Archive for the ‘Medizin’ Category

Ignaz Troxler

6. November 2026

Der Schweizer Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866), Arzt, Politiker, Pädagoge und Philosoph, ist aus unterschiedlichsten Gründen von Interesse, war er doch wie Reich ein Mediziner mit einem umfassenden naturphilosophischen Konzept. Nach seinem Studium von Medizin und Philosophie (unter anderem bei Hegel und vor allem Schelling), arbeitete er zunächst als Arzt in Wien, wo er mit Ludwig van Beethoven befreundet war. Zurück in seiner heimatlichen Schweiz versuchte er Elemente der amerikanischen Demokratie zu verpflanzen, insbesondere die Idee des Zweikammersystems. Nicht zuletzt wurde er posthum „enteignet“ – seine „Anthroposophie“ (Troxlers Begriff!) wurde von den vermeintlichen „Anthroposophen“ in Beschlag genommen und er selbst zu einer bloßen Fußnote der „Geisteswissenschaft“ Rudolf Steiners degradiert.

Ein ganz ähnliches Schicksal droht dem Erbe Reichs. Man siehe meine diversen Rezensionen zur Reichianischen Literatur! Aber, bei aller Sympathie, scheint auch bei Toxler selbst hier und da eine Tendenz durch, die auch dessen Ansatz auf grundsätzliche und unüberwindbare Weise von Reich trennen. Aber grade diese Tendenz versuchen „Reichianer“ beständig zu integrieren – und damit die Orgonomie im Kern auszuhöhlen. Diese Tendenz kann man mit dem Wort „Geist“ umreißen. Nichts gegen „Geist“, aber leider verbirgt sich dahinter meist das denkbar „geistlose“ Über-Ich, „das Sollen“ im Sinne eines „höheren“ Moralprinzips, aufgeblasen zum Pflichtenheft des Kosmos. Wirklich nichts anderes ist die aufgeblasene „Spiritualität“ so mancher „Reichianer“.

Aber zu Toxler: Bereits 1807 erschienenen seine Werke zu der von ihm begründeteten „Biosophie“: Elemente der Biosophie und Über das Leben und sein Problem. Einer idealistischen Lebensphilosophie im Geiste Schellings: „Weisheit oder Erkenntnis des Lebens und der Natur“. Von Schelling emanzipierte sich Toxler aber bald. Da er Natur und Geist nur zusammen dachte, da das Leben eine unteilbare lebendige Einheit sei, wollte er, Toxler, erforschen, wie der allgemeine Geist der Natur im spezifischen Wesen des Menschen zum Bewußtsein gelange. So gelangt die Biosophie zur „Anthroposophie“. Umgekehrt hat dergestalt der Mensch durch sein Innenleben Zugang zum Leben. Wer das Leben verstehen wolle, müsse den Menschen verstehen.

Die Geschlechtlichkeit betrachtete er als kosmische Urkraft. Mann und Weib seien die höchste Ausprägung der fundamentalen Polaritäten, die das Universum prägen. (Orgonometrie!) Sexualität sei Ausdruck des universalen Strebens der Natur, gegensätzliche Pole miteinander zu vereinigen, um neues Leben und höhere Erkenntnis zu zeugen. Sie sei mehr als bloßes Werkzeug der Fortpflanzung. In seinen medizinischen Schriften wies er darauf hin, daß das harmonische Gleichgewicht der Geschlechterkräfte für die seelische und körperliche Gesundheit des Menschen essentiell sei. Störungen in diesem Bereich – sei es durch Unterdrückung oder durch eine rein triebhafte Entfremdung – sah er als Ursache für psychische und organische Erkrankungen.

Geist und Seele sind für ihn direkt an eine übergeordnete, göttlich-kosmische Vernunft angebunden. Das Gewissen ist in seiner Philosophie das Organ, durch welches dieses höhere Prinzip in das Alltagsbewußtsein des Menschen hineinleuchtet. Schuldgefühle entstehen, wenn das alltägliche Ich des Menschen gegen dieses in ihm wohnende „innere Licht“ oder die universale Ordnung verstößt. Schuldgefühle sind demnach Ausdruck einer inneren Zerrissenheit, d.h. handele der Mensch triebhaft, trenne er sich von seiner moralischen Vernunft. Diese Entfremdung von der eigenen körperlich-seelischen Ganzheit nähme die Seele als schmerzhafte Schuld wahr. Die Lösung dieser Spannung liege im „Gemüt“, das er als Einheit von Geist und Herz definiert. Es sei der zentrale Ort der Individualität, in dem sich alle Widersprüche auflösen können. Um Schuldgefühle zu überwinden, bedarf es der Selbsterkenntnis. Der Mensch müsse reflektieren, wo er gegen seine eigene Natur verstoßen hat, und sich durch eine bewußte geistige Neuausrichtung wieder in die harmonische Ordnung eingliedern.

Bei Toxler finden sich, wie bei wirklich jedem großen Denker, dergestalt abstrakte Anklänge an den orgonomischen Funktionalismus. Was Gemütsbildung konkret bedeutet, sieht man bei Toxler Zeitgenossen und Eidgenossen Pestalozzi, für den die Keimzelle der Gemütsbildung in der frühen Mutter-Kind-Beziehung liegt. Durch die Erfahrung von mütterlicher Fürsorge lerne das Kind Liebe, Vertrauen, Dankbarkeit und Gehorsam. Endziel der Gemütsbildung sei die Erziehung zu einem sittlichen, autonomen Wesen. Der dergestalt gebildete Mensch handele nicht aus Angst vor Strafe oder reinem Kalkül, sondern weil sein gefestigtes, liebevolles Gemüt ihn ganz natürlich dazu drängt, das Gute zu wollen und sozial verantwortlich zu handeln.

Natürlich ist das alles nur eine subtilere Form der üblichen „Anpassungspädagogik“, die dem Kind und der Natur nicht wirklich vertraut und sie „prägen“ will, um im Sinne Toxlers eine vermeintliche „Einheit“ von „Geist und Körper (Trieb)“ herzustellen, doch im Ganzen ist die Tendenz bei Toxler doch positiv. Das merkt man insbesondere, wenn man sieht, was die vermeintliche „Anthroposophie“ Steiners daraus gemacht hat. Bei diesem wird Erziehung zur Voraussetzung von Freiheit, d.h. von Selbstregulierung bleibt rein gar nichts und alles versteinert im sengenden Licht des „Geistes“, d.h. von irgendwelchen Wahngebilden.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, l. Der Gegensatz von Alzheimer und Krebs

18. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, l. Der Gegensatz von Alzheimer und Krebs

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, k. Die Stimulierung des Vagusnervs

15. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, k. Die Stimulierung des Vagusnervs

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, e. Transsexualität / f. Mit Schlips und Gürtel / g. Fassade und Kern

4. Oktober 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie,e. Transsexualität / f. Mit Schlips und Gürtel / g. Fassade und Kern

Der Mensch als Orgonmotor

18. September 2026

Frei nach Pawlow glaubte man ursprünglich, daß (beispielsweise) die wellenförmige Schwimmbewegung eines Aals auf einer Kette von Reflexen beruht. Ein Reflex regt den nächsten an. Ein rein mechanischer Vorgang. Doch durch Durchtrennen von Nerven konnte experimentell gezeigt werden, daß diese Bewegung auch ohne sensorische Rückmeldung abläuft, sozusagen „autonom“. Die Nervenzellen im Rückenmark feuern von sich aus in einer perfekt koordinierten wellenförmigen Sequenz. In den 1930er Jahren hatte der Verhaltensbiologe Erich von Holst (beispielsweise) bei Aalen das Gehirn vom Rückenmark getrennt und die sensorischen Nervenbahnen durchschnitten. Dieses simple Experiment bildete die Grundlage der modernen Neurobiologie und Verhaltensforschung. Was wir hier vor uns haben sind pulsatile orgonotische Funktionen, die unabhängig von der Umwelt und unabhängig vom Gehirn aus sich heraus agieren.

Hans Hass schreibt dazu:

Dieses Ergebnis war in doppelter Weise ungemein interessant. Erstens widerlegte es die Ansicht des russischen Biologen Pawlow und seiner Schule, die alle Instinkthandlungen auf „Ketten“ von einzelnen Reflexen zurückführten. Nach dieser Vorstellung – die damals von den meisten Biologen geteilt wurde – hätte die Bewegung eines Muskelsegmentes über innere Sinnesreize die Bewegung des nächstfolgenden auslösen müssen. Als einen solchen „Kettenreflex“ hatte man sich bisher den regelmäßigen Ablauf der Schwimmbewegung des Aales vorgestellt. Bei diesem Präparat waren jedoch keinerlei Rückmeldungen an das Rückenmark möglich, es konnten somit die Segmente einander nicht beeinflussen. Zweitens aber, und fast noch wichtiger, zeigte dieses Experiment, daß dieser offenbar von einer Stelle gesteuerte Bewegungsvorgang gar keines äußeren Reizes bedurfte, um abzulaufen. Die motorischen Zellen, welche die Schlängelbewegung kommandierten, waren vielmehr „spontan aktiv“. (Hass: Expedition zu uns selbst. Das Geheimnis menschlichen Verhaltens, NATURPHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN, Bd. 4, München: Universitas 1987)

Es ist etwas unglücklich, da die falschen Assoziationen hervorgerufen werden, daß das lokale Netzwerk im Rückenmark, daß für die Rhythmik autonomer Muskelbewegungen, u.a. das Atmen, zuständig ist, ausgerechnet als „Zentraler Mustergenerator“ (Central Pattern Generator, CPG) bezeichnet wird, weil das Rückenmark Teil des Zentralen Nervensystems ist. Nochmal: das ganze läuft als „kontinuierlicher Antrieb“ autark, spontan aktiv ab, d.h. ohne sensorische Rückmeldungen von der Peripherie und ohne Befehle vom Gehirn.

Natürlich initiiert das Gehirn das Gehen, Kauen und Schlucken und beeinflußt das Atmen, doch der CPG feuert die Nervensignale autonom. Genauso modulieren Signale von der Peripherie her zwar diese autonome Rhythmik des CPG, aber das ändert nichts daran, daß der CPG aus sich selbst heraus pulsiert, d.h. auch sozusagen „im Leerlauf“ weiterlaufen würde.

Werden der betreffende CPG zerstört, kann man beispielsweise zwar noch gehen, doch ist dieses Gehen nicht mehr flüssig, nicht mehr koordiniert, nicht mehr unwillkürlich, sondern nur noch rein mechanisch, roboterhaft. Es ist wie bei Reichs Orgonmotor, der zwar mit elektromagnetischer Energie betrieben werden konnte, seine charakteristische „flüssige“ Bewegung aber nur durch das Einspeisen von autonom pulsierender Orgonenergie vollführen konnte.

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, k. Der Medizin-Nobelpreis 2016 für Wilhelm Reich

5. September 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, k. Der Medizin-Nobelpreis 2016 für Wilhelm Reich

Die Biopathien

28. August 2026

Es geht in der Diagnostik der Biopathien und damit ihrer Therapie um die Differenzierung, da kann man mit der einen Grunderkrankung „orgastische Impotenz“ wenig bis gar nichts anfangen. Vielmehr geht es um die spezifische Genese streng definierter Krankheiten. Daß bei Diabetes (Zwerchfellsegment) und Bluthochdruck (Brustsegment) man erblinden kann, also das okulare Segment involviert ist, hat von der Genese der beiden Krankheiten aus gesehen überhaupt keinerlei Bedeutung. Man lese Emanuel Levine: “Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator” (Orgone Energy Bulletin 3(1):23-34, January 1951) und die Seiten 264f in Charles Konia: „Orgone Therapy (Part 7)” (The Journal of Orgonomy 22(2):256-267, November 1988).

Beispielsweise ist das Reiter-Syndrom keine Biopathie, sondern eine Folgeerkrankung einer Biopathie, etwa einer Dickdarmentzündung (Biopathie im Bauchsegment), genauso wie die Erblindung bei Diabetes eine Folgeerkrankung ist:

Das kann man in eine tertiäre Erkrankung (z.B. kann die Urethritis zu einer Nierenkrankheit führen) und so ins Unendliche weiterführen. Es geht darum, diesen biopathischen Prozeß rückgängig zu machen und ganz zu beseitigen, indem man das spezifische CFP (gemeinsame Funktionsprinzip) verändert: die Bauchpanzerung.

In der orgonomischen Medizin geht man von folgender alles bestimmender Grundgleichung aus:

Beim gegen die Bioenergie gepanzerten Organismus stellt sie sich dann, nach Reich, ganz allgemein wie folgt dar:

Nach diesem biopathischen Grundmuster lassen sich diverse biopathische Anlagen darstellen, je nach der speziellen Panzerstruktur. Im folgenden z.B. die Bluthochdruck-Diathese, wie Konia sie dargestellt hat:

So kann man alle biopathischen Diathesen nach einem ganz einfachen Grundmuster darstellen.

Bei der Krebs-Biopathie sieht es m.E. wie folgt aus, weshalb es ein Sonderfall ist – die Bioenergie wird nicht nur segmentär blockiert, sondern hört überhaupt auf als Bioenergie zu funktionieren (d.h. zu pulsieren):

Immer nach Schema F: spezifische bioenergetische Störung und ihre jeweiligen besonderen psycho-somatischen Folgen.

Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 4. Sexualökonomie, e. Sexualökonomie und Ökonomie

31. Juli 2026

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