ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

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21 Antworten to “ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch”

  1. Jimmy Says:

    Hallo-naja, ich kenne diesen Blog nicht und verstehe diesen Artikel auch nicht. Möchte aber nur Bescheid sagen dass mir eine ganze Reihe von Menschen bekannt sind die Mithilfe von Schriften Alice Millers (und nicht irgendwelcher Therapeuten) langjährige psychische und körperliche Beschwerden losgeworden sind.
    Therapeuten die Missbrauch suggerieren ?- mag sein das es mal einen gab aber liegt Ihnen da eine empirische Untersuchung vor oder worauf beziehen Sie sich in ihrer Vermutung?
    Das angebliche False-Memory-Syndrom hat den wissenschaftlichten Test nicht bestanden und ist von einer Initiative von reichen Kindervergewaltigern erfunden worden.
    Mir gefällt Reich auch in einigen Aspekten aber vermute in den hier verbreiteten Hass auf Alice Miller mal ganz andere Motivationen.
    Auch diese vergöttlichung von Reich, hmm.. wie schon begonnen naja- ich spare mir weitere Vermutungen usw..

    • Peter Nasselstein Says:

      Ich verweise auf eine kurze Rezension in TimesOnline über ein Buch von Miller, daß oberflächlich wie „Reich pur“ wirkt: die Erinnerung ist im Körper verankert. Die Besprechung endet wie folgt: „A physician who was still promoting medical beliefs and interventions that had been discredited decades earlier would be out of business, but Miller goes on interminably. I’d say there is no excuse for what seems a wilful blindness to the advances of science in her own profession, especially one that has such a direct impact on her clients’ and devoted readers’ lives, but obviously there is: she was an abused child.“ Was die „Vergöttlichung von Reich“ betrifft: die „offizielle Reich-Biographie“ Fury on Earth von Myron Sharaf ist schonungslos. Mir ist keine andere, ähhhh, „Schule“ bekannt, deren Gründer von den eigenen Schülern dermaßen objektiv und „un-kultisch“ behandelt wurde.

      Ich kenne Fälle, wo Psychotherapeuten praktisch sofort alles wußten („sexueller Mißbrauch!“), das ihren Patientinnen aufdrängten und diese daraufhin kollabiert sind. Familienverbände wurden zerstört usw. Reich hat eine derartige Vorgehensweise bereits in den 20er Jahren angeklagt: Man kann nicht kurzschlußartig von einem gegenwärtigen Symptom auf eine Ursache in der Vergangenheit schließen, sondern muß von der überprüfbaren objektiven Gegenwart ausgehen und langsam und systematisch die Vergangenheit erschließen, ohne dem Patienten die eigenen vorgefaßten Theorien aufzudrängen. Ohne diese Vorgehensweise ist der Willkür Tür und Tor geöffnet.

      False Memory Syndrome: Jeder von uns hat schon erlebt, daß er sich an Sachen erinnert, die nachweisbar nie passiert sind. Beispielsweise hatte man etwas im Fernsehen gesehen, dann im Traum verarbeitet, und sich dann später an diese „Episode im Leben“ erinnert. Umgekehrt können wir uns manchmal partout nicht an Dinge erinnern, die sich nachweisbar zugetragen haben.

      Überhaupt: Warum in Absolutheiten denken? Manchmal hilft es wirklich, wenn sich Leute an traumatische Geschehnisse in ihrer Kindheit erinnern. Der „Knoten platzt“ und sie finden endlich Frieden. Andere geraten gefühlsmäßig dermaßen durcheinander, daß sie nie wieder glücklich werden. Bei anderen bewirkt es aber gar nichts, außer daß sie eine zusätzliche ungute Erinnerung haben. Und schließlich gibt es jene, die die Vergangenheit benutzen, um ihr gegenwärtiges irrationales Funktionieren vor sich und anderen zu rechtfertigen. „Ich bin ein Opfer! (- und kann mir deshalb wirklich alles erlauben).“

  2. Jimmy Says:

    Das Spannende ist doch das die neuro-wissenschaftlichen Untersuchungen der Entwicklung des Gehirns Alice Miller theoretisch Recht geben.
    In der Tat ist es so dass es genau dieser Zeitraum in dem noch kein Ich-Bewusstsein ausgebildet ist, massgeblich prägend ist, da Ängste noch nicht kognitiv verarbeitet werden sondern somatisch als Schutzmechanismus fungieren die häufig im späteren Alter nur durch Abstand und manchmal sogar Zerstörung der Familienstruktur abgebaut werden können da sie das Individuum sehr stark in seiner Freiheit einschränken.
    Sexueller Missbrauch, ist genau wie emotionale oder physischer die Basis sehr vieler Leiden und betroffen ist fast jeder:
    http://www.aktiv-gegen-sexuelle-gewalt.de/texte/betroffen.htm
    Damit ist auch jeder irgendwie Opfer und potenziel determiniert TäterIn zu werden wenn keine Aufarbeitung und keine Schlussfolgerung: „Ich bin ein Opfer “ erfolgt.
    Sich dann ewig in der Opferrolle zu suhlen oder damit sogar Fehlverhalten zu rechtfertigen halte ich auch nicht für sinnvoll.
    Es llässt sich mit dieser rationalen Sichtweise ungerechtfertigtes Verhalten erklären und verstehen was m.E. auch genau der Weg zur Beseitigung von Abhängigkeiten und Problemen ist.
    Ich denke es ist schwierig etwas zu ändern wenn einem die Ursache noch
    unbewusst ist.
    Das in der Therapie dann enorme Schmerzen entstehen und die Familie diese auch zu spüren bekommt ist nur logisch weil diese früher nicht wahrgenommen werden durften und ich denke dass ist auch eine Form von Gerechtigkeit.
    Haben Sie eigentlich schon etwas von Alice Miller gelesen?
    Ich teile die Ansichten einiger Kommentare in dem verlinkten Artikel

    • Peter Nasselstein Says:

      Derartige Diskussionen verlaufen zumeist unglücklich. Die Parteien verhärten sich, obwohl objektiv gar keine derartig unüberbrückbaren Meinungsunterschiede herrschen. Beispielsweise stimme ich zu, daß sexueller Mißbrauch erschreckend weit verbreitet ist. Sogar ritueller Mißbrauch kommt mit Sicherheit vor. Ich bin aber auch der Überzeugung, daß man sich nicht verrennen und alles nur noch aus diesem Blickwinkel betrachten darf. Zum Beispiel schrecken viele Frauen vor dem Stillen zurück, weil sie dabei intensive sexuelle Empfindungen haben. Oder beispielsweise: bevor das ganze in den 80er Jahren zum großen Thema wurde, hätte ich keinerlei bedenken gehabe, einem Baby die Windeln zu wechseln oder ein kleines Kind in der Badewanne zu waschen. Heute hat, glaube ich, jeder allein schon bei dem Gedanken ein ungutes Gefühl. Die Unschuld und Unbekümmertheit ist weg. Und ich glaube schon, daß diese ängstliche Zurückhaltung von den Kindern als Ablehnung erfahren wird. Oder der „Fall Reich“: er beschreibt beispielsweise, wie er, der 5jährige Sohn eines Großbauern, der schlafenden Amme seines Bruders wiederholt an der Genitalbeharrung herumspielt. Es irritiert mich, wenn dann ein Jahrhundert später Leute von „sexuellem Mißbrauch“ reden und so Reichs Theorien erklären wollen. Das Grundproblem ist, daß alle Gefühle über einen Kamm gezogen werden. Es gibt einen Unterschied zwischen allgemeiner Lust und „spezifischem Sex“. Es ist ein Unterschied, ob eine Mutter das Stillen genießt – oder als sexuelle Ersatzhandlung mißbraucht. Es ist ein Unterschied, ob man mit einem kleinen Kind in der Badewanne herumplanscht, sich dabei vielleicht sogar bis auf die Badehose auszieht, damit die Kleidung nicht vollgesaut wird – oder ob man sich dem Kind ganz nackt präsentiert und mit ihm spielt, als wäre es die Ersatz-Frau oder Ersatz-Freundin. Und es ist ein Unterschied, ob ein Kind zwischen Mägden und Knechten, die kaum „etwas anderes im Kopf haben“, auf einem großen Landgut aufwächst, auf dem es kaum so etwas wie eine Privatsphäre gibt und eine Zote die andere jagt – oder ob es wirklich von Pädophilen sexuell mißbraucht wird.

      Ja, bzw. nein: ich habe nie ein ganzes Buch von Alice Miller gelesen, sondern nur dies und das angelesen. An sich gehört Alice Miller für einen „Reichianer“ zur Pflichtlektüre. Beispielsweise hat der damalige Präsident des American College of Orgonomy, Dr. Gary Karpf, 1993 in einer Besprechung von Millers Breaking the Wall of Silence sich geradezu hymnisch über Miller ausgelassen: „Since reading The Mass Psychology of Fascism, People in Trouble, and Listen, Little Man, I have not read any book with as much social bite and meaningfulness as this one.“ Und am Ende: “Dr. Miller’s book is brilliant. I have not been this fired-up and so moved by the travesties against life she writes so eloquently about since my first readings of Reich. I eagerly recommend this material to everyone” (The Journal of Orgonomy, vol. 27, no. 1).

      Ja, ich kann das Anliegen von http://www.aktiv-gegen-sexuelle-gewalt.de nur unterstützen. Was mich unglaublich abstößt und Zornesröte hochkochen läßt, sind dann aber Zitate wie folgende: „Was eigentlich waren zum Beispiel die wahren Motive der Terroristinnen der 70er Jahre, die das Gewehr auf die Vätergeneration richteten? Was waren die innersten Motive? Einer Ulrike Meinhoff, die sich jahrelang von ihrem Ehemann Klaus Rainer Röhl hatte demütigen lassen (und diese Tradition dann mit Bandenchef Baader fortsetzte)? Einer Inge Viett, die als Mädchen von Pflegeeltern zu Pflegeeltern geschoben wurde? Einer Großbürgertochter wie Susanne Albrecht, die den eigenen Onkel, den Bankier Ponto, ans Messer lieferte? Wieweit haben diese Frauen in Wahrheit nicht nur den Vater Staat gemeint, sondern auch die eigenen Väter, Männer, Onkel? Und das nicht etwa aus einer ‚unerfüllten inzestuösen Vaterliebe‘ (wie in den 70ern Psychologe Hofstätter räsonierte) – sondern ganz im Gegenteil aus einer zu erfüllten ‚Vaterliebe‘?“ (Schwarzer, A. 2000: Der große Unterschied – Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, S.121). Unfaßbar!

  3. Jimmy Says:

    Ja bei den Defintionen über Missbrauch bin ich auch unsicher, denke das liegt im individuellen Ermessenspielraum der Betroffenen, es ist glaube ich unmöglich soetwas für andere zu definieren. Es gibt Leute für die war etwas nicht so schlimm ( wenn man sie heute fragt) was andere als das wahre Grauen erlebt haben und jemanden zu zwingen etwas als schlimm zu betrachten ist auch unmöglich solange dieser es nicht selbst als unangenehm für sich zulässt.
    Trotzdem kann es dann sein dass dieses Verhalten erlernt andere betroffen macht und es für diese dann schlimm ist.
    Was ist denn genau die Kritik an dem RAF-Motivations-Zitat? Ich kenne das Buch von Alice Schwarzer nicht.

  4. Peter Nasselstein Says:

    Ich habe soeben eine dieser unflätigen Kommentare erhalten, die für das Internet typisch sind. Ich lasse mich in meinem eigenen Haus, und dieser Blog ist „MEIN Haus“, nicht beleidigen! Fäkalsprache ist hier ohnehin tabu, obwohl wir in Deutschland sind. Anyway, ich solle doch Alice Miller lesen (so wie sie Reich gelesen hat?) und ansonsten werde ich auf folgendes verwiesen:

    http://www.alice-miller.com/

  5. Robert (Berlin) Says:

    Die gleiche Erfahrung, es gibt keine „Fehler“, wurde mir auch Anfang der Achtziger aufgetragen. Ich hielt es für größten Blödsinn, denn Fehler können tödlich sein. Gerade in der Tierwelt bewahren Tiereltern ihre Kinder vor Fehlern und im heutigen Straßenverkehr sind Fehler tödlich bis schwer körperverletzend. Die meisten Unfälle passieren im Haushalt, so gefährlich ist die normale Umgebung des Kindes. Kinder brauchen Neins, um zu lernen, was richtig und falsch, gut und böse und gefahrlos und gefährlich ist.
    Diese irrationale Vergötterung des Kindes kann nur in eine Sackgasse führen und ist die Folge des „modernen Liberalen“, der statt Kinder zu beobachten, Theorien über Kinder aufstellt.
    Alice Miller hat allerdings in der Erklärung der Brutalität von Diktatoren recht, als sie auf deren gewaltätige Kindheit hinwies.

    —-

    Alice Miller, die bei mir persönlich sehr viel veränderte, hat eine geleugnete Selbstverständlichkeit wieder auf’s Tablett gebracht. Massenmörder hatten keine normale Kindheit. Ich würde nicht alles von ihr unterschreiben, auch weil sie ‚Glauben‘ vor ‚Wissen‘ führt, so zB in ihrem Vorwort zum ‚Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens‘, das Sie trotz widerlegter Authentizität als echt ansieht, nur weil sie es „glaubt“.
    Ein weiterer Mangel ist ihr dogmatischer Feminismus und ihre Behauptungen zum Kindesmissbrauch.

    —–

    Reich hatte selbst als Kind sexuelle Erlebnisse mit seinem Kindermädchen. Das war im Bürgertum offenbar häufiger, auch Viktor Frankl erzählt davon über sich.
    Nebenbei, Reich hat Frankl mal mehrere Stunden in seinem Auto kutschiert, um ihn über seine Jugendarbeit zu befragen.

    —–

    Robert (Berlin) Says:
    14. Dezember 2016 um 12:18 | Antwort Bearbeiten

    Wilhelm Reich Schuld an sexuellen Missbrauch bei den Grünen

    Schon wieder haben die Grünen einen Bericht vorgelegt:

    http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Broschuere_Aufarbeitung_und_Verantwortung_Online.pdf

    Schuld am sexuellen Missbrauch von Kindern ist ihren Forschungen natürlich Wilhelm Reich:

    Zitate:
    „Anknüpfend an die neu aufgelegten Schriften des Freud-Schülers Wilhelm Reich aus
    den 1930er Jahren wurde gerade im Zuge der Studentenbewegung die sexuelle Befreiung
    als zentraler Hebel einer gesellschaftlichen Transformation angesehen, die zudem
    einen Rückfall der Bundesrepublik in eine faschistische Ordnung verhindern sollte.
    Reich hielt eine Beseitigung der autoritären Elemente und damit eine wirksame Überwindung
    des Faschismus nur dann für möglich, wenn der Sexualität keine Grenzen
    gesetzt würden. Bei der Frage nach den sexuellen Kontakten zwischen Kindern und
    Erwachsenen verhielt er sich zwar weniger explizit, doch Freuds im frühen 20. Jahrhundert
    getätigte Einschätzung, wonach Berichte von sexuellem Missbrauch in der Kindheit
    vielfach reine Phantasie seien, wirkte in der Rezeption der späten 1960er Jahre nach.“ (p. 196)

    „In der Psychoanalyse existierten schon zu Wilhelm Reichs Zeiten anderslautende Positionen,
    wie etwa die von Sándor Ferenczi. Der ungarische Freudschüler verortete im rea-
    len sexuellen Übergriff nämlich den Ursprung für langfristig wirkende seelische Qualen.
    Was Ferenczi dazu und zu anderen Themen fortan ausführte, galt jedoch als abweichende
    Interpretation der Lehren Freuds und war für die „sexuelle Revolution“ daher als unbrauchbar
    abgestempelt worden, wiewohl auch seine Schriften Anfang der 1970er Jahre
    neu gedruckt wurden.“ (p. 200f.)

    „Ob hier eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat, ob kindliche und erwachsene Sexualität
    tatsächlich auf so einfache, gleichsam erlebnisorientierte Weise symmetrisch zusammengefügt
    werden können, dies war weder bei den Epigonen von Wilhelm Reich noch im
    Kommunemilieu eine zulässige, da sexualrepressive Fragestellung.82 Die in ihren Sexualbedürfnissen
    und -ausdrücken entgrenzten Kinder sollten schließlich Pioniere von Revolution
    und Befreiung werden – dieses von Wilhelm Reich inspirierte Projekt floss auch in die
    Ideologien und Experimente des Wiener Aktionskünstlers Otto Mühl ein, der in den 1990er
    Jahren wegen Kindesmissbrauch zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde.“ (p. 234)

    Natürlich auch sexuelle Missbrauch von Otto Muehl etc.

    Diese perverse Lügenpartei hat nichts als Ausreden parat und diffamiert Reich als Ideologen des sexuellen Kindermissbrauchs. Und jetzt machen diese Anhänger sekundärer Triebe und krankhafter Sexualität mit Inzest und Frühsexualisierung von Kindergartenkindern munter weiter.

    —–

    Studie: Gefährdung der Jungen

    Schröter-Kunhardt, Michael

    Eine repräsentative Studie zeigt, dass sich Kinder schwuler und lesbischer Eltern genauso gut entwickeln wie Kinder heterosexueller Paare (DÄ 41/2009: „Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern geht es gut“ von Nora Schmitt-Sausen).

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/66998/Studie-Gefaehrdung-der-Jungen

    —–

    Leni Riefenstahl veröffentlichte einen tollen Bildband über ‚Die Nuba von Kau‘, einem Naturvolk im Sudan, die Nackt waren. Der Stamm ist inzwischen durch den Bürgerkrieg zerstört.
    Zum FKK fällt mir noch ein, dass häufig alte Männer diese Form des Sonnens betreiben, jedenfalls konnte ich es beobachten.

  6. Peter Says:

    Alles was hier über Alice Miller geschrieben wurde beruht wohl einmal mehr auf der Tatsache, dass einst erzogene Erwachsene keinen Sinn mehr für das kindliche Erleben haben.
    A.M. spricht über die Leiden von Kindern aus der Gefühlsperspektive der Kinder. Der Respekt vor dem kleineren Menschen und seinen Gefühlen, und der Umgang mit diesen auf Augenhöhe, ist etwas, was nur wenigen von uns als Kind zuteil wurde. Die damals erlebten Schmerzen, unter denen wir ohne zu bewerten und zu verurteilen gelitten haben, und die wir, wenn sie zu stark wurden, verdrängten, diese Schmerzen gehören zu unserer Geschichte und sind wie alles, was wir erlebten in unseren Körpern gespeichert. Alice Miller geht es um die Nachträgliche Wieder-Ganzwerdung, nichts weiter.
    In der Kürze liegt die Würze und in der Einfachheit die Wahrheit, was Mozarts Musik so einzigartig werden lässt und Alice Millers besondere Qualität ist. Weniger ist hier einmal mehr mehr.

  7. Ulrike Says:

    Es gibt ja mittlerweile auch schon selbstkritische Männer, die sich von Pornographie distanzieren – siehe etwa der neue Roman von Peter Redvoort „Pornos machen traurig“ …

    U.G.

  8. Manuel Says:

    Es geht (Alice Miller) nicht darum, das man seine Eltern immer wieder wegen seines Kindheitsleids anklagt und so darin gefangen bleibt, sondern darum, sich von dem verheerenden Einfluß (für den der Artikel von Daniel Mackler ja ein ganz klares Beispiel ist) auf das gegenwärtige Leben des erwachsenen Kindes zu befreien und so die Weitergabe an die eigenen Kinder zu verhindern. Das ist nur möglich, wenn man die -emotionale- Realität des Leidens in der eigenen Kindheit voll anerkennt – mit- und nachfühlt! Das ist die Voraussetzung um volle Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu können!
    Natürlich ist es beschissen – ja sogar schrecklich!- anerkennen zu müssen das man Mutter und Vater nicht vertrauen konnte, daß unser Leben von der Basis her vergiftet ist – aber das ist die Realität für fast jeden! Sich darüber hinwegzutäuschen bringt keine Besserung und führt vor allem zur ewigen Reproduktion – von Saharasia. Diese Erkenntnis ist kein Freibrief dafür, die Verantwortung für sein Leben nicht zu übernehmen sondern sie weiterhin auf die Eltern zu schieben – das Gegenteil ist wahr, auch wenn es (noch) wenigen gelingt.
    Was Alice Miller fehlt, ist ein systematischer Therapieansatz, der den Körper und die Emotionen des Patienten mit einbezieht – wie sie es selbst fordert. Den bietet die Orgonomie, der widerum die Integration der Erkenntnisse von Alice Miller nur gut täte.

  9. Günter Says:

    Ich gebe auch aufgrund meiner Erfahrungen Alice Miller absolut Recht mit ihrer Kritik an der Erziehung und den Umgang mit den Kindern. Ich glaube, sie wird nach wie vor von vielen Menschen missverstanden. Es geht nicht um die Anklage der Eltern, sondern um das Zulassen der „deskruktiven“ Emotionen wie Wut, Zorn, Hass auf die Eltern. Nicht das Ausleben dieser Gefühle, sondern das Zulassen dieser.
    Wo ich nicht der Meinung von Alice Miller bin, ist ihre Haltung zur Antipädagogik bzw. Nicht-Erziehung. Ich finde Kinder brauchen Erziehung, aber natürlich nicht mit Mitteln aus der schwarzen Pädagogik.
    Ich bin überzeugt davon, dass Kinder das Recht haben müssen, dass sie die dabei entstehenden negativen Gefühle bei einem „Nein“ oder „Verbot“ aussprechen können.
    Unsere Gesellschaft ist leider noch nicht bereit für die Aufklärung der Alice Miller. Unsere Gesellschaft ist glücklicherweise aber bereit, die sexuellen Verbrechen an Kindern wahrzunehmen.

  10. Mr Mindcontrol Says:

    Oh, Sie sprechen mir aus der Seele! Zu A. Miller und Arno Grün sage ich nur „Gehorchen verboten“! Genau das ist aber eine Paradoxe Forderung die man gar nicht erfüllen kann und ist beinhaltet damit viel mehr „Strukturelle Gewalt“ als so mache autoritäre Erziehung. Dazu später mehr. Miller die Teile der PA zur Recht kritisiert hat ist im PA-Denken verhaftet geblieben das zeigen ihre Texte. Sorry, das war eine alte Heulsuse. Sie schrieb nur immer wie schlimm die Kindheiten sind aber Lösungen in Form moderne Traumatherapien überzog Sie mit Polemik, auch EMDR : „Shapiros Zauberstab“. Immer nur über die Kindheit jammern bringt keinen Menschen weiter. Sie übersah dass nicht Erziehung an sich das Problem ist sondern überfordernde Erziehung vor allen Double Bind. Wenn ich als Kind weiss welches Fehlverhalten ich vermeiden muss um keine Ohrfeige zu bekommen und dieses Vermeiden mich nicht überfordert werde ich auch nicht traumatisiert ( nicht falsch verstehen ich will Ohrfeigen jetzt nicht für die Erziehung propagieren ) erst wenn ich in die Enge getrieben werde und nicht mehr weiss was ich machen soll und so einfach ohne Transparenz Ohrfeigen bekommen könnte das traumatisieren.
    Aber genau ein Verbot zu gehorchen macht sowas. Denn halte ich mich an das Verbot gehorche ich ja doch und zwar dem der mir das Gehorchen verbietet. Die PA ist voll mit solchen paradoxen Botschaften und konditioniert sehr manipulativ damit.Genau dies PAler werfen Verhaltenstherapeuten vor dass Sie autoritär manipulieren. Diese arbeiten aber transparent!

  11. David Says:

    Da ist zunächst einmal diese Lizenz zur Asozialität: Man habe ein Recht seine Eltern zu hassen und sich wie ein gestörtes Kleinkind aufzuführen.

    Wieso soll das eine Lizenz zur Asozialität sein?

    Beim Eintritt ins Erwachsenenalter, beispielsweise Zeit des Übergangs von Schule zu Studium / College / Berufsausbildung habe ich selbstverständlich das Recht, zu verstehen, wie ich kaputt gemacht wurde!

    Wie soll es denn anders gehen?

    Aber es darf nicht für immer so bleiben.

    Warum?

    Man kann zum Beispiel sagen, ich trinke, und es kann gar nicht anders sein, weil ja ich da, woher ich komme, zum Psychosozial Kaputten gemacht wurde.

    Was fehlt?

    Hier fehlt die Eigenverantwortung oder auch kurz: Verantwortung.

    Was heißt das?

    Wenn ich – auch mit vierzig oder fünfzig – an dieser Haltung festhalte, trage ich Konsequenzen. Zum Beispiel werden dann die alkohol-bedingten körperlichen Krankheiten mit der Zeit mehr.

    Vermutlich ist die Fähigkeit zur Verantwortung eine biologische Funktion.

    Die Anonymen Alkoholiker sagen, dass man durch ihren 6. Schritt „wir waren völlig bereit …“ die Fähigkeit zur Verantwortung erlangen kann.

    Lebenslang hat man das Recht eines „Opfers“!

    Nein, das habe ich nicht.

    Wenn ich auf diesem trotzdem bestehe, trage ich Konsequenzen.

  12. David Says:

    Ich hatte gesagt:

    Nein, das habe ich nicht.

    bezogen auf ein Zitat einer Äußerung von PN:

    Lebenslang hat man das Recht eines „Opfers“!

    Das verdient gewisse Ergänzungen.

    Bekanntermaßen ist die – oft beim Mann so genannte – Midlife-Crisis ein Zeitraum, wo mann / frau die Dinge anders zu sehen beginnt, und beispielsweise mit dem Trinken oder Junken aufhört.

    Nicht jeder, denn viele nehmen ihre neurotischen Fehlfunktionen mit ins Grab.

    Aber manche entwickeln in dem Alter (in Schwaben sagt man, in dem Alter wird man allmählich „gscheit“) die Fähigkeit, Verantwortung zu tragen.

    Die hat damit zu tun, bewusst zu werden, dass es für mein Handeln, oder für mein asoziales, oder neurotisches, Funktionieren Konsequenzen gibt.

    Und dass ich die tragen muss. Oder jemand anders muss die tragen. Zum Beispiel wenn ich Kinder habe, und die infolge meiner asozialen und neurotischen Art zu funktionieren, sexuell missbrauche. Oder sie nicht-sexuell missbrauche; das nennt man auch Misshandlungen.

    Problem dabei: mit vierzig bis fünfzig wird man allmählich „gscheit“.

    Aber die Kinder bekomme ich schon mit fünfundzwanzig oder zwanzig. Oder mit fünfzehn oder früher ist es infolge der Geschlechtsreife auch möglich. Aber normalerweise ungefähr mit zwanzig.

    Also: ich werde mit vierzig bis fünfzig sozial und „psychisch“ „gscheit“ – wenn überhaupt. Da ist das Üble, was meinen Kindern geschieht, schon lange geschehen.

    Weil mit zwanzig die Fähigkeit, Verantwortung zu tragen, eben noch nicht da ist.

    Eine philosophische bzw. logische Untersuchung der Situationen:

    Möglichkeit 1, oder Stadium 1: ich lebe sehr unbewusst, bin in einer starken Verdrängung bzw. Amnesie, einem Zustand, wo ich meine eigenen Eltern, meine eigene Kindheit idealisiere. Wie werde ich dann meine Kinder be- oder misshandeln? Versteht sich von selbst.

    Möglichkeit 2, oder Stadium 2: ich habe mich irgendwie „analysiert“ und habe herausgefunden, dass ich zu dem sozialen Krüppel gemacht worden bin, der ich bin. Jetzt gebe ich mir selber den Freibrief die Kinder schlecht zu behandeln, zu vernachlässigen dadurch dass ich selber z.B. saufe oder junke. – Wie wirkt das auf die Kinder? Ist glaube ich bekannt.

    Was Frau Miller sagt.

    Also: Sexualunterdrückung -> Sexualverdrängung

    Sexualverdrängung -> Sexualunterdrückung sowie anderes dysfunktionales / verantwortungsloses Funktionieren gegenüber den Kindern.

    Wenn die Leute das könnten, was sie nicht können, nämlich – anders als auf die autoritäre Art – Verantwortung tragen, dann würde es eben nicht von Generation zu Generation weiter gegeben. Dann könnten die Kinder der Zukunft aufwachsen!

    • Jean Says:

      Hallo David,
      Deine Ergänzung regt mich zu einer weiteren an. Neben Junken und Saufen sind als Kompensation statuserhöhende Maßnahmen sehr beliebt, z.B. Autos, Häuser, Reisen, Angeberei oder Karriere. Letzteren Punkt habe ich im Beruf als sehr destruktiv erlebt. Meist von Menschen eines Alters betrieben, die noch nicht sehr nachdenklich geworden sind.
      Geschickte Selbstdarstellung, Schuldzuweisungen und raffiniertes Vertuschen eigener Fehler schaden dem Betrieb, werden aber vom nächsten Vorgesetzten toleriert, so lange die Ergebnisse darstellbar bleiben. Oft bügeln es die Mitarbeiter ja aus.
      Dummerweise kann diese Form neurotischen Verhaltens bis zur Rente fortgeführt werden.

  13. Jean Says:

    http://www.amazon.de/gp/aw/reviews/3451611686/ref=mw_dp_cr?qid=1422393144&sr=8-1
    Zahlreiche Belege für die Widersprüche in A.M.s Denken und Verhalten. Ihr Sohn hat ihr ihre manipulative Art, für die sie nie Verantwortung übernommen hat, auch nicht verziehen (gibt ein sehr aufschlussreiches Interview dazu).
    Ich verlinke diese Fakten, weil ich selbst durch ihre Bücher tief verunsichert wurde und sich durch dieses Wissen vieles wieder gerade gerückt hat.
    Als reale Person hat sie sich oft ganz anders verhalten als in den hymnischen Predigten ihrer Bücher. Unbenommen der Tatsache, dass sie dem Thema Traumatisierung Raum verschafft hat. Aber darüber in Büchern zu lesen und sich dann zu den Guten und Gerechten zu zählen ist eben der falsche Weg. Es erspart einem nicht in den Spiegel zu sehen.

    —–

    Zu den Widerspüchen im Denken und Handeln von Alice Miller.

    Auch die immer wieder geäußerte Kritik am Grenzen setzen verdient eine differenzierte Betrachtung. Einem Baby kann man viel weniger zumuten las einem älteren Kind. Ein Baby wird schnell überfordert, wenn es auf die Mama warten muss, und kann sein Grundvertrauen einbüßen bzw. zieht sich energetisch zurück. Ein älteres Kind kann den Frust zu warten – weil es erst später den süßen Nachtisch gibt – besser verarbeiten. In einer liebevollen Umgebung werden die JAs überwiegen, es kommt nicht zu einer „Dauerkontraktion“ durch kumulierte Mikrotraumata.
    Die natürlichen Grenzen einer sozialen Situation werden in einer verantwortlichen Umgebung auch ausgehandelt, so dass jeder den Beitrag leistet, den er kann. Dann werden auch Eltern nicht überfordert. Z.B. „nein, zuerst gibt es Nudeln, sonst hast du nachher wieder Hunger wenn wir unterwegs sind, wir haben aber keine Zeit zum Anhalten.“ Und dann trotzdem eine Brotbox mitnehmen, wenn das Kind nichts isst, weil ihm im Moment seine Autonomie wichtiger ist als die vernünftigen Argumente der Mama. Und ihm im Auto etwas geben wenn der Hunger kommt – ohne blöden Kommentar. Und beim Gebrüll immer tief Durchatmen. 🙂
    Solche Dinge werden oft nicht probiert aus Furcht kleine Tyrannen zu erzeugen – oder man gibt nach und rückt mit dem Eis raus, weil man den Stress des Gebrülls nicht möchte.
    Zieht man es aber durch, kann man bei der nächten Forderung nach Eis als Hauptgang an die Auto-Brotzeit vom letzten mal erinnern, und das Kind hat eine Erfahrung für die Entscheidung. Und kann sich dann eher vernünftig entscheiden.
    Solche Überlegungen helfen mir im Alltag mit Kindern weiter, während eine allgemeine Diskussion um den verletztenden Charakter von Grenzen mich hilflos macht.

  14. Jean Says:

    http://www.swr.de/nachtcafe/nachtcafe-ich-versteh-mein-kind-nicht-mehr/-/id=200198/did=13915292/nid=200198/14f1vyr/index.html
    Ab 1:04h berichtet Martin Miller über die Beziehung zu seiner Mutter.

  15. Claus Says:

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/tuerkei-erlaubt-sex-mit-kindern/story/28231159

    Bisher war in der Türkei Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 15 Jahren strafbar. Nun hat das Verfassungsgericht das Missbrauchsverbot abgeschafft.

    Bisher war Sex mit Kindern unter 15 Jahren in der Türkei ein Vergehen.

    Kinder zwischen 12 und 15 Jahren könnten die Bedeutung eines sexuellen Aktes durchaus verstehen, befand daraufhin das Bundesgericht.

    «Diese Entscheidung wird zu Zwangsehen führen. Leute werden in der Lage sein, Kinder zu entführen, zu vergewaltigen und jung zu heiraten», sagte Canan Güllü, Leiterin des Verbands der türkischen Frauenvereinigung. Der Entscheid werde Kinder gegen Vergewaltigung wehrloser machen, sagte auch Nazan Moroglu, Koordinatorin der Istanbuler Frauenvereine, der türkischen Zeitung.

    —–

    Als ich in Berlin wohnte, ging ich gerne öfter im See schwimmen (dafür ist Berlin klasse). Dabei ist das Nacktbaden schon vorteilhaft, weil man nicht nach Umzugsplätzen suchen muss. Das Nacktherumliegen oder -herumgehen ist eine andere Sache, für die ich wenig Verständnis habe; und es wirkte durchaus wie ein Zurschaustellen.

  16. Tzindaro Says:

    https://www.skeptic.com/reading_room/psychologys-unhealed-wound-repressed-memory-recovery/

  17. Peter Nasselstein Says:

    Der ultimative Zerfall einer Gesellschaft, die man ob ihrer Dekadenz, in den Orkus treten sollte:

    http://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_83176046/-naked-attraction-lass-uns-penisse-gucken-.html

    • claus Says:

      Stimmt es, dass mal eine Frau in einer Live-Show nacheinander von Männern, die in einer Schlange anstanden, besamt wurde?

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