Posts Tagged ‘Sozialpsychologie’

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 1)

27. August 2021

John M. Bell: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 1)

Blogeinträge März-Mai 2016

10. Juni 2021

Blogeinträge März-Mai 2016

  • Warum sind die Republicans über Trump verwirrt?
  • Das Ende des Zweiparteiensystems in Amerika
  • Die Emotionelle Pest in der Politik
  • Zum Verständnis des Trump-Phänomens
  • Das Präsidentschafts-Rennen 2016
  • Werden sie es jemals begreifen?
  • Obama und Sanders: Alles beim Alten

nachrichtenbrief 202

25. April 2021

nachrichtenbrief199

4. April 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 8)

15. März 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 8)

In Memoriam: Paul N. Mathews (1924-1986) (Teil 2)

23. Februar 2021

von John M. Bell

Es ist vielleicht gerade in diesem Bereich, dass Pauls Beiträge für uns alle und für die Orgonomen der Zukunft die bedeutendsten sind. Er half bei der Klärung und Entwicklung einer Analysemethode, um die Aufgabe des sozialen Handelns, der sozialen Wahrnehmung und der Konfrontation mit der emotionellen Pest wesentlich zu erleichtern. Es ist aussagekräftig, dass Paul einen wichtigen Beitrag zur Formulierung von Dr. Bakers maßgebendem Kapitel 13 von Man in the Trapb geleistet hat. Nachdem dies getan war und nachdem das Journal of Orgonomy mit der Veröffentlichung begonnen hatte, kamen Pauls Artikel in reicher, bedeutender Fülle und sie beleuchteten mit aufschlussreicher Genauigkeit die Komplexität der soziopolitischen Einstellungen und Handlungen. Wir sind so viel reicher geworden durch seine Arbeit in diesem schwierigen und gefährlichen Gebiet.

Trotz der Tatsache, dass er kein Arzt war, bekam Paul von Dr. Baker die Erlaubnis, als orgonomischer Berater zu fungieren, Menschen zu empfangen und ihnen mit seinen Einsichten und seinem Verständnis der Charakterstruktur zu helfen. In Dr. Bakers Seminar gab Paul immer wieder wertvolle Einblicke in den vorgestellten Fall. Es war ziemlich klar, warum Dr. Baker Paul erlaubte, eine Praxis aufrechtzuerhalten. Während Paul hart und hingebungsvoll arbeitete, machte er sich wenig Illusionen über Menschen. Er war wie wir alle sehr enttäuscht, als eine Gruppe aus dem College ausschied. Aber er kannte sich gut genug, um zu erkennen, dass es immer ein Gewirr von Einstellungen und Emotionen gab, die die Arbeit verdunkeln und jeden Arbeiter verwirren konnte. Während er normalerweise optimistisch war, war er ebenfalls wachsam, da er in seinen Jahren in der Orgonomie, genau wie Dr. Elsworth Baker, viele kommen und gehen sah. Er war ehrlich zu sich selbst und forderte von seinen Mitmenschen, dies ebenso zu sein. Er war auch warmherzig und unterstützend – manchmal strahlend. Er erfreute sich an seinen Freunden und an der Arbeit und sein großzügiger Geist führte ihn dazu, offen und vertrauensvoll zu sein. Er hatte einen köstlichen Sinn für Humor und genoss die Geschichten und Anekdoten, die er erzählte, normalerweise mehr als die Zuhörer.

Er war ein wertvoller Mann. Er war dem College gegenüber loyal und ein unermüdlicher Arbeiter im Namen der Orgonomie. Es ist für uns alle besser, ihn gekannt zu haben, doch wir alle tragen einen Verlust, weil wir ihn verloren haben. Wir werden ihn sehr vermissen, aber es war wunderbar, ihn so lange bei uns gehabt zu haben. Leb wohl, Paul, du nimmst einen Teil von uns mit.

Anmerkungen des Übersetzers

b Deutsch: Der Mensch in der Falle: das Dilemma unserer blockierten Energie; Ursachen und Therapie. München: Kösel, 1980.
13. Kapitel: Die soziopolitischen Charaktertypen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Nr. 2, S. 161-162.
Übersetzt von Robert Hase

In Memoriam: Paul N. Mathews (1924-1986) (Teil 1)

22. Februar 2021

von John M. Bell
21. September 1986
 

Wir trauern um den kürzlichen Verlust von Paul Mathews, der uns allen über viele Jahre hinweg ein Freund war und ein Gründungsmitglied des American College of Orgonomy. Der Tod eines geliebten Freundes ist nie leicht, aber der Tod eines so geschätzten, erprobten und bewährten Freundes wie Paul ist besonders schmerzhaft. Wir vermissen ihn jetzt zutiefst und werden es auch in Zukunft tun. Wir werden seine energische, warme Gegenwart, seinen weisen Rat, seine Loyalität und seine Stärke vermissen.

Seine Beiträge zur Orgonomie im Laufe der Jahre waren zahlreich und sprachen für sich selbst. Er leitete den N.Y.U.-Kurs für Orgonomie mit Leidenschaft, Intelligenz und Witz von den ersten Tagen an – seit dem Frühjahr 1968 – bis erst kürzlich. Als ich diesen Kurs zum ersten Mal an der N.Y.U. vorschlug und Dr. Elsworth Baker fragte, wer ihn am besten unterrichten könne, antwortete er ohne Zögern: „Paul Mathews“. In diesem Kurs arbeitete Paul wunderbar, indem er die Studenten durch die Ideen Reichs führte und häufig feindseligen Fragen mit Souveränität und Verve begegnete. Er schien in diesen Kursen noch mehr zum Leben zu erwachen, ob er nun einen Vortrag hielt oder Gastgeber für einen Gastdozenten für den Abend war. Aus diesem ersten Kurs entwickelte sich der Kurs für soziale Orgonomie und schließlich das Seminar für soziale Orgonomie, das wir so viele Jahre lang gemeinsam unterrichteten.

In seiner Arbeit als Lehrer für Orgonomie war Paul enorm fleißig und weit gereist. Viele, die zur Orgonomie schließlich als Fachleute gekommen sind, taten dies durch seine Kurse und Vorträge.

Auch davor hatte sich Paul viele Jahre lang der Orgonomie gewidmet. Orgonomie und Reichs Werk nahmen seit seinen frühesten Erwachsenenjahren einen zentralen Platz in seinem Denken und Wirken ein. Er steuerte seine Schriften und Briefe bei. Im Jahr 1955 verfasste er einen Artikel über das jugendliche Elend von Oberschülern für Orgonomic Medicinea. Im Umgang mit sozialen Fragen rang Paul lange mit den subtilen Problemen der methodischen Endanalyse bei der Formulierung dessen, was sich später als seine funktionellen Ansätze zur orgonomischen Soziopolitik herauskristallisierte.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a https://www.orgonomie.net/mathews11.htm#jugendliche

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Nr. 2, S. 161-162.
Übersetzt von Robert Hase

Zum Gedenken an Elsworth F. Baker (Teil 2)

12. Februar 2021

von Paul Mathews, M.A.

 
Interessanterweise war seine Autorität in der Orgonomie im Gegensatz zu gewissen Missverständnissen und Fehlinterpretationen eine arbeitsdemokratische, d.h. er verdiente sie durch seine größere Erfahrung, sein Wissen und durch Reichs Unterstützung für ihn, sowie durch seine Fähigkeit, funktionell zu denken. Diese Eigenschaften waren die Katalysatoren für den Respekt und die Achtung, die ihm von seinen Kollegen entgegengebracht wurden. Wie Reich übertrug er die Verantwortung an diejenigen, die dafür am besten geeignet waren und er konnte sich Urteilen fügen, die seinen eigenen widersprachen, wenn die Argumentation und das Wissen überzeugend waren. Er fühlte sich jedoch immer in der größten Verantwortung gegenüber Reichs Wunsch, die Entwicklung und Zukunft der Orgonomie zu überwachen – eine Bürde, die er schwer, jedoch hervorragend, trug. Er war natürlich kein Heiliger und konnte in Bezug auf etwas, das er persönlich bevorzugte, hartnäckig sein, aber er hörte sich Argumente sehr ernsthaft an, auch wenn er ihnen nicht nachgab. Mit zunehmender Erfahrung änderte er jedoch häufig seine Meinung. Für diejenigen, die ihn nicht gut kannten oder dachten, sie würden ihn kennen, konnte er abweisend und autoritär erscheinen, aber das lag daran, dass sie für einen relativ kurzen Zeitraum einen sehr selektiven Teil von ihm sahen. Es sind die fortwährenden Beziehungen im beruflichen und persönlichen Bereich, die das Wesen eines jeden Menschen genauer erweisen. Menschen projizieren häufig ihre eigenen Charakterprobleme auf diejenigen, die sie aus dem einen oder anderen Grund als bedrohlich empfinden.

Dr. Baker ermutigte immer das, was latent vorhanden und am besten den eigenen Fähigkeiten entsprach. Als er bemerkte, dass ich einige Einblicke in die soziale Szene und deren Charakterologie hatte, bat er mich, sie aufzuschreiben, was ich auch tat. Dies führte zu einer Reihe von laufenden sozialen Seminaren für Therapeuten in Ausbildung, an denen er teilnahm. Dieses Papier und diese Seminare führten zu unserer Zusammenarbeit am Kapitel über den soziopolitischen Charakter seines Buches Man in the Trapa. Obwohl er die größte Patientenzahl aller praktizierenden Therapeuten hatte, arbeitete er über die Jahre hinweg eifrig an seinen Schriften und fand Zeit, die verschiedenen Organisationen, die nach Reichs Tod 1957 entstanden, zu organisieren und weiterzuentwickeln.

In seinen letzten Tagen im Krankenhaus erfuhr er, dass ich von einem Möchtegern-Straßenräuber überfallen worden war, den ich erfolgreich abgewehrt hatte, jedoch nicht ohne schmerzhafte und unangenehme Verletzungen. Ich war auf dem Weg ins Krankenhaus zu einem Besuch und musste für ein paar Tage absagen. Als ich ihn endlich besuchen konnte, schien er zu schlafen, als ich sein Zimmer betrat. Es war niemand da, also setzte ich mich einfach ruhig auf das Sofa vor seinem Bett. Er rührte sich, öffnete die Augen, sah mich schief an und sagte: „Hallo, Paul – du hast dich also geprügelt.“ Ich saß neben ihm am Bett und lächelte mit einem teilweise zahnlosen Lächeln, wies auf die leere Stelle des ausgeschlagenen Zahnes durch die Klopperei hin und erklärte, wie ich den Angreifer neutralisiert hatte. Obwohl er unter seiner quälenden Krankheit litt, sah er mich mit einem Augenzwinkern an und lächelte warm, wie ein Vater, der stolz auf seinen Sohn ist. Es war ein denkwürdiger Augenblick. Danach sah ich ihn nur noch einmal und ich konnte sehen, dass unsere letzten Blicke ein Abschied waren.

Dr. Baker liebte die Stücke von Shakespeare, die er häufig zitierte. Besonders Hamlet gefiel ihm, und so möchte ich, auch auf die Gefahr hin, sentimental zu wirken, meine wenigen Erinnerungen mit diesem Zitat schließen: „Da bricht ein edles Herz. – Gute Nacht, mein Fürst! Und Engelscharen singen dich zur Ruh!“b

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Deutsch: Der Mensch in der Falle, Kösel-Verlag, 1980.

b Übersetzung August Wilhelm von Schlegel (1767–1845).

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 20 (1986), Elsworth F. Baker Commemorative Issue, S. 113-116.
Übersetzt von Robert Hase

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 19)

14. Januar 2021

Um das Verschwörungsdenken zu durchschauen, muß man die Problematik von bio-psychologischer Seite betrachten. Wir sind gezwungen, die Welt als Modell zu erfassen. Bevor der Affe von einem Ast zum anderen springt, muß er erst in einer inneren Bühnenaufführung (ähnlich einem Traum) das ganze durchspielen. So begreifen wir die Welt – als Kasperletheater und nicht als einen funktionellen Zusammenhang. Das wäre nicht so schlimm, wären wir nicht gepanzert und würden uns ob dieser Kontaktlosigkeit nicht ständig paranoiden Unsinn zusammenphantasieren, so als würden wir ständig in der Traumwelt leben, die Freud 1900 analysiert hat. Eine illusionäre Welt, die von unserem Unbewußten (= Panzerung) bestimmt wird – so daß wir, um im obigen Bild zu bleiben, stets den Ast verfehlen. Rationalisiert wird das ganze, weil das Unbewußte tatsächlich den Alltag bestimmt: ständig müssen wir die Motive unserer Mitmenschen (und unsere eigenen!) hinterfragen – ständig wittern wir „Verschwörungen“.

1901 führte Freud das Konzept der „unbewußten Absicht“ in seiner Psychopathologie des Alltagslebens ein, als er etwa anmerkte: „Wenn man die (von ihm dargelegten) Fälle von Verlegen übersieht, wird es wirklich schwer anzunehmen, daß ein Verlegen jemals anders als infolge einer unbewußten Absicht erfolgt.“ Oder er weist auf den Gleichmut hin, mit dem man reagiert, wenn „unabsichtlich“ ein Geschenk zerbricht, das man gar nicht haben wollte, was „wohl als Beweis für das Bestehen einer unbewußten Absicht bei der Ausführung in Anspruch genommen werden (darf)“. Die unbewußte Absicht zeigt sich im nicht zum Malheur passenden Affekt. Das ganze Buch handelt davon, daß „zufällige“ Aktionen letztendlich doch absichtlich erfolgen. Er selbst faßt seine Schrift wie folgt zusammen:

Als das allgemeine Ergebnis der vorstehenden Einzelerörterungen kann man folgende Einsicht hinstellen: Gewisse Unzulänglichkeiten unserer psychischen Leistungen (…) und gewisse absichtslos erscheinende Verrichtungen erweisen sich, wenn man das Verfahren der psychoanalytischen Untersuchung auf sie anwendet, als wohlmotiviert und durch dem Bewußtsein unbekannte Motive determiniert.

Freud schreibt: „Die bisher beschriebenen Handlungen, in denen wir die Ausführung einer unbewußten Absicht erkannten, traten als Störungen anderer beabsichtigter Handlungen auf und deckten sich mit dem Vorwand der Ungeschicklichkeit.“ Das ist bemerkenswert, spricht er doch im Grunde von Panzerung!

Auch Reich spricht von „unbewußter Absicht“ und setzt sie mit einer „charakterlichen Hemmung“ bzw. einer „strukturellen Absicht“ gleich (Äther, Gott und Teufel, S. 80). Auch anderswo kommt bei ihm diese Begrifflichkeit vor: „Die Vermeidung oder zwangsmoralische Beurteilung der Sexualprobleme ist eine absichtliche, wenn auch meist unbewußte Haltung der Erzieherschaft und Ärzteschaft“ (Der Krebs, Fischer TB S. 410).

Das ganze erinnert natürlich an Reichs Darstellung der pestilenten Reaktion. Bei dieser „sind die Motive des Handelns regelmäßig vorgeschoben; das angegebene Motiv deckt sich niemals mit dem wirklichen Motiv, gleichgültig, ob das letzte bewußt oder unbewußt ist“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 340f). Der pestilente Charakter agiert unter einem „strukturellen Zwang“ und kommt dabei nie ins Schwanken, was seine Motive betrifft. Ganz anders der neurotische Charakter, der ständig an sich zweifelt, innerlich zerrissen ist und keinen wirklichen Antrieb hat.

Wenn letzterer das obenerwähnte Geschenk in „unbewußter Absicht“ zerbricht, ist das so etwas wie die Kompromißlösung eines Feiglings, der Angst vor klaren Worten und offener Konfrontation hat. Das Geschenk ist „halt kaputtgegangen“. Ganz anders die Reaktion des pestilenten Charakters, der in dem Geschenk vielleicht eine geheime Aggression gegen sich sieht und dich deshalb bestrafen will und auf jeden Fall alles tut, nicht etwa deine Gefühle zu schonen, sondern ganz im Gegenteil dich als Verlierer dastehen zu lassen. Auf der einen Seite haben wir entsprechend die ständig unsicheren und zweifelnden Massen und auf der anderen Seite pestilente Politiker und spinnerte Blogger, die mit Eindeutigkeit und „Weltanschauung“ imponieren.

Im übrigen entsprechen Verschwörungstheorien den Wahngebilden des Animismus und Mystizismus, wobei der Animismus schlicht auf Unwissen beruht, der Mystizismus aif Verzerrung (Panzerung). Entsprechend geht Mystizismus immer mit Faschismus einher.

Funktionelles Denken ist notwendig, um das soziale Geschehen zu verstehen

26. Dezember 2020


Wenn man sich von Idioten regieren läßt…

Funktionelles Denken ist notwendig, um das soziale Geschehen zu verstehen