
DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 3. Medizinische Orgonomie, k. Die Stimulierung des Vagusnervs
Frei nach Pawlow glaubte man ursprünglich, daß (beispielsweise) die wellenförmige Schwimmbewegung eines Aals auf einer Kette von Reflexen beruht. Ein Reflex regt den nächsten an. Ein rein mechanischer Vorgang. Doch durch Durchtrennen von Nerven konnte experimentell gezeigt werden, daß diese Bewegung auch ohne sensorische Rückmeldung abläuft, sozusagen „autonom“. Die Nervenzellen im Rückenmark feuern von sich aus in einer perfekt koordinierten wellenförmigen Sequenz. In den 1930er Jahren hatte der Verhaltensbiologe Erich von Holst (beispielsweise) bei Aalen das Gehirn vom Rückenmark getrennt und die sensorischen Nervenbahnen durchschnitten. Dieses simple Experiment bildete die Grundlage der modernen Neurobiologie und Verhaltensforschung. Was wir hier vor uns haben sind pulsatile orgonotische Funktionen, die unabhängig von der Umwelt und unabhängig vom Gehirn aus sich heraus agieren.
Hans Hass schreibt dazu:
Dieses Ergebnis war in doppelter Weise ungemein interessant. Erstens widerlegte es die Ansicht des russischen Biologen Pawlow und seiner Schule, die alle Instinkthandlungen auf „Ketten“ von einzelnen Reflexen zurückführten. Nach dieser Vorstellung – die damals von den meisten Biologen geteilt wurde – hätte die Bewegung eines Muskelsegmentes über innere Sinnesreize die Bewegung des nächstfolgenden auslösen müssen. Als einen solchen „Kettenreflex“ hatte man sich bisher den regelmäßigen Ablauf der Schwimmbewegung des Aales vorgestellt. Bei diesem Präparat waren jedoch keinerlei Rückmeldungen an das Rückenmark möglich, es konnten somit die Segmente einander nicht beeinflussen. Zweitens aber, und fast noch wichtiger, zeigte dieses Experiment, daß dieser offenbar von einer Stelle gesteuerte Bewegungsvorgang gar keines äußeren Reizes bedurfte, um abzulaufen. Die motorischen Zellen, welche die Schlängelbewegung kommandierten, waren vielmehr „spontan aktiv“. (Hass: Expedition zu uns selbst. Das Geheimnis menschlichen Verhaltens, NATURPHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN, Bd. 4, München: Universitas 1987)
Es ist etwas unglücklich, da die falschen Assoziationen hervorgerufen werden, daß das lokale Netzwerk im Rückenmark, daß für die Rhythmik autonomer Muskelbewegungen, u.a. das Atmen, zuständig ist, ausgerechnet als „Zentraler Mustergenerator“ (Central Pattern Generator, CPG) bezeichnet wird, weil das Rückenmark Teil des Zentralen Nervensystems ist. Nochmal: das ganze läuft als „kontinuierlicher Antrieb“ autark, spontan aktiv ab, d.h. ohne sensorische Rückmeldungen von der Peripherie und ohne Befehle vom Gehirn.
Natürlich initiiert das Gehirn das Gehen, Kauen und Schlucken und beeinflußt das Atmen, doch der CPG feuert die Nervensignale autonom. Genauso modulieren Signale von der Peripherie her zwar diese autonome Rhythmik des CPG, aber das ändert nichts daran, daß der CPG aus sich selbst heraus pulsiert, d.h. auch sozusagen „im Leerlauf“ weiterlaufen würde.
Werden der betreffende CPG zerstört, kann man beispielsweise zwar noch gehen, doch ist dieses Gehen nicht mehr flüssig, nicht mehr koordiniert, nicht mehr unwillkürlich, sondern nur noch rein mechanisch, roboterhaft. Es ist wie bei Reichs Orgonmotor, der zwar mit elektromagnetischer Energie betrieben werden konnte, seine charakteristische „flüssige“ Bewegung aber nur durch das Einspeisen von autonom pulsierender Orgonenergie vollführen konnte.
Es geht in der Diagnostik der Biopathien und damit ihrer Therapie um die Differenzierung, da kann man mit der einen Grunderkrankung „orgastische Impotenz“ wenig bis gar nichts anfangen. Vielmehr geht es um die spezifische Genese streng definierter Krankheiten. Daß bei Diabetes (Zwerchfellsegment) und Bluthochdruck (Brustsegment) man erblinden kann, also das okulare Segment involviert ist, hat von der Genese der beiden Krankheiten aus gesehen überhaupt keinerlei Bedeutung. Man lese Emanuel Levine: “Treatment of a Hypertensive Biopathy with the Orgone Energy Accumulator” (Orgone Energy Bulletin 3(1):23-34, January 1951) und die Seiten 264f in Charles Konia: „Orgone Therapy (Part 7)” (The Journal of Orgonomy 22(2):256-267, November 1988).
Beispielsweise ist das Reiter-Syndrom keine Biopathie, sondern eine Folgeerkrankung einer Biopathie, etwa einer Dickdarmentzündung (Biopathie im Bauchsegment), genauso wie die Erblindung bei Diabetes eine Folgeerkrankung ist:

Das kann man in eine tertiäre Erkrankung (z.B. kann die Urethritis zu einer Nierenkrankheit führen) und so ins Unendliche weiterführen. Es geht darum, diesen biopathischen Prozeß rückgängig zu machen und ganz zu beseitigen, indem man das spezifische CFP (gemeinsame Funktionsprinzip) verändert: die Bauchpanzerung.
In der orgonomischen Medizin geht man von folgender alles bestimmender Grundgleichung aus:

Beim gegen die Bioenergie gepanzerten Organismus stellt sie sich dann, nach Reich, ganz allgemein wie folgt dar:

Nach diesem biopathischen Grundmuster lassen sich diverse biopathische Anlagen darstellen, je nach der speziellen Panzerstruktur. Im folgenden z.B. die Bluthochdruck-Diathese, wie Konia sie dargestellt hat:

So kann man alle biopathischen Diathesen nach einem ganz einfachen Grundmuster darstellen.
Bei der Krebs-Biopathie sieht es m.E. wie folgt aus, weshalb es ein Sonderfall ist – die Bioenergie wird nicht nur segmentär blockiert, sondern hört überhaupt auf als Bioenergie zu funktionieren (d.h. zu pulsieren):

Immer nach Schema F: spezifische bioenergetische Störung und ihre jeweiligen besonderen psycho-somatischen Folgen.