h. vom individuellen Unternehmer unabhängig. Deshalb gilt es das System und damit die „Kapitalisten“ als Klasse zu beseitigen.
„Die Gestalt des gesellschaftlichen Lebensprozesses, d.h. des materiellen Produktionsprozesses, streift nur ihren mystischen Nebelschleier ab, sobald sie als Produkt frei vergesellschafteter Menschen unter deren bewußter planmäßiger Kontrolle steht.“ (Karl Marx: Das Kapital I, MEW 23,94 z.n. Löw: Marx und Marxismus, S. 294)
9. September 2013 um 22:55 |
Du hetzt in diesem Artikel über andere Parasiten – im Gewand von Reich.
9. September 2013 um 11:37 |
Betreff: „Es ist der Haß jener, die im Wohlstand aufgewachsen sind, denen ständig Puderzucker in den Arsch geblasen wurde, und die entsprechend entsetzt sind, wenn die Zumutungen des Lebens vor sie treten. Sie reagieren wie Parasiten, die aus ihrem Wirtsorganismus herausgerissen werden. Sie rebellieren gegen ihn, d.h. gegen die eigenen Eltern, den Staat, das „kapitalistische Schweinesystem“, und sie solidarisieren sich mit „allen anderen Zukurzgekommenen“, fühlen sie sich doch selbst wie die „Enterbten dieser Erde“ und fordern allen Ernstes das „bedingungslose Grundeinkommen“. Sie wollen für ihre bloße Existenz bezahlt werden!“
Bereits Nietzsche warnte vor dem großen Übel „Staat“. Zu einer Zeit, als die autoritäre Gesellschaft florierte, sah er ihren Untergang bedroht durch kulturelle, also geistige Einflüsse. Tragisch, dass sich das „Nichts“ tatsächlich bewahrheitet… Dass wir uns mehr und mehr zu einer kontaktlosen Gesellschaft aus politisch- korrekten Bettelmönchen entwickeln- die für ihre bloße Existenz bezahlt werden will. Pfui Teufel…
10. September 2013 um 00:52 |
„Friede den Hütten – Krieg den Palästen?“
Das heutige „System“ ist ausschließlicher DIener der Banken, Konzerne und der Staatsbürokratie. Und das ist einfach Fakt und Realität wenn man sich etwas umschaut. Leidtragender ist die Mittelschicht (Arbeiter, ANgestellte UND Unternehmer). Denn die wird von zwei Seiten ausgepresst: Mittels Zinstransfers zu den reichen Arbeitslosen (zB die erwähne Großmutter von Reich) und mittels Sozialtransfers zu den armen Arbeitslosen. Beide Gruppen leisten eher wenig bis gar nichts. Der einzige Unterschied zwischen beiden besteht nur in der Tatsache, dass erstere geachtet werden und letztere als „faule“ Kretins bezeichnet werden. Die Hartz IV Aufstocker werden oftmals übersehen; also Menschen die 40 Stunden in der Woche arbeiten und dann noch als Bittsteller zum Amt latschen müssen, weil der Gehalt zum Überleben nicht reicht.
Bedingungsloses Grundeinkommen? Nun, immer mehr auch konservative Ökonomen befürworten ein solches Instrument. Ob es das „Gelbe von Ei“ ist? Keine Ahnung. Selbst Unternehmer stehen diesem Instrument nicht mehr ablehnend gegenüber. Voraussetzung für sollte allerdings sein, dass das BGE in die bestehenden Löhnen eingeflochten wird, womit der zu zahlende Bruttobezug stark nach unten korrigiert werden kann. Also Reduktion der Lohnnebenkosten.
Kritiker sehen bei einem ECHTEM BGE nur zwei Hauptnachteile:
1. Die Leute würden nur mehr abhängen – was nach genauerer Betrachtung Unfug ist. Die wenigsten würden nichts mehr machen – allenfalls nicht mehr Vollzeit sondern Teilzeit arbeiten um andere Projekte in ihrem Leben fördern zu können (Studium zB).
2. Kulturschock. Die Menschen bekommen mit diesem Instrument eine Freiheit in die Hände, die sie eventuell nicht kontrollieren können. Wie das dann aussehen würde, weiß eigentlich niemand.
Der alte Einwand wegen der Unfinanzierbarkeit wurde schon so oft widerlegt, dass es nicht mehr dafür steht, darüber zu schreiben.
Ein BGE KÖNNTE (man weiß es nicht hundertprozentig) eine Lösung für das Rentenproblem darstellen. Natürlich zieht sich dann der Staat aus den anderen Belangen weitestgehend zurück (und das sollte er dann auch).
Parasiten? Ja, die gibt es zuhauf. Bei den Hartzern genauso wie bei den Spekulanten. Aber das muss man nicht ausführen.
@Sebastian Reichs Gewand wurde und wird von so vielen Leuten angezogen, dass Reich wohl seit Jahrzehnten in seiner Urne rotiert. 🙂
Herzlichst
Euer Zeitgenosse
10. September 2013 um 01:02 |
Nachtrag:
Thema Arbeitsplätze: Ein leidiges Thema. Aber Tatsache ist, dass durch den technologischen Fortschritt viele Arbeitsplätze schlichtweg überflüssig gemacht wurden. Man vergleiche nur die Büros und Montagehallen in den 50ern und heute. Kollege „Rechner“ und Kollege“Roboter“ haben hier einfach übernommen. Und die Massen der dadurch freigesetzten in zB kreative Berufe unterzubringen ist ein nettes Gedankenspiel aber nicht umsetzbar. Man benötigt einfach nicht mehr so viele Menschen für die Wertschöpfung. Dazu gibt es eine Menge Studien und Bücher. Und die wurden alle NICHT von Kommunisten und Faulpelze geschrieben. 🙂
Insofern könnte man mit diesen riesigen Menschenmaterial zwei Dinge anfangen: Man lässt sie verhungern. Etwas brutal und sozialdarwinistisch (eher Sir Herbert Spencer :-)) aber wurde und wird ja gemacht ODER man sorgt eben dafür, dass sie ein menschenwürdiges Dasein führen können.
Denn wenn man die Natur und die Biologie in Relation stellt, dann müsste man auch Menschen mit Behinderung verhungern lassen. Arbeiten können sie ja nicht, aber in der Natur (die gerne als Vorbild herangezogen wird) gehen solche Individuen auch unter.
Das ist die dunkle Kehrseite solcher Debatten. Ich denke, wir hatten alle schon mal eine solche Dunkle Zeit. Frage: Will man sie zurück haben? Ich nicht.
10. September 2013 um 06:18 |
Behinderte können durchaus arbeiten. Gerade heutzutage, wo eine Mechanisierung schwere Arbeiten abnimmt. Es kommt lediglich auf die Schwere und Art der Behinderung an. Nur in Völkern mit mangelhaften Ressourcen muste man stark Behinderte, Verkrüppelte oder Alte umbringen.
Übrigens werden bei uns Behinderte schon früh im Mutterbauch aussortiert. Dazu 130.000 Gesunde.
10. September 2013 um 06:38 |
Weiß ich. 🙂
Ich wollte nur darauf hinweisen, wohin sich solche Debatten entwickeln KÖNNEN.
10. September 2013 um 08:57 |
Die Kritiker haben vollkommen recht. Was passiert, wenn die Menschen mehr Freiheit bekommen, sieht man seit den 60er Jahren: Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Der medizinische Orgonom Charles Konia beschreibt das ausführlich in seinen beiden Büchern. Es wäre kein Kulturschock, sondern ein biologischer Schock.
10. September 2013 um 09:49 |
Sicher. Aber man kann es natürlich auch als eine Art kulturelle Errungenschaft sehen. Mir geht es darum, wie ich im Nachtrag beschrieben habe, was man mit den tatsächlich überflüssig gewordenen Menschenmassen anfangen soll. Eigentlich mehr eine Fragestellung.
Man könnte auch auf eine völlig andere Erziehung verweisen, wo die Menschen lernen, mit dieser Freiheit umzugehen.
Unternehmer wird man sowieso nicht mit dem Hauptgrund „Arbeitsplätze zu schaffen“. Das ist altruistischer Unsinn.
Also wieder die Fragestellung: Was tun mit den ganzen Menschen die einfach überflüssig geworden sind? Die technische Entwicklung zurückdrehen geht nicht – ist auch nicht wünschenswert. Zurückkehren in die 50er Jahre des vorigen Jhrdts. mit ihren autoritären Strukturen? Geht auch nicht mehr. Das „Unheil“ ist geschehen. Fertig.
Bin ich persönlich ein Anhänger eines BGEs? Ja und Nein. Als alleinstehende Reform wäre sie tatsächlich giftig für die Gesellschaft. Dazu wären noch andere Reformen GLEICHZEITIG nötig. ABer ich verweise auch hier auf die Bücher von Dirk Müller, Prof. Franz Hörmann, Eric Biehl und auch Silvio Gesell.
10. September 2013 um 10:16 |
Ein Film der als Anregung dienen sollte, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen (leider ohne die notwendigen anderen Schritte zu erläutern):
Hier ein weiter interessanter Ansatz OHNE BGE:
Und ein weiterer Denkansatz völlig OHNE sozialen „Ballast“:
Das Buch „Showdown“ von Dirk Müller (von dem ich einfach viel halte). 🙂
Eventuell interessiert es dich Sebastian; wenn nicht, ignoriere es.
10. September 2013 um 10:02 |
Zeitgenosse hat gesagt:
In der Kriegswirtschaft werden bekanntermaßen die knappen Nahrungsmittel so verteilt, dass jeder etwas bekommt und nicht ein gewisser Anteil der Menschen leer ausgeht.
Theoretisch könnte auch das – infolge zunehmden Computer- und Roboter-Einsatzes – knappste Gut, nämlich die bezahlte Arbeit, so verteilt werden, dass nicht wie heute – je nach Land – zehn bis fünfzig Prozent der Menschen arbeitslos sind, sondern jeder bezahlte Arbeit hat.
Aber wie?
10. September 2013 um 10:28 |
Ja. Deine Frage offenbart eigentlich das Problem. WIE? Man könnte so etwas durchaus machen, allerdings wäre es Umverteilung – diesmal von Arbeit. Und das ginge, meiner Ansicht nach, wieder in Richtung Staatssozialismus bzw. Planwirtschaft. Und die hält ca. so lange wie ein Zins- und schuldgeldsystem (unser derzeitiges Modell): ca. 80 Jahre. Dann kollabiert es weil es kollabieren MUSS.
Im Grunde gab es nur eine einzige Phase, wo ein Wirtschaftsmodell ohne größere Krisen, längere Zeit funktioniert hat: Im Mittelalter vom 12 Jhrdt. bis zu den Anfängen des 15ten Jhrdt. Das war die einzige Phase wo das rigide Zinsverbot der Kirche rigoros durchgesetzt wurde. Und die Wirtschaft blühte. Dann begann die Ära der italienischen Stadtstaaten, Fugger, usw.
10. September 2013 um 13:33 |
Sowjetunion!
10. September 2013 um 13:31 |
Zeitgenosse hat gesagt:
Also die späte Phase des Feudalismus.
Übrigens auch die Zeit der Brakteaten, also des Schwundgeldes!
12. September 2013 um 10:30 |
Die eine Hälfte der Bevölkerung alimentiert die andere Hälfte. Diese untere Hälfte fühlt sich ungerecht behandelt. Einige rufen sogar nach „Revolution“. Parasiten!
http://www.pi-news.net/2013/09/50-der-beschaftigten-zahlen-95-der-steuern/
12. September 2013 um 18:04 |
Der Traum von einer gerechten Welt ist eine urdeutsche Angelegenheit. Generationen von deutschsprachigen „Denkern“ (oft entweder arbeitslos oder in Universitätsanstellung) haben sich an diesem gröbsten aller deutschen Themen ihre Finger wundgeschrieben: WIE ERSCHAFFEN WIR DEN GUTEN STAAT? Der jeweilige Lösungsansatz ist letztlich irrelevant. Er resultiert einfach aus der kollektiv-deutschen Halluzination einer „möglichen gerechten Gesellschaft“. Reich nimmt sich da überhaupt nicht aus. Seine „Arbeitsdemokratie“ ist nur ein weiterer Farbtupfer in diesem debilen Gemälde.
In anderen Teilen der Erde streitet man sich um reale Ressourcen, mit denen man dann eigennützig versucht seine eigene Vorstellung von gutem Leben umzusetzen. In Deutschland streitet man sich um Lösungsansätze für den (angeblich möglichen) gerechten Staat.
Das kann man für sittlich-moralisch überlegen halten, was natürlich gerne gemacht wird – aber eben auch für ein klares Symptom der Schizophrenie: den Wahn.
16. September 2013 um 09:50 |
Ich hatte gefragt:
Vielleicht durch Einführung der Dreitagewoche – bei gleichzeitiger Abschaffung des arbeitsfreien Samstags?
Evtl. etwas längere Arbeitszeit pro Tag?
Bevor ich zu arbeiten aufgehört habe, bekam ich noch mit, dass viele Kollegen soweit es ging ihre achtundreißig Stunden pro Woche an vier Tagen statt an fünf Tagen verteilten.
Wie ich glaube, möchten die meisten Menschen die zurzeit ohnehin starke Trennung zwischen Arbeit und Freizeit noch stärker machen.
Dies nicht nur, weil immer mehr Menschen zu Wochenendpendlern werden, weil sie im Norden oder Osten unseres Landes zu Hause sind aber nur im Süden einen Job bekommen können.
Sondern auch ganz generell, so war mein Eindruck.
16. September 2013 um 09:52 |
Gemeint war:
an vier Tagen statt an fünf Tagen ableisteten.
16. September 2013 um 09:59 |
Da würde dann die Hälfte der Menschen Montag bis Mittwoch und die andere Hälfte Donnerstag bis Samstag arbeiten.
Abgesehen von Schichtarbeitern, die es heute auch gibt, etwa Sonntags Dienst leistende Pflegekräfte oder Busfahrer etc.
19. September 2013 um 12:18 |
Nun. Etwas derartiges wurde bereits in Frankreich versucht. Hat nicht wirklich funktioniert. Wie gesagt: es wären mehrere Reformen nötig. Das wichtigste wäre endlich den Unsinn des Zinses und des Schuldgeldes zu beenden. Ohne diesen mörderischen Zwang wäre der sinnfreie Wachstumszwang und das extreme Konkurrenzdenken obsolet. Es wäre mehr Kooperation möglich. Würde man den Zins aus dem System nehmen, hätte zB die BRD ein drei Mal so hohes BIP.
17. September 2013 um 20:15 |
„Deutschland“ degeneriert zunehmend zu einem ekelhaften Witz!
http://www.pi-news.net/2013/09/munchen-1000-euro-strafe-wenn-man-diese-menschen-als-asoziale-bagage-bezeichnet/
19. September 2013 um 08:32 |
Zitat:
Sogar der frühere SPD-Bundeskanzler Schröder meinte:
“Es darf in diesem Land kein Recht auf Faulheit geben”
Zitat Ende.
Schröder ist ein harter, charakterlich konservativer Mann – schaut nur sein Gesicht an! – wie Bill Clinton, der (PRWORA) den Einkommensschwachen den Geldhahn nach drei Jahren bedingungslos zudreht. Dadurch werden sie der vollen Härte des Überlebenskampfs ausgesetzt.
Ethisch ist das nicht akzeptabel, könnte aber bei einem Teil der Betroffenen Schwachen dazu führen, dass sie stark werden. Der Rest geht vor die Hunde.
Aber so ist die Natur. Und so sind Schröder und Clinton.
19. September 2013 um 08:39 |
Ich hatte gesagt:
Was macht der Konservative mit Menschen, die arbeitsscheu sind (orgonomisch gesprochen: eine „work function“ haben, die „poor“ ist)?
Er lässt sie fallen, so dass sie der vollen Härte des Überlebenskampfs ausgesetzt sind. Dadurch bekommen die etwas lebenstüchtigeren unter diesen Menschen eine Chance.
Und was macht der schwarze oder rote Faschist mit solchen Menschen?
Er sperrt sie in Lager ein und prügelt („Vernichtung durch Arbeit„) Tag für Tag, Jahr für Jahr, die Arbeitsleistung, die er haben will aus ihnen heraus!
Da ist doch der Konservative das kleinere Übel!
19. September 2013 um 12:14 |
BEIDE sind übel. De Konservative UND der Faschist. Also wenn Orgonomie nur eine nettere Umschreibung für brutalen Sozialdarwinismus ist, dann kann sie von mir aus zum Teufel gehen. Meine Meinung.
19. September 2013 um 20:07 |
Man sieht an den Kommentaren, was für eine Auswirkungen es hat nicht auch die objektiven Faktoren in die Analyse mit einzubeziehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Peter die schwer arbeitenden Menschen als Parasiten bezeichnen würde, deren Gehalt nicht zum Leben ausreicht und die daher staatliche Unterstützung benötigen. Auch kann er manche Gruppen von Arbeitslosen nicht meinen, die aufgrund friktioneller oder saisonaler Gründe arbeitslos sind. Außerdem kann er nicht die meinen, die unvorhersehbar aufgrund starker Wirtschaftseinbrüche und ihrer Kettenreaktionen ihre Arbeit verlieren. Des Weiteren kann er nicht die meinen, die aufgrund des strukturellen Wandels, also wegen ihrer Qualifizierung, der Ersetzung durch Maschinen, ihres Alters oder regionalen Immobilität keine Arbeit mehr finden. Schließlich kann er nicht die ausgelagerte Arbeitslosigkeit und Armut in der Dritten oder Zweiten Welt meinen.
Er meint die Sozialschmarotzer, die Zecken, die glauben einen Anspruch auf ein Leben ohne Anstrengung zu haben. Ich kenne diese Typen ganz genau – man sieht sie in jeder etwas größeren Stadt. Sie treffen sich morgens, trinken den ganzen Tag Bier, laufen mit den neuesten Handys und Klamotten rum und kaufen sich von ihrem staatlichen Taschengeld Spielzeuge, zB diese winzigen Motorräder. Bei diesen Menschen dürfen natürlich auch nicht die ganz großen Plasmabildschirme und PCs mit Internet fehlen. Sie schließen jedes Arbeitsangebot kategorisch aus. DAS sind Parasiten und die Tendenz zum Anspruchsdenken nimmt durch antiautoritäre Erziehung zu.
19. September 2013 um 20:10 |
Ergänzung: Das Anspruchsdenken, dh das parasitäre Verhalten, (hat) nimmt in allen Gruppen zu(genommen), aber, wie gesagt, ist das kein Grund die objektiven Faktoren aus der Analyse auszuschließen.
19. September 2013 um 20:32 |
Und was diesen öden Konservatismus-Vorwurf betrifft: Wenn ihr mit einem stinkenden Arschloch in einer Wohngemeinschaft zusammenlebt, der das Bad und die Küche IMMER DRECKIG, aber NIE SAUBER macht, würde ihr euch das eine zeitlang vielleicht angucken, dann ihn auffordern, was zu machen, und falls das nichts nützt ihn RAUSSCHMEIßEN. Manchmal ist das Leben hart!
19. September 2013 um 22:41 |
Gegen solche „Zecken“ habe ich ebenfalls etwas. Nur manchmal kommt es mir hier wie ein ewiges bashen von Arbeitslosen vor. Wie gesagt: man sollte differenzieren. Gibt nämlich auch reiche Arbeitslose, die nichts anderes geleistet haben als in der richtigen Familie geboren zu werden. Dazu kommen eine Menge Krisengewinnler vom Schlage eines Madoffs. Ich sage nichts gegen Erben, die ein KMU erben aber ihr ganzes Leben auf diese Rolle vorbereitet und ausgebildet werden. NUR diese Leute wie Madoff usw. wären aus der Sicht der FDPler und vieler sogenannter Konservativer natürlich Leistungsträger. Fragt sich nur, was sie leisten.
Nur fand ich das Kommentar von David etwas daneben: Der Konservative ist das kleinere Übel. Mein eigenes mit „zum Teufel gehen“ allerdings im nachhinein ebenfalls. 😦
Da war Emotion vorhanden – es finden sich einfach auch eine Menge gut ausgebildeter Leute im HartzIV-Ghetto; und da sich wieder raus zu kämpfen wird einem extrem schwer gemacht. Auch von Seiten der Institutionen.
Peter habe ich damit ja gar nicht angegriffen.
19. September 2013 um 23:01 |
Nachtrag: Ob ein Faschist die Leute in Lagern sich zu Tode schuften lässt oder ein „Con“ Menschen in Slums verhungern lässt – kommt eigentlich auf das gleiche raus. Der Faschist ist dabei nur ehrlicher in seinem handeln – der Con wischt sich die Hände ab und kann dazu sagen: „Ist ja nicht meine Schuld wenn die Leute nicht „Gut“ genug sind.“ Zumindest so lange, bis er in die gleiche Situation gerät.
Damit eine solche Vorstellung ordentlich umgesetzt werden kann, müssen auch die Begrenzungen beseitigt werden. Wie jemand hier mal meinte: Es hilft nichts wenn man die Fütterung einstellt – man muss auch die Käfigtüren öffnen….
6. Juli 2017 um 13:47 |
Das bedingungslose Grundeinkommen für die „Klasse der Nutzlosen“
„Eine halbe Generation wird also zu Theaterspielern, Windrad-Ölern, Ökoberatern und anderen Zeitverplemperern, bis dann das Grundeinkommen kaum noch etwas kaufen kann, weil nichts mehr produziert wird und andere Teile der Welt nicht so blöd sind wie wir. Was nützen dem Einzelnen tausend Euro im Monat, wenn dieses Geld irgendwann nur noch die Kaufkraft von heutigen 200€ hat? Der Sozialisten-Mensch der Zukunft kann seinen Betrieb nicht bestreiken, weil er gar nicht mehr in einem Betrieb arbeitet. Einen Job finden kann er nicht, weil er nichts kann. Ein Unternehmen kann er auch nicht gründen, weil er nicht weiß wie, nichts hat und nichts kann. Wenigstens hat er genug Zeit, um zu maulen, zu demonstrieren und warme Luft in die Gegend zu blasen.“
http://recentr.com/2017/06/18/das-bedingungslose-grundeinkommen-fuer-die-klasse-der-nutzlosen/
6. Juli 2017 um 14:00 |
Eben das scheint Schelsky schon in „Politik und Publizität“ erkannt zu haben. Muss ich aber noch lesen.
19. Oktober 2017 um 09:30 |
Bedingungsloses Grundeinkommen: Warum Superreiche es wollen – und Armutsforscher nicht
https://www.compact-online.de/bedingungsloses-grundeinkommen-warum-superreiche-es-wollen-und-armutsforscher-nicht/
19. Oktober 2017 um 11:39 |
Eine weitere auffällige Übereinstimmung zwischen den Linken und den Superreichen ist die Steuerfrage. Beide wöllen, daß „die Wohlhabenden“ deutlich mehr besteuert werden. Nun, die Großkonzerne, etwa Amazon, zahlen eh keine Steuern und es geht schlichtweg darum, daß niemand mehr aufsteigen kann und die Elite unter sich bleibt. Keine Trumps mehr! („mittelsändischer Bauuntrnehmer zum Multimilliardär“)
19. Oktober 2017 um 21:44 |
19. Oktober 2017 um 23:30 |
Apropos Steuern:
http://www.mmnews.de/wirtschaft/32807-massive-steuererhoehungen-wegen-fluechtlingen
25. April 2018 um 12:14 |
Finnland beendet Experiment Grundeinkommen: Kein Geld mehr fürs Nichtstun
https://www.epochtimes.de/politik/europa/finnland-beendet-experiment-grundeinkommen-kein-geld-mehr-fuers-nichtstun-a2409145.html
Vor einem Jahr startete die finnische Regierung ihr Pilotprojekt bedingungsloses Grundeinkommen. Finnland erntete dafür viel Lob. Nun wir das Experiment überraschend abgebrochen.
26. April 2018 um 07:46 |