Steve grüßt Wilhelm

Einer der weniger überzeugenden Beiträge Reichs ist sicherlich seine Analyse der Nordlichter in Die kosmische Überlagerung. Mit Ausnahme von einer Notiz bei James DeMeo kenne ich keine Arbeiten, die sich an diesen Ausführungen Reichs anschließen. Ausführungen, denen ich nie so recht folgen konnte. Was hängenbleibt ist, daß die Aurora Borealis in Reichs Augen eine orgonotische Erstrahlung der Erdatmosphäre ist.

Schaut man sich die typischen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema an, scheint von mechanistischer Seite alles restlos aufgeklärt zu sein. Wie es auf Wikipedia so schön heißt: „Das Polarlicht (als Nordlicht auf der Nordhalbkugel wissenschaftlich Aurora borealis, als Südlicht auf der Südhalbkugel Aurora australis) ist eine Leuchterscheinung durch angeregte Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre (Elektrometeor), die in Polargebieten beim Auftreffen beschleunigter geladener Teilchen aus der Erdmagnetosphäre auf die Atmosphäre hervorgerufen wird. Polarlichter sind meistens in zwei etwa 3 bis 6 Breitengrade umfassenden Bändern in der Nähe der Magnetpole zu sehen.“

Gegenwärtig ändert sich dieses simplistische Bild, denn „Graswurzelwissenschaftler“ haben mit „Steve“ ein Phänomen beobachtet, das nicht ins runde Bild passen will, das offiziell verbreitet wird. Siehe dazu den Artikel „Steve, a Famous Northern Light, Stays Mysterious (and Keeps His Name)” in der New York Times.

„Steve“ war ursprünglich die willkürliche Bezeichnung die Freizeithimmelsbeobachter einem Phänomen gaben, das sie in Kanada gesichtet und photographiert hatten. Es sieht aus wie das Band eines Polarlichts, das sich von Ost nach West über das Firmament zieht, – mit dem entscheidenden Unterschied, daß es viel zu weit südlich auftritt. Im nachhinein wurde „Steve“ mit Strong Thermal Emission Velocity Enhancement „erklärt“, doch was wirklich hinter der Leuchterscheinung steckt, bleibt ein Rätsel. Sie wird zwar versuchsweise auf den „sub-auroral ion drift“ in der Atmosphäre zurückgeführt und habe damit einen Ursprung, der weitgehend dem der eigentlichen Aurora Borealis entspricht, doch ein Schönheitsfehler ist, daß es im Unterschied zum Nordlicht beim „sub-auroral ion drift“ zu keinen Leuchterscheinungen kommen sollte. Warum „Steve“ im optischen Spektrum leuchtet, kann die mechanistische Wissenschaft im Moment nicht erklären.

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2 Antworten to “Steve grüßt Wilhelm”

  1. claus Says:

    „Warum ‚Steve‘ im optischen Spektrum leuchtet, kann die mechanistische Wissenschaft im Moment nicht erklären.“

    Sollte man vielleicht einfach sagen
    „kann die Wissenschaft im Moment nicht erklären“?

    Denn falls man ‚mit Reich‘ eine Erklärung bieten kann, sollte diese ‚Erklärung‘ den in einer bestimmten Theorie des Erklärens formulierten Ansprüchen genügen.
    Ein alter Vorschlag, wie „erklären“ zu explizieren wäre, ist das Hempel-Oppenheim-Schema.
    Ich erwähne das nicht aus Oberschlauheit, sondern weil mancher Versuch, etwas mit Pfeilen zu zeigen, dahingehend unklar ist, dass diese Pfeile irgendwie ziemlich ungenau interpretiert werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deduktiv-nomologisches_Modell

  2. Tzindaro Says:

    You have missed one very important book. Cosmic Metabolism And Vortical Accretion, by Peter Ind, a famous London jazz musician, which takes up from where Reich left off in Cosmic Superimposition and adds much more to the orgonomic understanding of astrophysics, planetary orbital dynamics, the relationship between the solar system and earthly weather, the true cause of the energy from the sun, the formation of mass from the energy of space, and much, much more. It is the best and most important book in orgonomy since Reich and no collection of post-Reich orgonomic works is complete without it.

    http://www.cosmicmetabolism.com/text.htm

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