Reichs letztes Experiment

Reichs letztes Experiment war die Behandlung seines „Judas“, des Orgonomen Michael Silvert. Reichs Sekretärin und die zeitweise Geliebte jeweils von Reich und Silvert, Lois Wyvell erläutert:

Eines von Reichs letzten Forschungsprojekten war die orgontherapeutische Behandlung seines eigenen Judas, des Mannes, der ihn verraten hat, indem er die Verfügung [gegen den Transport von Orgonenergie-Akkumulatoren über inneramerikanische Landesgrenzen] gebrochen hatte und so seine Verurteilung zu Gefängnis und damit seinen Tod praktisch unausweichlich machte. Offensichtlich hat Reich dies getan, um zu lernen, wie man den emotionellen Pestcharakter heilen kann, denn er hatte vor Jahren seine medizinische Forschung eingestellt, um sich ausschließlich der Wissenschaft zu widmen. Letztlich stellte er die Notwendigkeit, die Emotionelle Pest zu verhindern und zu heilen, an der Spitze seiner Liste von Verpflichtungen, die für die Erlösung des Menschen notwendig sind, da die Emotionelle Pest, wie es bei anderen Seuchen der Fall ist, ansteckend ist und tödlich verläuft. Der Mensch ist in der Tat das mitreißend schönste und liebenswerteste aller Geschöpfe, aber nur, wenn er gesund ist. Die meisten von uns haben Momente, vielleicht Stunden, in denen wir die leuchtende Schönheit unseres Kerns, unserer Seele, zum Ausdruck bringen, aber die Freude kann überwältigend und erschreckend sein, so daß wir uns dagegen verschließen. Der Pestcharakter tut mehr: Er geht gegen die Quelle der bedrohlichen Freude, gegen das Lebendige vor. Die anderen neurotischen oder psychotischen Charaktertypen können fast immer modifiziert, wenn nicht sogar völlig geheilt werden, aber niemand hat nach unserem Wissen jemals einen emotionellen Pestcharakter erfolgreich behandelt. Reich gelang es nicht, und sein Judas beging, wie Judas Ischariot, Selbstmord. ( Offshoots of Orgonomy, No. 11, Autumn 1985, S. 2)

Es ging Reich darum den Krankheitsherd selbst, d.h. die zur Charakterstruktur erstarrte Emotionelle Pest, gesund zu machen. Im ORANUR-Experiment hatte er versucht die tödliche Radioaktivität in etwas Gesundes, Gutes, Lebendiges bzw. Lebensförderndes zu verwandeln. Er wäre infolge an der resultierenden ORANUR-Reaktion und DOR-Verseuchung beinahe gestorben. Entsprechendes versuchte er mit dem „Modju“ Silvert. Bei diesem „Silvert-Experiment“ ist er dann tatsächlich umgekommen.

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3 Antworten to “Reichs letztes Experiment”

  1. Tzindaro Says:

    I one interviewed Miriam Shepherd, Silvert’s girlfriend, in San Francisco. She told me a quite different story. There was a small group of Silvert’s friends and students who thought he was treated unjustly by the Ellsworth Baker faction of orgonomy, who blamed him for Reich’s death and drove him to suicide. They quit all contact with the Baker group but remained in touch with each other, forming a separate Silvert-descended faction of orgonomy that published nothing, so nobody ever knew they still existed.

    I also spoke to Tom Mangravite, the NYU film-making teacher who built the accumulator Silvert gave to a patient who lived in New Jersey. He was the one who drove the truck to deliver it to the patient. He said the FDA must have been watching Silvert’s office and followed him because as soon as he got across the bridge and turned right on the first exit, he was pulled over by FDA agents. He spent the night in jail and the next morning, in court, he was able to convince the judge he was just a dumb truck driver who had no idea what he was delivering, so he was released.

    There was no „emotional plague“. The responsibility for Reich being arrested rests with the FDA and the legal system, not some imaginary mental illness of Silvert.

  2. Abrasax Says:

    Bitte aufpassen mit Interpretationen aus dem Christentum.
    Das Christentum, wie es uns beigebracht wird, wird zum großen Teil falsch gelehrt, was zu großen Problemen führt. Ich will hier nicht erklären, warum da so ist, weil ich darüber viel schreiben müsste.

    Das Problem Judas wird völlig falsch verstanden, was kein Wunder ist, da die Kleriker kein Interesse daran haben die Zusammenhänge so zu erklären, wie sie richtig wären.

    Wer versucht, eine Aufgabe mit der falschen Perspektive auf diese Aufgabe zu lösen, wird meistens keine passende Lösung für diese Aufgabe finden.

    Das Problem Judas ist kein Problem des gemeinen Verrates, sondern ein Problem das zeigt, daß große Probleme entstehen können, wenn man eine Macht oder Kraft dazu zwingen will, etwas zu tun, was gegen die Gesetze des Lebens wirken soll, und diese Macht oder Kraft sich dazu aber nicht hergibt, sich nicht zur Zusammenarbeit zwingen lässt, oder sowieso die falsche Wahl zum Mittel für einen Zweck ist.

    Die Episode mit Judas gestaltet sich folgendermaßen:

    Christus: repräsentiert das Reine Lebendige Sein aus der Urquelle des Alls/Seins/Lebens in einer sehr hohen Reinheitsform für einen Menschen.

    Rom: repräsentiert die Kräfte, welche die Menschen in tyrannische Bedrängnisse einzwängen und so den Menschen daran hindern sich frei zu entwickeln. Tyrannisch bedeutet nicht unbedingt bösartig an sich, sondern unfreiheitlich, zentralistisch, oft ungerecht, zu pragmatisch, mal mehr und mal weniger gewollt die lebendigen, guten Wachstumskräfte des Lebendigen beschränkend.

    Judas: repräsentiert die Menschen, die das Gute und Wahrhaftige im Leben sehr lieben, die allerdings einen massiven Willen und Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit haben, den sie unbedingt durchsetzen wollen und dafür auch bereit sind verschiedene Stufen von Gemeinheit und Gewalt bis hin zum Mord und Krieg anzuwenden.

    Es gibt noch weitere Repräsentanten für unsere Erklärung zum Artikel genügt das jedoch bis hierher.

    Judas wird als Mensch beschrieben, der sich auf die Lehren von Christus voll einlassen konnte, er verstand das unglaublich große Potential dieser Christus-Lehre und wurde so zu einem Anhänger dieser Lehre und eines Meister-Repräsentanten. Doch es gab ein Problem, das dem Judas nicht einsichtig wurde. Judas sah auch die viele Ungerechtigkeit in der Welt und er wollte aktiv etwas dagegen tun. Also schloß er sich zum Beispiel den militanten Zeloten an, die man als Freiheitskämpfer oder als terroristische Untergrundkämpfer bezeichnen kann. Judas war ein ein guter Kerl, der sich für das Gute einsetzen wollte. Er war allerdings dennoch ein Fanatiker, dessen Denken durch den Fanatismus und sein zu oberflächliches Denken zu falschen Schlüssen und in eine für viele Menschen schädliche, falsche Richtung führte. Die Idee von Judas war einfach. Er wollte die Potentiale der Christus-Lehre, die er auf seine Art und Weise verstand und ihnen völlig vertraute, dazu nutzen, die Tyrannen zu stürzen, damit die Menschen endlich ihre Freiheit erhalten könnten. Er verstand, das der Christus-Meister den er kannte, die Kraft und Möglichkeit dazu hätte für seine Sache zu kämpfen und zu siegen. Doch dieser Meister wollte das nicht tun. Judas hat nicht verstanden warum. Also ersonn er einen Plan, mit dem er den Christus-Meister dazu zwingen wollte, seine Kräfte und Potentiale für seine Sache einzusetzen. Er dachte sich aus, daß wenn der Meister in ernste Bedrängnis kommen würde, die sein Leben gefährden, dann würde er schon aktiv werden und sich zur Selbstverteidigung aktiv gegen die Tyrannen und ihre Schächer und Speichellecker zur Wehr setzen und diese zu besiegen.

    Judas repräsentiert nicht den schlechten Menschen wenn man die Erzählung genau analysiert. Er repräsentiert eher den gläubigen Fanatiker für Gerechtigkeit und Freiheit mit Spezial-Wissen, der leider die falschen Schlüsse und Folgerungen zieht und so ein großes Unglück auslöst. Judas wollte niemals böse sein und er wollte nichts böses tun, er hat gedacht, sein Verhalten wäre gerechtfertigt, da es einer guten Sache dient. Er wollte lebensfeindliches Denken, Sprechen und Tun damit rechtfertigen, daß diese Maßnahmen doch einem guten Zweck dienlich sein sollten.

    Der beschriebene Selbstmord bedeutet, das sich die katastrophal falschen Entscheidungen und Taten auch bei der endlich einsetzenden Erkenntnis, drastisch gegen den Verursacher wenden und dort selbst zu größten Problemen führen, die der Verursacher dann selbst unter größten Drangsalen durchleben muß, denn Selbstmord löscht das Leben nicht aus. Durch Selbstmord werden keine Probleme gelöst, das beschreibt diese Erzählung auch. Was die Erzählung nicht beschreibt, ist das höchst bittere Erleben von Judas nach dem Selbstmord.

    Die Erzählung um Judas beschreibt also nur vordergründig den gemeinen und niederen Verrat, aber eigentlich werden bei dieser Erzählung viel tiefere Gesetze und Wahrheiten beschrieben und erklärt. Überlegt euch doch bitte, ob es viel Sinn machen würde, über unglaublich lange Äonen-Perioden ein paar nette Geschichtchen durch die Menschheitsgeschichte hindurchzuschleppen. Die Christus-Lehre ist sehr alt, sehr viel älter als 2000 Jahre.

    Bis jetzt habe ich noch keinen Kleriker gehört, der die Sache mit Judas richtig erklärt hätte. Man hat den Menschen im Volk lange Zeit unter Androhung der Todesstrafe verboten eine eigene Bibel zu haben und darin zu lesen. Mittlerweile wundert mich das leider auch nicht mehr.

    Wenn man nur die Augen richtig öffnet, so können wir eine Deckungsgleichheit zwischen den Ereignissen von heute und den Beschreibungen in der Bibel erkennen.

    Hätte man dem Judas helfen können?
    Ich habe keine Erfahrung mit Terroristen, aber mit einigen Fanatikern und Ideologen. Sobald ich ein Wort zu solchen Leuten gesagt hatte, das nicht in deren Weltbild passte, habe ich gesehen, daß deren Wahrnehmungsorgane sofort auf Durchzug geschaltet werden. Da wird nicht mehr zugehört. Es ist allerdings auch sehr schwer mit normal gesunden Menschen zu reden. Die reagieren sehr ähnlich wie Fanatiker und Ideologen, nur nicht so extrem.

    Ich bin heute davon überzeugt, daß sich das richtige Denken eines Menschen nur über eigenes Erleben mit eigenen Gefühlen und Empfindungen herausbildet, wahrscheinlich nur so. Es liegt an uns, mit welcher Perspektive wir das tun wollen. Wir können über den Schmerz lernen oder eben anders. Lernen müssen wir. Das bedeutet, wenn wir uns in unserem Denken, Sprechen und Tun gegen die Gesetze des Lebens richten, so wird das Leben mit verschiedenen Intensitäten auf uns draufklopfen, erst sanft und später, wenn wir länger nicht einsichtig sind, oder wenn wir große Probleme erzeugt haben, mit schweren Schlägen.

    Unser freier Wille ist allein drauf beschränkt, welche Perspektive wählen.

    Andere Menschen heilen zu wollen ist sehr edel.
    Ich habe auch Heilpraktiker gelernt und war voll Idealismus und Ideen. Schnell habe ich gelernt, daß das mit dem Heilen von anderen Menschen überhaupt nicht einfach ist. Echte Heilung eines Menschen geht über Gefühl und Empfindung und schließlich korrektes Denken. Das bekommt ein erkrankter Mensch aber nicht nachgeschmissen. Und der Behandelnde bzw. Helfende muß außerdem Regeln einhalten.

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