Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 9)

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

II. Die Entdeckung der Orgonenergie: 5. Experiment XX1

Die Bionversuche haben gezeigt, daß die Bione ein Energiefeld besitzen, d.h. sie strahlen eine Energie aus, sie haben ein Orgonenergiefeld. Auch Menschen bilden ein Orgonenergiefeld um sich herum, das mit Hilfe des Orgonenergiefeld-Messers nachgewiesen werden kann. Dieser Orgonenergiefeld-Meßapparat beruht auf folgendem Prinzip: Die Sekundärspule eines Induktionsapparats entwickelt ein Orgonenergiefeld, das durch Erstrahlung eines Edelgases ohne direkten Kontakt durch einen Draht nachgewiesen werden kann. Wird nun ein Kontakt hergestellt zwischen menschlichem Energiefeld und Energiefeld der Sekundärspule, so wird das Glühen einer zwischengeschalteten Glühbirne verstärkt und ist mit Hilfe einer Photozelle meßbar.2

Das Experiment XX diente ursprünglich dazu, die Erstrahlung verschiedener Orgonenergie haltiger Flüssigkeiten zu messen. Reich verwendete für diesen Versuch Erdbion-Wasser, das aus gesiebter Gartenerde gewonnen wurde. Die Gartenerde wurde eine Stunde lang in Wasser gekocht. Anschließend wurde das Wasser kristallklar abgefiltert. Die Erstrahlung dieses so gewonnenen Bion-Wassers wurde mit einem Apparat zur quantitativen Bestimmung der Fluoreszenz von Flüssigkeiten gemessen. Reich wies ausdrücklich darauf hin, daß die elektrisch gemessenen Werte nichts über die eigentlichen Kräfte der Orgonenergie aussagen, da diese nicht elektrischer Natur seien. Das Bionwasser erstrahlte im Durchschnitt etwa 45 mal stärker als vor dem Kochen.

„Durch das Kochen hat sich die Materie der Erde in bewegte bionöse Materie verwandelt. Aus der Materie wurde Energie befreit. Das ist mikroskopisch an der inneren Bewegtheit, am langsamen Pulsieren und an der Kontraktilität der Orgonenergie-Bläschen (im Gegensatz zur Unbewegtheit derselben Partikel derselben Erde vor dem Kochen) eindeutig festzustellen. Es haben sich im Prozesse des Kochens nicht nur die Erdpartikel in Bione verwandelt, es ist nicht nur Energie in den Partikeln frei geworden, so daß sie innerlich bewegt wurden, sondern mehr: Diese Energie gelangt auch ins Wasser, denn Wasser zieht Orgon an sich wie auch umgekehrt So erhöht sich die orgonotische Potenz des Wassers von ihrem Eigenwert auf den biochemischer Flüssigkeiten von hohem orgonotischen Wert.3

Mit dem Bion-Wasser wurden verschiedene Versuche durchgeführt. Zu seiner eigenen Überraschung stellte Reich fest, daß sich in eingefrorenem, kristallklarem, partikelfreiem Bion-Wasser dichte Flocken bildeten, die sich mikroskopisch als außerordentlich stark strahlende, bionöse Materiepartikel erwiesen. Die steril aufbewahrten Präparate mit dem aufgetauten Bion-Wasser und den darin entstandenen Flocken zeigten nach einigen Tagen eine deutliche Vermehrung der Flocken durch Teilung sowie durch Substanzansatz. Im Verlauf mehrerer Wochen veränderten sich die Flocken, es bildeten sich stark blauschimmernde, kreisförmige Bione, die sich allmählich streckten und Bohnenform annahmen. Aus diesen „Bohnenformen“ entwickelten sich schließlich ruckend und zuckend fortbewegte Protozoen, die rein weiter gezüchtet werden können. Aus diesem Versuch zog Reich folgende Schlüsse:

  1. Erdhumus enthält Orgonenergie. Durch Verwandlung des Erdhumus in Erdbione steigert sich die orgonotische Potenz des Wassers…
  2. Orgonenergie in hoher Konzentration färbt Flüssigkeiten gelblich.
  3. Die bei Zimmertemperatur in der Flüssigkeit gleichmäßig verteilte Orgonenergie kontrahiert unter Kälteeinfluß zu einem gelben Kern im Eis.
  4. Protoplasmatische Flocken oder Materie entsteht aus konzentriertem masse-freiem Orgon.
  5. Hohe orgonotische Potenz von Flüssigkeiten führt zur Entwicklung von Protozoen über die Bildung von Orgonenergiebläschen.
  6. Die Bildung von plasmatischer Materie aus konzentrierter Orgonenergie deutet einen allgemeinen Prozeß an, durch den Materie aus Energie entstand, wenn man in der Orgonenergie die primordiale kosmische Energie erblickt.
  7. Nach unseren Ergebnissen in Experiment XX ging auf unserem Planeten die Entwicklung des lebenden Plasmas der Organisation von Kohlesubstanz und Kohlehydraten voraus. Kohle ist ein Produkt des Zerfalls lebender Materie. Biochemische Moleküle existierten nicht vor der Entwicklung plasmatischer Substanz, sondern traten als einer der mechanischen Bestandteile im Prozeß der plasmatischen Organisation auf.4

Nach übereinstimmender Auskunft von Raknes5 und Kelley6 wurde das Experiment XX von mehreren Wissenschaftlern in den USA wiederholt und die Ergebnisse bestätigt.7 Widerlegt wurden diese Untersuchungen, die ja den lebensspezifischen Charakter der Orgonenergie nachweisen, von niemandem.

 

Fußnoten

  1. Vgl. Reich, W., Die Entdeckung… Der Krebs a.a.O. S. 80–93
  2. Vgl. ebenda S. 162–165
  3. ebenda S. 84f
  4. ebenda S. 92f
  5. Vgl. Raknes, W. Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 98
  6. Vgl. Kelley, What is orgone energy? a.a.O. S. 66
  7. Besonders genannt sei hier der Biochemiker Grad, der von Raknes und Kelley zitiert wird. Originalliteratur lag mir von ihm leider nicht vor.

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8 Antworten to “Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 9)”

  1. claus Says:

    Sorry, ich möchte eine zwangsgrüblerische Korinthe kacken:
    „Widerlegt wurden diese Untersuchungen, die ja den lebensspezifischen Charakter der Orgonenergie nachweisen, von niemandem.“ Widerlegt wird allenfalls eine Annahme oder Hypothese. Untersuchungen – Beobachtungen in diesen Untersuchungen – würden eine Annahme bekräftigen oder entkräften (bei Popper ist eine Testimplikation zwischengeschaltet; aber das muss man gar nicht so handhaben). Reichs Schlüsse sind propositionaler Art und nicht identisch mit ‚Untersuchungen‘. Eher dienen Untersuchungen ihrer Bekräftigung oder Entkräftung.

    „Orgonenergie haltiger Flüssigkeiten“ – ich glaube, nach wie vor: „orgonenergiehaltiger Flüssigkeiten“
    :-)))))

    • Peter Nasselstein Says:

      Normalerweise korrigiere ich stillschweigend Rechtschreibefehler bei Frendtexten, doch hier: Hoppe und merkwürdigerweise auch sein Umfeld verzichten häufig auf Bindestriche („orgonenergie haltig“, statt „orgon-energiehaltig“) und behalten dann auch noch „konsequenterweise“ die Großschreibung bei („Orgonenergie haltig“).

  2. O. Says:

    Ich frage mich, was solche ständig Reich in eigenen Worten verstehenden Vortäge sollen. Die sind in der Regel oberflächlich, keiner kann was mit anfangen (das Experiment nachmachen) und immer wieder sind 1000 Fehler drin, so dass eine Korrektur aufwendiger ist, als das was geschrieben wurde.
    was ist daran wichtig? dass man über Reich redet (1977). dass einer sich mit ihm beschäftigt? wissensvermittlung? was ist die absicht?

  3. O. Says:

    „Das Bionwasser erstrahlte im Durchschnitt etwa 45 mal stärker als vor dem Kochen.“ gemessen mit was?

  4. O. Says:

    „von mehreren Wissenschaftlern in den USA wiederholt und die Ergebnisse bestätigt“ – gemeint ist ein gewisser Hr. Grad. Was der so gemacht hat, ist unklar, was keine Beweisführung oder Aussage ist.

    Ich habe hier schon genug „Wissenschaftler“ und ihre „Dr.-Arbeiten“ auseinandergenommen, deren Titel gestrichen gehört, weil sie nur Unfug gemacht haben. Sie bleiben aber in der Reichsekte über 20 Jahre Heroes und keiner kann den Schrott beurteilen.

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